"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

Prophetische Ereignisse

 

„So haben wir das prophetische Wort noch befestigter (oder bestätigter), welchem gegenüber ihr vortrefflich tut, wenn ihr darauf achtet, als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen“ (2.Petr.1:19).

 

Einleitung

Es gibt ja seit Monaten kaum ein anderes Thema in den Medien als das Coronavirus. Unter Gläubigen wird diskutiert, ob die drastischen Maßnahmen weltweit überhaupt gerechtfertigt sind oder nicht. Unabhängig von dieser Frage wird aber wohl niemand abstreiten, dass die Panik als solche massive Auswirkungen haben wird auf die Weltwirtschaft in diesem Jahr, so dass eine Geldentwertung (Inflation) droht, sowie eine Bargeldabschaffung, und in absehbarer Zeit auch der Sozialismus wieder eingeführt wird, um die Güter gerecht zu verteilen, und damit verbunden auch eine Weltregierung. Aus der Bibel wissen wir, dass all dies schon vorhergesagt wurde, weshalb wir gar nicht so sicher sind, ob wir uns jetzt nur noch freuen sollen über die baldige Wiederkunft unseres geliebten HErrn (Luk.21:28) oder ob wir Gott bitten sollen, dass Er doch das Unglück abwenden möge und jenen Ungläubigen gnädig sei, die in diesen Tagen völlig einsam auf den Intensivstationen sterben. Die Liebe Gottes lässt sich nicht trennen von der Notwendigkeit des Gerichts. Aber auch durch die Gerichte Gottes übt Gott Seine Liebe an den Menschen, denn durch diese LERNEN sie Gerechtigkeit (Jes.26:9b). Wer nicht hören will, muss fühlen. Aber durch beide Maßnahmen, sowohl des Hörens als auch des Fühlens, soll das gleiche Ziel erreicht werden, nämlich die Zurechtbringung. Deswegen bedeutet das hebr. Wort SchaPhaTh = „Gericht“ nicht nur Verurteilen, sondern auch Recht verschaffen (Ps.82:3), richtigstellen (Sach.7:9), berichtigen (5.Mo.16:8) und damit auch eine allgemeine Wiederherstellung des Rechts.

Schon in dem deutschen Wort „Gericht“ steckt sowohl das Wort „richtig“ als auch das Wort „Richtung“. Der Sinn des Gerichts ist also, etwas Ungerichtetes wieder in die richtige Richtung zu bringen. Gottes Gerichte sind also nicht bloß eine sinnlose Rache, sondern verfolgen ein Ziel, nämlich die Buße, d.h. ein Umdenken. Ähnlich wie in der irdischen Rechtsprechung soll ein uneinsichtigen Täter „gemäß seiner Werke“ gerichtet werden, d.h. durch das Zufügen eines angemessenen, gleichwertigen Schadens zur Einsicht seines eigenen Unrechts gebracht werden (Röm.2:1-4). „Denn der Tag des HErrn ist nahe über alle Nationen: wie du getan hast, wird dir getan werden; dein Tun wird auf deinen Kopf zurückkehren“ (Obadja 1:15). Wie viele Corona-Patienten mögen jetzt auf den Intensivstationen in eine Phase des „Heulens und Zähneknirschens“ gekommen sein, dass sie zu dem Gebet geführt hat: „Ich bin zurecht hier, denn ich empfange von Gott, was meine Taten wert sind; der HErr Jesus aber hat nichts Ungehöriges getan“ (vergl. Luk.23:41). Sobald ein Mensch zu dieser Einsicht gelangt, hat Gott das eigentliche Ziel des Richtens erreicht, denn Gott will, dass am Ende alle zur Erkenntnis der Wahrheit (Jesus Christus) gelangen (1.Tim.2:4). Selbstverständlich ist es mit weitaus weniger Leid verbunden, wenn ein Mensch noch zu Lebzeiten zu dieser Einsicht gelangt.

Gott ist in der Apokalypse also kein verwüstendes Ungeheuer und auch nicht wie der hammerschwingende Donnergott Thor, der in seiner Wut alles kurz und klein schlägt. Aber Er ist auch kein unversöhnlicher Sadist, der Sein Wesen der Güte irgendwann für immer verleugnen würde (2.Tim.2:13), um dann den Großteil Seiner Geschöpfe unendlich lang zu quälen. Sondern Gott ist ein weiser Richter (d.h. Richtunggebender), der Seine Geschöpfe aus dem Chaos in die Ordnung führen möchte, indem Er z.B. das Niedrige erhöht und das Hohe erniedrigt (Ps.75:7), damit Er in der Versöhnungstat am Kreuz durch den HErrn Jesus Christus eines Tages in ihnen wohnen und „alles in allen“ sein kann (Ps.68:18, 1.Kor.15:28). So ist zweifellos auch die Corona-Krise ein Gericht Gottes (griech. KRISIS), für das wir Gott danken dürfen, aber zugleich auch um Gnade bitten sollen, damit sich der Zorn Gottes wieder abwende und Gott sich der Menschen erbarme (Hiob 42:7-10). Wie herzlos wären wir, wenn wir uns wie Jona mit unserem eigenen Gerechtfertigtsein zufriedengäben und insgeheim denken: „Das geschieht den anderen ganz recht! O HErr, ich danke Dir, dass ich nicht so bin wie die übrigen der Menschen, die Dich nicht angenommen haben!“ (vergl. Luk.18:11).

Die Coronavirus-Krise hat nicht nur die Welt aufgeschreckt, sondern auch die Gläubigen wachgerüttelt, dass die Wiederkunft des HErrn Jesus nahe bevorsteht. So lohnt es sich z.B. nicht mehr, Reichtümer auf Erden anzuhäufen oder weit in die Zukunft zu planen, denn mit großer Wahrscheinlichkeit bekommen wir schon in Kürze eine Weltwirtschaftskrise wie 1929 und anschließend eine Weltregierung des Antichristus. Leider haben viele Kinder Gottes heute nur eine recht diffuse Kenntnis über die prophetischen Ereignisse, weil diese entweder gar nicht mehr thematisiert werden (z.B. in evangelikalen Freikirchen oder russlanddeutschen Gemeinden) oder aber vergeistlicht bzw. als bereits erfüllt gepredigt werden (lutherische oder reformierte Gemeinden). Aber selbst bei vielen darbystisch geprägten Brüdergemeinden spielen die Ereignisse der letzten sieben Jahre oftmals keine große Rolle mehr, da man ja der Meinung ist, dass vorher alle Gläubigen entrückt werden und es daher nur noch um Israel gehe. In jedem Falle müsste man sich fragen, zu welchem Zweck uns denn dann die prophetischen Bücher Daniel, Sacharja und der Offenbarung gegeben wurden, wenn diese uns gar nichts mehr angingen oder sich schon alle erfüllt hätten? Wer könnte ein Interesse daran haben, dass wir einen Teil des Wortes Gottes einfach ignorieren und unbeachtet lassen? Genau: der Satan. Dabei ist solch ein Desinteresse so kurz vor der Wiederkunft Christi äußerst fahrlässig, denn gerade UNS gilt ja die Prophetie, um uns rechtzeitig vorzubereiten!

Aus diesem Grund habe ich mir vorgenommen, nach einander mal die prophetischen Bücher Offenbarung, Daniel und Sacharja zu kommentieren, insbesondere die noch nicht erfüllten Prophezeiungen unter Bezugnahme der aktuellen oder zeitgeschichtlichen Ereignisse, soweit der HErr Gnade und Weisheit dazu schenkt. Da über den genauen Ablauf gelegentlich die Meinungen auseinander gehen, werde ich der Fairness halber auch alternative Auslegungen erwähnen, soweit sie mir bekannt sind. Da ich bereits in meinem Buch „Die sieben Sendschreiben – eine gemeindegeschichtliche Auslegung“ ausführlich auf die Kapitel 2 und 3 der Offenbarung eingegangen bin, werde ich zur Vermeidung von Wiederholungen diese überspringen. In Kapitel 4 bis 5 lesen wir dann von dem Lamm Gottes, das nun die Herrschaft angetreten hat und als einziges ermächtigt wurde, die sieben Siegel Seiner königlichen „Ernennungsurkunde“ zu öffnen, durch welche das Inkrafttreten Seiner Herrschaftslegitimation feierlich bezeugt wird. Dabei ist Offb.5:5 einer meiner liebsten Verse in der Heiligen Schrift, der mir schon oft Trost zugesprochen hat: „Weine nicht! Siehe es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamme Juda ist…“ Das sollte unsere größte Freude sein, dass der HErr Jesus bereits gesiegt hat und wir an Seinem Sieg teilhaben dürfen, indem wir unser (bzw. Sein) Leben im Triumphzug in der Welt führen. Alles was der Feind heute noch veranstaltet, sind im Grunde nichts weiter als Rückzugsgefechte. Mit jedem weiteren Siegel, das der HErr öffnet, läuft dem Teufel die Zeit davon (Offb.12:12), obwohl er ohnehin schon gerichtet ist (Joh.16:11).

 

 

A. Prophetische Ereignisse in der Offenbarung 

 

1.     Die vier apokalyptischen Reiter

1Und ich sah, als das Lamm eines von den sieben Siegeln öffnete, und hörte eines von den vier lebendigen Wesen wie mit einer Donnerstimme sagen: Komm! 2Und ich sah: Und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen; und ihm wurde ein Siegeskranz gegeben, und er zog aus, siegend und um zu siegen. 3Und als es das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite lebendige Wesen sagen: Komm! 4Und es zog aus ein anderes, ein feuerrotes Pferd; und dem, der darauf saß, ihm wurde gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen und die Menschen dahin zu bringen, dass sie einander schlachteten; und ihm wurde ein großes Schwert gegeben. 5Und als es das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte lebendige Wesen sagen: Komm! Und ich sah: Und siehe, ein schwarzes Pferd, und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. 6Und ich hörte etwas wie eine Stimme inmitten der vier lebendigen Wesen, die sagte: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar! Und dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu! 7Und als es das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten lebendigen Wesens sagen: Komm! 8Und ich sah: Und siehe, ein fahles Pferd, und der darauf saß, dessen Name ist "Tod"; und der Hades folgte ihm. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit dem Schwert und mit Hunger und mit Tod und durch die wilden Tiere der Erde.“ (Offb.6:1-8)

Ein Vergleich mit den Endzeitreden des HErrn in den Evangelien und ein Blick in die Weltgeschichte genügt, um festzustellen, dass sich die genannten Plagen Krieg, Hunger und Seuchentod schon in den letzten 1900 Jahren erfüllt haben, und zwar immer wieder aufs Neue. Von daher handelt es sich eigentlich nicht um noch zukünftige Ereignisse (wie McArthur erklärt), sondern um eine Abfolge von immer wiederkehrenden Plagen zwischen dem ersten und zweiten Kommen des HErrn Jesus. Aus Krieg folgt Hunger, und aus Hunger Seuchen; und dann folgt eine Erholungsphase bis alles wieder von Neuem beginnt (Pred.1:9). Eine besondere Beachtung verdient jedoch hier der erste Reiter auf dem weißen Pferd: Zunächst denken wir an den HErrn Jesus, der ja in Offb.19:11-16 ebenso auf einem weißen Pferd reitet, gefolgt von himmlischen Heeren auf weißen Pferden. In der Tat hat der HErr durch die siegreiche Verkündigung des Evangeliums auf der ganzen Welt auch das Schwert mit sich gebracht, d.h. Spaltungen und Verfolgung (Mt.10:34). Aber dieser Reiter bringt auch Hunger und Seuchen mit sich in seinem Gefolge und trägt zudem kein Schwert, sondern einen Bogen, was eher auf eine hinterhältige Art des Angriffs deutet: „Denn siehe, die Gesetzlosen spannen den Bogen, haben ihren Pfeil auf der Sehne gerichtet, im Finstern zu schießen auf die von Herzen Aufrichtigen“ (Ps.11:2). Der Reiter ist also ein Gesetzloser, der dem Anschein nach ein Heilsbringer ist und Christus nachahmen will, also der Anti-Christus (d.h. „Anstelle von Christus“). Hierbei ist nicht unbedingt jener letzte große Weltherrscher gemeint, sondern auch die vielen Vorreiter der Weltgeschichte (1.Joh.2:18, Offb.17:9-11), die alle eine scheinchristliche Heilslehre unters Volk brachten, wie z.B. den Islam, den Faschismus oder Kommunismus, und in deren Folge dann Leid und Elend mit sich brachten.

Falsche Evangelien bringen keinen dauerhaften Frieden, sondern immer neuen Krieg. Aber genau das sollen die Menschen durch den feurigen Reiter lernen. Jemand sagte einmal: „Wer sich aus zweitausend Jahren nicht weiß, Rechenschaft zu geben, bleib im Dunkeln unerfahren, mag von Tag zu Tage leben“. Frieden gibt es allein durch unseren HErrn Jesus, der durch Seine Wiederkunft das Tausendjährige Friedensreich einleiten wird. Hitler wollte in seinem Größenwahn selber ein Tausendjähriges Reich erschaffen, ist aber bereits nach zwölf Jahren kläglich damit gescheitert. Auch der Islamische Staat ging schon nach fünf Jahren wieder unter (2014-2019), denn durch Krieg und Terror kann man keinen Frieden erzwingen. Aber auch der sog. „Krieg gegen den Terror“ hat seit 2001 schon weit über eine Million Tote gefordert. Diese Menschen würden heute alle noch leben, wenn der bekennende Christ George W. Bush jr. sich an das Gebot des HErrn Jesus gehalten hätte: „Setzt euch nicht zur Wehr gegen den, der euch etwas Böses antut…“ (Mt.5:39). Im 20. Jahrhundert sind über 130 Millionen Menschen durch Kriege gestorben, besonders in den beiden Weltkriegen. Doch noch mehr Menschen sind infolge falscher Heilslehren wie Islam, Faschismus, Kommunismus etc. gestorben.

In Staaten, wo ununterbrochen Krieg herrscht, kann sich keine stabile Politik und Wirtschaft entwickeln, so dass in solchen Ländern große Armut und Hungersnöte bestehen (besonders in Afrika), die symbolisch durch die Waage des 3. Reiters ausgedrückt werden. Ein Denar war zu biblischen Zeiten der Lohn eines Arbeiters für einen Tag (Mt.20:2). Demnach reicht dieser in Zeiten des Hungers gerade einmal nur für eine Tagesration an Weizen oder aber für drei Tagesrationen an billiger Gerste (die dann für zwei weitere Familienmitglieder ausreicht). Das ist derzeit die Realität von 13 Millionen Menschen auf der Erde: sie leben nicht, sondern sie ÜBER-leben; „zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel“. Doch diese Zahl wird in den nächsten Monaten noch deutlich zunehmen, denn die ganze Welt befindet sich derzeit in einer Rezession, da sie hoch verschuldet ist und sich eine unvorstellbar große Schuldenblase bildete, die im Februar geplatzt ist. Das Ungleichgewicht zwischen einigen wenigen Superreichen und der großen Masse an prekär Beschäftigten, Arbeitslosen oder Hartz-IV-Empfängern in Deutschland wird jetzt noch viel krasser werden, denn die Staaten werden demnächst reihenweise in Konkurs gehen. Die Coronakrise ist hierbei wohl nur eine willkommene Ausrede für die Finanzminister, um ihren Schuldendienst demnächst auszusetzen, denn faktisch sind die Länder ja schon lange zuvor bankrott gewesen und haben ihren Konkurs nur verschleppt. Derweil bleiben Luxusgüter für die Reichen („Wein und Öl“) von dieser Verknappung unbeschadet, da sie diese rechtzeitig aufgehäuft haben.

Der „Tod“ als 4. Reiter sitzt auf einem „fahlen Pferd“ (ChLOoROS heißt eigentlich „grün“, z.B. Kap.8:7). Das Chlorgas wurde wegen seiner hohen Giftigkeit bekanntlich im 1. Weltkrieg als Waffe verwendet. Der Tod durch Ersticken findet aber nicht nur bei den Covid-19-Infizierten statt, sondern ist als „chronisch obstruktive Lungenerkrankung“ (COPD) auch die vierthäufigste Todesursache im 20. Jh. gewesen mit 200 Millionen Toten weltweit. „Fahl“ bedeutet also der unsichtbare Tod, der im Prinzip jeden heimsuchen und vor dem man sich nicht schützen kann. „Und es wurde ihnen Vollmacht gegeben über den vierten Teil der Erde“. Das ergibt bei der heutigen Weltbevölkerung etwa 2 Milliarden Menschen. Sollte sich diese Prophezeiungen also noch einmal in der Zukunft erfüllen, handelt es sich hier möglicherweise um einen Atomkrieg. Der Hades füllt sich dann auf einen Schlag mit einer riesigen Menge an Toten, die durch Blutvergießen, Hunger, Seuchen und „wilde Tiere“ sterben. Der HErr liebt zwar Seine Geschöpfe, aber gerade deshalb wird Er ihre Lieblosigkeit und ihre Gräuelsünden nicht seelenruhig hinnehmen, sondern diesen schlagartig ein Ende setzen.

 

2.     Das 5. und 6. Siegel

9Und als Es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die geschlachtet worden sind wegen des Wortes Gottes und wegen der Bezeugung, die sie hatten. 10Und sie schrien mit lauter Stimme und sagten: ´Bis wann, heiliger und wahrhaftiger Gebieter, richtest und rächst Du nicht unser Blut, das vergossen wurde von denen, die auf der Erde wohnen?´ 11Und es wurde ihnen jedem eine weiße Robe gegeben, und es wurde ihnen gesagt, dass sie sich noch eine kleine Zeitdauer ausruhen sollen, bis auch ihre Mitsklaven und ihre Brüder vollzählig gemacht würden, die sich anschicken, umgebracht zu werden wie auch sie.“(Offb.6:9-11)

Das 5. Siegel beschreibt zwar keine Plage, die - wie die vorigen Siegel - die Welt ereilt, dafür aber eine Wehe, die den Gläubigen der Endzeit (oder der Gemeindezeit? Oder der gesamten Menschheitszeit? vergl. Mat.23:35, Luk.11:51) bestimmt ist, nämlich ggf. den Märtyrertod zu erleiden. Diese „Seelen“ hier beklagen das Unrecht, das ihnen zugefügt wurde, um ihres Festhaltens am Worte Gottes und ihres Zeugnisses willen, und sie „dürsten nach Gerechtigkeit“ (Mt.5:6). Seit Abel schreit alles unschuldig vergossene Blut der Gerechten zu Gott (1Mo.4:10, Luk.11:51). Es ist aber nicht nur ein Schrei nach Rache, sondern auch die Bitte, sie aus einem Stand der Schande zu befreien (das griech. Wort ÄK-DIKÄ´Oo bedeutet wort-wörtlich „(her)aus-rechten“ im Sinne von Recht-ausüben, aus dem Unrecht-ins Recht bringen). Es geht um eine Rehabilitierung der Opfer durch Bestrafung der Täter. Denn solange die Taten noch nicht geahndet wurden, besteht der Anschein eigener Schuld der Hingerichteten weiter und ebenso auch der Eindruck, als ob Gott nicht in der Lage oder willens sei, das geschehene Unrecht zu sühnen, wodurch der Name Gottes verunehrt werde (Ps.115:1-2). Um ihre Gerechtigkeit herauszustellen, wurde ihnen ein weißes Kleid gegeben. Auch den Opfern des DDR-Regimes ging es neben der Entschädigung erlittenen Leides vor allem auch um die Anerkennung, dass sie zu Unrecht im Gefängnis saßen, um ihren beschädigten Ruf wiederherzustellen.

Sie erfahren dann, dass sie sich nur noch eine „kurze Weile“ (griech. MIKRON = mickrig) gedulden sollen, bis auch noch die für den Zeugentod bestimmten Mitknechte das Gleiche erlitten hätten. Das hier verwendete Wort „vervollständigen“, könnte sich sowohl auf das Erreichen einer vorherbestimmten Zahl an Märtyrern, als auch auf den erforderlichen Grad an Heiligung beziehen, der erst durch die Bereitschaft zum Märtyrertod erreicht werden kann. Diese Stelle widerlegt gleich zwei Irrtümer, die in der Christenheit heute bestehen: Zum einen wird ja seitens der Adventisten (aber auch anderer) angenommen, dass die Menschen bis zur Auferstehung alle im Totenreich schlafen und keinen Mucks von sich geben können gemäß Ps.6:5 oder Pred.9:5. Dies stünde aber im Widerspruch zu vielen anderen Zeugnissen, dass im Scheol (seit 585 v.Chr. Hes.32:21) zunehmend miteinander geredet wird (Jes.14:9-16, Luk.16:19-31). Zum anderen widerlegt es auch die landläufige Behauptung vieler Christen heute, dass wir Gläubige keine Drangsal zu erleiden hätten, weil der HErr Jesus ja schon alles für uns erlitten habe. Diese Auffassung verkennt jedoch die Tatsache, dass wir als Nachfolger des HErrn Ihm auch in den Leiden folgen müssen (Mt.10:24-25). Paulus freute sich über die Leiden, die er für die Gemeinde erlitt, und wollte in seinem Fleisch „ergänzen (wörtl. vervollständigen griech. PLEROo) was noch fehlt an den Bedrängnissen des Christus für Seinen Leib, der die Gemeinde ist“ (Kol.1:24).

Der HErr Jesus wurde durch Leiden vollkommen gemacht (Hebr.2:10), und auch wir sollen mit Ihm leiden, um auch mit Ihm verherrlicht zu werden (Röm.8:17). Interessant ist, dass diese Seelen sich „unter dem Altar“ befinden. Unter dem irdischen Altar sammelte sich das Blut (d.h. die Seele 1.Mo.9:4-5, 3.Mo.17:10-14), durch den der Altar entsündigt und geheiligt wurde (3.Mo.8:15). Deshalb durften die Opfer auch nicht auβerhalb des Lagers geschlachtet werden, sondern sie mussten die Opfer zunächst dem HErrn beim Eingang des Zeltes der Zusammenkunft darbringen, damit das Blut an den Altar käme. Geistlich kann dies für uns bedeuten, dass wir unser Leid aus Gottes Hand annehmen sollen zu Seiner Ehre und nicht unsere Zeit und Güter für vergängliche Ziele aufopfern dürfen oder gar als Übeltäter leiden (1.Petr.4:15). Was für eine Schande, wenn ein Christ wegen Betrugs oder gar wegen versuchten Mordes im Gefängnis sitzt! Leider hat es solche Fälle schon gegeben (wie z.B. der selbsternannte „Apostel“ Turgay Yazar, der 2019 einen Mordanschlag verübt hat an einem 24-Jährigen Bruder seiner TrueLife-Sekte und der nur deshalb überlebt hatte, weil die Pistole Ladehemmung hatte). Der HErr Jesus hat aber „außerhalb des Lagers“ gelitten, aber Sein Blut hat Er schon bei der Geißelung in Jerusalem vergossen (Hebr.13:12). Dadurch aber weist der Geist Gottes uns darauf hin, dass es für uns einen Altar im Himmel gibt, auf welchem wir geistliche Opfer darbringen dürfen (Hebr.13:10), jedes Mal wenn wir uns selbst verleugnen.

12Und ich sah, als Es das sechste Siegel öffnete, da geschah ein großes Erdbeben; und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der Mond wurde wie Blut, 13und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine Spätfeigen abwirft, wenn er von einem großen Wind bebt. 14Und der Himmel wurde abgetrennt wie eine Buchrolle, die zusammengerollt wird, und jeder Berg und jede Insel wurden aus ihren Orten bewegt. 15Und die Regenten der Erde und die Größtangesehenen und die Tausendschaftsanführer und die Reichen und die Starken und jeder Sklave und jeder Freie verbargen sich in die Höhlen und in die Felsen der Berge. 16Und sie sagen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns, weg vom Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt und weg von dem Zorn des Lammes! 17Denn gekommen ist der große Tag ihres Zorns; und wer kann bestehen?“ (Offb.6:12-17).

Das sechste Siegel beschreibt das Geschehen am Ende der Drangsalszeit, wenn die Zornesschalen auf die Erde ergossen werden (vergl. Offb.16:18-20). Zu diesem Zeitpunkt sind wir als Gemeinde bereits entrückt, denn „Gott hat uns nicht zum Zorn gesetzt“ (1.Thes.5:9), wohl aber „zur Drangsal“ (1.Thes.3:3). Während der ersten neun Plagen in Ägypten blieben auch die Kinder Israel noch in Gosen und waren z.T. auch noch mit betroffen und beeinträchtigt; aber bei der 10. Plage wurden sie verschont, weil ja das Blut des Passahlammes an ihren Türen war, so dass der Verderber an ihnen vorübergehen / vorbeigehen („passieren“, span. „pasar“ wie „Passah“) musste. Als der Pharao am nächsten Morgen aufstand, waren die Kinder Israel bereits aufgebrochen, und so wird auch der Teufel erzürnt sein, wenn er plötzlich feststellt, dass er die Gemeinde nicht mehr verderben kann. Die Finsternis bei der 9. Plage finden wir nicht nur hier in Offb.6 durch das Schwarzwerden der Sonne, sondern auch beim Tode des HErrn, als „eine Finsternis über das ganze Land kam“ (Luk.23:44). „Dies ist eure Stunde und die Gewalt der Finsternis“ (Luk.22:53). Wenn von dem Zorn Gottes die Rede ist, dann spricht die Bibel immer von „EINER Stunde“, die „Stunde der Versuchung“ (Offb.3:10), in welcher die Welt versucht wird und als „zu leicht erfunden“ wird (Dan.5:27). „Die Gesetzlosen sind wie die Spreu, die der Wind dahintreibt“ (Ps.1:4, s. Spr.10:25, Jer.23:19). Der „Wind“ der hier die unreifen Feigen zu Boden fallen lässt, ist wohl der Heilige Geist, denn PNEUMA bedeutet im Griechischen ja sowohl „Wind“ als auch „Geist“.

Die „Sterne des Himmels“, die auf die Erde fallen, können hier kaum buchstäbliche Sterne sein, denn die meisten echten Sterne sind nicht nur Lichtjahre weit von der Erde entfernt, sondern auch weitaus gröβer als die Sonne, die mit einem Durchmesser von 1.390.000 Kilometern etwa 109-mal so groβ ist wie die Erde. Würde also nur ein einziger Stern mit der Erde kollidieren, würde die Erde sofort verglühen. Wenn von „Sternen“ die Rede ist, fallen darunter auch durchaus Asteroiden („Sternähnliche“), sowie kleinere Himmelskörper (Meteoriten), die oftmals nur eine Größe von wenigen Zentimetern bis zu 1 km Durchmesser haben können. Asteroiden können sogar 10 - 15 km Durchmesser haben, ohne bei ihrem Einschlag gleich die ganze Erde zu vernichten (z.B. der Einschlag, der den Chicxulub-Krater in Neumexiko verursacht haben soll vor 66 Millionen Jahren). Meteoriten entstehen meist aus einer Kollision mit einem Asteroiden, einem Kometen oder einem Meteoriten und verglühen meistens schon bei Eintritt in die Erdatmosphäre (Sternschnuppen), aber manche können auch wie „Hagel und feurige Kohlen“ auf die Erde rasen und schwere Beschädigungen anrichten (Ps.18:12-13). Die „Hagelsteine“, die der HErr in Josua 10:11 vom Himmel fallen ließ, um die Kanaaniter zu töten, waren mit Sicherheit solche kleinen Meteoriten, die bei ungebremster Geschwindigkeit im Weltall wie ein Pistolenschuss schwere Beschädigungen an Raumstationen oder Satelliten verursachen. Um sich vor Atomangriffen oder solchen möglichen Einschlägen aus dem Weltall zu schützen, haben die USA in den letzten Jahrzehnten kilometerlange Tunnelsysteme mit ganzen Städten mit Vorratskammern unter der Erde gebaut, die uns an Offb.6:115-16 erinnern: „Die Könige der Erde und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Starken und jeder Knecht und Freie verbargen sich in die Höhlen und in die Felsen der Berge; und sie sagen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallet auf uns und verberget uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Throne sitzt, und vor dem Zorne des Lammes.“

Es ist jedoch durchaus auch möglich, dass es sich bei den „Sternen des Himmels“ um Gläubige handelt (Dan.12:3, Phil.2:15, Offb.1:20), die vom Glauben abfallen, wovon ja auch in 2.Thes.2:3 die Rede ist (Ungläubige können nicht vom Glauben abfallen, da sie diesen ja nie besaßen. Dass aber „Söhne des Höchsten“ abfallen können, lesen wir z.B. in Ps.82:6-7). Und so sind auch die „Berge“ und „Inseln“ möglicherweise geistlich gemeint, z.B. als Gemeinden, die entweder weit abgehoben sind und auf andere Gläubige herabschauen (wie von einem Berg) oder aber die sich weit abgesondert haben von all den unwürdigen Christen und ihre kleine Gemeinde wie eine „Insel“ sehen, zu der sie sich geflüchtet haben. Beide Einstellungen können vor der „einherflutenden Geißel“ des HErrn nicht bestehen (Jes.28:17). Sie haben ihr Haus nicht wirklich auf den „Felsen“ gebaut, sondern auf viele menschliche „Sandkörner“ (Mt.7:27).

Ebenso muss auch das „große Beben“ (griech. SEISMOS) nicht notwendigerweise (nur) ein ERDbeben sein, sondern es kann auch ein inneres „Beben“ sein, von dem wir z.B. in Jes.30:14-17 eindrucksvoll lesen: „14Die Sünder in Zion sind erschrocken, Zittern hat die Heuchler ergriffen: ´Wer von uns kann bei einem verzehrenden Feuer wohnen? Wer von uns kann bei der ewigen Glut bleiben?´- 15Wer in Gerechtigkeit wandelt und aufrichtig redet ... wer seine Ohren verstopft, um nicht von Blutvergießen zu hören; wer seine Augen verschließt, um Böses nicht mit anzusehen – 16der wird auf Höhen wohnen, Felsenfesten sind seine Burg; sein Brot wird ihm gegeben, sein Wasser versiegt nie. 17Deine Augen werden den König in Seiner Schönheit schauen; du wirst ein weithin offenes Land sehen“. Gerade jetzt in dieser Zeit, in welcher wir von morgens bis abends beängstigende Nachrichten im Radio hören oder im Internet sehen, sollten auch wir uns von diesen Befleckungen reinigen und frei machen, denn Gott wird uns wie Elia zur rechten Zeit das geistliche und leibliche Brot geben, um nicht zu verhungern. Dieses Schreckensnachrichten lähmen uns in der Zuversicht und dem Vertrauen auf den HErrn, deshalb sollten wir diesen berieselnden Dauerkonsum lieber meiden, auch wenn uns das schwerfällt durch unfreiwilligen Heimaufenthalt. „Wenn die Grundsockel weggerissen werden, was tut dann der Gerechte?“ (Ps.11:3). Die Bilder aus den Medien sind selbst wie ein Coronavirus, das uns befallen hat und unsere geistliche Atmung lähmt. Wir brauchen in diesen Tagen nicht nur Handschuhe und Mundschutz, sondern mehr denn je die geistliche Schutzausrüstung aus Eph.6:11-13, damit wir nicht „infiziert“ werden.

 

 

3.     Die Versiegelung der 144.000 Auserwählten aus Israel

1Und danach sah ich vier Engel an den vier Enden der Erde stehen, die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind wehe über die Erde, noch über das Meer, noch über irgendeinen Baum. 2Und ich sah einen anderen Engel, der vom Sonnenaufgang heraufstieg, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen es gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen, 3und er sprach: ‚Schädiget die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben!‘“ (Offb.7:1-3)

Das 7. Kapitel setzt jetzt nicht mit dem „7. Siegel“ fort, sondern macht einen Einschub, um über Gottes Volk zu sprechen, das sich größtenteils noch auf der Erde befindet in den letzten sieben Jahren der Apokalypse. Die Offenbarung geht nicht in chronologischer Reihenfolge vor, sondern berichtet z.T. von parallel laufenden Handlungssträngen, wie es auch die anderen prophetischen Bücher tun. Von den „vier Winden“ lesen wir schon in Dan.7:2 und Sach.6:5, wobei letztere Stelle eine Verbindung zu den vier apokalyptischen Pferden herstellt, wenn auch in geänderter Reihenfolge. Die Engel sollen die Gerichtsstürme noch zurückhalten, bis Seine Auserwählten geschützt sind. Im Gegensatz zu uns Menschen behält Gott Seinen Zorn unter Kontrolle und lässt ihm nicht freien Lauf. Die Versiegelung der 144.000 erinnert mich nicht nur an die Verschonung Israels in der Passahnacht (2.Mo.13), sondern auch an jene in Hesekiel 9, als all jene Bewohner Jerusalems vor dem Gericht Gottes markiert werden sollten, „welche seufzen und jammern über all die Gräuel, die in ihrer Mitte verübt werden“ (Hes.9:4), und am Ende nur Hesekiel als einziger übrig blieb (V.8).

Aus Offb.14:1 erfahren wir, dass das „Siegel des lebendigen Gottes“ in Seinem Namen und dem Namen des Lammes besteht. „Du bist Mein… Du bist teuer und wertvoll in Meinen Augen“ (Jes.43:1+4). Sie sind Sein Eigentum (Eph.4:30), und Er bekennt sich mit Freude zu ihnen, weil sie Seinem Namen alle Ehre erwiesen haben. So muss sich auch David gefreut haben, wenn er mit seinen „Dreißig Helden“ umgeben war, die alle bereit waren, ihr Leben für ihn hinzugeben (2.Sam.23). Gleicherweise sollten auch sie jetzt den vollen Schutz des HErrn genießen, der von ihnen sagt: „Tastet Meine Gesalbten nicht an, und Meinen Propheten tut nichts Übles!“ (Ps.105:15). Genau das gleiche sollten auch wir sagen, wenn wir einen Bruder in Bedrängnis sehen, sei es, dass er von außen angefeindet oder gar zu Unrecht verklagt wird. Wir können uns nicht entziehen, sondern sollen ihm beistehen (5.Mo.22:1-4, Röm.16:2). Interessant ist auch, dass der HErr die Seinen „nicht aus der Welt wegnimmt, sondern sie bewahrt vor dem Bösen“ (Joh.17:15). Sogar dann in dieser letzten Phase der Drangsal beweist Gott Seine Macht, dass Er den Gottseligen aus der Versuchung zu retten weiß (2.Petr.2:9), aber dass Er ihn nicht vorzeitig entrückt, sondern sie zum Zeugnis noch auf Erden belässt.

4Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: 144.000 Versiegelte, aus allen Stämmen der Kinder Israel: 5aus dem Stamm Juda 12.000 Versiegelte; aus dem Stamm Ruben 12.000 Versiegelte; aus dem Stamm Gad 12.000 Versiegelte; 6aus dem Stamm Asser 12.000 Versiegelte; aus dem Stamm Naphtali 12.000 Versiegelte; aus dem Stamm Manasse 12.000 Versiegelte; 7aus dem Stamm Simeon 12.000 Versiegelte; aus dem Stamm Levi 12.000 Versiegelte; aus dem Stamm Issaschar 12.000 Versiegelte; 8aus dem Stamm Sebulon 12.000 Versiegelte; aus dem Stamm Joseph 12.000 Versiegelte; aus dem Stamm Benjamin 12.000 Versiegelte“ (Offb.7:4-8).

Wenn so präzise Zahlen genannt werden, ist es unwahrscheinlich, dass es sich hier nur symbolisch um die Gesamtzahl aller Gläubigen handeln könnte, zumal diese kann ja gar nicht mehr gezählt werden kann (V. 9). Stattdessen wird aus der Parallelstelle in Offb.14 deutlich, dass es sich um eine Elite innerhalb der Gläubigen handelt, die noch viel konsequenter als alle anderen dem Lamme gefolgt sind und sogar in ihren Worten „tadellos“ waren (Offb.14:5). Wie die bereits erwähnten „Helden Davids“ gab es schon immer Herausragende unter den Kriegern des HErrn, deren Hände am Schwert des Wortes klebten (2.Sam.23:10). „Sechzig sind der Königinnen und achtzig der Kebsweiber, und Jungfrauen ohne Zahl; (aber nur) EINE ist meine Taube, meine Vollkommene; sie ist die einzige ihrer Mutter, sie ist die Auserkorene ihrer Gebärerin. Töchter sahen sie und priesen sie glücklich…“ (Hoh.6:8-9). Viele Christen begnügen sich mit dem, was sie haben, und wollen gar nicht 60- oder gar 100-fältig Frucht bringen (Mark.4:8), weil sie auch nicht „über zehn Städte herrschen“ wollen (Luk.19:17). Sie sind schon froh, wenn sie überhaupt dabei sind. Aber Paulus sagt: „Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis empfängt? Lauft deshalb, damit ihr ihn erlangt“ (1.Kor.9:24). Wir sollten auch nicht „unwillig“ reagieren wie die zehn Jünger, über die zwei, die zur Rechten und Linken des HErrn sitzen wollten, wenn sich mal ein Bruder oder eine Schwester durch einen besonderen Eifer für den HErrn hervortut; denn die Könige und Kebsweiber der Braut im Hohelied rühmten die Vollkommene und waren nicht neidisch oder missgünstig.

Manche glauben, dass es in Kap.7 nur von einer irdischen Elite aus dem alten Israel die Rede ist, während es in Kap. 14 um eine Elite aus dem Neuen Bund gehe, die „vor dem Thron“ stehe. Dort aber steht das Lamm bereits mit ihnen auf dem Berg Zion, ist also schon wiedergekommen. Dass die 12 Stämme einzeln erwähnt werden, obwohl sie doch nach der Assyrischen Gefangenschaft zerstreut wurden, ist ein Zeichen, dass Gott selbst bei größter Vermischung und fast gänzlicher Auflösung nicht den Überblick verliert, sondern jeden einzelnen Seines Heeres „herausführt nach der Zahl, sie alle ruft mit Namen; wegen der Größe Seiner Macht… bleibt keines aus“ (Jes.40:26). „Selbst die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Fürchtet euch nicht…“ (Mt.10:30). Ich persönlich bin überzeugt, dass WIR, d.h. die Gläubigen aus dem Neuen Bund, die übrigen zehn Stämme sind, die sich seit dem assyrischen Exil mit den Völkern vermischt haben und nach ihrer Gefangenschaft im 7. Jh. v.Chr. Europa besiedelt haben und sich mit den dort ansässigen Völkern weiter vermischten (Hose 7:8). Mit anderen Worten: Wir sind nicht nur geistlicherweise die Nachkommen Abrahams, sondern auch genetisch (wenn auch vielleicht nur noch zu 1 %). Damit sind wir nicht nur geistlicherweise „Israel“, sondern wir sind es auch buchstäblich, zumindest das vormalige Nordreich. Hierin erfüllten sich sehr viele biblische Verheißungen, die sich anders gar nicht deuten ließen: 1.Mo.17:4-6, 22:17, 28:14, 35:11, 49:10, Jes.54:1-3, Jer.31:32-33, Hos.1:6-10, 1.Makk.12:21, Luk.15:24, Röm.9:24-26, Gal.4:27-28, 5:1, Eph.2:11-12, Röm.4:1, Apg.16:6-12, Richt.5:17, 5.Mo.29:13-14, 1.Chr.17:9-14. Für alle, die es näher interessiert: https://derhahnenschrei.de/index.php/29-sonstiges/179-sind-wir-die-verschollenen-10-staemme-des-hauses-israels).

 

4.     Die unzählbare Menge

9Danach sah ich, und siehe: eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. 10Und sie rufen mit lauter Stimme und sagen: Das Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm! 11Und alle Engel standen rings um den Thron und die Ältesten und die vier lebendigen Wesen, und sie fielen vor dem Thron auf ihre Angesichter und beteten Gott an 12und sagten: Amen! Den Lobpreis und die Herrlichkeit und die Weisheit und die Danksagung und die Ehre und die Macht und die Stärke unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ (Offb.7:9-12)

Was für eine unbeschreibliche Freude! und was für ein Trost muss dieser Anblick für den Apostel Johannes - aber zugleich auch für so viele Kinder Gottes über die Jahrhunderte hinweg - gewesen sein, gerade in allem Leid, das er und sie erlitten, dass eines Tages alles vorbei sein wird, und eine Schar, die niemand zählen kann, vor dem Thron Gottes sein wird! Endlich am Ziel! Im Unterschied zu der vorigen Menge an Erlösten, den 144.000, in den Versen 1-8 besteht diese Volksmenge aus allen Völkern der Erde und nicht nur aus Israel. Während die Versiegelten die Drangsal noch vor sich haben, hat diese unzählbare Schar sie schon hinter sich (Vers 14). Wie die Märtyrer beim 5. Siegel tragen auch sie weiße Gewänder; sie sind demnach also inzwischen vollzählig (6:11). Im Vergleich zu den 144.000 ist ihre Menge aber nicht mehr zählbar, womit sich die Verheißung an Abraham erfüllt hat: „Ich werde dich reichlich segnen und Deinen Samen sehr mehren, wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist…“ (1.Mo.22:17). Die Unzählbarkeit gilt natürlich nur für uns Menschen, denn Gott kennt ja sogar die Zahl der Haare auf unseren Köpfen (Luk.12:7). Man schätzt die Anzahl der Sterne allein in der Milchstraße auf 200 Milliarden. Aber im gesamten Universum soll es gemäß einer vagen Hochrechnung wiederum 350 Milliarden Galaxien geben! Von Gott aber heißt es, dass Er jeden Stern „mit Namen ruft“, so dass „keiner vermisst wird“ (Jes.40:26). Und so hat Er auch uns beim Namen gerufen und bringt uns alle vollzählig heraus aus dieser Welt (Jes.43:1, Joh.10:4). Das sind nicht nur wir, sondern auch alle Kinder (Mt.19:14), geistig Behinderten (Mt.5:3) und nicht zuletzt alle Ungeborenen, die je abgetriebenen wurden! Zusammen mit den himmlischen Heerscharen von Engeln bilden wir dann einen Chor von Erlösten, die Gott dankend anbeten werden.

"13Und einer von den Ältesten begann und sprach zu mir: Diese, die mit weißen Gewändern bekleidet sind – wer sind sie und woher sind sie gekommen? 14Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind es, die aus der großen Drangsal kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes. 15Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen Ihm Tag und Nacht in Seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen. 16Sie werden nicht mehr hungern, auch werden sie nicht mehr dürsten, noch wird die Sonne auf sie fallen noch irgendeine Glut; 17denn das Lamm, das in der Mitte des Thrones ist, wird sie hüten und sie leiten zu Wasserquellen des Lebens, und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.“ (Offb.7:13-17)

Die Frage des Ältesten war rhetorisch gemeint, denn Johannes ahnte es sehr wohl, bat aber darum, dass der Älteste es selbst bestätigen möge. Es konnte nur dieselbe Schar von Erkauften sein durch das Blut des Lammes aus Kap.5:9, wo dieselbe Formulierung gebraucht wird „aus allen Stämmen, und Sprachen und Völkern und Nationen“. Niemand käme auf die Idee, dass es sich in Offb 5:9 nicht um die Gesamtzahl aller Gläubigen handeln würde, die je gelebt haben. Dies muss insofern betont werden, weil nicht wenige Brüder heute der Ansicht sind, dass es sich bei der unzählbaren Volksmenge in Offb.7:9-14 nicht um die ganze Gemeinde Christi handeln würde, die nach ihrer Auffassung ja schon vor der großen Drangsalszeit entrückt werde, sondern nur um jene, die sich in diesen sieben Jahren einer noch nie dagewesenen Drangsal noch bekehrt haben. Offen bleibt indes die Frage, wie so eine unzählbare Menge an Neubekehrten überhaupt vom Evangelium hören konnte, da aufgrund der angeblichen Vorentrückung ja der Heilige Geist mitsamt allen Gläubigen die Erde verlassen hatte und niemand zum Glauben finden kann „ohne einen Prediger“ (Röm.10:14). Was also in 2000 J. Evangeliumsverkündigung nicht geschafft wurde, das soll auf einmal ohne Heiligen Geist- und Gemeindeanwesenheit wie durch ein Wunder in nur gerade einmal sieben Jahren unter den widrigsten Umständen der Verfolgung erreicht werden, wo die Knechte Gottes um ihr Überleben kämpfen müssen, da sie nicht mehr kaufen oder verkaufen können!?

Der Denkfehler besteht hier darin, dass man „Drangsal“ mit „Zorn“ verwechselt. Die „Stunde der Versuchung“ bzw. die „Stunde Seines Gerichts“ (Offb.3:10, 14:7+15), in welcher die Zornesschalen auf die Erde gegossen werden, gehört nämlich schon zum „Tag des HErrn“ und ist das erste Ereignis, das nach Ablauf der sieben Jahre bei der Wiederkunft des HErrn Jesus stattfinden wird, nachdem wir als Gemeinde bereits entrückt sind (Ps.110:5, Jes.13:9+13). Eine „Stunde“ ist eine Metapher für eine relativ kurze Zeit, die aber durchaus über mehrere Stunden oder Tage andauern kann - wie etwa der Zeitraum von der Verhaftung des HErrn Jesus bis zu Seiner Kreuzigung, von welcher der HErr sagte: „Dies ist eure Stunde und die Gewalt der Finsternis“ (Luk.22:14+53). Zuvor aber – in der zweiten Hälfte der sieben Jahre – werden die Gläubigen aus den Juden und Nationen eine „große Drangsal“ erleiden unter der antichristlichen Vorherrschaftszeit, nachdem der „Gräuel der Verödung“ aufgestellt wurde (Dan.9:27, 12:1, Mt.24:21). Wir sind zwar als Kinder Gottes „nicht zum Zorn gesetzt, sondern zur Erlangung der Rettung“ (1.Thes.5:9), aber im selben Brief wird auch gesagt: „Dass doch niemand wankend werde in diesen Drangsalen, da ihr wisset, dass wir dazu gesetzt sind“ (1.Thes.3:3). „Drangsal“ ist ja etwas, das jeder Gläubige in seinem Leben schon erfahren hat und zur Reifung im Glauben dazugehört. Durch das Ausharren in Zeiten der Prüfung werden wir bewährt und Gott verherrlicht sich. „Am Tage meiner Drangsal suchte ich den HErrn; meine Hand war des Nachts ausgestreckt und ließ nicht ab…“ (Ps.77:2). In Psalm 107 heißt es immer wieder „Da schrien sie zu dem HErrn in ihrer Bedrängnis, und aus all ihren Drangsalen rettete Er sie“ (V. 6+13+19+28). Gerade die große Drangsal in den letzten sieben Jahren wird ja dazu führen, dass die Gläubigen sich zubereiten lassen und ihre Lampen schmücken (Mt.25:7).

„Sie haben ihre Kleider gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes“. Dies erinnert mich an das Lied von Zinzendorf: „Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. Drum soll auch dieses Blut allein mein Trost und meine Hoffnung sein… Wird dann die Frag an mich gebracht: Was hast du in der Welt gemacht? So sprech ich: Dank sei meinem HErrn! Könnt ich was Guts tun, ich tat’s gern. Wenn nun kam eine böse Lust, so dankt ich Gott, dass ich nicht musst; ich sprach zur Lust, zum Stolz, zum Geiz: Dafür hing unser HErr am Kreuz…“ Viele verstehen die Gnade heute nur noch als unverdiente Gunsterweisung, dabei ist sie vor allem Befähigung zum Gutestun (Tit.2:11-14). Bei der Bekehrung sind gute Werke überflüssig, aber in der Nachfolge kommt es entscheidend auf unsere guten Werke an (Mt.13:12, 25:29, Mk.4:25, Luk.8:18, 19:26 etc. Es ist das Rechts- und Erziehungsprinzip Gottes: Wer hat, dem wird gegeben werden. Der mit 10 Talenten bekommt das eine Talent, das dem Untätigen weggenommen wurde, oben drauf. Nur wer den Glaubenskampf gegen die eigene Sünde intensiv geführt hat, bekommt die Strafe für die noch unbewältigten Sünden erlassen. Nicht der Erfolg des Kampfes, sondern die aufgewandte Mühe im Kampf wird belohnt. Dennoch ist all unsere Anstrengung nicht aus eigener Kraft, sondern Gottes Wirken und Ruhm. Denn von Ihm kam alles, und aus Seiner Hand haben wir Ihm gegeben! (1.Chr.29:14).

Welch einen Trost uns der Heilige Geist hier schenken möchte, dass Er Sein Zelt über uns ausbreiten wird und wir dann für immer vor dem Thron Gottes Ihm priesterlich dienen dürfen „Nacht und Tag in Seinem Tempel“. Wem aber schon heute der regelmäßige Gottesdienst mit Lob und Dank lästig geworden ist – was will ein solcher in der Herrlichkeit, wo es am Ende nur noch ein Loben und Danken geben wird? (freilich wird es zunächst aber auch viel Beschämung geben: Hes.16:52-63, 36:32, 43:10-11, Luk.14:9, 1.Kor.1:27, 1.Joh.2:28, Offb.3:18). Lob und Dank kann nur dann wirklich ein Bedürfnis werden, wenn man wie Paulus zuweilen „übermäßig beschwert wurde, über Vermögen, sodass wir selbst am Leben verzweifelten“, aber dann immer wieder die Rettung Gottes erfahren durfte (2.Kor.1:8-10). Deshalb ist es notwendig, dass nicht nur immer der sanfte Südwind, sondern auch der raue Nordwind gelegentlich den Garten unseres Glaubenslebens durchwehe, um seine Wohlgerüche hervorzubringen (Hoh.4:16). Wenn ein Baum nie bedrängt wird, wächst er zwar in die Breite, aber nicht in die Höhe. Wenn er hingegen im Wald von vielen anderen Bäumen umgeben wird, die ihm das Licht rauben, dann ist er gezwungen, in die Höhe zu wachsen, um an das Licht der Sonne zu gelangen.

Nach all der Gluthitze auf dem beschwerlichen Pilgerweg durch die Wüste dieser Erdenzeit will der HErr selbst ein Zelt über uns sein, um uns für immer zu beschirmen (Jes.4:5-6, 49:10). Im Grunde sehnt sich ja jeder Mensch nach einem so tiefen Frieden und väterlichen Geborgenheit. Die Welt draußen ist für die meisten ein Feindesland, weshalb sie sich Häuser mit Alarmanlage und Wachhunden anschaffen. Wer kein Geld dafür hat, verbirgt sich hinter der Schutzkleidung eines Nikab oder aber einer Punker- oder Gothic-Verkleidung. Es gibt ja Menschen, die von Kopf bis Fuß tätowiert sind unter dem Vorwand, dass sie das schön fänden. In Wirklichkeit aber wollen sie dadurch ihr wahres Gesicht vor den Menschen verstecken, weil sie schon zu oft im Leben verletzt wurden. Wir Christen dürfen diesen armseligen Geschöpfen Gottes zurufen, dass es einen Ruheort gibt für ihre geschundenen Seelen, wo das Lamm Gottes sie trösten und zu einem Quell lebendigen Wassers führen will (Ps.23:2). Aber wo ist heute die „große Schar an Siegesbotinnen“, die diese tröstliche Frohbotschaft den Menschen weitersagen (Ps.68:11)? Ich kenne einen Currywurstverkäufer aus Verden, der jedem seiner Kunden die frohe Botschaft vom Heil in Christus mit auf den Weg gibt. Seine Imbissbude ist voll mit Bibelversen bestückt. Die Leute nennen ihn den „Pommes-Prediger“ und unterhalten sich gern mit ihm über Gott und die Welt. Denn unter dem Vorwand, nur eine Wurst essen zu wollen, kann jeder ihm seine innere Not beichten, ohne sich zu blamieren – und es gibt bei vielen Menschen eine große Sehnsucht nach Gott und einer himmlischen Heimat.

 

5.      Die Gebete der Heiligen

1Und als es das siebte Siegel öffnete, entstand eine Stille im Himmel, etwa eine halbe Stunde lang“ (Offb.8:1)

Die 7 Siegel werden ja zuerst in Offb. 5 genannt und dann in Offb. 6 die Siegel 1 bis 6 inhaltlich vorgestellt. Siegel 1 bis 5 sind immer wieder sich ereignende typische Abläufe innerhalb der Gemeindezeit mit der höchsten Steigerung im endzeitlichen letzten Ablauf, während Siegel 6+7 den einmaligen und endgültigen Abschluss der Siegel markiert. Dieser Abschluss besteht in der Absetzung der bisherigen Regierung (Satan, Antichrist und falscher Prophet) und Einsetzung der neuen Regierung für das 1000-Jahr-Reich, bei der alle Aktivitäten im Himmel ruhen. Vor diesem Abschluss wird das Ergebnis der großen Drangsal genannt: die unzählbar große Volksmenge. Die große Drangsal beginnt und endet mit der Vollmacht des Antichrists. Die 144.000 haben anscheinend entscheidenden Anteil an diesem Ergebnis. Die 7 Posaunengerichte (in den ersten 3 ½ Jahren) und die 7 Zornschalengerichte (in den zweiten 3 ½ Jahren) sind Eingriffe (Plagen) Gottes, mit denen Er die irdisch-weltlichen Menschen unter Leidensdruck setzt, während die Gläubigen unter Verfolgung leiden. Das damit angezielte Umdenken der Menschen erfolgt naturgemäß erst später im Rückblick darauf.

Man könnte das Schweigen im Himmel also als eine Art Intermezzo nach dem ersten Akt einer Vorführung verstehen, das die Spannung steigern soll, indem alle Aufmerksamkeit auf die nun folgenden Handlungen gelegt werden kann. Vielleicht gilt diese Aufmerksamkeit aber auch allein der leisen Stimme Gottes, die man nur in der absoluten Stille vernehmen kann (1.Kön.19:12). Die Geschöpfe müssen still werden, um das Urteil Gottes zu vernehmen (Ps.76:9, Hiob 33:33). Interessant ist, dass eine solche Stille offenbar keineswegs der Normalfall ist. Während wir im Weltall keinen einzigen Mucks hören können, sind in der himmlischen Dimension immer wieder „Stimmen und Donner und Blitze und ein Beben“ zu hören (4:5, 11:19, 16:18). In der Versammlung der himmlischen Heere wird immer viel debattiert und beratschlagt – Dinge, von denen wir nur eine Ahnung, aber keine direkten Informationen haben (1.Kön.22:19-22).

2Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott standen; und es wurden ihnen sieben Posaunen gegeben. 3Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar, der hatte ein goldenes Räucherfass; und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es zusammen mit den Gebeten der Heiligen auf dem goldenen Altar darbringe, der vor dem Thron ist. 4Und der Rauch des Räucherwerks stieg auf vor Gott, zusammen mit den Gebeten der Heiligen, aus der Hand des Engels. 5Und der Engel nahm das Räucherfass und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde; und es geschahen Stimmen und Donner und Blitze und ein Erdbeben.“ (Offb. 8:1-5)

Als nächstes lesen wir, wie ein Engel vor den goldenen Altar vor Gottes Thron im Himmel tritt, um mit Räucherwerk die „Gebete der Heiligen“ zu unterstützen. Räucherwerk stand im AT symbolisch für das Gebet (Ps.141:2), denn es war wie alle Opfer ein „lieblicher Wohlgeruch“ für den HErrn. Wir alle kennen diesen angenehmen Geruch von Gewürzen und Weihrauch ebenso wie den von gegrilltem Fleisch. Und so sind auch unsere Gebete für Gott ein angenehmer Wohlgeruch! Die Braut Christi wird während ihrer Wüstenpilgerschaft im Hohelied mit einer „Rauchsäule“ verglichen, die „durchduftet von Myrrhe und Weihrauch ist und von allerlei Gewürzpulver des Krämers“ (Hoh.3:6). Die unzähligen Fürbittgebete während unseres Lebens werden hier gewissermaßen gebündelt und steigen hier mit einer intensiven Wirkung vor Gott empor. „All die Nationenmenschen, über die Mein Name angerufen worden ist“ (d.h. für die Fürbitte getan wurde), sollen den HErrn „(eifrig bis zum Erfolg) suchen“ (Apg.15:17, Hebr.1:6). Viele Ausleger (und ich) sehen in dem Engel den HErrn Jesus selbst. Christoph Karl Ludwig von Pfeil (Philadelphia-Gemeinde) drückt es 1741 in dem Lied „Betgemeinde, heilge dich“ (Altes EKG 275, fehlt im neuen EG) so aus: „2. Das Gebet der frommen Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet, und da ist Jesus Christ Priester und Versühner aller Seiner Diener“.

Durch das Gebet, und besonders durch die Fürbitte, offenbaren wir echte Glaubensgerechtigkeit, so wie Hiob (Hi.1:5, 42:10, Hes.14:14). Denn wenn wir uneigennützig für andere im Verborgenen beten /bitten, üben wir unsere Gerechtigkeit nicht vor Menschen, sondern werden nur von Gott gesehen, also ein absolutes Wagnis des Glaubens. Daniel betete dreimal am Tag und war ein Vielgeliebter (Dan.6:10). Dem Verstand widerstrebt das regelmäßige Gebet, weil er es insgeheim für sinnlos und abergläubisch ansieht. Aber hier sehen wir, dass jedes einzelne „Gebet der Heiligen“ bei Gott Berücksichtigung findet. Als Priester Gottes sollen wir unsere Lieben wie eine Brustweste auf dem Herzen tragen und sie immer wieder vor Gott bringen (2.Mo.28:29; vergl. Hebr.10:24-25). Dieses beharrliche Flehen ist eine Heldentat des Glaubens und Gott ein lieblicher Wohlgeruch. „Gott aber sollte Er nicht erst recht dafür sorgen, dass Seine Auserwählten, die Tag und Nacht zu Ihm rufen, zu ihrem Recht kommen?“ (Luk.18:7) „… wie sollte Er uns mit Ihm nicht auch alle(s) schenken!“ (Röm.8:32). Es ist ja geradezu Sünde, wenn wir deshalb in der Fürbitte für das Volk Gottes „ablassen“ (1.Sam.12:23)!

Ein Bruder sagte mal zu mir: „Ich muss nicht jeden Tag Gott für das Essen danken. Ich danke Gott einmal im Jahr für alle Mahlzeiten, die ich im nächsten Jahr noch essen werde. Gott weiß ja ohnehin, dass ich Ihm dankbar bin.“ – Was für eine Unverfrorenheit! Und was für eine Lieblosigkeit, die hier offenbar wird! Es geht ja beim Gebet gar nicht allein darum, dass ich Gott erinnern müsste, denn Er weiß ja wirklich schon vorher, was wir benötigen (Mt.6:8). Vielmehr ist es so, dass Gott durch das regelmäßige Beten unseren Charakter verändert, indem unsere Liebe immer weiter wächst. Wenn Christen lieblos und fleischlich sind, ist die Ursache deshalb vor allem mangelndes Gebet. Das ist auch der Grund, warum der Feind den Menschen mit so vielen Vergnügungen und Ablenkungen lockt, um sie vom Gebet abzuhalten. Sie sollen lieber im Fernsehen die Menschen bewundern bei „Supertalent“-Wettbewerben oder Casting-Shows (Offb.13:15). Auch viele Christen schauen sich lieber die Weltmeisterschaft an, anstatt zur Bibelstunde zu gehen. Um ihre Mitglieder bei Laune zu halten, sind viele Freikirchen sogar schon dazu übergegangen, große Fußballspiele live zu übertragen, wodurch sie den Götzendienst im Haus des HErrn praktizieren (2.Kön.21:7 Manasse). Überhaupt hat ein schleichender Prozess des Abstandnehmens vom traditionellen Gottesdienst stattgefunden: Erst wurden die Liederbücher obsolet und später das Mitnehmen von eigenen Bibeln, weil heute jedes Bibelzitat durch einen Beamer an die Wand übertragen wird. Und neuerdings kommen die Christen noch nicht einmal mehr physisch in den Gottesdienst, da man ihn z.T. per Livestream zuhause verfolgen kann. Alles wird wegrationalisiert auf Kosten des Glaubens.

Doch zurück zum Text: Aus demselben Räuchergefäß, mit dem der Engel den Gebeten der Heiligen Kraft verliehen hat, nimmt er nun Feuerglut vom Altar, um diese auf die Erde zu werfen. So wie das Geschrei der Kinder Israel in Ägypten zu Gott emporstieg (2.Mo.2:23), so ließ Gott am Ende auch Seine Plagen auf Ägypten herabfallen, um die Verbrechen an Seinem Volk zu ahnden. Zugleich bereiten sich nun die sieben Engel mit ihren Posaunen vor, um den letzten Countdown einzuleiten. Dieser Posaunenschall ist keineswegs nur symbolisch gemeint, denn es gibt viele Zeugnisse aus der ganzen Welt, wo man himmlische Schofar-Hörner vernommen hat. Diese gehören zu den Zeichenankündigungen in Joel 3:3 „… Und Ich werde Wunderzeichen/Wahrzeichen geben am Himmel und auf der Erde: …“; „und vom Himmel ‹her› große Zeichen werden sein“ (Lukas 21:11). Am 01.10.2016 waren z.B. über Jerusalem laute Trompetenstöße zu hören: https://www.youtube.com/watch?v=DGzLqvNN2e8). Diese Trompetenstöße konnten darauf hinweisen, dass wichtige Ereignisse betreffs Jerusalem anstehen. Z.B. 7 Monate später die Erklärung Russlands zur Teilung Jerusalems. Wann waren die Schritte Trumps zu Jerusalem? Der König der Könige lässt Sein Kommen schon mal mit Fanfaren ankündigen, damit alle sich darauf einstellen können. Wie wir uns darauf einstellen können, sagt uns der HErr in Luk.21:34-36. Die dazu noch nötige Erziehungsarbeit des HErrn an uns steht in 1.Mo.47:13-26.

 

6.     Die ersten vier Posaunen

7Und der erste Engel posaunte: und es kam Hagel und Feuer, mit Blut vermischt, und wurde auf die Erde geworfen. Und der dritte Teil der Erde verbrannte, und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras wurde versengt. 8Und der zweite Engel posaunte: und ein großer mit Feuer brennender Berg wurde ins Meer geworfen; und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut. 9Und es starb der dritte Teil der Geschöpfe, welche im Meere waren, die Leben hatten, und der dritte Teil der Schiffe wurde zerstört. 10Und der dritte Engel posaunte: und es fiel vom Himmel ein großer Stern, brennend wie eine Fackel, und er fiel auf den dritten Teil der Ströme und auf die Wasserquellen. 11Und der Name des Sternes heißt Wermut; und der dritte Teil der Wasser wurde zu Wermut, und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter gemacht waren. 12Und der vierte Engel posaunte: und es wurde geschlagen der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, auf dass der dritte Teil derselben verfinstert würde, und der Tag nicht scheine seinen dritten Teil und die Nacht gleicherweise“ (Offb.8:6-12)

Wir lesen hier von der „Ernte der Erde“ (Offb.14:15-16) und sehen in diesen ersten vier Posaunengerichten, die sich während der siebenjährigen Drangsal ereignen, dass nicht nur die Menschheit, sondern auch die Natur von dieser betroffen wird (Röm.8:22). Gott zerstört das, was Er selbst einmal aufgebaut und gepflanzt hat (Jer.45:4). Aber Er hat das Recht dazu, denn Er hat ja auch alles geschaffen. Zwar hat auch der Mensch durch Unvernunft seine Lebensgrundlagen z.T. zerstört, aber er wäre nicht in der Lage, in dem Umfang, wie Gott alles erschuf, es wieder zu vernichten, auch nicht durch den Klimawandel. Dahinter steckt letztlich auch eine menschliche Hybris: weder das Waldsterben, noch der Atomkrieg sind bisher eingetroffen; und so werden auch all die Maßnahmen gegen den Klimawandel vergeblich sein, denn der Mensch kann die Erde weder vernichten, noch erhalten, wenn Gott es nicht will. „Wer ist, der sprach, und es geschah, ohne dass der HErr es geboten? Das Böse und das Gute, geht es nicht aus dem Munde des Höchsten hervor? Was beklagt sich der (noch) lebende Mensch? Über seine Sünden beklage sich der Mann!“ (Klag.3:37-39).

Die Plagen, die Gott über die Erde und seine Bewohner verhängt, erinnern uns auch an die Plagen Ägyptens. Damals wie zukünftig soll der Mensch für seine Gesetzlosigkeit bestraft aber auch erzogen werden. „Wenn Deine Gerichte die Erde treffen, so lernen Gerechtigkeit die Bewohner des Erdkreises“ (Jes.26:9). So wie damals fordert Gott auch demnächst wieder vom Antichristen: „Lass Mein Volk ziehen, dass sie Mir dienen!“ (2.Mo.8:1, 20, 9:1, 13, 10:3). Diese Aufforderung ergeht aber gewissermaßen schon heute, denn auch wir können dem HErrn erst wirklich dienen, wenn wir uns von den Dingen dieser Welt gelöst haben. „Es gibt kein echtes Leben im falschen“ sagte mal Theodor Adorno, bezog dies jedoch auf den Kommunismus, der ohnehin kein echtes Leben hervorbringen kann. Es kann keinen wirklichen Neuanfang geben, ohne dass das alte Leben (Umfeld) konsequent vernichtet wird (Joh.12:25). Wie gütig ist der HErr, wenn Er uns durch „Plagen“ dazu verhilft, die Dinge dieser Welt leichter verlassen zu können, damit wir nicht mehr an ihnen hängen! Wir sind Herausgerufene (griech. EK’KLESIA), im Gegensatz zu jenen, die „Im Haus Gebliebene“ sind (griech. „OIKOo‘MENE“).

Durch die kurz aufeinander folgende Häufung der Plagen wird den Menschen klar, dass dies kein Zufall mehr ist, sondern dass es sich nur um die angekündigte Apokalypse handeln kann. Wer bereits gottesfürchtig ist, wird noch auf die Schnelle sein Verhältnis zum HErrn völlig in Ordnung bringen; und wer Gott noch nicht kennt, wird einen Zusammenhang vermuten zwischen der exzessiven Gottlosigkeit im antichristlichen Weltreich und der feurigen Reaktion darauf vom Himmel. Was der Mensch sät, das erntet er nun. Trotzdem vernichtet der HErr nicht gleich die ganze Welt, sondern gibt den Überlebenden noch Zeit, Buße zu tun (Röm.2:1-4). Wenn dem Menschen die Lebensgrundlagen genommen werden, dann kann er spätestens dann nicht mehr Gott einfach ignorieren, sondern kommt zum Nachdenken. Die Atheisten werden sich fragen müssen, wie sie all diese ungewöhnlichen Phänomene eigentlich noch mit der Naturwissenschaft erklären können.

Auffällig ist, dass alle Posaunengerichte immer nur den dritten Teil von allem töten oder zerstören, wobei später bei der sechsten Posaune auch noch ein zweites Drittel der Menschen getötet wird (Offb.9:15+18). Könnte es einen Zusammenhang geben zwischen dem Gericht des irdischen Drittels mit dem Gericht am himmlischen Drittel der Engel, die sich dem Satan angeschlossen hatten (Offb.12:4)? Immerhin sagen wir ja auch im Gebet, dass Gottes Wille geschehen möge „wie im Himmel, also auch auf der Erde“. Bei dem feurigen Hagel, der mit Blut vermischt ist, handelt es sich möglicherweise um Vulkanausbrüche, was zugleich auch den „feuerglühenden Berg“ erklären würde, der sich ins Meer ergießt, denn dieser unterscheidet sich ja von dem „brennenden Stern“, der bei der 3. Posaune auf die Erde fällt. Bei einem Vulkanausbruch sterben die meisten Menschen nicht unmittelbar durch die heiße Lava und die Steine, sondern durch den darauf folgenden Ascheregen, der die Natur im weiten Umkreis vernichtet. Beim verheerendsten Vulkanausbruch der Geschichte, des Tambora 1815 auf der indonesischen Insel Sumbawa, starben sofort 12.000 Menschen; aber durch den sog. Vulkanischen Winter, der sich in der Folgezeit über weite Teile Nordamerikas und Europas ausbreitete, starben noch mindestens weitere 71.000 Menschen. „Asche und Schwefelsäure-Aerosole verteilten sich global und ließen die globalen Durchschnittstemperaturen im Folgejahr der Eruption um 3 °C sinken. Chaotische Wetterverhältnisse, Missernten und dadurch bedingte Hungersnöte waren die Folgen. Das Jahr 1816 ging als ‚Jahr ohne Sommer‘ in die Annalen der Geschichtsbücher ein“ (aus Vulkane.net, „Das Jahr ohne Sommer“).

Dass sich das Meer zu einem Drittel in Blut verwandelt, erinnert nicht nur an 2.Mo.7:17-21, sondern auch an Offb.11:6, wo die zwei Zeugen „Gewalt über die Wasser haben, sie in Blut zu verwandeln“. Ich nehme an, dass sich dies dann auch durch die zweite Posaune erfüllen wird. Später bei der zweiten Zornesschale verwandelt sich dann das ganze Meer in Blut (Offb.16:3), so dass die Menschheit kaum überleben würde, wenn die Zorneszeit länger als ein paar Tage andauern würde, denn pro Jahr werden im Schnitt 172.900.000 Tonnen Fisch gefangen, der nicht nur zur Ernährung der Menschheit beiträgt, sondern Millionen von Arbeitsplätzen sichert. Das „Blut“ soll die Menschen an all das unschuldig vergossene Blut erinnern, an dem die meisten von ihnen schuldig sind, und zwar nicht nur direkt durch Mord (Abtreibung!) sondern auch indirekt durch unterlassene Hilfeleistung (Jak. 4:17). Sie sollen selbst das Blut trinken von all den Heiligen, die sie getötet haben (Offb.16:6). Wir Gläubigen hingegen, die wir symbolisch beim Abendmahl das Blut des Lammes getrunken haben, bleiben von diesem Gericht verschont (1.Kor.11:25).

Bei der dritten Posaune werden die Quellen der Gewässer bitter gemacht durch einen Stern, der „Wermut“ heißt. Eine Quelle oder „Wurzel der Bitterkeit“ deutet auf eine heimliche Rebellion gegen Gott hin (Hebr.12:15), indem jemand sich selbst in seinem Herzen segnet und sagt: „Ich werde Frieden haben, wenn ich auch in der Verstocktheit meines Herzens wandle!“ (5.Mo.29:18-19). Wir sprechen ja umgangssprachlich von einem Wermutstropfen, wenn wir neben etwas Angenehmen auch noch etwas Unangenehmes ertragen müssen, das die gute Stimmung trübt. Aus dem Wermut (lat. Artemisia absinthium) wird neben dem Würzwein Vermouth auch das hochprozentige Getränk Absinth hergestellt (45-89 % Alkohol), das u.a. das Nervengift Thujon enthält und im 19. Jh. viel getrunken wurde wegen seiner halluzinogenen Wirkung. „So erkenne und sieh, dass es schlimm und bitter ist, dass du den HErrn, deinen Gott, verlässest, und dass meine Furcht nicht bei dir ist, spricht der Herr, Jahwe der Heerscharen“ (Jer.2:19).

Durch die vierte Posaune findet eine Verfinsterung auf Erden statt, ähnlich wir bei der Finsternis in Ägypten, da die Himmelsgestirne nicht mehr ihren vollen Glanz geben. Geistlich gesehen sind hier die Gläubigen gemeint, die ja als „Lichter in der Welt scheinen“ sollen (Mt.5:14, Phil.2:15). Als der HErr Jesus auf Erden wandelte, war Er das „Licht der Welt“ (Joh.1:9, 3:19, 8:12, 9:5, 12:46). Er ist die Sonne, die dem Mond in der Nacht Licht gibt, damit dieser wiederum den Menschen ein Licht in der Finsternis sein kann (Ps. 8:4-5). Wenn dieses Licht getrübt ist, weil sich z.B. die Gläubigen in der Verfolgungszeit verstecken müssen und somit nicht mehr öffentlich auftreten, dann haben auch die Menschen keine Orientierung mehr (vergl. Amos 8:12). Wie traurig, dass viele Menschen schon heute keine Orientierung mehr haben, weil die Gläubigen am Samstag nicht mehr das Evangelium in der Innenstadt verkündigen, sondern z.B. lieber zuhause im Wohnzimmer Fußball gucken (Joh.11:9)!

 

 

7.    Die fünfte Posaune – Eine „Büchse der Pandora“ wird geöffnet

1Und der fünfte Engel stieß in die Posaune, und ich sah einen Stern, der vom Himmel auf die Erde gefallen war, und es wurde ihm der Schlüssel zum Schlund des Abgrundes gegeben. 2Und er öffnete den Schlund des Abgrunds, und ein Rauch stieg empor aus dem Schlund, wie der Rauch eines großen Schmelzofens, und die Sonne und die Luft wurden verfinstert von dem Rauch des Schlundes. 3Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken hervor auf die Erde; und es wurde ihnen Vollmacht gegeben, wie die Skorpione der Erde Vollmacht haben. 4Und es wurde ihnen gesagt, dass sie dem Gras der Erde keinen Schaden zufügen sollten, und auch nicht irgendetwas Grünem, noch irgendeinem Baum, sondern nur den Menschen, die das Siegel Gottes nicht an ihrer Stirn haben. 5Und es wurde ihnen gegeben, sie nicht zu töten, sondern sie sollten fünf Monate lang gequält werde. Und ihre Qual war wie die Qual von einem Skorpion, wenn er einen Menschen sticht.

6Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und ihn nicht finden; und sie werden begehren zu sterben, und der Tod wird von ihnen fliehen. 7Und die Gestalten der Heustrecken glichen Pferden, die zum Kampf gerüstet, und auf den Köpfen trugen sie etwas wie Kronen, dem Gold gleich, und ihre Angesichter waren wie menschliche Angesichter. 8Und sie hatten Haare wie Frauenhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen. 9Und sie hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Getöse ihrer Flügel war wie das Getöse vieler Wagen und Pferde, die zur Schlacht eilen. 10Und sie hatten Schwänze wie Skorpione, und Stacheln waren in ihren Schwänzen, und ihre Vollmacht bestand darin, den Menschen Schaden zuzufügen fünf Monate lang. 11Und sie haben als König über sich den Engel des Abgrunds; sein Name ist auf Hebräisch Abaddon, und im Griechischen hat er den Namen Apollyon. 12Das erste Wehe ist vorüber; siehe, es kommen noch zwei Wehe nach diesen!“ (Offb.9:1-12).

Der „Stern“ gehört zu jenem „Glanzstern“ aus Jes.14:12, nämlich zu Luzifer, dem Sohn der Morgenröte, der vom Himmel fallen wird und noch einmal alle Register zieht, um die Welt zu verführen (Luk.10:18, Offb.12:9). Dass ein Diener Satans den Schlüssel vom Abgrund bekommt, sollte nicht verwundern, denn sie stehen noch immer unter der unbereubaren Berufung Gottes (Röm. 11:29) und müssen deshalb tun, was Gott ihnen geheißt (vergl. Hiob 1+2). Gott hatte bisher diese dämonischen Wesen einsperren lassen, aber jetzt lässt Er sie ganz bewusst frei, um die Menschen zu bestrafen. Sie wollten ja ohne Gott leben und sollen jetzt am eigenen Leibe erfahren, wie es ist, wenn Gott Seine Güte zurückzieht und den Fürsten dieser Welt machen lässt, was er will. Ziel dieser Bestrafung ist natürlich, dass der Mensch zur Besinnung und zur Buße kommt. Wir sehen das ja auch schon in diesen Tagen, in welchen der Coronavirus die Lungen vieler Menschen anfällt und sie teilweise Erstickungs-Symptome haben. Und so ist auch hier von einem „Rauch“ die Rede, der voller kleiner Höllenwesen erfüllt ist, die wie eine Pandemie über die Menschen herfallen. Sie werden hier als „Heuschrecken“ bezeichnet, die mit einem Skorpionstachel ein qualvolles Gift verabreichen, das die Menschen leiden aber nicht sterben lässt. Doch wurden im Unterschied zur Heuschreckenplage in Ägypten diesmal nicht die Pflanzen angegriffen und auch nicht die von Gott Versiegelten (2.Mo.10:12-15). Zudem dauert die Plage nur fünf Monate.

Es ist bedauerlich, dass die Menschen in dieser Prüfung eher den Tod suchen als Gott. Dabei sollten sie doch eigentlich spätestens beim Anblick dieser dämonischen Quälgeister merken, dass dies nicht mehr mit naturwissenschaftlichen Phänomenen erklärbar ist, sondern sich gerade die biblische Apokalypse erfüllt. In diesen Tagen habe ich einen Dr. der Rechtswissenschaften kennengelernt, der sich so ausgiebig mit dem Satanismus befasst hat, dass er zu dem Schluss kam: „Wenn es Satan gibt, dann muss es auch Gott geben“. Wir dürfen für Marcel beten, dass der HErr ihm auch eine Neugeburt schenke! Er ist ein guter Mensch und möchte als Anwalt den „Fall Natalia“ pro bono übernehmen (d.h. kostenlos aus Überzeugung).

Wenn wir die Beschreibung dieser Heuschreckenwesen lesen, dann kommt einem der kalte Schauer über den Rücken. Es liest sich wie eine Horrorgeschichte (z.B. „Herr der Ringe“), dass einem Angst und Bange wird. Wenn wir heute redensartlich von der „Büchse der Pandora“ sprechen, dann meinen wir damit ein unbesonnenes Unheilstiften durch das Auslösen einer verbotenen Handlung, die zu einem unumkehrbaren Verbreiten von Übeln in der Welt führt. Das tragischste Verhängnis der Menschheitsgeschichte überhaupt geschah durch den Sündenfall von Adam und Eva (Röm.5:12), und in der griechischen Mythologie wurde diese Idee dann übernommen in der Legende von der Pandora, die die Büchse (gr. PUXIS), entgegen dem Verbot des Zeus, aus Neugier öffnete. Hier aber lässt Gott durch das Öffnen des Abgrundes ganz bewusst zu, dass der Mensch die Konsequenzen für seine Sünden am eigenen Leib zu spüren bekommen soll. Die Sünde ist grausam und schrecklich. Die Folgen des Genderismus und Feminismus werden hier z.B. symbolisch durch die langen „Frauenhaare“ dargestellt, mit denen Rocksänger gerne auftreten, um ihre Empörung gegen Gottes Schöpfungsordnung auszudrücken. Schon im sinnfreudigen Dionysius-Kult kannte man das heutige „headbanging“ der Metal-Sänger, die ihre langen Haare in wilder Ekstase im Kreis drehen und dabei gottlose Lieder singen wie „Heaven shall burn“ („Der Himmel soll brennen“). Auch auf den Covern dieser Metal-Bands wie z.B. Iron Maidon sieht man überall diese dämonischen Wesen. Auf einer LP von DIO stand drauf: „Achtung: Wenn Du diese Platte kaufen wirst, überschreibst Du Deine Seele dem Teufel und wirst auf immer mit ihm tanzen!“… „Heuschrecken“ werden in Joel 1 und 2 als erbarmungslose Kahlfresser beschrieben, die wie die Reiterheere der Midianiter, und Amalekiter und der Söhne des Ostens alles verwüsteten, um die Lebensgrundlagen Israels zu vernichten (Rich.6:3-5). Und so ist auch die Sünde in ihrer Konsequenz und Wirkung absolut zerstörerisch. Der „Stachel des Skorpions“ erinnert uns z.B. an eine Heroinspritze, durch die Menschen jahrzehntelang in eine völlige Abhängigkeit vom Teufel geraten.

Während ein Kind Gottes häufig viele Jahre Zeit hat, im Kampf gegen die Sünde „bis aufs Blut zu widerstehen“ (Hebr.12:4) und wie der HErr Jesus „in den Tagen Seines Fleisches Bitten und Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dargebracht hat dem, der Ihn aus dem Tode zu erretten vermochte“ (Hebr.5:7), werden diese Menschen innerhalb kürzester Zeit diese Seelenqualen erleiden müssen. Gott möchte aus Erziehungsgründen dem Sünder die Folgen seiner Taten „vor Augen stellen“ (Ps.50:21). Wie viel Schaden haben auch wir schon durch unbedachte Worte, Beleidigungen, Lügen oder Scherze schon angerichtet während unseres Lebens! In Jak.3:3 wird eine unbedachte Bemerkung mit einem Pferd verglichen, das gezügelt werden muss, und in Offb.9:9 sind es ganze Heere von Pferdewagen, die losgelassen wurden! Im Grunde beschreiben diese Höllenwesen die verschiedenen Spielarten der Sünde: „Zähne“ stehen für Gier, ob nun nach Ruhm oder nach Besitz (auch Sammelleidenschaft!); „Panzer“ stehen für Unbelehrbarkeit und Besserwisserei bzw. dem „Widerspruchsgeist“, wie er heute den Jugendlichen in der Schule beigebracht wird im Rahmen der antiautoritären Erziehung. Und mit dem „Geräusch ihrer Flügel“ ist der Hochmut gemeint, denn Flügel machen viel Wind und Lärm um Nichts.

 

8.      Die Reiterarmee der 6. Posaune

13Und der sechste Engel posaunte: und ich hörte eine Stimme aus den vier Hörnern des goldenen Altars, der vor Gott ist, 14zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte, sagen: Löse die vier Engel, welche an dem großen Strome Euphrat gebunden sind. 15 Und die vier Engel wurden gelöst, welche bereitet waren auf Stunde und Tag und Monat und Jahr, auf daß sie den dritten Teil der Menschen töteten. 16 Und die Zahl der Kriegsheere zu Ross war zweimal zehntausend mal zehntausend; ich hörte ihre Zahl. 17 Und also sah ich die Rosse in dem Gesicht und die auf ihnen saßen: und sie hatten feurige und hyazinthene und schwefelige Panzer; und die Köpfe der Rosse waren wie Löwenköpfe, und aus ihren Mäulern geht Feuer und Rauch und Schwefel hervor. 18 Von diesen drei Plagen wurde der dritte Teil der Menschen getötet, von dem Feuer und dem Rauch und dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorgehen. 19 Denn die Vollmacht der Rosse ist in ihrem Maule und in ihren Schwänzen; denn ihre Schwänze sind gleich Schlangen und haben Köpfe, und mit ihnen beschädigen sie. 20 Und die übrigen der Menschen, welche durch diese Plagen nicht getötet wurden, taten nicht Buße von den Werken ihrer Hände, daß sie nicht anbeteten die Dämonen und die goldenen und die silbernen und die ehernen und die steinernen und die hölzernen Götzenbilder, die weder sehen noch hören noch wandeln können. 21 Und sie taten nicht Buße von ihren Mordtaten, noch von ihren Zaubereien, noch von ihrer Hurerei, noch von ihren Diebstählen.“ (Offb.9:13-21)

Die Aufforderung des goldenen Räucheraltars vor Gott, die vier Engel zu lösen, steht sicher vor dem Hintergrund der Gebete der Heiligen, dass Gott doch das Unrecht vergelten möge, das ihnen angetan wurde (Offb.5:8, 6:9-10, 8:3-4). Nun war der Zeitpunkt endlich gekommen, dass eine Plage wie die Öffnung eines Staudamms über die Welt hereinbrechen soll, und zwar in Form eines barbarischen Reitergeschwaders von 200 Millionen Kriegern. In der Weltgeschichte der letzten 2000 Jahre sind ja schon öfter riesige Armeen aus dem Osten hereingebrochen, seien es die Hunnen, Mongolen oder Türken, die ganze Landstriche verwüstet haben. Während des kalten Krieges hieß es im Westen immer: „Die Russen kommen!“ und wir waren heilfroh, dass die Amerikaner uns Schutz boten. Und heute fürchten viele Christen die Chinesen, da sie mit 2,2 Millionen Soldaten über die größte Armee eines Landes weltweit verfügt. Eigentlich ist die Zeit von Kavallerien in der Kriegsführung schon lange vorbei und die Rosse erwecken auch nicht den Eindruck, als wären sie buchstäbliche Pferde. Allerdings kann das Adjektiv hIPPIKO´S in Vers 16 auch als „⟨mit ⟩Perd⟨ekraft ausgestatt⟩et“ übersetzt werden, was ein Hinweis auf motorisierte Fahrzeuge sein könnte. Motorleistung wurde früher ja in Pferdestärken ausgedrückt. Es könnte aber auch sein, dass hier übernatürliche Reitergeschwader beschrieben werden, die in den himmlischen Örtern einen ähnlichen Kampf vollführen wie auf Erden – Daniel 10:13+20 gewährt uns hier einen Einblick (s. auch Richt.5:20, Mt.26:53, Offb.5:11, 12:7, Ps.68:17. In all diesen Stellen bleiben die himmlischen Heerscharen im Himmel und kämpfen von dort aus. „Der Wagen Gottes sind zwei Zehntausende, Tausende und Abertausende…“).

Die löwenköpfigen Rosse hatten einen Panzer in drei verschiedenen Farben, die dem Feuer, Rauch und Schwefel entsprechen, der aus ihren Mäulern kommt. Das Gericht Gottes ist zerstörerisch wie Feuer, zersetzend wie Rauch und reaktiv wie Schwefel (gr. ThEION = wörtl. Göttliches). Sie verbreiteten im Grunde die Hölle auf Erden. Geistlich gesehen wirkt aber auch das Geheimnis der Gesetzlosigkeit bereits subversiv ebenso zerstörerisch, zersetzend und wirkungsvoll in allen Bereichen des Christentums (2.Thes.2:2-7). Manche Irrlehren zersetzen nicht nur die Glaubenstreue, sondern stinken förmlich zum Himmel wie Schwefel (z.B. der allgemein tolerierte Genderwahn, der sich inzwischen in der allgemeinen Akzeptanz von Homosexualität äußert, und für den die Gemeinde seit 50 Jahren ebenso wie die Welt durch die Frauenhose demonstriert hat – unter Missachtung des Empfindens Gottes, das er dazu schon vor 3500 Jahren in 5.Mo.22:5 äußerte). Durch diese „Lehren von Dämonen“ wird zwar nicht das physische, aber dafür das geistliche Leben ausgelöscht. Das Teuflische an diesen verführerischen Lehren erkennen wir sowohl an der Vermischung der Tierarten zu dämonischen Mischwesen (Chimären), sondern auch ihren charakterlichen Merkmalen: der Löwe brüllt laut und verschlingt (1.Petr.5:8), Rosse drücken Stolz und Überlegenheit aus (Hes.28:17) und die Schlange stand schon immer für den Teufel mit seiner List (Offb.12:9).

Doch eine rein vergeistigende Auslegung könnte nicht erklären, wodurch die Menschen „Plagen“ erleiden können. Gräuel und Verführungen durch den Zeitgeist können allenfalls die Verantwortungsträger in den Gemeinden als Plagen empfinden, da sie die Ausbreitung derselben kaum verhindern können. Deshalb versuchen vergeistigende Ausleger wie Br. Helmut Stücher (85) die höllischen Reiterheere umzudeuten als göttliche Erweckungsheere, die gegen das alte Fleisch zu Felde ziehen. Aus dem „Rauch“ macht Bruder Helmut z.B. „den Wohlgeruch Christi, der geistliche Schönheit und Energie vereinigt zu der Sanftmut und Demut Jesu, um ‚den Geruch Seiner Erkenntnis an jedem Orte zu offenbaren‘ (2.Kor.2:14)“ (H. Stücher, „Geheimnis Babylon“, 2014, S.177). Wie weit indes Löwenmäuler, aus denen todbringendes Feuer, Rauch und Schwefel ausgehen, Sanftmut und Demut verbreiten, ist mehr als fraglich.

Wie schon erwähnt, wird die von Johannes geistlich geschaute Vision von himmlischen Reiterheeren auch eine irdische Entsprechung in der Zukunft haben („Wie im Himmel, so auch auf Erden“). Und die Bibel spricht ja in Hes. 39 und 38 ausführlich von einem riesigen Heer alliierter Kräfte aus vielen bzw. sämtlichen Nationen, die sich am Anfang und am Ende der letzten 7 Jahre gegen Israel versammeln werden unter der Schirmherrschaft des Antichrists. Leider glauben ja viele heute, dass der Antichrist erst einmal einen Bund mit Israel schließen werde aufgrund von Dan.9:27. Dies beruht jedoch auf einer fehlerhaften Übersetzung, denn das Wort „Bund schließen“ steht dort gar nicht, sondern es heißt wörtlich: "Und er wird ‹als ›überlegen‹ erweis›en ‹den› Bund mit den vielen einen Siebener ‹lang›; und ‹zur› Hälfte des Siebeners wird er aufhör‹en lass›en ‹Schlacht›opfer und Speisopfer". Mit „er“ ist zwar der Antichrist gemeint, aber mit dem „Bund“ ist der Neue Bund gemeint, den der HErr mit uns gemacht hat; denn die „vielen“ sind ja nicht die ungläubigen Juden, sondern die Christen gemäß Mt.24:12, Röm.5:15,19, 12:5 und 1.Kor.10:17,33.

In Hes.38:2-3 ist von „Gog, dem Fürsten von Rosch (Russland), Mesech (Moskau) und Tubal (Tobolsk)“ die Rede, der mehrere Länder zu seinen Verbündeten macht: Perser (Iran), Kusch (Äthiopien), Put (Lybien), Gomer (Türkei), Togarma (Kaukasusländer). Tatsächlich sehen wir heute, wie sich besonders der Iran und die Türkei mit Russlands Präsident Putin verbündet haben gegen die Vormundschaft des Westens. In Vers 17 sagt Gott: „So spricht der Herr, HERR: ‚Bist du ‹nicht› der, von dem Ich in vergangenen Tagen geredet habe durch Meine Knechte, die Propheten Israels, die in jenen Tagen jahre‹lang› prophezeiten, dass Ich dich über sie kommen lassen würde?“ Von wem haben die Propheten Israels prophezeit, dass er über Israel kommen würde? War es etwa nicht Sanherib, der König von Assyrien (Jes.7:17-20, 8:4-7, 10:24)? In Jes.36 sehen wir, wie er gegen Jerusalem hinaufzog und den Gott Israels verhöhnte. Aber dann wurde er durch ein Gerücht zur Umkehr gezwungen und durchs Schwert geschlagen (2.Kön.19:7, vgl. Dan.11:44). Und so ähnlich wird es sich auch in der Zukunft wiederholen, nur dass der Antichrist von seiner Todeswunde geheilt sein wird (Offb.13:3+12) und dann ein weiteres Mal Israel angreifen und sich diesmal in den Tempel setzen wird, den Israel inzwischen gebaut hat.

Könnte der Antichrist aus der Offenbarung vielleicht Putin sein? Sein Name ist geistlich ableitbar vom hebräischen Pä´TäN = Giftschlange (vgl. griech. PY´ThOoN, Wahrsager). In Hes.38:8 lesen wir: „Nach vielen Tagen sollst du aufgeboten werden; in ‹der ›späte‹ren Zeit› (EÜ: am Ende) der Jahre (= zweite 3 1/2 Jahre) sollst du in ein Land kommen, das vom Schwert wiederhergestellt (a.: zurückgebracht), das aus vielen Völkern gesammelt ist, auf die Berge Israels, die für lange Zeit zur Trümmerstätte geworden waren; das ist aus den Völkern herausgeführt worden, und sie wohnen in Sicherheit allesamt.“ Israel wird sich nach dem Sieg über die antichristliche Nationenallianz nach dem ersten Angriff so weit stabilisiert haben, dass es ungestört von der Weltgemeinschaft seinen Dritten Tempel bauen und vielen Christen aus der ganzen Welt einen Zufluchtsort bieten kann. So wie Juda sich in 1.Mo.44 unter die Schuld Benjamins stellt wegen der Unterschlagung des Kelches, so werden sich auch die Juden voll unter die Schuld der Christen stellen, die den Leidenskelch des HErrn verleugnet hatten, den Er selbst ihnen auferlegte. Dies wird dazu führen, dass der HErr Jesus sich Seinen jüdischen Brüdern wie Josef offenbaren wird im zweiten Jahr der siebenjährigen Drangsal. Und im gleichen Moment werden die bekehrten Juden sich wieder mit den Christen zu einem Volk verbinden, so wie Jakob die Söhne Josephs adoptierte (vergl. Hes.37:15-28).

Vom Buch Esther her wissen wir, dass Haman, der versuchte, das Volk der Juden auszulöschen, ein Bild auf Satan ist, und dass Esther (die Gemeinde) durch Fürbitte die Juden vor dem Untergang gerettet hatte. Diese Vorschattung erfüllt sich auch in diesen Tagen wieder. Präsident Putin verkündigte im April 2017, dass Russland im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung Ost-Jerusalem als Hauptstadt der Palästinenser anerkennen werde, so dass Israel seine Ansprüche daran verlieren würde. Da aber der Tempelberg zu Ost-Jerusalem gehört, würden die Juden endgültig ihren Anspruch am Tempelberg verlieren, was in der Folge zu einem geistlichen Holocaust des Judentums führen würde. Da inzwischen sogar viele säkularisierte Israelis dieser Gefahr gleichgültig gegenüberstehen, sollte es unsere Aufgabe als Christen sein, unsere Politiker vor dem Risiko einer Anerkennung der Zwei-Staaten-Lösung zuzustimmen, warnen (so wie auch Esther ihre Verantwortung erkannte). Denn Gott hat in Sacharja 12 angekündigt, dass Er alle Nationen vertilgen werde, die sich an der Vernichtung Jerusalems beteiligt haben: „3Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ich Jerusalem zu einem Stemmstein für alle Völker; alle, die ihn hochstemmen wollen, werden sich wund reißen. Und alle Nationen der Erde werden sich gegen (od. aufgrund von) es versammeln… 9Und es wird geschehen an jenem Tag, da trachte Ich danach, alle Nationen zu vernichten, die gegen Jerusalem herankommen“ (Sach.12:3+9).

 

9.          Das Geheimnis Gottes

1 Und ich sah einen anderen starken Engel aus dem Himmel herabkommen, bekleidet mit einer Wolke, und der Regenbogen war auf seinem Haupt, und sein Angesicht war wie die Sonne, und seine Füße waren wie Feuersäulen; 2 und er hatte in seiner Hand ein geöffnetes Büchlein. Und er stellte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken aber auf die Erde; 3 und er rief mit lauter Stimme, wie ein Löwe brüllt. Und als er rief, ließen die sieben Donner ihre Stimmen vernehmen. 4 Und als die sieben Donner redeten, wollte ich schreiben; und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreibe dies nicht! 5 Und der Engel, den ich auf dem Meer und auf der Erde stehen sah, erhob seine rechte Hand zum Himmel 6 und schwor bei dem, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, der den Himmel erschuf und das, was in ihm ist, und die Erde und das, was auf ihr ist, und das Meer und das, was in ihm ist: Es wird keine Frist mehr sein, 7 sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, wird auch das Geheimnis Gottes vollendet sein, wie er es seinen eigenen Knechten, den Propheten, als gute Botschaft verkündigt hat.“ (Offb.10:1-7)

Der Beschreibung dieses Engels nach zu urteilen, ähnelt er sehr dem HErrn Jesus, der den Kindern Israel durch eine Wolkensäule Orientierung gab (2.Mo.13:21) und dem Noah Seinen Bogen in die Wolken setzte, um sich an Seinen Friedensbund zu erinnern mit allen Lebewesen (1.Mo.9:13-16). Ohne Frage kam dieser Bote Gottes direkt aus der Gegenwart des HErrn, so dass auch sein Antlitz (Sonne), seine Füße (Feuersäulen) und sogar seine Stimme (Löwe) die Eigenschaften des HErrn angenommen hatten (Offb.1:15-16). Das Wort „Engel“ (griech. A´nGGÄLOS) bedeutet ja eigentlich „Verkünder“ („Evangelium“ = Wohlkunde), und für diesen Dienst sollen wir nicht nur heute schon den HErrn Jesus Christus „anziehen“ (Röm.13:14), sondern wir werden in der Auferstehung sogar das Aussehen und Wesen von Engeln bekommen, die alle dem HErrn gleichen (Luk. 20:36). „Denn wenn wir mit Ihm eins gemacht und Ihm gleich geworden sind in Seinem Tod, so werden wir Ihm auch in der Auferstehung gleich sein“ (Röm.6:5). Wir kennen das ja selbst von uns und anderen Geschwistern, wie vollmächtig jemand reden kann und sich auch das ganze Wesen eines Menschen verwandelt hat, wenn er oder sie wirklich mit dem HErrn lebt (2.Kor.3:18). Inmitten dieser Gerichte möchte der HErr die Seinen also durch Seine Gegenwart trösten, d.h. nicht nur durch Seine Botschaft, sondern auch durch Seinen Abglanz, der sich in Seinen Dienern widerspiegelt.

Die vom HErrn entsiegelte Buchrolle aus Offb.5 ist inzwischen „geöffnet“ und damit der Ratschluss Gottes enthüllt. Doch sollte Johannes nicht die Worte der „sieben Donner“ aufschreiben, sondern sie wiederum „versiegeln“, d.h. unzugänglich machen. Jedes Wort hat seine Zeit, und auch prophetische Botschaften sind nicht für jeden jederzeit bestimmt, sondern können wie durch einen Briefumschlag verhüllt werden (Dan.8: 26-27, 12:4+9), und zur gegebenen Zeit auch wieder enthüllt werden (Offb.22:10) so wie es Gott in Seiner Weisheit beschlossen hat. Der HErr hat gute Gründe, wenn Er uns Geheimnisse vorübergehend oder dauerhaft vorenthalten will, weil wir sie z.B. „noch nicht fassen können“ (Joh.16:12). Johannes wurde würdig befunden, es zu vernehmen, aber er sollte es für sich behalten. Unserer Natur fällt dies zuweilen schwer, weil wir uns mit der Verbreitung von Geheimnissen wichtigmachen können (Spr.11:13, 18:8).

Doch eines sollen wir mit allem Nachdruck als gute Nachricht erfahren, dass nämlich „keine (weitere) Zeit mehr sein wird“, sondern dass zum Zeitpunkt der siebten Posaune „das Geheimnis Gottes vollendet sein wird“. Das Geheimnis Gottes ist nach Eph.5:32 die Vereinigung von Christus mit der Gemeinde, aber zugleich auch nach Kol.2:2 in Verbindung mit Kol.1:16-20 die Versöhnung Gottes mit all Seinen Geschöpfen. Letzteres ist vielen Gläubigen auch heute noch verhüllt, weil sie es nicht glauben wollen. „Denn ein Gräuel dem HErrn ist der Abgeschweifte, aber Sein Geheimnis (a.: Sein vertrauter Umgang) ist bei den Geraden (= Aufrichtigen, bzw. Gerad(linig)en = Zielstrebigen)“ (Spr.3:32). Wer also auf krumme Wege verzichtet und nicht abweicht, sondern auf kürzestem Wege das vom HErrn gegebene Ziel anstrebt, dem enthüllt Gott auch Seine Pläne und Absichten. Paulus war ein solch Zielstrebiger, deshalb hat der HErr auch besonders Ihm Geheimnisse anvertraut und ihn und die anderen Apostel zu „Verwaltern der Geheimnisse Gottes“ erwählt (1.Kor.4:1). Und zu diesen „Geheimnissen“ zählte auch jenes in 1.Kor.15: 51-52, dass wir nämlich „nicht alle entschlafen“, aber „alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune“. Die „siebente Posaune“ ist zugleich die „letzte Posaune“, denn es gibt keine weitere mehr. Leider ist dieses Geheimnis Gottes vielen Gläubigen heute noch immer verborgen, obwohl es längst enthüllt wurde, denn sie glauben noch immer, dass sie jederzeit entrückt werden können. Diese scheinbar fromme Einstellung führt aber keineswegs zu mehr Wachsamkeit, sondern ganz im Gegenteil zu mehr Gleichgültigkeit. Denn wenn man z.B. für ein Treffen mit jemandem keinen festen Termin vereinbart hat, kann man ihn auch unmöglich erwarten, da man nicht ständig in einer Erwartungshaltung sein kann. Das Geheimnis der Entrückung wird auch nicht erst bei der siebten Posaune enthüllt, sondern „vollendet“, d.h. es erfüllt sich dann durch die Vereinigung mit dem HErrn.

8 Und die Stimme, die ich aus dem Himmel hörte, redete wieder mit mir und sprach: Gehe hin, nimm das geöffnete Buch in der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf der Erde steht! 9 Und ich ging zu dem Engel und sagte ihm, er möge mir das Büchlein geben. Und er spricht zu mir: Nimm es und iss es auf! Und es wird deinen Bauch bitter machen, aber in deinem Mund wird es süß sein wie Honig. 10 Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und aß es auf; und es war in meinem Mund süß wie Honig, und als ich es gegessen hatte, wurde mein Bauch bitter gemacht. 11 Und sie sagen mir: Du musst wieder weissagen über Völker und Nationen und Sprachen und viele Könige“ (Offb.10:8-11).

Unverkennbar haben wir hier eine Anspielung auf Hesekiel 2:9 - 3:1. Das Wort Gottes ist für einen Gläubigen immer noch „süßer als Honig“ (Ps.19:11, 119:103, Spr.16:24, 24:13), d.h. erfrischend, angenehm und stärkend. Das Essen von Gottes Wort ist ein metaphorisch ausgedrücktes Verinnerlichen des Gesagten, also ein Verstehen und Zu-eigen-machen. Ein Prophet soll nicht bloß die Botschaft Gottes ausrichten so wie Jona, sondern sie auch zu seinem persönlichen Anliegen machen. Man spürt es als Hörer, ob ein Prediger seinen Text einfach nur herunterleiert und dann am Ende der Predigt nach erfüllter Pflicht froh ist (mit der Gemeinde), dass der Gottesdienst endlich vorbei ist – oder ob einem Prediger die Botschaft ein echtes Herzensanliegen ist und er wie Paulus „jeden einzelnen drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört hat, mit Tränen zu ermahnen“ (Apg.20:31). Dabei sind gerade ernste Gerichtsankündigungen keineswegs angenehm auf Dauer, sondern stoßen nicht nur bei den Hörern, sondern auch bei den Überbringern der Nachricht „bitter“ auf. Viele Propheten wie Jeremia hätten sich gerne einen anderen Dienst gewünscht, da sie ja auch von allen verachtet und angefeindet wurden (Jer.15:10+16, 20:7-18). Aber gerade in einer so gesetzlosen Zeit wie heute fordert uns der HErr auf: „Predige das Wort, bestehe darauf zu gelegener und ungelegener Zeit, überführe, beurteile, ermahne mit aller Langmut und Lehre! Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesund( machende und gesund erhalt)ende Belehrung nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden werden sie sich selbst Lehrer aufhäufen, um sich in den Ohren schmeicheln zu lassen; aber von der Wahrheit werden sie ihre Ohren abwenden und sich den Mythen zuwenden (wörtl. herausgedreht werden)“ (2.Tim.4:2-4).

Diese Erfahrung habe ich gerade erst letzten Freitag gemacht, als ich anlässlich des Prozesses gegen Pastor Olaf Latzel zwei große Schilder aufgestellt hatte, auf denen neben evangelistischen Bibelworten auch die praktizierte Homosexualität als Sünde verurteilt wurde. Sofort kam ein junger Pastor auf mich zu und bat mich, die Schilder mit den Bibelversen wieder wegzutun (Jes.30:11). „Das ist doch genau das, was die Gegenseite uns vorwirft, dass wir nämlich fanatische Moralisierer sind. Wir haben die Menschen aber nicht zu verurteilen, sondern sollen ihnen von der Liebe Gottes erzählen“. Ich erwiderte: „Beides sollen wir ihnen predigen, nämlich das Gericht und die Gnade, so wie es auch die Apostel taten (Apg.17:31), aber wenn wir ihnen verheimlichen, was in Gottes Augen Sünde ist, dann täuschen wir sie, so dass sie nicht wirklich zu Buße kommen, sondern falsche Christen werden“. – „Aber Du gewinnst dadurch niemanden, sondern stößt die Leute dadurch ab. Zudem schadest Du dadurch dem Ansehen der Gemeinde, Simon. Olaf hätte dies nicht erlaubt, was Du hier machst!“ Ich sagte: „Wir tragen in erster Linie eine Verantwortung vor Gott und müssen den Sünder warnen gemäß Hesekiel 3 und 33, weil Gott sonst ihr Blut von uns fordern wird. Dein Vater, Johannes, hatte als Pastor noch ein klares und kompromissloses Wort gepredigt, aber Du hast die Botschaft Gottes aufgeweicht, um Dich bei der Bremischen Kirche anzubiedern. Wir sollen den Leuten aber nicht nach dem Mund reden, sondern was der HErr uns sagt, das sollen wir sagen (2.Chr.18:12-13, 2.Kor.2:17, 4:2).“

Die prophetischen Worte Jesu sind sowohl „süß“ (voller Gnade und Wahrheit), aber zugleich „bitter“ und schwer verdaulich. Wer keinen Glauben und kein Vertrauen hat, nimmt an ihnen Anstoß, so wie jene Jünger in Joh.6:66 (1.Petr.2:8). Wenn wir also die Botschaft Gottes abändern oder verkürzen, in der Hoffnung, dadurch mehr Menschen zu gewinnen, machen wir letztlich nur „Söhne der Gehenna“ (Matth.23:15), durch die die Gemeinde immer mehr verdorben wird. Der HErr Jesus war „gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen“ wurde (Luk.2:34). Daher ist es kein Wunder gewesen, dass Er auf viel Ablehnung stieß und am Ende sogar gekreuzigt wurde. Das Wort: „Seid ohne Anstoß“ (1.Kor.10:32) meint also nicht, dass wir aus Rücksicht auf die fleischliche Denkweise durch Weglassen aller anstößigen Inhalte des Evangeliums jede Schmähung von anderen vermeiden sollen. Wir sollen keinen Anstoß erregen durch egoistisches und sündhaftes Verhalten, weil wir dadurch evtl. die Annahme des Evangeliums erschweren. Aber grundsätzlich ist es immer unvermeidbar, Widerspruch hervorzurufen, da die frohe Botschaft als solche schon für Ungläubige ein Ärgernis und eine Zumutung ist (1.Kor.1:23). Die „Feiglinge“ (i.S.v. Duckmäuser) werden eines Tages im Feuersee sein (Offb.21:8).

 

Fortsetzung folgt... (Jeden 1. eines Monats folgt ein weiteres Kapitel, wenn Gott will)