"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

Die Sendschreiben praktisch (1.Teil)

1 Grundlage

Mit diesem Aufsatz möchte ich punktweise Anleitung geben zur praktischen Anwendung der Sendschreiben. Hierfür gibt uns ein Paulus-Wort grundlegende Wegweisung:

1Ti6,3-5: 3 Wenn irgendjemand andersartig/Andersartiges/Artverschiedenes lehrt R16,17 undindem er- n˙icht -herzukommt zuden gesund machenden und gesund erhaltenden Worten 2T1,13 d unseres Herrn Jesus Christus ˙J8,37 und zu der der Frömmigkeit (w.: dem Wohlehren) gemäßen Belehrung, 1T1,10; T1,1

4 so ist-er-dünkelhaft gemacht, 1K4,18 obwohl er sich-auf- nicht-eines versteht, sondern krank ist umin seinem Hang nach Untersuchungen und Wortgefechten. 2T2,23

Aus wihnen entstehen: Neid/ Missgunst, Streit/ Hader, Lästerungen, böse unterstellende_Denkbetätigungen, 5 durchgehende⟩-aneinander-Reibereien von Menschen, die in Bezug auf das Denken durch und durch-verdorben-˙w-˙sind und der Wahrheit wegbera˙ubt-˙w-˙sind 2T3,8 und als normgerecht annehmen, das Wohlehren sei ein Mittel zum Herbeischaffen (= Erwerbsmittel). T1,11 + S˙telle!-dich-abseits/ Halte!-dich-auf Abstand von d solchen D2 Psi Mt Tr..

Obiges Gotteswort durch Paulus zeigt, dass die Aussagen des Paulus in seinen Briefen an keiner Stelle in Spannung oder gar Widerspruch, sondern vielmehr in völliger Harmonie stehen mit denen des Herrn Jesus.

Wer bei der Auslegung der Bibel die Worte des Herrn Jesus ignoriert, "nicht herzukommt" zu ihnen, "lehrt andersartig" und "ist dünkelhaft", "versteht sich auf nichts" und "ist krank" mit all den in Vers 4-5 genannten üblen Folgen.

Die unmittelbar von unserem Herrn Jesus Christus gesprochenen Worte stehen in den Evangelien und den Sendschreiben.

In zweiter Linie gehören zu den Worten des Herrn Jesus auch die in der gesamten Bibel zitierten Worte von Ihm und auch die Ihn betreffenden Worte darin. Zu letzteren gehört die Josef-Jesus-Prophetie 1M37-48, die am Weg Josefs allegorisch den Weg des Herrn Jesus von Seiner Erniedrigung zum Engel unter Engeln bis zum Ende des gegenwärtigen Äons beschreibt.

2 Die gemeindegeschichtliche Auslegung der Sendschreiben

Im Folgenden will ich "herzukommen zu den gesund machenden Worten des Herrn Jesus" in den Sendschreiben und sie als selbst zu Laodizea Gehöriger vom Laodizea-Standpunkt aus betrachten und beachten. Dabei setze ich die gemeindegeschichtliche Auslegung der Sendschreiben mit deren exakter Adressierung voraus, die von der Philadelphia-Gemeinde erkannt und bewusst angewandt wurde und auch in der Laodizea-Gemeinde bis vor weniger als 50 Jahren noch allgemein anerkannt war. Zur Erinnerung folgende Kurzubersicht zu den Sendschreiben:

Ephesus = Gemeinde der Apostelzeit bis Ende 1. Jahrh.

Smyrna = vom heidnischen römischen Reich verfolgte Gemeinde; bis 311 (Ende der Verfolgung, 313 Anerkennung).

Pergamos = mit dem Staat verbundene Gemeinde = orthodoxe Volkskirchen; ab 313 (Anerkennung, 380 Staatsreligion) bis zum Kommen des Herrn (Of2,16).

Thytira = Weltherrschaft erstrebende Gemeinde = Römisch-katholische Kirche und ihre Ableger; etwa von Gregor dem Grosen (590-604) bis zum Kommen des Herrn (Of2,25).

Sardes = evangelische Kirchen; ab 1517 (Reformationsbeginn) bis zum Kommen des Herrn (Of3,3).

Philadelphia = Pietisten und Evangelikale, soweit sie am Bleiben–unter dem Auferlegten Of3,10/ Mt24,13 festhielten oder dazu zurückgekehrt sind; ab 17. Jahrh. bis zum Kommen des Herrn (Of3,10-11).

Laodizea = zumeist Ex-Philadelphia, das nicht "gehalten-hat/machtvoll gebraucht-hat, was es hatte" (Of3,11); kein Hinweis auf ihr Bestehen beim Kommen des Herrn.

In diese Gemeindetypen sind auch alle christlichen Splittergruppen und Sonderlinge der Vergangenheit und Gegenwart einzuordnen, die das christliche Glaubensbekenntnis und die Bibel als Grundlage haben. Dazu gehören auch die charismatisch ausgerichteten Gruppen, vom Montanismus im zweiten Jahrhundert bis hin zu allen Varianten der endzeitlichen Pfingstbewegung. Es gab und gibt weltweit keine Gemeindeausprägung außerhalb dieser vom Herrn genannten Typen.

Wie die Josef-Jesus-Prophetie 1M37-48 (www.gtü-bibel.de /ProfEndz: Jo­JeAntw) aufzeigt, ist der zuerst entstandene Teil der Gemeinde (Manasse = Ephesus bis Thyatira Of2), gemäß der Verheißung für Manasse (1M48,19 zu einem Volk werden), von gräoßer Einheitlichkeit geprägt.

Charakteristisch für den zweiten Teil (Ephraim = Sardes bis Laodizea Of3) ist die, zur Verheißung für Ephraim passende (1M48,19 die Fülle der Nationen werden), vielfache Zersplitterung, die schon mit der Aufteilung der Evangelischen in Landeskirchen begann und sich dann immer weiter fortsetzte. Die Adoption von Manasse und Ephraim durch Jakob/Israel (1M48,5 ... Ephraim und Manasse sollen mir gehoren) zeigt, dass die gesamte Gemeinde zu Israel gehört, was der vorlaodizeischen Gemeinde selbstverstandlich war.

Der Trennschnitt zwischen dem Manasse- und dem Ephraim-Teil der Gemeinde entstand durch die Reformation in der Rückkehr zur Bibel als allein maßgebender Grundlage des Glaubens, was erst in der Philadelphia-Gemeinde in gesunder Weise voll zum Tragen kam und auch auf die anderen Gemeindetypen ausstrahlte. Das Hauptmotiv der Trennung vom Manasseteil wie auch innerhalb des Ephraimteils selbst war die Liebe zur Wahrheit, und darauf beruht auch seine doppelte Fruchtbarkeit (Ephraim = doppelt-Fruchtbarer).

3 Smyrna

Beginnen wir bei der Smyrna-Gemeinde (Of2,8-11). An ihr übt der erhöhte Herr keinerlei Kritik, sondern hat nur Lob für sie. Demzufolge gibt es auch für uns an dieser Gemeinde nichts zu kritisieren.

3.1 Erster Anstoß: die Babytaufe

In dieser Gemeinde wurde aber schon im 2. Jahrhundert die Babytaufe zunehmend praktiziert, und das gilt bei vielen von uns als ganz schlimme Abweichung vom biblischen Glauben. Warum hat aber der Herr dies nicht kritisiert?

Beachten wir dazu den Missionsbefehl des Herrn in wörtlich sinngemäßer Übersetzung: Mt28,19-20: 19 Geht nun hin und macht zu Lernenden all die (sächl.)Nationenmenschen, (männl.)sie (= die Lernenden) taufend ..., 20 sie lehrend ...

Ein Baby mit gläubigen Eltern – Namenchristen gab es damals noch nicht – hört und sieht von Geburt an die Liebe seiner Eltern zu ihm und untereinander, und am Beten der Eltern über ihm und neben ihm merkt es, dass da noch eine unsichtbare Person beteiligt ist, zu der die Eltern größte Wertschätzung und völliges Vertrauen haben, nämlich Gott und der Herr Jesus. Das Baby mit solchen Eltern ist von Geburt an ein Lernender, und damit ist die elementare Voraussetzung für den nächsten Schritt, seine Taufe, gegeben. Ohne diese Voraussetzung, die bei Namenchristen fehlt, ist die Taufe für das Baby nicht sinnvoll, aber doch für seine Eltern und Paten, die hiermit das Bekenntnis ablegen und die Pflicht anerkennen, das Kind christlich zu erziehen. Das bei der Babytaufe fehlende Verständnis und das eigene Bekenntnis des Kindes soll dann durch die Konfirmation nachgeholt werden. Diese Taufpraxis hat während Jahrhunderten neben vielen Wiedergeborenen sehr viele Christen hervorgebracht, die trotz fehlender Wiedergeburt die Gebote Gottes einhielten, treuer als viele glaubensgetauften Laodizeachristen heute. Auch die spätere Philadelphia-Gemeinde, die vom Herrn ebenfalls nur Lob ohne Tadel bekam, war fast vollständig baby-getauft. Wir von Laodizea sollten m.E. aber an der Glaubenstaufe festhalten.

3.2 Zweiter Anstoß: die Allversöhnung

Ein weiteres Ärgernis für sehr viele Laodizea-Christen ist, dass in der Smyrna-Gemeinde – ebenso wie in der späteren Philadelphia-Gemeinde – die Allversöhnung von sehr vielen geglaubt und allgemein toleriert wurde. Dies ist die zuerst hervorgetretene der 3 Hauptinterpretationen der Heilsplanung Gottes, der dann durch Augustinus (354-430 n.Chr.) und Calvin (1509-1564) der Calvinismus und durch Arminius (1560-1609) der Arminianismus folgten:

Allversöhnung: Heilsabsicht Gottes und Heilserfolg für alle Menschen = durch bedingungslose Vorhererwählung von Erstlingen (Jk1,18) als Leib des Christus, mit dem Er die Welt richten und regieren und zur Rettung aller Verlorenen führen wird.

Calvinismus: Heilsabsicht Gottes nur für einen Teil der Menschen (doppelte Prädestination für die einen zum Heil, für die anderen zur ewigen Verdammnis) = durch bedingungslose Vorhererwählung von zum ewigen Leben Bestimmten.

Arminianismus: Heilsabsicht Gottes für alle Menschen, aber durch deren Willensfreiheit nur beschränkter Heilserfolg = durch bedingte Vorhererwählung derjenigen Menschen aufgrund des Vorherwissens Gottes, die sich zu ihren Lebzeiten zu Ihm bekehren werden.

Welche Heilsplansicht ein Gläubiger annimmt und vertritt, ist für Gott völlig belanglos, denn wir werden von Ihm nach unseren Werken gerichtet, nicht nach unseren Ansichten. Wir werden zwar aus Glauben gerechtfertigt ohne Gesetzeswerke, aber unser Glaube wird von Gott laut einhelligem Zeugnis des AT und NT danach bewertet, was dabei herauskommt: aus den Werken (Hi34,11; Ps62,13; Sp24,12; Ro2,6; 2Ko5,10; 1P1,17; ...). Deshalb wird ein Gläubiger, der glaubt, dass Jesus ein harter Mann ist, der erntet, wo Er nicht gesät hat, nicht für diesen Irrglauben verurteilt, sondern für sein Nicht-Wirken mit dem ihm anvertrauten Talent (M25,24-28).

Dass der Herr die Syrma-Gemeinde weder wegen der Einführung der Babytaufe noch des Allversöhnungsglaubens kritisiert, besagt nicht, dass Er die Babytaufe oder die Allversöhnung als allein richtig bestätigt, sondern dass Er beides toleriert oder akzeptiert. Deshalb sollten auch wir – unabhängig von unserer Meinung dazu – beides tolerieren.

Mit dem alleinigen Verzicht auf das Kritisieren dessen, was der Herr nicht kritisiert, ist es aber noch nicht getan. Weil das unverstandene Wort vom Teufel geraubt wird (Mt13,19), sollten wir auch verstehen, warum der Herr etwas nicht kritisiert: Ep5,17 Deshalb werdet! n˙icht unbeson­nen/ unklug, sondern versteht!, was der Wille des Herrn ist!

Wem meine oben gegebenen Begründungen zur Babytaufe und Allversöhnung nicht ausreichen oder nicht einleuchten, der sollte nach weiteren oder anderen Begründungen dafür suchen. Nur durch begründetes Verstehen der Worte des Herrn können wir sie fest in uns verankern und vor Verlust sichern.

4 Pergamos

Die Beurteilung der auf Smyrna folgenden Pergamos-Gemeinde (Of2,12-17) beginnt der Herr mit der Feststellung:

13 ICh_weiß, wo du gmständig wohnst: wo der Thron des Satans ist;

Pergamos war das Zentrum vieler Götterkulte, darunter des Kaiserkults und des Asklepios-Schlangen-Kultes. Dort war auch der Zeus-Altar, der vermutlich als Dankmonument von König Eumenes II. errichtet wurde zur Erinnerung an den Sieg über die Galater (um 180 v.Chr.), die seit 279 v.Chr. aus Europa nach dort eingewandert waren. Dieser Zeus-Altar ist aber nur ein äußerer Hinweis auf den Thron des Satans. Throne und ihre zugehörigen Herrschaftsstrukturen sind laut Ko1,16 in Christus erschaffen worden, auch der Thron Satans, den er selbst in Jes14,13 nennt. Der Satan wird vom Herrn selbst "Oberanführer der Welt" genannt (Jh12,31; 14,30; 16,11). Die von Gott über die Nationen eingesetzten Engelfürsten (Dn10,13+20-21) gehören alle zur satanischen Opposition gegen Gott, sind Ihm aber rechenschaftspflichtig. In Ps82 werden diese Engel Götter genannt, denen Gott vorwirft, dass sie keine Gerechtigkeit in den Nationen zustande bringen (Ps82,2-4). Nur der Engelfürst Michael, der über Israel eingesetzt ist, steht auf der Seite des Herrn Jesus (Dn10,13+21), der in Dn10 dem Daniel erschien (vgl. Dn10,5-6 mit Of1,13-15) – damals noch als zum Engel Erniedrigter (Sklavengestalt Ph2,7) unter Engeln und von ihnen noch nicht als einzig erzeugter Sohn Gottes erkannt (Jes49,2).

Trotz und auch wegen der in Abständen von Jahrzehnten immer wiederkehrenden Christenverfolgungen im heidnischen römischen Reich, war die Smyrna-Gemeinde ständig gewachsen. Da begann der Kaiser Diokletian (284-305) am 23. Februar 303 n.Chr. mit einer Verfolgung, mit der er dem Christentum das Rückgrat brechen wollte. Doch durch das Eingreifen des erhöhten Herrn kam es dazu, dass am 30. April 311 ein Duldungserlass für die Christen erging, dem 313 ein Edikt zur Gleichstellung des Christentums mit den heidnischen Religionen folgte und schließlich 380 n.Chr. unter Theodosius das römische Christentum zur obligatorischen Staatsreligion wurde. (Siehe. /ProfEndz: WerIsr/3.1). Aus dem vom antichristlichen Heidentum beherrschten römischen Reich war unversehens ein staats-christlich beherrschtes Reich geworden. Damit war der Thron Satans, des Oberanführers der gottfeindlichen Welt, der Gemeinde ganz nahe gerückt: sie wohnte zunehmend da, wo der Thron Satans ist – was eine sehr große geistliche Gefahr für sie bedeutete, noch größer, als sie für das biblische Israel immer wieder durch das Zusammenwohnen und die Verschwägerung mit Heiden entstand (5M7,3-4; 2M34,15-16). Aber so wie Israel durch Gericht und Gnade des Herrn die einverleibten Heiden allmählich zu Israeliten integrieren konnte, geschah dies auch bei dem durch den christlichen Glauben von Gott wieder angenommenen Haus Israel (Hos1,6-2,1).

4.1 Erster Anstoß: das Staatskirchentum

Viele in Laodizea empfinden es als Hauptursache alles Verderbens der Gemeinde, dass aus dem "Herdlein" Gottes (Lk12,32; Ap20,28.29; 1P5,2.3) eine Kirche der Volksmassen wurde, was so gar nicht zu dem in der Apostelgeschichte und den Apostelbriefen geschilderten Bild der kleinen Disapora-Gemeinde zu passen scheint. Nur sollten wir auch hier den Missionsauftrag des Herrn beachten: "Macht-zu Lernenden alle die Nationenmenschen" (Mt28,19). Wie schon in den Synagogen waren die (noch) nicht wiedergeborenen Kinder der Gläubigen und oft nicht wenige Gott ehrende Heiden in den Versammlungen der Gemeinde als "Lernende", die auch beim Herrnmahl mit anwesend waren. Erst Darby hat "den Tisch des Herrn" als gesonderte Versammlung der Wiedergeborenen eingeführt, und widerbiblische Einflüsse des Darbysmus haben auf unsichtbaren Wegen fast die ganze Laodizea-Gemeinde durchsäuert. Dazu gehört die Vorstellung, dass alle Nicht-Wiedergeborenen ("nicht Geist Christi Habende" Rö8,9) ebenso "von Ewigkeit zu Ewigkeit" im Feuersee gequält werden wie der Teufel, der Antichrist, der falsche Prophet und die Hure Babylon (Of20,10; 19,3) – selbst wenn sie "Gerechtigkeit Tuende" (1J2,29) oder "Liebende" (1J4,7) oder "Glaubende, dass Jesus der Christus ist" (1J5,1), und demnach "aus Gott erzeugt sind" (1J2,29; 4,7; 5,1) und "Gott Fürchtende und Gerechtigkeit Wirkende" (Ap10,35) sind. (Im Grundtext steht nicht "von Ewigkeit zu Ewigkeit", sondern sinngemäß-wörtlich "hinführend in die überragenden Äonen der Äonen"). In Of21,8 und Of22,15 werden aber nur Menschen mit bösen Verhaltensweisen als Insassen des Feuersees genannt.

Während des 200-jährigen medopersischen Weltreichs erlangte der als Kanzler eingesetzte Haman vom König Ahasveros 474 v.Chr. die Erlaubnis, alle Juden umbringen zu lassen und somit physisch auszurotten (Est3,6-11). Gott führte es aber so, dass stattdessen der Jude Mordechai Kanzler wurde (Est8,1-2) und die Juden 473 v.Chr. alle ihre Feinde umbringen durften (Est8,3ff.).

303 n.Chr. gab der römische Kaiser Diokletian selbst den Befehl, alle Christen zum Abfall von Christus zu zwingen (= geistlich zu ermorden) oder sie physisch zu ermorden, was seine Nachfolge-Kaiser ab 305 bis 311 (und im Osten bis 313) weiterführten. Dann ließ der erhöhte Herr Konstantin (306-337), einem der Mit-Kaiser, und seinen Soldaten 312 n.Chr. ein Lichtkreuz am Himmel sehen mit der Inschrift: "In diesem (Zeichen) siege!". Konstantin folgte dann einer im Traum empfangenen Anweisung, das Christus-Monogramm an den Schilden seiner Soldaten anbringen zu lassen. Als sein 3-fach überlegener Gegner Maxentius in Rom die Schlacht eröffnete, verunglückte und ertrank er vor den Augen der Soldaten und Konstantin siegte überlegen und wurde alleiniger römischer Kaiser. Er wurde Christ und regierte lebenslang prochristlich.

Diese Vorgänge wurden von Laktantius (um250-um320), der sie mit eigenen Augen sah, und von Eusebius (260/65-339/40), der sie aus dem Mund Konstantins hörte, schriftlich festgehalten. Die liberale Theologie will das als Legende und den christlichen Glauben Konstantins als Heuchelei abtun, und so wollen es auch viele in Laodizea ansehen.

Das Lichtkreuz mit der Inschrift am Himmel war eines der in Ap2,19/Joe3,3 für die Gemeindezeit verheißenen Wunderzeichen am Himmel. Wir machen es uns zu bequem, solche Zeichen prinzipiell abzulehnen, nur weil der Teufel durch ähnliche Zeichen unzählige Christen getäuscht hat. Ähnlich bequem ist es, die heute sehr häufigen Erscheinungen des Herrn Jesus gegenüber Muslimen einfach als Dämonenbetrug abzulehnen. Und noch bequemer ist es, dämonisch besessene Gläubige ihrem Schicksal zu überlassen, weil man mit Dämonen nichts zu tun haben will.

Ich kenne persönlich eine Schwester, die von einer großen vermeintlich bibeltreuen Gemeinde, in der sie jahrelang hingebungsvoll diente, treulos behandelt wurde, dadurch in bittere Gedanken verfiel und dämonisch besessen wurde. Weil der von dieser Gemeinde bestellte Dämonenaustreiber (dessen hohe Fahrtkosten die Schwester selbst bezahlen musste) trotz mehrfacher Besuche keine Befreiung erreichte, wurde sie durch die Ältesten aus der Gemeinde ausgeschlossen. Mein Freundbruder Henry Tippner, der nicht weit weg wohnt, kümmert sich ständig um diese Schwester, die dadurch inzwischen längst wieder frei ist.

Vergleichen wir das Eingreifen des Herrn im medopersischen Reich mit dem im heidnisch-römischen Reich: Statt des die Juden hassenden Kanzlers war es der die Christen hassende Kaiser selbst, der dem Christentum den Garaus machen wollte. Gott lies den judenmörderischen Kanzler Haman absetzen und töten und den späteren christenmörderischen Kaiser Diokletian 305 zugunsten von ihm eingesetzter Nachfolger abdanken, der sich dann um 316 durch Gift das Leben nahm. Gott lies auch alle führenden Verfolger der Christen z.T. äußerst qualvoll sterben, was Laktantius in seinem Buch "Die Todesarten der Verfolger" beschrieb.

Gott hätte nun einen Kaiser mit einem christenfreundlichen Kanzler über das römische Reich einsetzen können. Aber die Wirkung wäre bald verpufft, und die Heiden hätten die Christen, sobald sie viele wurden, immer wieder auszurotten versucht, wie es schon in Ägypten geschah, als das Volk Israel dort sich mehrte (2M1,15-22). (Z.B. kam das Christentum im 16. Jahrh. nach Japan. Aber als es sich mehrte, wurde es im 17. Jh. mit mörderischer Brutalität total ausgerottet; s. factum 2/17 S.43 Silence). Auf diesem Weg wäre der Missionsauftrag, alle Heiden zu Lernenden zu machen (Mt28,19), und die Verheißung, dass das Evangelium auf der gesamten bewohnten Erde geheroldet werden würde (Mt24,14/ Mk13,10), niemals erreicht worden. Gott arbeitet aber nach Seinem klaren 3-stufigen Heilsprogramm, das Er Abraham angekündigt hatte:

1M12,1-3: 1 U˙nd JHWH ˙hatte-gesprochen (vg. Ap7,2) zu Abram:

(1.) Geh zum Besten für dich aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das Ich dir zeigen werde!

2 (2.) Und Ich-˙werde- dich zu einer großen Nation -machen, und Ich-˙werde- dich -segnen, und Ich-˙werde-groß machen deinen Namen, und du sollst ein Segen sein!

3 (3a.) Und Ich-˙werde-segnen die, die dich segnen, und den, der dich leicht macht˙ (QaLa´L Piel), ˙werde-Ich-verfluchen (°aRU´R); 1M27,29; 2M23,22; 4M24,9

(3b.) und es-˙werden-gesegnet-˙werden in Verbundenheit mit dir alle Sippen des Erdbodens! 1M18,18; 22,18; 26,4; 28,14; G3,8

Schon im Alten Bund hatte Gott Israel zeitweise zu einer großen Nation werden lassen, die über Heiden-Nationen herrschte, besonders unter David (1025-985 v.Chr.) und Salomo (985-945 v.Chr.) und Jerobeam II. (812/11-772/71). Weil Salomo in Götzendienst fiel, zerteilte Gott Sein Volk Israel, indem Er durch Jerobeam I. (945-923 v.Chr.) 10 Stämme vom Haus David losreißen ließ (1Kö12,15-24; 945 v.Chr.). Dieser König führte von Anfang an einen eigenwilligen Gottesdienst im Nordreich Israel ein, worauf ihm Gott durch den Propheten Achija ankündigte, dass Er "Israel ausreißen wird aus diesem guten Land, das er ihren Vätern gegeben hat, und sie zerstreuen wird jenseits des Euphratstromes" (1Ko14,14-15). Ähnlich prophezeite Amos (um 777 v.Chr.): Am9,9 Denn siehe, Ich will befehlen und will das Haus Israel in alle/allen Nationen schütteln, wie man mit einem Sieb schüttelt, und nicht ein Steinchen fallt zur Erde.

Die auf Jerobeam I. folgenden Könige hielten alle an dem falschen Gottesdienst fest, und Israel wurde immer gottloser, worauf sich Gott zur Zeit Jerobeams II. durch den Propheten Hosea (um 780 v.Chr.) von ihm lossagte (Hos1,6-9). Schon vor der Eroberung Samarias 722 v.Chr. begann der König von Assyrien 733 v.Chr. mit der Deportation Israels (2Ko15,29) und gleichzeitigen Importation heidnischer Völker, was sich bis in die Zeit Asarhaddons (581-669 v.Chr.) hinzog (Esr4,2). Während dieser Jahre vermischten sich die nicht deportierten Israeliten mit den importierten Heiden, woraus das Volk der Samariter entstand. Die nach Assyrien deportierten Israeliten vermischten sich ebenfalls mit Heidennationen (Hos7,8) und verloren ihr Israel-Bewusstsein. 627 v.Chr. hob Gott durch den Propheten Jeremia Seine Lossagung vom Haus Israel auf und forderte sie zur Um- und Rückkehr auf (Jr3,12-14). (In demselben Jahr zerstörte der fromme jüdische König Josia die Götzenstätten der Samariter (2C34,6-7; 2Kö23,15-19), sodass sie nur noch JHWH anbeten konnten und dadurch von den heidnischen Göttern völlig loskamen.) Die Heiden mit israelischem Blutanteil zogen großenteils nach Europa und vermehrten sich dort stark, wie in Hos2,1 angekündigt. Schon auf seiner zweiten Missionsreise ab 49/50 n.Chr. kamen Paulus und Silas zunächst zu den ethnischen Galatern (279 v.Chr. aus Europa in Kleinasien eingewanderte Kelten) (Ap16,6) und anschließend sofort nach Europa (Ap16,8-12) – beides durch auffälliges Eingreifen des Geistes Jesu (Ap16,6-7). Durch die Annahme des Neuen Bundes erfüllte sich besonders hier die von Gott unmittelbar nach Seiner Lossagung gegebene Verheißung:

Hos2,1 Und es-˙wird- die Zahl der Söhne Israel wie der Sand des Meeres -werden, wder nicht gemessen-˙werden und nicht gezählt-˙wer­den kann. Und es-˙wird-geschehen: iAn|Stelle wdass gesagt-˙wird zu ihnen: Nicht Mein Volk seidihr!, ˙wird_gesagt-˙werden zu ihnen: Söhne des lebendigen °eLsGottes. Ro9,26; 8,14.19; Ga3,26

Den Neuen Bund hatte der Herr Jesus durch Sein Blut am Kreuz gestiftet: Lk22,20 ...: "Dieser d Kelch ist der Neue Bund in d Meinem Blut, das stellvertretend und zum Besten für euch ausgevergossen-˙wird."

Diesen Neuen Bund hatte Jeremia um 600 v.Chr. angekündigt: Jr31,31 ..., da schließe Ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund.

Weil das Haus Juda (außer einer kleinen Minderheit) dann diesen Bund ablehnte, wird im Vers 33 nur noch das Haus Israel genannt: Jr31,33 Sondern das ist der Bund, den Ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, ... Der Hebräerbrief bestätigt, dass der Neue Bund der in Jr31,31-33 prophezeite ist (Hb8,8-10 + 10,16-17).

Mit der Annahme des Neuen Bundes bekam das Haus Israel das Bürgerrecht Israels zurück, das Gott ihnen in ihren Vorfahren entzogen hatte: Ep2,12 ..., Ent-fremdet-˙w-˙seiende vom d Bürgerrecht d Israels und Fremde hinsichtlich der Bündnisse der Verheißung;

... Paulus hatte ihnen auch ihre leibliche Abstammung von Abraham bezeugt: Rö4,1 ... Abraham d unser Vorvater gemäßnach dem Fleisch.

Mit der Annahme des Neuen Bundes waren sie nun in großer Zahl auch geistliche Söhne Abrahams geworden (Ga3,7; Rö4,11+16), und hiermit war die in 1M12,2 genannte zweite Stufe des Heilsprogramms Gottes erreicht: "Ich werde dich (Abraham) zu einer großen Nation machen".

Dies tat der erhöhte Herr durch die Einführung des Staatskirchentums im Bereich des Hauses Israel. Es wurde die dem Jakob verheißene Versammlung von Nationen (1M35,11), die in weltgeschichtlich einmaliger Weise einen Nationenblock bildete, in dem jeder Mensch getauft war und als Teilhaber des Neuen Bundes galt und es keine Religionsfreiheit gab – ebenso wie schon im alttestamentlichen Volk Israel.

Konstantin hat das Christentum nicht gewaltsam zur Staatsreligion gemacht, sondern mit dem Edikt von 313 nur gleichberechtigt mit der heidnischen Staatsreligion und den anderen staatlich tolerierten heidnischen Religionen. Dadurch konnten die nur allmählich in die Kirchen dringenden Menschenmassen von der Pergamos-Gemeinde als Katechumenen belehrt und dann auf ihr öffentliches Glaubensbekenntnis hin getauft werden. Damit gewann die Glaubenstaufe wieder eine wichtige Rolle.

Geistlich positiv für die Gemeinde war auch die kurze Regierungszeit des Kaisers Julian (der Abtrünnige 361-363), der das Christentum hasste und sich "in Pergamon" (Thron Satans Of2,13) "heimlich in den Neuplatonismus und in einer unterirdischen Grotte mit Geisterstimmen und Feuerzauber in die Mysterien einweihen" ließ. (Sierszyn S. 136). Er begann den alten Götterkult wiederherzustellen und wollte auch die Worte des Herrn Jesus als falsch erweisen, indem er den Wiederaufbau eines neuen jüdischen Tempels in Jerusalem betrieb, woraus aber nichts wurde. Sein angeblich letztes Wort vor seinem Tod im Krieg gegen die Perser war: "Du hast doch gesiegt, Galiläer!"

Die damalige Pergamos-Gemeinde hat sich inmitten der großen geistlichen Gefährdung durch das Staatskirchentum glänzend bewährt. Sie ist nicht zur staatshörigen Hure geworden, sondern hat durch ihre Glaubenstreue zum Herrn Jesus (Of2,13) sehr viele Heiden zu Christen mit Qualitäten werden lassen, d.h. die Christen wurden "zur großen Nation" von Israeliten, mit denen Gott die dritte Heilsplanstufe in Angriff nehmen konnte: "und es-˙werden-gesegnet-˙werden inVerbundenheit mit dir alle Sippen des Erdbodens!" (1M12,3b).

Nach Seinem Lob in Of2,13 übt der Herr maßvolle warnende Kritik: Of2,14-15: 14 Jedoch Ich-habe gegen dich einige wenigeDinge: dass du- dort -hast solche, die machtvoll durchsetzen/ festhalten die Leh­re Bileams, wder den Balak lehrte, Verstrickung zu werfen vor die Söhne Israels, nämlich einem Abgott-geopferte Dinge zu essen und zu huren.

15 So du-hast auch du solche, die machtvoll durchsetzen/ festhalten die Lehre der Nikolaiten auf qualitativ=gleiche oder ähnliche Weise.

Die Lehre Bileams meint die Teilnahme von Christen an heidnischen Festen, die Lehre der Nikolaiten (w.: Volksbesieger, Laienbesieger) meint die Beherrschung und Entmündigung der einfachen Christen durch das Klerikertum.

Die Berechtigung dieser Kritik des Herrn an Pergamos in der Vergangenheit bis heute sollten die Kündungsbeauftragten der Orthodoxen Kirchen selbst erkennen und daraus praktische Konsequenzen ziehen. Wir Laodizea-Christen, die zum Ephraim-Teil der Gemeinde gehören und deshalb vom Herrn mehr empfangen haben als der Manasse-Teil, zu dem Pergamos gehört, sollten aber die orthodoxen Christen auf das an sie gerichtete Sendschreiben des Herrn hinweisen, damit sie selbst die Konsequenzen daraus ziehen.

4.2 Zweiter Anstoß: die Dreieinigkeitslehre

Der Herr hat großes Lob für die Pergamos-Gemeinde: Of2,13 ...; und du-hältst fest/ -gebrauchst-machtvoll d Meinen Namen und du-˙hast- nicht -‘geleugnet d Meine Treue, ...

Ähnlich bezeugt der Herr auch der späteren Philadlphia-Gemeinde: Of3,8 ... und du-˙hast-von A bis Z-gehütet Mein d Wort und du-˙hast- nicht -‘geleugnet/ -’zu bekennen verweigert d Meinen Namen.

Die Bibel meint mit dem "Namen" Gottes oder Jesu insbesondere deren Wesensmerkmale (siehe 2M34,5-6). Angeregt durch verschiedene dazu aufgekommene Lehren (Adoptianismus, Modalismus, Arianismus, Pneumatomachen, Monophysiten, ...) hat sich die Pergamos-Gemeinde intensiv und mit großer Hingabe darum gemüht und gekämpft, die Grund-Wesens­merkmale der Gottheit klar zu erkennen und in Worte zu fassen. Sie tat das durch Diskussion zwischen kündungsbeauftragten Brüdern – ganz ähnlich wie die Ephesus-Gemeinde die Grund-Frage klärte, ob und wie weit die zeremoniellen Vorschriften des Gesetzes auch für die Heidenchristen gelten sollten (Ap15 49/50 n.Chr.).

Hierbei ging es um die 2 Hauptfragen (Sierszyn S. 182ff.):

1. Wie ist das Verhältnis zwischen Jesus Christus und Gott? Antwort im Konzil von Nicäa (325) und in Konstantinopel (381).

2. Wenn Jesus wahrer Gott und wahrer Mensch ist, wie ist dann das Verhältnis zwischen Seiner göttlichen und menschlichen Natur? Antwort im Konzil von Chalcedon (451).

Das Ergebnis wurde in Glaubensbekenntnisse gefasst: 1. das Glaubensbekenntnis von Nicäa (Nicänum) (325), 2. das Nicäa-Konstantinopolitanum (381) und 3. das Christus-Bekenntnis von Chalcedon (451), die Sierszyn im Anhang, S. 877-879, in Griechisch und Deutsch wiedergibt. Im zweiten sind die Verdammungen von Irrlehren weggelassen und vom Heiligen Geist mehr als nur der Name gesagt. Im dritten sind die Wesenszüge Christi weiter verfeinert. Das Gesamtergebnis ist die sogenannte Dreieinigkeitslehre (Trinität), die von der gesamten Christenheit festgehalten wurde. Erst durch die Reformation wurden radikale Geister erweckt, die die Trinität ablehnten, die sogenannten Antitrinitarier/ Unitarier. Ein Hauptvertreter war Michael Servet (1511-1553). Die Unitarier verwarfen dann auch die Gottheit Jesu und landeten in der bibelkritischen Theologie. Heute gehören die Mormonen und die Zeugen Jehovas zu den Antitrinitariern. Und auch immer mehr Laodizea-Christen, die bibeltreu sein wollen, verwerfen heute die Dreieinigkeitslehre. Der Herr kritisiert aber diese Lehre nicht, sondern bestätigt sie durch Sein Lob "du-hältst fest/ -gebrauchst-machtvoll d Meinen Namen".

30.8.2017                                                                                Bernd Fischer

Literatur: Armin Sierszyn: 2000 Jahre Kirchengeschichte. 2. Aufl. 2013

Bernd Fischer, Feldstr. 9, 96337 Ludwigsstadt, 09263-6539005 C:\GTU-PDF\PROFENDZ\SENDPR1S.420 30.8./31.8.2017