"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

Lebenszeugnisse von Knechten Jesu Christi Teil 16:

Wulfila (311 - 383 n.Chr.)

Infolge der Bekehrung des Kaisers Konstantin im Jahre 312 n.Chr. wurde das Römische Reich dem Namen nach christianisiert, doch das lebendige Glaubenszeugnis schien im gleichen Zuge abzunehmen. Die Christen mussten nicht mehr um ihres Glaubens willen leiden; denn nun gehörte es zum guten Ton, Christ zu sein, und dies hatte zur Folge, dass der geistliche Eifer nachließ. Die Kirche und der Staat hatten sich eng miteinander verbunden, und das Christentum wurde zunehmend als Mittel eingesetzt, um die Ausbreitung des Reiches zu fördern. Missionare wurden nach politischen Interessen beurteilt, und man hegte die Hoffnung, dass durch ihre missionarischen Bemühungen das römische Reich seine Gebiete erweitern könnte. Einer dieser Missionare war Wulfila. Er selbst war von dem Wunsch beseelt, das Evangelium zu verbreiten. Doch für die römischen Politiker ließ sich seine Missionstätigkeit gut für territoriale Erweiterungen einspannen.

Wulfila („kleiner Wolf“) war einer der bedeutendsten Missionare der frühen Kirche und zugleich der erste, der die Bibel ins Gotische übersetzte, seiner Muttersprache, eine Art Urdeutsch. Seine christlichen Großeltern waren bei einem Raubzug der Goten durch Kleinasien versklavt und verschleppt worden. Schon als Jugendlicher sah Wulfila seine Lebensaufgabe darin, den christlichen Glauben unter seinen gotischen Landsleuten im heutigen Rumänien zu verbreiten. Mit Anfang Zwanzig wurde Wulfila zum diplomatischen Dienst nach Konstantinopel geschickt. Hier lebte er mehrere Jahre und kam unter den Einfluss des Bischofs Eusebius, der ihn lehrte, die Bibel in Griechisch und Lateinisch zu lesen. Wie die meisten byzantinischen Bischöfe seiner Zeit war auch Eusebius Arianer und gab diese Sichtweise an Wulfila weiter. Arius (260-327 n.Chr.) lehrte, dass der Sohn Gottes nicht „gleichen Wesens“ sei mit Seinem Vater, sondern unter Ihm stehe, was auf dem Konzil von Nizäa 325 als Irrlehre verurteilt wurde. Da sich viele Kirchenlehrer im Osten nicht an diesen Beschluss hielten, erließ Kaiser Theodosius 380 ein Edikt, nach welchem alle Christen sich zu der Formulierung „wesensgleich“ bekennen müssten, um nicht aus der Kirche ausgeschlossen zu werden. Wulfila glaubte zwar an die Göttlichkeit Jesu, sah aber in dem Heiligen Geist einen „Diener Christi“ und nicht eine weitere göttliche Person: „Ich, Wulfila, Bischof und Bekenner, habe immer so geglaubt […], dass ein Gott ist, der Vater, allein ungezeugt und unsichtbar, und an seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn und Gott, Werkmeister und Bildner der gesamten Kreatur, der seinesgleichen nicht hat; also ist einer der Gottvater aller, welcher auch der Gott unseres Gottes ist; und an den Heiligen Geist […], der weder Gott noch Herr ist, sondern der treue Diener Christi, Ihm nicht gleich, sondern in allen Dingen dem Sohn untertan und gehorsam ist seinem Gott und Vater […].“

341 wurde Wulfila dann mit 30 J. zum Bischof der Goten geweiht, jenem Volk, das nördlich der Donau außerhalb des Römischen Reiches lebte. Die Missionierung war seine Hauptaufgabe. Man hielt die Goten für Barbaren, wild und ohne Disziplin, ein roher und grausamer Stamm, mit einem relativ niedrigen Lebensstandard. Viele von ihnen wohnten in Wagen, weil sie keine festen Häuser hatten. Für sie muss der Arianismus in seiner Einfachheit sehr attraktiv gewesen sein. Dadurch gerieten sie nicht in die komplizierte Kontroverse über die Natur und Person Christi, konnten Christus als Führer folgen und sich darauf konzentrieren, ein einfaches, gerechtes und gottesfürchtiges Leben zu führen, was an sich schon schwierig genug war.

In den 40 Jahren seines Dienstes brachte Wulfila reichlich Frucht unter den Goten. Es wurde auf Gotisch gebetet, gesungen und gepredigt. Goten sollten nicht den Eindruck haben, Römer werden zu müssen, wenn sie Christen wurden. Doch gleichzeitig wurde sie durch Verfolgung stark behindert. Im Jahr 348 wurde der Widerstand des Gotenführers Atanarich (der dachte, dass das Ziel von Wulfilas Mission wäre, die Goten unter römische Herrschaft zu bringen), so blutig, dass Wulfila mit den gotischen Christen über die Donau ins römische Reich fliehen musste. Andere Neubekehrte blieben dort und starben wie der Prediger Salas den Märtyrertod.

Doch der wichtigste Dienst, den Wulfila den Goten erwies, war die Übersetzung der Bibel in ihre Sprache, für die es bisher keine Schrift gab. Deshalb musste er zunächst ein Alphabet entwickeln. Wulfila war äußerst genau und schuf eine wortgetreue Übersetzung aus dem Griechischen. Er ließ jedoch zunächst die Bücher Samuel und Könige aus seiner Übersetzung aus, weil dort viel von kriegerischen Heldentaten die Rede sei und die Goten lernen sollten, Konflikte ohne Krieg zu lösen. Sowohl Goten als Vandalen führten diese Übersetzung mit sich, als sie in Europa umherzogen. Tatsächlich mäßigten sich die Goten in der Folgezeit und verschonten bei ihren späteren Eroberungszügen alle Kirchen und Klöster, da sie sich ja selbst auch als Christen sahen. Viele Römer waren völlig erstaunt, als sie sahen, dass die gotischen Krieger Bibeln bei sich trugen und mit den Eroberten über theologische Fragen debattierten.

Lebenszeugnisse von Knechten Jesu Christi Teil 17:

Martin von Tours (316 - 397 n.Chr.)

Der „heilige Martin“ ist sicherlich einer der bekanntesten Glaubensvorbilder in der Christenheit. Geschichten aus seinem Leben werden vielerorts schon den kleinen Kindern erzählt. Ihm verdankt sogar Martin Luther seinen Vornamen. Schon 396 verfasste Sulpicius Severus eine Biographie des Missionars der Gallier, die schon bald ein Bestseller wurde im ganzen Römischen Reich.

Geboren wurde Martin 316 in Sabria bzw. Szombathély im heutigen Ungarn. Bereits mit zehn begann er, sich für den christlichen Glauben zu interessieren. Regelmäßig besuchte er Gottesdienste und diskutierte mit Christen. Als 18-Jähriger ließ er sich taufen. Sein Vater, selbst Berufsoffizier, drängte den Sohn zu einer militärischen Laufbahn. Bis zu seinem 40. Lebensjahr diente Martin als Soldat unter den römischen Kaisern Konstantin und Julian. Während dieser Zeit soll er sich durch sein vorbildliches Leben ausgezeichnet haben. Von seinem Sold behielt er lediglich ein Minimum für sich. Das übrige verteilte er unter Armen, Hungrigen und Kranken.

Mitten im Winter traf Martin am Stadttor von Amiens (Nordfrankreich) einen armen Bettler, der ihn um ein Kleidungsstück bat, um sich vor dem Erfrieren zu schützen. Martin nahm kurzentschlossen sein Schwert, schnitt seinen Soldatenmantel in zwei Teile und gab einen davon dem Armen. Einige der Umstehenden lachten über den Offizier mit dem halben Mantel, andere schämten sich angesichts dieser praktischen Nächstenliebe. In der folgenden Nacht träumte Martin von Jesus, der ihm mit seinem halben Mantel erschien und an die Worte erinnerte: „Was ihr einem Geringsten getan habt, das habt ihr Mir getan“ (Mt.25:40).

Hilarius von Potiers gewann ihn zum Dienst für Gott. Zuerst unternahm Martin eine Pilgerreise nach Ungarn und Italien. Einige Zeit verbrachte er als Einsiedler auf der einsamen Insel Gallinaria an der Küste Genuas, um allein mit Gott zu sein. Dann schloss er sich in Südfrankreich einer Gruppe von Asketen an, die in Lingugé bei Potiers das erste Kloster des Abendlandes gründeten.

370 ernannte man ihn gegen seinen Willen zum Bischof von Tours. Im Gegensatz zu zahlreichen machthungrigen Kollegen war Martin ein äußerst demütiger Mann. Die Kirchenvertreter kritisierten, Martin sei schlecht gekleidet, hätte wirre Haare und sei auch sonst nicht sehr beeindruckend. Die Bevölkerung wollte ihn aber unbedingt als ihren neuen Bischof haben. Da versteckte sich Martin in einem Gänsestall, weil er die Verantwortung scheute. Doch die Tiere machten durch ihr lautes Geschnatter auf den Eindringling aufmerksam. Martin wurde entdeckt und erklärte sich schließlich bereit, das Amt zu übernehmen.

Auch weiterhin wollte er bescheiden bleiben. Zuerst wohnte er in einem kleinen Verschlag bei der Kirche. Später gründete er in Marmoutier mit gleichgesinnten Brüdern ein Kloster. Sie aßen nur eine Mahlzeit am Tag und hatten keinerlei Hierarchie unter sich. Sie lebten von Spenden, beteten und schrieben christliche Bücher ab. Von dort aus reiste er durchs Land und verkündigte das Evangelium unter den Heiden. Dabei ging er nicht immer zimperlich vor. Er verwüstete keltische und germanische Heiligtümer, um an ihrer Stelle Kirchen und Klöster zu errichten. Als er einmal eine Kiefer fällen wollte, die von den Heiden den Göttern geweiht war, machten die Dorfbewohner ihm ein Angebot. Martin solle sich in Fallrichtung des schief gewachsenen Baums stellen. Sollte er das Fällen überleben, würden sie die Macht des christlichen Gottes akzeptieren. Der Mönch erklärte sich damit einverstanden. Die ihn begleitenden Gläubigen zitterten und erwarteten seinen Tod. Ganz wie vorherzusehen, neigte sich die Kiefer zunächst in Martins Richtung, wurde dann im Fall plötzlich aufgehalten und schwang in die entgegengesetzte Richtung, so dass die erwartungsvoll wartenden Heiden fast erschlagen wurden. Nach diesem Wunder bekehrten sich nahezu alle, die dabeistanden und alles mitansahen.

Viele Gallier beeindruckten Martins Heilungen und Dämonenaustreibungen. Als einmal ein Mönchsbruder schwer erkrankte und starb, verwies Martin die trauernden Mönche des Raumes, legte sich in Erinnerung an Elia auf den Leichnam (2.Kön.4:1-35) und betete eindringlich für den Toten. Nach zwei Stunden begann der Mann zu blinzeln, dann erhob er sich von seinem Bett und lobte Gott. Wenig später kam Martin auf ein Landgut, wo man um einen Diener trauerte, der sich kurz zuvor erhängt hatte. Erneut erhörte Gott sein Gebet und rief den Mann ins Leben zurück.


Lebenszeugnisse von Knechten Jesu Christi Teil 18:

Patrick von Irland (400 - 461 n.Chr.)

Patricius, wie er ursprünglich hieß, war der Sohn eines römischen Offiziers, der in der Provinz Britannia stationiert war. Sein Vater war zugleich Diakon und sein Großvater sogar keltischer Priester. Als 16-Jähriger wurde er von einer Schar irischer Plünderer überfallen, wurde verschleppt und als Sklave verkauft. In den Jahren danach zwang man ihn, Schweine zu hüten. Während der Jahre seiner Gefangenschaft begann Patrick, über seine Beziehung zu Gott nachzudenken, und sein Leben änderte sich: „Der HErr öffnete mir die Augen über meinen Unglauben, so dass ich, wenn es auch schon spät war, meine Fehler eingedenk wurde und mich mit ganzem Herzen zu dem HErrn, meinem Gott, kehrte. Er sah meinen niedrigen Stand an, erbarmte sich über meine Jugend und Unwissenheit und hat über mir gewacht, noch bevor ich Ihn kannte und Weisheit erworben hatte, Gutes vom Bösen zu unterscheiden; und Er stärkte und tröstete mich wie ein Vater seinen Sohn.“ (F.F.Bruce, The Spreading Flame: The rise and progress of Christianity from it’s first beginnings S.373-377).

Als er 32 war, floh er und schlug sich bis zur Küste durch. Dort fand er ein Schiff, das ihn ans Festland brachte. Zunächst zog er sich eine Weile in ein Kloster zurück und reiste dann zurück in seine Heimat, wo er von Verwandten aufgenommen wurde, die jenen Überfall überlebt hatten, bei dem er gefangengenommen war. Eines Tages hatte er einen Traum: Darin hörte er die Stimme von Menschen, die ihm zuriefen: „‘Bitte, heiliger junger Mann, komm und lebe wieder unter uns‘. Ihr Rufen ging mir wie ein Stich ins Herz; dann erwachte ich.“ Daraufhin machte er sich 432 auf nach Irland. Dort gab es zwar schon vereinzelt christliche Enklaven, doch die große Mehrheit des Volkes war immer noch im Heidentum verwurzelt. Sie beteten die Sonne, den Mond, Wind, Wasser, Feuer und Steine an und glaubten, dass vieler Art guter und böser Geister auf Bäumen und Hügeln wohnten. Zauberei und Opfer – inkl. Menschenopfer – gehörten zu den religiösen Riten, die von den Druiden oder heidnischen Priestern durchgeführt wurden.

Es überrascht nicht, dass Patrick sofort auf heftigen Widerstand seitens der Druiden stieß; doch er akzeptierte ihr gesellschaftliche Ordnung, und schließlich bekehrten sich einige der mächtigsten Druiden, die zugleich auch Stammesälteste waren, zum Christentum. Kurze Zeit später trat der Bruder des Königs zum christlichen Glauben über und stellte Patrick ein Stückchen Land aus seinem Besitztum zum Bau einer Kirche zur Verfügung. Nachdem Patrick dort eine Gemeinde gegründet hatte, brach er auf und zog in Gebiete, in denen das Evangelium nie zuvor gepredigt worden war. Im Jahr 447, nach 15 Jahren des Predigens, waren große Teile Irlands evangelisiert. Patrick war inzwischen überall im Land als „großer Mann Gottes anerkannt“. Dabei ließ er sich von all den Widerständen nicht entmutigen: „Ich fürchte mich davor, dass die Arbeit, die ich begonnen habe, vergeblich war, denn dann würde Gott mich für schuldig erklären“ (Herbert Kane, Saint Patrick – Evangelical Missionary to Ireland, S.34).

Patricks Missionsmethoden ähnelten in mancher Hinsicht denen vieler Missionare vor und nach ihm. Sein erster Schritt auf neuen Missionsgebieten bestand darin, die politischen Führer zu gewinnen in der Hoffnung, dass die Untertanen ihnen folgen würden. Um dieses Ziel zu erreichen, war Patrick nicht abgeneigt, die regionalen Herrscher mit Geschenken zu überhäufen. Im Unterschied zu vielen römisch-katholischen Missionaren jedoch, waren Patrick und die anderen keltischen Missionare, die ihm folgen sollten, sehr auf das geistliche Wachstum der Bekehrten bedacht. Neubekehrte erhielten intensive Unterweisung in der Schrift und wurden ermutigt, selbst in irgendeiner Form für Gott aktiv zu werden. Frauen spielten eine bedeutende Rolle in der keltischen Kirche, obwohl Patrick selbst als lediger Missionar sehr zurückhaltend in seiner Beziehung zu diesen Frauen war. Er weigerte sich, die Geschenke frommer Frauen anzunehmen, damit nicht das geringste Gerücht in Umlauf käme und Anlass zu einem Skandal gäbe.

Patricks enormer Erfolg als Missionar und Evangelist zeigte sich in den etwa 200 Gemeinden, die er gründete und den etwa Hunderttausend Bekehrten, die er taufte. Patrick schließt seine Confessio mit dem Zeugnis ab: „Aber ich bitte alle, die an Gott glauben und Ihn fürchten, alle, die sich herablassen, dieses Dokument, das in Irland von Patrick, dem Sünder und Unwissenden, verfasst wurde, zu prüfen und anzuerkennen. Ich bitte alle dafür zu sorgen, dass niemand je sagen möge, dass ich jede noch so geringe Tat aus Unwissenheit, sondern mit Gottes Willen getan habe. Urteilt selbst und glaubt es von Herzen, dass es Gottes Gabe war. Das ist mein Bekenntnis bevor ich sterbe.(Bruce, The Spreading flame, S. 381).