"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

Die 10 Gebote

 

Das 7. Gebot

»Du sollst nicht ehebrechen« (2.Mo.20:14)

Um die Bedeutung dieses Gebotes zu erfassen, stelle man sich doch nur mal eine Welt ohne Verbindlichkeit zwischen Eheleuten vor. Nun, so schwer ist das nicht, denn wir leben ja inzwischen schon in einer Zeit, in der jede dritte Ehe geschieden wird. Unter Gläubigen sieht es leider nicht viel anders aus. Es gab mal eine Zeit vor zwei Jahren, als ich besonders für Brüder bat, deren Ehefrauen sie verließen; von anfänglich zwei Fällen, wurden es im Laufe der Zeit immer mehr, so dass es mir wie eine Epidemie vorkam. Die Leidtragenden sind nicht nur die Verstoßenen, sondern vor allen die Kinder. Millionen von Kindern wachsen nur mit einem Elternteil auf oder in sog. Patchwork-familien, manche aber auch in Heimen. Sie werden vernachlässigt, teilweise auch misshandelt oder missbraucht, kommen unter schlechten Einfluss, nehmen Drogen und zeigen z.T. psychische Verhaltensauffälligkeiten.

Wer war Mohammeds Vater?

Als abschreckendes Beispiel für ein Kind, das in einem zerrütteten Elternhaus aufwuchs, sei hier der Prophet Mohammed genannt, der eigentlich Qathem Ibn Kilāb hieß. Als er im Jahre 570 n. Chr. geboren wurde, war sein angenommener »Vater« Abd’Allāh schon vier Jahre tot. Wie war das möglich? »Vor dem Islam gab es eine Form der Ehe namens Zawaj Al Rahe´t, was Gruppenehe heißt. Und so funktionierte diese Ehe: Die Frau schläft mit einer Vielzahl von Männern, sieben, zehn oder mehr… Diese Sexualpraktik wurde von der damaligen Gesellschaft akzeptiert. Wurde sie schwanger, ernannte die Frau, nachdem ihr Kind geboren wurde, einen der Männer zum Vater des Kindes« (Christian Prince: Allahs Täuschung. 2017. S.12).

Mohammeds Mutter Amina hatte Abd’Allāh erwählt, weil dieser ein besonders schöner Mann gewesen sein muss. Ein Hadith berichtet, dass die Frauen bis zu 100 Kamele boten, um mit ihm schlafen zu dürfen (Ebd., S.15). Als er starb, wurde im selben Jahr sein Bruder geboren, der vier Jahre ältere Onkel Hamza. Dieser beschimpfte Mohammed einmal öffentlich mit den Worten, dass er »nicht mehr, als ein Sklave« seiner Vorväter sei, worauf sich Mohammed zurückzog und verschwand, wohl um zu verhindern, dass er ihn noch mehr demütigte. Es wird vermutet, dass Mohammed ein Adoptivkind war. Als mit 7 Jahren auch seine Mutter starb, nahm ihn sein Großvater zu sich, der ihn auch später auf Handelsreisen begleitete.

Obwohl Mohammed Analphabet war, lernte er innerhalb kurzer Zeit das Ränkespiel. Er und seine Gefolgsleute überfielen Handelskarawanen und ganze Städte, sie töteten Juden und Christen und versklavte Frauen und Kinder, wie es auch heute noch der IS tut. Er nahm sich bis zu 10 Ehefrauen, obwohl er selber zuvor die Grenze auf max. 4 festgelegt hatte. Seine jüngste »Frau« war die 9jährige Aische, mit der er sich bereits verlobt hatte, als sie gerade einmal 6 Jahre alt war. Ein Hadith berichtet, dass er sogar einmal mit der Leiche einer jungen Frau Sex hatte. »Er schreckt vor keinem Mittel zurück, um seine Ziele zu erreichen bis hin zu Attentaten und Massenmord. Seine Karriere als Tyrann von Medina ist die eines Räuberhauptmanns… Er selbst ist ein ungezügelter Wollüstling… Für all seine Taten erheischt er stets die unmittelbare Befugnis der Gottheit« (Ibn Warraq: Warum ich kein Muslim bin. 2004. S.154).

Man könnte noch vieles schreiben über Mohammed, aber mir ging es nur darum, einen Zusammenhang aufzuzeigen zwischen seiner Kindheit ohne Vater in einer zügellosen Gesellschaft und seinem späteren psychopathischen Verhalten. Letztlich war sein Vater der Teufel, und von diesem lernte er zu lügen und zu morden (Joh. 8:44). Aber auch heute sind viele Kinder zu kleinen Tyrannen geworden. Wenn die Eltern ihre Verantwortung vor Gott nicht mehr wahrnehmen und den Kindern keine Vorbilder mehr sind, weil sie ihre eigenen egoistischen Interessen verfolgen, dann ist es naheliegend, dass auch die Kinder zu gefühlslosen Monstern werden.

Ich hatte selber mal so einen Burschen als Lehrling, ein junger Türke, der mit seinem rotzfrechen Mundwerk die ganzen Mitschüler in der Berufsschulklasse gegen den Lehrer aufwiegelte und schon aus drei Klassen geworfen wurde. Als ich mal mit ihm unter vier Augen sprach, verriet er mir, dass er einmal seinen Vater dabei erwischt hatte, wie er im Internet heimlich mit anderen Frauen flirtete. Das hatte ihn völlig verstört, so dass er in der Folge jeden Respekt vor seinem Vater verlor. Später aber hurte er selber mit mehreren Freundinnen zur gleichen Zeit. Er tat also das, was er bei seinem Vater abgeschaut hatte.

Eine verhängnisvolle Affäre

Wie tragisch die Folgen eines Ehebruchs für die Opfer sein können, lässt sich ein wenig dadurch erahnen, dass ein Ehebrecher im Alten Bund mit dem Tode bestraft werden sollte. Diese Treulosen sollten durch die Steinigung zu spüren bekommen, wie schmerzlich ihr rücksichtsloses  Verhalten für die Betrogenen war. Doch hat Ehebruch im Neuen Bund noch weit verheerendere Konsequenzen, nämlich den Verlust des ewigen Lebens! »Oder wisset ihr nicht, daß Ungerechte Gottes Regentschaft nicht erben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Hurer, noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Weichliche(dem Sinngenuss Ergebene), noch Homosexuelle, noch Diebe, noch Habgierige, noch Rauschsüchtige, noch Schimpfer, noch Spitzbuben werden die Regentschaft Gottes ererben« (1.Kor.6:9 GtÜ).

Spätestens an dieser Stelle sollte jedem klar werden, dass Ehebruch oder Hurerei nicht etwa  Kavaliersdelikte sind in Gottes Augen. Die Welt spricht ja verharmlosend von einem »Seitensprung«, von einer »Liebesaffäre« oder einem »Techtelmechtel«. Die Bibel beschreibt an einer Stelle, wie ein typischer Ehebruch abläuft: »Und ich sah unter den Einfältigen, gewahrte unter den Söhnen einen unverständigen Jüngling... Und siehe, ein Weib kam ihm entgegen im Anzug einer Hure und mit verstecktem Herzen. - Und sie ergriff ihn und küsste ihn, und mit unverschämtem Angesicht sprach sie zu ihm: ‚…Komm, wir wollen uns in Liebe berauschen bis an den Morgen, an Liebkosungen uns ergötzen. Denn der Mann ist nicht zu Hause, er ist auf eine weite Reise gegangen...‘ Sie verleitete ihn durch ihr vieles Bereden, riss ihn fort durch die Glätte ihrer Lippen. Auf einmal ging er ihr nach, wie ein Ochs zur Schlachtbank geht, und wie Fußfesseln zur Züchtigung des Narren dienen, bis ein Pfeil seine Leber spaltet; wie ein Vogel zur Schlinge eilt und nicht weiß, dass es sein Leben gilt« (Spr.7:7-22).

Vor Jahren fuhr ich mal mit einem Bruder nach Ecuador um Geschwister zu besuchen. Wolfgang war Mitte 40, glücklich verheiratet und hatte vier Kinder im Pubertätsalter. Doch dann begegnete er Betty, einer ledigen Lehrerin, die ihm schöne Augen machte und ihm im wahrsten Sinne des Wortes den Verstand raubte. Als ich bemerkte, dass zwischen den beiden etwas lief, stellte ich Wolfgang zur Rede. Ich konnte es nicht fassen, als er mir mit der Plattitüde kam »Kann denn Liebe Sünde sein?« All meine Warnungen stieß er in den Wind und ließ sich von seiner Frau scheiden, um Betty zu heiraten. Solche Christen haben offensichtlich überhaupt keine Gottesfurcht mehr. Sie glauben vielleicht, dass Gott Verständnis hätte für ihre fleischliche Schwäche. »Also ist der Weg eines ehebrecherischen Weibes: sie isst, und wischt ihren Mund und spricht: Ich habe kein Unrecht begangen« (Spr.30:20).

Sie haben sich im Grunde einen eigenen Gott geschaffen, der alles so toleriert, wie sie es gerne hätten (Ps.50:21). Interessant ist, dass das 7. Gebot auf der zweiten der beiden Gesetzestafeln an zweiter Stelle steht parallel zum 2. Gebot, das auf der ersten Steintafel an zweiter Stelle steht. Auf der ersten Steintafel geht es ja vor allem um die Beziehung zwischen Gott und den Menschen, und auf der zweiten um die Beziehungen der Menschen untereinander. So wie man durch Götzendienst Gott gegenüber untreu wird, so wird ein Mensch durch Ehebruch seinem Ehepartner untreu. Aber den Schaden hat nicht nur dieser und die gemeinsamen Kinder, sondern häufig auch die Familie der ebenso treulosen Komplizin. Weil David durch seinen Ehebruch eine ganze Familie zerstörte, sollte auch seine eigene Familie auseinanderbrechen (2.Sam.11). »Wer mit einem Weibe Ehebruch begeht, ist unsinnig; wer seine Seele verderben will, der tut solches« (Spr. 6:32).
 

Scheidung – eine Verleitung zum Ehebruch

Einem Ehebruch geht häufig eine unglückliche Beziehung voraus. Die Ehe ist wie ein Garten, der »in Schuss« gehalten werden muss, damit nicht Dornen und Disteln wachsen können. Wenn aber nach vielen Jahren die Eheleute feststellen, dass sie ihre Beziehung schon lange sehr vernachlässigt haben, ist es manchmal schon zu spät für Verbesserungen, da einfach die Kraft fehlt, seine liebgewonnenen Gewohnheiten zu verändern. Statt aber noch gerade rechtzeitig eine Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen in Form einer christlichen Eheberatung, entscheiden sich leider viele Paare für den bequemeren Weg einer Trennung.

Der Mensch ist aber normalerweise nicht dazu begabt, allein zu sein (1.Mo.2:18, Pred.4:9). Neben den sozialen Bedürfnissen hat der Mensch ja auch den Sexualtrieb, den Gott erfunden und unter strengen Auflagen ihm geschenkt hat. Geschlechtsverkehr ist eben nur in einer Ehe erlaubt, so wie geschrieben steht: »Wegen der Gefahr der Hurerei soll ein Mann die eheliche Beziehung mit seiner Frau pflegen, und eine Frau soll die eheliche Beziehung mit ihrem Mann pflegen. Der Mann darf sich seiner Frau nicht verweigern, und genauso wenig darf sich die Frau ihrem Mann verweigern. Die Frau hat über ihren Körper kein Verfügungsrecht, sondern der Mann, und ebenso hat der Mann kein Verfügungsrecht über seinen Körper, sondern die Frau. Keiner von euch darf sich seinem Ehepartner entziehen, es sei denn, ihr beschließt gemeinsam, eine Zeitlang auf den ehelichen Verkehr zu verzichten, um euch ganz auf das Gebet zu konzentrieren. Aber danach sollt ihr wieder zusammenkommen; sonst könnte euch der Satan in Versuchung bringen, weil es euch schwer fallen würde, euer sexuelles Verlangen zu kontrollieren« (1.Kor.7:2-5 NGÜ).

Es ist erstaunlich, wie Paulus, der ja selber unverheiratet war, Verständnis hatte für die Schwachheit der Menschen. Sich ein Leben lang der sexuellen Lust zu enthalten, ist nach den Worten des HErrn eine besondere Gabe: »Nicht alle fassen dieses Wort, sondern denen es gegeben ist« (Mat.19:11). Deshalb ist die von der Katholischen Kirche geforderte Ehelosigkeit für Priester für die allermeisten von ihnen eine »Vorschrift der Mühsal« (Jes.10:1). Der Zwang zum Zölibat hat viele Priester in die Unzucht und Hurerei getrieben bis hin zur Homosexualität, weshalb sie eine dämonische Irrlehre ist: »Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten [auch: »in hysterischen Zeiten«, gr. hYSTÄROIS] einige (Christen) der Glaubenstreue abstehen werden, weil sie (ihre aufmerksame )Zu(wendung) haben (zu) irreführenden Geistern und Belehrungen von Dämonen, infolge der Heuchelei von Lügenrednern, die gebrandmarkt sind in Bezug auf ihr eigenes Gewissen, die verwehren zu heiraten…«. Paulus schreibt weiter: »Am liebsten wäre mir ja, wenn jeder wie ich die Befähigung hätte, ledig zu bleiben. Aber es haben nicht alle die gleiche Gnadengabe; dem einen gibt Gott diese, dem anderen eine andere. Den Unverheirateten und den Verwitweten rate ich, (ehelos) zu bleiben, wie ich es bin; das ist das Beste für sie. Fällt es ihnen jedoch zu schwer, ihr Verlangen zu beherrschen, dann sollen sie heiraten. Es ist besser zu heiraten, als (von unerfülltem Verlangen) verzehrt zu werden [wörtl. »als von feur(igem Verlangen bedräng)t zu sein]« (1.Kor.7:7-9 NGÜ u. GtÜ). 

Warum das Unverheiratetsein besser sein soll, erklärt er dann etwas später, indem er von der Unfreiheit der Ehemänner spricht, weil sie ständig die Erwartungen ihrer Frauen erfüllen müssen (1.Kor.7:33). Jeder Ehemann kann davon ein Lied singen. Ob es nun der gemeinsame Einkaufsbummel am Wochenende ist oder der (Pflicht-) Besuch bei den Verwandten und Freunden: immer muss der Mann dabei sein, da ja schließlich alle anderen Männer auch immer brav mitkommen. Und nicht zu vergessen die Gartenarbeit! Und der gemeinsame Urlaub! und, und, und. »Drum prüfe wer sich ewig bindet« empfahl schon Schiller. Und dann kommen auch noch die Wechseljahre! Diese waren wahrscheinlich der Anlass für die Empfehlung in Spr.25:24 »Besser auf einer Dachecke wohnen, als ein zänkisches Weib und ein gemeinsames Haus«.

Einige Pharisäer lösten dieses Problem dadurch, indem sie ihrer Ehefrau einen Scheidebrief gaben, um sich dann die nächste zu nehmen. Ähnlich wie Ex-Kanzler Gerhard Schröder mal sagte: »Ich brauche alle 12 Jahre eine neue Frau« (…und dann am besten gleich noch eine jüngere!). Die Regelung, die »Mose« im Gesetz gab, seiner Frau einen Scheidebrief zu geben, wenn er »etwas Anstößiges« an ihr gefunden hat (5.Mo.24:1), wurde von vielen Pharisäern schamlos ausgenutzt und missbraucht. Dabei ist nicht alles, was legal ist, auch legitim. Auch die Polygamie wurde ja im Alten Bund toleriert, jedoch streng reguliert. Dass Gott aber menschliche Gepflogenheiten unter bestimmten gesetzlichen Einschränkungen zuließ, ist kein Beweis für ihre Berechtigung. Dies macht der HErr Jesus unmissverständlich deutlich:  Der HErr Jesus schob aber einen Riegel vor diese Praxis, indem Er sprach: »Jeder, der seine Frau entlässt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch; und jeder, der die von einem Manne Entlassene heiratet, begeht Ehebruch« (Luk.16:18).

Widersprach der HErr damit dem Gesetz? Nein, keineswegs. Die Scheidebriefregelung diente dem Rechtsschutz der entlassenen Frau, damit, wenn sie wieder geheiratet (und damit sozial versorgt) wurde, ihr vormaliger Mann sie und ihren neuen Mann nicht des Ehebruchs anklagen konnte. »Von Anfang« hatte Gott sich den Menschen als eine Einheit vorgestellt, die aus zwei Teilen besteht, ähnlich der rechten und linken Gehirnhälfte. Das hebr. עצֵּלָ֛ Ze´La˜ in 1.Mo.2:22 bedeutet eigentlich nicht »Rippe«, sondern »Seite« und wird auch in diesem Sinne an anderen Stellen so gebraucht (z.B. 2.Mo.26:20,26,27,35, 1.Kön.6:5,8,15,16,34, Hes.41:5,6,ff). Eva wurde nicht nur nach Adam geschaffen, sondern auch aus ihm und für ihn.

Man stelle sich vor, dass Gott bei der Erschaffung von Eva den Adam wie eine Zelle »geteilt« hat, um aus beiden Hälften jeweils selbständige Einheiten zu bilden (neudeutsch »klonen« genannt). Deshalb finden wir heute in jeder einzelnen Zelle sowohl X- als auch Y-Chromosomen. Und durch die Schaffung der Sexualität hat Gott sie dann wieder wie zwei passende Puzzleteile »zusammengefügt«. Das beinhaltet viel mehr als nur zwei miteinander verbundene Körper, nämlich ein neues Schöpfungswerk Gottes, und deshalb sollte der Mensch dieses auch nicht mehr scheiden. Bis vor 50 Jahren wurde sogar in der Welt das Ehegelöbnis ernst genommen: »…bis dass der Tod euch scheide

Der HErr Jesus sagt: »Ich aber sage euch: Wer irgend seine Frau entlassen wird, außer auf Grund von Hurerei, macht (o. BEWIRKT), dass sie Ehebruch begeht; und wer irgend eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch« (Mat.5:32). Wir haben hier einen Rechtsgrundsatz, der auch in unserem heutigen Rechtssystem noch gilt, nämlich der Haftung von Folgeschäden aufgrund unerlaubter Handlung. Das finden wir immer wieder in der Thora (z.B. 2.Mo.21-23), dass jemand auch dann haftbar gemacht wird, wenn er nicht direkt den Schaden verursacht hat, aber aufgrund von Fahrlässigkeit auch nicht verhindert hat. Ein Mann, der einen stößigen Stier (oder einen bissigen Hund) besitzt und nicht ausreichend dafür Sorge trägt, dass dieser keinen Schaden herbeiführt, muss voll und ganz dafür bezahlen, im Alten Bund sogar mit seinem Leben. Es gilt hier das Verursachungsprinzip.

Die Leichtfertigkeit, mit der damals und heute Ehen geschieden werden, ist erschreckend. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob sich Eheleute »nur« dauerhaft trennen oder sich scheiden lassen, denn vor Gott ist es das Gleiche. Das griechische Wort ἀπολυω APOLY´Oo = »ablösen, entlassen« wird nicht nur in Bezug auf Joseph gebraucht, der erwog, seine Frau Maria zu entlassen, sondern z.B. auch auf Pilatus, der den Barabbas »entlassen« musste. Man könnte es also auch übersetzen mit »jmd. seinem eigenen Schicksal überlassen, indem man sich zugleich aus seiner eigenen Verantwortung stiehlt«. So wie Kain sagte: »Bin ich etwa meines Bruders Hüter?!« (1.Mo.4:9). Damals waren es ausschließlich Männer, die ihre Frauen entließen, während es heute überwiegend die Frauen sind, die – angestachelt durch die Illusionen der Emanzipation – sich von ihren Männern scheiden lassen, um ein neues und vermeintlich besseres Leben zu haben. Deshalb ruft Gott heute besonders diesen zu: »Ich hasse Entlassung, spricht der HErr, der Gott Israels; … So hütet euch in eurem Geist, dass ihr nicht treulos handelt« (Mal.2:16).

 

Hurerei

In der bereits zitierten Erklärung aus der Bergpredigt, macht der HErr Jesus eine bedeutsame Ausnahme: »Ich aber sage euch das jeder, der seine Frau entlässt, außer bei nachgewiesener Hurerei, macht, dass mit ihr die Ehe gebrochen wird; und wer wenn (sich die Gelegenheit bietet) eine entlassene Frau heiratet, lebt in ständigem Ehebruch« (Mat.5:32 GtÜ). Die hier gebrauchte griech. Formulierung παρεκτὸς λόγου πορνείας PAREKTOS LÓGOU PORNÄIAS, enthält das Wort LOGOS = Wort, hier gebraucht im Sinne von »Rechenschaft ablegen«, »einen Nachweis erbringen«, also nicht bloß aufgrund eines Verdachts. Ehebruch ist nicht das Gleiche wie Hurerei (gr. πορνείᾳ, PORNÄIA), sondern nur eine mögliche Auswirkung. In anderen Bibeln wird das Wort PORNÄIA auch auch mit »Unzucht« oder »sexuelle Unmoral« übersetzt. Hurerei bedeutet aber nicht nur Prostitution, sondern jede nicht-eheliche bzw. außer-eheliche Beziehung auch mit unterschiedlichen Partnern wie vorehelicher Geschlechtsverkehr (inkl. Petting) oder sog. »offene Beziehungen«. Die Ehe ist Gott absolut heilig, und deshalb hat Er den Geschlechtsverkehr allein auf den Ehepartner beschränkt.

Mir begegnete mal ein junger Christ in der Fußgängerzone, als ich Traktate verteilte, und er erzählte mir, dass er verheiratet sei, aber in schwerer Sünde lebte, weil er ein Doppelleben führe. Dann machte er sein Portemonnaie auf und zeigte mir einen ganzen Batzen Visitenkarten. Er sagte, dass er zu jeder Zeit eine dieser Frauen anrufen und mit ihr Sex haben könnte, und das schon seit Jahren. Er wolle dies eigentlich nicht, aber er sei davon völlig abhängig. Er habe schon mit dem Gedanken gespielt, dies seiner Frau zu beichten, aber hatte Angst, dass sie sich dann von ihm trennen würde. Ich erinnerte ihn daran, dass kein Hurer oder Unreiner ein Erbteil im Reich Gottes haben wird (Eph.5:3-5), und ob es ihm das wert sei.

Es gibt aber auch eine geistliche Hurerei, das ist jede Form von unerlaubten Beziehungen (auch Verschwägerung 2.Mo.34:16, 5.Mo.7:3-4) mit Ungläubigen, vor allem aber mit Gott feindlichen Personen und Mächten. Dazu gehören Religionen und Ideologien oder gar deren Beteiligung an meiner Beziehung zu Gott (2.Mo.34:16). So hat die Hure Babylon ja bekanntlich »mit den Königen der Erde Hurerei getrieben«, d.h. mit ihrer Stellung vor und zu Gott unvereinbare ideologische, politische und geschäftliche Beziehungen unterhalten (Offb.18:3). Gott ist ein eifersüchtiger Gott, und Er will nicht, dass wir uns den Einflüssen der Welt so aussetzen, wie es Seine Braut Israel (d.h. die 10 Stämme) im Alten Bund tat, von der Er sich am Ende lossagte (Hos.1:9) und »ihr den Scheidebrief gab« (Jer.3:8). Aber auch Jerusalem ( = Juda) hatte Er wie ein junges Mädchen auferzogen und für sie gesorgt, aber sie bot – im Bilde gesprochen - sich jedem Passanten an, der am Wege vorbeiging und nahm dafür nicht einmal Geld (Hes.16:25,31). Aber die gleiche Gefahr sah auch Paulus für die Braut Christi im Neuen Bund, die er »als eine keusche Jungfrau dem Christus darstellen« wollte (2.Kor.11:3). Schon Jakobus warnte die Gläubigen: »Ihr Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft/ Liebe (betreffs/ vonseiten) der Welt Feindschaft gegen Gott (vonseiten Gottes) ist? Wer (auch immer) nun/also (die) Absicht (fasst)t /(den) Willensentschluss (fass)t, (ein) Freund der Welt zu sein, stellt sich als Feind Gottes dar« (Jak.4:4 GtÜ). Bileam hatte dem König Balak geraten – nachdem ein Verfluchen des Volkes Israel nicht möglich war – das Volk durch Hurerei mit den Moabiterinnen zu Fall zu bringen, indem Gott selbst Seinem Volk die Feindschaft erklären musste (4.Mo.31:16). Auch heute wird diese »Lehre Bileams« verkündigt, dass man ruhig alles mitmachen könne, was die Welt macht und das schon für Gott in Ordnung sei (Offb.2:14).

Pornografie

Im weiteren Sinne meint PORNÄIA natürlich auch das Anschauen von Pornografie. Diese gab es zwar noch nicht zu biblischen Zeiten, aber schon Hiob wusste, dass er beim Blick auf eine Jungfrau sexuelle Erregung verspüren würde bzw. den Wunsch, mit dieser schlafen zu können, weshalb er mit seinen Augen einen Bund gemacht hatte (Hiob 31:1). Die Blöße eines Menschen (der nicht der eigene Ehepartner ist) aufzudecken, d.h. ihn nackt zu sehen, war schon schlimm genug und wurde im Alten Bund streng verboten (3.Mo.18 + 20). David nahm sich vor: »Was schändlich ist, werde ich nicht vor meine Augen stellen. Ich hasse es, wenn Menschen sich von Gott abwenden – nichts davon soll bei mir zu finden sein« (Ps.101:3 NGÜ). Ein Christ, der sich Pornos ansieht, befleckt nicht nur sein Denken, sondern öffnet sich auch einem dämonischen Einfluss, nämlich dem »Geist der Hurerei« (Hos.4:12, 5:4)

Männer reagieren im Unterschied zu Frauen ja viel stärker auf optische Schlüsselreize. Der Konsum von Pornografie bewirkt im männlichen Gehirn einen Anstieg des Dopamins (Glückshormon), ähnlich wie es auch Kokain- und Spielsüchtige erleben. Im Lauf der Zeit werden dann aber immer höhere Grade von Stimulation nötig; gewöhnliche Sex-Bilder verlieren an Kraft, was dazu führt, dass die Konsumenten Bilder brauchen, die weitere Tabus brechen, um sich gleichermaßen gut zu fühlen. Die Männer selbst empfinden ihre Sucht als Kränkung ihres Selbstwertgefühls und entwickeln einen Selbsthass. Es gibt Brüder, die sich völlig zurückgezogen haben, nicht mehr zur Gemeinde gehen oder zum Hauskreis, weil sie sich als würdelos sehen und keine Kraft haben, sich nach außen weiter als fromm und gottesfürchtig zu geben. Wenn man sie anruft, um sich nach ihnen zu erkundigen, wollen sie meist nicht, dass man sie besucht. Und auch wenn sie nicht darüber sprechen wollen, ahnt man schon den Grund.

Als die Kinder Israel von ihren Feinden beherrscht wurden, haben sie sich in Höhlen und Bergklüften zurückgezogen (Richt.6:2). Damals fand sich auch kein »Schmied« im ganzen Lande Israel (1.Sam.13:19), also übertragen auf heute: das Wort Gottes (Schwert) wird - wenn überhaupt noch angewendet – nur noch in »abgestumpfter« Form geübt und verkündigt, weil die eigenen »Philister« in ihnen nicht erlauben, dass sie das Wort in all seiner »Schärfe« glauben, denn das würde bedeuten, dass sie Heuchler werden müssten, die es zwar predigen, aber nicht danach leben (Mat.23:3, 1.Kor.9:27).

So viele junge Brüder heute, die eigentlich gut geeignet wären, um das Wort Gottes zu verbreiten, hat der Feind zur Strecke gebracht und durch Pornografie unbrauchbar gemacht für das Reich Gottes! »Wie wurde verdunkelt das Gold, verändert das gute, feine Gold! Wie wurden verschüttet die Steine des Heiligtums an allen Straßenecken! Die Kinder Zions, die kostbaren, die mit gediegenem Gold aufgewogenen, wie sind sie irdenen Krügen gleichgeachtet…!« (Klag.4:1-2). Das ist genau die Situation heute: Die vormaligen »Jungfrauen und Jünglinge sind in Gefangenschaft geraten« (Klag.1:18). Ein Bruder bekannte mir mal seine Pornosucht, die schon seit Jahren sein Gewissen plagte. Er hatte gehofft, dass dieses Laster automatisch aufhören würde, als er eine Schwester aus der Gemeinde heiratete, aber dies erwies sich als Trugschluss. Ansonsten ist er hochbegabt, kaum einer kennt die Bibel so gut wie er, und seine Bibelauslegungen sind immer ein Genuss für das Herz. Aber weil er nicht frei kam von dieser Abhängigkeit, hat er sich traurigerweise selbst für unbrauchbar erklärt, um seine Gaben auch einzusetzen. Es ist wirklich ein Jammer! Als ich ihn mal fragte, wie er seine Beziehung zum HErrn einstufen würde auf einer Skala von 1 bis 10, antwortete er: »Derzeit unter 1…«.

Was aber würde passieren, wenn seine Frau ihn eines Tages dabei erwischen würde, wenn er einen Pornofilm schaut? Dürfte sie sich dann von ihm scheiden lassen? Schließlich erlaubt der HErr doch hier im Falle von Hurerei die Scheidung (vergl. auch Mat.19:9). Und zudem sollen wir doch mit einem, »der sich Bruder nennt« und noch in Sünden wie Hurerei lebt, keine Gemeinschaft haben, ja »mit einem solchen nicht mal essen« (1.Kor.5:11)...
        Tatsächlich aber stünde eine sofortige Scheidung im Widerspruch zu dem Grundsatz, dass wir dem Sünder vergeben sollen, wenn er seine Schuld bereut. Auch der HErr Jesus hat ja die Ehebrecherin nicht verurteilt, nachdem ihre Ankläger aufgrund persönlicher Schuld auf eine Bestrafung verzichtet hatten (Joh.8:10-11); aber Er mahnte sie auch: »Gehe hin und sündige nicht mehr.« Auch wir sollen einander immer wieder vergeben, wenn nötig sogar bis zu »70 mal 7 mal« am Tag, sofern der Sünder seine Schuld bereut und gegen die Sünde ankämpfen will. Die Sünder sollten aber auch irgendwann »der Buße würdige Früchte« zeigen, indem sie »den Anstoß zu ihrer Missetat« aus ihrem Leben entfernen, anstatt ihn weiter zugänglich zu haben (Hes.14:1-11).

Wenn ein Mann heutzutage den ganzen Tag ungewollt  mit Bildern konfrontiert wird oder auch Begegnungen hat mit attraktiven jungen Frauen auf der Arbeit etc., kann er diesen Reizen häufig nur durch die gewisse Hoffnung widerstehen, dass er abends mit seiner Frau Geschlechtsverkehr haben kann. Dann aber kommt er heim, und sie sagt zu ihm: »Heute nicht!« Oder sie fängt kurz vor dem Zubettgehen einen Streit   an, und die Hoffnung ist geplatzt. Oder der Mann spürt die Geringschätzung durch seine Frau und ist beim Beischlaf impotent oder kaum befriedigt. Geringschätzung des Mannes durch die eigene Frau (oder der Frau durch den eigenen Mann) ist heute massenhaft wirksam als Frucht der Emanzipation der Frau. Der Mann braucht außer der Ehrfurcht (Eph.5:33) die Befreundung (PhILI´A freundliebes Verhalten) durch seine Frau (Tit.2:4), und sie braucht die gottähnliche Liebe (AGA´PE) von ihrem Mann, der mangelnde Befreundung nicht mit Trotz oder Eingeschnapptsein erwidert. Wenn Brüder ihre Ehefrauen nicht durch rücksichtsvolle Achtsamkeit ehren, weil sie das schwächere Gefäß sind, werden ihre Gebete sogar verhindert (1.Petr.3:7).

Das zerstörerischste Rezept für die Ehe und die Beherrschung des Geschlechtstriebs ist die total antibiblische Verketzerung des geschlechtlichen Umgangs in der Ehe. Paulus schränkte jede sexuelle Abstinenz innerhalb der Ehe streng ein (1.Kor.7:5). Enthaltung kann nur vorübergehend und aufgrund völlig druckloser gegenseitiger Vereinbarung positiv sein. Deswegen lesen wir in Spr.5:19  wörtlich: »Ihre Brüste sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebes⟨erweis⟩ung sollst du abirrentaumeln immerdar!«.

Wer von seiner geschlechtlichen Begierde geplagt wird und keine Ehefrau hat, sollte Gott um eine bitten und dann nach ihr suchen (1.Kor.7:9). Falls er aber homosexuelle Neigungen hat, muss das nicht die Patentlösung sein. Es gibt dann immer noch den Ausweg der Selbstbefriedigung. Diese ist als Notlösung akzeptabel, aber man sollte keinerlei Bilder oder andere Hilfsmittel dazu benutzen, denn dann wird sie zur Unreinheit bzw. gedanklichen Hurerei. Ich denke, dass in der Bibel gerade deshalb eine eindeutige Aussage zur Selbstbefriedigung fehlt, weil sie nicht als Sünde stigmatisiert werden soll. Trotzdem sollte man als Ziel im Auge behalten, auch von der Selbstbefriedigung loszukommen.


Der Unterschied zwischen Ehebruch und Hurerei

Dass Ehebruch und Hurerei nicht gleichbedeutend sein können, geht schon allein daraus hervor, dass sie in Auflistungen über Sünden (und Sündern) immer wieder nebeneinander aufgezählt werden (Mt.15:19, Mark.7:21, 1.Kor.6:9, Hebr.13:4). Man könnte vermuten, dass sich Hurerei immer nur auf unerlaubten Geschlechtsverkehr VOR der Ehe bezieht, wohingegen Ehebruch sich auf unerlaubten Geschlechtsverkehr NACH der Heirat bezieht. Aber die Braut Israel war mit Gott verheiratet, und dennoch wurde ihr von Gott  Hurerei vorgeworfen (5.Mo.31:16, Ri.2:17, 8:27+33, Ps.106:39).

In Hos.1:2 lesen wir: »⟨Am⟩ Beginn ⟨als⟩ JHWH redete ⟨mit/ durch⟩ Hosea, da sagte JHWH zu Hosea: Geh, nimm dir ⟨eine⟩ Frau ⟨der ⟩Hurereien und Geborene ⟨der⟩ Hurereien! Denn das Land treibt ständig Hurerei ⟨weg ⟩von hinter JHWH ⟨her⟩«. Normalerweise hätte Hosea nie eine Hure geheiratet, die auch noch Hurenkinder mit in die Ehe brachte. Aber es geschah ja auf Befehl des HErrn, der den Kindern Israel dadurch eine Lektion erteilen wollte. Die Propheten sollten das Wort des HErrn nicht nur mündlich verkünden, sondern es gelegentlich mit einer praktischen Handlung veranschaulichen. Die drei Kinder, die der Gomer während dieser Ehe geboren wurden, waren möglicherweise gar nicht durch Hosea gezeugt, denn genau darin bestand ja der Vergleich, den der HErr ziehen wollte, indem sie weiter Hurerei trieb, auch innerhalb der Ehe, denn sie war eben eine Hure.

Dies änderte sich aber dann bei der zweiten Frau, die sich Hosea auf Befehl des HErrn nehmen sollte, denn diese war keine Hure, sondern eine Ehebrecherin, die von einem andern geliebt wurde (Hos.3:1). Hosea sollte sich diese Frau kaufen, obwohl er wusste, dass seine Liebe nicht auf Gegenliebe stieß, weil sie durch die Liebe zu einem anderen untreu war. Ihr nun gebot Hosea (als prophetisches Gleichnis auf Israel): »Viele Tage sollst du ⟨bei⟩ mir bleiben, nicht sollst/˙kannst du huren und nicht sollst/˙kannst du werden zu⟨ eigen einem⟩ Mann; ... und auch ich ⟨verhalte mich⟩ dir gegenüber ⟨so⟩«. Hier sehen wir den Unterschied zwischen Hurerei und Ehebruch: Während bei der Hurerei vorrangig die illegale Erfüllung sexueller (oder finanzieller) Bedürfnisse bezweckt wird, steht beim Ehebruch vor allem die Untreue im Sinne eines Liebesverrats im Vordergrund. Wie man aber in bei Hosea in beiden Fällen sehen kann, muss sowohl Ehebruch als auch Hurerei noch nicht einmal zwangsläufig zu einer Beendigung der Ehe führen, sofern Gott einem die Treue auferlegt hat wie im Falle von Hosea. Gott gab Seine Hoffnung nicht auf, die Zuneigung von Seiner Braut Israel in ferner Zukunft wieder zurückzugewinnen, und so sollten auch wir Gläubige die Tür zur Versöhnung stets offenhalten. Auch wenn Gottes Braut Israel Ihm immer wieder die Treue gebrochen hat und Er ihr sogar den Scheidebrief gab (Jer.3:8 !), rief Er sie auf, zu Ihm zurückzukehren (2.Chr.30:6-9, Jer.3:1). Der Scheidebrief sollte deshalb nicht das endgültige Aus bedeuten (3.Mo.26:44, Jer.30:11, Hes.16:60).

 Ehebruch ist also kein unmittelbarer Ehezerbruch, sondern ein Treuebruch, der meistens schon im Herzen stattfindet und gar nicht unbedingt äußerlich in Erscheinung treten muss (vergl. Jak.4:4). Hurerei hingegen ist immer eine tatsächliche körperliche Vereinigung uns Einswerdung mit dem Fremden. Dies wird auch sehr deutlich durch die Worte des HErrn Jesus: »Ihr habt gehört, daß gesagt ist: ‚Du sollst nicht ehebrechen‘. Ich aber sage euch, dass jeder, der ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen. Wenn aber dein rechtes Auge dich (irgendwann / immer wieder)-verstrickt (zu Sünde oder Untreue verleitet), reiß es (sofort /völlig / mit einem Ruck / mit ganzer Entschiedenheit) heraus und wirf es weg von dir! Denn nutzbringend ist es dir, dass verloren( geh)t /zugrunde geht eines deiner Glieder und nicht dein ganzer Leib in die Gehenna geworfen wird…« (Mat. 5:27-29). Außer dem Kirchenvater Origenes kenne ich keinen, der »sich um des Reiches der Himmel willen [buchstäblich] verschnitten« hat, also zum Eunuchen wurde (Mat. 19:12). Aber es gab sicher schon viele, die es versucht haben aus lauter Verzweiflung. Tatsächlich will Gott aber nicht unbedingt, dass wir uns kastrieren oder durch übertriebene Selbstquälung unseren Willen trainieren, sondern wir sollen vor der Hurerei fliehen (1.Kor.6:18) und alles aus unserem Umfeld »herausreißen«, was uns zur Sünde verleitet: z.B. den Fernseher, das Kino, das Internet, den Computer, die Illustrierte, die Augen senken in Porno-Umgebung (und dabei Gott für die eigene Frau danken), Nüchternheit zu jeder Zeit, Gedankenzucht üben, geistliche Gedankeninhalte und ständige Dankbarkeit pflegen (Eph.5:19), verführerischen Umgang abbrechen usw.

Wenn aber ein Christ irgendwann aufhört zu kämpfen, weil er nicht den Glauben hat, dass er mit Gottes Hilfe je einen Sieg haben wird gegen seine sündigen Neigungen, dann kann das für eine Ehe auf Dauer sehr belastend sein. Wenn z.B. ein Bruder feststellt, dass er sich zu anderen Männern hingezogen fühlt oder eine Schwester zu anderen Frauen, und dieser Neigung nachgibt, dann ist das Ehebruch. Aber darf sich der betrogene Ehepartner dann auf die Hurereiklausel berufen und sich scheiden lassen?

»Außer aufgrund von Hurerei…«

Nach meinem Dafürhalten geht es dem HErrn in der sog. »Hurereiklausel« gar nicht um Hurerei innerhalb der Ehe (denn dann wäre es doch »Ehebruch«), sondern es geht um vorehelichen Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann, von dem sie ihrem Bräutigam vor der Hochzeit nichts erzählt hatte. Das Matthäusevangelium wendet sich ja vorwiegend an Gläubige aus den Juden. Deswegen wird die Ausnahmeklausel bei Markus und Lukas auch nicht erwähnt, denn deren Evangelium wandte sich eher an Ungläubige aus der griechischen und römischen Kultur, wo Jungfräulichkeit nicht als Bedingung für eine Ehe angesehen wurde (d.h. die Verfasser hatten wohl Jesu Ausnahmeerwähnung zwar vernommen, hielten sie aber nicht so für erwähnenswert). Ein Jude hingegen konnte seiner Angetrauten natürlich vergeben, aber er hatte im Prinzip auch das Recht, die Fortsetzung der Ehe zu verweigern, da seine Frau durch die Entjungferung entehrt war. Dies wurde auch im Gesetz klar geregelt, und zwar in 5.Mo.22:13-21. Dort wird der Fall beschrieben, wenn ein Mann seine Frau nach der Hochzeitsnacht beschuldigt, dass sie keine Jungfrau mehr sei. In diesem Fall sollten dann die Eltern der jungen Frau den Ältesten der Stadt gegenüber den Nachweis erbringen, dass der Ehemann ihre Tochter zu Unrecht beschuldigt habe, indem sie das Bettlaken mit dem Blutfleck vorlegten. Konnten sie dies nicht, galt die Frau als überführt und sollte wegen dieser Schandtat gesteinigt werden. War aber der Beweis ihrer Unschuld erbracht, musste der verleumderische Ehemann seinem Schwiegervater eine Geldbuße von 100 Sekel Silber erstatten und durfte seine Frau nie mehr entlassen. Auf diesen Fall bezog sich wohl der HErr als Er in Mt.5:32 von »nachgewiesener Hurerei« sprach. Deshalb hat Er auch keine weiteren Erklärungen dazu gemacht, weil Er voraussetzte, dass Seine jüdischen Zuhörer verstanden, worauf Er Bezug nahm.

Es ist bedauerlich, dass sich die meisten Gespräche unter Gläubigen zum Thema Scheidung und Wiederheirat immer wieder schnell um die Bedeutung der Hurereiklausel drehen, anstatt erstmal nach dem Standard zu fragen, den Gott in der Schöpfung vorgegeben hat. Wie die Pharisäer scheint es vielen von uns gar nicht um den Willen Gottes zu gehen, sondern nur um »Schlupflöcher«, wie wir den Willen Gottes umgehen können. Der HErr Jesus machte aber in der Bergpredigt deutlich, dass die Zeit der Kompromisse nun vorbei war. In der Vergangenheit hat Gott über die »Zeit der Unwissenheit« hinweggesehen, nun aber fordert Er alle Menschen zum Umdenken auf (Apg.17:30). Gott als Schöpfer der Sexualität hat auch das Recht zu entscheiden, wie diese allein angewendet werden soll; und wer sich darüber hinwegsetzt, sabotiert damit die Schöpfungsordnung Gottes. Scheidung ist somit keine Option mehr, - daher erübrigt sich auch das Thema Wiederheirat. Der Standard sollte nicht länger aus Rücksicht auf die menschliche Natur gesenkt werden, sondern im Neuen Bund wieder auf das Normalmaß des göttlichen Standards angehoben werden. Auch die übrigen der 10 Gebote legte der HErr viel strenger aus, als es die Juden taten. Sein Erbarmen mit den Jüngern verleitete Ihn nie dazu, Seine Maßstäbe auf ein menschliches Niveau herabzusenken (Mt.16:23).

Hier wird auch die schockierte Reaktion der Jünger verständlich. Das Risiko einer misslingenden Ehe sahen sie als so groß an, dass sie die Ehelosigkeit als einzige Alternative sahen. Denn lieber gar keine Frau, als eine, der man nicht mehr entfliehen kann. Der HErr erinnert sie aber daran, dass die Ehelosigkeit eine besondere Gabe sei und dass es vielmehr darum ginge, den neuen Menschen in die Lage zu versetzen, dass er die Ehe nicht länger als Fessel sieht, sondern als Gelegenheit, Gott zu verherrlichen.

Wir kennen eine Glaubensschwester, die sich mit dem Prediger einer STA-Gemeinde verheiratet hatte, aber schon kurz nach ein paar Jahren bemerkte, dass er sie ständig mit anderen Frauen betrog. Wir hatten ihr geraten, diesen fortwährenden Ehebruch den Ältesten ihrer Adventgemeinde anzuzeigen, weil er damit ja auch die Gemeinde und deren Zeugnis vor der unsichtbaren Welt schädigte. In diesem Fall hätte die Führung der Adventisten diesen Prediger sofort entlassen (und würde auch von keiner anderen STA-Gemeinde mehr einstellt) werden (mit oder ohne Scheidung). Weil sie arm ist, wäre wohl keine gute Ausbildung ihres Sohnes mehr möglich, so dass sie und ihr Sohn theoretisch ein Leben in Armut vor sich hätten. Die Schwester fand daher nicht die Kraft und den Glaubensmut, ihren Mann bei der Gemeinde anzuklagen. Weil die Gemeinde aber ein Leib ist (1.Kor.12:12), in dem alle Glieder voneinander abhängen (1.Kor.12:26), können wir dieser Schwester und vielen anderen kraftlosen Gläubigen nur dadurch zu Kraft und Glaubensmut verhelfen, dass wir unseren Glaubenskampf gemäß 1.Tim.6:12 und Jud.3 gegen unseren persönlichen und kollektiven Ungehorsam mit ganzer Entschiedenheit führen.

 
Darf ein unschuldig Geschiedener wieder heiraten?

Wie schon dargelegt, ist eine Ehe als Gottes Schöpfung normalerweise unauflöslich und besteht auch nach einer Scheidung vor Gott weiter. Der (oder die) allein gelassene Gläubige sollte darauf hinwirken, dass der oder die Treulose möglichst bald zur Buße kommt und die Trennung bzw. Scheidung rückgängig macht, denn sonst besteht die Gefahr, dass man selbst oder der andere durch Unenthaltsamkeit in Sünde fällt (1.Kor.7:5). Hier kann die Einsicht und das Bekennen von eigenen Fehlern und Versäumnissen sicher hilfreich sein, um dem anderen das Umdenken zu erleichtern (Spr.28:13). Wenn der untreue Teil sich aber scheiden lässt und jemand anderes heiratet, soll der treue Teil „unverheiratet bleiben“ (1.Kor.7:11). Das Nicht-sklavische-Gebundensein in 1.Kor.7:15 bedeutet, dass Gläubige in solchen Fällen in eine Scheidung einwilligen sollen. Denn sonst bestünde vielleicht die Gefahr, dass Gläubige alles in ihrer Macht Stehende tun, um den ungläubigen Teil zum Bleiben zu bewegen, inkl. fauler Kompromisse.

Das Nicht-sklavische-Gebundensein bedeutet aber nicht unbedingt, dass die gläubige Frau sich nun neu verheiraten darf (wie es Erasmus von Rotterdam mal vorgeschlagen hatte), denn das δεδούλωται DÄ´DOULOoTAI, wörtl. Nicht (zum )Sklaven( gemach)t/versklavt- w-ist, steht im Perfekt und bezieht sich deshalb nicht auf ihre Zukunft, sondern auf ihre Vergangenheit, als sie geheiratet hatten. Zwangsehen waren noch nie Gottes Wille, deshalb war sie auch von Anbeginn ihrer Ehe keine Sklavin gewesen. Vermutlich bleibt der Ungläubige dem christlichen Glauben viel eher zugeneigt, als wenn sie ihn zum Bleiben zwingen würde.

Würde man Vers 15 als eine Erlaubnis für eine Folgeehe verstehen, stünde dies möglicherweise im direkten Widerspruch zu Vers 39, wo Paulus noch einmal klarstellt, dass eine Ehe nur durch den Tod des Ehepartners vor Gott als beendet gilt. Auch in Röm.7:1-3 lesen wir ganz klar: »Eine verheiratete Frau ist an ihren Mann gebunden, solange er lebt«. Paulus erwähnt das hier nur am Rande als Selbstverständlichkeit, um ein Beispiel für eine andere Argumentation zu gebrauchen. Der Verweis auf das »Gesetz des Mannes«, an das sie während seines Lebens gebunden ist, kann sich hier nicht auf das mosaische Gesetz beziehen, da ja Scheidungen bekanntlich zulässig und geregelt waren (5.Mo.24:1-4), sondern bezieht sich wohl auf Gottes ursprüngliches »Gesetz« für die Ehe gemäß dem Schöpfungsbericht (1.Mo.2:24).

Einige namhafte Brüder wie z.B. Herbert Jantzen, Lothar Gassmann, Bernd Fischer oder Thomas Jettel sehen es so, dass in Fällen, wo die Initiative und Verursachung für den Ehebruch und die Scheidung vom untreuen bzw. ungläubigen Partner ausging, der gläubige Partner dann die Möglichkeit habe, sich neu zu verheiraten. Grund für diese Annahme war die Aussage von Paulus in 1.Kor.7:27, die im Grundtext richtig übersetzt lautet: »Bist du gebunden worden an eine Frau, so suche nicht Lösung (von ihr); bist du gelöst worden (weg) von einer Frau, so suche keine Frau«. Tatsächlich wurde in den meisten Bibeln das Wort λέλυσαι LÄLYSAI = »Bist du gelöst worden…« ungenau übersetzt mit »Bist du frei…«. Es handelt sich hier nämlich um die Perfekt-Passiv-Form des Verbes LY´Oo = Lösen.

Wenn ein Gelöstwordensein von einer Frau nur durch den Tod derselben möglich wäre – so hatte ich argumentiert – dann könnte die Aufforderung von Paulus, keine Lösung von ihr zu suchen, so so verstanden werden, als solle er sie nicht umbringen. Wenn die Loslösung jedoch in einer »nach göttlichem Recht verbindlichen Scheidung« (B. Fischer) bestehen würde, dann wäre die Wiederverheiratung eines Gelöstwordenen gemäß Vers 28 keine Sünde, denn es steht ja dort: »Wenn du aber doch heiratest/(geheiratet hast), so hast du (damit) nicht gesündigt; und wenn die Jungfrau heiratet, so hat sie (damit) nicht gesündigt« (1.Kor.7:28 GtÜ).

Denkbar ist aber auch, dass Paulus das Gebunden- und Gelöstwordensein in 1.Kor.7:27 in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet. Beim Gebundensein bezieht er sich demnach auf einen lebenden Ehepartner und beim Gelöstwordensein auf einen gestorbenen, also auf einen Trauerfall. Dann stünde Vers 27 in völliger Harmonie mit Vers 39.
     Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, dass Paulus hier im Zusammenhang gar nicht von den Verheirateten, sondern von den Unverheirateten bzw. »Jungfrauen« (Vers 25) schreibt. Demnach ist das »Gebundensein an eine Frau« auch nicht als Ehebündnis zu verstehen (denn darüber hat Paulus zuvor ja schon in Vers 11 klare Anweisungen erteilt), sondern als ein Verlobungsbündnis. Eine Verlobung stellte eine verbindliche Zusage der Ehe dar. Wurde sie aufgelöst, kam es einer »Scheidung« nahe. Wer zum Glauben kommt, soll ja in dem Zustand bleiben, in welchem er zum Zeitpunkt seiner Berufung war. (V. 17-24). Deshalb soll ein an ein Eheversprechen Gebundener von sich aus keine Loslösung suchen.

 Ein »Gelöstwordener« wäre demgemäß z.B. ein frisch Bekehrter, der als Folge seines Glaubens an den HErrn Jesus die Auflösung einer bereits bestehenden Verlobung erleiden musste, da seine ungläubige Verlobte diesen Weg nicht mitgehen wollte und sich deshalb von ihm trennte (vergl. Mt.10:35). In damaliger Zeit war es ja vor allem der zukünftige Schwiegervater, der sich kurz vor der geplanten Hochzeit umentscheiden konnte, wenn er z.B. seine Tochter verständlicherweise nicht mehr in die Hand eines vermutlich »unbeständigen« Mannes geben wollte, der gerade seine Religion gewechselt hatte, da er befürchten musste, dass ein solcher demnächst vielleicht auch seine Vermählte gegen eine andere tauschen könnte. In der Bibel finden wir zwei Fälle einer solchen väterlichen Entlobungsentscheidung, und zwar einmal bei Simson (Richt.14:20, 15:2) und bei David, der sich seine von Saul versprochene Tochter Michal aber später wieder zurückholte (1.Sam.25:44, 2.Sam.3:14-16).

Wenn ein Mann sein Verlöbnis gegen den Willen seiner Verlobten löst, tut er Unrecht an ihr. Falls er in der Verlobungszeit gläubig geworden ist, kann die Entlobung von seiner ungläubigen Verlobten nach dem Willen Gottes sein, es ist aber trotzdem Unrecht an ihr, und er sollte um ihre Vergebung ringen – auch z.B. durch materielle, finanzielle und tatkräftige Unterstützung. Solange die Entlobte keinen anderen Mann gefunden hat, sollte der Mann keine andere heiraten. Erst wenn sie mit einem anderen Mann verheiratet ist, kann man das Gebundensein an die Entlobte als gelöst betrachten, und die Verheiratung mit einer anderen (gläubigen) Frau wäre kein Rechtsbruch mehr vor Gott. Hatte der Mann aber seine Verlobte bereits geschwängert, wäre eine Entlobung schweres Unrecht an ihr und ihrem Kind, und die Heirat einer anderen Frau käme erst in Betracht, wenn die Entlobte einen Ehemann gefunden hat. Ähnlich wie beim Verlobtsein ist die göttliche Rechtslage bei einer sog. "wilden Ehe" zu sehen, das zwar streng genommen Hurerei ist, aber je nach der konkreten Situation auch Elemente des Verheiratetseins beinhaltet.

Den eigentlichen Grund, warum eine Frau nicht von ihrem Mann entlassen werden kann, nennt der HErr Jesus in Mt.19:5-6 »"Deshalb wird ⟨ein ⟩Mensch den Vater und die Mutter ⟨zurück/ver⟩lassen und wird seiner Frau anhaften [d.h. zu⟨geordnet⟩fest anhaften] und es werden die zwei ⟨ausgerichtet ⟩hin⟨ auf⟩ ein Fleisch sein [wörtl. ⟨ange⟩leimt werden/sein]. Somit sind sie nicht nochmehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun/daher Gott zusammen⟨ge⟩jocht/verbunden hat, soll ⟨der ⟩Mensch nicht trennen/scheiden« (GtÜ). Schon die Ausdrucksweise »Ein-Fleisch-werden« macht deutlich, dass es nicht die Trauung ist, sondern die geschlechtliche Vereinigung, die zwei Menschen vor Gott unumkehrbar miteinander verbindet. Der Geschlechtsverkehr ist also nicht bloß ein angenehmer Nebeneffekt, sondern die symbolische Darstellung der Einswerdung vor der unsichtbaren Welt. Deswegen hat der Teufel auch solch ein Interesse daran, dass durch die heute zur Gewohnheit gewordene Hurerei unter Jugendlichen die Darstellung von Christus und Seiner Braut verhöhnt wird.

Eine Jungfrau zu ehelichen ist in etwa vergleichbar mit dem Erwerb einer Software: In dem Moment, wenn sie auf dem Computer installiert wurde, hat die Lizenz ihre eigentliche Bestimmung und ihren Zweck erfüllt, und die Software darf von diesem Zeitpunkt an nicht mehr auf andere Computer installiert werden. Ein Muslim, der zwei Frauen hat und dann zum Glauben an Christus kommt, muss sich nicht von einer der beiden scheiden lassen, denn er darf im Prinzip auch zwei Frauen haben. Aber nirgendwo erlaubt der HErr, dass eine Frau zwei Männer haben darf. Deshalb hatte Gott auch nicht zugelassen, dass Abimelech die Sara »berührte«, nachdem er sie sich bereits zur Frau genommen hatte (1.Mo.20:3+6). Und das ist auch der Grund, warum ein Mann, der mit einer Jungfrau, die nicht verlobt ist, Geschlechtsverkehr hatte, gemäß dem Gesetz Mose gezwungen wird, sie zu heiraten, denn sie sind bereits ein Fleisch geworden (5.Mo.22:28-29). Anders herum können Verliebte sich nicht darauf berufen, wenn sie vorehelichen Geschlechtsverkehr haben, dass sie doch ohnehin vorhätten, zu heiraten, denn ohne Trauschein leben sie vor Gott in »Hurerei« (1.Mo.34:31, 38:24).


»Was sollen wir denn tun?« (Luk.3:11)

Wir dürfen heilfroh sein, dass es auch für Ehebrecher und Ehebrecherinnen Hoffnung gibt, wenn sie Buße tun, d.h. ihr Denken von Gott ändern lassen, denn »Gott sieht über die Zeit der Unwissenheit hinweg« (Apg.17:30). Aber so wie der HErr Jesus zu der Ehebrecherin in Joh.8:11 sagte, dass sie fortan »nicht mehr sündigen« möge, so taucht auch bei uns heute die Frage auf, wie denn im Falle eines begangenen Ehebruchs durch Wiederverheiratung »der Buße würdige Früchte« (Luk.3:8) aussehen könnten. Viele Prediger nehmen ja die Worte Jesu zur Ehebrecherin als Rechtfertigung, dass auch wir Ehebruch nicht verurteilen dürfen, sondern wie der HErr vergeben sollen. Dabei hatte der HErr Jesus ihr genau genommen gar nicht vergeben, sondern ihr nur mitgeteilt, dass Er sie nicht verurteilen würde, möglicherweise deshalb, weil es hierfür zwei oder drei Zeugen geben müsse, die jedoch alle verschwunden waren, sodass die Klage rechtmäßig abgewiesen werden musste.

Wer im Alten Bund durch die Heirat mit einer Ausländerin sich verbotenerweise mit deren heidnischer Sippe verschwägert hatte, musste sich ja - wie in Esra 10:3 beschrieben - wieder von dieser illegalen Verbindung lösen, selbst wenn schon Kinder aus dieser hervorgegangen waren. Vergebung konnte man im Alten Bund nur erlangen, wenn man einen unrechtmäßigen Besitz wieder herausgibt (Hes.33:15). Im Neuen Bund aber haben wir eine solche Aufforderung nicht, und es wäre wahrscheinlich sogar eine erneute Sünde, wenn man aufgrund des Wunsches zur Wiedergutmachung eine ganze Familie auflösen würde, so dass am Ende die Kinder ihren Vater oder ihre Mutter selten oder gar nicht mehr sehen können. Dies würde nicht nur dem Grundsatz der Barmherzigkeit und der Fürsorgepflicht widersprechen, die beide Elternteile für ihre Kinder haben Sünde läßt sich nicht mit einer anderen Sünde wiedergutmachen. Worin eine Verwahrlosung von Kindern enden kann, haben wir ja am Beispiel Mohammeds gesehen. Kinder sollten auch nicht für die Ungerechtigkeit der Eltern bestraft werden (Hes.18:17), auch wenn es möglich war, dass sie für diese  in »Mitleidenschaft« gezogen werden (2.Mo.20:5, 34:7, 4.Mo.14:18).

Auf die oben genannte Frage an Johannes den Täufer, antwortete dieser, dass sie als Wiedergutmachung Barmherzigkeit (Luk.3:11), Mäßigung (Luk.3:13) und Rücksicht üben sollten (Luk.3:14). Dies ist eine gute Richtschnur, die man unter der Leitung des Heiligen Geistes in jedem konkreten Einzelfall anlegen und beachten sollte (Röm.12:2).  Als der HErr Jesus die Frau am Jakobsbrunnen von ihrem unzüchtigen Leben überführt hatte, gibt Er ihr keinen konkreten Rat, wie sie ihre Verhältnisse neu regeln müsse, sondern erklärt ihr stattdessen erst einmal, wie sie in eine persönliche Beziehung zum himmlischen Vater treten kann, indem sie Ihm, dem Messias, Glauben schenkt (Joh.4:16-26). Hätte Er ihr hier schon verraten, wie man sich grundsätzlich verhalten müsse bei illegalen Beziehungen, dann wäre hier ein Präzedenzfall geschaffen, der zum ungeistlichen Verhaltensschema für Millionen anderer rigoros missbraucht worden wäre, anstatt mit Barmherzigkeit, Mäßigung und Rücksicht jeden Einzelfall vor Gott zu prüfen, um sich eine weise Lösung vom HErrn zu erbitten.

Nicht wiederverheiratete Geschiedene sollten - solange es noch nicht zu spät ist - die Versöhnung mit dem geschiedenen Ehepartner anstreben und vergebungsbereit sein. An einer Ehekrise ist ja nie immer nur einer Schuld, sondern beide Seiten. Wer aufrichtige Einsicht hat in seine eigenen Fehler, macht es dem anderen leichter, auch eigene Versäumnisse zuzugeben. Zudem hilft es, wenn man sich an die guten Zeiten erinnert, die man gemeinsam verbracht hat und man sich dankbar der guten Seiten des anderen bewusst wird.

In Mat.1:3 lesen wir: »Juda aber erzeugte den Perez…«. Wenn man die Bedeutung dieser beiden Namen beachtet, nämlich Juda=Lob und Perez=Durchbruch, dann lernen wir hier, dass ein Lob für den anderen einen Durchbruch in einer verfahrenen Ehekrise erzeugen kann (vergl. Ri.8:1-3). Man kann gemeinsam sprechen über die Ursachen in der Vergangenheit, die falsche Weichenstellung und die gemeinsame Gewöhnung an Missstände, die für die Liebe zueinander allmählich zum »Kolbenfresser« wurden. Wenn beide gläubig sind und dem HErrn gehorchen wollen, dann sollte eine Versöhnung doch möglich sein.

Und wenn von der anderen Seite überhaupt keine Bereitschaft mehr besteht, noch mal einen Neuanfang im HErrn zu wagen, dann muss das für den Bruder oder die Schwester noch nicht der Weltuntergang sein. Wenn wir eine Situation nicht ändern können, dann müssen wir uns selber ändern mit Gottes Hilfe. Auch gläubige Witwen, die jahrzehntelang ihren Mann an ihrer Seite hatten, mussten das Alleinsein erlernen und haben es gelernt. Am Ende gebraucht der HErr solche Geschicke, damit wir im Glauben reifen und mehr Zeit für den HErrn und für unsere Geschwister haben. Der Ehepartner soll ja ohnehin nicht eine höhere Stellung für uns haben, als der HErr selbst, denn sonst sind wir Seiner nicht würdig (Mt.10:37-38). Die Scheidung von einem ungläubigen Partner kann zudem für manche Gläubige auch wie ein Befreiungsschlag wirken, um endlich mit ganzer Hingabe dem HErrn dienen zu können (1.Kor.7:22).

Wer hingegen noch nie eine Frau bzw. einen Mann hatte, darf sich nach den Worten des HErrn glücklich schätzen, wenn er/sie nicht mit Wehmut zurückschaut oder gar mit Neid auf die anderen blickt, sondern mit Freude nach vorne sieht auf den großen Lohn, der den »Jungfrauen« bzw. jungfräulich Gebliebenen erwartet (Offb.14:3-4)! Wer auf die Freuden dieser Welt standhaft verzichtet hat, hat damit wie kein anderer seine Liebe zum HErrn bewiesen (Hebr.10:38). Paul Washer erzählte mal von zwei Herrnhuter Brüdern, beide Anfang 20, die sich vor 250 Jahren freiwillig in die Sklaverei verkauften, um auf einer nur von Sklaven bewohnten Insel zu kommen, um dort Zeugnis ablegen zu können. Es gab kein zurück, denn sie hatten sich ja an einen Sklavenbesitzer verkauft für ihr ganzes Leben! Und man sagt, als sie mit dem Boot abgelegt hatten und ihre Eltern und Gemeindemitglieder ihnen weinend nachschauten, da rief einer von ihnen und sagte: »Sollte nicht das Lamm den VOLLEN Lohn für Sein Leiden bekommen Sie betrachteten ihr Leben als wertlos im Vergleich zur Herrlichkeit, die sie erwartete (Röm.8:18).

In einer hedonistischen und ehebrecherischen Gesellschaft wie der unsrigen gibt es natürlich kaum mehr Prediger, die wie Paulus den Mut haben, die Ehelosigkeit zu empfehlen. Schließlich treibt einem ja immer die Angst um, etwas Entscheidendes verpasst zu haben. Wir begnügen uns damit, nur eine kleine Nummer in der unzähligen Schar den Erlösten zu sein mit nur »dreißigfältiger« Frucht, obwohl wir alle theoretisch auch »hundertfältig« bringen könnten, wenn wir nur auf »Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder« verzichten würden (1.Mo.26:12, Mt.19:29, Mark.4:20, 10:30).

Und selbst wenn wir schon eine andere Weichenstellung eingeschlagen haben für unser Leben, sollten wir »die im Fleische noch übrige Zeit nicht mehr den Lüsten der Menschen, sondern dem Willen Gottes leben« (1.Petr.4:2). Wir dürfen diese Welt zwar nutzen, uns aber nicht von ihr vereinnahmen (1.Kor.7:31). Das Verb καταχρώμενοι = in jeder Beziehung/bis auf den Grund/ bis zur Neige gebrauchen, also total in Beschlag nehmen, führt zu der Überlegung, dass man von seinem Besitz selber besessen werden kann und dadurch seine Brauchbarkeit für den HErrn einbüßt (Mt.6:24-34, 13:22). Die Familie oder den Besitz zum Lebensmittelpunkt zu machen, kann uns dazu verführen, unsere Zukunft beim HErrn aufs Spiel zu setzen! Das aber ist es doch nicht wert!

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