"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

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"Der HErr hat zu Mir gesprochen: Du bist Mein Sohn, heute habe Ich dich gezeugt." (Psalm 2:7)

Bremen, den 28.10.2019

Lieber Bruder Shah,

die Gnade und der Friede unseres Gottes und HErrn Jesus Christus seien mit Dir.

Durch ein Telefonat mit Bruder Nadim habe ich erfahren, dass Du nicht wirklich an eine „Zeugung“ des Sohnes Gottes aus dem Vater glaubst, sondern unter „Zeugung“ Seine Auferstehung verstehst. Nadim hat mir auch mitgeteilt, dass Du mich u.a. auch deshalb nicht für einen echten Christen hältst, weil ich an eine geistliche Zeugung / Geburt Jesu vor Grundlegung der Welt glaube.

Dass es sich bei der „Zeugung“ aus dem Vater nicht um die Auferweckung aus den Toten handeln kann, lässt sich aber relativ leicht nachweisen: Nicht nur lässt der Zusammenhang von Psalm 2 diesen Schluss nicht zu (da hier mit keiner Silbe von der Auferstehung die Rede ist), sondern auch in anderen Stellen wie z.B. Hebr.1:5 und Hebr.5:5, wo diese Stelle zitiert wird, ging es dem Heiligen Geist nur darum, zu beweisen, dass Gott wirklich einen „einzig-geborenen Sohn“ hat (Joh.3:16+18, 1.Joh.4:9), der also nicht wie die anderen Söhne Gottes nur von Ihm geschaffen und als Sohn angenommen (adoptiert) wurde, sondern direkt aus Gott hervorgegangen ist: „Ich war geboren, als die Tiefen noch nicht waren… ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln war ich geboren“ (Spr.8:24-25). Die „Weisheit Gottes“, die hier in der Ich-Form redet, ist nichts anderes als der HErr Jesus, „der uns geworden ist Weisheit von Gott“ (1.Kor.1:30).

Das von Dir angeführte Argument, dass mit der Zeugung Jesu in Apg.13:33 von Seiner Auferweckung die Rede sei, ist nicht haltbar, denn diese belegt Paulus ja nicht mit Psalm 2, sondern mit den beiden Zitaten aus Psalm 16:10 (Apg.13:35) und Jes.53:3 (13:34). In Vers 33 wollte Paulus zunächst einfach nur mal belegen, dass Gott überhaupt einen echten Sohn hat, der von Ihm gezeugt wurde, und zwar gemäß Sprüche 8 schon vor Grundlegung der Welt, und zwar „von Anbeginn… von der Äonenzeit (an)“ (hebr. Me´OLaM – Spr.8:23). Wie im Arabischen „MiN“ = „von…“, ist mit dem Hebräischen „Me“ ein Ausgangspunkt gemeint. Die Redewendung „Von der Äonenzeit (an)“ finden wir insgesamt noch an 15 weiteren Stellen im AT, teilweise auch im Sinne von „von jeher“ oder „von Alters her“: 1.Mo.6:4, Jos.24:5, 1.Sam.27:8, 1.Chron.29:10, Ps.25:6, 93:2, 103:17, 119:52, Jes.42:14, 46:9, 63:16+19, Jer.2:20, 5:15, Hes.26:20. Das hebr. OLaM (d.h. Zeitalter, Äon, Äonenzeit) wird meist fälschlicherweise mit „Ewigkeit“ übersetzt, obwohl die Ewigkeit keinen Beginn haben kann. Man müsste also dem Heiligen Geist unterstellen, dass Er in den zuvor genannten Bibelstellen sich ungenau und sogar übertrieben ausgedrückt hat. Übertreibungen lassen aber einen Mangel an Wahrheitsliebe erkennen, so dass wir zwingend davon ausgehen sollten, dass der Heilige Geist auch wirklich das meint, was Er sagt. Trotzdem heißt das nicht, dass der HErr Jesus nicht Gott sei oder dass Er nicht ewig sei, denn da Er vor Seiner Zeugung schon im Vater war und dieser absolut ewig ist, ist auch Sein Sohn absolut ewig (Offb.1:18, 5:13, 7:12, 10:6, 11:15).

Du siehst also, dass die Erkenntnis über die Zeugung des HErrn Jesus aus Gott gar nicht im Widerspruch steht zu Seiner Göttlichkeit und Seiner ewigen Herkunft. In diesem Sinne ist auch das Wort in Jes.9:6 zu verstehen: „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf Seiner Schulter; und man nennt Seinen Namen: Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst“. Der HErr Jesus trägt also den Namen und die Attribute des Vaters, was besonders deutlich auch in Jes.45:22-24 in Verbindung mit Phil.2:9-11 deutlich wird.

Ich habe zu Deiner These, dass mit der "Zeugung" Jesu aus dem Vater Seine Auferweckung aus den Toten gemeint sei, auch mal meinen alten Freund und Bruder Bernd Fischer um seine Meinung gefragt. Er hat mir dazu folgendes geschrieben:

»Zu dieser Frage gibt es bei den Auslegern verschiedene Meinungen. Sie sind aber fast alle darauf fixiert, dass Jesus eine ewige, anfangslose Präexistenz beim Vater habe. Der sehr gründliche Ausleger Fritz Laubach schreibt zu Hebr 1,5: ... Wenn das Psalmwort fortfährt: "Heute habe ich dich gezeugt", so gilt dies "Heute" nicht erst für die Erhöhung Jesu, als ihm die Weltherrschaft übertragen wurde. Die Einsetzung des Christus als Sohn Gottes ist ein vorzeitliches Ereignis, ebenso wie die Berufung zum Erben, aber sie wird mit der Auferstehung und Himmelfahrt offenbar (Hebr 1,5 weist zurück auf 1,3). Das vorweltliche Verhältnis Jesu, des Sohnes Gottes, zu Gott, dem Vater, werden wir nie mit unserem Denken erfassen und in unseren Vorstellungen veranschaulichen können. ...

Der Walvoord-Zuck-Kommentar schreibt zu Apg 13,33: Beziehen sich die Worte »indem er Jesus auferweckte« (V. 33) auf die Auferstehung oder auf die Erhöhung? Mehrere Gründe sprechen für die letztere Annahme: ... (4) der Hauptgrund, »Auferweckung« hier im Sinne der Erhöhung Jesu zu verstehen, ist jedoch Psalm 2,7. Diese alttestamentliche Textstelle, die Paulus hier zitiert (13,33), beschreibt die Salbung des Königs, deren endgültige Erfüllung im Tausendjährigen Reich liegt.

Dass zu Psalm 2,7 sogar die Raven-Irrlehre hundert Jahre später von dem sehr anerkannten bibeltreuen J. McArthur neu erfunden wurde, habe ich in dem anhängenden Aufsatz Ewig-Aeo Punkt 1.1 mit behandelt.

Meine kurz gefasste Sicht ist diese:

–             Von Simon habe ich übernommen, dass Jesus schon bevor Er gezeugt/geboren wurde, im Vater war, und da dieserabsolut ewig ist, ist auch Sein Sohn ewig. (Hebr. JaLa´D bedeutet zeugen und auch gebären). Zum Vergleich denke man daran, dass laut Hebr 7,9-10 Melchisedek auch von Levi den Zehnten empfing, während dieser noch in der Lende seines Urgroßvaters Abraham war.

–             Jesus wurde vor jeder Schöpfung aus dem Vater geboren und wurde in langer Zweisamkeit von Vater und Sohn vom Vater "erworben" (Spr 8,22), d.h. Jesus erklärte sich bereit, im Auftrag des Vaters die gesamte (unsichtbare und sichtbare) Schöpfung zu erschaffen und später die Sünde jedes Geschöpfes ans Kreuz hinaufzutragen und zu sühnen (Kol. 1,20; 1.Joh 2,2). Dieser Zeitpunkt ist das in Ps2,7 genannte "Heute", an dem Er "eingesetzt" wurde (Spr 8,23). Es war Seine geistliche Geburt, wie sie gemäß Hebr 2,17 auch alle Seine "Brüder" nach Ihm erleben müssen, um von Gott angenommen zu werden (Joh 3,3).

–             In der Josef-Jesus-Prophetie 1Mose 37-50 wird Josef aus dem Gefängnis geholt (≙ die Auferstehung Jesu) und bekommt nach der Deutung der Träume Pharaos (≙ Gott) von diesem sofort die unbeschränkte Vollmacht über ganz Ägypten (≙ das Reich Gottes). Dies war schon erfüllt, als Jesus am Abend des Auferstehungs-Sonntags den Jüngern erschien. Am Mittwoch, 3 Tage später, verkündete Er es den über 500 Brüdern auf dem Berg in Galiläa: "Mir wurde gegeben alle Vollmacht im Himmel und auf Erden" (M28,18; Dn7,14; E1,21.22; P2,9; 1P3,22).

–             Wozu Gott Ihn gemäß Ps2,7ff. vor Grundlegung der Welt eingesetzt hatte, das wurde unmittelbar nach Seiner Auferstehung rechtswirksam. Damit ist auch einsichtig, warum Paulus in A13,33 Ps2,7 zitiert. Bruder Shah liegt mit seiner Meinung also ganz dicht bei der Wahrheit. Nur darf man eben den vorweltlichen Vorgang der Einsetzung Jesu nicht in Seiner Auferstehung verschlucken, sondern muss beides gelten lassen, wie es auch die beiden oben zitierten Ausleger tun.

Dass in Sprüche 8, wo die Weisheit als Person in der Ich-Form spricht, tatsächlich Jesus die Weisheit ist, ist direkt beweisbar durch den Vergleich von M23,34 mit L11,49:

M23,34 Deswegen siehe, Ich (= Jesus) sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; einige von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt,

L11,49 Darum hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und einige von ihnen werden sie töten und verfolgen.«

Auch wenn wir in der Auslegung von Psalm 2:7 keine Einheit der Erkenntnis finden, sollten wir doch die Einheit des Geistes festhalten (Eph.4:3): „Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen (eig.: sitzen). 2Wie das köstliche Öl auf dem Haupt, das herabfließt auf den Bart, auf den Bart Aarons, der herabfließt auf den Halssaum seiner Kleider. 3 Wie der Tau des Hermon, der herabfließt auf die Berge Zions. Denn dorthin hat der HERR den Segen befohlen, Leben bis in Ewigkeit.“ (Ps.133:1-3)

Bruder Nadim hatte im Gespräch durchblicken lassen, dass Du und die anderen aus Eurem Kreis in Augsburg grundsätzlich Interesse hättet an einem brüderlichen Austausch mit mir. Wenn ich ihn deshalb beim Wort nehmen darf, dann würde ich Euch im Frühjahr gerne besuchen kommen auf meiner nächsten Deutschland-Rundreise und mich mit Euch treffen.

Einen genauen Termin müssen wir dann noch gemeinsam abstimmen.

Sei der Gnade unseres HErrn Jesus Christus anbefohlen!

In Liebe Dein Bruder

Simon