"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

„Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, sodann friedvoll, milde, folgsam, voller Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ungeheuchelt.“ 
(Jak.3:17) 

Bremen, den 18.11.2019

 

Lieber Bruder Michael,

Die Gnade und der Friede unseres Gottes seien mit Dir!

Zunächst bitte ich um Entschuldigung, wenn ich mir erlaube, Dich zu duzen; denn wenn wir uns die Heilige Schrift zum Vorbild gesunder Worte nehmen wollen, sollten wir ihr auch hierin folgen, dass Glaubensbrüder sich unter einander duzen, zumal dies hier in Deutschland nicht als Zeichen mangelnden Respekts sondern eher als Zeichen des Vertrauens und der Vertrautheit empfunden wird.

Dein 28-Seiten langer Brief hat mich sehr überrascht, aber natürlich auch geehrt, denn selten schenkt ein Bruder meinen Worten so viel Beachtung und Aufmerksamkeit, zumal wir uns bisher gar nicht gekannt haben und Du deshalb das Risiko eingegangen bist, dass ich Deiner fleißigen Arbeit gar nicht die gleiche würdige Beachtung entgegen bringe. Andererseits musst Du mir nachsehen, dass ich mich mit einer solchen Fülle an Widerspruch auf einmal kaum in der Lage sehe, auf jeden einzelnen Punkt in gleicher ausführlicher Weise gebührend einzugehen.

Zumal stellt sich ja auch die grundsätzliche Frage, ob Du dies überhaupt erwartest und ob es vor allem noch Sinn macht. Du hast ja viele Male das Adverb „sattsam“ verwendet, um dadurch Deine eigene Abgeklärtheit zu unterstreichen. Wenn aber jemand „satt“ ist, dann will er auch nichts mehr „essen“, selbst wenn das ihm Angebotene noch so lecker sei.

Deshalb will ich gar nicht erst den Versuch unternehmen, Dich auf „meine Seite“ zu ziehen, sondern möchte lediglich in Stichworten kurz skizzieren, welche Fehler mir bei Deinen Darlegungen aufgefallen sind, in der Hoffnung, dass der Heilige Geist Dich hier und da zum Nachdenken oder gar zur Umbesinnung führen kann. Sollte ich mich selbst indes irren, bitte ich Dich, auch mir mögliche Denkfehler aufzuzeigen, damit ich sie prüfen kann.


1. Sendschreiben als Prophetie

Selbstverständlich legt sich das Wort Gottes nur durch das Wort Gottes aus. Aber das bezieht sich logischerweise auf Allegorien und Gleichnisse in der Bibel, nicht aber auf die Prophetie. Denn diese ist ja gerade WEIL sie sich erst in der Zukunft erfüllen kann geradezu prädestiniert, um auch erst dann ausgelegt zu werden. Deshalb heißt es bei erfüllten Verheißungen immer wieder: „...dann erinnerten sie sich, daß dies von Ihm geschrieben war und sie Ihm dies getan hatten“ (Joh.12:16). Demzufolge müssen auch die Sendschreiben gemäß Offb.1:19 als das ausgelegt werden, „was NACH DIESEM Geschehen muss“.


2. Gemeinden in Asien unter Gesetz?

Du schreibst, dass nach Deiner Auffassung die Gemeinden in Asien sich aufgrund von 2.Tim.1:15 nicht nur von Paulus abgewandt hätten, sondern damit auch von der Botschaft der Befreiung vom Gesetz, so dass der HErr sie ihrem Wunsch gemäß auch wieder nach dem Gesetz und damit nach ihren Werken beurteile. Diese Auslegung halte ich für sehr gewagt, um nicht zu sagen absurd: „alle, die in Asien sind“ meint sicherlich nicht alle Gläubigen in Asien insgesamt, noch nicht einmal „alle Gemeinden“, sondern all seine Gefährten, die ihn in Asien begleitet hatten. Wenn es absolut alle wären, dann hätte ja auch Timotheus und Tychikus ihn verlassen, die ebenso aus Asien stammten. Letzteren hätte er wohl auch dann kaum mehr „nach Ephesus gesandt“ (2.Tim.4:12), wenn diese Gemeinde mit Paulus gebrochen hätte. Wer das Wort eines Apostels verwirft, der hat zugleich auch den HErrn verworfen, und der HErr würde solchen Gemeinden sicherlich dann auch kein Lob mehr erteilen, wie z.B. zu Philadelphia oder Thyatira.


3. Es gibt keine zwei Evangelien

Um die vielen Stellen wegzuerklären, die von einem Abfall vom Glauben sprechen, hast auch Du die Lehre von der „Schriftteilung“ übernommen, durch welche man sich selbst die Lizenz zur Ungültigerklärung sämtlicher Bibelstellen erteilt hat – um es mal etwas sarkastisch zu formulieren. Du beteuerst zwar, dass Du keineswegs zu den Extremisten in dieser Disziplin zählst, welche die Stelle in 2.Tim.2:15 zu irgendwelchen nicht näher definierten „Entgleisungen“ missbrauchen würden. Aber faktisch vertrittst Du eben genau diese Auffassung, dass bestimmte Teile der Schrift die Gemeinde nichts angingen, nämlich all jene Heilverlierbarkeitsstellen. Damit tust Du aber doch genau das, was der HErr den Pharisäern vorgeworfen hat in Mt.15:6 „Ihr habt das Gebot Gottes ungültig gemacht, um eurer Überlieferungen willen“. Die Pharisäer hatten sich durch eine bestimmte Auslegung des Wortes ein System konstruiert, dem alle bereitwillig zustimmten und das ihnen half, unliebsame Verpflichtungen auf scheinbar legale Weise zu umgehen. Aber genau das gleiche haben auch J.N. Darby und A.E. Knoch gemacht, durch welche sie alle unangenehmen Bibelstellen, die sie zum Gehorsam zu den Geboten Gottes genötigt hätten, nun auf Israel abschieben konnten. Im Grunde ist aber der Wunsch hier der Vater des Gedankens.

Du hast mir ja den Vorwurf gemacht, ich würde die Stelle in Hebr.6:4-6 durch den Verweis auf Mt.19:26 relativieren und dadurch verwässern, um mich mit meiner Vergangenheit aus der Affäre zu ziehen. Aber tust Du nicht das Gleiche, wenn Du z.B. mit Apg.7:53 mal eben die Gültigkeit der Sendschreiben für das Gemeindezeitalter aushebeln willst? Wenn ich mich z.B. geirrt hätte mit Mt.19:26, dann kann ich mich dennoch darauf berufen, dass ich blind war und jetzt sehe, und nicht nur sehe, sondern auch Frucht bringe, weshalb das Wort in Hebr.6:4-6 de facto nicht auf mich zutreffen kann. In diesem Sinn ist also kein Schaden entstanden. Wenn Du Dich hingegen irren solltest bzgl. 2.Tim.2:15, dann sind die Folgen möglicherweise verheerend: Nicht nur, dass Du der kleinste im Reich der Himmel sein wirst, weil Du nicht nur eines sondern sogar alle Gebote Gottes im Alten Testament für unverbindlich erklärt hast, sondern Du hast auch all die Warnungen des HErrn in den Wind geschlagen, nur um der Überlieferungen von Darby und Knoch willen, so dass Du am Ende zwar vielleicht nicht selbst den Schaden davontragen wirst, aber möglicherweise andere Junggläubige, die auf Dich hören; und dann wäre es Dir besser, dass ein Mühlstein um Deinen Hals gelegt und Du ins Meer geworfen wirst. Auch Deine Androhung, dass ich gemäß Gal.1 "ANA´THÄMA" ("Heraufgesetztes", also zur Vorlage bei Gericht verfügt) sei, weil ich angeblich nicht mehr an das Evangelium von Paulus glaube, sondern an das Evangelium des Reiches Gottes (was in meinen Augen grober Unfug ist, da zwischen diesen Bezeichnungen inhaltlich kein Unterschied besteht), dieses ANA´THÄMA wird im Falle, dass Du Dich irrst (wovon ich überzeugt bin), Dich selbst treffen, da Du ja tatsächlich nur noch ein halbes Evangelium vertrittst, das nicht mehr dem vollständigen entspricht.


4. Auserwählung oder Gleichbehandlung

Was Du über meine „Killerphrasen“ schreibst auf Seite 15 – da gebe ich Dir recht. Ich verstehe die Gleichbehandlung Gottes aus Röm.2:11 auch nicht so, dass Gott alle gleichzeitig gleich behandelt, sondern dass Er einige auserwählt hat, um als erste errettet zu werden und die anderen dann immer noch später errettet werden können. Gemäß Luk.14:16-24 kann sich diese Auserwählung jedoch verschieben auf andere, wenn die ursprünglich Erwählten sich als untauglich erweisen. Gott ist ja ein lebendiger Gott und kein roboterähnlicher „Prinzipienreiter“, der seine Meinung nicht mehr ändern kann. An vielen Stellen lesen wir immer wieder, dass auch von Gott Auserwählte wie Saul (1.Sam.10:24) am Ende vom HErrn wieder verworfen wurden (1.Sam.15:23+26). Sich also darauf zu berufen, dass einem als Angehöriger des Leibes Christi nichts mehr passieren könne, ist ein Trugschluss, dem auch die Juden erlagen, als sie sich darauf beriefen: „Wir sind (schließlich) Abrahams Same!“ (Joh.8:33). Ich verstehe die Auserwählung in dem Sinne, dass Gott vor Grundlegung der Welt beschlossen hat (Beispiel): „Ich möchte im 20. Jh. aus Frankfurt insgesamt 500.000 Menschen erretten und aus Leipzig 300.000.“ und dann hat Er die Engel eine Erwählungsliste schreiben lassen von potentiellen Kandidaten, die in besonderer Weise die Chance bekommen sollten, errettet zu werden. Dass Gott wie im Falle von Judas Iskariot ein Gefäß zur Unehre erschafft (Röm.9:21) mit der Absicht, dass Er den HErrn verleugnen SOLL, geschieht nur in seltenen Ausnahmefällen, denn Gott will ja grundsätzlich, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen sollen (1.Tim.2:4).

Es gibt also bestimmte Ereignisse, die von Gott festbeschlossen sind und andere, dessen Ausgang Gott noch offenlässt (vergl. 1.Tim.5:24), wie z.B. das Schicksal von Ninive im Buch Jona, obgleich Gott dem Jona den Untergang Ninives als Festbeschlossenes verkündigen ließ. Das bedeutet aber trotzdem nicht, dass Gott nicht im voraus wüsste, wie die Geschichte am Ende ausgehen würde, sondern Er kann wie ein perfekter Schachspieler alle möglichen Züge schon von Anfang an vorhersehen und hat schon genau entschieden, wie Er in jedem denkbaren Fall entscheiden würde. Die Zukunft läuft also nicht wie eine Märklin-Eisenbahn unvermeidlich seiner Bestimmung zu, sondern lässt die Möglichkeit zum Teil offen, dass unser Verhalten Einfluss hat auf die Entwicklung. Denn andernfalls bräuchten wir ja gar keine Fürbitte mehr tun für die Ungläubigen, wenn unsere Gebete keinen Einfluss mehr hätten auf ihre Errettung (1.Tim.2:1). Zudem finden wir ja auch viele Beispiele bei Abraham, Mose oder Hiob, wo die Fürbitte ein Umstimmen Gottes bewirkt hat, was die Errettung betrifft.


5. Gebote in Dogmen

So wie Du etwa 10 Mal die Wendung „sattsam bekannt“ verwendet hast, um dadurch zu signalisieren, dass Du schon alle möglichen Einwände gegen Deine Thesen kennst, so gestehe bitte auch mir zu nach immerhin 17 Glaubensjahren (35 – 18 = 17), dass man mir nicht mehr den Unterschied zwischen Gnade und Gesetz erklären muss. Der Unterschied zwischen uns besteht aber darin, dass ich die Gebote und das Gesetz nicht als Synonyme sehe, genauso wenig, wie man einfach die Form (Gesetz) mit dem Inhalt (Gebote) verwechseln darf. Wenn ich z.B. einen neuen Vertrag mache mit einem Lehrling, dann verwende ich das gleiche Formular wie bei anderen Verträgen, denn die Rechte und Pflichten eines Auszubildenden ändern sich ja nicht und sind sogar von der Ausbildungsordnung verbindlich vorgeschrieben. So ähnlich verhält es sich aber auch mit dem Willen Gottes im Neuen Bund: Es war gar nicht nötig, völlig andere Gebote zu erfinden, nur weil es einen neuen „Vertrag“ gibt, aber die meisten Gebote haben eine Änderung vom Schattenhaften zum Wesenhaften erfahren (Kol.2:17, Hebr.10:1). Der Gehorsam zu den Geboten Gottes ist aber sowohl im Alten wie im Neuen Bund verpflichtend, wenn auch unter anderen Rahmenbedingungen, denn es steht geschrieben: „Damit die Rechtsforderung des Gesetzes erfüllt würde in uns, die wir nicht nach dem Fleische, sondern nach dem Geiste wandeln“ (Röm.8:4).

Die Feindschaft, die lt. Eph.2:15 hinweggetan wurde, sind also nicht die Gebote in Satzungen (o. Dogmen), sondern „das GESETZ der Gebote in Satzungen“. Das Gesetz war nur heilig, aber die Gebote sind zusätzlich noch „heilig, gerecht und gut“ (Röm.7:12). Das Gesetz (d.h. der Alte Bund) war nicht gerecht und gut, deshalb wurde es abgeschafft. Die Gerechtigkeit haben wir allein durch den Glauben. Aber dieser Glauben muss auch Werke haben, sonst ist er tot, egal ob ich früher Judenchrist oder Heidenchrist war (Jak.2:24). Nur wer die Gerechtigkeit tut, ist auch nachweislich gerecht, und wenn wir an den HErrn glauben, dann sind wir auch schuldig, so zu wandeln und zu leben, wie der HErr Jesus gelebt hat. Wir sollen in den Werken wandeln, die Gott zuvor bereitet hat, und können dies auch nur durch den Geist Gottes. Und wenn wir das tun, dann halten wir auch dadurch die Gebote Gottes. Wäre dies nicht der Fall, dann sind wir nicht im HErrn geblieben, und wer nicht in Ihm bleibt, der wird abgeschnitten. Du kennst diese Stellen alle, deshalb erspare ich mir fortan, Dir zu zeigen, wo sie stehen. Diese Konstruktion, dass angeblich nur die Paulusbriefe für die Gemeinde bestimmt seien, aber nicht die Worte Jesu (z.B. in der Bergpredigt), ist schon allein deshalb falsch, weil selbst Paulus immer wieder dazu aufgerufen hat, den gesundmachenden Worten unseres HErrn Jesus Christus beizutreten (1.Tim.6:3). Als ich z.B. im Dezember 2014 meine 1800 CDs und meine 1300 DVDs, sowie meine etwa 350 Bücher verbrannte bzw. verschenkte, da habe ich mir gemäß dem Gebot des HErrn Jesus geistlicherweise das Auge ausgerissen, das mich zur Sünde verleitete.

Paulus sagt selbst, dass er kein Gesetzloser war, sondern Christus gesetzmäßig unterworfen. Er hätte auch sagen können, dass er dem HErrn gegenüber gesetzgemäß oder gesetzisch unterworfen war. Damit wollte er nichts anderes sagen, dass er unter dem Gesetz Christi stand, indem er z.B. die Last der anderen trug. Solange ein Christ im Geist wandelt und dadurch die Lust des Fleisches nicht vollbringt, solange braucht er sich auch nicht an den „Dogmen“ des Gesetzes zu orientieren. Aber sobald diese Verbindung abreißt und er Abstand hält zum HErrn oder diesem wie Petrus nur „von ferne folgt“, wird ihn wieder die volle Härte des Gesetzes treffen, denn die Gebote sind ja in erster Linie zur Überführung von Sünde gedacht. Freilich wird er deshalb nicht gleich gerichtet, sondern nur gezüchtigt – nötigenfalls mit dem Tod – damit er nicht mit der Welt gerichtet wird. Das hat also nichts mit einer „Abfall- und Gesetzeskeule“ zu tun (Begriffe, die übrigens ebenso „Killerphrasen“ sind), sondern es ist die Art der Erziehung durch die Gnade Gottes, von der Paulus zu Titus spricht.

Du magst in dem Wahn leben, dass Dir als Glied am Leibe Christi weder der brüllende Löwe noch der falsche Engel des Lichts etwas anhaben können und Du niemals dem Feuer der Gehenna verfallen sein könntest. Solange Du faktisch dem HErrn durch Sein Wort gehorsam bleibst, also nicht sündigst, hast Du auch nichts zu befürchten. Wenn Du aber wieder anfängst, in der Sünde zu leben, dann wird Dir gemäß Hes. 18 all Deiner vorigen Taten und Bekenntnisse zum HErrn (und seien sie auch noch so schön biblisch formuliert) nicht gedacht werden, sondern der HErr wird Dich genauso behandeln wie jeden anderen Gesetzlosen, weil bei Ihm kein Ansehen der Person ist.


6. Die frühere Gemeinde

Wenn wir prüfen wollen, ob eine Lehre auch durch das Zeugnis anderer heiliger Brüder bestätigt wurde, ist es ratsam, auch mal in den Schriften der früheren Gemeinde zu forschen, die ja der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit ist. Wir sollten äußerst misstrauisch werden, wenn in früheren Jahrhunderten nie auch nur ein einziges Mal über einen bestimmten Sachverhalt geschrieben wurde, denn das würde ja bedeuten, als hätte der Heilige Geist in Bezug auf unsere vertretene These nie auch nur ansatzweise etwas Ähnliches den früheren Brüdern und Ältesten offenbart. Aber genauso verhält es sich mit der Schriftzerschneidungslehre gemäß 2.Tim.2:15. Die Gläubigen aller Jahrhunderte zuvor haben schon immer klar erkannt, dass wir als Nationenchristen nur eingepfropft wurden an die Stelle der ausgerissenen Zweige, aber dass auch diese später in denselben Baum wieder eingepflanzt werden, sobald sie zum Glauben kommen. Es gibt also keine zwei Haushaltungen oder zwei Evangelien, sondern nur eine einzige enge Pforte und nur einen einzigen schmalen Weg, durch welche wir ins Himmelreich gelangen können. Wir sollen nicht die biblischen Texte auseinanderschneiden und für zwei unterschiedliche Zielgruppen aufteilen, sondern wir sollen uns im Dickicht der Schriftaussagen einen geraden Pfad der Erkenntnis einschneiden, um uns in der Auslegung zurechtzufinden – mehr will der Satz an Timotheus gar nicht sagen. Wir sollten nicht so vermessen sein und der früheren Gemeinde unterstellen, dass sie keine Ahnung hatte, so als ob erst wir reich geworden sind an Erkenntnis und keiner Belehrung mehr bedürfen, denn das ist Laodizäa-Denkweise, die dem HErrn ein fader Geschmack im Munde ist.

So, jetzt haben wir beide die Standpunkte geklärt. Eine Annäherung oder gar Einigung wird es erfahrungsgemäß kaum durch Briefe geben können, deshalb schlage ich vor, dass wir uns einfach mal besuchen kommen. Wenn Du im nächsten Jahr mal Zeit hast, kannst Du mich gerne mal besuchen, oder aber ich komme Dich besuchen, wenn Du erlaubst. Alternativ können wir auch erstmal miteinander telefonieren (0421-8305080). Allerdings fliege ich in zwei Wochen für 2 Monate nach Peru, so dass ich erst Anfang Februar wieder etwas mehr Zeit haben werde. Solltest Du also in den nächsten zwei Wochen antworten, dann wundere Dich nicht, dass es noch eine Weile dauern wird, bis Du eine Antwort von mir empfängst.

Mit freundlichem und brüderlichem Gruß

Simon