"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

10.    Der Tempel und die zwei Zeugen

1 Und es wurde mir ein Rohr, gleich einem Stab, gegeben und gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die, welche darin anbeten! 2 Und den Hof, der außerhalb des Tempels ist, lass aus und miss ihn nicht! Denn er ist den Nationen gegeben worden, und sie werden die heilige Stadt zertreten 42 Monate“ (Offb.11:1-2)

Das Messen von Flächen zur Kostenermittlung gehört für mich als Malermeister zu einer häufigen Aufgabe. Hier aber geht es nicht um Flächenberechnung, und Johannes machte sich im Unterschied zu Hesekiel auch keine Notizen (Hes.40:5-43:17). Es war eine rein symbolische Handlung, wie Propheten sie häufig taten, um ein zukünftiges Geschehen zu veranschaulichen. Aber um was für einen „äußeren Hof“, „Altar“ und „Tempel“ mag es hier gehen? Ein Bruder nahm dies allzu wörtlich und deutete den Vorhof als Platz oberhalb der Klagemauer, wo dann „3 ½ Jahre lang alle möglichen Touristen herumlaufen“. Andere wollen hier die Belagerung Jerusalems während des jüdischen Krieges zwischen 66-70 n.Chr. sehen, in dessen Folge allerdings nicht nur der „Vorhof“, sondern ganz Jerusalem inkl. Tempel vernichtet wurde. Tatsächlich aber geht es hier gar nicht um einen buchstäblichen Tempel, was durch die Formulierung „und die, welche darin anbeten“ deutlich wird, sondern es geht um die Gemeinde Jesu, die auch an anderen Stellen als „Tempel Gottes“ bezeichnet wird: 1.Kor.3:16, 2.Kor.6:16, Eph.2:21, 1.Tim.3:15, 1.Petr.2:5, 4:17, Hebr.3:6, 10:21.

So wie es im Alten Bund einen Vorhof, ein Heiligtum und das Allerheiligste gab, so können wir uns auch im Neuen Bund drei verschiedene Entwicklungsstufen in der fortschreitenden Heiligung vorstellen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt festgestellt werden, um beurteilt zu werden. Es ging unter anderem um die Frage, wie viele Christen sich zu einem festgelegten Zeitpunkt im „Tempel“ zur Anbetung befinden (weil sie es z.B. regelmäßig tun) und wie viele sich in diesem Moment lieber im „Vorhof“ aufhalten. Die wahrhaftigen Anbeter wollen bevorzugt dort sein, wo ihr Vater ist (Joh.4:23, Luk.2:49, 12:37). Aber ebenso gibt es leider viele Kinder Gottes, die sich mit dem „Vorhof“ zufriedengeben und keinerlei Ambitionen haben, im Glauben zu wachsen. In einer Fortbildung zum Betriebswirt des Handwerks erklärte uns der Dozent einmal: „Wenn sie die Leistung ihrer Mitarbeiter objektiv beurteilen wollen, dann kommen sie an mehreren Tagen unangekündigt auf die Baustellen und achten darauf, was jeder einzelne im Moment ihres Erscheinens gerade tut. Jene Faule, die immer nur rumstehen, werden sie mit größter Wahrscheinlichkeit auch bei solchen Stichproben rumstehend vorfinden, und ebenso sind die Fleißigen auch dann immer am Arbeiten.“

Irgendwann muss mal eine Selektion stattfinden, denn es kann nicht immer so weitergehen. Moses sagte: „Her zu mir, wer für den HErrn ist!“ (2.Mo.32:26), und ähnlich wird auch der HErr Jesus Seine Braut rufen, wenn Er – im Bilde gesprochen – vom „Berg Gottes“ herabkommt. „Und die bereit waren gingen mit Ihm ein zur Hochzeit; und die Tür wurde verschlossen“ (Mt.25:10). Das Zertretenwerden kann hier sowohl geistlich gemeint sein (Mt.5:13, 7:6, Luk.8:5), als auch buchstäblich (2.Kön.7:17, Jes.28:3+189), denn wenn der Antichrist mit seinen Heeren Jerusalem überfallen wird, dann werden sowohl Juden als auch Christen, die sich dort aufhalten, getötet werden (Dan.11:31-39, 12:7). Die „42 Monate“ beziehen sich auf die zweite Hälfte der siebenjährigen Drangsalzeit, wenn der Antichrist über die Erde herrschen wird. Die Zahl 42 ist das Ergebnis von 7 x 6, d.h. die Vergöttlichung (7) des Menschen (6). Und auch die Einteilung in Monaten, die sich ja von Mondphasen ableiten, spielt möglicherweise auf Satan an, der als Mond symbolisch die Nacht beherrscht und kein Licht aus sich selbst hat. Scheinbar werden die zweiten 3 ½ Jahre immer als 42 Monate bezeichnet (Offb.13:5), während die ersten 3 ½ Jahre immer als „1260 Tage“ genannt werden.

3Und ich werde meinen zwei Zeugen Vollmacht geben, und sie werden 1260 Tage weissagen, mit Sacktuch bekleidet. 4Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. 5Und wenn jemand ihnen schaden will, so geht Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde; und wenn jemand ihnen schaden will, muss er ebenso getötet werden. 6Diese haben die Vollmacht, den Himmel zu verschließen, damit während der Tage ihrer Weissagung kein Regen falle; und sie haben Vollmacht über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln, und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, sooft sie nur wollen“ (Offb.11:3-6).

Der HErr Jesus sandte Seine Jünger immer zu zweit aus (Luk.10:1, 19:29). Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass im Gesetz ein Zeugnis immer von Zweien als bestätigt galt (5.Mo.19:15). Dies hat sich gemäß 2.Kor.13.2 auch im Neuen Bund nicht geändert. Zeugen haben die Funktion, die Schuld oder Unschuld von Angeklagten zu bestätigen, indem sie glaubwürdig darlegen, was sie wissen oder gesehen haben. In den letzten Jahrhunderten haben ja viele Zeugen Jesu (griech. MA‘RTYRÄS) Ihr Zeugnis mit dem Leben bezahlen müssen. In den ersten 3 ½ Jahren der Drangsalszeit bietet der HErr aber zwei Kronzeugen auf, die Er mit besonderer Vollmacht ausstattet, damit ihnen während der Tage ihrer Weissagung nichts angetan werden kann. Die hier beschriebenen Plagen deuten ziemlich klar auf Mose und Elia hin, die jeweils für „das Gesetz und die Propheten“ stehen (Mt.7:12, Luk.16:16+31, 24:27+44, Joh.1:45, Apg.13:15, 24:14, 26,22, Röm.3:21). Schon viel wurde darüber spekuliert, wer sonst hier infrage kommen könnte. Für Mose und Elia spricht ja auch, dass diese beiden dem HErrn auf dem Berg der Verklärung erschienen (Luk.9:30). Allerdings ist ja nur Elia vom HErrn entrückt worden, während Mose starb und von Ihm begraben wurde (5.Mo.34:6). Man müsste daher annehmen, dass es sich bei Mose hier um eine Reinkarnation handeln müsste, was die Bibel aber ausschließt. Deswegen vermuten einige, dass es auch Henoch sein könnte, der ja ebenso entrückt wurde.

Aufschluss über dieses Rätsel gibt uns Mt.11:14 in Verbindung mit Luk.1:17 und Joh.1:21. Denn auch Johannes der Täufer war nach den Worten des HErrn EIN „Elia“, d.h. jemand der in der FUNKTION als Wegbereiter für den HErrn mit Elia vergleichbar war. Daher werden in Offb.11 auch keine Namen genannt, weil es nicht buchstäblich Mose und Elia sein werden, sondern zwei Brüder, die „im Geist und in der Kraft“ von Mose und Elia Zeugnis geben werden. In der ersten Ankündigung dieser beiden „Ölbäume“ in Sach.4:1-3+14 werden diese im Zusammenhang mit dem Aufbau und der Fertigstellung des zweiten Tempels erwähnt, weshalb anzunehmen ist, dass auch die zukünftigen „Söhne des Öls“ die Aufgabe haben, für den reibungslosen Bau des dritten Tempels zu sorgen während der ersten 3 ½ Jahre. Damals erfüllten der Statthalter Serubbabel (als Regentschaftsvertreter) und der Priester Joschua (als geistliches Oberhaupt) die Funktion von zwei Zeugen, und beim Bau der Stiftshütte waren es Mose und Aaron. Und in den zweiten 3 ½ Jahren werden das Tier (Antichrist) und der falsche Prophet diese Arbeitsteilung zwischen irdischer und geistlicher Herrschaft imitieren, um die Errichtung eines satanischen Reiches zu beschirmen.

Befremdlich erscheint uns die Brutalität, mit der die zwei Zeugen sich gegen die Anfeindungen ihrer Umgebung zur Wehr setzen werden, da wir ja vom HErrn belehrt sind, dass „Feuer vom Himmel“ im Neuen Bund nicht mehr ein Zeugnis des Geistes Jesu ist (Luk.9:55). Doch bei genauerem Hinsehen kommt dieses Feuer diesmal nicht vom Himmel, sondern aus ihrem Mund, was man auch durchaus geistlich verstehen kann, nämlich als feurige Rede. Zu bedenken ist zudem, dass die Zeit der Gnade hier inzwischen abläuft und das Gericht Gottes anbricht, wo auch die Gegenseite nicht mehr zimperlich ist, sondern sich mit harten Bandagen gegen die Herrschaft Christi zur Wehr setzt. Zeugen sind jedoch immer auch zur Unparteilichkeit verpflichtet, weshalb sich ihr Zeugnis nicht nur gegen die Weltmenschen richten, sondern auch viele Kinder Gottes hart treffen wird. Das Gericht fängt ja am Hause Gottes an, verfolgt aber immer auch das Ziel einer Zurechtbringung. In Mal.3 wird das Kommen des Elia als Wegbereiter des HErrn mit dem „Feuer des Schmelzers“ und der „Lauge der Wäscher“ verglichen (V. 1-3). Und tatsächlich leben wir ja heute in einer Zeit, in welcher manche Christen denken: „Es bringt nichts, Gott zu dienen. Was haben wir davon, dass wir Seine Anordnungen befolgen und uns vor Jahwe, dem allmächtigen Gott in Demut beugen?“ (V.14). Aber jene, die Gott fürchten und Seinen Namen achten, die wird der HErr wie einen Sohn verschonen (V.16-17). Und wie wir schon in Offb.11:2 gelesen haben, macht der HErr auch in Mal.3:18 einen Unterschied zwischen jenen Gerechten, die Gott dienen und den Gesetzlosen, die Ihm nicht dienen. Und die Aufgabe des kommenden Elia wird sein, dass er „das Herz der [verstorbenen Gemeinde]Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu den [verstorbenen Gemeinde]Vätern zuwendet und versöhnt, damit Ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage“ (Mal.3:2).

 

 

11.  Tod und Auferstehung der zwei Zeugen und die Entrückung der Gläubigen

„7Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben werden, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen und wird sie überwinden und sie töten. 8Und ihr Leichnam ⟨wird⟩ auf der Straße der großen Stadt ⟨liegen⟩, die, geistlich gesprochen, Sodom und Ägypten heißt, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde. 9Und ⟨viele⟩ aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen sehen ihren Leichnam drei Tage und einen halben und erlauben nicht, ihre Leichname ins Grab zu legen. 10Und die auf der Erde wohnen, freuen sich über sie und sind fröhlich und werden einander Geschenke senden, denn diese zwei Propheten quälten die auf der Erde Wohnenden“. (Offb.11:7-10)

Genau wie der HErr Jesus werden auch diese beiden Zeugen nach vollendetem Dienst als Märtyrer sterben und nach drei Tagen auferstehen – das ist die eigentliche Bedeutung von Nachfolge. Sie wurden „teilhaftig Seiner Leiden“ (Phil.3:10). „Wenn Mir jemand dient, so folge Er mir nach; und wo Ich bin, da wird auch Mein Diener sein“ (Joh.12:26). Die ganze Welt wird die beiden verachten, auch viele „Christen“, aber sie trauern in Sacktuch über das Leid, das noch über die Welt kommen wird und rufen flehentlich zur Buße auf. In einer so harten Zeit haben sie bis zum Ende ausgeharrt, und wenn einer von beiden schwach wurde, konnte der andere ihn wieder aufrichten (Pred.4:10). Sie werden wohl (neben dem HErrn) die einzigen gewesen sein, die schon 3,5 Jahre vorher genau wussten, wann der Zeitpunkt ihres Todes kommen würde; und was für ein Vorrecht, wenn auch wir um des HErrn willen den Märtyrertod erleiden dürfen! Auch für uns heute ist dies gar nicht mehr so unrealistisch, denn die Zeit der Erfüllung ist ja inzwischen ganz nahe gekommen! Auch wir dürfen wissen, dass unser Leben in Gottes Hand ist. ER hat den Zeitpunkt unserer Abberufung fest bestimmt. Wie wunderbar ist es, wenn wir am Ende sagen können: „Ich werde schon als Trankopfer gespendet, und die Zeit meines Abscheidens ist gekommen. Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt“ (2.Tim.4:6-7)!

Diese beiden waren das Salz der Erde und sind bis zuletzt nicht kraftlos geworden (Mt.5:13). Nun aber geht die Welt in Fäulnis über, da ihr die bewahrende Überwinderkraft fehlt. Aber die Welt hat es ja auch nicht anders gewollt, sondern waren sogar heilfroh, dass ihr großer Führer sie besiegt hat. Sie werden dies dem Antichrist als Beweis seiner Unverwundbarkeit auslegen und ihm - wie unter Hitler - treu ins Verderben folgen. Schließlich waren diese beiden dafür verantwortlich, dass es 3 ½ Jahre nicht geregnet hat und man noch nicht einmal das in Blut verwandelte Meerwasser nutzen konnte (durch Entsalzungsanlagen, um daraus Trinkwasser herzustellen). Sie kehren also wie Ahab das Ursache-Wirkungs-Prinzip um (1.Kön.18:17-18), und sehen den Antichrist als Retter vom Bösen. Der Hass auf diese zwei Zeugen Jesu wird so groß sein, dass es zu einer Verbrüderung der Menschen kommen wird und man sich sogar Geschenke gibt! „Pilatus und Herodes aber wurden an selbigem Tage Freunde miteinander, denn vorher waren sie gegeneinander in Feindschaft“ (Luk.23:12). Mich erinnert dies an den gläubigen Abgeordneten Dr. Heinrich Fiechtner, der aus der AfD austrat, weil diese den Antizionisten Dr. Wolfgang Gedeon duldete, sich aber dann wieder aufgrund der gemeinsamen Kritik an den Corona-Maßnahmen mit ihm verbündete, so als ob die Gründe für seine Feindschaft auf einmal nicht mehr wichtig waren.

Die ganze Welt schaut zu, wie die zwei Leichen auf der Straße liegen. Zu früheren Zeiten hatte man keine Vorstellung davon, wie dies hätte möglich sein können, aber im Zeitalter des Internets ahnen wir, dass es wohl einen makabren Livestream geben wird, durch welchen sich die Menschen in ihrer Verachtung satt sehen können am Tod der beiden. Wir erinnern uns an den IS, der die Leichen der Christen öffentlich zur Schau stellte, um auch noch den letzten einzuschüchtern. Die „große Stadt“ wird nicht einmal mehr beim Namen genannt, da sie längst nicht mehr eine „Stadt des Friedens“ ist, sondern zu Sodom und Ägypten verkam. Einen Namen oder Titel kann der HErr wieder entziehen, wenn man ihn irgendwann nur noch zu Unrecht trägt. Deshalb nennt der HErr die Juden in Offb.2:9 und 3:9 auch nur noch eine „Synagoge des Satans“. Manche gehen sogar so weit, dass sie Jerusalem als die „Hure Babylon“ sehen, weil ja auch diese immer wieder als „große Stadt“ bezeichnet wird (14:8, 16:19, 17:18, 18:2, 10,16,18-21). Aber das irdische Israel wird nach der Verheißung Gottes in Hosea 3:2-3 bis zu seiner Wiederannahme nicht mehr huren können.

All diese vielen Details, die sich wie das Drehbuch eines Horrorfilms lesen, lassen übrigens keinen Raum mehr für eine Vergeistlichung. Man könnte bei dem „Feuer“, das aus ihrem Mund kommt, ja noch gewillt sein, an ein geistliches Feuer zu denken, d.h. Gerichtsworte (Jer.5:14, 23:29). Aber welche geistliche Bedeutung könnte man für die Leichen finden, die 3 ½ Tage auf der Straße der Stadt liegen? Liegt nicht gerade in dem Detailreichtum (z.B. „Geschenke geben“) die Einzigartigkeit dieser Prophetie, bei der man dann wirklich nicht mehr von Zufall sprechen kann, wenn sie sich wortwörtlich erfüllt? Man hat den Eindruck, dass all diese Versuche, solche Prophezeiungen zu vergeistlichen, eigentlich nur dem Zweck dienen, ihnen das Risiko einer Nichterfüllung zu nehmen, da man Gott insgeheim nicht zutraut, dass Er es genau so geschehen lassen kann. Aber was ist denn so unrealistisch daran, dass die Welt innerhalb weniger Jahre so sehr verrohen könnte? Wir sehen ja gerade in diesen Tagen, wie man kurz vor dem Ende der Amtszeit von Donald Trump noch versucht hatte, ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn zu bewirken, um ihn auf diese Weise unehrenhaft zu entlassen. Wieviel größer aber wird erst der Hass der ganzen Welt auf diesen zwei Propheten lasten, weil sie die Erdbewohner sowohl verbal wie auch physisch gequält haben!

„11Und nach den drei Tagen und einem halben kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße; und große Furcht befiel die, welche sie schauten. 12Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel zu ihnen sagen: Steigt hier herauf! Und sie stiegen in den Himmel hinauf in der Wolke, und es schauten sie ihre Feinde. 13Und in jener Stunde geschah ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und siebentausend Menschennamen wurden in dem Erdbeben getötet; und die Übrigen gerieten in Furcht und gaben dem Gott des Himmels Ehre“ (Offb.11:11-13).

Auch in dem Erdbeben sehen wir wieder die Parallelen zum ersten Kommen Jesu, als „die Erde erbebte“ (Mt.27:51), und vielleicht gibt uns der Heilige Geist hier einen Hinweis, dass dies der Zeitpunkt der Auferstehung aller verstorbenen Heiligen sein könnte, die dann kurze Zeit später bei der siebten Posaune entrückt werden. Denn auch bei der Auferstehung Jesu sind ja viele entschlafene Heilige aus dem AT mitauferweckt worden (Mt.27:52). Ihre Feinde beobachten die Entrückung, und ihnen vergeht auf einmal das Lachen. Als dann auch noch das Erdbeben geschieht, bei dem 7000 „Nam(hafte)n“ (Angesehenen) das Leben genommen wird, ahnen die übrigen schon, was ihnen jetzt blüht und „geben dem Gott des Himmels Ehre“. Von einer heimlichen Entrückung lesen wir nichts in der Schrift, und wie sollten auch Millionen Menschen weltweit verschwinden, ohne dass dies sofort bemerkt wird! Der HErr wird hier wahrscheinlich schon im Himmel sichtbar werden, was dazu führen wird, dass die Nicht-Entrückten wehklagen werden (Sach.12:10, Offb.1:7). Doch wie beim Propheten Elia, als alles Volk auf ihr Angesicht fiel (1.Kön.18:39), sich aber schon kurz darauf wieder von Gott abwandte (1.Kön.19:18), wird auch diese Erschütterung nicht lange anhalten. Wie wir noch sehen werden, sind die Gottlosen schon kurz darauf wieder so verstockt, dass sie den Posaunenschall und das Erscheinen von Engeln als Invasion einer außerirdischen Macht deuten könnten, gegen die sie kämpfen müssen (man denke da an Filme wie „Krieg der Welten“ oder „Independence Day“). Der Antichrist wird den Menschen einflüstern, dass es um einen Kampf zwischen Gut und Böse gehen werde und wird ihnen den Sieg verheißen.

„14Das zweite Wehe ist vorüber; siehe, das dritte Wehe kommt bald. 15Und der siebente Engel posaunte; und es geschahen laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Das Reich der Welt ist unseres HErrn und Seines Christus geworden, und Er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit. 16Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen sitzen, fielen auf ihre Angesichter und beteten Gott an 17und sprachen: Wir danken Dir, HErr, Gott, Allmächtiger, der ist und der war, dass Du Deine große Macht ergriffen und Deine Herrschaft angetreten hast. 18Und die Nationen sind zornig gewesen, und Dein Zorn ist gekommen und die Zeit der Toten, gerichtet zu werden, und ⟨die Zeit,⟩ den Lohn zu geben Deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, klein und groß, und die zu verderben, welche die Erde verderben. 19Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade Seines Bundes wurde in seinem Tempel gesehen; und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und ein Erdbeben und ein großer Hagel“ (Offb.11:14-19).

Die drei Wehe-Rufe aus Offb.8:13 erfüllten sich bisher in der 5. Posaune als 1. Wehe (Offb.9:12) und in der 6. Posaune als 2. Wehe, die jedoch auch die Ereignisse in Kap.10 und 11 einschloss. Das 3. Wehe bezieht sich dann auf die sieben Zornesgerichte in der zweiten Hälfte der sieben Jahre, vor denen aber die Gemeinde zuvor entrückt wird, da sie „nicht zum Zorn gesetzt ist, sondern zur Erlangung der Seligkeit“ (1.Thes.5:9, Luk.21:36, Offb.3:10). Mit der siebten und damit „letzten Posaune“ (1.Kor.15:51) tritt der HErr Jesus nun Seine Regentschaft über Himmel und Erde an zusammen mit Seiner Braut, die nun ihren Lohn empfängt am Richterstuhl Christi (2.Kor.5:10). Mit dem „Richten der Toten“ ist nicht das Gericht am weißen Thron gemeint, das ja erst nach den 1000 Jahren stattfinden wird (Offb.20:5), sondern das Gericht über die gesamte Christenheit, von dem wir auch in Mt. 25 lesen. Zuerst bekommen die fleißigen Knechte Gottes ihren Lohn und die faulen ihre Strafe (Mt.25:14-30). Und kurz darauf bekommen all jene gottesfürchtigen, aber nicht wiedergeborenen Menschen ihren Lohn, sofern sie den „geringsten Brüdern“ des HErrn Gutes getan haben - oder ihre Bestrafung, sofern sie es nicht taten (Mt.25:31-46).

Die Welt lehnt sich gegen diese Königsherrschaft Gottes und Seines Gesalbten auf und wird die christlichen Bande nun endgültig von sich reißen, nachdem sie es bisher schon sukzessiv tat (Psalm 2:1-6). Der Anstatt-Messias hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits in den Tempel Gottes in Jerusalem gesetzt und von der Welt Anbetung gefordert, so als ob er Gott sei (2.Thes.2:3-4). Er wird das tägliche Opfer abgeschafft haben und einen verwüstenden Gräuel aufstellen, den alle anbeten sollen (Dan.9:27, 11:31, Mt.24:15). Solange die Gemeinde noch auf der Erde war, hatte der HErr noch Rücksicht genommen und Seinen Herrschaftsanspruch noch nicht gewaltsam durchsetzen können, aber nach der Entrückung Seiner Auserwählten werden sich nun die sieben Zornesschalen auf die Menschen ergießen. Diese bezwecken nicht mehr die Buße, sondern die Vernichtung des neu errichteten babylonischen Turms (NWO), durch welche eine kleine Oligarchen-Clique die gesamte Menschheit unter ihre Kontrolle gebracht hat. Sie haben „dem Geschöpf mehr Ehre und Gottesdienst erwiesen als dem Schöpfer“ und die Schöpfungsordnung auf den Kopf gestellt (Röm.1:25-27). Dies gilt aber nicht nur für die Ungläubigen, sondern auch für all jene „Christen“, die den HErrn durch ihre gesetzlosen Taten oder Predigten verleugnet hatten.

Mit der Lade Gottes, die nun im Tempel sichtbar wird (V.19), ist nicht jene gemeint, die einst von den Kindern Israel hergestellt wurde als Abbild der himmlischen, sondern das Original. Die genaue Beschreibung des Abbildes in 2.Mo.25 belehrt uns über ihre eigentliche Bedeutung: Sie wurde aus Akazienholz hergestellt, das in der Wüste (Welt) wächst und von dieser getrennt, also abgehauen, werden muss, um dann durch viel Schnitzarbeit (Heiligung) zu einem Behältnis verarbeitet wird, das mit Gold (Herrlichkeit) überzogen wird, damit schließlich das Zeugnis (Gebote Gottes) in sie hineingelegt werden kann („Ich werde Mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben“ Jer.31:33). Nun war die Lade endlich an ihrem endgültigen Bestimmungsort angelangt.

 

12. Die schwangere Frau und der Drache

1Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: Eine Frau, bekleidet mit der Sonne, und der Mond ⟨war⟩ unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen. 2Und sie ist schwanger und schreit in Geburtswehen und in Schmerzen ⟨und soll⟩ gebären“ (Offb.12:1-2)

Ein „Zeichen“ im biblischen Sinne ist nicht nur ein zu deutender HINweis, sondern auch ein überzeugender BEweis der Macht und Zuverlässigkeit göttlicher Verheißungen (Jes.7:11). Der HErr verwendet bei solchen allegorischen Gleichnissen immer wiederkehrende Bilder, die nur von den Schriftkundigen verstanden werden sollen (Mt.13:11). Die „Frau“ ist hier nicht etwa Maria, wie es die Katholiken annehmen (und deshalb die zwölf Sterne der Europaflagge als Krone Marias deuten), sondern sie steht ganz allgemein für das Volk Gottes (vergl. Eph.5:32, Lk.19:43, Gal.4:21-31). Die Sonne ist der HErr Jesus (Offb.1:16, Ps.84:11), mit dessen Gerechtigkeit wir bekleidet sind (Mal.4:2). Und der Mond ist ein Bild auf Satan, den der HErr Jesus „unter unsere Füße zertreten“ hat (Röm.16:20, Ps.136:9). Und die Krone aus zwölf Sternen ist ein Ruhmeszeichen und weist sowohl auf die zwölf Stämme Israels als auch auf die zwölf Apostel hin (1.Mo.37:9, Offb.21:14).

2017 waren viele Christen weltweit in Erwartung des 23.09.17, denn an diesem Tag gab es eine Planetenkonstellation im Sternbild der Jungfrau, die extrem selten war und der Beschreibung in Offb.12:1-2 verblüffend ähnelte. Als die Sonne an jenem Septembertag das Sternenbild Vigo (Jungfrau) durchzog, stand der Mond gerade zu dessen Füßen, und die drei Planeten Venus, Mars und Merkur ergänzten gerade das neun-gestirnige Sternbild des Löwen zu einer zwölf-sternigen Krone am Haupt der Jungfrau. Doch das Erstaunlichste war, das der „Königsplanet“ Jupiter nach zehn Monaten den „Bauchraum“ des Sternbilds Jungfrau verließ im unteren Bauchraum. Jupiter (indogermanisch diu pitar = Himmelsvater) kann als Lichtbringer (Satan), aber auch als Bild für Jesus als „Morgenstern“ gelten (Offb.22:16), der in unseren Herzen aufgeht (2.Petr.1:19). Man denke an die roten Linien auf Jupiter, die wie Striemen aussehen und an den roten Fleck, der wie Christi Wundmal aussieht. Solch eine allegorische Deutung von Sternbildern hat nichts mit Astrologie zu tun, denn diese wurden ja von Gott geschaffen (Hiob 9:9, Am.5:8) und entsprechen den „Zeichen“, von denen die Schrift in 1.Mo.1:14 und Luk.21:25-26 spricht und auf die wir achten sollen. Ein ähnliches Sternbild wird wohl auch den „Weisen“ aus dem Osten (gr. MA’GOS) geholfen haben, den Zeitpunkt zu bestimmen, wann die Verheißung in Jes.7:14 sich erfüllen sollte. An jenem 23.09.2017 war zwar nichts Sonderliches passiert, aber wir dürfen davon ausgehen, dass seither die messianische Endzeit endgültig begonnen hat (2017 haben z.B. die Präsidenten Putin und Erdogan gefordert, dass Ost-Jerusalem die Hauptstadt eines zukünftigen Palästinenserstaates sein möge, wodurch sie den Juden das Recht auf den Tempelberg verwehrten, vergl. Sach.12:3+9).

Die „Geburtswehen der Tochter Zion“ finden wir an vielen Stellen im AT erwähnt (Jes.26:17-18, Jer.4:31, Mich.4:9-10) und beziehen sich gar nicht auf eine buchstäbliche Geburt des Messias, sondern auf die Neugeburt einer Nation: „Ehe sie Wehen hatte, hat sie geboren, ehe Schmerzen sie ankamen, wurde sie von einem Knaben entbunden… Kann ein Land an einem Tage zur Welt gebracht, oder eine Nation mit einem Male geboren werden? Denn Zion hat Wehen bekommen und zugleich ihre Kinder geboren“ (Jes.66:7-8). Hier ist also von einer geistlichen Geburt die Rede, d.h. einer Neugeburt, durch welche der HErr Jesus in uns Wohnung nimmt. Paulus schreibt von den Galatern als Kindern, „um derentwillen ich abermals Geburtswehen habe, bis Christus in euch Gestalt annimmt“ (Gal.4:19). Zur Zeit der großen Erweckung in Jerusalem, geschah auf einmal eine schwere Prüfung, über die sich Hiskia wie folgt äußert: „Die Kinder sind bis an die Geburt gekommen, aber da ist keine Kraft zum Gebären“ (Jes.37:3). Er machte sich also Sorgen, dass der neugewonnene Glaube der Bewohner Jerusalems noch nicht hinreichend gefestigt war, um dieser Prüfung standzuhalten. So wie ja auch wir nach äußersten Anstrengungen und Schwierigkeiten bei einem erreichten Ziel von einer „schweren Geburt“ sprechen, so vergleicht auch der HErr Jesus das sehnsüchtige Warten auf Seine Rückkehr mit einer Schwangeren: „Das Weib, wenn sie gebiert, hat Traurigkeit, weil ihre Stunde gekommen ist; wenn sie aber das Kind geboren hat, gedenkt sie nicht mehr der Drangsal, um der Freude willen, dass ein Mensch zur Welt geboren ist“ (Joh.16:21).

3Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: Und siehe, ein großer, feuerroter Drache, der sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Diademe hatte; 4und sein Schwanz zieht den dritten Teil der Sterne des Himmels fort, und er warf sie auf die Erde. Und der Drache stand vor der Frau, die im Begriff war, zu gebären, um, wenn sie geboren hätte, ihr Kind zu verschlingen. 5Und sie gebar einen Sohn, ein männliches ⟨Kind⟩, der alle Nationen hüten soll mit eisernem Stab; und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron. 6Und die Frau floh in die Wüste, wo sie eine von Gott bereitete Stätte hat, damit man sie dort ernährte 1.260 Tage" (Offb.12:3-6).

Wir sehen hier Satan, die „alte Schlange“ (V.9), die schon von Anbeginn die Hauptschaft des Frauensamens (Jesus) wegschnappen will, um seine Herrschaft nicht zu gefährden, aber am Ende selbst von Christus entmachtet wird (1.Mo.3:15). Der alte „Fürst dieser Welt“ bäumt sich noch ein letztes Mal gegen den eigentlichen, rechtmäßigen „Fürsten der Könige der Erde“ auf (Offb.1:5) und will seine Niederlage nicht kampflos eingestehen. Er lauert hier so wie der Pharao in 2.Mo.1 und wie Herodes in Mt.2:3, um den verheißenen Retter noch vor seinem Erscheinen zu vernichten, aber auch hier gelingt es ihm nicht. Was ihm jedoch zuvor gelang, war, den dritten Teil der Sterne (Engel gemäß Offb.1:20) mit sich zu ziehen und auf die Erde zu werfen, wo sie ihm als Dämonen zu dienen hatten (Dan.8:10). Wie aber ist hier die Entrückung des „männlichen Sohnes“ zu verstehen, zumal es sich hier doch um ein zukünftiges Ereignis handelt?

Immer wenn Satan die Gläubigen angreift, geht es ihm in Wirklichkeit um Christus selbst, der ja in den Seinen wohnt. Deshalb sagt der HErr zu Saulus: „Was verfolgst du mich?“ (Apg.9:4). In der Geschichte von Hiob sehen wir, wie Satan den Machtanspruch des HErrn über die Seinigen immer wieder infrage stellt. Wenn es Satan gelänge, dass wir den HErrn in unserem Leben verleugnen, würde dies vor allem als Sieg gegen Christus gewertet werden, weshalb es um so wichtiger ist, am Zeugnis für Christus festzuhalten und Seinen Namen nicht zu verleugnen (V.11). So viel wird heute über die Anmaßungen des Papstes geschimpft, dabei ist im Grunde jeder Christ ein Stellvertreter Christi auf Erden! Doch wird hier der „männliche Sohn“ erst einmal in Sicherheit gebracht, indem er zu Gottes Thron entrückt wird. Seine Aufgabe wird später darin bestehen, dass er die Nationen „mit eiserner Rute hüten“ soll. Auch dies gilt in erster Linie als Aufgabe Christi selbst (Ps.2:6-8), aber in zweiter Linie auch für Seine Nachfolger, die Überwinder (Offb.2:26-27). Würde sich die Entrückung hier auf die rückblickende Himmelfahrt Christi beziehen, ergäbe sich die Frage, warum die 33 Jahre Seines Lebens und Leidens auf Erden einfach verschwiegen werden, die doch gerade heilsgeschichtlich von höchster Bedeutung sind. Des Weiteren ist zu bedenken, dass das Buch der Offenbarung uns von zukünftigen Ereignissen berichtet und nicht von vergangenen. Und zuletzt wurde der HErr in Apg.1:9 nur von einer Wolke langsam emporgehoben (w. genommen), während die Entrückung wörtlich ein „Wegraffen“ oder „Rauben“ ist, dass eher gewaltsam geschieht.

In Kap. 11 hatten wir von der Himmelfahrt der zwei Zeugen gelesen kurz vor der siebten Posaune. Es ist anzunehmen, dass diese zeitlich zusammenfällt mit der Entrückung des männlichen Sohnes. Doch so wie bei der Himmelfahrt Elias der Elisa zurückblieb, so bleibt auch die Mutter des Sohnes nach dessen Entrückung zurück, um dann in die Wüste zu fliehen. Von einer solchen Aufspaltung des Volkes Gottes lesen wir eindrücklich in Mt.25:1-13 im Gleichnis von den zehn Jungfrauen. All jene „Jungfräulichen“ warteten auf ihren Bräutigam und waren demnach echte, wiedergeborene Christen, die sich von den Vergnügungen der Welt jungfräulich enthielten. Doch die törichten nahmen es nicht so genau mit der Heiligung, sondern begnügten sich mit ihrer Bekehrung und ihrem Glaubensbekenntnis (Lampen). Dadurch hatten sie aber nicht genügend Öl dabei, um ihr Zeugnis auch noch in der „Mitternacht“ (Mitte der Drangsalszeit) aufrechtzuerhalten. Mit „Öl“ ist hier nicht die Wiedergeburt, sondern die Glaubensbewährung durch einen geübten Wandel im Heiligen Geist gemeint, die wir uns durch fortdauernde Selbstverleugnung erwerben. Und mit dem Erwachen ist hier auch keine Erweckung gemeint, sondern jene Totenauferstehung in 1.Thes.4:16 und 1.Kor.15:51, denn es (ent-)schliefen ja ALLE Jungfrauen und nicht nur die wachsamen.

Die Entrückten sind also Philadelphia-Christen, die zeitlebens unter dem geblieben waren, was der HErr ihnen an Leidensbürde auferlegt hatte und deshalb zur Belohnung nicht mehr in die „Stunde der Versuchung“ müssen, die über die Erdbewohner kommen wird (Offb.3:10). Bemerkenswert ist auch die Erwähnung, dass dieser Sohn „männlich“ war, d.h. stark und widerstandsfähig (vergl. 1.Kor.16:13). Viele Christen sind heute eher vergnügungssüchtig und leicht verführbar durch Pornographie, Drogen oder PC-Spielsucht, so dass ihr Glaube unbewährt ist (Tit.1:16). Doch auch die törichten Jungfrauen waren zuletzt bestrebt, den versäumten Erwerb von Öl nachzuholen, selbst wenn ihnen dies nicht mehr rechtzeitig für die Teilnahme an der Entrückung gelang (vergl. Hohel.5:6-8). In Luk.12:38 und 14:23 finden wir jedoch den Hinweis, dass der HErr zweimal vom Hochzeitsmahl aufsteht, um neue Gäste in Empfang zu nehmen, so dass wir vermuten dürfen, dass es auch für jene Jungfräulichen, die beim ersten Mal noch nicht bereit waren, noch Hoffnung gibt (vergl. auch 2.Chr.30:2-24). So wie der Priester in 3.Mose 13 die mit Hautausschlägen Befallenen immer noch „ein zweites Mal“ besehen musste, können auch die Gerichte in der zweiten Hälfte der sieben Jahre noch als Bewährungs-Chance dienen, um geläutert zu werden (Offb.3:2).


13. Der Verkläger der Brüder

7Und es entstand ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel; 8und sie bekamen nicht die Übermacht, und ihre Stätte wurde nicht mehr im Himmel gefunden. 9Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt, geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm geworfen. 10Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes und die Macht seines Christus gekommen; denn ⟨hinab⟩geworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte. 11Und sie haben ihn überwunden wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod! 12Darum seid fröhlich, ihr Himmel und die ihr in ihnen wohnt! Wehe der Erde und dem Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen und hat große Wut, da er weiß, dass er ⟨nur⟩ eine kurze Zeit hat“ (Offb.12:7-12).

Nur wenige Hinweise bekommen wir in der Schrift über die Kämpfe, die im Himmel stattfinden (z.B. Dan.10:13+21, 12:1, Sach.3:2, Jud.9). Es hat den Anschein, dass erst diese Kämpfe darüber entscheiden, welchen Ausgang die irdischen Kämpfe haben werden. Doch der Ausgang dieses künftigen Kampfes mit Satan wurde schon in Jes. 14 angedeutet und auch vom HErrn Jesus noch einmal bestätigt in Luk.10:18 und Joh.12:31. Satan hat bis dahin noch eine von Gott zugeteilte Aufgabe zu erfüllen, nämlich beim „Durchstreifen der Erde und beim Umherwandeln auf ihr“ die Gläubigen zu beobachten, um sie wie bei Hiob zu prüfen (sowohl das griech. Wort für „Schlange“ O’PhIS, als auch das Wort für „Drache“ DRA‘KOoN kann man auch mit „Beobachter“ übersetzen) und erforderlichenfalls bei Gott anzuklagen. Manche glauben ja, dass die in Christus Erlösten nicht mehr verklagt werden können; aber hier sehen wir, dass dies immer noch geschieht. Denn die Berufungen Gottes sind „unbereubar“ (Röm.11:29). Wir erfahren hier auch, dass er das Anklagen sogar „Tag und Nacht“ betreibt, weil wir ihm durch unsere Unachtsamkeit immer wieder Anlass dazu geben. Doch jetzt, wo die Entrückung stattgefunden hat, ist kein Platz mehr (und auch kein Bedarf) für diesen Ankläger. Spätestens dann wird endgültig gelten: „Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der sie rechtfertigt. Wer ist der, der sie verurteilen könnte, wo doch Christus für sie gestorben ist?“ (Röm. 8:33-34). Solange wir aber noch nicht in der Herrlichkeit sind, kann uns der Teufel noch „sichten wie den Weizen“ (Luk.22:31), wir können in seine Fangschlinge geraten, um seinen Willen zu tun (2.Tim.2:26), können von ihm verschlungen werden (1.Petr.5:8) und wir können noch „beschädigt werden von dem zweiten Tod“ (Offb.2:11).

Satan verführt und verklagt zugleich, was besonders perfide ist. Wie die Verkläger in Dan. 6 und wie Haman im Buch Esther ersinnt aber auch der Teufel z.T. Anklagegründe, die außerhalb der Gebote Gottes liegen. Nach dem Gesetz sollen falsche Zeugen jedoch mit demselben Urteil bestraft werden, dass sie dem Opfer zugedacht hatten (5.Mo.19:16-19). Sein Ansinnen, die Auserwählten zu Fall zu bringen, wird ihm nun selbst zum Verhängnis (Ps.7:15, Spr.26:27). Interessant ist, dass der endgültige Hinauswurf des Teufels durch das Überwinden der entrückten Heiligen veranlasst wird, von denen es heißt, dass sie „ihr Leben nicht liebten bis zum Tod“ (Joh. 12:25). Was für eine starke Aussage! Die Erlösung durch „das Blut des Lammes“ wirkt eben kein untätiges Überwintern, sondern ein tätiges Überwinden. Wie sehr aber hängen wir alle noch an den Reizen dieses Lebens und vernachlässigen dabei das ewige Leben! Doch wir können nicht zwei Herren lieben, sondern werden zur Entscheidung aufgefordert (Mt.6:24). Der Verzicht im jetzigen Leben ist aber noch nicht einmal wert, mit der zukünftigen Herrlichkeit verglichen zu werden.

 

14. Die Flucht in die Wüste

„13 Und als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die das männliche ⟨Kind⟩ geboren hatte. 14Und es wurden der Frau die zwei Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste flog, an ihre Stätte, wo sie ernährt wird eine Zeit und ⟨zwei⟩ Zeiten und eine halbe Zeit, fern vom Angesicht der Schlange. 15Und die Schlange warf aus ihrem Mund Wasser wie einen Strom hinter der Frau her, um sie mit dem Strom fortzureißen. 16Und die Erde half der Frau, und die Erde öffnete ihren Mund und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Mund warf. 17Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, Krieg zu führen mit den Übrigen ihrer Nachkommenschaft, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu haben“ (Offb.12:13-17)

Nach der Niederlage Satans bleibt ihm jetzt nur noch eine kurze Zeitspanne, um seiner Wut auf die entflohene Frau freien Lauf zu lassen. Er zieht am Ende alle Register, um sich an Christus und Seiner Braut zu rächen, indem er Krieg führt mit ihrer Nachkommenschaft. Doch haben wir den Teufel nicht zu fürchten und sollen uns auch nicht ständig mit seinen Machenschaften beschäftigen, wie es heute vielfach im Internet geschieht. Denn durch Furcht und Respekt vor dem Teufel geben wir ihm eine Ehre, die ihm nicht gebührt. Dies erklärte mir mal ein Bruder, der früher als Gottloser im Satanismus verstrickt war, nachdem ich mehr wissen wollte über seine Vergangenheit. Ihm war es zuwider, über diese schreckliche Zeit zu sprechen, was ich inzwischen gut nachvollziehen kann. Es genügt, dass seine Gedanken uns nicht unbekannt sind (2.Kor.2:11), aber wir sollen nicht auch noch „die Tiefen Satans“ erkunden (Offb.2:24) durch die Beschäftigung mit Okkultismus, Satanismus oder Anschauen von Horrorfilmen. Wir sollen auf Christus schauen und nicht auf den hypnotischen Blick der Schlange, die uns mit ihrem Gift lähmen will.

Als dem Pharao klar wurde, dass er besiegt und sein ganzes Land vernichtet war, jagte er den Kindern Israel nach, - und so jagt auch hier Satan der verbliebenen Gemeinde hinterher (man beachte, dass das griech. ThERION für „das Tier“ wörtl. „das Jagende“ bedeutet). Und so wie der HErr für die Gemeinde damals das Meer spaltete, so öffnet Er hier die Erde, um die strömenden Heere des Feindes zu verschlingen. Doch zuvor muss sie wie Elia 1.260 Tage, sprich 1+2+ ½ „Zeiten“ (3 ½ Jahre) in der Wüste [wörtl. „Ödnis“] verbringen. Die Wüste ist schon für die Kinder Israel und den HErrn Jesus der Ort der Bewährung gewesen. Ein fleischlicher Christ empfindet das geistliche Leben als „öde“ und wird immer wieder murren wie die Israeliten, denn es ist ja ein „unbesätes Land“, wo man in völliger Abhängigkeit zum HErrn lebt (Jer.2:3). Aber ein geistlicher Christ macht die Wüste zu einem Quellenort (Ps.107:35, Jes.41:18). Deshalb will der HErr auch die Gemeinde heute „in die Wüste locken und zu ihrem Herzen reden“, damit sie wieder dort wieder Loblieder singt „wie in den Tagen ihrer Jugendzeit“ (Hos.2:14-15).

Die „Wüste“ ist also in erster Linie kein geographischer Ort, sondern vielmehr eine Einstellung bzw. Lebensweise, die von Verzicht und Enthaltsamkeit geprägt ist. Wir sollen als Christen wieder die Erfahrung machen, dass Gott uns - wie Elia - mit dem „täglichen Brot“ versorgt. Welch ein Kontrast ist dazu das Ansammeln von Lebensmittelvorräten, um sich vor der drohenden Knappheit zu schützen! In der Coronakrise sind ja viele Christen zu „Preppern“ geworden („Vorbereiteten“ vom Engl. to be prepared = „vorbereitet sein“), indem sie über die Maßen haltbare Lebensmittel eingelagert haben. Für 3 ½ Jahre werden wir uns aber kaum bevorraten können, sondern dürfen getrost mit Gottes Hilfe rechnen. Wenn ich an die 22 Jahre meiner bisherigen Selbstständigkeit zurückdenke, kann ich nur bezeugen, dass der HErr mir immer wieder rechtzeitig genügend Aufträge geschenkt hat, um das 4. Gebot erfüllen zu können: „Sechs Tage sollst Du arbeiten…“ Der HErr will uns ganz unter Seine Fittiche nehmen - deshalb der „Adler“ (Ps.36:8, 63:8): „Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan und ⟨wie⟩ ich euch auf Adlerflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe“ (2.Mo.19:4). Eigene Pläne zum Auswandern können scheitern (z.B. durch Flugverbote) und Bevorratungen können verboten und konfisziert werden, aber der gute Hirte lässt uns keinen Mangel leiden, sondern deckt uns einen Tisch im Angesicht unserer Feinde.

Mit den „Übrigen ihres Samens“, die der Drache noch bekriegen kann, sind vermutlich jene gemeint, die in der Verfolgungszeit zum lebendigen Glauben finden, insbesondere aus den Juden, die ja wie die Söhne Jakobs in den sieben Hungerjahren ihren Bruder Jesus (Joseph) erkennen und zur Buße kommen über ihre Treulosigkeit. Nicht nur für Juden oder Adventisten, sondern für alle Erretteten ist es ein untrügliches Kennzeichen, dass sie – wie hier beschrieben – „die Gebote Gottes halten“. Mit diesen „Geboten Gottes“ sind nicht irgendwelche andersartigen gemeint, sondern jene, die Gott durch Mose erlassen hat, wenn auch auf Grundlage des Neuen Bundes und im eigentlichen – d.h. nicht schattenhaften – Verständnis des Neuen Testaments. Das Liebesgebot ersetzt ja nicht die anderen Gebote, sondern füllt sie erst mit ihrer richtigen Ausrichtung. Wer die Gebote Gottes nicht hält, kann weder behaupten, dass er Gott liebt, noch dass er seinen Nächsten liebt (1.Joh.5:2). Das Halten der Gebote und das Zeugnis Jesu sind untrennbar miteinander verbunden. Aber mit den Geboten ist auch nicht nur eine eigenwillige Auswahl gemeint, wie sie die Adventisten vorgenommen haben (10 Gebote, inkl. Sabbat und Speisegebote), sondern es sind absolut alle gemeint (Mt.5:18-19), wenn auch in ihrer eigentlichen, d.h. wesenhaften Bedeutung.