"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

Der Greuel der Verwüstung - Daniel 9

Daniel 9 ist wohl das wichtigste Kapitel aus dem Danielbuch, weil es u.a. von dem handelt, was uns Christen heute am nötigsten tut: Buße! Und zwar nicht jene Buße zur Erlangung des Heils; auch nicht Buße wegen einer persönlichen Sünde, sondern Buße über die Schuld des Volkes Gottes, wegen all unserer Treulosigkeit. Daniel hat sich immer wieder selbst einbezogen in sein Schuldbekenntnis: „Wir haben gesündigt und verkehrt und gesetzlos gehandelt, und wir haben uns empört und sind von Deinen Geboten und von Deinen Rechten abgewichen“ (Vers 5). Es ist so notwendig, dieses Gebet auch heute wieder nachzusprechen. Wir finden viele ähnliche solcher Bußgebete von Männern Gottes in der Heiligen Schrift, von Gläubigen, denen der Heilige Geist die Augen öffnete, um den jämmerlichen Zustand des Volkes Gottes zu bekennen (Esra 9, Nehemia 9, Psalm 74, 79, 80, 85, Jesaja 64, Klagelieder 5). Aber wo sind heute ernsthafte, Gott wohlgefällige Beter, die „Wächter auf Zions Mauern“, die ihre Lauten in die Weiden hängten und „welche seufzen und jammern über all die Gräuel, die in ihrer Mitte geschehen“ (Jes.62:6-7, Ps.137, Hes. 9:4)? Stattdessen suhlen sich viele Christen heute im Schlamm der Welt, nehmen am heidnischen Fußball-Götzendienst teil, glauben an das Wohlstandsevangelium und sagen: „Gepriesen sei der HErr, denn ich werde reich!“ (Sach.11:5). „Und es wird geschehen zu jener Zeit, da werde ich Jerusalem mit Leuchten durchsuchen; und ich werde die Männer heimsuchen, welche auf ihren Hefen liegen, die in ihrem Herzen sprechen: ‚Der HErr tut nichts Gutes und tut nichts Böses“ (Zeph.1:12).

Daniel hatte offene Fenster gegen Jerusalem hin, „und dreimal des Tages kniete er auf seine Knie und betete und lobpries vor seinem Gott“ (Dan.6:11). Wer sich heute zum Gebet gemütlich hinsetzt und seine Hände faltet, bekennt sich damit nicht nur zu seinem Mangel an Gottesfurcht, sondern auch, dass er geistlich schläft (Spr.6:10-11, Mal.1:16-14). Daniel hingegen war in seiner Treue ein „Vielgeliebter“, bei dem seine Feinde nicht den noch so geringsten Grund zur Anklage fanden.

In Vers 24 lesen wir von „70 Siebenern“, die über das Volk Israel bestimmt sind. Gemeint sind hier keine Jahrwochen, wie viele glauben, denn in Dan.9:2 werden ja 70 „Jahre“ genannt, wo es buchstäblich um 70 Sonnenjahre á 365 Tagen ging. Es handelt sich in V. 27 vielmehr um Zeiteinheiten, die sich aus sieben prophetischen Jahren á 360 Tagen bilden, was aus Offb. 11:3 und 12:6 hervorgeht (wo die 1.260 Tage nur dann 3 ½ prophetische Jahre bilden können, wenn das Jahr 360 Tage hätte). Es sind also 70 x 7 x 360 Tage = 176.400 Tage = 483 Jahre. Die 70 Siebener werden in Vers 25 dann zerlegt in 7 Siebener und 62 Siebener, also 49 + 434 prophetische Jahre = 17.640 + 156.240 Tage = 48 + 428 = 476 normale Jahre. Während der 48 Jahre, d.h. genauer gesagt von 445 - 397 v.Chr. wurde Jerusalem wieder aufgebaut. Mit dem „Ausgehen des Wortes“ ist nicht die Ankündigung des persischen Königs Kores im Jahr 537 n.Chr. aus Esra 5:13 gemeint, denn dort ging es nur darum, dem HErrn ein Haus zu bauen, d.h. den 2.Tempel, dessen Bau bis zur Herrschaft Artasastas andauerte (Esr.6:14). Vielmehr erging der Befehl zum Aufbau der Stadt erst „im zwanzigsten Jahr des Königs Artasasta“ (Neh.2:1), also im Jahr 445 v.Chr. Nachdem Jerusalem wieder erbaut war im Jahr 397 v.Chr., vergingen weitere 428 Jahre, „bis der Messias weggetan werden“ sollte. Demnach müsste das Todesjahr unseres HErrn etwa bei 31/32 n.Chr. liegen.

Das Volk des kommenden Fürsten“ ist das Römische Reich unter Titus, das die Stadt und den Tempel zerstörte. Weiter heißt es: „Und das Ende wird durch die überströmende Flut sein“ - vielleicht die Eroberung von Jerusalem durch die Mohammedaner im Jahr 638? – „und bis ans Ende Krieg, Festbeschlossenes von Verwüstungen“ (siehe der heutige Nahostkonflikt). Von dieser Zeitspanne spricht der HErr Jesus in Mat.23:38 „Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen werden“. „Denn die Kinder Israel werden viele Tage ohne König bleiben und ohne Fürsten, und ohne Schlachtopfer und ohne Bildsäule und ohne Ephod und Teraphim“ (Hos.3:4).

Doch dieser Zustand bleibt nicht so, denn es fehlt ja noch der letzte Siebener. In Vers 27 lesen wir: „Und stark machen [o. als stark erweisen] wird er einen Bund für die Vielen, einen Siebener lang; und zur Hälfte des Siebeners wird er Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen. Und auf dem Flügel von Gräueln kommt ein Verwüster, bis fest beschlossene Vernichtung über den Verwüster ausgegossen wird." Viele glauben heute, dass der Antichrist sich mit Israel verbünden wird. Aber dort steht nicht, dass er einen Bund „schließen“ wird, sondern dass sich der Bund als überlegen bewähren wird, nämlich der Bund Gottes mit Israel, weil die Juden trotz aller Anfeindung an JHWH festhalten. Und gerade deshalb wird der Antichrist mit einem großen Heer gegen Israel heranziehen, so wie es schon damals geschah im 2.Jh. v.Chr. als Antiochus IV. Epiphanes nach Jerusalem zog und den jüdischen Gottesdienst verbot. Auch er setzte sich damals nach 3 ½ Jahren in den Tempel Gottes, entweihte ihn durch die Opferung einer Sau und verlangte, dass man ihn anbeten solle (siehe 1. und 2. Makkabäerbuch). Aber dass sich diese Prophetie ein weiteres Mal erfüllen sollte, bestätigt der HErr Jesus in Mt.24:15 „Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, stehen sehet an heiligem Ort – wer es liest, der beachte es…“ Titus hatte keinen solchen Greuel aufgestellt, deshalb steht diese Prophezeiung noch aus. Da sich die Geschichte mit Antiochus wiederholen wird, können wir davon ausgehen, dass der „Sohn des Verderbens“ aus 2.Thess.2:4 sich auch buchstäblich in den Tempel Gottes setzen wird, der dann wieder errichtet sein wird.

Wir werden in Kap.11 noch viele Einzelheiten über den Antichristen erfahren, der durch Antiochus IV. Epiphanes (215 - 164 v.Chr.) vorgeschattet war. Doch ist noch immer die Frage zu beantworten, was es mit den Füßen aus Ton und Eisen in Dan.2 auf sich hat. Da viele Bibelausleger von einem Bund des Antichristen mit Israel ausgehen, vermuten sie, dass mit dem Eisen das antichristliche Weltreich gemeint ist, das mit den Juden ein Bündnis eingehen wird, zumal Gott ja in Jer.18 bestätigt: „Ihr seid der Ton“ (Vers 6). Ein Bündnis der Juden mit den Heiden (Gojim) kann in der Tat nicht von Bestand sein, da Juden nach ihrem Selbstverständnis keinerlei Umgang haben dürfen mit den Gojim. Im Talmud wird dem Nichtjuden sogar das Menschsein abgesprochen, da er ein „Vieh“ sei (Baba mezia 114b). Zugleich erlaubt der Talmud den Juden, einen Nichtjuden beim Handel zu „täuschen, ihn zu hintergehen, um ihm sein Geld zu nehmen“ (Baba kamma 113a). Wenn man sieht, wie die Rothschilds, Rockefellers, Warburgs u.a. durch viel List und Täuschung zu unvorstellbarem Reichtum gelangt sind und dass es überdurchschnittlich viele Juden gab, die den Kommunismus hervorbrachten (Marx, Trozki, Kamenew, Sokolnikow), liegt die Vermutung nahe, dass es sich beim Eisen um den Nationalismus und beim Ton um den Kommunismus (Anarchie) handelt, der sich als „Geheimnis der Gesetzlosigkeit“ heute durch die westlichen Institutionen subversiv seinen Weg bahnt, um dann am Ende offen als Tier aus dem Völkermeer ans Licht zu treten (Offb.13:1, 2.Thes.2:3-8).

Ton hat die Eigenschaft, sich formen und anpassen zu lassen. In der Beziehung zu Gott ist es gut, wenn wir uns von unserem Töpfer verändern lassen. Aber wenn wir uns der Welt anpassen, um größeren Einfluss und Macht zu erlangen, dann werden wir bei der Wiederkunft des HErr Jesus mit der Welt untergehen, so wie jener Stein in Daniel 2 das Standbild zerschmetterte, inkl. jenem Ton, der sich am Fuß mit dem Eisen vermischt hatte (Röm.12:2).

 

Eine große Mühsal“ (Dan.10:1) - Daniel 11

Kapitel 10 ist eine Einleitung zu den Kapiteln 11 und 12. In Kap.10:13 u. 20 wird uns gezeigt, dass am weltgeschichtlichen Geschehen auch die himmlischen Heerscharen beteiligt sind (z.B. Jos.5:13-15). Scheinbar handelt es sich um Engelfürsten, die jeweils für ein irdisches Volk eintreten und im Kampf gegen einander im Voraus die Geschicke auf Erden entscheiden. Denn als der Engel zu Daniel kam, war gerade im Himmel das persische Weltreich von den Fürsten geschlagen, obwohl es zu der Zeit noch auf Erden bestand; und als der Engel in Vers 20 wieder weiterzog, um zusammen mit dem Erzengel Michael, der für die Kinder Israel steht, mit dem Fürsten von Persien zu streiten, sollten noch mindestens 4 Könige in Persien aufstehen (11:2). Es gibt noch andere Kämpfe im Himmel (z.B. Jud.9, Offb.12:7), aber wir wollen uns nun mit den in Kap.11 nachfolgenden „Königen des Südens“ und „des Nordens“ beschäftigen. Zunächst ist wieder auffallend, dass keine Namen erwähnt sind, wie wohl aus den Beschreibungen hervorgeht, welche Könige gemeint sind. Sollte dies vielleicht wiederum eine doppelte Bedeutung haben wie in Kap.2? Vergleichen wir zuerst einmal die beschriebenen Königreiche mit denen, welche in erster Linie damit gemeint sind:

Vers 2: Diese Könige waren 1. Kambyses (529-522 vChr), 2. Darius Hystaspis (521-485), 3. Xerxe/Ahasveros (485 -465), 4. Artaxerxes/Artasasta (465-424).

Vers 3: Alexander der Große (336-323 vChr) schlug Darius Codomannos (336-331 vChr) im Jahre 333 bei Issos und

Vers 4: 331 vChr bei Gaugamela und eroberte sein Reich. Nach weiteren Feldzügen, die ihn bis nach Indien führten, starb er 323 mit 33 Jahren an einem Mückenstich (Malaria).

Vers 5: Ptolemäus I. Soter (304-285 vChr), König von Ägypten, war zuvor Heerführer von Alexander. Der Starke ist Seleukos I. Nikator (312-281), der Mächtigste von allen, die in dem einst vereinten Reich Alexanders herrschten. Daniels Prophetie geht über den zweiten Seleukidenkönig hinweg, Antiochus I. Soter (281-261), es wird nur eine Vereinigung der beiden königlichen Linien erwähnt.

Vers 6: Ptolemäus II. Philadelphos (285-246). Die Tochter heißt Bernice. In den Jahren 274-241 finden 3 syrische Kriege statt, in welchen Ägypten immer wieder von Antiochus II. Theos (261-246) und Seleukos II. (246-226) immer wieder im Kampf um das Land Israel geschlagen wird.

Vers 7: Ptolemäus III. Euergetes (246-221) führte Krieg gegen Syrien. Sein Nachfolger aber, Ptolemäus IV. Philopator (221-205) siegte 217 bei Raphia über Antiochus III. von Syrien.

Vers 8-12: Wiederholte Kämpfe um die Vorherrschaft im Nahen Osten zwischen Ägypten und Syrien. 222-187 vChr wird er von Antiochus III. erobert, geht dann aber wieder verloren.

Vers 13-15: Ptolemäus V. Epiphanes (205-181) unterlag Antiochus III. im Jahr 200 vChr bei Paneion. Israel ist seit 198 vChr. unter syrischer Herrschaft.

Vers 19: Antiochus III. unterliegt den Römern in der Schlacht bei Magnesia im Jahr 190 vChr.

Vers 20: König Seleukos IV. Philopator (187-175) sendet seinen Reichskanzler Heliodorus nach Jerusalem, um die überschüssigen Gelder des Tempelschat-zes ausgeliefert zu bekommen, um sie dem König zurückzubringen. Als er sich in Vermessenheit – den Worten des Hohenpriesters trotzend – der Schatzkammer des Tempels nahte, wurde er in einem Gesicht von heranstürmenden Reitern gegeißelt, so dass er das Bewusstsein verlor. Wegen des Hohenpriesters Onias wurde ihm aber das Leben geschenkt. Und als er in sein Land zurückkehrte, verkündigte er die große Macht Gottes.

Vers 21: König Antiochus IV. Epiphanes (175-164) setzt den gottlosen Jason 175 zum Hohenpriester ein, der Juda zu hellenistischen Bräuchen verführt.

Vers 22: Der Hochstapler Menelaus lässt – nachdem er sich das Hohepriestertum erschlichen hat - den Hohepriester Onias durch Andronikus ermorden.

Vers 23: Er macht einen Bund mit den Juden, um sie für sich zu gewinnen.

Vers 24: Menelaus lässt durch seinen BruderLysimachos den Tempelschatz berauben und verkauft die Goldgeräte an Tyrus und andere Städte.

Vers 25: „Als sich nun Antiochus in seiner Herrschaft genügend gefestigt sah, sann er darauf, auch Herr von Ägypten zu werden, um so beide Königreiche in seiner Gewalt zu haben. Er zog also mit einem gewaltigen Heer nach Ägypten, mit Kriegswagen, Elefanten, Reiterei und mit einer starken Flotte…

Vers 28: … und er plünderte das Land Ägypten aus… und er kehrte im Jahr 170 um, zog gegen Israel und kam nach Jerusalem mit gewaltiger Heeresmacht“ (1.Makk.1:16-24). Nachdem er dann das Heiligtum beraubte, ein Blutbad anrichtete und vermessene Lästerungen ausstieß, kehrte er in sein Land zurück.

Vers 29: Bei einem weiteren Feldzug gegen Ägypten im Jahr 168 lässt sich Antiochus IV. von einer Flotte der Kittäer (Zypern?) einschüchtern und war scheinbar nicht so erfolgreich wie zuvor.

Vers 30: Er lässt in sein ganzes Reich eine Verfügung ausgehen, dass alle seine Untertanen ein einziges Volk bilden sollten und jeder seine besonderen Gebräuche und Gesetze aufzugeben habe.  


Der vorgeschattete Antichrist -
Daniel 11

Der vor seinem Königtum lange Zeit in Rom gefangen gehaltene Antiochus IV. erlangte durch „Ränke“ (V. 21) das Königtum in Syrien und versuchte, neben der Ausweitung seines Machtbereiches nach Ägypten auch eine kulturelle Durchdringung seiner unterworfenen Völker mit dem Hellenismus zu erreichen, um sie auf diese Weise zusammenzuschweißen. Der heilige Bund, den die Juden mit Gott hatten, war ihm dabei ein Dorn im Auge, weshalb er zunächst mithilfe von jüdischen Kollaborateuren versuchte, den Gottesdienst in seinem Sinne zu verändern (V.30). Der Sabbat wurde entheiligt, Götzenbilder im Tempel aufgestellt und Schweine geopfert (V. 31). Wer nicht mitmachte, wurde gefoltert und hingerichtet, wie wir in den zwei Makkabäerbüchern ausführlich erfahren. Antiochus IV., der sich selbst als Theos Epiphanes, d.h. als „offenbarer Gott“ sah, war sehr von der Schrecken einflößenden Wirkung der olympischen Götter beeindruckt (Apg.14:11-13) und versuchte durch seinen erzwungenen Götzendienst seine Untertanen in eine fanatische Kampfesbereitschaft für ihn, dem „Sohn des Zeus“, zu versetzen (V.36 -39). Nach dem Beginn des ersten jüdischen Widerstands gegen die syrische Religionspolitik im Jahr 166, hatte Antiochus den Reichsverweser Lysias mit der Niederschlagung des Aufstands der Juden beauftragt. Dieser aber verbündete sich 165 mit Judas Makkabäus. Daraufhin zieht Antiochus noch einmal aus, um sämtliche Ländereien zu unterjochen, wird dabei aber, so wie zuvor Sanherib, von Gerüchten eines Einfalls in sein Land abgehalten und kommt im weiteren Kampf um.

Es ist nicht einfach, Parallelen zu diesen Ereignissen in den letzten 2000 Jahren zu finden, wie ich es in Kap. 2 versucht hatte. Da es aber in Kap. 12:1 heißt: „Und in jener Zeit wird dein Volk gerettet werden“ und in Vers 2 sogar von der Auferstehung die Rede ist, müsste es noch eine zweite Deutung für das 11. Kapitel geben. Eine Möglichkeit bestünde vielleicht darin, die Zeit der Seleukiden- und Ptolemäerkönige in Dan.11 (281-164 v.Chr.) – unter Ausblendung der übrigen Welt – mit der Geschichte Palästinas in den vergangenen 2000 Jahren zu vergleichen. Dann käme man zu folgender Deutung:

Verse 5-7: Der Starke wäre in diesem Fall vielleicht Julius Cäsar, der als römischer Kaiser immer mehr Einfluss auf Palästina gewann, das im Jahr 64 v.Chr. durch Pompeius zur römischen Provinz wird. Nach dem Selbstmord Kleopatras fällt auch Ägypten in die Hände der Römer, die sich noch bis zum 7.Jh. n.Chr. im Nahen Osten halten können (Oströmisches Reich seit 395 n.Chr.).

Verse 7-9: Durch die starke Ausbreitung des muslimischen Glaubens wird auch Jerusalem im Jahr 638 v.Chr. eingenommen und gehört bis 1099 n.Chr. zum Kalifat der Abassiden. Nachdem sich Sultan Saladin im 12. Jh. vorübergehend die Herrschaft streitig machen musste mit den abendländischen Kreuzfahrern, kommt Jerusalem 1244 endgültig in den Besitz des Osmanischen Reiches.

Vers 9: Im Jahr 1799 versucht Napoleon Bonaparte durch einen Feldzug von Ägypten aus Palästina zu erobern, kehrt aber unverrichteter Dinge wieder nach Frankreich zurück.

Verse 10-19: Nach vielen Freiheitskämpfen gegen das Osmanische Reich im 19.Jh. wird auch Palästina seit 1918 zur britischen Kolonie, in die dann immer mehr Juden aus aller Welt übersiedeln und sich unter den heimischen Mohammedanern ein neues Zuhause erkämpfen (seit dem Zionistischen Kongress 1897 in Basel). Vers 14 deutet die Überzeugung einiger Juden für ihre Einwanderung ins verheißene Land an (z.B. Jer.31:8).

Ist Putin der zukünftige Antichrist?

Im Folgenden gilt es herauszufinden, ob der eigentliche Antichrist möglicherweise z.B. der russische Präsident PUTIN sein könnte, denn in Hesekiel 38 wird ja von ihm gesagt, dass Gog „aus dem äußersten Norden“ komme und der „König von Rosch“ sei (Russland, russ. Россия Rossiya, war früher das Volk der Rus). Der Name Putin entspricht dem Hebr. PäTäN = „Giftschlange“, griech. PYThOoN. Ob er es ist, wissen wir noch nicht, aber nehmen wir mal an, er wäre es, dann ließen sich die weiteren Verse vielleicht wie folgt deuten:

Vers 21: Dass der zukünftige Antichrist durchaus Putin sein könnte, obwohl dieser vielerorts verachtet wird, sehen wir hier bestätigt: auch Antiochus IV. war ein „Verachteter“. Wie Hitler hat sich auch Putin durch günstige Umstände und geschickte Ränkespiele die Macht erschlichen.

Vers 23: So wie Hitler die Deutschen Christen für seine Absichten instrumentalisierte, hat es auch Putin jetzt schon geschafft, nicht nur die Gunst der Orthodoxen Kirche, sondern auch die der Rechten im Westen zu gewinnen. Aber auch hierzulande gibt es immer mehr staatliche Bevormundung und Einflussnahme auf die christlichen Gemeinden. Dass der antichristliche Geist auch heute schon „mit wenig Volk Macht gewinnt“, sehen wir z.B. durch den Genderismus und die LGBTQ-Community, die gerade einmal nur 2 % der Bevölkerung ausmacht, aber einen massiven Einfluss auf die Gesellschaft und letztlich auch auf den Staat Israel ausübt.

Vers 24 Überall ist der antichristliche Geist auch heute „eingedrungen in die fruchtbarsten Bereiche und tut, was weder seine Väter noch seine Vorväter getan haben“. War es zu Antiochos Zeiten der hellenische Nacktsport, so ist es heute die ausgelebte Homosexualität, sogar von Predigern und lesbischen Pfarrerinnen, was noch vor 50 Jahren undenkbar war. „Gegen die Festungen wird er Pläne schmieden“ – heute traurige Realität in der Kirche.

Vers 25: Der König des Südens, gegen den der König des Nordens (Putin?) zu Felde zieht, könnte für die islamistischen Tschetschenen stehen, die er 2009 endgültig besiegte. Möglich wäre aber auch Putins Krieg gegen den Islamischen Staat von 2015-2019.

Vers 27: Die Kunst der Diplomatie besteht darin, freundliche Miene zum bösen Spiel zu machen, und diese Taktik beherrschte Putin bisher außerordentlich, besonders gegenüber den islamischen Herrschern.

Vers 28: Der „heilige Bund“ zwischen Gott und Seinem Volk Israel wird seit Jahren bedroht durch eine Zwei-Staaten-Lösung, durch welche die Juden faktisch vom Zugang zum Tempelberg ausgeschlossen wären, der ja in Ost-Jerusalem liegt. Putin setzt sich schon seit Jahren für die Zwei-Staaten-Lösung ein, zuletzt beim Besuch von M. Abbas 2021 in Sotschi.

Verse 29-35: Das Scheitern in seinen Bemühungen zur Lösung des Nah-Ost-Konflikts könnte Putin künftig dazu veranlassen, das erstarkte Israel endgültig zu besiegen durch einen Angriff mithilfe einer großen islamischen Allianz (Gog und Magog) während des letzten Siebeners. Dabei wird sich die Prophezeiung aus Dan.9:27 nach den Worten Jesu in Mt.24:15 ein weiteres Mal wiederholen, indem sich Putin in den gerade erbauten 3. Tempel setzt, den jüdischen Opferdienst verbietet und selbst ein Schwein opfert, um den Tempel zu entweihen (V. 31).

Vers 36-37: Als ehemaliger KGB-Offizier weiß Putin, wie wichtig die Täuschung ist. Lenin soll ja mal gesagt haben: „Die Täuschung ist ein legitimes Mittel, um der Wahrheit des Kommunismus zum Sieg zu verhelfen“. So ist es gut möglich, dass Putin sich nur zum Schein als frommer, orthodoxer Christ ausgibt, um die Herzen der Russen zu gewinnen. In Wirklichkeit aber verachtet er den „Gott seiner Väter“ und auch die „Sehnsucht der Frauen“.

Vers 38-39 Der Gott der „Festungen“ (hebr. Ma˜Ş ist abgeleitet von ṌŞ = „Stärke“) war für Antiochus IV. der Zeus Olympios, der Göttervater des Olymps. Aus christlicher Sicht kann damit nur der Satan als Widersacher Gottes gemeint sein. Putin ist zwar kein bekennender Satanist, wird aber beraten vom Satanisten Alexander Dugin und hat engste Kontakte zur kabbalistischen Sekte Chabad Lubawitsch, deren erklärtes Ziel es ist, die Welt ins Chaos zu stürzen, damit der Messias Ben David komme.

Die Zeit des Endes - Daniel 12

Verse 40-45: In den letzten Versen von Kap.11 lesen wir von der durch Antiochus IV. vorgeschattete Vernichtung des Antichristen, nachdem er zuvor noch einmal zum großen Krieg gegen den König des Südens (Islam?) ausrückt. Ähnlich wie der assyrische König Sanherib, ein anderer Vorläufer des Antichrists, wird er von Gerüchten auf einmal erschreckt, die ihn zum Rückzug zwingen (Jes.37). „Wovor dem Gesetzlosen bangt, das wird über ihn kommen“ (Spr.10:24). Aber für uns Gesetzestreue gilt, dass wir „keinerlei Schrecken fürchten“ sollen (1. Petr.3:6).

Daniel 12:1 Dass es eine „Zeit der Drangsal“ sein wird, dergleichen es noch nie zuvor gab, zeigt uns, dass es sich hier nicht mehr um jene Zeit im 2.Jh. v.Chr. handeln kann, denn jene Drangsal der Juden war ja längst nicht so schlimm, wie vergleichsweise z.B. die des Holocaust. Prophetisch gesehen ist es die 2. Hälfte der 3 ½ Jahre der antichristlichen Vollmachtszeit, wenn sich die Zorn-Schalen über die Erde ergießen. „In jener Zeit wird dein Volk gerettet werden, ein jeder, der im Buche geschrieben steht“. Gott wird die gläubigen Israeliten vor den Gerichten Gottes bewahren wie einst in der Passahnacht (vergl. Jes.26:16-21).

Vers 2: Die Auferstehung des Volkes Gottes aller Zeiten wird genau in der Mitte der 7 Jahre stattfinden, kurz vor der Entrückung der klugen Jungfrauen (Mt.25:7). Dass mit jenen, die zur „äonischen Abscheu“ auferstehen, nicht die Ungläubigen gemeint sein können, geht aus dem „viele“ hervor, sowie der Tatsache, dass die „übrigen der Toten“ erst nach den 1000 Jahren lebendig wurden (Offb.20:5). Die törichten Jungfrauen sollen sich im kommenden Äon schämen und ihre Treulosigkeit von allen verabscheut werden (vergl. Jes.66:24).

Vers 3: Die Gerechten hingegen sollen geehrt und allen anderen zum Vorbild hingestellt werden. Gerechtigkeit geübt zu haben, ist kein Selbstzweck, sondern dient auch als Bewährtheit, um anderen, die bisher gesetzlos waren, den Weg zur Gerechtigkeit zu weisen. Auch hier sehen wir, dass die in Vers 2 Verabscheuten nicht aufgegeben werden, sondern sie sind es, die nun im 1000-jährigen Reich die Gerechtigkeit lernen sollen (Jes.26:9).

Vers 4: Die Versiegelung prophetischer Worte dient der Bewahrung, damit sie nicht durch verfrühte Auslegung missbraucht werden, sondern zur richtigen Zeit gedeutet werden, kurz bevor sie sich erfüllen. „Die Erkenntnis wird sich mehren“ zum Ende hin, und das sehen wir ja in der Kirchengeschichte: seit Augustinus im 5.Jh. glaubte man allgemein, dass die Prophezeiungen der Bibel sich bereits geistlicherweise alle erfüllt hätten und nun jederzeit der HErr kommen könne. Erst im 19. Jh. machte sich durch J.N. Darby u.a. die Erkenntnis breit, dass sich die Prophetie noch einmal buchstäblich erfüllen würde.

Vers 5-8: Die beiden Engel diesseits und jenseits des Stromes sind die Verkünder des Gegenwärtigen und des Zukünftigen (man spricht ja auch von einem „Strom der Zeit“). Nun fragt der Engel der Gegenwart jenen Engel der Zukunft, wann sich diese „Wunder“ erfüllen werden und bekommt einen Schwur zur Antwort, dass erst „eine Zeit, Zeiten und eine halbe (Zeit)“ vollendet sein müssen, bis mit der „Zerschmetterung der Kraft des heiligen Volkes“ all diese Dinge erfüllt sein werden. Diese ungewöhnliche Zeitangabe finden wir auch in Offb. 12:14, wo aus dem Zusammenhang deutlich wird, dass es sich um jene 1260 Tage handelt, die in etwa den 3,5 Jahren des letzten Siebeners entsprechen. Demnach dient die Flucht des „Weibes“ (d.h. des Volkes Israel) dazu, dass ihre Kraft zerschmettert wird, damit sie sich nur noch auf Gottes Kraft und Zusage stützen können.

Vers 9-10: Erst wenn die Zeit reif ist zum Verständnis, sollen die Verständigen die Worte verstehen. Durch die Verschlüsselung der Botschaft soll sie jedoch den Bösen verborgen bleiben, um sie vor Missbrauch zu schützen.

Vers 11-13: Hier gibt der Engel einen sehr interessanten Tipp aus meiner Sicht über die Zorngerichte und die Wiederkunft des HErrn: Ich vermute, dass der HErr Jesus für Israel und die verbliebene Gemeinde 1260 Tage nach der Entweihung des Tempels wiederkommt, aber dass es dann noch eine Zeit von 30 Tagen geben wird („bis 1.290 Tage“), wo sich die Zornesschalen über die Erde ergießen und die Schlacht von Armageddon stattfindet. Und danach wird es noch einmal 45 Tage nach der Stunde Null dauern („bis 1335 Tage“), bis die ganzen Trümmer auf der Erde weggeräumt sind und die Menschen wieder Nahrung finden werden (vergl. Sach.14). Die „2.300 Abende und Morgen“ aus Dan.8:14 sind dann entsprechend die Zeit, „bis das Heiligtum gereinigt ist“, d.h. der Tempel nach der Schändung wieder eingeweiht wird. All diese Zeiträume reichen entsprechend in das 1000-jährige Reich hinein – nach Abzug der 1.260 Tage.