"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

„Von aller Art des Bösen haltet euch fern“           (1.Thes.5:22)                               Bremen, den 02.07.19

                                                                                                                                               

Lieber Bruder Wolfgang,

ich hatte ja eigentlich gehofft, dass Du in den letzten drei Wochen noch einmal Stellung beziehen würdest auf die von mir genannten Bibelstellen und Argumente. Und zwar nicht, um dieses Thema endlos weiterzuführen zur gegenseitigen Unterhaltung, sondern in der Hoffnung, dass Du durch die gedankliche Auseinandersetzung mit diesen Bibelstellen zur Einsicht gelangen könntest, dass Du Dich grundlegend irrst bei Deinen ganzen Überlegungen. Leider hast Du in Deinem Antwortbrief vom 28.06. stattdessen nur auf meine SMS-Erwiderungen reagiert und sie zum Anlass genommen, noch einmal ausführlich Deine unbiblischen Thesen zu wiederholen. Immerhin hast Du diesmal jedoch wenigstens zwei Bibelstellen bemüht (Luk.14:26, 1.Mo.38:9-10), um Deiner fernöstlich angehauchten Dämonenlehre wenigstens den Anschein zu geben, als hätte sie einen biblischem Bezug. Die Absurdität Deiner Schlussfolgerungen lässt mich zwar den Grad der Verblendung bei Dir erahnen, aber da ich Dich noch genauso lieb habe wie am ersten Tag, will ich noch ein letztes Mal mit aller Geduld und Langmut versuchen, Dir aus dieser Fangschlinge des Teufels herauszuhelfen (2.Tim.2:26).

1. Gebietet der HErr in Luk.14:26, dass wir eine Abneigung gegen unsere Nächsten haben sollen?

Ich hatte Dir ja bereits mitgeteilt per SMS, dass der Teufel die Werke Gottes bei den Gesetzlosen durch Perversionen verspotten und bei den Gesetzeslehrern durch Übertreibungen als unerfüllbar darstellen will ("Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass Ihr von keiner einzigen Frucht im Garten essen dürft?!"). Daraufhin hattest Du versucht, anhand von Luk.14:26 eine Analogie zu konstruieren zwischen dem „Hass auf Vater, Mutter, Weib, Kinder, Bruder, Schwester und sein eigenes Leben“ auf der einen Seite und dem von Dir eigenwillig postulierten „Hass auf den Orgasmus“. Dass auch diese Analogie nicht funktioniert, hatte ich Dir dann versucht, durch die Parallelstelle in Mt.10:37 zu erklären, wo der HErr Jesus seine überspitzt formulierte Aussage näher erläutert, indem Er klarstellt, dass es Ihm nicht um einen Hass im absoluten Sinne geht, sondern im relativen, d.h. im Vergleich zu Gott. Tatsächlich sollen wir unsere Verwandten nicht als solche „hassen“, sondern nur ihren Einfluss, wenn dieser den Zielen Gottes zuwiderläuft. Auch der HErr Jesus liebte und ehrte seine Eltern, wie es das 5. Gebot vorschreibt und hat ihnen dennoch schon als Zwölfjähriger zu verstehen gegeben, dass Er in erster Linie immer Seinem himmlischen Vater verpflichtet ist (Luk.2:49). Andererseits stehen die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten gar nicht in Konkurrenz zueinander, sondern bedingen einander sogar (Mt.19:19). Mit anderen Worten: Ich kann Gott gar nicht wirklich lieben, wenn ich nicht auch meinen Bruder liebe, bzw. meinen Nächsten, denn erst durch die Liebe zu meinem Bruder beweise ich ja im Grunde meine Liebe zu Gott (1.Joh.4:20).

Eigentlich bist Du intelligent genug, um dies selbst herausgefunden zu haben. Aber statt Deinen Fehlschluss demütig einzugestehen, versuchst Du nun, mit immer komplizierteren Konstruktionen Deine haltlose These zu retten, indem Du Dich an dem von mir verwendeten Adjektiv „überspitzt“ aufhängst, um dort etwas hineinzulesen, was das Wort gar nicht hergibt. Du schreibst:

Zitat 17: „Anstatt dich durch Lukas 14,26 belehren zu lassen, deinen Orgasmus zu hassen, nennst du JESU WORTE überspitzt. Als ob unser HERR JESUS jemals in SEINEM ganzen Leben auf dieser Erde etwas Überspitztes gelehrt hätte! Kein demütiges Kind GOTTES wird es wagen, ein WORT SEINES HERRN überspitzt zu nennen. Und nicht nur das! Du bildest dir ein, die Schärfe von Lukas 24,16 mit Matthäus 10,37 mildern zu dürfen. Hier willst du etwas tun, was kein aufrichtiger BIBELausleger tun darf: Einen BIBELvers durch einen anderen BIBELvers ungültig zu machen. Und jeder Entschärfungsversuch eines BIBELverses ist doch nichts anderes als seine ursprüngliche Schärfe ungültig zu machen!“

Wenn Du mal im Duden nachschaust, was das Wort „überspitzt“ bedeutet, dann findest Du dort Synonyme wie „verdeutlichend“ oder „auf den Punkt bringend“, aber gewiss nicht im Sinne einer Abwertung, wie Du es hier versuchst, darzustellen. Der HErr Jesus hat viele Male durch überspitzte Formulierungen und Ausdrucksweisen Sachverhalte verdeutlicht, z.B. indem Er die Pharisäer „Otternbrut“ oder „getünchte Gräber“ nennt, oder indem Er sagt, dass es leichter sei, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als das ein Reicher ins Reich der Himmel eingehe. Und garantiert hat der HErr Jesus auch nicht zur buchstäblichen Selbstverstümmelung aufrufen wollen, als Er forderte, dass man sich die rechte Hand abhacken oder das rechte Auge ausreißen solle (Mt.5:29-30), denn jeder Gläubige versteht, wie der HErr es gemeint hat, trotz dieser drastischen, überspitzten Wortwahl. Nur weil ich die Worte des HErrn mithilfe einer ähnlichen Aussage zu erklären versuche, heißt das noch lange nicht, dass ich sie dadurch „entschärfen“ oder gar „ungültig machen“ will, wie Du mir unterstellst. Wir dürfen die Worte Gottes nicht losgelöst von der Heiligen Schrift einfach willkürlich interpretieren, weil dann ihr Sinn mitunter völlig entstellt werden kann. Selbst das Wort „hassen“ hat in der Bibel nicht dieselbe bösartige Bedeutung, wie wir das Wort heute verstehen. Dies sei hier mal an einigen Beispielen verdeutlicht:

Und als der HErr sah, dass Lea gehasst war…“ (1.Mo.19:31) – d.h. sie bekam nur den 2.Rang!

Wenn ein Mann zwei Ehefrauen hat, eine geliebte und eine gehasste…“ (5.Mo.21:15) – Auch hier ist es kein absoluter Hass, sondern nur eine Zurückstufung, mehr nicht!

„Simsons Weib weinte an ihm und sprach: Du hassest mich nur und liebst mich nicht… (denn) du hast mir das Rätsel nicht verraten“ (Richt.14:16). – Wie banal!

Indem du liebst, die dich hassen, und hassest, die dich lieben, denn du hast heute kundgetan, dass dir Oberste und Knechte nichts bedeuten…“ (2.Sam.19:6). - Auch hier ist „Hass“ bloß Gleichgültigkeit.

Du siehst also, dass Dein Bemühen, den HErrn Jesus durch Luk.14:26 als „Hasslehrer“ oder gar als „Hassprediger“ darzustellen, gründlich gescheitert ist. Hieran kannst Du sogar selbst das Dämonische an Deinen Überlegungen entlarven, denn die Dämonen möchten den HErrn Jesus in der Tat als ungerechten Sadisten und „Quäler“ darstellen, mit dem sie nichts zu schaffen haben wollen (Mt.8:29). Dabei muss jedem aufrichtigen Kind Gottes doch eigentlich klar sein, dass wir unsere Eltern, Kinder und Geschwister grundsätzlich lieben sollen, weil dies das wichtigste Gebot ist. Aber wir dürfen ihnen keinen Vorzug geben vor dem HErrn. Unabhängig davon hat all dieses absolut überhaupt nichts mit der Frage zu tun, ob ein Orgasmus von Gott gewollt ist.

2. Gibt es einen Unterschied zwischen einem „Schaf des HErrn“ und einem „Jünger des HErrn“?

Auch Dein nächster Versuch, einen Unterschied zu konstruieren zwischen Mt.10:37 und Luk.14:26 vermag nicht zu überzeugen, zumal der HErr in beiden Texten von den Bedingungen echter Jüngerschaft spricht (vergl. Mt.10:24 „Ein Jünger ist nicht über den Lehrer…“) und auch jeweils in beiden darauffolgenden Versen im gleichen Wortlaut auffordert, das eigene Kreuz zu tragen, um Ihm nachzufolgen (Mt.10:38 und Luk.14:27). Die Bezeichnung „Schaf“ findet sich indes nicht in Mt.10.

Zitat 18: „Solange du also JESUS mehr liebst als Ruth oder deinen Orgasmus oder was auch immer sonst, wird ER dich als SEIN Schaf nähren und erziehen wollen, bis auch du endlich nur noch IHN zu 100% zu lieben bereit bist. Aber in Lukas 24,16 [Du meinst wohl Luk.14:26, Anm. d.V.] dreht es sich gar nicht darum, welche Voraussetzungen ein Mensch zu erfüllen hat, um würdig zu sein, als Schaf von IHM geheilt und versorgt und erzogen zu werden. In Lukas 24,16 wird die Frage beantwortet, welche Voraussetzung ein Mensch zu erfüllen muss, um ein Jünger JESU zu sein. Jeder Jünger JESU muss nach Lukas 24,16 alles andere, was er bisher geliebt hat, hassen. Das muss ein Schaf JESU nicht tun. Z.B. ist es einem Schaf erlaubt, Anderes zu 40% und GOTT zu 60% zu lieben. Etwas Anderes zu lieben ist jedoch jedem Jünger JESU verboten! Warum? Weil GOTT von Jüngern zu 100% und nicht nur zu 60% geliebt sein will! Dasselbe noch einmal: Damit du würdig bist, ein Schaf JESU zu sein, ist GOTT mit 60% Liebe zufrieden. Aber um würdig zu sein, ein Jünger JESU zu sein, musst du GOTT zu 100% lieben.“

Es ist – wie schon oben erwähnt – eine völlige Wahnidee, dass man seine Liebe irgendwie prozentual aufteilen wollte oder die Liebe zu Gott ausspielen könnte gegen die Liebe zu Menschen. Das taten ja die Pharisäer, als sie zu ihren Eltern sagten: „Alles das, was ich eigentlich Euch an Liebe und Wertschätzung schuldig bin, das habe ich monetarisiert und für den HErrn gespendet, so dass ich euch nichts mehr schuldig bin“ (vergl. Mark.7:11). Der HErr Jesus verurteilt eine solche böse Gesinnung aufs Schärfste. Wir müssen uns zwar zwischen Gott und dem Mammon entscheiden (Mt.6:24), aber bestimmt nicht zwischen Gott und dem Nächsten, denn wir erweisen ja gerade unsere Liebe zu Gott durch die Liebe zu unserem Nächsten. Und auch uns selbst sollen wir lieben und sogar unseren Körper, so wie Gott ihn uns geschenkt hat, denn es steht geschrieben: „Denn niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, gleichwie auch der Christus die Versammlung“ (Eph.5:29). Wenn ich also ein Leibesverächter bin, dann verachte ich damit auch den „Tempel des Heiligen Geistes“, der ja durch unseren Leib dargestellt wird (1.Kor.6:19).

Der HErr erwartet also gar nicht von uns, dass wir alles andere um uns herum hassen und verachten müssen, nur um Ihm dadurch unsere ungeteilte Liebe zu beweisen. Du verwechselst hier scheinbar die Liebe eines Gläubigen zu Seinem Heiland mit den Liebesbeteuerungen zu einem misstrauischen und eifersüchtigen Tyrannen wie z.B. dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-Un, der seinen Untertanen keinerlei Freude mehr erlaubt, sondern immer nur von ihnen auf Kommando beklatscht werden will. Und die Jüngerschaft Jesu ist auch nicht vergleichbar mit der Jüngerschaft eines buddhistischen Zen-Meisters, so als ob es im Glauben darum ginge, durch strenge Askese zu immer höheren Stufen der Erleuchtung zu kommen. Du übersiehst dabei nämlich, dass Gott selbst es ist, der in uns „alles wirkt, sowohl das Wollen als auch das Vollbringen nach Seinem Wohlgefallen“ (Phil.2:13). Gott will keine Opfer von Dir, sondern Gehorsam. Er verlangt nicht von Dir, dass Du Dich immer mehr kasteist und geißelst mit Wasser und Brot, um Dir Seine Liebe zu verdienen, sondern Er will, dass Du Seine Werke bestaunst und genießt, um Ihn in ehrlicher Weise zu preisen und anzubeten, und nicht in Schmeichelei. Dann stehst nämlich nicht mehr DU im Mittelpunkt Deiner Gebete, sondern nur noch Er; und dann hältst Du Gott auch keine Vorträge mehr über Deine Gedanken und Taten, sondern willst Dich nur noch über Gottes Gedanken und Taten erfreuen.

Übrigens ist das Schafsein weit mehr als bloß die Jüngerschaft; denn das Wort „Jünger“ bedeutet einfach nur „Lernender“, mehr nicht. Die Apostel sollten sogar „alle Nationen zu Lernenden machen“ (Mt.28:19). Ein "Lernender" ist man meist schon, bevor man gläubig wird: "'Sie werden alle von Gott gelehrt sein'. Jeder, der von dem Vater gehört und gelernt hat, kommt zu Mir" (Joh.6:45). Der HErr Jesus hatte viele unter den Volksmengen, die Ihm folgten, weil sie etwas lernen wollten, aber von diesen „Lernenden“ wandten sich auch immer wieder viele von Ihm ab (Joh.6:66). Ein Schaf des HErrn hingegen lässt der HErr nicht einfach aus Seinen Händen, sondern geht Ihm nach, um es zur Herde zurückzubringen, wenn es sich mal verirrt hat (Joh.10:27). Also ist es genau anders herum, wie Du es darstellst.

3. Ist die Liebe zu Gott nur durch einen Orgasmusverzicht möglich?

Leider bist Du ja bisher meinem Hauptargument, dass nämlich der Orgasmus ein Teil der sehr guten Schöpfung Gottes ist, ausgewichen und hast Dich vor einer Antwort gedrückt. Der Orgasmus ist ein Ausdruck der Freude Gottes, den Er uns im Moment der höchsten Erregung spüren lässt, gleichsam wie Blitze sich im Himmel entladen, so dass jeder Mensch eine Ahnung von der Herrlichkeit Gottes bekommen kann. Daher verherrlicht sich Gott durch jeden einzelnen Orgasmus an dem Brautpaar! Deshalb haben die unreinen Geister eine solche Verachtung für dieses wunderbare Schöpfungswerk Gottes und möchten es verunglimpfen und als etwas Unreines darstellen: „Belehrungen von Dämonen, … die verbieten, die Ehe zu vollziehen…“ (1.Tim.4:1-3). Der Orgasmus ist ein Zeichen der Güte und ein Freudeerweis Gottes an allen Menschen, um ihnen Seine Liebe und Freundlichkeit zu zeigen. Die Dämonen aber verkehren dieses Schöpfungsgeschenk in etwas Schändliches, Ekelhaftes und mit Sünde Behaftetes, weil sie dadurch den Gläubigen ein schlechtes Gewissen bereiten können.

Zitat 19: "Das eigentliche Problem zwischen uns beiden sehe ich darin, dass du zwar auf der einen Seite völlig richtig bekennst, dass ohne Gnade GOTTES kein Mensch in den Himmel kommen kann, du aber auf der anderen Seite jedoch behauptest, dass so viel Gnade, jahrelang ohne Orgasmus leben zu können, dafür nicht notwendig sei. Und du deshalb diese Gnadengabe von GOTT auch gar nicht haben willst. Dasselbe Problem zwischen uns beiden mit anderen Worten ausgedrückt ist, dass kein Mensch das größte und vornehmsten Gebot, GOTT mit ganzem Herzen, also zu 100% zu lieben, zu erfüllen braucht, um in den Himmel zu kommen, weil GOTT dafür deiner Meinung nach ja mit bereits 60% Liebe zufrieden ist. Aber das stimmt nicht!“

Dass Du Dich so sehr auf den Orgasmus eingeschossen hast, der im Leben der meisten Menschen eigentlich nur ein Randthema darstellt, zeigt mir, dass der Orgasmus offensichtlich eine zentrale Rolle in Deinem Leben gespielt hat. Der Volksmund sagt: "Wes' das Herz voll ist, dessen geht der Mund über" oder wie der HErr Jesus lehrt: "Aus der Fülle des Herzens redet der Mund" (Luk.6:45). Durch diese ungeistliche Fixierung auf eine falsche Priorität bist Du unnüchtern und scheinbar geradezu berauscht worden vom Phänomen des Orgasmus, so dass Du den Verzicht auf den Orgasmus sogar zum Heilsziel erklärt hast und dadurch ein ganz neues Evangelium geschaffen hast, das Du jetzt auf Traktaten verbreiten willst. Was für eine Verblendung!

Wie willkürlich Du bei der Entscheidung für den Orgasmus als oberstes Hassobjekt vorgegangen bist, will ich Dir mal anhand einer anderen Leidenschaft demonstrieren, der Du offensichtlich mehr verfallen bist als jeder andere Mensch und auf die offensichtlich auch Du nicht verzichten willst: Du hast mir am Telefon mal gesagt, dass Du etwa die Hälfte Deiner Rente für das Bahnreisen ausgibst, d.h. etwa 400,-€ im Monat. Diese Ausgabe halte ich persönlich für völlig überflüssig, denn für dieses Geld könntest Du genauso gut irgendwo ein Zimmer mieten und Dich an einem Ort verbindlich einer Gemeinde anschließen, wie es Gott auch geboten hat (Hebr.10:25). Offensichtlich ist Dir aber das Herumreisen wichtiger als der beständige und verbindliche Umgang mit Gläubigen einer bestimmten Gemeinde. Überspitzt formuliert könnte ich auch sagen, dass Du die Leidenschaft des Bahnreisens mehr liebst als das Gebot Gottes und damit als Gott selbst. Wenn ich Dich also gemäß Deiner eigenen Maßstäbe beurteilen müsste, würde ich sagen, dass Du die Gnadengabe der Geduld und des Ertragens von Geschwistern ein und derselben Gemeinde gar nicht erst von Gott erbeten hast, weil Du nicht daran glaubst, es mit Geschwistern an einem Ort länger als ein Jahr aushalten zu können. Diese mangelnde Überwindungsbereitschaft könnte Dir am Ende aber den Eintritt ins Himmelreich kosten, wenn ich Deiner Logik folgen wollte!

4. Kann Gott missgünstig sein?

Ich hatte Dir ja bereits geschrieben, dass das Dämonische an Deiner Lehre darin bestehe, dass sie Gott als einen perfiden und arglistigen Sadisten darstellt, der den Menschen die Freude am Geschlechtsakt angeblich missgönnt, ihnen aber Triebe anerschaffen hat, durch die Er sie angeblich unweigerlich ins offene Messer laufen lässt, da sie ja Deiner Meinung nach verlorengehen, wenn sie durch den Orgasmus sexuelle Erfüllung erlangen. So wie ein Vater, der seinen Kindern jeweils ein Kinderüberraschungs-Ei schenkt, dass er zuvor mit einem tödlichen Giftpilzextrakt versetzt hat und sagt: "Ihr dürft euch die Eier nur von außen ansehen und auch darauf kauen, aber nicht runterschlucken, denn dann werdet ihr allmählich daran elendig krepieren!“ Aber Gott ist nicht boshaft und arglistig, sondern die Bibel beschreibt Ihn ganz anders: „Er ist ein Fels. Seine Werke sind unsträflich; denn alles, was Er tut, das ist recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm; gerecht und fromm ist Er.“ (5.Mo.32:4). Hier aber widersprichst Du mir, indem Du behauptest:

Zitat 20: "Wir sind uns doch sicher einig darin, dass es möglich ist, dass etwas, was nach menschlicher Beurteilung nur totale Ungerechtigkeit sein kann, dennoch in GOTTES Augen totale Gerechtigkeit ist."

Nein, hierin sind wir uns ganz und gar nicht einig. Denn bei Gott gibt es weder eine Überlogik noch eine andere Form von Liebe und Gerechtigkeit, die sich unserem Beurteilungsvermögen entziehen könnte. Denn wenn dies so wäre, dann gäbe es überhaupt keinen Gerechtigkeitsmaßstab, nach dem uns Gott beurteilen oder richten könnte, da wir uns unserer Schuld ja gar nicht mehr bewusst sein könnten. Da Gott aber absolut gerecht ist, wird Er die Menschen eines Tages sogar nach ihren eigenem Gerechtigkeitsverständnis richten, das sie selber bei anderen angewandt und damit indirekt auch als gerecht anerkannt hatten (Röm.2:1-4). Wir können zwar die Güte und Barmherzigkeit, die Er uns erwies, nicht wirklich verstehen und nachvollziehen, aber was Sünde und Ungerechtigkeit ist, das MÜSSEN wir verstehen und einsehen – nicht nur um sie zu meiden, sondern auch, um Sein gerechtes Urteil anzuerkennen und Ihn dafür zu loben. Denn wie könnte man Gott für Seine Werke aufrichtig loben, wenn Er bei ungerechtem Tun genauso lobenswürdig wäre? Wäre dies nicht vielmehr der Ruhm eines Tyrannen, wenn das Belieben des Mächtigen als solches schon gerecht wäre?

5. Ist der Orgasmus die „Erfüllung der sexuellen Freude“ oder deren „ärgerliche Beendigung“?

Zitat 21: „Auch mit deiner Behauptung, dass der Orgasmus die sexuelle Erfüllung ist, liegst du völlig daneben. Orgasmus ist nicht Erfüllung, sondern Beendigung aller sexuellen Freuden, die ohne Orgasmus hätten weiter genossen werden können. Du wirst in Sprüche 5,15-19 aufgefordert, dich pausenlos an den Brüsten deiner Frau zu berauschen. Dieses pausenlose Genießen ist jedoch nur ohne Orgasmus möglich! Deshalb würden alle Orgasmus-Liebhaber, wenn es ihnen möglich wäre, nie mehr einen Orgasmus erleben wollen, um pausenlos Sex genießen zu können. Aber weil sie das nicht schaffen, versuchen sie wenigstens alles, was ihnen möglich ist, damit es möglichst spät zum Orgasmus kommt. Um sich zuvor möglichst lange an den Brüsten ihrer Frauen berauschen zu können. Und sich darüber ärgern, wenn ihnen dieser Genuss durch einen Orgasmus vorzeitig beendet wird!“

Also ich habe mich noch nie „geärgert“, wenn ich durch den Orgasmus zur Beendigung der sexuellen Aktivität genötigt wurde, sondern war sogar immer sehr froh darüber, da es ganz schön anstrengend sein kann. Hier phantasierst Du und konstruierst mal wieder einen Gegensatz, wo es gar keinen gibt. Sich an den Brüsten einer Frau zu berauschen, dient ja gerade der Erregung und schließlich dem Orgasmus, denn sonst würde ein Mann doch gar nicht auf diese Idee kommen. Dass in Spr.5:19 nur die Brüste als Sexualobjekt erwähnt werden, hat einen bestimmten Grund: Und zwar war es ja im Gesetz verboten, dass der Mann sich einer Frau während ihrer Periode nahen durfte. Dies zwang ihn also zur Enthaltsamkeit. Doch bestand die Gefahr, dass er in dieser Zeit durch eine fremde Frau verführt werden konnte. Nicht jeder Mann hatte ja damals das Privileg wie König Salomo, dass er dann einfach auf eine andere Ehefrau zurückgreifen konnte. Deshalb empfiehlt Salomo hier, allein schon durch die Brüste der Frau stimuliert zu werden, um durch Masturbation zum Orgasmus zu gelangen.

6. Ist die katholische Sexualmoral für uns vorbildlich oder sogar maßgeblich?

Zitat 22: „Dass GOTT den Sex schuf nur zur Kinderzeugung und dass jeder Orgasmus, der nicht zur Kinderzeugung dient, immer eine Sünde ist, wird seit den Kirchenvätern und Augustinus von der katholischen und orthodoxen Kirche bis heute gelehrt.“

Dass die Katholische Kirche weitestgehend sexualfeindlich war und z.T. noch ist, mag ja sein, aber warum sollte uns dies als Kinder Gottes interessieren? Für uns ist doch allein maßgeblich, was der HErr in Seinem Wort sagt, und der HErr hatte ja schon durch Paulus ankündigen lassen, dass eine spätere Zeit kommen würde, in welcher gläubige Männer von den gesundmachenden Worten unseres HErrn Jesus Christus Abstand nehmen würden, indem sie auf dämonische Lehren achten, nach welchen der Vollzug der Ehe verboten werden solle (1.Tim.4:1-4). Dies hat sich nicht nur durch das Zölibat der Kirche erfüllt, sondern auch durch solche Brüder wie Dich, die ebenso solchen dämonischen Lehren anhangen. Wohin die unnatürliche Unterdrückung des Geschlechtstriebes geführt hat, konnte man ja in den weltweiten Schlagzeilen über die Sexskandale der RKK lesen.

Die Sexual- und Leibfeindlichkeit hat ihren Ursprung übrigens nicht im Neuen Testament, sondern in der Gnosis, die bei den Griechen zur Zeit Jesu eine stark verbreitete Lehre war, nach welcher der Leib zu verachten sei, um zu höherer Erkenntnis zu gelangen. Paulus und die späteren Glaubensväter haben diese Lehren immer wieder scharf verurteilt und vor ihnen gewarnt: „Wenn ihr mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid, was unterwerft ihr euch Satzungen, als lebtet ihr noch in der Welt: Berühre nicht, koste nicht, betaste nicht!, - was doch alles zur Vernichtung durch den Gebrauch bestimmt ist, nach den Geboten und Lehren der Menschen? Das alles hat zwar einen Anschein von Weisheit, in eigenwilligem Gottesdienst und in Demut und im Nichtverschonen des Leibes - also nicht in einer gewissen Wertschätzung -, dient aber zur Befriedigung des Fleisches (Kol.2:20-23). Im letztgenannten Satz wird auch deutlich, dass die Bibel den Begriff „Fleisch“ gar nicht unbedingt im buchstäblichen Sinn meint, sondern ganz im Gegenteil kann man sogar gerade durch ein besonders asketisches Leben sein Fleisch befriedigen, nämlich seinen Dünkel und seine Eitelkeit.

Es gab aber auch schon immer andere Stimmen in der RKK: „Im 4. Jhdt. wurden alle Kleriker des Amtes enthoben, die sich der Leibfeindlichkeit schuldig gemacht haben. «Wenn sich jemand der Speisen oder der Ehe enthält und zwar nicht aus Askese, sondern aus Abscheu, oder weil er vergessen hat, dass Gott die Schöpfung gut gemacht hat, und blasphemisch die Schöpfung schlecht nennt, so lasse er sich eines Besseren belehren oder ist abzusetzen». Thomas von Aquin verurteilt scharf die Verteufelung alles Sinnlichen. Alles Sinnliche als Werk des Teufels zu verdammen sei ein «Laster der Unsinnlichkeit»“ („Sex aus Sicht der katholischen Kirche“, http://www.k-l-j.de/sex.htm).

7. Beweist Onan in 1.Mo.38:8-10 Gottes Abscheu vor dem Orgasmus?

Zitat 23: „Als krönender biblischer Beweis für die Richtigkeit dieser Lehre wurde von Anfang an 1.Mose 38,8-10 betont. Dort hatte Onan den göttlichen Auftrag, ein eheliches Kind zu zeugen. Der egoistische Onan wollte jedoch kein Kind zeugen. Aber als Orgasmus-Liebhaber wollte er auch nicht auf die Freuden einer Kinderzeugung verzichten. Deshalb trieb er es mit seiner Frau so lange wie es ihm möglich war, bevor er vom eigenen Orgasmus überwältigt wurde. Kurz vor dieser Überwältigung zog er sein männliches Glied aus ihrer Scheide. Denn er wollte ja verhindern, dass sie durch seinen Samen ein Kind bekommt. Onan ließ seinen Samen absichtlich auf die Erde fließen zum Verderben, damit sein Same sie nicht befruchtet. Worüber sich GOTT so ärgerte, dass ER Onan tötete!“

Was genau war übel in den Augen des HErrn? Dass er einen Orgasmus hatte? Nein! Sondern dass er seinem Bruder keinen Samen (d.h. keine Nachkommenschaft) geben wollte, also lediglich egoistisch war. Der Orgasmus hat also überhaupt nichts damit zu tun! Ganz im Gegenteil: Die Geschichte beweist ja geradezu, dass eine Kinderzeugung ohne Orgasmus gar nicht möglich ist. Denn selbst wenn es kurz vor dem Orgasmus schon zu einer geringfügigen Ejakulation kommt, lässt sich der Orgasmus danach gar nicht mehr aufhalten, so dass es zur völligen Entleerung kommt wie bei Onan. Aber nicht der Orgasmus war für Gott das Ärgernis, sondern dass er den Geschlechtsverkehr vorzeitig unterbrach. Genau dieser Sünde würden sich aber all jene schuldig machen, die in gleicher Weise den Verkehr vorzeitig abbrechen, weil sie sich aufgrund Deiner völlig unnötigen Vorschrift vor einem Orgasmus hüten wollen. „Wehe denen, die Satzungen des Unheils verordnen, und den Schreibern, welche Mühsal ausfertigen…“ (Jes.10:1).

8. Besteht für Dich noch Hoffnung zur Umkehr?

Wenn ich diese Hoffnung nicht hätte, dann würde ich Dir nicht einen solch langen Brief schreiben. Aber es ist auch der letzte Liebesdienst, den ich Dir erweisen werde, denn das Wort Gottes gebietet mir, dass unsere Geduld mit irrenden Brüdern auch zeitlich befristet ist: „Ein parteiisch agierender ( = sektiererischer, aus eigenwilligem Erwählen handelnden) Menschen weise ab nach einer und einer zweiten Ermahnung, da Du weißt, dass ein so Beschaffener herausgewendet worden ist aus den gesunden Bahnen und grundsätzlich sowie fortwährend sündigt, weil er durch sich selbst verurteilt ist“ (Tit.3:10-11 GtÜ). Gerade wenn sich ein Bruder durch eine übertrieben zur Schau gestellte Frömmigkeit für einen unerfahrenen Bruder nicht als Fleischlicher durchschauen lässt, obwohl auch Parteibildung zu den Werken des Fleisches gehört (Gal.5:20), können solche Sünden auch nicht nach der Ordnung in Mt.18:15-17 gerichtet werden, sondern wenn die Ermahnung wirkungslos bleibt, muss ein Verantwortungsträger wie Titus eigenverantwortlich vor dem HErrn entscheiden und handeln, um sozusagen als „einstweilige Verfügung“ durch Abweisung Schaden von der Gemeinde abzuwenden, wenn „Gefahr im Verzug“ ist, und kann nicht warten, bis sich erst genügend Brüder zu einem einvernehmlichen Urteil zusammengefunden haben. Da Du Dein Blättchen bereits vervielfältigt hast und es auch auf Deiner Internetseite veröffentlicht hast, sehe ich mich in der Verpflichtung vor Gott, ab jetzt vor dem Umgang mit Dir zu warnen, solltest Du nicht Buße tun.

Anzeichen für ein bereits bei Dir begonnenes Umdenken sind absolut nicht erkennbar, sondern eher Zeichen der Verstockung und Verhärtung. Deine Unfähigkeit zu einem offenen brüderlichen Dialog kann man auch unschwer an folgenden Schlussworten aus Deinem Brief erkennen:

Zitat 24: „Grundsätzlich will ich jedem Menschen alle seine Fragen beantworten, soweit ich sie überhaupt beantworten kann. Auch Deine. Aber ich bitte dich, mir dann immer nur die dir wichtigste Frage zuerst zu stellen. Zwei Fragen, sofern sie eng miteinander verwandt sind, sind auch noch erlaubt. Aber bitte niemals mehr als zwei Fragen auf einmal. Und dann bitte nicht mit neuen Fragen kommen, solange ich noch keine Antwort auf deine Frage zuvor gab. In deinen langen Briefen vom 30.5. und 4.6. standen viele Fragen. Aber je weniger Fragen du auf einmal an mich hast und je kürzer und dennoch klarer sie formuliert sind, desto leichter machst du mir ihre Beantwortung“.

Ein sektiererischer Mensch sieht sich selbst nie in der Verpflichtung zu fragen oder zu lernen, sondern nur als „Beantworter von Fragen“. Da er sich selbst im Besitz des Wahrheitsmonopols wähnt, kann es auch keine Gespräche auf Augenhöhe geben, geschweige denn eine ebenbürtige Bruderschaft. Diese Dialogunfähigkeit sehe ich aber auch bei Dir, denn Du hörst mir zwar zum Schein immer mal wieder gerne geduldig zu, aber am Ende wiederholst Du dann doch immer nur gebetsmühlenartig Deine bekannten Thesen ohne auch nur im Geringsten Zugeständnisse zu machen, die ein selbstkritisches Hinterfragen erkennen ließen. Logisch: Wer sich selbst mit der Wahrheit identifiziert, darf sich zu seinem eigenen Schutz nicht ernsthaft einer kritischen Argumentation öffnen, weil dies zu einer Bedrohung Deiner Identität führen könnte.

Bitte habe auch Verständnis, dass ich Dein unstetes Umherreisen auch nicht mehr dadurch unterstützen kann, indem ich Dir regelmäßig bei mir Quartier gewähre. Als ich Dir das regelmäßige und kostenlose Übernachten bei mir vor einigen Monaten erlaubt hatte, war ich noch der Meinung, dass ich dadurch einen „Propheten“ aufnehmen würde zur Ehre des HErrn. Nun aber sehe ich in Dir einen verstockten Bruder, der Anhänger sucht für seine Sonderlehre und das kann ich nicht unterstützen. Solltest Du also nicht Buße tun, dann melde Deinen Wohnsitz bei mir wieder ab und sei der Gnade des HErrn befohlen! Dein Bruder Simon