"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

3. Die Gegenargumente



Wenn wir Argumente anhand von Bibelstellen prüfen, sollten wir dem Bruder, der unsere Auffassung nicht teilt, grundsätzlich zugutehalten, dass er seine Überzeugung aus der Hl. Schrift gewonnen hat und ihm nicht einfach unterstellen, dass er sie nur missbrauchen würde, um den Anschein zu erwecken, als würde seine Wunschlehre im Einklang mit der Bibel sein. Im Gegenteil sollten wir sogar immer davon ausgehen, dass nicht er sich irrt, sondern dass möglicherweise man selbst es ist, der sich irrt und deshalb grundsätzlich die Bereitschaft haben, sich nötigenfalls korrigieren zu lassen (Jak.3:17). Auch wenn es sehr schmerzlich ist, eine lieb gewonnene Sichtweise aufzugeben, sollten wir aus Liebe zur Wahrheit immer bereit dazu sein, damit der HErr uns von Irrtümern überführen kann.

Im Folgenden werde ich mal jene Bibelstellen besprechen, die Bruder Dirk Schürmann in seinem Widerlegungsbuch „Versöhnung statt Allversöhnung“ (2020) anführt, um die angebliche Haltlosigkeit der Allversöhnungslehre zu belegen.

 

3.1 Bibelstellen die scheinbar für eine ewige Verdammnis sprechen


Mt.3:12
„…aber die Spreu wird Er niederbrennen in unauslöschlichem Feuer

Wenn es sich bei der „Spreu“ um Menschen mit natürlichen Leibern in einem echten Feuer handeln würde, dann wäre die Qual dieser Leute zwar unvorstellbar groß, aber sehr kurz, da bei einer sehr hohen Temperatur die Körper-flüssigkeiten sofort verdampfen und die Zellen zerplatzen. Da der HErr Jesus jedoch von einer „äonischen Bestrafung“ spricht (Mt.25:46), soll mit dem unverlöschlichen Feuer auch eine dauerhafte, aber nicht endlose Qual in äonischem Maßstab ausgedrückt werden.

Jedoch gibt das griech. Verb KATA-KAI’Oo einen Hinweis, dass mit dem „Herab-brennen“ ein Ziel verfolgt wird, das zu einer Änderung ihres Wesens führt. Ganz ähnlich durchlaufen ja auch die Christen während ihres Lebens auf Erden ein „Herab-ändern“ (KAT-ALLA’SSOo), das mit ihrer Bekehrung beginnt, aber erst nach der Vollendung ihres Erdenlaufs „in der Enthüllung Jesu Christi“ (1.P.1:13) abgeschlossen wird. Die meisten Bibeln übersetzen dieses Wort zutreffend mit „versöhnen“. Denn ursprünglich hat man das Wort beim Tausch von Münzen gegen Ware gebraucht, wo ebenfalls durch die Änderung der Besitzverhältnisse eine beiderseitige Befriedung entsteht. Wer diese Herabänderung zu Lebzeiten nicht freiwillig an sich vollziehen lassen wollte, wird diese Wesensänderung auf schmerzhafte Weise durchmachen müssen.

Mt.7:23 Und dann werde Ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie erkannt; weicht von Mir, ihr Wirkenden die Gesetzlosigkeit (EÜ: Übeltäter)!

Der HErr sagt hier nicht: „Tut mir leid, dass wir nie das Vergnügen hatten, uns kennenzulernen“, sondern Er macht durch Seinen Vorwurf, „Täter der Gesetzlosigkeit“ zu sein, deutlich, dass Er sie sehr wohl kannte, aber dass Er sie nun genauso verleugnet, wie sie Ihn über so viele Jahre verleugnet hatten durch ihre Gesetzlosigkeit (Tit.1:16). Dass Er aber überhaupt noch mit ihnen redet und ihnen ihre Gesetzlosigkeit „vor Augen stellt“ (Ps.50:21), ist ein starkes Indiz dafür, dass Er erzieherisch auf sie einwirken will. Auch den Pharisäern, denen der HErr ankündigte: „Wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna (EÜ: Hölle) entfliehen?“ (Mt.23:33), gab Er dennoch Ratschläge für die Zeit vor dem Gehennagericht „Reinige zuerst das Inwendige … damit auch das Auswendige derselben rein werde“ (V.26), um ihnen das Gehennagericht zu lindern oder zu ersparen. Würde man einem Mörder kurz vor dem elektrischen Stuhl noch moralische Ratschläge geben, wenn man nicht glauben würde, dass das Leben nach der Hinrichtung weitergeht?

Mt.13:42 „… und werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.“ (vergl. auch Mk.8:12, Lk.13:28).

Auch hier geht es nicht darum, die Gesetzlosen einfach zu vernichten, um sich ihrer zu entledigen, sondern das Feuer soll sie zum Weinen und zum Zähneknirschen führen. Weinen und Knirschen der Zähne (Mt.8:12, 13:42,50, 22:13, 24:51, 25:30, Lk.13:28) ist von denen gesagt, die in die äußere Finsternis (Mt.8:12, 22:13, 25:30) oder nach draußen (Lk.13:28) oder in den Feuerofen (Mt.13:42, 50) geworfen werden oder ihr Teil bei den Heuchlern bekommen (Mt.24:51). Das Weinen und Zähneknirschen kann zunächst Ausdruck von Wut und Empörung sein, das dann später aus Reue und Ärger über die eigene Torheit und Verruchtheit geschieht. Es ist im Prinzip derselbe Sinneswandel wie bei den Verbrechern am Kreuz, die zunächst beide am Kreuz Jesus schmähten (Mt.27:44, Mk.15:32), von denen der eine dann schon am Kreuz zur Buße fand (Lk.23:39-43). Dieser „Feuerofen“ (gr. KA’MINOS) ist also ein Ort der Besinnung durch „Feuerqual“, der den Menschen die Möglichkeit bietet, - so wie der eine Verbrecher schon am Kreuz und der reiche Mann im Feuer der Gehenna (Lk.16:23-28) - zur Reue und zum Umdenken zu gelangen. Denn würde es Gott allein um Rache gehen, dann hätte Er sie auch einfach nur vernichten können.

Mt.25:1-13 5Weil aber der Bräutigam die Zeit hinzog, nickten alle ein und schliefen‹fortdauernd›10und die Tür wurde verschlossen. … 11Später kommen auch die übrigen Jungfrauen und sagen: ‚HErr, HErr, tue uns auf‘. 12Er aber antwortete und sprach: ‚Wahrlich, Ich sage euch: Ich kenne euch nicht!‘“

Die törichten Jungfrauen hatten zwar wie die klugen brennende Lampen (Lampe = bewusstes Leben im Hl. Geist, Bekenntnis, Zeugnis), aber sie hatten kein Reserveöl in ihren Behältern (Glaubensbewährung, Konsequenzen aus Glaubenserfahrungen), so dass ihre Lampen am Verlöschen waren. Ihre Nachlässigkeit bewirkte, dass sie die Entrückung verpassten. Der HErr bewertet ihr Verhalten jedoch als Torheit und nicht als Bosheit. Es waren keine falschen Christen, sondern „Jungfrauen“ (mit Christus Verlobte, nicht dem Weltleben Verfallene), die auf ihren HErrn gewartet hatten, aber die Gelegenheiten der bewussten Ausrichtung auf Heiligung und Selbstverleugnung „verschliefen“, so dass sie ungenügend vorbereitet am Ende ihres irdischen Lebens in den in 1.Thess.4:14 und 5:10 genannten Schlummerzustand im Himmel (Hebr.12:22-24) kamen, in dem die klugen Jungfrauen geistlich wach, dagegen die törichten geistlich bewusstlos sind. Im Unterschied zu jenen aus Mt.7:23 waren sie nicht bewusstWirkende die Gesetzlosigkeit“, sondern sie ließen sich als Törichte mittreiben im Strom der unter den Christen (und anständigen Weltmenschen) selbstverständlich mit gutem Gewissen üblichen Gesetzlosigkeit. Wenn sie in diesem Zustand in den Hochzeitssaal kämen und dort gemäß 2.Kor.5:10 offenbar( gemach)t würden, könnten sie nicht „bestehen vor dem Sohn des Menschen“ (Lk.21:36). Sie sind den Glaubensweg zwar als echte Jungfrauen gegangen, aber nicht als „Siegende“ (Überwinder) gemäß Offb.2:7, 17, 26; 3:5, 12, 21. So bleiben sie in ihrem Auferstehungsleib von der Hochzeit ausgesperrt, damit sie bis zur nächsten Entrückung klug werden können. Sie waren zwar grundsätzlich laut 1.Kor.8:3 vom HErrn (an)erkannt (griech. GINOo’SKOo), aber Er konnte sie im Entscheidungsmoment „kennen“ (gr. OIDA), weil sie wie die Braut im Hohelied unvorbereitet waren (Hohl.5:2-5).

Mt.25:46 Und sie werden in die äonische (EÜ: ewige) Strafe hingehen, die Gerechten aber in das äonische (EÜ: ewige) Leben.“

Allein schon das griech. Wort KO’LASIS = Züchtigung, das als Verb (KOLA´ZsOo, strafen) in Apg.4:21 in Bezug auf den Hohen Rat verwendet wurde, der die Apostel „züchtigen“ wollte, macht schon deutlich, dass die „äonische Strafe“ ein Ziel verfolgt, nämlich die Besserung und Erziehung. Zur Definition von „äonischem Leben“ in Luk. 18:30 als „Leben im kommenden Äon“ (d.h. im 1000-Jahr-Reich) und der Entsprechung von „äonischer Strafe“ als Bestrafung innerhalb des kommenden Äons hatte ich ja bereits Stellung bezogen in dem Kapitel „Die unbelegbare Unendlichkeit“ und vermeide an dieser Stelle eine Wiederholung. Während die Bestrafung jedoch nur auf die Äonenzeit befristet ist, werden wir „allezeit bei dem HErrn sein“ (1.Thes.4:17), auch dann noch, wenn das äonische Leben nach dem kommenden Äon als ewiges Leben erhalten bleibt.

Mk.8:36 „Was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber seine Seele verlöre?“

In diesem Äon könnte man theoretisch die ganze Welt gewinnen, aber seine Seele verlieren. Aber im kommenden Äon kann man zwar nicht die Welt gewinnen, aber man kann sich als Verlorener vom guten Hirten finden lassen.

Mk.9:43-48 „…wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt

Auch zur Bedeutung des Wurms hatte ich schon ausführlich Stellung genommen im Kapitel „Die Gerechten unter den Völkern“ und möchte eine Wiederholung vermeiden.

Luk.16:19-31 23In dem Hades seine Augen aufschlagend, als er in Qualen war … 26‚Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt …‘ ‚28…Ich habe fünf Brüder, - dass er sie eindringlich warne, dass nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen!‘“

Der reiche Mann war wie Lazarus ein gläubiger Angehöriger des Volkes Israel, denn er sprach Abraham mit „Vater“ an und wurde von diesem als „Sohn“ bezeichnet (V.24-25). Der reiche Mann war also kein Ungläubiger, sondern wurde bestraft dafür, dass er sein „Gutes empfangen habe während seines Lebens“, ohne dabei an das Gebot in 5.Mo.15:7-8 zu denken, dass er dem Armen unter seinen Brüdern reichlich geben solle aus seinem Überfluss. Er hatte also kein ausreichendes Erbarmen mit Lazarus gehabt, obwohl er ihn jeden Tag vor seiner Tür leiden sah. Nun sollte er nach dem Grundsatz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ am eigenen Leib zu spüren bekommen, welches Leid Lazarus erlitten hat und wie sich das anfühlt, wenn niemand einem hilft.

Dieses Wort ist auch für uns Christen sehr ernst, denn auch im Neuen Bund gilt, dass das „Gericht ohne Barmherzigkeit sein wird gegen den, der nicht Barmherzigkeit geübt hat“ (Jak.2:13). Ein Angehöriger des Volkes Gottes steht also in viel größerer Verantwortung als ein am Herzen Unbeschnittener (Röm.2:26-27), denn „wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel verlangt werden“ (Luk.12:48). Es fällt auch auf, dass sämtliche Warnungen des HErrn vor der Gehenna sich allesamt an Angehörige des Volkes Gottes richten und keine einzige an Ungläubige (Mt.5:22,29-30, 10:28, 18:9, 23:15, Mk.9:43-47, Lk.12:5; 5M32,22; Hi31,12). Die Gehenna ist nicht das gleiche wie der Feuersee, sondern ein Ort der Bestrafung innerhalb des Hades, der besonders für jene Frommen gedacht ist, die die Gebote Gottes kannten, aber sie ungenügend beachteten. In den Feuersee kommen Menschen aber erst nach dem Gericht Gottes (Offb.20:12-15).

Dennoch erfüllt aber auch die Gehenna einen Zweck, der über die bloße Vergeltung hinausgeht. Der Scheol (griech. Hades) ist der „Ort des Fragens und des Bittens“ (vom Hebr. Scha°a’L = fragen, bitten). Der Engelwächter in Jes.21:12 sagt zu jenen, die ihn in aus Duma („Totenstille“) gefragt hatten, wie lange die „Nacht“ noch andauert, u.a. „Wenn ihr fragen wollt, dann fragt! KEHRET UM, kommet her!“ Die hebr. Aufforderung Schu´BhU kann man auch mit „Bekehrt euch!“ übersetzen und findet sich z.B. in Jes.31:6 gleichlautend: „Kehrt um, ihr Kinder Israels, zu Dem, von Dem ihr so weit abgewichen seid!“ Auf die Frage: „Was muss ich tun, um errettet zu werden?“ warteten Abraham und Lazarus jedoch zunächst vergeblich, denn der reiche Mann war erstmal nur an einer Hafterleichterung interessiert und gab immer noch Befehle, als wäre Lazarus sein Laufbursche. Abraham erklärt ihm, dass die Zeit des Wünschens jetzt vorbei ist, da er sein Gutes ja bereits empfangen habe. Er redet aber auffallend milde zu ihm ohne Häme oder Vorwürfe, sondern versucht stattdessen, ihn zu eigenständiger Einsicht anzuregen. Hätte Abraham ihn für immer abgeschrieben, hätte er sich doch jede Erklärung sparen können. Überhaupt würde allein die Anwesenheit von Abraham und Lazarus in Sicht und Hörweite gar keinen Sinn machen, wenn sie nicht seelsorgerlichen Zwecken dienen würde. Sie sollten die Fragen beantworten, die Leute wie der reiche Mann stellen könnten.

Wir erfahren nicht, wie es mit dem reichen Mann weiterging; aber schon der kurze Dialog gibt Anlass zur Hoffnung: Nachdem der reiche Mann zunächst nur auf sein eigenes Wohlergehen bedacht war, bittet er auf einmal völlig uneigennützig um die Rettung seiner fünf Brüder (er hätte theoretisch sich ja auch wünschen können, dass sie zu ihm kommen mögen, um nicht allein zu sein im Hades). Diese Bitte konnte ihm aber nicht gewährt werden, weil der echte Glaube prinzipiell nicht durch Wunder entsteht, sondern durch die Predigt des Wortes Gottes (Röm. 10:17). Seine Bitte zeigt aber sein uneigennütziges Erbarmen mit seinen Brüdern; und „Erbarmen rühmt sich gegen das Gericht“ (Jak.2,13). Wichtig ist auch der Hinweis von Abraham, dass das Hören von Mose und den Propheten vor der Qual im Hades bewahren kann, wo doch heute allgemein die Meinung verbreitet sei, dass die Gebote Moses keine Rolle mehr spielen bei der Errettung (vergl. Mark,10:19).

Joh.3:16 So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen ein(zig)geborenen Sohn gab, damit alle, die an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern äonisches (EÜ: ewiges) Leben haben.“

Der Normalfall ist seit dem Sündenfall, dass die Menschen aufgrund ihrer Sünden, verloren gehen. Das griech. Wort AP-O´LLYMI bedeutet wörtlich (ins )Ab(seits)-verlorengehen bzw. -zugrundegehen. Ab der ersten Sünde, über die ein Mensch keine Buße getan hat, ist er im Grunde schon verloren und entfernt sich dann immer weiter mit jeder neuen Sünde – wie der „verlorene Sohn“ vom Vaterhaus. Aber gelobt sei der HErr, dass der HErr Jesus, gekommen ist, „um zu suchen und zu erretten, was verloren ist“ (Luk.19:10). Verlorensein ist also für den HErrn Jesus kein Hindernis, einen Menschen zu erretten, sondern sogar die Bedingung. Und nirgendwo in der Heiligen Schrift finden wir einen Hinweis darauf, dass der HErr Jesus irgendwann Seine Suche nach den Verlorenen vorzeitig aufgibt, sondern Er sucht sie so lange, bis Er sie gefunden hat.

Joh.3:36 „Wer an den Sohn treu( glaub)t, hat äonisches (EÜ: ewiges) Leben; wer aber dem Sohn unfügsam= unüberzeug(bar und unfolg)sam-(bleib)t, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihn (ausgerichtet).“

Auch hier besteht der Denkfehler darin, dass man ein unveränderbares Bleiben des Zornes voraussetzt. Dabei waren wir alle mal „Kinder des Zorns wie auch die übrigen“ (Eph.2:3) und können uns durch unerlaubtes Be- und Verurteilen erneut „Zorn aufhäufen am Tag des Zorns und der Enthüllung des gerechten Gerichts Gottes“ (Röm.2:5). Das griech. Wort PISTÄ’WOo, treu( sei)n, treu( bleib)en, treu( glaub)en, treu( gehorch)en, treu( anhang)en, glauben, trauen, vertrauen, habe ich hier ganz bewusst mal mit „treu( glaub)en“ wiedergegeben, da der Glaube ebenso wie die Treue keine einmaligen und unumkehrbaren Tatsachen schafft, sondern diese sich genauso umkehren können wie das Nichtgehorchen (Mt.21:28-31). Wer – auch als Wiedergeborener - seinen Bruder hasst, „hat das äonische Leben nicht mehr bleibend in sich“ (1.Joh.3:15). Und jemand, der dem Sohn Gottes nicht treu war, aber auf einmal anfängt, Ihm im Glauben treu zu werden, auf dem bleibt auch nicht länger der Zorn Gottes (Hes.33:13-16).

2.Kor.4:18 „… denn das Sichtbare ist befristet (EÜ: zeitlich); aber das Unsichtbare ist äonisch (EÜ: ewig)“.

Diese Gegenüberstellung kann – so wird gefolgert – doch nur bedeuten, dass etwas Äonisches unvergänglich sein müsse, da doch Zeitliches etwas Vergängliches meint. Das Adjektiv „befristet“ (gr. PRO´S-KAIROS = PROS + KAIRO´S) bedeutet wörtlich: (einer )Zeitspanne/Gelegenheit-zu(geordnet). Das griech. Wort KAIRO´S, Zeitpunkt, Zeitspanne, Frist, Gelegenheit steht für einen Zeitpunkt oder eine Zeitspanne, die man vergleichbar einem Termin oder einer Frist festgelegt hat, um für ein erforderliches Ereignis „gelegen“ zu sein. Das Wort äonisch (gr. AIOo´NIOS) stammt von gr. AIOo´N = Äon, Weltzeitalter, das gleichbedeutend ist mit dem hebr. Wort ~Ola´M. Dieses stammt von dem hebr. Verb ~aLa`M, verhüllen, und bedeutet „verhüllt(e Entwicklungszei)t“. „Äonisch“ bedeutet „weltzeitalterlich, (in )weltzeitalterlichem( Rahmen/Maßstab/Zeitmaßstab). Die Äonen haben einen Anfang (Apg.3:21, Apg.15:18) und ein Ende (Mt.13:39-40, 1.Kor.10:11, Hebr.9:26), sind also zeitlich begrenzt. Markante Aussagen zu den Äonen:

der Vorsatz der Äonen“ (Eph.3:11); „vor jedem Äon und jetzt und hin(führend zu) all den (künftigen) Äonen“ (Judas 25); „vor äonischen Zeiten“ (Tit.1:2, 2.Tim.1:9); „vor den Äonen“ (1.Kor.2:7); „von den Äonen (an)“ (Eph.3:9); „von den Äonen (= Beginn der Engelwelt) und von den Generationen (= Beginn der Menschheit) (an)“ (Kol.1:26); „die (End)ziele der Äonen“ (1.Kor.10:11); „(die) zusammen(fassende) (Voll)endung der Äonen“ (Hebr.9:26); „(im )Hin-(blick auf) alle die Generationen (w.: Erzeugung(sfolg)en) des (überragenden = letzten )Äons der Äonen (Eph.3:21);

Ereignisse, die sich im Unterschied dazu auf den künftigen Äon beziehen, wie z.B. die Strafe im Feuersee, sind ihrer Natur nach noch unbestimmbar, zumal sie erst noch festgelegt werden müssen. Deswegen ist das hebr. Wort ~Ola‘M, das dem gr. AIOo´N, Äon, Zeitalter, entspricht und von ~ala’M = verhüllen abgeleitet ist, mit „verhüllt(e Entwicklungszei)t“ zu übersetzen. Die Äonen haben einen Anfang (Apg.3:21, Apg.15:18) und ein Ende (Mt.13:39-40, 1.Kor.10:11, Hebr.9:26), sind also zeitlich begrenzt.

2.Thes.1:8-9 „..., 8um Rechts-aus(üb)ung/ Rache zu geben denen, die Gott nicht kennen, und denen, die dem Evangelium unseres HErrn Jesus Christus nicht gehorchen; 9sie werden Strafe erleiden, äonisches (EÜ: ewiges) Verderben/Zerstörung vom Angesicht des HErrn und von der Herrlichkeit Seiner Stärke.“

Vergeltung“, so argumentiert Schürmann (S.166), habe nichts mit „Besserung“ zu tun, sondern sei eine Abgeltung für das von jenen begangene Unrecht zur Wiederherstellung des Rechts. Und diese Strafe soll als „Verderben“ erlitten werden, d.h. eine Zerstörung bzw. Unbrauchbarmachung alles dessen, was sie besitzen. Mich erinnert dies daran, wie Gott den Ungehorsam der Kinder Israel bestrafte, indem Er sie in die Hand der Midianiter gab, die dann jedes Mal den gesamten Ertrag des Landes vernichteten, so dass Israel keine Lebensmittel mehr hatte (Richt. 6:1-6). Diese Maßnahme trieb Israel in die Verzweiflung, so dass sie zum HErrn schrien. Erst dann sandte Gott ihnen einen Retter. Leider glauben die meisten Christen, dass Gott sich irgendwann in Seinem Wesen und Verhalten völlig verändern würde, so dass er Seinen Geschöpfen kein Erbarmen mehr erweisen will, wenn sie zu Ihm schreien in der Not. Dabei ist eine reine Rache völlig sinnlos und wäre eines heiligen Gottes unwürdig, wenn sie damit nicht auch ein heilsames Ziel verfolgen würde, nämlich die Buße.

Hebr.6:4-6 4Denn es ist unmöglich, die, welche einmal erleuchtet … 6und die dann abgefallen sind, wieder zur Buße (wörtl. Umdenken) zu erneuern, da sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und dem Spott aussetzen.“

Das griech. Wort A’DYNATOS heißt wörtlich unvermögend, kraftlos, unfähig und entsprechend auch „unmöglich“. Doch hängt das Vermögen einer Sache letztlich immer davon ab, für WEN oder was sie unmöglich ist. So lesen wir z.B.: „Denn das dem Gesetz Unmögliche, weil es durch das Fleisch kraftlos war, tat Gott, indem Er Seinen eigenen Sohn…“ (Röm.8:3). Wenn es aber speziell um die Errettung eines Menschen geht, so ist es „bei Menschen unmöglich“, dass ein Reicher ins Reich der Himmel eingehe, „bei Gott aber sind alle Dinge möglich“ (Mt.19:26). Ich selbst habe ja die Erfahrung machen müssen, dass es in meiner Zeit des Abfalls für sämtliche Geschwister unmöglich war, mich zur Buße zu erneuern, weil ich völlig blind und verstockt war. Aber als die Zeit gekommen war, dass Gott mich erretten wollte, hatte es Ihm keine Mühe gemacht, mir die Augen zu öffnen und mich aus meinem verlorenen Zustand herauszuerretten. Lob und Dank sei Ihm dafür!

Hebr.9:27 Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.

Dies ist wohl die am häufigsten angewandte Stelle, um die Allversöhnungslehre zu widerlegen, dabei steht sie bei genauerer Kenntnis der biblischen Allversöhnung gar nicht im Widerspruch zu dieser, sondern beschreibt ja lediglich, dass es für jene Menschen, die während ihres Lebens nicht zum Glauben gefunden haben, einmal eine Auferstehung zum Gericht gibt (Joh.5:24). Wie ich schon im Kapitel über 1.Petr.4:6 ausführlich dargelegt hatte, müssen selbst diejenigen, die sich erst nach dem Tod bekehrt haben, noch ins Gericht; aber sie werden nur „menschengemäß nach dem Fleisch gerichtet“, aber anschließend trotzdem noch gerettet. Die Vorstellung, dass das Gericht Gottes von vornherein eine Verurteilung in den Feuersee vorsieht, ist schon allein deshalb absurd, weil es dann keinen Sinn mehr ergibt. Wie schon in dem Artikel über die Gerechtigkeit Gottes dargelegt, hätte Gott - wenn die Schuld, die es zu ermitteln gilt, schon von Anfang an feststehen würde, - auch gleich auf ein Gericht verzichten können und mit den Menschen sofort kurzen Prozess gemacht, indem sie wie bei einem Stalinistischen Schauprozess nur noch einmal zum Schein ihre Schuld bekennen und dann gleich sofort abgeurteilt werden.

Judas 7 „… indem sie die Strafe des äonischen (EÜ: ewigen) Feuers leiden.“

Dass diese „Strafe äonischen Feuers“ für Sodom und Gomorra aufgrund mildernder Umstände verkürzt wird und die Leute von Sodom vorzeitig aus ihrer Gefangenschaft befreit und wieder in ihren früheren Stand eingesetzt werden, hatte ich ja bereits in Hes.16:53-63 nachgewiesen. Da der HErr nicht zweierlei Gerichtsmaß verwenden und niemanden im Gericht bevorzugen darf (5.Mo.25:13-14, Spr.20:23, Röm.2:6 -15), war Er durch die größere Schuld der Bewohner von Jerusalem – aber auch derer von Kapernaum (Mt.11:24) – genötigt, den Sündern aus Sodom und seinen Tochterstädten die Strafe des äonischen Feuers zu verkürzen. Und das dies selbstverständlich nicht nur für Sodom gelten kann, macht Judas deutlich, indem er Sodom ausdrücklich als „Beispiel“ erwähnt.

Dirk Schürmann kann diese offensichtliche Darstellung natürlich nicht gelten lassen und versucht deshalb, Sodom in Hes.16 nur als Name einer zukünftig zu errichtenden Stadt zu deuten: „Es geht hier nicht um die Individuen dieser Stadt, sondern um das kommunale Gebilde dieser Stadt.“ Ein „kommunales Gebilde“ kann aber weder beschuldigt werden, noch in Gefangenschaft geraten. Aber lesen wir weiter: „Es geht nur darum, dass es dort, wo einmal das Gericht stattgefunden hatte, wieder ein neues Sodom geben wird“ (D. Schürmann, „Versöhnung statt Allversöhnung“, 2020, S.244). Das ist natürlich papperlapapp, und man sollte eigentlich annehmen, dass der liebe Bruder das selber wissen sollte. Eine Stadt ist ja kein abstraktes „Gebilde“, sondern definiert sich durch deren Einwohner. Ein Gebilde kann nicht sündigen und bestraft werden, aber die Leute, die die Stadt bewohnen, schon. Und dem Namen „Sodom“ kann auch nicht die Reststrafe erlassen werden, aber den reuigen Sündern der Stadt, schon. Hes.16:53-63 ist daher der unwiderlegbarste Beweis FÜR die AV-Lehre.

Offb.14:10-11 10und er wird mit Feuer und Schwefel gequält werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm. 11 Und der Rauch ihrer Qual steigt auf hin(führend zu) (einigen) Äonen (von mehreren) Äonen (EÜ: in alle Ewigkeit); und die das Tier und sein Bild anbeten, haben keine Ruhe Tag und Nacht…“

Über die Formulierung ÄIS AIOoNAS AIOo´NOoN = „hin(ein in) Äonen (von) Äonen“, hatte ich ja bereit im Kapitel „Die unbelegbare Unendlichkeit“ ausführlich geschrieben. Roger Liebi gibt zwar zu, dass der Begriff AIOo´N unbestimmbar ist, ist sich jedoch sicher, dass die obige Formulierung nichts anderes als eine absolute Unendlichkeit bedeuten könne. Auch Dirk Schürmann schließt sich dieser Auffassung an, zumal die ähnliche Redewendung an allen anderen Stellen mit zwei Artikeln – „hin(führend in) DIE Äonen DER Äonen“ – auch für Gott und Seinen Sohn verwendet wird (Offb.1:18, 4:9-10, 11:15). Die Bedeutung des Ausdruck „die Äonen der Äonen“ ist ganz einfach zu ermitteln, wenn man ihn mit analogen biblischen Formulierungen vergleicht. So wie (der) Herr (der) Herren (Offb.17:14; 19:16) der die anderen Herren überragende Herr und (der) König (der) Könige (Esra7:12; Hes26:7; Dan.2:37; Offb.17:14; 19,16) der die anderen Könige überragende König ist, der ihre Macht in sich zusammenfasst, so sind die (überragenden )Äonen der Äonen die die vorhergehenden Äonen überragenden Äonen, die das Ergebnis dieser Äonen in sich zusammenfassen. Es sind die letzten Äonen in der gesamten Zeit der Äonen, in denen "die (End)ziele der Äonen" (1.Kor.10:11) auch praktisch erreicht werden. Eine Unendlichkeit der Äonen ist ebenso wenig wie bei den Königen gemeint.

Hierzu sei angemerkt, dass es sich bei dem Wort ÄIS = „hin(ein), hin( zu)“ um eine Präposition (Verhältniswort) handelt, das dem Verb „leben“ in Offb.4 eine Richtung zuweist, die ein Fortschreiten im Sinne eines „(Sein )Leb(en führ)en hin( zu)“ ausdrückt. Es soll also keine Auskunft über die Dauer des Lebens geben, sondern die Richtung mitteilen, wohin dieses Leben fortschreitet: „Der (Sein) Leb(en führ)t hin(führend in)/hin(zielend auf) die (überragenden) Äonen der Äonen“. Und so verhält es sich auch mit dem „Rauch ihrer Qual“: „er steigt auf hin(führend in) (einige) Äonen (von mehreren) Äonen“. Gemeint sind mindestens zwei aufeinander folgende Äonen, also wohl beginnend im (oder vor dem) ersten Abschnitt des Regierens Jesu (= die 1000-Jahre) in der Gehenna des Feuers (= äonisches Feuer Mt.18:8-9) und nachfolgend noch eine individuell unterschiedliche Zeit im Feuer- und Schwefelsee.

Offb.20:15 Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde im Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen

Es gehört zu den Grundeigenschaften des HErrn, dass Er den Schuldigen „keineswegs ungestraft lässt“ (2.Mo. 34:6). Selbst für vergebene Sünde gibt Er oft noch Bestrafung wie bei den Kundschaftern (4.Mo. 14:20, 13, 36-37) und bei David nach seiner Ehebruch- und Mordsünde (2.Sam.12:13, 6, 11, 14, 18 + 13:28-29, 18:15, 1.Kön.2:25). So wie der HErr bei unserem Offenbartwerden vor Seinem Richterpodium auch Bestrafung über wiedergeborene Christen verhängt (Ps.62:13, Mt.16:27, Luk.12:47-48, Röm.2:6, 2.Kor. 5:10, Kol.3:25, 2:Tim.4:14, 1.Petr.1:17, Offb.2:23), wird Er auch bei denen, die nach ihrer Auferstehung vor dem großen weißen Thron im Buch des Lebens stehen und nach ihren Werken gerichtet werden (Offb.20:12), auch Strafe verhängen (Joh.5:29).

Viele Gläubige meinen, dass bei diesem Gericht nur pro forma im Buch des Lebens nachgeschaut werde, weil gar keiner darinstehe. Dieser Irrtum beruht auf unseren Bibeln, in denen z.B. die EÜ übersetzt:22 Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. 23 Jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling Christus; sodann die, welche Christus gehören bei Seiner Ankunft“ (1.Kor.15:22-23). Das Wort „Ankunft ist aber nur eine Nebenbedeutung des griech. Wortes PAR-OUSI´A, „Anwesenheit“, w.: An(wesend)-sein, (Da)bei -sein. Statt „bei Seiner Ankunft“ steht hier „in Seiner Anwesenheit“. Christus ist nach Seiner sichtbaren Wiederkunft (Epiphanie) die ganzen 1000 Jahre ohne Unterbrechung auf der Erde anwesend. Dies ist aus Hes.48:35 und Joel 4:21 ersichtlich und wird durch die Rabe-Taube-Prophetie 1.Mo.8:6-12 im Vers 12 allegorisch bestätigt.

Während dieser ganzen 1000 Jahre werden die Menschen auf Erden („die übrig-gelassenen der Menschen“) und die im Totenreich („alle die Nationen(menschen), über die Mein Name angerufen worden ist“) „den HErrn aus(bis zum Erfolg)-suchen“ (Apg.15:17). Sobald sie den HErrn gefunden haben, werden sie ins Buch des Lebens eingeschrieben und gehören zu „denen des Christus in Seiner Anwesenheit“ (1.Kor.15:23). Durch ihr Gläubigwerden sind die auf Erden Lebenden und die im Totenreich Befindlichen schon „in dem Christus lebendig gemacht“ (1.Kor. 15:23), so wie Gott „auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig-gemacht hat“ (Eph.2:5). Es werden also beim Endgericht die meisten Menschen im Buch des Lebens stehen und nur relativ wenige in den Feuersee geworfen werden.

Dabei fällt auf, dass der Feuersee nicht nur - wie die Gehenna - mit Feuer brennt, sondern auch zusätzlich „mit Schwefel“. Mir ist kein einziger Bibelkommentar bekannt, der auf die Rolle des Schwefels im Feuersee eingeht. Man nimmt schlichtweg an, dass der Schwefel die Wirkung des Feuers noch verstärken bzw. unterstreichen soll. Andere vermuten wohl wegen seines Geruchs – dabei riecht reiner Schwefel gar nicht, sondern nur in Verbindung mit anderen Stoffen wie Sauerstoff, Wasserstoff oder Eisen. Tatsächlich hat Schwefel aber sehr positive Eigenschaften, nicht nur als Dünger, sondern auch in der Medizin.

Die gesundheitsfördernde Wirkungsweise des Schwefels auf den Körper in Eiweißprodukten ist heute weitreichend erforscht und belegt. Er spielt eine wesentliche Rolle beim Stoffwechsel durch bestimmte Aminosäuren, fördert den Bewegungsapparat und dient der Abwehr von Viren und Bakterien. Vom Knoblauch wissen wir die reinigende Wirkung des Schwefels bei Arthrose, da Schwefel selbst an den entlegensten Orten im Darm die Placken zerstört und Schadstoffe wie Nikotin und Alkohol bindet. Geistlich betrachtet hat der „Schwefel“ also die Bedeutung von Reinigung durch Zerstörung von Hindernissen – genauso wie das „Feuer“, aber weitaus behutsamer. „Schwefel“ ist die Übersetzung des griech. Wortes ThÄION, das eigentlich das „Göttliche“ bedeutet. Es erinnert mich an das Wort Gottes, von dem es heißt, dass es „lebendig und WIRKSAM ist und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Beurteiler der Gedanken und Gesinnungen des Herzens“ (Hebr.4:12).

Die Funktion des Feuersees besteht also darin, alles zu entblößen, das Wertlose zu vernichten, aber das Übriggebliebene zu reinigen, etwa wie beim Schmelzen, Sintern oder Destillieren. Der Mensch wird durch einen leidvollen, geistigen Prozess wieder „auf Werkseinstellung zurückgestuft“ (auf Neudeutsch: resettet). Erst durch diesen Läuterungsprozess wird er wieder fähig, die Gnade Gottes zu empfangen, da sie ansonsten verschwendet wäre (1.Kor.15:10, 2.Kor.6:1). Eine ganz ähnliche Läuterung machen wir als Christen ja auch heute schon durch, wenn auch in deutlich milderer Form. Gott fängt mit Seinen Gerichten im zuerst bei Seinem Haus an (Am.3:2, 1.Petr.4:17). „Jeder soll mit Feuer gesalzen werden“ (Mk.9:49). Das Wort Gericht, griech. KRI´SIS = (Ge)richt, Richten, (Be)urteilung, Urteil(sfind)ung/ -vollstreck)ung, und KRI´MA = Urteil; hebr. MiSchPa´Th = Recht, Rechts(durchführung), Rechts(norm), (Ge)richt, Richt(en), von gr. KRI´NOo; urteilen/ richten; hebr. SchaPha´Th, Recht( verschaff)en, Recht( sprech)en, richten, urteilen, bedeutet ein (Her)richten, (in die )richtig(e Stellung bring)en nach dem Maßstab des Rechts. Und das Wort „Ende“ in 1.Petr.4:17 (gr. TÄ´LOS, Ziel, Ende) bedeutet eigentlich das Endziel. Das Endziel Gottes, also Seine Absicht, Sein Plan ist aber nicht unendliche Qual der Ungläubigen, sondern deren Umkehr (Hes.18:23) und Wiederherstellung aller Dinge und Wesen (Apg.3:21), damit Gott am Ende „alles in allen sei“ (1.Kor.15:28).

 

3.2 Bibelstellen die offensichtlich für eine Allversöhnung sprechen

 

Da bereits viele Stellen genannt wurde, die die Allversöhnung biblisch belegen, soll es hier hauptsächlich um bisher noch nicht erwähnte Belegstellen gehen und insbesondere um jene Gegenargumente, die Dirk Schürmann anführt, um diese Stellen in ihrer Aussagekraft zu entschärfen oder umzudeuten.

Ps. 22:28 „Es werden eingedenk werden und zu dem HErrn umkehren alle Enden der Erde; und vor Dir werden niederfallen alle Geschlechter der Nationen.“

Interessant ist, dass hier nicht nur alle Enden der Erde zu einem bestimmten Zeitpunkt gemeint sind (etwa im Tausendjährigen Reich), sondern zugleich auch „alle Geschlechter der Nationen“, d.h. alle Generationen, die je auf Erden gelebt haben. So bezieht sich ja auch die Buße Israels in der Zukunft nicht nur auf die dann Lebenden, sondern auch ganz buchstäblich auf jene, die den HErrn Jesus durchstochen haben (Sach. 12:10-14). Sie werden also nicht nur geistig zu neuem Leben erweckt, sondern auch körperlich (Hes.37). Schürmann entgegnet hier, dass es sich in Sach.12 „um das Volk Israel an sich geht und nicht um Individuen“, zumal ja bei der Kreuzigung Jesu die meisten Stämme gar nicht mehr anwesend waren (S.232). Doch geht es hier zum einen sogar ausdrücklich um Individuen („und ihre Weiber besonders“). Und zum anderen wurde das Volk Israel zurzeit Jesu durch den Stamm Juda repräsentiert, weshalb auch der HErr Jesus und die Apostel die Juden als „Israel“ bezeichneten (z.B. Apg.2:22+36).

Jes. 45:22-24 Wendet euch zu mir und werdet gerettet, alle ihr Enden der Erde! Denn ich bin Gott, und keiner sonst. Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Munde ist ein Wort in Gerechtigkeit hervorgegangen, und es wird nicht rückgängig werden, dass jedes Knie sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören wird. ‚Nur in dem HErrn‘, wird man von Mir sagen, ‚habe ich Gerechtigkeit und Stärke‘. Zu Ihm wird man kommen, und es werden beschämt werden alle, die wider Ihn entbrannt waren.

Obwohl es sich um eine der wichtigsten Stellen handelt, die die Allversöhnung belegen, geht Dirk Schürmann gar nicht näher auf diese Verse ein, sondern erwähnt lediglich, dass die Rettung hier nur angeboten werde (S.214). Wenn man jedoch mal genau darauf achtet, wird der Schwur, den jede Zunge aussprechen wird, in Vers 24 ja genannt, nämlich: „Nur in dem HErrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke“ [hebr. LI aMaR« wörtl. „zu mir hat Er gesprochen“, bzw.hat Er mir zugesprochen, und zwar vollkommene „Gerechtigkeit(s-verwirklichung) und Stärke“]. Solch einen Zuspruch kann aber kein Unerretteter für sich in Anspruch nehmen, sondern nur ein in Christus Gerechtfertigter. Wenn aber alle Zungen dieses Bekenntnis aussprechen, dann kann dies nur bedeuten, dass dann auch alle Geschöpfe Gottes, im Himmel, auf Erden und unter der Erde ihr Heil in dem HErrn Jesus bekennen (vergl. Phil.2:10-11).

Jes.46:10 Der Ich von Anfang an das Ende verkünde, und von alters her, was noch nicht geschehen ist; der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und all mein Wohlgefallen werde ich tun.

Diese Stelle widerlegt die Behauptung, dass Gott sich zwar die Errettung aller Menschen vorgenommen habe, aber es letztlich nicht schaffen kann, da es Ihm angeblich nicht gelingen werde, alle Menschen auch zur Annahme ihres Heils zu bewegen. Dabei betont Gott immer wieder Seine uneingeschränkte Allmacht: „Siehe, ich bin der HErr, der Gott alles Fleisches; sollte mir irgendein Ding unmöglich sein?“ (Jer.32:27). Alles was Ihm wohlgefällt, tut Er (Ps.115:3). Alles, was dem HErrn wohlgefällt, tut Er in den Himmeln und auf der Erde, in den Meeren und in allen Tiefen (Ps.135:6). Gott ist derjenige, der in ganz souveräner und immer sinnvoller Weise entscheidet, wer wann gerettet werden soll (Apg.2:47), und sogar die Buße und der Glaube sind Gaben Gottes (Apg.11:18, Eph.2:8). Und „selbst für Widerspenstige“ (Ps.68:18), die sich jahrzehntelang auf Erden gegen das Evangelium zur Wehr gesetzt hatten, konnte Gott bisher jeden, den Er retten wollte, auch retten – selbst bei scheinbar unmöglichen Fällen: Bei Menschen ist es [die Rettung eines Reichen] unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich(Mark.10:27).

Klag.3:31-32 “Denn nicht für äonisch (EÜ: ewig) verstößt der Herr, sondern wenn Er betrübt hat, erbarmt Er sich nach der Fülle Seiner Gnadenerweise.“

Schürmann betont, dass man diese Verheißung nicht aus dem Zusammenhang reißen dürfe, da dieser doch ganz klar vom gläubigen Überrest aus Israel sprechen würde (S.181). Das ist natürlich richtig; aber dieser Grundsatz gilt selbstverständlich nicht nur für Israel, sondern beschreibt ja Gottes grundsätzliche Einstellung zu Seinen Geschöpfen, die Er ohne Ansehen der Person alle gleichbehandelt. „Gott sinnt darauf, dass der Verstoßene nicht von Ihm weg verstoßen bleibe“ (2.Sam.14:14) – das konnte diese kluge Frau von Tekoa ganz allgemein über Gott sagen und es wie ein Prinzip Gottes feststellen. Gott steht für das Gute. „Er bereitet Schmerz und verbindet, Er zerschlägt, und Seine Hände heilen“ (Hi.5:18). Und das kann und wird sich auch nie ändern, weil Gott sich sonst selbst verleugnen müsste. Er kann ein Volk wie Israel vorübergehend bevorzugen, indem Er ihnen als erstes das Wort Gottes anvertraute (Röm.3:2). Aber letztlich bekommen alle dieselbe Begnadigung (Röm.11:32).

Mt.1:21 „…und du sollst Seinen Namen Jesus heißen, denn Er wird Sein Volk retten von ihren Sünden.“

Auf den ersten Blick scheint sich diese Verheißung nur auf das Volk Israel zu beschränken. Bedeutsam scheint mir jedoch, dass die Rettung ein Wesenszug Gottes geworden ist, weshalb ja auch die Taufe „im Namen Jesu“ erfolgen sollte, welches zugleich „der Name (Einzahl!) des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ ist (Mt.28:19). Der Name „Jesus“ ist also zum Namen (d.h. Wesen) Gottes geworden in Christus. Es ist von nun an „kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben worden, in welchem wir errettet werden müssen“ (Apg.4:12). Dieser Name soll eines Tages von jeder Zunge bekannt werden (Phil.2:11). „Name“ (griech O´NOMA) bedeutet wörtlich das „Genannte“, d.h. alles was von einer Person gesagt werden kann. Der Name ist der (gute) Ruf einer Person. Und Gottes Ruhm soll fortan nur noch in Seinem Retterwesen bestehen (1.Tim.2:3). Und weil Gott Sein Retterwesen niemals verleugnen kann, wird Er auch nie aufhören, Menschen zu erretten. Und auch wir sollen als Nachahmer Gottes unsere Feinde lieben (Mt.5:44) und ihre Rettung anstreben. Aber würde der HErr etwa von uns etwas verlangen, was Er selbst eines Tages nicht mehr üben würde?

Mk.3:28-29 Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Söhnen der Menschen erlassen (EÜ: vergeben) werden, und die Lästerungen, mit denen sie je lästern mögen. Wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, der hat keine Erlassung (EÜ: Vergebung) in der Äon‹enzeit› (EÜ: Ewigkeit), sondern ist äonischer (EÜ: ewiger) Sünde schuldig.“ Ergänzend: Mt.12:32 „und wer ein Wort sagt gegen den Sohn des Menschen, dem wird erlassen werden; wer aber etwas sagt gegen den Heiligen Geist, dem wird nicht erlassen werden, weder in diesem gegenwärtigen Äon (EÜ: Zeitalter) noch in dem zukünftigen.

Erlassen (griech. APh-I´EMI), wörtl. ab-lassen, ‹da›von-lassen, ent-lassen, und Erlassung (griech. A´Ph-ÄSIS) zeigen deutlicher als vergeben, Vergebung, worum es hier geht. Es geht um Ab-lassen von Strafverfolgung und Erlassen der Strafe. Die in Mk.3:28 zugesagte Erlassung aller Sünden gilt für „die Söhne der Menschen“, d.h. für alle Menschen, sowohl für Gläubige wie zu Lebzeiten noch Ungläubige, und zwar im gegenwärtigen und im zukünftigen Äon – eine außerordentlich deutliche Verheißung der Allversöhnung. Weil vor „alle“ kein Artikel steht, also nicht „die alle“ = ausnahmslos alle, gibt es Ausnahmen von dieser Erlassung, nämlich für die Lästerung des Heiligen Geistes. (Diese Lästerung des Hl. Geistes kann nur einer begehen, der den Heiligen Geist hat). Wer diese Sünde begeht, bekommt dafür keine Erlassung der Strafe, sondern er muss die vollständige Strafe für diese Sünde (und vielleicht auch für alle anderen Sünden, die er begangen hat) büßen. Wie bei denen, die zu Lebzeiten keine Versöhnung mit ihrem Rechtsgegner gesucht haben (Mt.5:25), endet ihre Bestrafung erst dann, wenn sie den letzten Cent bezahlt haben (Mt.5:26). (Eine versöhnungs- und vergebungsbereite Haltung ist eine Form von Erbarmen, und nur „Erbarmen rühmt sich gegen das Gericht“ Jak.2:13).

Vergebung bedeutet den Verzicht auf eine berechtigte Bestrafungsforderung (Mt.6:12). Wer diesen Schulderlass aufgrund der Lästerung des Heiligen Geistes nicht erlangt, kann nicht auf vorzeitigen Straferlass hoffen im kommenden Äon – wie die anderen Menschenkinder (Mt.12:31-32), sondern muss seine Strafe absitzen „bis er den letzten Heller bezahlt hat“ (Luk.12:59, Mt.18:30). Da dies aber ausdrücklich nur für die Lästerung gegen den Heiligen Geist gilt, kann für die übrigen Sünden und Lästerungen der Menschenkinder doch nur gelten, dass ihnen entweder in diesem oder im kommenden Äon vergeben werden wird.

Luk.15:4 Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eines von ihnen verloren hat, lässt nicht die neunundneunzig in der Wüste und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?

Die drei Gleichnisse in Luk.15 über ein verlorenes Schaf, eine verlorene Drachme und einen verlorenen Sohn geben uns verschiedene Aspekte vom Handeln Gottes mit „verlorenen“ Dingen oder Menschen. Allen gemein ist die Tatsache, dass diese nicht etwa nur „abgeirrt“ sind, sondern „verloren“ gegangen sind. Es ist das gleiche griechische Verb AP-O‘LLYMI, das man wörtl. auch mit „ganz/ ab(solut) verlieren bzw. verloren gehen“ oder „zugrunde richten“ i.S.v. „verderben“ übersetzen kann. Denn selbst wenn man z.B. einen verlorenen Apfel wiederfindet, hat er für den Finder keinen Wert mehr, wenn er inzwischen verschimmelt ist. Das Verlorene ist dann „ganz und gar“ (gr. AP-) unbrauchbar geworden (vergl. Jer.13:7, Mt.5:13).

Aber so wie Gott verrottete und verweste Leichen wieder zusammenfügen und zu neuem Leben zu erwecken vermag (Hes.37), so kann Gott auch geistlich Tote wieder lebendig machen, um sich dadurch zu verherrlichen. „Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, das Verlorene zu erretten“ (Mt.18:11). Der HErr vergleicht sich mit einem Schafbesitzer, betont jedoch, dass auch jeder andere Tierbesitzer sein verlorenes Tier solange suchen würde, „bis er es findet“. Und so ist es ja auch in Bezug auf die gesamte Schöpfung, die verloren ging: Jeder andere von uns hätte doch das gleiche getan, wenn er die Macht dazu hätte. Es wäre gar eine schwere Sünde, wenn wir diese Macht nicht zur Rettung aller Menschen gebrauchen würden. Umso unverständlicher erscheint daher die allgemein vertretene Annahme, dass der gute Hirte Sein verloren gegangenes Schaf irgendwann nicht mehr suchen und retten will, weil es zwischenzeitlich den leiblichen Tod erlitten hat.

Joh.1:29 Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt.“

Im Johannesevangelium finden wir mehr als in jedem anderen Hinweise darauf, dass Gott wirklich plant, alle Menschen wieder mit sich zu versöhnen durch das Opfer des Lammes Gottes. Hier mal einige Beispiele: Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit Er die Welt richte, sondern damit die Welt durch Ihn errettet werde.“ (Joh.3:17), Wir selbst haben gehört und wissen, dass dieser wahrhaftig der Heiland der Welt ist(Joh.4:42), Damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren(Joh.5:23),Und Ich, wenn Ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu Mir ziehen. ...Wenn jemand Meine Worte hört und nicht bewahrt, so richte Ich ihn nicht, denn Ich bin nicht gekommen, damit Ich die Welt richte, sondern damit Ich die Welt errette(Joh.12:32+47).

Dirk Schürmann weist in seinem Buch (S.267) darauf hin, dass der HErr Jesus nicht die SündEN aller Menschen wegnahm, sondern nur die „SündE der Welt“, also die „Sünde als böses Prinzip“. Das stimmt zwar, aber das ist sogar weit mehr als nur einzelne Sünden, nämlich die Befreiung des Kosmos von der grundsätzlichen Macht der Sünde, durch welche der Kosmos versklavt wurde. Das Opfer des HErrn Jesus ist ja nicht nur für unsere Sünden geschehen, „sondern auch für die ganze Welt“ (1.Joh.2:2).

Apg.3:21 Welchen freilich der Himmel aufnehmen muss bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller (Dinge), von welchen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten vom (gegenwärtigen) Äon (an) (EÜ: von jeher) geredet hat.“

Die „Wiederherstellung (griech APO-KATA´-STASIS) aller (Dinge, Wesen und Verhältnisse)“ ist wörtlich ein „Weg( vom bisherigen)-(in den )gemäßen(angemessenen)-(Zu)stand( Bring)en (APO- = weg + KATA- = herab/hinab oder gemäß + STA´SIS = Stand). Zunächst einmal bezieht sich Petrus wohl auf Mal.3:23, wo das Kommen des Elias angekündigt wird, der „alle Dinge wiederherstellen wird“ (Mt.17:11). Aber zum einen bezeugt der HErr ja gleich im nächsten Vers, dass diese Wiederherstellung aller (Dinge, Wesen und Verhältnisse) ja bereits durch Johannes den Täufer begonnen hat, und zum anderen sagt Petrus, dass bereits Gottes heilige Propheten „vom (gegenwärtigen) Äon (an)“ von diesen Dingen geredet haben. Es handelt sich also um einen Plan, der bereits von Anfang an beschlossen war und erst beendet sein wird, wenn auch wirklich alle (Dinge, Personen und Verhältnisse) in den Gott gemäßen Zustand gebracht wurden. Und von diesem Plan lesen wir in 1.Mo.1:26, wo Gott die Engel auffordert: „Lasst uns Menschen (zurecht)machen (hebr. ~aSa´H) innach unserem Bilde“. Die Erschaffung (hebr. BaRa´°) von Geist, Seele und Leib des Menschen erfolgte bereits in dem ersten Adam. Aber das Zurechtmachen durch den Heiligen Geist zu vollkommenen Wesen nach dem Charakter Gottes geschieht durch den „letzten Adam“ (1.Kor.15:45), nämlich Christus, der ein lebendig machender Geist ist (Mt.5:48, Lk.20:36).

Dirk Schürmann beschränkt die „Wiederherstellung aller“ auf „alle moralischen Systeme“, was auch immer er darunter versteht (S.185). Nach seiner Auffassung geschieht dies nur bei dem Volk Israel im zukünftigen Friedensreich, und auch nur bei jenen, die Buße getan haben. Doch lesen wir mal im Vergleich dazu, was Jakobus sagt: 15Und hiermit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht: 16‚Nach diesem will ich zurückkehren und wieder aufbauen die Hütte Davids, die verfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten; 17damit die übrig-gelassenen der Menschen den HErrn aus(bis zum Erfolg)-suchen, und alle Nationen(menschen), über welche Mein Name angerufen worden ist, spricht der HErr, der dieses tut‘, 18was bekannt ist vom (gegenwärtigen) Äon (an) (Apg.15:15-18).

Die „übrig-gelassenen der Menschen“ meint die (wenigen) Überlebenden der Endzeitgerichte, und alle Nationenmenschen, über die Mein Name angerufen worden ist“, meint die dann im Totenreich befindlichen Weltmenschen, für die zu ihren Lebzeiten gebetet wurde Wir Christen sollen ja „für alle Menschen Flehen, Gebete, Fürbitten und Danksagungen tun“. Was heute noch fast vergeblich erscheint, wird dann überaus reiche Frucht bringen, indem die allermeisten Weltmenschen, die ja schon durch ihre Wahrnehmungen im Totenreich zum Nach-dem-HErrn-Suchen angeregt wurden, durch unsere seelsorgerische Betreuung (wie die des reichen Mannes durch Abraham) den Herrn tatsächlich finden. Das griech. Verb Äk-ZsETÄ´Oo, wörtl. „aus-suchen“, hat hier wie in Röm.3:11 und Hebr. 11:6 die Bedeutung „aus(eifrig bis zum Erfolg)-suchen“ ähnlich wie das Verb ÄK-PhÄU´GOo, wörtl. „(her)aus-fliehen“, die Bedeutung „entfliehen = erfolgreich fliehen“ hat.

Röm.5:12+18 12Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen, und durch die Sünde der Tod, und also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben; ... 18Demnach also, wie es durch eine Übertretung für alle Menschen zur Verurteilung/Verdammnis (kam), so auch durch eine Gerecht(igkeitstat) für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens.“

Interessant sind hier die Gegenüberstellungen von Paulus auch deshalb, weil sie verdeutlichen, dass die Rechtfertigung des Lebens für genau die gleiche Menge an Menschen gilt, wie auch die Sünde Auswirkung auf sie hatte, nämlich für absolut ALLE. Eigentlich ist dies ja auch selbstverständlich, denn wenn ein Schiff untergeht, muss es ja auch mindestens genauso viele Rettungsringe und Boote geben, wie es Passagiere an Bord gibt. Würde das Blut des HErrn Jesus und Seine Gerechtigkeit nicht für alle Menschen reichen, dann könnten sich die Gegner Gottes eines Tages darüber zurecht beschweren, dass Gott nicht ausreichend Vorkehrung getroffen hat, um im Schadensfall jedenfalls die Rettung aller zu gewährleisten. Eine Rechtfertigung würde aber niemandem nützen, wenn sie nicht auch persönlich in Anspruch genommen wird. Aber in Vers 19 verheißt Paulus nicht nur, dass „die vielen in die Stellung von Gerechten gesetzt werden KÖNNEN“, sondern er sagt, dass sie „in die Stellung von Gerechten gesetzt WERDEN“. Hier ist also nicht bloß von einem „Angebot“ die Rede, von dem man „Gebrauch machen“ müsse, wie Dirk Schürmann schreibt (S. 186), sondern eine Verheißung, die sich eines Tages vollständig erfüllen wird. Auch der Verweis, dass nur von „vielen“ die Rede sei und nicht von „allen“, verfängt nicht. Denn nicht nur gebraucht Paulus den Begriff „viele“ aus Vers 19 als Synonym für „alle“ in Vers 18, sondern alle sind zugleich auch viele.

Röm.11:15 „Denn wenn schon ihre Verwerfung zur Versöhnung der Welt führte, was wird erst ihre Wiederannahme bringen, wenn nicht Leben aus den Toten?“

Mit „ihre“ sind die Juden gemeint, die den HErrn Jesus seit nunmehr fast 2000 Jahren ablehnen. Sie wurden aus dem edlen Ölbaum ausgeschnitten, aber werden eines Tages auch wieder eingepfropft werden (V. 24). Wohlgemerkt: Es werden die gleichen Zweige wieder eingepfropft, die einstmals abgeschnitten wurden – und nicht irgendwelche ganz anderen! Doch bereits ihre Verwerfung hat zur „Versöhnung“ der Welt geführt. Die Ablehnung ihres Bruders Joseph hatte schon damals dazu geführt, dass die ganze Welt vor dem Hungertod gerettet wurde (1.Mo.41-45). Aber Paulus betont, dass die Annahme der Juden eines Tages wie die Lebendigmachung von Toten sein werde.

Röm.11:32+3632Denn Gott hat (ausnahmslos) alle (männlich i.S.v. Personenwesen = Menschen und Engel) in Unfügsamkeit (= Unüberzeugbarkeit und Unfolgsamkeit; EÜ: Ungehorsam) eingeschlossen, damit Er (sich über) die (ausnahmslos) alle (männl.) erbarme … 36Denn aus Ihm und durch Ihn und hin(gelangend zu) Ihm sind die (ausnahmslos) alle (sächlich i.S.v. Wesen, Dinge und Verhältnisse)! Ihm ist die Herrlichkeit in die Äonen! Amen.“

Diese beiden Verse sind Grundsatzaussagen zum Wirken Gottes, die über den unmittelbaren Kontext weit hinausgehen, was auch bei vielen prophetischen Aussagen des AT der Fall ist. Im unmittelbaren Kontext spricht Paulus von der „Vollzahl der Nationen“ spricht (V.25), die sich in der Zukunft mit der Vollzahl der Juden (V.12) vereinigt, um dann gemeinsam „ganz Israel“ zu bilden (V.26, vergl. Hes.37:15-22). Man muss ja bedenken, dass die Nationen zunächst die 10 Stämme Israels sind, die wegen ihrer Abtrünnigkeit von Gott einen Scheidebrief erhielten (Jer.3:8), sich dann mit den Völkern vermischten (Hos. 7:8) und vom „Ostwind“ getrieben nach Westen zogen (Hos.12:2). Deshalb schreibt Paulus z.B. von den Ephesern, dass sie „dem Bürgerrecht Israels entfremdet wurden“ (Eph.2:12). Hier in Europa ließ Gott der Mischung aus verheideten Israeliten und Heiden bevorzugt das Evangelium bringen und zu einem durchgehend christlichen Nationenblock werden, der dann allen Heidennationen überlegen wurde und ihnen die Zivilisation und das Evangelium brachte. Die gläubig gewordenen Heiden gehören dadurch ebenso zu den von Jakob/Israel adoptierten Söhnen Manasse und Ephraim und sind somit ebenso Israeliten wie die, die noch eine Spur israelitischer Abstammung in ihrem Erbgut haben. Somit gilt die Verheißung der Errettung „ganz Israels“ tatsächlich ausnahmslos allen gläubig gewordenen Menschen, auch wenn sie schrittweise vollzogen wird, denn die Berufungen Gottes sind unbereubar.

1.Kor.15:22+2822Denn so wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden… 28 Aber wenn Ihm die(ausnahmslos) alle (sächl.-Plural Dinge und Wesen) ungeordnet worden sind, dann wird auch der Sohn selbst untergeordnet werden Dem, der Ihm die(ausnahmslos) alle (sächl.-Plural) untergeordnet hat, damit Gott sei die(ausnahmslos) alles (sächl.-Plural) in allen“

Lebendig-machen“ (griech. ZsOoJO-POIÄ´Oo) ist nicht das Gleiche wie „(Aufer)wecken“ (ÄGÄI´ROo), denn der HErr unterscheidet in Joh.5:21 zwischen diesen beiden Wörtern. „Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts“ (Joh.6:63). „Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig“ (2.Kor.3:6). „Der letzte Adam ist ein lebendig machender Geist“ (1.Kor.15:45). Und alle, die in dem ersten Adam gestorben sind (d.h. im Grunde alle), werden in Christus lebendig gemacht werden. Dies aber geschieht in einer bestimmten Reihenfolge, genauso wie die Unterordnung unter Seine Füße. Und dass dieses Unterordnen nicht aus Zwang, sondern freiwillig geschieht, sehen wir beim HErrn Jesus, der sich am Ende ja ebenso dem Vater freiwillig unterordnet (es ist das gleiche Wort!).

Solange es noch Wut, Zähneknirschen, Protest und Rebellion gegen Gott und Christus geben wird, z.B. im Feuersee, kann man noch nicht von einer Unterordnung sprechen. Das Wort „unterordnen“ (hYPO-TA‘SSOo) meint an keiner Stelle ein Unterwerfen, das einer Niederlage folgt, sondern stets ein bewusstes und willentliches Unterstellen (Röm.13:1+5, 1.Kor.14:32+34, 16:16, Eph.1:22, 5:21+24, Tit.2:5+9, 3:1, Hebr.2:5+8, 12:9, Jak.4:7, 1.Petr.2:13+18, 3:1+5, 5:5). Ohne Frage „vermag Gott sich alles unterzuordnen“ (Phil.3:21), ohne dabei Gewalt anwenden zu müssen, denn das wäre eines allmächtigen Gottes unwürdig. „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch Meinen Geist“ (Sach.4:6). Es wäre doch kaum eine Ehre oder Ruhm, wenn ein unendlich mächtigeres Wesen wie Gott es nicht vermocht hätte, die Herzen Seiner Feinde zu gewinnen, sondern Seine Überlegenheit dazu missbraucht, um sie feige in die Knie zu zwingen. Auf diese Weise könnte es Ihm nie gelingen, am Ende „alles in allen“ zu werden, weil es Ihm nicht gelungen wäre, sie durch Güte zu gewinnen (Röm.2:4). Das bedeutet nicht, dass Gott dazu nicht auch schmerzhaftes Leid gebrauchen wird, wie Er es auch bei den Ägyptern machte, die sich selbst dem Joseph als Sklaven unterwarfen, um überleben zu können (1.Mo.47:23-25). Auch der verlorene Sohn musste ja zu den Schweineträbern kommen, bis er endlich Buße tat. Das Ziel Gottes wird aber sein, dass Gott ganz am Ende der Geschichte „alles in ALLEN sein wird“ (V.28).

2.Kor.5:19-2019…nämlich, dass Gott in Christus war, die Welt mit sich selbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend, und Er hat in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt. 20So sind wir nun Gesandte für Christus, als ob Gott durch uns ermahnte; wir bitten an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! (wörtl.: (Lass)t( euch) gemäß-ändern dem Gott = Lasst euch herunter( vom eigenwilligen sündigen Leben)-ändern Gott (gegenüber)!/ Lasst euch Gott-gemäß ändern!)

Dirk Schürmann weist darauf hin, dass die Versöhnung mit der Welt keineswegs in der Vergangenheit geschah, sondern das Verb ja im Partizip Präsens stehe, es also „um einen andauernden Vorgang“ handeln würde, der noch gar nicht abgeschlossen sei (Schürmann, S. 204). Das ist im Prinzip richtig. Die juristische Grundlage der Versöhnung mit Gott wurde am Kreuz gelegt. Die praktische Verwirklichung beim einzelnen Menschen und ihre Ausdehnung auf alle Menschen ist ein andauernder Vorgang. Darum geht es aber gar nicht. Selbstverständlich wird diese Versöhnung erst wirksam in dem Moment, wo sich Menschen auch bewusst mit Gott versöhnen lassen (V.20). Entscheidend ist aber doch, dass Gott diesen Versöhnungsprozess bereits begonnen hat mit dem Ziel, dass am Ende die Welt auch mit Ihm wieder versöhnt SEI. Schon die Silbe KATA im griechischen Wort KAT-ALLA‘SSOo = „gemäß-ändern“ drückt ja schon aus, dass es nicht eine Sache ist, die man mal eben auf einen Schlag vollführen kann, sondern bei der die aktive Mitarbeit des Versöhnten gefordert ist. Und wenn am Ende die völlige Versöhnung mit der ganzen Welt stehen soll, dann dauert das nun einmal bis zur Äonenvollendung, bis alle so angemessen (KATA) verändert wurden, wie Gott sie haben wollte.

Eph.1:9-10 9Er hat uns kundgetan das Geheimnis Seines Willens, nach Seinem Wohlgefallen, das Er sich vorgesetzt hat in Ihm 10für die Verwaltung der Erfüllung der Zeiten: die(ausnahmslos) alles (sächl.-Plural) unter ein Haupt zusammenzubringen in dem Christus, das, was in den Himmeln und das, was auf der Erde ist, in Ihm.“

Christus ist das Haupt der Gemeinde (Eph.5:23). Doch hier finden wir wieder das „alle“ mit Artikel, der fast nie mitübersetzt wurde, jedoch sich von dem „alle“ ohne Artikel darin unterscheidet, dass Letzteres nur ein relatives „alle“ mit Ausnahmen meint. Gott will also alle Wesen, Dinge und Verhältnisse unter die Hauptschaft des Christus bringen. Das griech. Wort Wort ANA-KÄPhALAIO´Oo bedeutet wörtlich „hinauf-haupten“, d.h. hier im geistlichen Sinn: bewusst nach oben orientiert dem Haupt zugehörig zu machen. Und das gilt nicht nur für die von Gott abgefallenen Wesen auf (eig.: gebiets = auf, über und unter) der Erde, sondern auch „in den Himmeln“. In diesem Sinne werden sich die Worte Jesu erfüllen: „Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich ALLE zu Mir ziehen“ (Joh.12:32).

Schürmann beachtet weder den Artikel vor dem Alle („das All“), noch geht er auf das „Zum-Haupt-machen“ über das All ein, sondern erklärt, dass „es sich hier nur auf das Reich Christi im Tausendjährigen Reich beschränke, in welchem Christus allen Widerstand überwinden und die verschiedenen Zeiten zur Fülle bringen werde“ (S.207). Das Tausendjährige Reich ist aber auch nur eine von mehreren Zeiten, die erst nach Ablauf derselben zur Fülle/Vollzahl gekommen sein können. Zudem wird in den 1000 Jahren ja noch nicht aller Widerstand überwunden sein, denn dem Teufel wird es ja anschließend noch einmal gelingen, die Nationen zu verführen und „gegen das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt“ zu kämpfen (Offb.20:8-9).

Phil.2:10-11 10…damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen, der Irdischen und der Unterirdischen, 11und jede Zunge aus(rückhaltlos zustimmend)-bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes des Vaters“.

Obwohl hier mit keiner Silbe von irgendeinem „Zwang“ die Rede ist, legen die ideologisch voreingenommenen Vertreter einer unendlichen Verdammung das Müssen immer wieder in diese Stelle hinein. Auch Schürmann macht da keine Ausnahme: „Doch ich sage dir: …Wenn du das nicht tust, wird eine Zeit kommen, wo du deine Knie vor Ihm beugen musst… dann wirst du deine Knie auf der Erde beugen müssen … und in dem Namen dieses Jesus werden sie ihre Knie beugen müssen … wo die Zunge bekennen muss, dass Er Herr ist…“ (S.216-217). Was für ein Widerspruch zu der sonst immer wieder zynisch behaupteten These: „Gott zwingt niemanden, zu Ihm zu kommen“ oder „In der Hölle gibt es nur Freiwillige“. Auf einmal wird ausgerechnet die Anbetung des Lammes angeblich zu einer unfreiwilligen und mit Gewalt erpressten Pflichtübung, als ob der Gott daran Gefallen haben könnte. Dabei sagt der HErr ausdrücklich: „Gott ist Geist, und die Ihn anbeten, müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Joh.4:24)!

Wenn Gott wirklich mit Gewalt Seine Feinde auf die Knie zwingen wollte, um sie zu einem Eingeständnis ihrer Schuld und eine Anerkennung Seiner überlegenen Macht zwingen wollte, dann hätte Er das von Anfang an tun können. Immer wieder lesen wir bei Mose und den Propheten „…damit sie hören und ERKENNEN und Meinen Namen fürchten…“ (5.Mo.31:12, 1.Kön.8:43, Jer.3:13, Dan.4:17, Joel.3:17, Mich.6:5 uvm.). „Opfern will ich Dir mit Freiwilligkeit; Deinen Namen will Ich preisen, HErr, denn er ist gut“ (Ps.54:6). „Dass deine Wohltat nicht wie gezwungen, sondern freiwillig sei“ (Philem.1:14). Zwanzig Mal finden wir allein die Worte „freiwillige Gabe“ in der Heiligen Schrift, wenn es um die Verehrung Gottes geht. Ein Opfertier, das auch nur einen Fehl oder Mangel hatte, konnte Gott schon nicht mehr wohlgefällig sein (3.Mo. 22:21). Wie könnte also ein erzwungenes Bekenntnis mit innerem Widerstreben dem HErrn wohlgefallen? Tatsächlich hat das hier stehende griechische Wort ÄX-hOMO-LOGÄ´Oo, w.: (her)aus-bekennen, die Bedeutung eines rückhaltlosen Zustimmens, d.h. „dasselbe (HOMO), (was jemand denkt frei )heraus- (ÄX)-sagen (LOGÄOo)“. An keiner der 10 Stellen im NT wird dieses Wort im Sinne eines widerwilligen Eingeständnisses gebraucht (z.B. Mt.3:6, Apg.19:18, Röm.14:11, 15:9, Jak,5:16). So sagte der HErr Jesus z.B. in Matth. 11:25 „Ich bekenne Dir meine rückhaltlose Zustimmung, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass Du diese Dinge verborgen hast vor Weisen und Verständigen…

Wenn aber JEDE Zunge eines Tages freiwillig und aus vollster Überzeugung den Namen des HErrn Jesus bekennt und dazu auch noch schwört: „Nur in dem HErrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke“ (Jes.45:24), dann kann dies nur aufgrund einer zuvor geschehenen Errettung und Wiedergeburt durch den Heiligen Geist erfolgt sein (1.Kor.12:3).

Kol.1:16+19-2016Denn in Ihm sind erschaffen worden die(ausnahmslos) alle( sächl.-Plural: persönlichen Wesen und Dinge), die in den Himmeln und die gebiets(auf, über und unter) der Erde, die Sichtbaren und die Unsichtbaren, seien es Throne oder Herrschaften oder (Rang)anfang(smächt)e oder (von diesen Be)vollmächtigte: die(se ausnahmslos) alle (sächl.-Plural) sind durch Ihn und hin( zu) Ihm erschaffen; …

19Denn ErGott-(fand)-Wohl-meinengefallen (daran), (dass) in Ihm die ganze voll(ständige Füll)e (ihren )gemäßenständigen-Wohn(sitz nehm)en-sollte 20und durch Ihn die(ausnahmslos) alle( sächl.-Plural: persönlichen Wesen und Dinge) (weg )vom( bisherigen)-(in den )gemäßen( Zustand)-(zu )ändern (= zu versöhnen) hin( zu) Ihm – (indem Er )Frieden-gemacht-hat durch das Blut Seines Kreuzes -, durch Ihn, seien es die(sächl.-Plural: persönlichen Wesen und Dinge) gebiets der Erde oder die(sächlich-Plural: persönlichen Wesen und Dinge) in den Himmeln.  

Ein Bruder namens Erich Sauer schrieb einmal: „Es ist ein Haupterfordernis jeder biblischen Glaubenslehre, zum mindesten an einer Stelle der Schrift mit unzweideutigen Worten ausgesprochen zu sein“ (zitiert bei Andreas Ebert „Die Lehre der Allversöhnung“). Diese Feststellung ist sicherlich zutreffend, und diese Stelle in Kol.1:16+20 bezeugt definitiv und unzweideutig die ausnahmslos gültige Allversöhnung aller von Gott erschaffenen Wesen. Aber wenn das Herz verstockt ist und nicht bereit ist, eine biblische Aussage auch bereitwillig sehen zu wollen, dann kann es noch so klipp und klar dastehen, und man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Und so wird auch diese Aussage – obwohl sie noch so klar und unzweideutig formuliert wurde, von den Gegnern der Allversöhnung nicht wahrgenommen bzw. angenommen.

Versöhnung und Frieden setzen immer eine vorhergehende Feindschaft und Krieg voraus. Durch den Sündenfall befand sich die gesamte Schöpfung Gottes in Gefahr, für immer von Gott verworfen zu werden. Aber Gott hatte noch nie „Gefallen am Tode des Gesetzlosen, sondern dass er von seinen Wegen umkehre und lebe“ (Hes.18:23). Und deshalb sandte Er Seinen Sohn, um diesen Zustand der Feindschaft ein für alle Mal zu beenden durch das Blut Seines Kreuzes. Diese Versöhnung mit dem All ist eine unumkehrbare Tatsache, die durch die persönliche Annahme jedes einzelnen Wesens nach und nach erfahren wird. Sie ist also nicht etwa an eine noch zu erfüllende Bedingung geknüpft, die im Falle des Ausbleibens die Versöhnung zum Widerruf führt. Und sie gilt auch nicht nur für die heute Gläubigen, sondern für alle Wesen, die der HErr geschaffen hat, ganz gleich ob „auf, über oder unter der Erde oder im Himmel“.

Selbstverständlich erfordert es äußerstes Geschick und Können, wenn man diese leicht verständlichen und offensichtlichen Zusammenhänge wegerklären und leugnen muss, weil doch nicht sein kann, was nicht sein darf. Dirk Schürmann nimmt sich ganze fünf Seiten in seinem Buch, um ausführlich darzulegen, dass das doch alles in Wirklichkeit ganz anders zu verstehen sei. Zunächst behauptet er, dass es sich bei dieser Versöhnung nicht um Menschen handele, sondern um „Dinge“ bzw. „das Ganze an sich“. Nun ist ihm klar, dass der HErr auch die Engel und sogar den Teufel geschaffen hat („Fürstentümer oder Gewalten“ V.16, vergl. Eph.6:12). Dennoch versucht Schürmann es so darzustellen, als ob Satan und die gefallenen Engel nicht zur ursprünglichen Schöpfung gehörten: „Etwas, was die Fülle der Gottheit … beleidigt, war in die Schöpfung hineingekommen“ (S. 221). Und dann spricht er auf einmal nicht mehr von Versöhnung, sondern von „Reinigung“: „Engel brauchen keine Versöhnung. Dennoch muss auch der Bereich, in dem die Engel wirken, in Ordnung gebracht und gereinigt werden, damit Gott wieder Freude an Seiner Schöpfung haben kann. Eine solche Reinigung ist aber erst dann möglich, wenn die bösen Engel aus dem Bereich der Schöpfung hinausgetan worden sind“ (V.223). Nein. Die „bösen Engel“ sind ja Teil der Schöpfung Gottes, und diese wird auch nicht „gereinigt“, sondern ist bereits mit Jesus versöhnt worden am Kreuz. Die bösen Engel und auch alle bösen Menschen müssen zuerst die notwendige Strafe erleiden, bevor auch sie in den Genuss der Versöhnung kommen können. Erst so wird ein Schuh daraus.

1.Tim.2:4 „Gott will, dass alle Menschen errettet werden und zur Auf( der ganzen Linie)-Erkenntnis der Wahrheit kommen“

Wie ich bereits zu der Stelle in Jes.46:10 festgestellt hatte, kann Gott grundsätzlich jeden Menschen erretten, den Er erretten will, da bei Ihm selbst menschlich unmögliche Dinge möglich sind (Mt.19:26). Die Frage ist also nicht, ob es Gott gelingen KANN, die gesamte Menschheit am Ende zu erretten; und es ist auch nicht die Frage, ob Gott es grundsätzlich WILL, sondern ob Er es am Ende auch TUT, d.h. wie aufrichtig und glaubwürdig eigentlich Sein Retterwille ist. Der HErr Jesus hätte Sein Leben ja auch nur als Lösegeld geben können für die kleine Schar, die während ihres Lebens an Ihn gläubig wurden; aber Tatsache ist, dass Er Sein Leben für ALLE gab (1.Tim.2:6). Er hat also für alle Menschen, die je gelebt haben, den Preis für ihre Rettung bezahlt. Würde aber wohl jemand z.B. die ganzen Ackerflächen eines Landes aufkaufen, nur um den Nahrungsbedarf seiner Familie zu sichern? Er hätte doch viel weniger zahlen brauchen, wenn es ihm nur darum gegangen wäre.

Die meisten Christen stellen sich diese Fragen schon allein deshalb nicht, weil sie glauben, dass die ewige Verdammnis aller Ungläubigen ohnehin schon längst beschlossene Sache ist. Steht denn etwa nicht geschrieben, dass alle, die nicht im Buch des Lebens stehen, auf jeden Fall in den Feuersee geworfen werden (Offb. 20:15)? Und da die Namen der Eingetragenen ja ohnehin „von Grundlegung der Welt an“ darin standen, lasse sich an dem Schicksal der Nichteingeschriebenen ja sowieso nichts mehr ändern (Offb.13:8, 17:8). Wenn dies jedoch so wäre, dann stellt sich aber doch die berechtigte Frage, warum wir trotzdem noch „Flehen, Gebete, Fürbitten und Danksagungen“ machen sollen „für alle Menschen“ (1.Tim.2:1), denn wenn von vornherein festgelegt wurde, wer errettet werden soll und wer nicht, dann kann man sich doch die Fürbitte sparen, oder? Und selbst wenn ich die Fürbitte für alle Menschen nur als Pflichterfüllung praktizieren würde, warum schreibt Paulus sogar von „Flehen“? Ein inständiges Flehen für jemanden kann man doch unmöglich aus reiner Pflichterfüllung tun, denn es handelt sich beim Flehen ja um ein demütiges und herzergreifendes Betteln, um die Gewährung einer fast aussichtslosen Bitte zu erreichen.

Abraham und Mose taten dies, nachdem Gott ihnen klar und unmissverständlich das Gericht über Sodom bzw. Israel angekündigt hatte. Mose widersprach Gott indirekt, indem er Ihn an die möglichen Folgen einer voreiligen Vernichtung des ganzen Volkes erinnerte: „Warum sollten die Ägypter sprechen: Zum Unglück hat Er sie herausgeführt… Kehre um von der Glut Deines Zornes und lass Dich des Übels gegen Dein Volk gereuen. Gedenke Abrahams, Isaaks und Israels, Deiner Knechte, denen Du bei Dir selbst geschworen hast, und hast zu ihnen gesagt: Mehren will ich euren Samen wie die Sterne des Himmels…“ (2.Mo.32: 11-13). Und auch später, als sie Ihn noch einmal erzürnten und Gott sie vertilgen wollte, um noch einmal mit Mose eine ganz neue und größere Nation erwählen wollte, sprang Mose in den Riss und sagte: „…so werden die Nationen, die Deinen Ruf gehört haben, sprechen und sagen: Weil der HErr nicht vermochte, dieses Volk in das Land zu bringen, das Er ihnen zugeschworen hatte, so hat Er sie in der Wüste hingeschlachtet… Vergib doch die Ungerechtigkeit dieses Volkes nach der Größe Deiner Güte, so wie Du diesem Volke verziehen hast von Ägypten an bis hierher!“ (4.Mo.14:13-19). Hier sehen wir echte Retterliebe bei Mose, denn er machte sich Sorgen um den guten Ruf Gottes, dass dieser geschändet werden könnte, wenn Er Seine verheißene Barmherzigkeit nicht mehr üben würde.

Im Gegensatz dazu machte Jona keinerlei Anstalten, für die Bewohner von Ninive Fürbitte zu tun, sondern er richtete gleichgültig die Gerichtsbotschaft Gottes aus: „Noch vierzig Tage, dann ist Ninive völlig zerstört!“ (Jona 3:4). Er sprach noch nicht einmal eine Warnung aus: „Kehret doch um!“, sondern gefiel sich möglicherweise in der Rolle des Unglückspropheten. Genauso wird aber auch heute z.T. die eigentlich „Frohe Botschaft“ gepredigt, z.B. von der Werde-Licht-Mission. Ich war selbst dabei, als sie hier in Bremen durch die Innenstadt marschierten um den Leuten durchs Megaphon die Hölle heiß zu machen: „Du wirst für ewig in der Hölle schmoren, wenn Du nicht umkehrst und Buße tust!“ Mit einer derart selbstgefälligen und lieblosen Hassbotschaft kann man niemanden gewinnen, sondern eher abschrecken. Auch Norbert Homuth gefällt sich in seiner neuen Ausgabe der „Glaubensnachrichten“: Neben unbelegten und haltlosen Behauptungen über die Allversöhnung, die er leichtfertig mit der Gnosis, den Jesiden und der Ouroboros-Schlange in Verbindung bringt, macht er den Glauben an den Gott der Bibel daran fest, ob man sich an der ewigen Qual der Menschen im Feuersee erfreuen kann. Da frage ich mich inzwischen, wessen Geistes Kind er ist (Luk.9:55). Der HErr hat keine Freude am Tode des Gesetzlosen (Hes.18:23), und wir sollten sie auch nicht haben! Gericht muss sein, aber „Freude“ bereitet es nicht.

Selbst diejenigen, die die Allversöhnung in der Schrift nicht erkennen können, sollten doch den Glauben Abrahams und Moses haben, dass sie wenigstens versuchen sollten, Gott in Seiner Gerichtsentscheidung umzustimmen. Der HErr ließ sich des Übels gereuen, obwohl das Gericht über Ninive bereits beschlossene Sache war! Warum bitten wir heute nicht auch wie Mose: „HErr, bitte kehre doch um von der Glut Deines Zornes über die Menschen, die Dich nicht kennen! Denn wenn Du all die Ungläubigen im Feuersee quälen wirst, so werden die Engel unter sich sprechen und sagen: Weil der HErr nicht vermochte, die Menschheit in Christus zu neuen Kreaturen zu erschaffen, wie Er es eigentlich vorhatte, so hat Er sie in den Feuersee geworfen, um sich ihrer zu entledigen… Vergib doch die Ungerechtigkeit der Menschen, die weder zwischen ihrer Rechten noch ihrer Linken zu entscheiden können (Jon.4:11), nach der Größe Deiner Güte…“ Gott wird zwar „den Schuldigen keineswegs für schuldlos halten“, um Seines Namens willen (4.Mo.14:18), aber Er ist auch „langsam zum Zorn und groß an Güte“, so dass Er vergeben und begnadigen kann, wen Er will (Röm.9:18). Deshalb dürfen wir mit Freimütigkeit vor den Thron der Gnade treten, und wie Esther im Flehen, Gebet und Danksagung Fürbitte tun für alle Menschen, damit wir nicht nur Frieden haben können vonseiten der Obrigkeit, sondern auch geistigen Frieden durch das Vertrauen auf die Erbarmungen Gottes.

1.Tim.4:10 „… wir werden geschmäht, weil wir auf einen lebendigen Gott hoffen, der ein Erretter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen.“

Es ist sicherlich zutreffend, dass Paulus hier im Zusammenhang an die Gesunderhaltung aller Menschen denkt, wenn er von Gott als vom SOTE‘R (w. „Retter“) aller Menschen spricht, zumal er ja in Vers 8 von der „leiblichen Übung“ spricht, also vom Sport, der im Vergleich zur Gottseligkeit eher von geringerem Nutzen ist. Gott hört aber nie auf, ein „Erhalter aller Menschen“ zu sein, selbst wenn Menschen sterben, denn diese Eigenschaft ist untrennbar mit dem Wesen Gottes verbunden. Wenn schon der Gerechte sich um das Leben seines Viehs kümmert (Spr.12:10), wieviel mehr erbarmt sich der HErr über die, die Ihn fürchten, selbst wenn sie Ihn gerade erst zu fürchten begonnen haben (Ps.103:13). „Er wird nicht immerdar rechten und nicht ewiglich nachtragen“ (Ps.103:9), „…denn der Geist würde vor mir verschmachten, und die Seelen, die Ich ja gemacht habe“ (Jes.57:16). Auch diese Verheißung gilt nicht nur für Israel oder die Gläubigen, sondern für alle Geschöpfe Gottes für allezeit, da Gott sich nicht ändert.

Tit.2:11 „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle Menschen, …“

In dem HErrn Jesus ist die Gnade Gottes nicht nur allen Menschen erschienen (Luk.3:6, Joh.1:9), sondern die Gnade Gottes wird auch allen Menschen das Heil bringen.

1.Petr.3:18-20 18Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten als Gerechter für Ungerechte, damit Er euch zu Gott führen konnte, der zwar getötet wurde am Fleisch, aber lebendig gemacht wurde am Geist. 19In diesem Geist ist Er auch hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis geheroldet, 20die einst unüberzeug(bar und unfolg)sam waren, als die Langmut Gottes zielgerichtet wartete in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde.“

Der HErr Jesus ist nach der Kreuzigung „hingegangen“ in den Hades, denn Petrus bezeugt die Erfüllung von Ps.16:10 in Apg.2:27+31, dass die Verheißung der Auferstehung nicht dem David galt, sondern dem HErrn Jesus. Er hatte dort eine Aufgabe zu erfüllen, nämlich den Gestorbenen das Evangelium zu verkündigen (1.Petr.4:6). Dies erinnert uns an Joseph, dessen Leben ja typologisch auf das Leben Jesu weist. Wie dieser wurde Jesus von Seinen Brüdern gehasst und ließ sich auch nicht verführen zur Hurerei, um weltliche Macht anzunehmen (Joh.6:5), weshalb Er verleumdet und unschuldig verurteilt wurde. Am Kreuz waren wie bei Joseph im Gefängnis je einer, der das Heil empfing und ein anderer, der verloren ging (Luk.23:39-43). Der HErr ging mit dem bußfertigen Räuber ins Paradies, doch zuvor musste Er im Hades/Scheol noch „die Gefangenschaft gefangen führen“ (Eph.4:8), d.h. all jene aus dem Hades mitnehmen, die durch Seine Evangeliumsverkündung gläubig wurden. Denn man muss ja bedenken, dass im Alten Testament die Gnade Gottes in Christus noch gar nicht bekannt war, zumal der HErr auch noch nicht die Sühne für ihre Sünden durch Sein Opfer am Kreuz erbracht hatte. Jetzt aber war die Tür offen und der Vorhang zerrissen, um die Botschaft des Heils in Christus anzunehmen.

Doch obwohl selbst der HErr Jesus die Verkündigung der Heilsbotschaft zu den Gestorbenen durch die Stimme des HErrn Jesus zuvor angekündigt hat in Joh.5:25, glaubt Dirk Schürmann nicht, dass diese hier in 1.Petr.3:18-20 damit gemeint sei, denn das hieße ja, dass man sich auch noch nach dem Tod bekehren könnte (und was nicht sein darf, kann auch nicht sein). Folglich muss er wie auch andere einen rhetorischen Spagat machen, indem er das Herolden des Geistes Jesu in die Zeit von Noah verlegt, der ja als „Prediger der Gerechtigkeit“ ausdrücklich in 2.Petr.2:5 bezeichnet wird. Schließlich hätten ja nach 1.Petr.1:11 auch andere Propheten durch „den Geist Christi, der in ihnen war, geweissagt“. Warum sollte nicht auch Noah im Geiste Christi das Evangelium verkündigt haben an Menschen, deren Geister nun im Gefängnis seien? Ganz einfach: weil sie die Heilsbotschaft in Christus ja noch nie zuvor gehört haben konnten, da ja selbst Noah sie nicht kannte.

Erst seit der HErr Jesus kam und für alle Menschen am Kreuz starb, verkündigt Er „Frieden, euch, den Fernen, und Frieden den Nahen“ (Eph.2:17). Und das tut Er nicht nur auf Erden, sondern auch im Himmel und unter der Erde: „‘Wer wird hinabsteigen in den Abgrund?‘ das bedeutet: Christus aus den Gestorbenen heraufzuführen“ (Röm.10: 7). Der HErr Jesus war also tatsächlich im Hades und auch im Abgrund (gr. A´BYSSOS), wo Dämonen gefangen sind (Luk.8:31, Offb.9:1-2,11, 11:7, 17:8), denn Er hat ja auch den Schlüssel zum Totenreich bekommen (Offb.1:18). Es trifft also nicht zu, was Bruder Dirk Schürmann behauptet: „Christus ging nach Seinem Tod nicht ‚ins Gefängnis‘, in den Hades, sondern ins Paradies…“ (S.240). Und dass Er den Toten zur Zeit Noahs nicht nur ihre ewige Verdammnis heroldet, sondern die Evangeliumsbotschaft, wird in 1.Petr.4:6 bestätigt, zumal die Worte „herolden“ und „evangelisieren“ im NT als Synonyme verwendet werden.

1.Petr.4:6 „Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt worden, damit sie zwar gerichtet werden dem Menschen gemäß nach dem Fleisch, aber leben möchten Gott gemäß nach dem Geist“.

Dass diese Toten hier keine geistig Toten sind (s. Vers 5!) und dass sie aufgrund von Joh.5:24 auch keine Gläubigen sein können, da sie ja noch gerichtet werden, hatte ich ja bereits ausführlich in einem vorigen Kapitel dargelegt und werde es deshalb hier nicht noch einmal wiederholen. Auch dem Dirk Schürmann ist der Widerspruch zu Joh.5:24 aufgefallen, weshalb er einen alternativen Vorschlag macht: „Wer sich schon während seines Lebens richten, d.h. ‚beurteilen‘ ließ, würde nicht unter das Gericht der Toten kommen… Wer sich ‚richten‘ ließ, erkannte damit einerseits die Beurteilung Gottes über sein sündiges Leben an und andererseits die Beurteilung der Mitmenschen darüber…“ Diese Feststellung ist zumindest merkwürdig. Wo steht denn geschrieben, dass man durch die Heilsannahme „gerichtet“ wird? Hat denn der HErr selbst für uns das Gericht erlitten am Kreuz? Und selbst wenn man das Wort KRI‘NOo mit „beurteilen“ übersetzen wollte wie in 1.Kor.4:5, 11:13 und 10:15, so spricht Petrus von einem „gerichtet WERDEN“, das für diese Toten noch aussteht, sich also nicht auf ihre Vergangenheit bezieht.

Als weiterer Versuch, diese für die Allverdammer hochbedrohliche Aussage zu entschärfen, betont Schürmann die Einschränkung „nach dem Fleische“ und erklärt dazu, dass „das nicht auf Tote angewendet werden kann, weil diese kein Fleisch mehr haben“ (S.243). Das ist natürlich schon ziemlich dreist, denn jeder Bibelleser weiß doch, dass das Wort „Fleisch“ auch im übertragenen Sinn auf die Lüste und Triebe des Menschen gebraucht wird. Petrus will also sagen: „damit sie zwar gerichtet werden unter Berücksichtigung der menschlichen Schwäche“, denn das Fleisch ist ja schwach (Mt.26:41, Röm.6:19).

2.Petr.3:9 „… Er will nicht, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen.“

Petrus spricht im ersten Satzteil von „euch“, wechselt dann aber hier zur allgemeineren Form „irgendwelche“, da es nicht nur die Gläubigen betrifft, sondern für alle Menschen gilt (denn sonst hätte er auch sagen können: „dass IHR verloren geht…“). Der Retterwille Gottes steht ja auch außer Frage, und es gibt sowohl für Gläubige als auch für Ungläubige ein Verlorengehen, wenn man nicht vor der Wiederkunft des HErrn zur Buße (zum Umdenken) kommt. Beachtlich ist jedoch an dieser Aussage, dass Petrus hier die noch fehlende Buße bei einigen als Begründung nennt, warum der HErr noch nicht so bald kommen kann Es liest sich so, als wolle Petrus die Gläubigen unter Druck setzen, ihr Verhältnis mit dem HErrn so schnell wie möglich zu klären, damit Er schneller wiederkommen kann (vergl. Vers 12: „indem ihr …beschleuniget die Ankunft des Tages Gottes“). Wenn aber der HErr aus lauter Retterliebe sogar Sein Kommen verzögert, wieviel mehr muss Ihm dann an der endgültigen Rettung aller Menschen liegen, selbst wenn einige zuvor noch Gericht und die Strafe erleiden müssen!


Schlusswort

Das war jetzt mal eine Auswahl von 18 Bibelstellen, die nur scheinbar die Allversöhnung widerlegen und 22 Bibelstellen, die offensichtlich für die Allversöhnung sprechen. Jeder möge nun selber prüfen anhand der Heiligen Schrift, ob diese Argumente zutreffen oder nicht. In jedem Fall ist es schmerzhaft zu sehen, dass viele Menschen nach dem Tod nicht in Christi Herrlichkeit eingehen, sondern von Ihm gerichtet und bestraft werden. Das sollte uns Gläubige doch um so mehr anspornen, das Wort in Spr.24:11 zu befolgen: „Errette, die zum Tode geschleppt werden, und die zur Würgung hinwanken, o halte sie zurück!“ Wir können zwar nicht direkt die Menschen vor dem Gericht und dem Feuersee „erretten“ – das kann nur der HErr – aber wir können es indirekt, indem wir ein so vorbildliches Leben in Christus führen, dass die Menschen regelrecht angezogen werden und wie Ruth sagen: „Dein Gott sei mein Gott!“ (Rt.1:16). „Wenn du dieses tust, wirst du sowohl dich selbst erretten als auch die, die dich hören“ (1.Tim.4:16).

Die Frage zu klären, ob die Allversöhnung in der Bibel ausreichend belegt ist oder nicht, ist zwar im Vergleich zur Notwendigkeit des regelmäßigen Evangelisierens nachrangig, sollte aber keineswegs geringgeachtet werden, weil es um nicht weniger als die Ehre Gottes geht. Aus meiner Sicht wird das Wesen Gottes durch die Lehre einer ewigen Höllenstrafe massiv verunglimpft und gelästert, sowohl vor der ungläubigen Welt als auch vor der unsichtbaren Engelwelt. Das sollten wir nicht länger zulassen, sondern durch bereitwilliges Prüfen unsere Liebe zur Wahrheit unter Beweis stellen zu Gottes Ehre!

Ferner ist zu beklagen, dass gerade unter jenen, die sich als „bibeltreu“ sehen und bezeichnen, in letzter Zeit eine immer geringer werdende Bereitschaft zu beobachten ist, sich wie in Mal.3:16 und Apg.15:6 gemeinsam zusammenzusetzen, um kontroverse Fragen in der Bibel miteinander zu klären im Geiste der Brüderlichkeit. Dass ist wohl auch nicht zuletzt die Ursache dafür, dass in Bezug auf die Argumente für und gegen die Allversöhnung eine enorme Unkenntnis besteht, da man sich eben – wenn überhaupt – nur einseitig informiert hat. Wie viele z.B. verwechseln deshalb noch immer die modern-theologische Auffassung eines Universalismus, wie er z.B. von Karl Barth vertreten wurde, mit der biblischen Lehre von der Allversöhnung, die durchaus eine angemessene Strafe für die Gesetzlosen im Feuersee nicht ausschließt. Kein Wunder also, dass bei einer solchen Oberflächlichkeit die Lehre von der Allversöhnung als unbiblisch verurteilt und verteufelt wird. An dieser Unkenntnis sind aber nicht zuletzt auch die Vertreter der Allversöhnung selber schuld, weil sie sich aus Furcht vor Repressalien jahrzehntelang zurückgehalten haben, ihre Überzeugung unbefangen zu vertreten.

Zuletzt sei noch erwähnt, dass die Vorstellung von einem autonomen Menschen, der sich souverän und eigenständig entscheidet, wo er die Ewigkeit zubringen will, zu einem völlig gestörten Gottesverhältnis geführt hat, bei dem Gott im Grunde keine Rolle mehr spielt, sondern allein der Mensch Herr seines Schicksals geworden ist, so als ob ein Kind sich selbst gebären könnte. Wenn man Gott die Fähigkeit abspricht, alle Menschen erretten zu können, wundert es nicht, dass man Ihm auch nicht mehr die Macht zutraut, die Gläubigen vor falschen Lehren zu bewahren, und entmündigt sie deshalb, indem man seine Gruppierung vor jeglicher Einflussnahme von außen hermetisch abschottet. Durch solch eine Bevormundung können Christen aber nie zu selbstständigen, reifen Bibelkennern heranwachsen, sondern werden in Unmündigkeit und Menschenabhängigkeit gehalten. Paulus wollte aber nicht über den Glauben anderer herrschen (2.Kor.1:24), sondern appellierte immer wieder an das eigene Urteilsvermögen der Gläubigen (1.Kor.10:15, 11:13, 14:29). Deshalb lasst uns das Wort des HErrn beachten, wenn Er spricht: „Über das Zukünftige befraget mich; aber Meine Kinder und das Werk Meiner Hände lasset Mir anbefohlen sein!“ (Jes.45:11).