"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

Die Lebendigmachung der Toten

Ein Gespräch unter Brüdern

R: „Lieber Bruder, ich danke dem HErrn, dass wir uns nach so langer Zeit mal wiedersehen, und ich kann mir vorstellen, dass Du in der Zwischenzeit viel mit dem HErrn erleben durftest.“

F: „In der Tat habe ich seit unserem letzten Treffen vor zwei Jahren viel dazugelernt und ich bin dem HErrn auch dankbar für das, was ich damals durch Dich erkennen durfte von der Schrift her. Ich glaube inzwischen auch, dass Gott zugleich ein gerechter wie auch gnädiger Gott ist, der die Menschen nicht ewiglich in der Hölle quälen will, sondern nur so lange, wie es ihre jeweiligen Werke wert waren. Hierfür war mir Dein Hinweis hilfreich, dass das griechische Wort AeIOo´N gar nicht »Ewigkeit« bedeuten kann, da es auch in der Bibel immer nur für einen begrenzten Zeitraum gebraucht wird (1.Kor.2:7, 10:11, Tit.1:2, Hebr.9:26). Allerdings teile ich nach wie vor nicht den Glauben an eine Allversöhnung am Ende der Zeit, da mir diese eher wie ein frommer Wunsch klingt und weniger eine biblisch bezeugte Tatsache.“

R: „Ich hatte Dir aber bei unserem letzten Treffen eine ganze Menge Bibelstellen genannt.“

F: „Ja, aber man kann sie auch alle anders interpretieren. Z.B. jene Stelle in Jes.45:22-24 könnte sich auch auf all jene Menschen beschränken, welche im 1000-jährigen Reich überlebt haben und nicht auf absolut alle, die je gelebt haben. Man muss jeweils aus dem Zusammenhang erkennen, ob das Wort »alle« gerade im absoluten Sinne oder im relativen Sinne gemeint ist wie z.B. in 1.Kor.15:22 und Röm.11:32.“

R: „In Phil.2:9-11, wo Jes.45 zitiert wird, steht „all“ in der Einzahl und ohne Artikel davor: „Über jeden Namen“, „jedes Knie“, „jede Zunge“. »Damit in dem Namen Jesus jedes Knie sich beuge ⟨der⟩ Auf-himmlischen und ⟨der⟩ Irdischen und ⟨der⟩ unter-⟨dem ⟩Erdboden⟨ Befind⟩lichen.«. Damit sind zweifellos absolut alle Personenwesen gemeint, die Knie und Zunge haben. Und wenn Du Dir mal gerade die Stellen genauer ansiehst, die Du genannt hast, dann macht doch gerade der jeweilige Vergleich mit der Sünde und dem Tod deutlich, dass es sich nur um ausnahmslos alle handeln kann: »Gleichwie in dem Adam alle sterben…«-(1.Kor.15:22) gilt für absolut alle Menschen, und »Gott hat alle (wörtl. die alle = ausnahmslos alle) zusammen in den Unglauben eingeschlossen…« (Röm.11:32)- auch das gilt für jeden ohne Ausnahme! Dann muss aber auch jeweils die Folge für absolut alle am Ende gelten: »…so werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden« (1.Kor15:22) und: »…auf dass Er ⟨sich über⟩ dieausnahmslos alle erbarme« (Röm.11:32).

F: „Paulus spricht hier unpräzise, weil er davon ausgeht, dass die Leser schon wissen, wie er es gemeint hat. Und in gewisser Weise werden ja auch die ungläubigen Toten wieder lebendig gemacht nach den 1000 Jahren (Offb.20:5), insofern gilt 1.Kor.15:22 dann tatsächlich für ausnahmslos alle Menschen, die je gelebt haben.“

R: „In Offb.20:5 heißt es aber wörtlich, dass sie »nicht ‘lebendig wurden« (OUK Ä´ZsESAN = Aorist von ZsA´Oo, leben), während in 1.Kor.15:22 von einer Lebendigmachung die Rede ist (ZsOoJO-POIEThÉSONTAI von ZOoJO-POIÄ´Oo = lebendig-machen). Ich hatte Dir schon beim letzten Treffen nachgewiesen, dass dieses Wort an allen Stellen nicht bloß die Bedeutung einer Auferweckung hat, sondern immer auch im Sinne einer geistlichen Veränderung vom Tod zu unbegrenzt fortwährendem Leben hat (ZOoJO-POIÄ´Oo Joh.5:21, 6:63, Röm.4:17, 8:11, 1.Kor.15:22, 36, 45, 2.Kor.3:6, Gal.3:21, 1.Petr. 3:18; SY-ZOoJO-POIÄ´Oo, mit-lebendig-machen Eph.2:5, Kol.2:13).“

F: „Ich glaube, dass Du da zu viel hineininterpretierst. Paulus redet in 1.Kor.15 von der Totenauferweckung und nicht von der Bekehrung der Toten. Lebendigmachung ist nur ein anderes Wort für Auferweckung.“

R: „Aber dann lies doch mal diese Stellen! In Joh.5:21 unterscheidet der HErr Jesus zwischen Auferweckung und Lebendigmachung, indem Er sagt: »Denn gleichwie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, also macht auch der Sohn lebendig, welche Er will«. Und dann sagt Er: »Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt nichts« (Joh.6:63a). Es geht hier also um die Wiedergeburt aus Wasser und Geist.“

F: „Aber Du kannst doch nicht aus dieser einen Stelle in 1.Kor.15:22 ableiten, dass einmal alle Toten wiedergeboren werden! Das ist eine Überinterpretation. In Vers 20 schreibt Paulus von den »Entschlafenen in Christus«.“

R: „Ja, und ab Vers 23 schreibt er auch von den anderen: »23 Jeder aber in seiner eigenen zugeordneten Gruppe: der Erstling, Christus, darauf die, die des Christus sind in Seiner Anwesenheit; 24 danach das Endziel, wenn Er die Regentschaft dem Gott und Vater übergibt… 25 Denn Er muss regieren, bis Er alle Feinde unter Seine Füße gesetzt hat« (GtÜ). Wenn die sieben Gemeindezeiten aus den Sendschreiben erst einmal vorbei sind, in welcher die Ernte eingefahren wurde, dann werden in den sieben Jahren der Drangsal die Menschen wie bei Josef aus der ganzen Welt angebettelt kommen, um den HErrn Jesus zu suchen und nicht nur Israel (Apg.15:17, 1.Mo.47:13-25 allegorisch).“

F: „Ja, das wird bei der Wiederkunft des HErrn Jesus passieren. Aber dann nimmt Er jene, die »des Christus sind« mit in den Himmel zum Hochzeitsmahl, und die Türen werden verschlossen für die törichten Jungfrauen, also für falsche Christen und auch für alle Ungläubigen.“

R: „Das griech. Wort PAR-OUSI´A bedeutet eigentlich Anwesenheit (wörtl. an⟨wesend⟩-Sein) im Gegensatz zur AP-OUSI´A = Abwesenheit (w.: ab⟨wesend⟩-Sein) (1.Kor.16:17, 2.Kor. 10:10, Phil.1:26, 2:12), wird aber meist mit »Ankunft« übersetzt. Der Moment der Wiederkunft des HErrn ist aber nur die »Erscheinung Seiner Anwesenheit« (1.Thes. 2:8). Danach setzt sie sich über das ganze 1000jährige Reich fort, in welchem immer wieder Menschen zu Christus finden und dann Ihm gehören.“

F: „Nein, im 1000jährigen Reich wird das Volk Israel über die Erde herrschen und die Menschen werden sich an den Rockzipfel jedes jüdischen Mannes hängen, weil sie dann auch zu Israel gehören wollen (Sach.8:23). Der HErr Jesus ist dann mit Seiner Brautgemeinde im Himmel.“

R: „Das stimmt nicht; der HErr ist dann auf Erden fortwährend anwesend (Hes.48:35, Joel 4:21). Dies wird auch in der allegorischen Auslegung vom Ende der Sintflut deutlich. Hast Du von dieser gehört?“

F: „Du meinst, als Noah 2-mal die Taube losfliegen ließ?“

R: „Insgesamt hat er die Taube sogar dreimal losgeschickt. Aber als erstes entsandte er den Raben (≙ Satan, 1.Mo.8:6, vergl. 1.Mo.3:1, Luk.4:6, 2.Kor.4:4), indem ‚dieser rastlos die Erde durchstreift und umherwandelt, um die Menschen zu verführen (Hi.1:7, Offb.12:12). Vögel sind in der Symbolik der Bibel oft ein Bild auf Geister (Offb.18:2b). Selbst dieser Aasfresser ist Gott also nützlich (vgl. 1.Kön.17:4-6)! Die Taube ist bei Noah Bild des Herrn Jesus, im AT öfter Bild für vereinsamte, hilfsbedürftige oder verirrte Menschen, im NT Bild auf den Geist Gottes (Mt. 3:16), der vom Vater entsandt wurde auf Seinen Sohn. Doch so wie die Taube beim ersten Mal keinen Ruheplatz auf Erden fand und zu Noah zurückkehrte, so wurde auch der HErr Jesus von den Seinigen nicht aufgenommen (Joh.1:11) und fand im großen »Völkermeer« keinen Platz, wo Er Sein Haupt hinlegen konnte (Luk.9:58). Er sollte am Ende »nichts haben« (Dan.9:26), als Er zum Vater zurückkehrte (Joh.7:33, 16:28, 20:17). Und so wie Noah seine Hand ausstreckte, um die Taube zu empfangen, bat auch der HErr am Kreuz Seinen Vater: »In Deine Hände übergebe ich meinen Geist« (Luk.23:46, Apg.2:24, 3:15).“

F: „Ja, sehr schön, das passt gut. Und als Noah die Taube ein zweites Mal losschickte, ist das Jesu Wiederkunft?“

R: „Das geschah ja 7 Tage später (1.Mo.8:10), was ein Bild auf die 7 Gemeindezeiten aus den Sendschreiben ist, d.h. die vergangenen 2000 Jahre, die in der Josefgeschichte als die »sieben Jahre des Überflusses« vorgeschattet werden. Die Rückkehr der Taube »zur Zeit des Abends« mit einem »abgerissenen Blatt ⟨vom⟩ Olivenbaum« im Schnabel deutet auf die endzeitlichen Entrückungen, beginnend mit der Entrückung der klugen Jungfrauen, hin (Mt.25:10), denn der Ölbaum steht ja für das Volk Gottes (Röm.11:17+24).“

F: „Dann müsste es ja mehrere Entrückungen geben…“

R: „Allerdings. Die erste ist die der klugen Jungfrauen, wenn alle gestorbenen Christen der gesamten Gemeindezeit auferstehen am Ende der zweiten Nachtwache, d.h. des zweiten Jahrtausends nach dem ersten Kommen Christi. In Luk.12:36-38 finden wir den Hinweis, dass der HErr Jesus mindestens zweimal von der Hochzeit aufbrechen wird, um diejenigen abzuholen, die jeweils bereit sind, nämlich in der 2. »und« in der 3. Nachtwache.“

[Dazu eine Erklärung von Bruder Bernd Fischer: In Mat.25:5 steht nicht der Aorist »sie schliefen ein«, sondern das Imperfekt »sie schliefen fortdauernd«, womit der Todesschlaf gemeint ist. Die törichten Jungfrauen bleiben, auch nachdem sie Öl gekauft haben, in ihrem Auferstehungsleib zunächst von der Hochzeit ausgesperrt (Mat.25:11-12). Nur die klugen Jungrauen werden in den Himmel entrückt (Mat.25:10), wo sogleich die Hochzeit »am dritten Tag« (Joh.2:1) (= dritte Nachtwache = Zeit der beiden Zeugen) beginnt. In Luk.12:38 sagt der HErr: »Und-wenn Er- in der zweiten und wenn Er- in der dritten Nachtwache -kommt und findet <sie> so (d.h. wachend V. 37) – glückselig sind jene.« Wer im jetzigen zweiten Jahrtausend (= 2. Nachtw.) nach dem ersten Kommen Christi und wer in der Zeit der beiden Zeugen (= 3. Nachw.) zum HErrn entrückt wird, ist glückselig, weil er nicht in die Vollmachtszeit des Antichrists (= »Stunde der Versuchung« Offb.3:10 = 4. Nachtw.) kommt. --- In Luk.12:36 sagt der HErr: »Und ihr, ⟨seid⟩ Menschen gleich, ⟨die⟩ empfang⟨sbereit wart⟩en-auf ihren HErrn, wann Er-aufbrechen-wird aus den Hochzeit⟨sfeierlichkeit⟩en, …«. Auch dies weist auf mehrere Entrückungen hin, indem der HErr die Hochzeitstafel jeweils kurzzeitig verlässt und weitere Gläubige in einer folgenden Entrückung heranholt. --- Zwei Jahre nach Beginn der letzten 7 Jahre ist die Entrückung des männlichen Sohnes (Offb.12:5), d.h. der Juden, denen sich bei ihrer zweiten Anrufung ihres Messias (1.Mo.43-44) dieser sich als der von ihnen verworfene Josef/Jesus zu erkennen gibt (1.Mo.45:1-3; Sach.12:10) und dann nach Ägypten (= der Himmel) holen lässt (1.Mo.46). Am Ende der Zeit der beiden Zeugen, in der Mitte der letzten 7 Jahre, ist die Hauptentrückung der Gemeinde »in der letzten Trompete« (1.Kor.15:52; 1.Thess.4:16-17; Offb.10,7; 11:15). Am Ende der vierten Nachtwache, kurz vor Seiner Epiphanie, kommt der HErr wie ein Dieb zur letzten Entrückung (Offb.16:15; Mat.14:25; Mark.6:48; Joh.6:19).

F: „Ach, und die weiteren 7 Tage, die Noah abwartete, entsprechen demnach den letzten 7 Jahren?“

R: „Genau. Und diese entsprechen in der Josef-Geschichte den 7 Hungerjahren, in welchen sich Josef 5 Jahre vor deren Ende (1.Mo.45:6+11) seinen Brüdern zu erkennen gab, sprich: wenn der HErr sich den Juden zu erkennen geben wird, dass Er der Messias ist, den sie durchstochen hatten (Sach.12:10, Offb.1:7). Und jetzt kommen wir zur Eingangsfrage zurück, wie lange die Anwesenheit des HErrn Jesus auf der Erde dauern wird: denn als Noah die Taube ein drittes Mal aussandte heißt es: »...und sie kehrte hinfort nicht wieder zu ihm zurück« (V. 12), d.h. der Herr Jesus bleibt die ganzen 1000 Jahre auf der Erde (Hes.48:35; Joe.4:21).“

F: „Mag sein, dass dies damit angedeutet werden soll. Aber wir sprachen ja eingangs von den Toten, die nach Deiner Auffassung nach und nach durch den Geist Gottes erneuert und lebendig gemacht werden. Ich würde es mir ja auch wünschen, aber ich finde dafür einfach keine Hinweise in der Heiligen Schrift.“

R: „Ich hatte Dir aber letztes Mal sehr viele Stellen genannt, z.B. 1.Petr.3:19, 4:6, Jes.45:22-24, 49:6, 57:16, Ps.22:28, 107:10-15, Apg.15:15-18, Hesekiel 16:44-63, 2.Sam.14:14 usw.; Gott will, dass alle Menschen gerettet werden, und Sein Wille geschieht (Ps.135.6, Jes. 46:10).“

F: „Ja, aber nicht gegen den Willen der Menschen! Wenn sich Menschen in diesem Leben gegen Gott entschieden haben, dann respektiert Gott diese Entscheidung, aber sie müssen dann auch die Konsequenzen tragen. Zwar glaube ich inzwischen auch nicht mehr, dass Menschen für alle Ewigkeit gequält werden, denn dann müsste Gott nicht nur Sein Wesen verleugnen, sondern wäre bei der Verhängung des gleichen Strafmaßes für alle auch kein gerechter Gott mehr und Sein Gericht eine reine Farce.“

R: „Und wie stellst Du es Dir dann vor?“

F: „Ich glaube, dass jeder Ungläubige, der nicht im Buch des Lebens steht, am Ende für eine bestimmte Zeit in den Feuersee geworfen wird und nur so lange dort leiden muss, wie es seine individuelle Strafe verdient, aber dann darf er sterben und wird vom Feuer vernichtet.“

R: „Das glauben ja auch die Zeugen Jehovas.“

F: „Ja, das stimmt, aber ich bin kein Zeuge Jehovas. Aber ich habe mich vor einem Jahr den Adventisten des Siebenten Tags angeschlossen, und deren Lehre über die Gehenna (Hölle) hat mich schließlich überzeugt.“

R: „Also Du glaubst, dass Gott Seine Güte an den Ungläubigen dadurch erweist, dass Er sie am Ende einfach vernichtet, sozusagen wie der erlösende Gnadenschuss. Dann frage ich mich aber, welchen Sinn dann überhaupt der Feuersee hat. Wenn Gott ohnehin nichts mehr vorhat mit den Ungläubigen, dann hätte Er sie doch auch gleich vernichten können und braucht sie nicht noch erst zu quälen. Bestrafung hat auch immer einen Zweck.“

F: „Wir müssen uns von diesem humanistisch-rationalen Pragmatismus freimachen, denn mit unseren menschlichen Überlegungen können wir das nicht verstehen. Und wenn Du unbedingt Deinen moralischen Maßstab anlegen willst, dann frage Dich doch mal, ob es denn etwa humaner ist, wenn Gott Seine Geschöpfe erst so lange quälen muss, bis ihr Wille gebrochen ist und mit verbrannter Haut sich willenlos in Seine Vaterarme werfen.“

R: „Das habe ich ja gar nicht gesagt! Gerade solche Vorstellungen sind menschlich und eines heiligen Gottes unwürdig. Es ist vielmehr »das milde( w.: gebrauchsfähige)⟨ HandelnGottes, das den Menschen zur Buße leitet (Röm.2:4), indem er wie der verlorene Sohn zur Einsicht kommt, dass er selber schuld ist an seinem Elend und nicht Gott oder andere dafür verantwortlich macht (in Jos.7:20 Achan, in Ri.10:10 und 1.Sam.7:6 jeweils Israel, in 1.Sam.15:24+30 Saul, in 2.Sam.12:13 24:10+17 Ps.41:5 und 51:6 jeweils David, in Jer.3:25 Israel, in Jer.14:7+20 Juda, in Dan.9:5+11 und Mi.7:9 Israel, in Mt.27:4 Judas, in Luk.15:18 der verlorene Sohn, in Luk.23:39-43 der eine Schächer am Kreuz). Buße ist wie der Glaube eine Gabe Gottes (Apg.11:18, 2.Tim.2:25), und wie Gott letztlich jeden zur Buße führt, steht z.B. in Röm.2:4 und Apg.15:17. Dass Gott das schafft, steht außer Frage, denn »bei Gott sind alle Dinge möglich (Mk.10:27).“

F: „Aber ein Toter kann nicht mehr Buße tun, selbst wenn er wollte, denn er ist ja tot! In Pred.9:5-10 sagt Salomo zurecht: »Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden; die Toten aber wissen gar nichts, und sie haben keinen Lohn mehr, denn ihr Gedächtnis ist vergessen… Alles, was du zu tun vermagst mit deiner Kraft, das tue, denn es gibt weder Tun noch Überlegung noch Kenntnis noch Weisheit im Scheol, wohin du gehst«. Beim Tod zerfällt nicht nur der Körper, sondern auch die geistigen und seelischen Funktionen erlöschen: »Sein Geist geht aus, er kehrt wieder zu seiner Erde: an selbigem Tage gehen seine Pläne zu Grunde«(Ps.146:4).“

R: „Hier solltest Du zwei Dinge berücksichtigen: Zum einen soll das Buch des Predigers ganz bewusst die Denkweise eines Menschen unter der Sonne beschreiben, der also noch keine Erkenntnis darüber hatte, was uns erst in Christus offenbart wurde. Und zweitens:…“

F: „Halt, lass mich dazu etwas sagen! Das klingt mir doch sehr nach Bibelkritik, so als ob Gottes Wort keine zeitlose Gültigkeit habe. Ich lese nirgendwo in der Bibel die Meinung von Menschen, sondern immer nur Gottes Wort, denn Er ist der wahre Autor!“

R: „Ja, aber Du musst das Wort Gottes auch in seinem Kontext lesen, denn sonst wirst Du Dich schnell in unüberbrückbare Widersprüche verheddern. Z.B. dass die Toten keinen Lohn mehr hätten oder ihrer nicht mehr gedacht werde, ist natürlich im Licht der Offenbarung so nicht mehr richtig (Offb.20:12, 22:12).“

F: „Ja, das ist wahr. Und mir fällt gerade ein, dass das Evangelium ja auch als Geheimnis »in den Zeiten der Zeitalter verschwiegen war« (Röm.16:25), bzw. »von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war« (Kol.1:26). Sie konnten es also gar nicht wissen.“

R: „Wörtlich heißt es dort übrigens: »… ⟨währendäonischer Zeiten) verschwiegen«(Röm.16:25) bzw.: »verborgen von den Äonen/Zeitaltern ‹an› (d.h. vom Beginn der Engelwelt) und von den Generationen (d.h. vom Beginn der Menschheit)« (Kol.1:26).

Also kommen wir zum zweiten Punkt: Als David und Salomo lebten, etwa 1000 v.Chr., da gab es im Scheol wahrscheinlich wirklich noch keinerlei geistige Aktivität. Es gab stattdessen völlige Lethargie, Passivität und Hoffnungslosigkeit. Niemand vermochte an den HErrn zu denken, geschweige denn Ihn zu preisen (Ps.6:5, 30:9, 88:10-12, 115:17). Auch zur Zeit Hiskias (um 700 v.Chr.) hatte sich noch nichts daran geändert (Jes.38:11+18). Erst in einer 585 v.Chr. ergangenen Prophetie lesen wir auf einmal über den Pharao: »Aus der Mitte des Scheols reden zu (od. von) ihm die Mächtigen (w.: Vollmacht⟨ Hab⟩enden) der Helden mit seinen Helfern. Sie sind hinabgefahren, sie liegen da, die Unbeschnittenen, vom Schwert Durchbohrten … sie tragen ihre Schmach bei denen, welche in die Grube hinabfahren.«(Hes.32:21 +25). Hier findet also die erste Unterhaltung statt im Scheol. In den Jahren zwischen 588 bis 585 waren bei der Belagerung Jerusalems und der Deportation nach Babel sehr viele Juden umgekommen, die zwar fromm waren (Jer.7:10a), aber zugleich gesetzlos lebten (Jer.7:10b). Weil im Scheol/Hades anscheinend nur im Bund mit Gott stehende Leute in der Feuerqual der Gehenna sind, wie der gläubige reiche Mann (Luk.16:23; Mt.13:41-42; vgl. Hi.31:12), waren diese vielen frommen Juden in Feuerqual wohl ein sehr eindrückliches Zeugnis für die im Scheol befindlichen Heiden, so dass nun auch heidnische Könige und ihre Soldaten, die zu Lebzeiten »Schrecken verbreitet hatten im Land der Lebendigen« sich ihrer Untaten und der jetzigen Schmach im Scheol bewusst wurden und miteinander zu reden begannen.“

F: „Das hieße aber doch, dass sie aus ihrem Todesschlaf erwacht sein müssen. Aber Hiob sagte doch: »So legt der Mensch sich hin und steht nicht wieder auf. Bis der Himmel nicht mehr ist, erwachen sie nicht und werden nicht aufgeweckt aus ihrem Schlaf« (Hi.14:12).“

R: „Da ist kein Widerspruch, denn der Geist und die Seele können ja auch im Schlaf äußerst aktiv sein, wenn man träumt. Für einen Ungläubigen ist der Aufenthalt im Scheol sicher wie ein Albtraum. Wir wissen aber, dass Gott die Träume gebraucht, um den Menschen zur Buße zu rufen (1.Mo.20:3-6, Hi.33:15-28).“

F: „Aber wenn das Gehirn tot ist, dann kann man auch nicht mehr träumen. Geist und Leib sind doch untrennbar miteinander verbunden.“

R: „Der Todeszustand ist ja auch nur vergleichbar mit einem Traum und nicht genau das gleiche. Der Scheol ist ja auch kein imaginärer Ort, sondern ein realer, der sich in den untersten Teilen der Erde befindet (Eph.4:9).“

F: „Ach, glaubst Du etwa wirklich, dass die Hölle sich im Erdinneren befindet?! Das ist doch nur eine Metapher! Man hatte ja mal angeblich bei einer Tiefenbohrung 1989 in Sibirien die Hallendecke der Hölle durchbohrt und von ganz unten qualvolle Schreie vernommen. Später stellte sich heraus, dass sich ein norwegischer Lehrer die Story ausdachte (https://de.wikipedia.org/wiki/Kola-Bohrung). Es ist zwar sehr heiß im Erdinneren, aber der Feuersee ist dort sicher nicht.“

R: „Der Feuersee sowieso nicht, aber der Scheol bzw. Hades ja, denn davon berichtet uns die Schrift immer wieder, dass dieser sich tief unter der Erde befindet (Ps.63:9, 88:6, 139:15, Jes.14:15, 44:23, Klag.3:55, Hes.26:20, 31:14-18, 32:18-24, Mt.12:40, Phil.2:10). Für diesen Ort gibt es in der Bibel verschiedene Begriffe wie z.B. »Abgrund« (hebr. ˚aBhaD(D)O´N, wörtl. Verlorengehen/Verlorensein, gr. APOLLY´OoN Offb.9:11) oder »Grube« (hebr. BOR, wörtl. Zisterne), die möglicherweise auch verschiedene Abteilungen mit unterschiedlichen Funktionen haben. So entspricht der »untere Scheol« (5.Mo.32:22, Ps.86:13) vermutlich dem Qualbereich im Hades (Lk.16:23), der auch »Gehenna des Feuers« (Mt.5:22, 18:8-9), »unauslöschliches Feuer« (Mt.3:12, Mk.9:43) oder »Schmelz/Brennofen des Feuers« (Mt.13:42+50) genannt wird. Als der HErr Jesus am Kreuz starb, ist Er unmittelbar danach sowohl im Paradies (Luk. 23:43) als auch im Hades (Apg.2:27+31) und im Abgrund (Röm.10:7) gewesen, so wie auch Josef ins Gefängnis kam (1.Mo.40), und hat den Geistern der Ungehorsamen das Evangelium gepredigt (1.Petr.3:19).“

F: „Ich habe mal gehört, dass Er dort von Satan und seinen Dämonen gequält wurde, konnte aber bisher keine Stelle in der Bibel finden, wo das draus hervorgeht.“

R: „Weil es eine solche Stelle nicht gibt. Der HErr Jesus hat am Kreuz ein vollkommenes Erlösungsopfer für uns errungen, und als Er sprach »Es ist vollbracht« (wörtl. »⟨zum ⟩Ziel⟨ gebrach⟩t«, Joh.19:30), hatte Er in diesem Moment den Tod ein für allemal besiegt (Kol.2:14-15).“

F: „Aber wie kann Er in nur 3 Tagen sowohl im Paradies als auch im Hades sein? Schließlich sagt Er doch, dass Er die ganze Zeit, nämlich »3 Tage und 3 Nächte im Schoß der Erde sein« würde (Mt.12:30). Das wäre doch ein Widerspruch in sich! In der Adventgemeinde wurde mir erklärt, dass Er zum Schächer am Kreuz auch gesagt haben könnte: »Wahrlich, Ich sage dir heute: Du wirst (eines Tages) mit mir im Paradies sein!« (Luk.23:43).“

R: „Ja, das kenne ich, das Argument der angeblich fehlerhaften Zeichensetzung! Was für ein schwacher Trost für den gerade Bekehrten, dass er nach dieser Auslegung vielleicht noch Jahrhunderte warten müsste, bis er irgendwann den HErrn wiedersehen würde! Nein, er sollte noch am gleichen Tage den HErrn im Paradies wiedersehen, denn dorthin hat Er ja zugleich auch die gefangenen Gläubigen aus dem Scheol hinübergebracht (Eph.4:8). Die Ausdrucksweise »Wahrlich, Ich sage dir: …« wird vom HErrn Jesus 10 mal gebraucht (Mt.5:26, 6:2, 26:34, Mk.14:30, Luk.23:43, Joh.3:3+5+11, 13:38, 21:18) und ist durch das vorangestellte »Wahrlich« (w. »Amen«) schon so gewiss, dass es nicht noch einer weiteren Bekräftigung durch das »heute« bedurft hätte. Man muss auch bedenken, dass der Hades und das Paradies miteinander im Hör- und Sichtkontakt stehen, auch wenn sie durch eine Kluft voneinander getrennt liegen, was wir durch die Geschichte vom reichen Mann erfahren, der vom Hades aus Abraham und Lazarus im Paradies sah.“

F: „Aber diese Geschichte in Luk.16:19-31 ist doch kein Tatsachenbericht, sondern nur ein Gleichnis!“

R: „Nein. Wenn es ein erfundenes Gleichnis gewesen wäre, hätte der HErr es z.B. mit den Worten eingeleitet: »Das Totenreich ist gleich einem reichen Mann, der…« (s. Mat. 13.). Wenn Er aber sagt: »Es war einmal ein gewisser reicher Mann…«, dann dürfen wir nicht einfach Seine Worte in Frage stellen, sondern müssen annehmen, dass es diesen Mann wirklich gab. Warum auch nicht? Hinter dieser Behauptung steckt doch in Wirklichkeit der Wunsch, die ganze Geschichte als maßlose Übertreibung zu verharmlosen, weil sie nicht ins eigene Wunschdenken passt.“

F: „Ich denke, dass der Herr uns mit diesem Gleichnis zwei Dinge verdeutlichen will, nämlich erstens dass es nach dem Tod keine Möglichkeit mehr gibt, sich zu bekehren. Wer sich nicht zu Lebzeiten für den HErrn Jesus entschieden hat, bekommt nach dem Tod keine zweite Chance mehr dafür. Und zweitens zeigt der HErr auch, dass Tote nicht mehr mit den Lebenden reden können, weshalb auch alle spiritistischen Erscheinungen immer Täuschungen durch Satan sind.“

R: „Völlig falsch. Hat er etwa gefragt, was er machen müsse, um aus dieser Pein herauszukommen? Er hat ja noch nicht einmal gefragt, warum er diese überhaupt erleiden müsse, sondern bittet lediglich um Erleichterung. Überhaupt geht es in diesem Bericht gar nicht um Bekehrung zu Lebzeiten, denn Lazarus war ja nur deshalb im Schoß Abrahams, weil er sein Leben lang benachteiligt war. Und auch vom reichen Mann lesen wir nicht, dass er ungläubig war, im Gegenteil: Er spricht Abraham als »Vater« an (Jes.51:2) und wird von diesem als »Kind« angeredet (wie der daheim gebliebene Sohn in Luk.15:31). Offensichtlich waren also beide zum Alten Bund Gehörige in Israel.“

F: „Aber der reiche Mann hatte nie Mitleid mit dem armen Lazarus, obwohl er ihn jeden Tag sah.“

R: „Nun, Lazarus ernährte sich von den Essensresten des Reichen und bekam sicherlich auch hin und wieder ein Almosen von ihm. Aber er beachtete nicht, dass er nach dem Gesetz dazu verpflichtet war, »seinem Bruder, seinem Elenden und seinem Armen in seinem Land, seine Hand weit zu öffnen« (5.Mo.15:11). Gerade WEIL er ein Mitglied des Volkes Gottes war, fiel seine Bestrafung besonders schwer aus, denn er hätte es besser wissen müssen. Das trifft heute übrigens auch für die meisten wiedergeborenen Christen zu: Gerade weil wir das Wort Gottes besser kennen als die Ungläubigen, lastet eine viel größere Verantwortung auf uns. Und der arme Lazarus steht nicht nur für arme Gläubige, sondern auch für die Masse von Dritte-Welt-Menschen, die zwar weit weg von uns dahinvegetieren, aber deren Elend uns durch die Medien dennoch bekannt ist und an die Tür unseres Gewissens schlägt. Wir sehen aber, dass Gott bereits im Totenreich auch dem nicht wiedergeborenen Menschen einen Ausgleich für sein vergangenes Erdenschicksal gibt. Hierbei ist es dem HErrn wichtig zu zeigen, dass der reiche Mann den Lazarus sieht, wie er getröstet wird (vergl. auch Luk.13:28). Was glaubst Du wohl warum?“

F: „Damit er sich schämt und seine Schuld einsieht.“

R: „Ja, aber was würde das nützen, wenn – wie Du sagst – es für ihn ohnehin keine Chance mehr gäbe, sich zu bekehren? Einsicht ist mehr als die Erkenntnis, dass man im Leben falsche Prioritäten gesetzt hatte. Sie enthält stets auch eine innere Abkehr von der Sünde, in der man verblendeterweise gefangen war. Insofern führt Einsicht zu Selbsterkenntnis und Erfahrung, die für die Zukunft eines Menschen weit reichende Folgen hat, indem er bereit wird, sich geistlich erneuern zu lassen. Bei einer ewigen Bestrafung oder gar Vernichtung wäre dieser Erkenntnisgewinn und Reifungsprozess völlig vergeudet und eine wertvolle Chance zum Neubeginn vertan.“

F: „Ich bewundere Deinen Optimismus. Aber er gründet auf der Annahme, dass der Mensch überhaupt lernfähig ist. Die Schrift sagt aber: »Kann ein Mohr seine Haut wandeln, ein Leopard seine Flecken? Dann könntet auch ihr Gutes tun, die ihr an Bösestun gewöhnt seid« (Jer.13:23). Zudem: »Wird dem Gesetzlosen Gnade erzeigt, so lernt er nicht Gerechtigkeit: im Lande der Geradheit handelt er unrecht und sieht nicht auf die Majestät des HErrn« (Jes.26:10). Es nützt also alles nichts.“

R: „Das gilt nur, wenn der Gesetzlose ohne Zurechtweisung bleibt. Denn im Vers zuvor sagt Jesaja: »Wenn Deine Gerichte die Erde treffen, dann lernen Gerechtigkeit die Bewohner des Erdkreises« (V.9b). Und dann sagt er: »16 HErr, in der Bedrängnis haben sie Dich gesucht; als Deine Züchtigung sie traf, flehten sie mit flüsterndem Gebet. 17 Wie eine Schwangere, die, dem Gebären nahe, sich windet und schreit in ihren Wehen: also sind wir gewesen, HErr, fern von Deinem Angesicht« (Jes.26:16).“

F: „Das gilt aber nur für Israel!“

R: „Gottes Erbarmen mit Seinem Volk ist im Grunde nur eine Vorschau gewesen und eine Veranschaulichung, wie Er sich am Ende aller erbarmen will. »Es ist zu gering, dass Du Mein Knecht seiest, (nur) um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewährten von Israel zurückzubringen: Ich habe Dich auch zum Licht der Nationen gesetzt, um Mein Heil zu sein bis an das Ende der Erde« (Jes.49:6). »Die Gnade Gottes ist heilbringend für alle Menschen, indem sie uns erzieht…« (Tit.2:11-12).

F: „Aber in dem Gleichnis vom reichen Mann hat sich doch gerade gezeigt, dass er keinerlei Reue zeigt!“

R: „Finde ich nicht. Du musst auch mal bedenken, dass er sein ganzes Leben lang nur seine eigenen Interessen im Blick hatte und deshalb kein Mitgefühl entwickelt hat für andere Menschen. Veränderungen geschehen aber nicht von heute auf morgen, sondern bedürfen eines langen Prozesses mit viel Geduld (das wissen wir ja schon von uns selbst). Aber schon in der kurzen Zeit des Gesprächs lässt sich eine Veränderung heraushören: Nachdem ihm bewusst wird, wie hoffnungslos seine Lage ist, bettelt er nicht um Befreiung – was auch als Schuldeingeständnis zu werten ist – und bittet auch nicht, dass doch einer seiner Brüder sterben möge, damit er sich im Hades nicht mehr ganz so alleine fühlt, sondern im Gegenteil bittet er für seine Brüder, dass sie nicht auch kommen mögen an diesen Ort der Qual. Diese Bitte ist aber absolut uneigennützig und zeigt echtes Mitleid und Barmherzigkeit, die ihm früher gefehlt hatte.“

F: „Das waren aber gerade seine engsten Verwandten, was wohl jeder an seiner Stelle getan hätte, daher also nichts Besonderes. Wenn er nicht für sich selbst bat, dann nur deshalb, weil er wusste, dass es nicht mehr möglich ist. Abraham sagte auch nicht: »Warte, Kind, es kommt die Zeit, dass auch du noch errettet werden wirst«, sondern er sagt (mit anderen Worten): »Es ist zu spät für dich, du hast deine Gelegenheit verpasst. Es gibt keine Hoffnung mehr für dich«. Wenn es wirklich noch Hoffnung für ihn gegeben hätte, wie grausam wäre Abraham dann gewesen, dass er ihm diese verschwieg!“

R: „Da irrst Du Dich aber. Man darf eine auch noch so schmerzhafte Therapie nicht einfach abbrechen, sondern muss sie so lange durchführen, bis der Heilungseffekt einsetzt, denn sonst war alles umsonst. Hätte der reiche Mann schon gewusst, dass es noch Hoffnung für ihn gäbe, dann hätte sich der Veränderungsprozess noch viel länger hingezogen oder würde eventuell nie eintreten. Auch diese triumphierende Häme, die Du dem Abraham unterstellst, kann ich nicht herauslesen. Vielmehr begegnet Abraham ihm mit liebevoll behutsamer Sachlichkeit, ohne wütende Vorwürfe, sondern eher mit tiefem Bedauern. Dies half dem Mann, auch selbst keine Vorwürfe zu erheben, sondern sein Schicksal mit Fassung anzunehmen und mit Erbarmen an seine Brüder zu denken. Der HErr hat aber verheißen, dass die Barmherzigen auch selbst Barmherzigkeit erlangen werden, denn die Barmherzigkeit rühmt sich gegen das Gericht (Mt.5:7, Jak.2:13)“

F: „Daran hätte er aber mal früher denken müssen! Denn Jakobus schreibt auch, dass das Gericht ohne Barmherzigkeit sein wird gegen jene, die sie nicht selbst geübt haben, und das sehen wir ja hier, dass ihm nicht mal eine Fingerspitze Wasser zugestanden wurde!“

R: „Du redest wie der ältere Bruder des verlorenen Sohnes, der kein Verständnis aufbrachte dafür, dass dieser »tot in Vergehungen und Sünden« war. Dabei waren wir doch alle einmal »Kinder des Zorns« und haben uns nicht etwa das ewige Leben durch eine rechtzeitige Entscheidung verdient, sondern es war allein Gottes Gnade (Eph.2:1-9). Freilich soll die Geschichte abschrecken, aber sie zeigt gerade, dass es auch im Hades noch ein Denken und sogar ein Umdenken gibt, was Du ja vorhin noch geleugnet hattest.“

F: „Es ist eine fiktive Fantasiegeschichte, die unser abstraktes Vorstellungsvermögen anregen soll, nach dem Motto: »Was wäre, wenn…« Aber ich glaube nicht, dass Gott so grausam ist, dass Er Menschen unendlich quälen würde. Zum Glück gibt das Gleichnis auch keinerlei Perspektive für eine finale Begnadigung aller Menschen, weil sich dann viele in einer falschen Hoffnung wähnen könnten. Und wenn Du daran glaubst, dann ist es doch eher kontraproduktiv, wenn Du diese Hoffnung verbreitest, weil sich dann ja keiner mehr bekehren bräuchte in diesem Leben. Fakt ist aber, dass die ungläubigen Toten erst am Ende der 1000 Jahre aufgeweckt werden aus ihrem Todesschlaf und sich nicht bekehren können, egal ob sie davon träumen sollten oder nicht (Hi.14:12)!“

R: „Dann wird es Zeit, dass wir mal über Jesaja 14 sprechen sollten, denn dort wird nicht nur eine rege Aktivität im Totenreich beschrieben, sondern es wird auch über eine deutliche Verbesserung der Haftbedingungen berichtet: »9 Der Scheol drunten ist in Bewegung um deinetwillen, deiner Ankunft entgegen [gemeint ist hier Satan]; er stört deinetwegen die Schatten auf (wörtl. die Erschlafften d.h. die Verstorbenen), alle Mächtigen der Erde, er lässt von ihren Thronen aufstehen alle Könige der Nationen. 10 Sie alle heben an und sagen zu dir: ‚Auch du bist kraftlos geworden wie wir, bist uns gleich geworden!‘ 11 In den Scheol ist hinabgestürzt deine Pracht, das Rauschen deiner Harfen. Maden sind unter dir gebettet, und Würmer sind deine Decke« (Jes.14:9-11).“

F: „Damit ist doch bloß der König von Babel gemeint!“

R: „Schon sehr frühe Ausleger wie Tertullian und Gregor der Große erkannten, dass hier (wie auch in Hesekiel 28) nicht nur der König von Babel gemeint sein kann, denn es heißt im Text weiter: »12 Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern [lat. Luzifer], Sohn der Morgenröte! Wie bist du zu Boden geschmettert, Überwältiger der Nationen! 13 Und du, du sagtest in deinem Herzen: ‚Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über den Sternen Gottes meinen Thron erheben, und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden. 14 Ich will hinauffahren auf Wolkenhöhen, mich gleichmachen dem Höchsten‘« (Jes.14:12-14). Dies geht weit über alle menschlichen Möglichkeiten hinaus. Wenn man die Aussage ernst nimmt und nicht nur als poetische Übertreibungen verniedlicht, kann man sie weder bei Nebukadnezar noch bei Belsazar oder bei irgendeinem anderen König als erfüllt ansehen. Hier kann nur der Satan gemeint sein!“

F: „Ob Satan oder nicht, ich halte diesen ganzen Text ebenso für eine Fabel, die reich ist an Metaphern, um die Demütigung eines übermütigen Herrschers zu veranschaulichen, ähnlich wie beim Fall der Hure Babylon (Offb.18). Wie ich schon nachgewiesen habe, kann es nach Pred.9:10 keine Kommunikation im Totenreich geben, denn dort wird der Tod ja definiert als absolute Abwesenheit jeder Tat und jedes Gedankens. Und wenn es scheinbar widersprechende Stellen gibt, dann muss im Zweifelsfall die Definition gelten, denn es kann keine Widersprüche in der Bibel geben!“

R: „Nein, man kann sich nicht einfach die Aussagen herausgreifen, die einem ins eigene Konzept passen, und die anderen einfach ignorieren, wie es auch die Wachtturmgesellschaft immer gerne tut. Wie die Predigerstelle zu verstehen ist, hatte ich ja schon gezeigt. Du musst bedenken, dass hier ein Ereignis beschrieben wird, das sich erst kurz nach der Wiederkunft Christi erfüllen wird, also etwa um das Jahr 2030. Inzwischen hat sich schon ein Großteil der Gefangenen im Scheol bekehrt durch die Verkündigung des Evangeliums, obgleich sie immer noch »kraftlos« sind (Jes.14:10). Einige von diesen Bekehrten tragen nicht mehr »ihre Schmach« wie noch in Hes.32:24+25+30, sondern liegen inzwischen schon »mit Ehren, ein jeder in seinem Haus« (Jes.14:18). Mit Haus könnte auch ihre Dynastie oder ihre Dienerschaft bzw. ihr Heer gemeint sein. Die Könige sitzen 2 ½ Tausend Jahre nach Nebukadnezar sogar schon auf Thronen, von denen sie sich erheben (Jes.14:9), um den Neuankömmling Satan zu sehen!“

F: „Ich weiß nicht; vielleicht hast Du recht. Ich habe mir über diese Stelle noch nicht so viel Gedanken gemacht. Aber wie kommst Du darauf, dass diese Könige sich bekehrt hätten? Das steht da doch gar nicht!“

R: „Dort nicht, aber an vielen anderen Stellen, z.B. in Joh.5:25 »{Amen Amen}⟨Absolut wahrheitsge⟩treu sage Ich euch dass: Es kommt die Stunde und jetzt ist sie ⟨da⟩, in der die Gestorbenen hören werden (auf) die Stimme des Sohnes Gottes, und die⟨, die⟩ hörend geworden sind (auf Seine Stimme), werden leben«. Diese Prophezeiung erfüllte sich, als der HErr Jesus den Gestorbenen im Gefängnis, »die einst un⟨überzeugbar und unfolg⟩sam waren, das Evangelium geheroldet hatte«, als Er hinabstieg zu ihnen sofort nach Seinem Tod am Kreuz (1.Petr.3:18, 4:6).“

F: „Ach was! Hier geht es doch nicht um buchstäblich Gestorbene, sondern um geistlich Gestorbene (Mt.8:22, Luk.9:60, 15:24+32, Eph.2:1+5, 5:14, Kol.2:13).“

R: „In diesem Fall nicht, denn Er redet ja hier von der Zukunft, »sie WERDEN Hörende (Gehorsame)« und »sie WERDEN leben«. In Vers 24 sagt Er zuvor aber von den Lebenden, die geistlich noch tot sind: »Wer Mein Wort hört und glaubt dem, der Mich gesandt hat, der HAT Leben und kommt nicht ins Gericht (d.h. in eine Urteilsentscheidung über Leben und Tod), sondern ist umgestiegen aus dem Tod in das Leben«. Bekehren konnte man sich also schon zu Lebzeiten des HErrn Jesus, aber die Verkündigung des Evangeliums im Totenreich konnte erst nach dem Tod Jesu beginnen, nachdem alles vollbracht war.“

F: „Ja, das mag vielleicht ein einziges Mal geschehen sein, aber danach war auch diese Chance vorbei!“

R: „Nein, das Evangelisieren im Hades geht fortwährend weiter, bis Er alle Seine Feinde zum Schemel Seiner Füße gelegt hat, denn das wird auch in Römer 14:8-9 bezeugt: »Denn sowohl wenn wir leben, leben wir dem /(im Dienst für )den HErrn; als auch wenn wir sterben, sterben wir dem /im Dienst für )den HErrn… Denn zu diesemZweck⟩ ist Christus gestorben und ⟨wieder⟩ lebendig geworden, auf-dass Er sowohl Gestorbene als auch Lebende ⟨unter Seine ⟩HErrsch⟨aft bring⟩e/ über Gestorbene und über Lebende HErr⟨ werd⟩e«. Leider wird in den meisten Übersetzungen einfach der Aorist unterschlagen, so dass man in Vers 9 mit »herrsche« oder »HErr sei« übersetzt, was aber nur den Präsens Konjunktiv wiedergibt, nicht aber den Aorist ingressiv des Verbes KYRIÄ´WOo, das den Beginn eines Vorgangs beschreibt, also ein »Herr werden« bzw. »Herrschaft erlangen«, nicht aber ein bereits vollendetes Herrschen. Der HErr Jesus macht sich aber nicht gewaltsam zum Herrn über einen Menschen, sondern wirbt um ihn, damit dieser aus eigenen Stücken bekennt »HErr ist Jesus Christus« (Röm.10:9, 1.Kor.12:3, Phil.2:11).

F: „Er wird ja auch HErr über sie, aber das bedeutet nicht automatisch, dass sie sich freiwillig Seiner HErrschaft unterstellen, sondern ihnen bleibt nichts anderes übrig. Wenn sie tot sind, müssen sie sich ja gezwungenermaßen in ihr Schicksal fügen.“

R: „Aber niemand kann den HErrn Jesus als HErrn nennen, außer durch das Wirken des Heiligen Geistes (1.Kor.12:3). Die Dämonen waren dazu nicht in der Lage, sondern konnten Ihn nur mit »Jesus« anreden, weil Er nicht ihr HErr war (Luk.8:28). Deshalb kann das ⟨Heraus-bekennen (gr. ÄX-hOMO-LOGÄ´Oo, wörtl: dasselbewas man denkt⟩-⟨frei heraussagen) in Phil.2:11 nur von solchen gesagt werden, die Ihm auch gehören.“

F: „Aber Dämonen gehören doch auch zu den Unterirdischen und müssten sich doch in diesem Fall theoretisch auch eines Tages bekehren können, oder nicht?“

R: „Der Missionsbefehl des HErrn Jesus in Mark.16:15 gilt wörtlich der ganzen Schöpfung Gottes, bzw. »der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist« (Kol.1:23). Der Pfarrer Johann Christoph Blumhardt (1805-1880) hat deshalb während seines Kampfes mit den Dämonen bei der Gottliebin Dittus auch den Dämonen das Evangelium verkündet. Viele von diesen haben ihm bekannt, dass sie selber einmal Menschen waren, die okkulte Dinge trieben, und nun zum Dienst für Satan verpflichtet waren. Wenn man bedenkt, dass selbst wiedergeborene Christen in eine Fangschlinge des Teufels geraten können und sie dann von ihm »lebendig-gefangen« sind (2.Tim.2:26), dann sollte es für ihn doch umso mehr möglich sein, die Ungläubigen zum Dienst für ihn zu verpflichten.“

F: „Aber Dämonen sind doch gefallene Engel und keine Menschen! Die haben ihn doch sicher nur angelogen.“

R: „Hast Du dafür einen biblischen Beleg?“

F: „Das nicht, aber die Dämonen werden in der Bibel als mächtige Geistwesen beschrieben, die von den Menschen durch Götzendienst angebetet werden wollen. Das passt nicht so recht zu gewöhnlichen Ungläubigen.“

R: „Vielleicht werden sie ja im Hades vor die Wahl gestellt, ob sie lieber gequält werden wollen oder aber dem Satan als Dämonen dienen möchten. Oder aber, sie haben einen solchen Hass auf Gott, dass sie sich vom Teufel einreden ließen, sie könnten Gott besiegen.“

F: „Aber wenn solche dann plötzlich Buße tun und einfach die Seite wechseln, wären sie dann nicht als Fahnenflüchtige ihrer Bestrafung im Hades entgangen?“

R: „Buße tun kann man immer, aber das befreit einen Sünder nicht automatisch von der Bestrafung, wie wir bei David sehen können (2.Sam.12:13-14, 24:10-14), aber auch bei Paulus (Apg.9:16, 1.Kor.9:16). Gerade solche Knechte, die den Willen Gottes kannten, aber nicht befolgten, werden viel härter bestraft als solche, die ihn nicht kannten; »wem viel anvertraut wurde, von dem wird man desto mehr fordern« (Luk.12:47-48).“

F: „Aber sagt der HErr nicht auch, dass Er unserer Sünden nicht mehr gedenken wird (Jes.43:25, Jer.31:34) und ein Gläubiger nicht mehr ins Gericht kommt (Joh.5:24)?“

R: „Der früheren Sünden gedenkt Er nicht mehr, aber wenn ein Gläubiger weiter in Sünde lebt und nicht umdenkt, dann fehlt ihm am Ende das erforderliche Hochzeitskleid, das aus den »gerechten Taten eines Heiligen« besteht (Offb.19:8). Es kann sein, dass ein solcher sich in Sicherheit wiegt, weil er an der Entrückung teilnehmen durfte, aber tatsächlich wird er sogar noch vom Hochzeitsmahl aus in die äußerste Finsternis verstoßen und ist schlimmer dran als die törichten Jungfrauen, die sich immerhin noch Öl kaufen konnten (Mat.22:11-13).“

F: „Aber warum hat der HErr diesen Irrtum zugelassen?“

R: „Sie hatten ja immerhin versucht, Gott übers Ohr zu hauen, indem sie zwar die Vergebung der Sünden als Geschenk vom HErrn annahmen, aber den HErrn Jesus um die Frucht Seines Leidens und Sterbens geprellt haben, nämlich um die Befreiung von der Sündenknechtschaft zum Gehorsam gegen Ihn. So hat auch der HErr »gegen den Verkehrten verdreht gehandelt« (Ps.18:27) und hat diese Betrüger nicht wie die törichten Jungfrauen vor der Entrückung bewahrt, sondern die Entrückung ihnen zur Falle werden lassen. Das ist im Grunde jener »böse und faule Knecht«, von dem der HErr in Mt.25:26 spricht.“

F: „Aber das trifft doch heute auf die allermeisten Christen zu, denn es wird doch immer gepredigt, dass wir nicht aus Werken gerechtfertigt werden (Eph.2:9).“

R: „Bei unserer Bekehrung nützen uns die Werke nichts, aber in der Nachfolge sind sie sogar heilsentscheidend (Jak.2:21-24; Hebr.5,9). Es wird sogar Heiden geben, die sich zwar nie bekehrt haben, die aber trotz ihrer Unwissenheit aus reiner Mitmenschlichkeit gute Werke vollbracht haben und die ihnen am Ende bei der Beurteilung durch den HErrn angerechnet werden zum Heil (Mt.25:34-36, Röm.2:7, 26).“

F: „Willst Du damit etwa sagen, dass einmal Gläubige aufgrund ihrer fehlenden Werke verlorengehen und Ungläubige aufgrund ihrer Werke gerettet werden?!“

R: „Mit Sicherheit wird es sogar das geben. Deswegen sagt der HErr doch, dass einmal Letzte Erste und Erste Letzte sein werden (Mt.19:30, 20:16). Aber selbst hier kannst Du sehen, dass auch die Letzten nicht auf ewig verdammt sein werden, sondern sie sind eben die Letzten, die errettet werden. Zu den Pharisäern, von denen der HErr sogar sagte, dass sie »dem Gericht der Gehenna nicht entgehen« würden (Mt.23:33), sagte der HErr zugleich, dass die Zöllner und die Huren ihnen vorangehen in das Reich Gottes, d.h. sie also später auch noch hineingehen werden (Mt.21:31).“

F: „Das erinnert mich an jenen Mann, der sich trotz einer Abweisung noch in Geduld üben wollte bei einer Frau, weil sie zu ihm sagte, dass er »der Letzte« wäre (d.h. der als Letzter in Frage käme), den sie heiraten würde. Kann es nicht sein, dass der HErr den Pharisäern damit einfach nur sagen wollte, dass nur die Sünder das bekämen, was jene als sicheres Monopol exklusiv nur für sich allein beanspruchten (Mt.8:11-12)?“

R: „Die Pharisäer waren ja auch Sünder, die dies jedoch aufgrund ihrer Selbstgerechtigkeit noch nicht erkannten (Joh.9:41). Sie hatten durch ihre Heuchelei und falsche Lehren viele verführt und »zu einem Sohn der Gehenna gemacht«, doppelt schlimmer als sie selbst (Mt.23:15). Doch obwohl sie dem Gericht der Gehenna selbst nicht mehr entfliehen würden, gibt der HErr ihnen jede Menge Belehrungen und Ratschläge, wie sie ihr Verhalten ändern sollten (Verse 16-36). Wozu aber, wenn ihr Schicksal mit ihrem Tod doch ohnehin besiegelt wäre?“

F: „Aber wenn sie zu Lebzeiten uneinsichtig waren, warum sollte sich das im Scheol/Hades geändert haben?“

R: „Sie hatten ja eine große Überraschung erlebt, als sie sich im Scheol wiederfanden, weil sie damit ja nicht gerechnet hatten (wie übrigens auch viele Christen), und dann werden sie bitten und fragen, was sie tun müssen, um dort wieder herauszukommen. Das hebr. Wort Schö°O´L stammt nebenbei bemerkt von der Wortwurzel Scha˚a´L, was bedeutet: »fragen« bzw. »bitten«. Es ist demnach also die »Abteilung fürs Fragen und Bitten«.

F: „Und wen könnten sie Deiner Meinung nach fragen?“

R: „Natürlich die gestorbenen Gläubigen wie Abraham, die sich schon auf Erden in der Glaubenstreue bewährt haben. Paulus war bereit abzuscheiden, um bei Seinem Dienstherrn zu sein, »in der Heimat« (2Kor.5:8), was für ihn selbst besser wäre (Phil.1:23). Aber egal ob in der Heimat oder außerhalb der Heimat, sollen wir Ihm wohlgefallen (2.Kor. 5:9). Nach unserem Sterben sind wir in der Heimat beim HErrn und werden Ihm dann auch wohlgefällig sein. Das bedeutet sicher nicht, dass der HErr wohlgefällig unserem Schlaf zusieht, sondern dass wir ebenso bzw. noch mehr als im irdischen Leben aktiv im Dienst für Ihn an unseren ungläubigen Menschenbrüdern sein werden. Vielleicht ist das der Grund, warum manche Missionare (z.B. Jim Elliott) schon sehr früh abberufen wurden, weil der HErr sie nämlich dort dringender brauchte als hier.“

F: „Na, ich weiß nicht so recht. Das klingt ja alles fast zu schön, um wahr zu sein. Es könnte aber doch genauso gut sein, dass der HErr Jesus den ungläubigen Toten lediglich deshalb das Evangelium verkündigt, um ihnen zu begründen, warum sie jetzt auf ewig verloren sind.“

R: „Solch eine gehässige Annahme unterstellt dem HErrn Jesus einen furchtbaren Sadismus, der weder Seinem Namen noch Seinem Wesen entspricht. Das in 1.Petr.4:6 gebrauchte Wort »Evangelisieren« bedeutet, eine gute Nachricht zu verkünden. Der HErr Jesus forderte lt. Joh.5:25 auch die Toten auf: »Tut Buße [= ändert euer Denken] und glaubt an das Evangelium!«

F: „Woher willst Du wissen, was Er gepredigt hat?!“

R: „Das steht schon in Jes.21:11-12. »Trag⟨last⟩Ausspruch ⟨für⟩ Duma (DUMa´H = Still⟨schweig⟩en/ ⟨Ver⟩stillen/ ⟨Toten⟩stille/ ⟨Reich der⟩Stille, in Ps.94:17 und 115,17 ist das Totenreich gemeint): Aus Seїr (hebr. Sse˙~I´R = haarig/ haar⟨sträubend⟩, nach 1.Mo.32:4 das Land Edom, bzw. die geistlich tote Menschheit, s. Mal.1:4 »Gebiet der Ungerechtigkeit/ Gesetzlosigkeit/ Gottlosigkeit) ruft man Mir (= dem Propheten, o. Jesus, dem »Hüter Israels« Ps.121:4) zu: ‚Hüter, was ⟨steht noch aus⟩ von ⟨der⟩ Nacht? Hüter, was ⟨steht noch aus⟩ von ⟨der⟩ Nacht?‘ Es spricht ⟨der⟩ Hüter: ‚Es kommtgewiss⟩ ⟨derMorgen, und auch ⟨kommt die⟩ Nacht. Wenn ihr ⟨er⟩suchenfragen und bitten⟩ wollt, ⟨so⟨er⟩sucht!fragt und bittet⟩! ⟨Kehr⟩t um/zurück! (a.iSv.: Bekehrt euch!), kommt‘!«.“

F: „Ich bin ja wirklich erstaunt, was für ungewöhnliche Stellen Du da bemühst. Na ja, - von einer »Totenstille« kann ja bei all diesen Erweckungsrufen keine Rede mehr sein, aber lassen wir das mal so stehen. Was aber gibt Dir die Zuversicht, dass die Menschen diesem Ruf auch Folge leisten werden? In Offb.20:15 steht, dass alle Menschen, die nicht geschrieben gefunden wurden im Buch des Lebens, in den Feuersee geworfen werden.“

R: „Sehr viele werden es dann wohl nicht mehr sein, außer »den Feigen/Verzagten und Ungläubigen/ ⟨Glaubens⟩untreuen/ Treulosen und ⟨mit ⟩Gräuel⟨n Befleck⟩ten und Mördern und Hurern und Zauberern und Abgottdienern und allen Lügnerischen/Falschen«, die eine Umkehr von diesen Kapitalsünden zu Lebzeiten bewusst abgelehnt haben und denen Gott daraufhin »Seele und Leib verlorengemacht-hat inderGehenna«, d.h. die Umkehr gesperrt hat (Mt.10:28).“

F: „Es werden ja auch noch massenhaft Menschen umkommen in der Apokalypse, von denen es heißt, dass sie kurz zuvor noch »lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Pein und wegen ihrer Geschwüre, und taten nicht Buße von ihren Werken« (Offb.16:11, 9:20-21).“

R: „Der Hass auf den, der mich straft, ist eine fleischliche Trotzreaktion, die schon bei Kindern vorkommt und die auch die beiden mit Jesus mitgekreuzigten Verbrecher zeigten (Mt.27:44; Mk.15:32; Luk.23:39). Der eine kam aber schon am Kreuz zum Umdenken (Luk.23:40-41), bekam daraufhin sofort Vergebung vom HErrn und wurde von Ihm sofort ins Paradies mitgenommen (Luk.23:43). So können auch viele von denen, die der HErr als »Verfluchte ins äonische Feuer« (= Gehenna des Feuers) bzw. »in äonische Strafe« schickt (Mt.25:41+46), dort umdenken, sich bekehren, ins Buch des Lebens eingetragen werden, sodass sie nicht mehr in den Feuersee müssen (Offb.20:15).“

F: „Aber die Frage bleibt doch, ob das Leid überhaupt einen Menschen verändern kann.“

R: „Ich denke, auf jeden Fall. Auch wir Gläubigen tragen ja alle irgendwie ein Kreuz, das uns schwer zu schaffen macht, aber wir erleben doch auch, wie Gott dieses gebraucht, um uns immer enger an Ihn zu binden.“

F: „Aber wird nicht durch das Abbüßen seiner eigenen Schuld der ganze Opfertod Christi und Seiner Stellvertretung für uns, um Sühne zu tun für unsere Sünden, in Frage gestellt? Letztlich hat sich ja dann ein Sünder nach Verbüßen seiner Strafe das Paradies selbst verdient…“

R: „Nein. Das wird uns zwar immer wieder vorgeworfen, aber es ist einfach ein Missverständnis: Niemand kann sich selber erlösen, d.h. die Schuld für seine Sünden selbst abbezahlen, weil unser Tod und Leid nicht ausreicht, um unsere Sündenschuld zu sühnen und aufzuwiegen (vergl. Ps.49:7-9). Denn unser Blut ist unrein und verunreinigt sich jedes Mal aufs Neue mit jeder begangenen Sünde. Allein das Blut des Lammes Gottes ist so rein gewesen, dass es den Ansprüchen Gottes zur Sühnung genügen konnte (1.Petr.1:19). Das Leid im Hades oder im Feuersee dient demnach nicht zur Sühnung, sondern allein dazu, um zur Buße (w.: Umdenken) zu führen. Es gilt das Wort Jesu: »Ich bin die Tür… Niemand kommt zum Vater, als nur durch Mich« (Joh.10:9, 14:6).“

F: „Ja, aber eine Grundvoraussetzung zur Erlangung des Heils ist doch unser Glaube. Wenn ich aber doch bereits alles mit eigenen Augen sehe, dann brauche ich ja nicht mehr glauben. Wenn der Glaube an den HErrn Jesus aber faktisch gar nicht mehr möglich ist, wie kann ich dann im Hades errettet werden?“

R: „Auch hier besteht ein Missverständnis: Man muss unterscheiden zwischen Errettung und Erlösung. Denn errettet bist Du ja noch nicht, wenn Du als Ungläubiger stirbst. Denn darum geht es ja bei der Errettung, dass Du nämlich nicht verloren gehst und gerichtet wirst, sondern noch zu Lebzeiten errettet wirst.“

F: „Aber der HErr sagt, dass »nur wenige den Weg zum Leben finden« (Mt.7:14), dass aber »viele suchen werden, durch die enge Pforte einzugehen, und es nicht vermögen werden« (Luk.13:24). Das steht aber doch im Widerspruch zu dem, was Du über die Bekehrung im Hades sagst! Denn am Ende werden es ja doch alle sein.“

R: „Auch hier muss man unterscheiden, und zwar zwischen dem Leben auf der Erde und dem Leben nach dem Tod. Der HErr Jesus redet nur von zwei irdischen Wegen, denn darum ging es Ihm vorrangig. Viele Seiner Zuhörer nahmen die Erlangung des Heils auf die leichte Schulter und überließen dies dem Schicksal, anstatt darum zu ringen. Deshalb musste der HErr ihnen klar machen, dass die meisten von ihnen eine böse Überraschung erleben würden, wenn sie so weiter gleichgültig weiterlebten. Aber in Lukas 15 zeigt der HErr dann an Hand von drei Beispielgeschichten, dass es Gott selbst nicht gleichgültig ist, wenn Ihm eines Seiner Geschöpfe verloren geht. Zum einen geht Er dem verlorenen Schaf nach, aber zum anderen respektiert Er auch die Entscheidung, die jeder einzelne trifft, der sich von Gott abwendet, und hält ihn nicht zurück. Denn Gott weiß, dass der Mensch zum Umdenken kommt, wenn er erst mal »zu sich selbst« kommt und Bilanz zieht über sein verpfuschtes Leben (Vers.17). Der Weg zurück zu Gott steht immer offen und kann nur im Totenreich zeitweilig gesperrt sein.“

F: „Der verlorene Sohn, war zwar »verloren«, aber er war auch »Sohn« und kein Fremder. Der HErr unterscheidet zwischen den »Söhnen des Reiches« und den »Söhnen des Bösen« (Mt.13:38). Wo werden Gläubige vor ihrer Errettung je »Söhne des Bösen« genannt? Gott ist der »Vater der Gerechten« (Mt.13:43), und der Teufel ist der »Vater« der Ungerechten (Joh.8:44), weshalb der HErr sie auch »Schlangen oder Otternbrut« nennt (Mt.23:33). So hat der HErr die Auserwählten nie bezeichnet, sondern Er nennt sogar die, die noch nicht errettet sind, schon Seine Schafe (Joh.10:16).“

R: „Auch diesen Zahn muss ich Dir leider ziehen, denn nach Eph.2:1-3 hat kein Mensch vor seiner Bekehrung irgendeinen Vorzug bei Gott, sondern alle sind gleichermaßen »Kinder des Zorns«. Wir hatten das ja schon einmal, als wir über die Auserwählung und den freien Willen sprachen. Selbst die Söhne des Reiches können eines Tages hinausgeworfen werden (Mt.8:12), während solche, die ursprünglich nicht für das große Hochzeitsfest vorgesehen waren, am Ende plötzlich doch geladen werden (Luk.14:21-24). Die Trennwand zwischen den Nichterwählten und den Erwählten ist beidseitig durchlässig.“

F: „Wer aber einmal abgefallen ist vom Glauben, kann eigentlich nicht mehr »zur Buße erneuert werden« (Hebr.6:6). Irgendwo steht auch geschrieben: »Er verachtet den Verworfenen… Hat er zum Schaden geschworen, so ändert er es nicht«.“

R: „Das steht in Psalm 15, aber bezieht sich dort nicht auf Gott, sondern auf einen Gerechten. Von Gott aber heißt es, dass »Seine Erbarmungen nicht zu Ende sind, sondern sie sind alle Morgen neu… Denn der HErr verstößt nicht ewiglich; sondern wenn Er betrübt hat, erbarmt Er sich, nach der Menge Seiner Gütigkeiten« (Klag. 3:22-32). »Denn Ich will nicht ewiglich rechten und auf immerdar ergrimmt sein; denn der Geist würde vor Mir verschmachten, und die Seelen, die Ich ja gemacht habe« (Jes.57:16). Dass Gott übrigens durchaus Seinen einmal gefassten Plan zur Bestrafung ändert und Menschen begnadigt, kannst Du am Beispiel von Ninive sehen im Buch Jona. Bedenke, dass der Prophet sie nicht zur Umkehr aufgerufen hatte, sondern ihnen das Gericht Gottes angekündigt hat. Deshalb war Jona auch so missmutig, weil er vielleicht dachte, dass er nun in den Augen der Bewohner Ninives ein Schwätzer geworden sei.“

F: „Solange Menschen leben, gewährt Gott ihnen immer wieder die Möglichkeit zur Umkehr, aber nirgends ist bezeugt, dass Er dies auch noch nach dem Tode tut.“

R: „Darin besteht ja gerade die Denkblockade bei den meisten Christen, dass sie ohne Not glauben, dass die Rettung der physisch Gestorbenen dem HErrn Jesus auf einmal angeblich weniger am Herzen läge als die Rettung der physisch Lebenden. Dabei sollte doch mittlerweile allen bekannt, dass Gott beschlossen hat, das gesamte »All (wörtl.: die alle = ausnahmslos alle) mit sich zu versöhnen (w.: weg⟨ vom bisherigen Zustand⟩-gemäß-zuändern« (Kol.1:20) und Er sich deshalb vorgenommen hat, ausnahmslos alle Wesen »zu bestimmten Fristen unter EIN einziges Haupt zusammenzufassen in Christus, sei es, was im Himmel oder auf Erden ist« (Eph.1:9-10). Allerdings sind die meisten Menschen während ihres Lebens nicht der Aufforderung Gottes nachgekommen, »den HErrn eifrig [wörtl.: aus⟨reichend⟩ d.h. bis zum Erfolg] zu suchen« (Apg.15:17), weshalb sie es dann erst im Totenreich tun werden während der 1000 Jahre. Wenn es im 2. Teil dieses Satzes heißt »…und all die Nationen(menschen), über die Mein Name angerufen worden ist«, sind damit jene täglichen Fürbitt-Gebete gemeint, welche Gläubige über Jahrzehnte für ihre ungläubigen Angehörigen, Nachbarn, Kollegen und Bekannten vor Gott gebracht haben; denn selbst wenn jene Personen auch gestorben sind, waren diese erfolglos erscheinenden Gebete doch nicht umsonst, denn über diese wurde schließlich der Name des HErrn angerufen!“

F: „Ja, das wünschen wir uns alle, weshalb wir ja auch für alle Menschen bitten sollen, dass Gott sie erretten möge und nicht nur für unsere Liebsten (1.Tim.2:1). Aber wenn sie gestorben sind, sollen wir nicht mehr für sie beten.“

R: „Ja, dafür finden wir kein Gebot in der Schrift, sondern nur das Gegenteil (2.Sam.12:19-23). Die Katholiken halten ja sogar Messen ab für die Toten, weil sie neben der Hölle auch noch an ein »Fegefeuer« glauben, in welchem die Seelen von ihren »Schlacken« befreit werden und sie dort sozusagen den »letzten Schliff« erhalten, - aber das lehrt die Bibel nicht.“

F: „Letztlich müssen doch ohnehin alle »übrigen der Toten«, die nicht bei der ersten Auferstehung dabei waren, nach den 1000 Jahren gerichtet werden vor dem großen weißen Thron; und »wenn jemand nicht im Buch des Lebens geschrieben gefunden wird, dann wird er in den Feuersee geworfen« (Offb.20:5+11-15).“

R: „Ja, denn nicht alle werden allein durch den Hades schon zur Buße kommen können, selbst wenn sie wollten, weil Gott selbst sie daran hindert (Mt.10:28). Das können z.B. Bibellehrer sein, die durch heimliche Hurerei ein Doppelleben führten und durch diese Heuchelei zu einem schlechten Vorbild wurden, wie z.B. der charismatische Prediger Alberto Santana, der derzeit gerade von allen Medien in Peru an den Pranger gestellt wird, weil er trotz seiner vor Millionen von Anhängern streng moralischen Predigten heimlich Nebenfrauen unterhielt, denen er einredete, dass er als »Apostel« dieses Privileg von Gott habe. Wer den Feinden des HErrn durch solche Verbrechen »Anlass zur Lästerung« gibt und durch sein übles Vorbild »den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben« (1.Kor.3:17). Ein vom HErrn zur Betreuung Seiner Gemeinde Eingesetzter, der diesen Dienst veruntreut, wird »mit vielen Schlägen geschlagen werden«, weil er den Willen seines HErrn wusste, im Unterschied zu den anderen, die ihn nicht wussten (Luk.12:46-48). Zuvor heißt es, dass Er ihn »entzweischneiden und ihm sein Teil setzen wird mit den Untreuen«, bzw. »mit den Heuchlern« (Mt.24:51). Durch diese Teilung von Leib, Seele und Geist werden sie zu einer gespaltenen Persönlichkeit wie die Dämonen (das Wort DAeI´MOoN bedeutet wörtl. »Zerteilter«).

F: „Deswegen stehen die Prediger in besonderer Gefahr, durch Heuchelei verwerflich zu werden (1.Kor.9:27).

R: „Nicht nur sie, sondern auch gewöhnliche Christen, die unter Androhung des Todes gezwungen werden, ihrem HErrn abzuschwören und zu lästern, und aus Angst vor dem Tod lieber ihren HErrn verleugnen (Mt.10:22+28).“

F: „Aber der Feuersee ist doch als zweiter Tod etwas Endgültiges, wo die Seelen völlig vernichtet werden. Von diesen heißt es doch in Mal.3:19 (4:1) »…so dass Er ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen wird«.“

R: „Ja, alles wird dort verbrannt, aber das »ihnen« bleibt, d.h. ihr Bewusstsein. Erst wenn wir nichts mehr sind, kann Gott alles in uns werden (1.Mo.5:24, Phil.2:7, 1.Kor. 15:28). Interessant ist, dass es im Feuersee nicht nur Feuer sondern auch Schwefel gibt (gr. ThÄION, wörtl.: Göttliches). Aber auch ein Feuer, das nicht verbrennen lässt, ist ein Zeichen von Gottes Gegenwart (2.Mo.3:1-6). Deshalb ist es völlig verkehrt, was einmal Fjodor Dostojewski sagte, dass die Hölle jener Ort sei, »wo Gott nicht mehr hinsieht«. Ebenso verkehrt ist, was Werner Gitt einmal schrieb (sinngemäß): »In der Hölle gibt es keine Liebe, sondern nur Hass«. Der reiche Mann im Hades (nämlich in der dortigen Gehenna des Feuers) gewann aber durch die zurückhaltende Seelsorge Abrahams ein solch uneigennütziges Erbarmen mit seinen 5 Brüdern, dass er sie auf der anderen Seite der Kluft, der Paradiesseite, sehen wollte.“

F: „Es ist vielleicht kein buchstäbliches Feuer, aber auf jeden Fall etwas vergleichbar Schmerzhaftes, dass die Menschen zwingt, keinen klaren Gedanken mehr zu fassen, sondern sie können nur noch vor Schmerz schreien, heulen und mit den Zähnen knirschen. Der Feuersee müsste theoretisch noch schlimmer sein als der Hades.“

R: „Selbst im Feuersee wird Gott Seine Milde und Zurückhaltung und Langmut/Geduld« nicht verleugnen, damit die Menschen merken, dass das milde (wörtl.: gebrauchsfähige)⟨ Handeln⟩ Gottes« sie zum Umdenken führt/ führen–⟨will⟩ (Röm.2:14). Hier steht »führt« in Gegenwarts- d.h. Wirklichkeits-Form in zeitoffener Bedeutung im Sinne von »⟨zu irgendeinem Zeitpunkt tatsächlich⟩ dich zum Umdenken führt«. Gott lässt ja jeden Menschen, ob gut oder böse, wiedergeboren oder ungläubig, auch ohne dass dieser das registriert, Sein mildes Handeln spüren, indem Er ihm leibliche, seelische und geistige Befriedigung durch Essen, Wohnen, Geschlechtsverkehr, Gelingen, Freundschaft und Umgang mit Menschen, der Natur, den Medien, der Literatur u. dergl. gibt. Daneben gibt Er ihm auch unangenehme Dinge, wie z.B. Krankheit, Behinderung, Mangel, Elend, Überforderung, Hass, Verachtung und Mobbing durch Menschen. All dies teilt Er dem Menschen so zu, dass es für ihn gebrauchsfähig, d.h. positiv verwertbar ist, so dass er nicht in Verzweiflung abstürzt.“

F: „Warum haben sie es denn vorher nicht gemerkt?“

R: „Weil der Mensch sich sein Leben lang ablenkt und erst in der äußersten Finsternis die Muße zur Besinnung und zum Umdenken findet. Erst im Hades oder im Feuersee wird er sich des erfahrenen milden Handeln Gottes im Erdenleben bewusst in Verbindung mit dem Anschauen des Wohlergehens der Glaubenstreuen (Jes.65:13-14, Luk. 13:28, Eph.2:7). Allmählich verwandelt sich dann das wütende Zähneknirschen gegen Gott (vgl. Mt.27:44, Mk. 15:32) doch noch zum reuevollen Zähneknirschen über die eigene törichte Verruchtheit (vgl. Luk.23:41).“

F: „Aber es steht doch auch geschrieben, dass niemand zum HErrn Jesus kommen kann, es sei denn, dass der Vater ihn ziehe (Joh.6:44). Wenn also Gott gewollt hätte, dann hätte Er sie doch auch vorher schon ziehen können!“

R: „Ja, es werden ja nach Joh.12:32 sogar »alle« gezogen, aber die Intensität und Nachhaltigkeit, mit der der Vater jemanden zu Seinem Sohn hin zieht, ist bei den vor Grundlegung der Welt Auserwählten (Eph.1:4, ≙ nach Vorsatz Berufenen Röm.8:28), den Erstlingen Seiner Geschöpfe (Jak.1:18), viel größer als bei den anderen Menschen. Auch solche Auserwählte, die Gottes Ziehen den heftigsten Widerstand entgegensetzten und bewusst im Dienst der Sünde und des Teufels bleiben und nicht zu Jesus kommen wollten, wurden von Gott überwunden und doch hin zu Jesus gebracht. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist der "Lebenslauf von Friedrich Stanger, von ihm selbst erzählt" (https://web.archive.org/web/20140110195314/http://www.r-b-christophe.ch/Friedrich_Stanger_Nachfolger.htm). Weitere konkrete Beispiele beweisen, dass auch in tiefstem Gottes- und Menschenhass verstockte Menschen durch beharrliche christliche Liebeserweisung zum HErrn Jesus gezogen und gerettet werden können (s. z.B. "Eine Missionarin erzählt", herausgeg. v. J. Krauß).“

 

 

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