"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

Werden alle Menschen einmal gerettet sein?   (Teil 1)

Ein Gespräch unter Brüdern

 

F: „Lieber Bruder, schön dass Du wieder kommen konntest. Wir hatten uns ja beim letzten Mal über das Thema »Auserwählung und freier Wille« ausgetauscht, und da wollte ich Dich nochmal etwas fragen: Du hast ja den Standpunkt vertreten, dass Gott eines Tages durchaus den Menschen für Seine Wahl zur Verantwortung zieht. Aber ist der Mensch mit einer solchen Entscheidung nicht völlig überfordert? Trägt nicht vielmehr Gott die Verantwortung für sie, weil Er allein doch auch weiß wie sie sich entscheiden würden? Ein Vater, der seine Kinder liebt, wird doch die Baugrube in seinem Garten vorsichtshalber abdecken, damit sie gar nicht erst in die Gefahr geraten, in diese hineinzufallen, auch wenn er sie dadurch in ihrer Entscheidungsfreiheit einschränken muss. Adam und Eva hatten aber noch keine Erkenntnis von Gut und Böse, deshalb war es doch absehbar, dass sie der Versuchung erlegen sein würden, zumal sie auch gar keine Vorstellung davon hatten, welch weitreichende Folgen ihr Ungehorsam haben würde. Auch konnten sie doch noch gar nicht wissen, was das Sterben eigentlich bedeutet, weil der Tod ja erst durch Adam überhaupt in die Welt kam. Wenn Gott aber im Paradies nicht verhindert hat, dass Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis aßen, dann doch nur deshalb, weil Er selber wollte, dass sie in Sünde fallen, oder etwa nicht?“

R: „So wie Du, reden normalerweise die Ungläubigen, weil sie die Schuld für ihre Sünden auf Gott schieben wollen. Aber tatsächlich hatten sie ja gewusst, dass ihr Ungehorsam den Tod nach sich ziehen würde, denn Gott hatte es ihnen ja gesagt. Aber sie glaubten es nicht! Was Sterben bedeutet, wussten sie schon, denn sie sahen ja, dass die Tiere starben. Die Stelle in Röm. 5:12 bezieht sich nicht auf Tiere sondern auf die Menschen: »…und also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist«. Sie hatten ja auch die Möglichkeit gehabt, vom Baum des Lebens zu essen, der in der Mitte des Gartens war, um dadurch ewiges Leben zu erlangen (1.Mo.3:22). Stattdessen vergaßen beide die Stellung, die Gott ihnen in der Schöpfung zugewiesen hatte. Eva hätte gar nicht mit der Schlange reden dürfen, sondern dies ihrem Mann überlassen müssen. Und Adam hätte aufgrund des Auftrags, den Garten »zu bebauen und zu hüten«, seiner Frau einschärfen müssen, ihm jede Unregelmäßigkeit sofort zu melden. Da er vor der Frau – und sie seinetwegen – erschaffen war (1.Kor.11:8-9), hätte er ihr auch sagen müssen, dass er ihr Haupt ist, dem gegenüber sie nicht eigenmächtig handeln darf. Adam hat anscheinend auch den HErrn nicht nach diesen Zusammenhängen gefragt. Bei so viel Nachlässigkeit braucht man sich nicht beklagen, wenn man anschließend in Sünde fällt und erst recht nicht Gott die Schuld geben für sein Tun.“

F: „Trotzdem: Gott hätte den Sündenfall auch verhindern können, wenn Er es gewollt hätte. Nicht nur hätte Er den Baum der Erkenntnis für Adam und Eva von vornherein unerreichbar machen können, sondern Er hätte uns Menschen doch auch gleich mit einer tiefen Einsicht und dem Verständnis Seines Willens schaffen können. Er hätte uns sozusagen von Anfang an in den Zustand der »Neuen Schöpfung« durch den Heiligen Geist erschaffen können, dann wäre keiner verloren, sondern alle würden sich wie im Zustand der ewigen Herrlichkeit an Gott erfreuen können. Dass aber der Mensch in Sünde fiel und dadurch die Menschheit zum größten Teil verloren geht, war von Anfang an Gottes Absicht.“

R: „Dieser Hyper-Calvinismus, den Du hier vertrittst, ist in hohem Maße lästerlich. Dann bräuchte man ja wirklich nicht mehr evangelisieren und die Menschen warnen vor der Höllenstrafe, wenn doch ohnehin nur die Auserwählten errettet werden. Der HErr Jesus ist aber für alle Menschen gestorben und bietet deshalb Sein Heil allen Menschen an (Joh.3:17, 12:47). Er ist »wahrhaftig der Heiland der Welt« bzw. das »Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt« (Joh.1:29, Joh.4:42).“

F: „Alles schön und gut, aber es ist doch nun mal eine Tatsache, dass niemand gerettet wird, »es sei denn dass der Vater ihn ziehe«, und dass es nur eine »kleine Herde« sein wird, die am Ende tatsächlich errettet sein wird (Joh.6:44, Luk.12:32). Wer nicht schon von Grundlegung der Welt an im Buch des Lebens angeschrieben steht, hat keine Chance, je errettet zu werden, sondern hat einfach Pech gehabt! Deshalb sagte der HErr zu der kanaanäischen Frau: »Ich bin nicht gesandt, als nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel« (Matth.15:24). Die einen sind eben »Kinder« und die anderen »Hunde«.“

R: „Und dennoch wurde sie um ihres Glaubens willen erhört! Und später erfüllte sich dann auch die Zusage des Vaters an Seinen Sohn Jesus: »Es ist zu gering, dass du mein Knecht seiest, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewährten von Israel zurückzubringen: Ich habe dich auch zum Licht der Nationen gesetzt, um mein Heil zu sein bis an das Ende der Erde« (Jes.49:6). Deshalb konnte der HErr Jesus verkündigen: »So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gesandt hat, auf dass alle, die an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben« (Joh.3:16).“

F: „Ja, aber auch von den Nationen werden nur die Auserwählten errettet, für die anderen ist Gott nicht zuständig. Außerdem wird dieser Vers in Johannes 3 meistens missverstanden: Wörtlich heißt es nämlich nicht »So sehr…«, sondern »Auf diese Weise…«. Denn es ist keineswegs so, dass Gott die Welt wirklich einfach so liebt, ohne Bedingung. Das steht nirgendwo in der Bibel! Tatsächlich hasst Gott den Gesetzlosen (Ps.11:5). Daher ist »Gott willens, Seinen Zorn zu erzeigen und Seine Macht kundzutun« an den »Gefäßen des Zornes, die zubereitet sind zum Verderben« (Röm.9:22). Der Sühnetod Jesu war für sie die letzte Chance, die sie nicht hätten verstreichen lassen dürfen. Jetzt aber haben sie keine Ausrede mehr, und ihnen bleibt nur noch das Warten auf die ewige Verdammnis!“

R: „Ja, - es ist so, dass kein Mensch Recht behalten kann gegen Gott! Wenn jemand mit Gott rechten wollte, so würde der ihm tausend Fragen stellen, auf die er auch nicht eine Antwort weiß. Wenn jemand es wagen würde, Gott die Stirn zu bieten, käme er nicht mit heiler Haut davon! Niemand könnte sich beschweren und zu Gott sagen: »Warum hast Du mich so gemacht?« (Röm.9:20) – Aber dennoch könnte solch ein zur Hölle Verurteilter am Ende fragen: »Warum, Gott, hast du mich ans Licht geholt, hervorgezogen aus dem Leib der Mutter? Wäre ich doch gestorben, eh' ein Mensch mich sah! Vom Schoß der Mutter gleich hinein ins Grab, das wäre so, als wär ich nie gewesen! « (Hiob 10:18-19).“

F: „Das ist wirklich eine gute Frage. Bei dem Gedanken bekomme ich eine Gänsehaut!“

R: „Ich habe da mal eine Frage an Dich, oder sagen wir: ein Gedankenexperiment. Stell Dir mal vor, Gott würde Dich am Ende der Tage als »Schöffen« zu Rate ziehen und Dich fragen, wie Er mit all den Ungläubigen der gesamten Menschheit verfahren solle; entweder:

1.   alle zu begnadigen,

2. zu einer zeitlich begrenzten Höllenstrafe zu verurteilen, oder

3. zu einer nie mehr endenden Höllenstrafe zu verurteilen.

Ganz ehrlich: Wie würdest Du Dich entscheiden?“

 

F: „In aller Ehrfurcht hätte ich Nr. 2 genommen. Aber der ewige, vollkommene Gott ist gerecht mit Seiner ewigen Strafe. Eigentlich will ich mir das auch gar nicht vorstellen, denn ich fühle mich noch nicht einmal würdig, daran zu denken, dass Gott ausgerechnet mich um Rat fragt, denn das ist eine unglaublich große Verantwortung, die ich nie verdient hätte.“

R: „Weil Gott von uns Gerechtigkeit und Barmherzigkeit erwarten kann, hätte auch ich mich für die 2 entschieden. Aber kann meine Gerechtigkeit, Liebe und Barmherzigkeit größer sein, als die von Gott?“

F: „Solche Fragen dürfen wir uns gar nicht stellen, Bruder, denn es ist völlig irrelevant, wie wir uns entscheiden würden! Tatsache ist doch, dass Gott eine absolute Heiligkeit und Gerechtigkeit hat. Und es steht auch fest, dass die Unerretteten für alle Ewigkeit verloren sind. Andernfalls würden ja alle gerettet werden nach einer Zeit. Warum sollte Gott am Ende die belohnen, die nicht mit Ihm leben wollten?“

R: „Nehmen wir an, Gott würde sich am Ende umstimmen lassen und sich der Verlorenen erbarmen, nachdem diese Buße getan haben, würdest Du Dich darüber freuen können? Oder würdest Du beleidigt reagieren wie Jona, der sich veräppelt vorkam und sich missmutig unter dem Schatten eines Baumes setzte? (Jona 4:5).“

F: „Was soll diese Frage? Du redest schon wie ein Allversöhner. Bist Du etwa ein Allversöhner?“

R: „Nein.“

F: „Das klang aber eben sehr danach.“

R: „Ich kann kein Allversöhner sein, denn es gibt genau genommen nur einen einzigen All-Versöhner und das ist Gott: „Denn es war das Wohlgefallen der ganzen Fülle, in Ihm zu wohnen und durch Ihn alle Dinge (w. das All, gr. ta panta) mit sich zu versöhnen« (Kol.1:20).“

F: „Ich wusste es! Deswegen auch diese komische Frage, ob unsere Liebe größer sein kann als die Liebe Gottes. Das ist der jetzige Zeitgeist, der uns eine falsche Art der Liebe Gottes in unsere Herzen pflanzen will, sodass wir entweder Gott ungerecht sehen oder Ihn uns zurechtbasteln.“

R: „»Gott will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen«, so steht es geschrieben in 1.Tim.2:4.“

F: „Genauso fangen auch die Zeugen Jehovas an. Aber Du hast doch selber gesagt, dass Gott unseren freien Willen respektiert, und deshalb errettet Er nicht jeden, obwohl Er gerne wollte. Durch Seine Gerechtigkeit musste Er sich selber Grenzen setzen.“

R: „Es steht aber geschrieben: »Der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und all mein Wohlgefallen werde ich tun« (Jes.46:10).“

F: „Ja, ja, bestimmt völlig aus dem Zusammenhang gerissen! Die meisten christlichen Sekten sind aus solchen Gründen entstanden, weil sie nach ihren menschlichen Maßstäben alles immer verstehen wollen. Manchmal müssen wir einfach wie Kinder das Wort so wie es ist annehmen, auch wenn es in unser eigenes Gerechtigkeitsverständnis nicht reinpasst.“

R: „Ich habe Dir bisher nur Bibelstellen zitiert, - ist Dir das aufgefallen? Und wenn Du möchtest, kann ich Dir noch 100 weitere nennen, die klar die Allversöhnung bezeugen.“

F: „Nein, das brauchst Du nicht, denn mir ist völlig klar, dass die Bibel nicht die Allversöhnungslehre bezeugt, sondern das genaue Gegenteil. Die Allversöhnung ist eine Irrlehre, mit der ich mich gar nicht beschäftigen möchte, denn sie steht nicht in der Bibel!“

R: „Wenn das so ist, dann überzeuge mich doch!“

F: „Nein, das hat keinen Sinn, denn dann wirst Du sofort wieder mit irgendwelchen Bibelstellen kommen, die Du auswendig gelernt hast wie die Zeugen Jehovas, und ich werde mich dann nur aufregen. Wenn der HErr Dir das bisher nicht zeigen konnte, dann bitte Ihn, dass Er Dir Weisheit schenkt. Ich will mich nicht mit Dir streiten!“

R: „Ach, auf einmal! Die letzten Monate haben wir friedlich miteinander über kontroverse Themen der Bibel sprechen können. Warum sollte das diesmal nicht möglich sein? Nein, lieber Bruder, so geht das nicht. Du bist nach 1.Thess.5:20-21 dazu verpflichtet, mich anzuhören und meine Argumente zu prüfen! Wenn ich mich irre, dann belehre mich doch, und ich werde ganz still sein und es prüfen. Wenn aber in Wahrheit DU Dich irrst, dann lass Dir vom HErrn Demut schenken, um Deinen Irrtum einzugestehen.“

F: „Sei doch mal realistisch! Wenn die Allversöhnung wahr wäre, warum hat der Geist Gottes sie dann nicht auch den meisten anderen Brüdern klargemacht? Hat es etwa was mit Demut zu tun, wenn Du allen Ernstes glaubst, dass unter allen Christen Gott nur etwa 1 % dazu bevorrechtigt hat, diese Lehre der Bibel zu entnehmen? Du verhältst Dich doch wie ein Geisterfahrer, der sich auf der Autobahn darüber beschwert, dass alle anderen in die falsche Richtung fahren.“

R: „Wie viel Prozent der Jünger haben denn an die Auferstehung geglaubt, nachdem der HErr gekreuzigt wurde? Er musste sie später mit den Worten schelten: »O ihr Unverständigen und trägen Herzens, zu glauben an alles was die Propheten geredet haben!« (Luk.24:25)“.

F: „Aber der HErr Jesus und die Propheten haben die Auferstehung vorher klar bezeugt! Von der Allversöhnung lese ich aber nichts in der Bibel.“

R: „Doch! Im Grunde muss jeder Christ an die Allversöhnung glauben, denn sie steht ja in Kol.1:20 klar geschrieben. Nur dass die meisten eben nur an eine 1%-Allversöhnung glauben und nicht an eine 100%-Allversöhnung. Das griechische Wort »alle« mit Artikel davor (»ta panta«) hat an allen seinen 53 Vorkommen im NT die Bedeutung von „ausnahmslos alle“ (Mark.4:11 14:64 - Apg.17:25, 19:7, 21:21, 27:37 – Röm.8:32, 11:32,32,36 – 1Kor.8:6,6, 9:22, 10:17, 11:12, 12:6,19 15:27,28,28 – 2.Kor.4:15, 5:10,14 – Gal.1:2, 3:22 5:14 – Eph.1:10,11,23, 3:9, 4:10,15, 5:13 – Phil.2:21, 3:8,21 – Kol.1:16,17,20 – 1Tim.6:13 – Hebr.1:3, 2:8,8,10,10 – 2.Petr.1:3– Offb.4:11, 5:13, Mark.4:11 – Apg.20:18 – 1Kor.11:12, 12:6, 15:27 – 2.Kor.4:15, 5:14,18, 12:19 – Eph.5:13 – Kol.1:16, 3:8, 4:7). Damit ergibt sich aus Röm.8:32, 11:32, Kol.1:16+20 und 1.Tim.6:13 eine 100 %-Allversöhnung.“

F: „Paperlapapp! Du willst mir doch nicht weismachen, dass Du damit so mal eben im Handstreich die Errettung aller Menschen beweisen wolltest! Die Frage ist doch gar nicht, ob hier ausnahmslos alle oder unterschiedslos alle gemeint sind, sondern was will Paulus eigentlich hier sagen, wenn er von »versöhnen« spricht. In 2.Kor. 5:18 ist diese Versöhnung schon geschehen - sie steht dort in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft – und nach Röm.11:15 schließt die »Versöhnung der Welt« nicht die Verwerfung Israels aus. Zudem werden wir aufgefordert, uns versöhnen zu lassen (2.Kor.5:20). Dies geschah also nicht automatisch, sondern erfüllt sich jedes Mal neu, sobald einer die Versöhnung annimmt.“

R: „Dass die Versöhnung automatisch geschah, habe ich auch nicht behauptet. Es gibt eine unbiblische Lehre, nämlich die des »Universalismus«, die oft mit der »Allversöhnungslehre« verwechselt wird. Nach dieser von modernen Theologen vertretenen Theorie lässt sich das Heil in allen Religionen finden, entgegen dem Absolutheitsanspruch des Christentums: »Niemand kommt zum Vater als nur durch mich« (Joh.14:6). Aufgrund dieser Verwechslung wird den Vertretern der Allverversöhnung (AV) immer mal wieder der Vorwurf gemacht, dass bei einer Errettung aller Menschen Christus ja vergeblich gestorben sei. Tatsächlich aber geht die AV nicht von einem Automatismus aus, sondern setzt voraus, dass sich jeder einzelne persönlich bekehren muss, um das Heil in Christus zu erlangen, nur dass die Möglichkeit der Bekehrung nicht mit dem Tod endet. Die AV wird daher auch als Wiederbringungslehre bezeichnet, also ein geistiges »Aufräumen« am Ende der Zeit (gr. Apokatastasis = Weg-vom-bisherigen-in-den-angemessenen-Zustand-Bringen), von dem in Apg.3:21 die Rede ist: »Jesus Christus, welchen freilich der Himmel aufnehmen muss bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von welchen Gott durch den Mund Seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat«.“

F: „Genau. So wie ja auch der HErr sagte: »Elias kommt zwar und wird alle Dinge wiederherstellen“ (Matth. 17:11). Und die Jünger fragten den HErrn später: »‚HErr, stellst du in dieser Zeit dem Israel das Reich wieder her?‘ « Die Propheten haben also von der Wiederherstellung Israels geredet, nicht aber von einer Wiederherstellung der Heidenvölker!“

R: „Aber sicher doch! Das finden wir z.B. in Apg.15:15-18: »Und hiermit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht: ‚Nach diesem will ich zurückkehren und wieder aufbauen die Hütte Davids, die verfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten; damit die übrigen der Menschen den HErrn suchen, und alle Nationen, über welche mein Name angerufen ist, spricht der HErr, der dieses tut‘, was von jeher bekannt ist«. Die hier bezeugte positive Zukunftsperspektive für die Heiden passt natürlich gar nicht zu der allgemein eher pessimistischen Auffassung des Heilsplans Gottes. Das »Aus-Nationen-ein-Volk-Nehmen für Seinen Namen« (V.14) bezeichnet die Erwählung und Zubereitung von »Erstlingen« (Jak.1:18) in der jetzigen Gemeindezeit. Wenn Jakobus aber von uns als einer »Erstlingsfrucht Seiner Geschöpfe« spricht, dann deutet er damit auch an, dass auch die übrigen noch »geerntet« werden sollen. Als nächstes folgt nämlich dann in Vers 16 das messianische Reich (1000-Jahrreich) unter dem wiederhergestellten Königtum Davids und zuletzt alle »übrigen Menschen« (Vers 17).“

F: „Du hast schon recht, denn es heißt ja auch im Offb.22:2, dass die »Blätter des Baumes zur Heilung der Nationen sind«. Das sind jene »Gerechten« unter den Nationen in Matth.25:34-40, die im Tausendjährigen Reich noch einmal die Möglichkeit bekommen, sich zu bekehren, weil sie den Jüngern des HErrn in der Not beigestanden haben. Aber von einer Begnadigung aller übrigen Ungläubigen ist hier nicht die Rede. Von Sodom und Gomorra heißt es z.B., dass sie »des ewigen Feuers Strafe leiden« (Judas 7). Also nichts mit Begnadigung!“

R: „Aber gerade von Sodom sagt der HErr z.B. dass es »dem Sodomer Lande erträglicher ergehen wird am Tage des Gerichts« als Kapernaum (Matth.11:24), und damit ist sicherlich nicht eine niedrigere Temperatur im Höllenfeuer gemeint, sondern eine Verringerung des Strafmaßes aufgrund mildernder Umstände.“

F: „Es wird ihnen »erträglicher« ergehen, aber das bedeutet nicht eine Entlassung aus der Hölle, sondern eine Verringerung des Leidens. Gott hätte Sodom erhalten können, aber Er tat es trotzdem nicht. Dies führt in der Tat zu »mildernden Umständen«, aber nirgendwo in der Bibel steht, dass Sodom eines Tages wieder frei kommt!“

R: „Doch! Und zwar in Hesekiel 16:44-63. In diesem wenig bekannten Text wird Sodom als eine »Schwester« Jerusalems bezeichnet, die nicht so verderbt wie sie gehandelt hat. Gott tat sie hinweg wegen ihrer Gräuel, aber Jerusalem hat seine Schwester Sodom »gerechter gemacht« durch die von ihr gräulicher begangenen Sünden. Ab Vers 53 lesen wir dann: »Und ich werde ihre Gefangenschaft wenden, die Gefangenschaft Sodoms… auf dass du deine Schmach tragest und dich schämest alles dessen, was du getan hast, indem du sie tröstest. Und deine Schwestern, Sodom und ihre Töchter, werden zurückkehren zu ihrem früheren Stande… Und du wirst deiner Wege gedenken und dich schämen, wenn du deine Schwestern empfangen wirst… und ich sie dir zu Töchtern geben werde… Und ich werde meinen Bund mit dir errichten, und du wirst wissen, dass ich der HErr bin: auf dass du dich schämest, und den Mund nicht mehr auftuest wegen deiner Schmach, wenn ich dir alles vergebe, was du getan hast, spricht der HErr, Jahwe« (Verse 53-63).“

F: „Na sowas. Das ist allerdings erstaunlich und war mir bisher nicht bekannt. Ich werde das noch einmal in Ruhe prüfen. Aber schon jetzt fällt auf, dass es sich doch nicht um die damaligen Bewohner Sodoms handeln kann, sondern um die Nachkommen. Diese werden einmal im Tausendjährigen Reich die Städte Sodoms wieder aufbauen.“

R: „Es gab ja gar keine Nachkommen, denn die Bewohner Sodoms sind ja komplett vernichtet worden. Außerdem sagt Gott hier, dass Er ihre »Gefangenschaft wenden« wird, und das kann doch nur die Gefangenschaft in der Hölle bedeuten. Übrigens gebraucht Gott diese Formulierung auch für viele andere Völker: »Aber ich werde die Gefangenschaft Moabs wenden am Ende der Tage, spricht der HErr … Aber nachher werde ich die Gefangenschaft Ammons wenden, spricht der HErr … Aber es wird geschehen am Ende der Tage, da werde ich die Gefangenschaft Elams wenden, spricht der HErr« (Jer.48:47, 49:6, 39).“

F: „Interessant. Aber es ist hier doch eine ganz normale Gefangenschaft gemeint und nicht eine in der Hölle. Das interpretierst Du einfach hier rein. Außerdem lesen wir hier auch nichts von Buße und Umkehr, die doch eine Voraussetzung wären für den Empfang des Heils.“

R: „Das aber bezeugt uns das Wort Gottes an anderer Stelle: »Die Bewohner der Finsternis und des Todesschattens, gefesselt in Elend und Eisen: Weil sie widerspenstig gewesen waren gegen die Worte Gottes und verachtet hatten den Rat des Höchsten, … Da schrien sie zu dem HErrn in ihrer Bedrängnis, und aus ihren Drangsalen rettete Er sie. Er führte sie heraus aus der Finsternis und dem Todesschatten, und zerriss ihre Fesseln. Mögen sie den HErrn preisen wegen Seiner Güte und wegen Seiner Wundertaten an den Menschenkindern! « (Ps.107:10-15).“

F: „Nein, lieber Bruder, bei aller Liebe, aber mit solchen exotischen Bibelstellen kannst Du mir nicht kommen, um die AV-Lehre zu beweisen. Bei den »Bewohnern der Finsternis und des Todesschattens« handelt es sich um irdische Bewohner wie aus Matth.4:16 und Luk.1:79 hervorgeht, nicht aber um die Bewohner der Hölle. Das phantasierst Du da rein!“

R: „Wie verstehst Du dann diesen Vers: »Es werden eingedenk werden und zu dem HErrn umkehren alle Enden der Erde; und vor Dir werden niederfallen alle Geschlechter der Nationen« (Ps.22:28)? Oder wie erklärst Du Dir, dass Gott »am Ende der Tage Seinen Geist ausgießen wird über alles Fleisch« (Joel 3:1) und dass sich »alsdann die Lippen der Völker in reine Lippen umwandeln, damit sie alle den Namen des HErrn anrufen und Ihm einmütig dienen« (Zeph.3:9)? Und glaubst Du etwa nicht, dass eines fernen Tages »alles was Odem hat« den Namen des HErrn loben wird (Ps.150:6)?“

F: „Das sind alles Stellen, die sich auf das Tausendjährige Reich beziehen. Da werden sich in der Tat noch viele bekehren. Aber von einer Errettung aus der Hölle erwähnt die Bibel nichts. Mir fällt ohnehin auf, dass Du ständig das Alte Testament erwähnst und deshalb diese Stellen völlig missdeutest.“

R: „Nun, dann mache ich jetzt mal mit dem Neuen Testament weiter, und zwar mit Phil.2:10-11 »Darum hat Gott Ihn auch hoch erhoben und Ihm einen Namen gegeben, der über jeden Namen ist, auf dass in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus HErr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters«. Und wenn ich hierbei auch Röm.10:9 erwähnen darf, dass man durch das Bekenntnis zu Jesus als HErrn errettet wird, dann darf ich glauben, dass auch die »Unterirdischen« eines fernen Tages errettet werden.“

F: „Ja, das ist immer die klassische Stelle, die von den Allversöhnern ins Feld geführt wird, um ihre Irrlehre zu rechtfertigen! Dabei geht es hier doch gar nicht mehr um ein Glaubensbekenntnis, sondern um Unterwerfung und ein Eingeständnis der Besiegten, so wie es auch im Alten Bund üblich war. David demütigte die Philister, indem er sie sich auf die Erde legen ließ, um sie mit der Messschnur zu messen (2.Sam.8:1-2). Sie sollen noch ein letztes Mal ihre Schuld bekennen und dann für ewig in die Hölle fahren. Um nichts anderes geht es hier!“

R: „Ein erzwungenes Bekennen widerspricht aber eklatant dem Grundsatz, dass der HErr freiwillig geliebt und geehrt werden möchte und keine Marionetten erschaffen hat, sondern Menschen nach Seinem Ebenbilde. Auch das griechische Wort ÄXhOMOLOGÄOo meint ein rückhaltloses Zustimmen, d.h. »dasselbe was jemand denkt frei heraussagen«. So sagte der HErr Jesus z.B. in Matth. 11:25 »Ich bekenne Dir meine rückhaltlose Zustimmung, Vater, HErr des Himmels und der Erde, dass Du diese Dinge verborgen hast vor Weisen und Verständigen…«.“

F: „Einverstanden. Dann bekennen sie eben freiwillig, dass Jesus der HErr ist. Aber damit sind sie noch lange nicht gerettet, denn eine Grundvoraussetzung ist ja der GLAUBE an den HErrn Jesus (Apg.16:31). Wenn man aber gar nicht mehr glauben braucht, weil alles ohnehin schon sichtbar vor Augen ist, dann kann man auch nicht mehr durch Glauben errettet werden, sondern bleibt verloren.“

R: „Dann lass uns doch noch mal gemeinsam jenen Text lesen, den Paulus hier zitiert hat aus Jesaja 45:22-24, denn er ist sehr aufschlussreich: »Wendet euch zu mir und werdet gerettet, alle ihr Enden der Erde! Denn ich bin Gott, und keiner sonst. Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Munde ist ein Wort in Gerechtigkeit hervorgegangen, und es wird nicht rückgängig werden, dass JEDES Knie sich vor mir beugen, JEDE Zunge mir schwören wird. Nur in dem HErrn, wird man von mir sagen, ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu Ihm wird man kommen, und es werden beschämt werden alle, die wider Ihn entbrannt waren. In dem HErrn wird gerechtfertigt werden und sich rühmen aller Same Israels«. Wörtlich heißt es hier übrigens im Masoretischen Grundtext: »LI aMaR« = „zu mir hat Er gesprochen«, bzw. »hat Er mir zugesprochen«, und zwar vollkommene »Gerechtigkeit(s-verwirklichung) und Stärke«. Das ist im Grunde nicht nur ein Glaubensbekenntnis, sondern eine Heilszusage! Und zwar auch an alle, die zuvor »wider Ihn entbrannt waren«, damit sie »beschämt werden«. Also genau das gleiche, was wir schon in Hesekiel 16 gelesen haben.“

F: „Die Rechtfertigung beschränkt sich aber nur auf den »Samen Israels«, nicht aber auf die Heidenvölker, was man in Vers 18 klar erkennen kann.“

R: „Aber zuvor sagt Gott, dass »alle Enden der Erde gerettet werden sollen« (V.22).“

F: „Ja, sie SOLLEN gerettet werden, aber das heißt nicht, dass es auch geschieht!“

R: „Doch, Er sagt ja, dass sich in jedem Fall jedes Knie vor Ihm beugen wird, und jede Zunge Ihm schwören wird. Und es geht hier auch nicht bloß um die Nationen aus dem Tausendjährigen Reich.“

F: „Sie sollen sich vor Ihm beugen, aber ob sie auch zum Glauben kommen steht auf einem anderen Blatt.“

R: „Dann erklär mir mal, was das ist, wenn jemand sagt: »Nur in dem HErrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke«. Was ist das anderes als ein Glaubensbekenntnis!“

F: „In der Elberfelder Übersetzung steht aber nicht das Wort »ich«, sondern dort ist es nur eine allgemeine Feststellung“.

R: „Wahrscheinlich weil die Übersetzer ja sonst zugeben müssten, dass hier von der Errettung aller Menschen die Rede ist. Aber was nicht sein darf, kann auch nicht sein, deshalb hat man das Wort »ich« einfach weggelassen. Du kannst es aber in jeder Interlinear-Übersetzung nachprüfen.“

F: „Der Vater wird dem Sohn all Seine Feinde zu Seinen Füßen legen, so steht es in 1.Kor.15:25. Jede andere Herrschaft wird beseitigt und alles wird Ihm »unterworfen« sein. Unterwerfung bedeutet aber eine endgültige Niederlage und nicht etwa eine Belohnung! Unterwerfen meint im Grunde also Vernichtung!“

R: „Nicht unbedingt, denn auch der HErr Jesus selbst wird sich ja am Ende dem Vater unterwerfen, damit am Ende Gott »alles in allen sei« (1.Kor.15:28). Wie aber kann Gott »alles« auch in den Ungläubigen sein, während sie noch ungläubig sind? Wenn Gott alles in mir ist, dann habe ich den Zustand vollkommener Seligkeit erreicht, oder etwa nicht?“

F: „In meiner Übersetzung heißt es »alles in allem«. Gott ist dann eben der absolute Herrscher. Mehr will der Text gar nicht sagen. Von einer Errettung aller Menschen steht da nichts.“

R: „Doch, und zwar sechs Verse zuvor: »Denn gleichwie in dem Adam (ausnahmslos) alle sterben, also werden auch in dem Christus (ausnahmslos) alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner eigenen Ordnung: Der Erstling, Christus; sodann die, welche des Christus sind bei Seiner Ankunft; dann das Ende…« (Vers 23).“

F: „Ja. Und? Hier geht es um die Auferstehung der Toten. Selbstverständlich werden auch die Ungläubigen auferweckt, aber erst am Ende der 1000 Jahre (Offb.20:5).“

R: „Nein. Das hier verwendete Wort »ZOoOPOIÄOo« für lebendig machen ist kein Synonym für Auferstehung zum Leben oder zum Gericht, sondern bezeichnet einen Änderungsvorgang vom Tod zum unbegrenzt fortwährendem Leben. Dies lässt sich z.B. in Joh.5:21 beweisen, wo zwischen Auferweckung und Lebendigmachung unterschieden wird: »Denn gleichwie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, also macht auch der Sohn lebendig, welche Er will«. »Der letzte Adam ist ein lebendig machender Geist« (1.Kor.15.45). »Der Geist aber macht lebendig« (2.Kor.3:6), usw.“

F: „Nach der Ankunft des HErrn »für die, welche des Christus sind« (Vers 23) kommt aber gleich danach »das Ende«, also keine Bekehrungsmöglichkeit mehr.“

R: „Das Wort PARUSIA für »Ankunft« bedeutet zugleich auch »Anwesenheit«. Es ist also nicht ein bestimmter ZeitPUNKT sondern ein ZeitRAUM, in welchem der Christus schon anwesend ist, aber noch nicht für alle sichtbar, weshalb es am Ende der 7 Jahre auch die »Erscheinung Seiner Anwesenheit« geben wird (2.Thess. 2:8). Aber auch während des Milleniums ist der HErr fortwährend anwesend, so dass jeder bußfertige Sünder zu Ihm umkehren kann. Am Ende werden dies so viele getan haben, dass das Buch des Lebens voll sein wird mit den Namen der Erretteten, sowohl derer auf Erden, wie auch derer aus dem Totenreich.“

F: „Das ist doch Unfug! Wie kommst Du darauf? Im Totenreich gibt es keine Bekehrung mehr, da ist aus und vorbei. Von den Toten sagt der Prediger zurecht, dass sie »gar nichts mehr wissen… und sie haben ewig kein Teil mehr an allem, was unter der Sonne geschieht« (Pred.9:5-6).“

R: „Ja, das war sein Verständnis »unter der Sonne«, zu einer Zeit, als das Geheimnis des Evangeliums noch »verschwiegen« war (Röm.16:25). Aber wahrscheinlich waren die Toten im Scheol (Totenreich) zur Zeit Salomos tatsächlich noch im Tiefschlaf und bekamen nichts mit. Als der HErr Jesus jedoch am Kreuz starb, besuchte Er alle 3 Totenräume, nämlich den Hades (Apg.2:27+31), das Paradies (Luk.23:43) und den Abgrund (Röm.10:7) und hat dort den gefangenen Geistern der Toten das Evangelium gepredigt: »Er ging hin im Geiste und predigte den Geistern im Gefängnis, welche einst ungehorsam waren, als die Langmut Gottes harrte in den Tagen Noahs…« (1.Petr.3:19).“

F: „Nein, nein, nein, das ist völlig falsch! Der HErr Jesus hat doch den Toten nicht mehr das Evangelium gepredigt! Diese Stelle ist tatsächlich sehr merkwürdig. Vom Evangelium steht da aber nichts! Das griechische Wort bedeutet »herolden«, also eine Mitteilung machen.“

R: „Das Wort »herolden« wird aber auch als Synonym für »evangelisieren« verwendet. So hat z.B. der HErr Jesus und die Jünger »das Evangelium geheroldet« (Mark.1:14, 13:10, 14:9, Gal.2:2 etc.).“

F: „Es gibt Ausleger, die die Stelle in dem Sinne deuten, dass Er damals im Geiste durch Noah, den Menschen gepredigt hat, die heute im Gefängnis sind, weil sie nicht gehorchten. Aber dass die Toten noch die Evangeliumsbotschaft hören dürfen, um sich zu bekehren, halte ich für ausgeschlossen. Das widerspricht einfach völlig meinem Bibelverständnis.“

R: „Dann solltest Du dieses einfach mal in Frage stellen. Denn auch in 1.Petr. 4:6 lesen wir das gleiche: »Denn dazu ist auch den Toten gute Botschaft verkündigt worden (gr. ÄWAnGÄLIZOMAI = das Evangelium verkünden), auf dass sie gerichtet werden möchten dem Menschen gemäß nach dem Fleische, aber leben möchten Gott gemäß nach dem Geiste« (1.Petr.4:6).“

F: „Das sind vielleicht die Toten im HErrn, also Gläubige.“

R: „Wozu muss diesen noch das Evangelium gepredigt werden, wenn sie doch schon gläubig sind?“

F: „Stimmt. Aber was ist dann mit dem reichen Mann im Hades, von dem es heißt, dass er »in Qualen war«. Wenn es angeblich möglich gewesen wäre, dass er sich hätte bekehren können, dann hätte er es doch sofort getan! Und wieso erklärt Abraham ihm, dass es zwischen ihnen eine unüberwindliche Kluft gibt (Luk. 16:26)?! Demnach ist die Botschaft doch, dass es nach dem Tod für Ungläubige keine Hoffnung mehr gibt!“

R: „Bei der Geschichte in Luk.16:19-31 fällt mir zunächst einmal auf, dass der reiche Mann scheinbar kein Atheist war, denn er sagt ja »Vater Abraham«. Wahrscheinlich war es also ein frommer Jude. Und von Lazarus lesen wir auch nicht, dass er ein wiedergeborener Christ war, sondern er war einfach nur sehr arm. Ferner handelt es sich hier nicht um die Hölle, sondern nur um den Hades, der nicht von ewiger Dauer ist. Abraham und Lazarus waren zwei Gläubige aus dem Alten Bund, die mit dem reichen Mann auf Sichtweite waren. Warum wohl? Aus purem Sadismus? Dann hätten sie ihn ja auch beschimpfen können, aber stattdessen redete Abraham sehr freundlich mit ihm und nannte ihn sogar »Kind«. Warum aber genossen Abraham und Lazarus nicht lieber einfach nur die Freuden des Paradieses?“

F: „Vielleicht weil es noch Klärungsbedarf gab?“

R: „Ich habe eher den Eindruck, dass sie auf etwas warteten.“

F: „Aber auf was denn?!?“

R: „Auf was wohl…?“

F: „Dass er seine Sünden bereut und sich bekehrt!? Das hätte er doch sofort gemacht, wenn er es noch gekonnt hätte!“

R: „Hat er aber nicht. Jedenfalls noch nicht während dieser Geschichte. Stattdessen bittet er immer nur, dass der Lazarus wie ein Diener dochnoch dieses oder jenes für ihn tun möge. Er zeigt überhaupt keine Reue, obwohl Abraham ihm sogar mitteilt, warum er Qualen leidet.“

F: „Hmm, interessanter Gedanke. Also Du willst damit sagen, dass die beiden hier seelsorgerlich tätig waren?“

R: „Ich glaube, dass die meisten Christen nach dem Tod die Aufgabe und das Vorrecht haben, evangelistisch tätig zu werden, damit auch noch die anderen Geschöpfe Gottes errettet werden.“

F: „Und warum »die meisten« und nicht alle?“

R: „Weil sich nicht alle dieses Privileg verdient haben. Wenn sich z.B. ein Christ sich nicht mehr biblisch taufen lässt, dann ist er zwar errettet aber er hat nicht »alle Gerechtigkeit erfüllt« (Mat.3:15) und wird deshalb von der Mission im Totenreich ausgeschlossen. Das ist wohl gemeint mit dieser Stelle in 1.Kor.15:29, wo Paulus von der »Taufe für die Toten« spricht, wörtl. heißt es »(zum Besten) für die Toten«.“

F: „Nein, da gehe ich nicht mit. Errettung ist nur hier und heute möglich! »Heute, wenn ihr Seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht!« (Hebr.4:7). Nach dem Tod ist die Gnadenfrist abgelaufen!“

R: „Wo steht in der Bibel, dass eine Errettung nur während des Lebens möglich ist?“

F: „Nein, die Frage muss lauten: Wo steht in der Bibel, dass es auch nach dem Tod noch möglich ist, sich zu bekehren?“

R: „Ich hatte Dir schon ein paar Stellen genannt, aber es gibt noch Dutzende. Zum Beispiel in Röm.14:9 heißt es wörtlich: »Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig gemacht worden, auf dass Er HErr werde sowohl über Tote als auch über Lebendige (gr. KYRIAUSE (Konjunktiv Aorist ingressiv! vergl. Apg.19:6) «. Oder: »Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst Du, Gott, nicht verachten« (Ps.51:17), »Gott sinnt darauf, dass der Verstoßene nicht von Ihm weg verstoßen bleibe« (2.Sam.14:14) »Denn der HErr verstößt nicht ewiglich, sondern wenn Er betrübt hat, erbarmt Er sich nach der Menge Seiner Gütigkeiten« (Klag.3:31-32). »Denn Gott hat (ausnahmslos) alle zuvor in den Unglauben eingeschlossen, auf dass Er (ausnahmslos) alle begnadige« (Röm.11:32). »Also wie es durch eine Übertretung gegen (ausnahmslos) alle Menschen zur Verdammnis gereichte, so auch durch eine Gerechtigkeit gegen (ausnahmslos) alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens« (Röm. 5:18). »Damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren« (Joh.5:23). »Wer ist ein Gott wie Du, der die Ungerechtigkeit vergibt und die Übertretung des Überrestes Seines Erbteils übersieht? ER behält Seinen Zorn nicht auf immer, denn Er hat Gefallen an Güte« (Mich.7:18). »Denn ich will nicht ewiglich rechten und nicht immerdar ergrimmt sein; denn der Geist würde mir verschmachten und die Seele, die ich ja gemacht habe« (Jes.57:16).“

F: „Das reicht für heute. Das Gottes Güte und Erbarmen groß ist, ist mir völlig klar, und Er hat auch wirklich viel Geduld mit den Menschen, weil Er nicht will, dass sie verloren gehen (2.Petr.3:9). Wenn aber die Gnadenzeit abgelaufen ist, dann gehen sie nun mal verloren. Gott ist ein Gott der Ordnung und des Friedens und deshalb kann Er nicht immer gütig sein. Er hat…“

R: „Darf ich kurz unterbrechen: Es steht nämlich geschrieben: »Seine Güte währt ewiglich!« (Psalm 136).“

F: „Danke für den Hinweis. Apropos »ewiglich«: Auf diesen Aspekt sind wir heute ja noch gar nicht eingegangen, denn Du hast ja bisher nur Deine Argumente vorgetragen. Ich werde mir jetzt mal Gedanken machen, und nächstes Mal werden wir mal über jene Argumente sprechen, die GEGEN die Allversöhnung sprechen.“

R: „Gerne, lieber Bruder. Dann sehen wir uns das nächste Mal im neuen Jahr, so Gott will.“

 

 

Entdecken Sie Peru !

Preisgünstige Unterkunft und Rundreise möglich durch die Familie meiner peruanischen Ehefrau 

IMG 0365Mein Schwager, Dr. Israel Condori (59), hat in Ica (im Süden Perus) ein Freizeitheim mit Paradiesgarten, Pool und Volleyballplatz, wo auch wir als Familie regelmäßig Urlaub machen. Bei den Condoris geht es ganz familiär zu: Die beiden Söhne Jonathan und Joel organisieren mit den Gästen Rundreisen an die schönsten Orte Perus (z.B. Macchu Picchu) und die Frauen kümmern sich um das leibliche Wohl der Gäste. Der Rund-um-Service kostet $ 50 USD/Tag (d.h. Vollpension + Führung) zzgl. Reisekosten. Grundkenntnisse der spanischen Sprache sind von Vorteil.
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(bitte nur bei ernsthafter Reiseabsicht).

 

 

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