"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

„Lobet den HErrn von der Erde her… wildes Getier und alles Vieh, kriechende Tiere und geflügeltes Gevögel!“ (Ps.148:7+10)

Bremen, den 04.04.2021

Lieber Bruder ……,

zunächst einmal ein ganz lieber Gruß und Segenswunsch für Dich und Deine Familie anlässlich des heutigen Auferstehungsfestes unseres HErrn.

Deine Ansicht über das Jagen und Töten von Wildtieren kann ich stehenlassen und akzeptieren, auch wenn ich sie selbst nicht teile. Auf jeden Fall soll diese unterschiedliche Sichtweise auch nicht zwischen uns stehen, sondern wir sollten es jetzt auch beenden und dem HErrn anbefehlen. Denn was auch immer wir uns schreiben oder sagen, vermag ja dennoch nicht unsere Standpunkte zu verändern, wenn nicht der Heilige Geist ein Umdenken bewirken kann. Vielmehr besteht aber die Gefahr von Missverständnissen und Verbitterung, indem Worte in den falschen Hals gelangen und Verletzungen bewirken können.

Doch bevor wir das Thema endgültig „begraben“, möchte ich nur noch mal den von Dir falsch verstandenen Eindruck richtigstellen, dass ich Tier und Mensch auf die gleiche Stufe stelle und dass meine Sorge um die Tiere auf irgendeiner „grünen Ideologie“ beruhe, sondern sie stützt sich allein auf Gottes Wort. „Gottes Erbarmungen sind über alle Seine Werke“ (Ps.145:9); deshalb „kümmert sich der Gerechte um das Leben seines Viehs, aber das Herz der Gesetzlosen ist grausam“ (Spr.12:10). Barmherzigkeit ist in der Heiligen Schrift ja ein zentrales Thema (Mt.5:7, 12:7, Luk.6:36, Röm.1:31, Jak.2:13), deshalb kann sie in einer Abwägung nie den zweiten Platz einnehmen, sondern steht weit über anderen Regelungen (Mt.23:23). Gott will an erster Stelle Barmherzigkeit und keine Tieropfer, auch wenn sie vom Gesetz her erlaubt und sogar vorgeschrieben sind.

Die Tiere sind uns zwar in der Rangordnung untergeordnet und wir dürfen und sollen über sie „herrschen“ (1. Mo.1:28); aber Herrschaft verpflichtet auch zur Verantwortung den Tieren gegenüber. Wir haben z.B. kein Recht, Tiere zu quälen oder ihre Qual billigend in Kauf zu nehmen (durch aufgestellte Fallen oder Fehlschüsse), sondern müssen uns nötigenfalls für ihr Wohl einsetzen, sofern es in unserem Einfluss- und Verantwortungsbereich liegt. Zum Beispiel sollten wir besser keine Eier kaufen von Hühnern, die in ihrem kurzes Erdendasein nicht artgerecht gehalten wurden, weil der Halter nur an Profitmaximierung und nicht am Wohl der Tiere interessiert war.

Selbstverständlich dürfen wir Fleisch essen, aber so gut wie alle Fleischprodukte, die wir heute im Supermarkt kaufen, sind aus nicht artgerechter und damit tierquälerischer Massentierhaltung. Bis vor etwa 100 Jahren gab es noch einen harmonischen Ausgleich zwischen Tierrecht und Menschenrecht. Die Tiere wurden noch als Geschöpfe Gottes wahrgenommen und entsprechend rücksichtsvoll gehalten und getötet. Heute aber werden sie ja nur noch wie ein toter Gegenstand angesehen, dem jedes Glück und Lebensrecht abgesprochen wird. Hier gewinnt das Wort in Röm.8:19-22 noch mal eine viel intensivere Bedeutung: „Wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt“ (V.22).

Es liegt in unserer Hand, ob wir dieses Leid durch einen freiwilligen Verzicht auf Fleisch lindern wollen oder nicht. „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nütze“ (1.Kor.6:12). Bei all dem reichhaltigen Angebot an alternativen Nahrungsmitteln sollten wir also nicht allein darauf bestehen, dass uns Fleisch von Gott erlaubt sei, sondern prüfen, ob der Fleischkonsum auch immer noch der „gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes“ sei (Röm.12:2). Denn Ehescheidung, Blutrache oder die Vielehe war im Alten Bund auch von Gott erlaubt, aber nur wegen der Herzenshärtigkeit der Menschen. „Von Anfang war es aber nicht also“ vom HErrn geplant, dass der Mensch Fleisch essen sollte, sondern Er wies den Menschen die „samentragenden Früchte und Pflanzen“ als Nahrung zu (1.Mo.1:28). Erst nach dem Sündenfall hat Gott dem Menschen auch den Verzehr von Fleisch zugestanden (1.Mo.9:2-3).

Durch den Sündenfall war der Erdboden verflucht, so dass die Menschen nur mit Mühsal Nahrung durch ihn finden konnten (1.Mo.3:17). Das Jagen und Töten von Tieren diente also dem nackten Überleben. Wenn Du als Christ aber heute in Deutschland noch auf die Jagd gehst, dann tust Du das ja nicht mehr, um nicht zu verhungern, sondern weil Dir das Töten von wehrlosen Tieren „ein Genuss“ ist. Würde Dich nur das Schießen und Treffen als solche reizen, könntest Du ja genauso gut auf eine Zielscheibe zielen. Stattdessen reizt Dich aber das Gefühl, über Leben und Tod zu herrschen, und das ist aus meiner Sicht nicht gut und auch kein gutes Zeugnis. Und ich bin keineswegs der einzige, der daran Anstoß nimmt, sondern mehrere Geschwister sehen dies genauso.

Paulus sagt ja, dass unsere Freiheit in Christus dort seine Grenze hat, wo wir durch unser vermeintlich „erlaubtes“ Handeln anderen Gläubigen ein Anstoß oder Ärgernis sind. Er sagte, dass er lieber sein Leben lang auf Fleisch verzichten würde, wenn er wüsste, dass ein Bruder daran Anstoß nimmt (1.Kor.8:13). Das Recht zum Fleischessen war für ihn also zweitrangig, - viel wichtiger war ihm die Liebe, die nicht zuerst an das eigene Interesse denkt, sondern an das des anderen. Eine Haltung wie die: „Wenn Dir das nicht passt, dann ist das eben Dein Problem!“ entspricht nicht der Gesinnung Christi, der aus Liebe auf all Seine Rechte verzichtete, sondern eher unserer alten Fleischesnatur. „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geiste… Es ist gut, kein Fleisch zu essen, noch Wein zu trinken, noch etwas zu tun, worin dein Bruder sich stößt oder schwach ist“ (Röm.14:17+21).

Interessant ist, dass Paulus hier keine Beispiele von lebensnotwendigen Dingen nennt, wie z.B. der Verzicht auf Wasser, Brot, warme Kleidung, Schlaf, Bewegung, Medizin, Körperhygiene oder sogar sexuelle Befriedigung. In 2.Mo.21.10 zählt Gott Nahrung, Kleidung und sexuelle Befriedigung zu den Grundbedürfnissen eines Menschen. Man kann also nicht behaupten, dass es sich beim Bedürfnis nach sexueller Befriedigung um jene „Leidenschaften und Lüste des Fleisches“ handelt (Gal.5:24), wie Du schreibst, sondern damit sind alle Arten von ungeistlichen Handlungen gemeint, die aus unserer fleischlichen Natur kommen und die wir noch nicht bereit waren, um Christi willen aufzugeben (Luk.14:33). Ich habe z.B. nach meiner Bekehrung die Kunstmalerei aufgegeben, weil sie kaum Sinn und Nutzen hat im Reich Gottes, sondern allein zum eitlen Ruhm getaugt hätte. Wenn ich ständig fleißig für den HErrn tätig bin, dann habe ich gar keine Zeit mehr für törichte Hobbys, da die Rettung von Seelen alle zur Verfügung stehende Zeit in Anspruch nimmt. „Niemand, der Kriegsdienste tut, verwickelt sich in die Beschäftigungen des Lebens, damit er dem gefalle, der ihn angeworben hat“ (2.Tim.2:4).

Die „Hindin der Morgenröte“ (Ps.22:1) war kein „Jagdlied“ (davon steht nichts im Grundtext), sondern wohl nur die gleiche Melodie wie von Psalm 42:1, wo ebenso von einem „Hirsch“ die Rede ist. Jedenfalls lässt sich eine Jagderlaubnis nicht aus diesem Psalm ableiten. Der Babylon-Erbauer Nimrod war ein „gewaltiger Jäger“ vor dem HErrn (1.Mo.10:9) und auch das „Tier“ aus der Offenbarung, griech. ThERION, ist wörtl. ein „Jagender“ (der die Kinder Gottes verfolgen und töten wird). Auch der Pharao hat die Kinder Israel „gejagt“ (2.Mo.14:4,8,9,23). „Der Feind sprach: Ich will nachjagen, einholen, Beute teilen; meine Gier soll sich sättigen…“ (2.Mo.15:9). Das Jagen von Geschöpfen Gottes wird also nicht unbedingt positiv konnotiert in der Heiligen Schrift. Wir sollen im Neuen Bund „dem Frieden nachjagen und der Heiligung“ (Hebr.12:14, 1.Petr.3:11). Ebenso sollen wir dem „Kampfpreis der Berufung Gottes nachjagen“ (Phil.3:12-14), bzw. der „Gerechtigkeit nachjagen“ (Spr.15:9, Jes.51:1) und der „Güte“ (Spr.21:21). Wir haben also noch jede Menge geistliche Dinge zu erjagen, die uns einen ewigen Lohn bringen, so dass uns vergängliche Jagdtrophäen nicht mehr reizen sollten.

Gott reicht uns alles dar zum Genuss“ (1.Tim.6:17), aber wenn wir bereits ausreichend „Nahrung und Bedeckung haben, dann sollen wir uns daran genügen lassen“ (1.Tim.6:8). Dem Prediger Salomo war nur ein Blick „unter der Sonne“ gewährt, da „Leben und Unverweslichkeit erst in Christus ans Licht gebracht“ wurde (2.Tim.1:10). Folglich war sein Rat, das Leben einfach sorgen- und sinnfrei zu genießen, sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Und Petrus bekam mit der Anweisung „Nimm und iss“ sicher auch keine Empfehlung für protein- und Vitamin B12-reiche Fleischnahrung, sondern den Hinweis, dass bei Gott von nun an kein Geschöpf mehr als unrein zu gelten habe, „sondern aus jeder Nation – wer Ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt, ist Ihm angenehm“ (Apg.10:35). Wie gesagt – dass Du mich nicht falsch verstehst: Wir DÜRFEN Fleisch essen – auch als Kinder Gottes im Neuen Bund, aber wir BRAUCHEN es nicht, sondern sollten aus vielerlei guten und biblisch belegten Gründen lieber darauf verzichten, wie es Daniel und seine Freunde in einem gesetzlosen Umfeld freiwillig taten (Dan.1:8-16). Und wenn wir wirklich nicht darauf verzichten wollen, können wir jederzeit eben schnell nach ALDI oder LIDL fahren, um Fleisch zu kaufen und müssen nicht mehr dafür in den Wald gehen wie in vorindustrieller Zeit. Vor allem sollte uns das Töten von Geschöpfen Gottes keinen Spaß machen und auch kein „Genuss“ sein, meinst Du nicht?

Wir sollen die Tiere als unsere Mitgeschöpfe auch deshalb lieben, weil sie eines Tages zusammen mit uns den HErrn loben werden, wie in Psalm 148: 7+10 angekündigt wird. Dies wird auch im NT bestätigt: „Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm den Lobpreis und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Offb.5:13). Gott ist „der Gott alles Fleisches“ (Jer.32:27) bzw. „der Gott der Geister alles Fleisches“ (4.Mo.27:16). Hier sind auch die Tiere inbegriffen ebenso wie bei der Sintflut („Das Ende alles Fleisches ist vor Mich gekommen“ 1.Mo.6:13). Gott ist also auch der Gott der Tiere, wobei der Schwerpunkt auf dem Geist der Menschen und Tiere liegt, denn „Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht ererben“ (1.Kor.15:50). Wir Menschen sind ja gemäß Pred.3:18 „an und für sich Tiere“ und wir gehen zusammen mit den Tieren an den gleichen Ort, also in den Scheol/Hades; aber ich bin davon überzeugt, dass Gott sie am Ende ebenso wie uns auferwecken und lebendig machen wird; denn nach 1.Tim.6:13 werden „(ausnahmslos) alle (Dinge und Wesen) lebendig gemacht“, was gemäß Joh.5:21 nicht das gleiche ist wie Auferstehung, sondern eine geistliche Veränderung meint.

Der HErr Jesus hat uns deshalb befohlen, das Evangelium nicht nur den Menschen, sondern „der ganzen Schöpfung“ zu verkünden (Mark.16:15, Kol.1:23). Das heißt natürlich nicht, dass wir mit den Tieren reden, sondern ihnen die Liebe Christi vermitteln sollen durch einen liebevollen Umgang und eine artgerechte Fürsorge. Wie oft haben Delphine oder Wale schon Menschen aufgesucht, damit diese sie von Stricken oder Fangnetzen befreien mögen, in die sie versehentlich geraten sind! Die Tiere werden am Ende ja völlig ihren Raubtierinstinkt wieder verlieren, sondern im 1000-jährigen Reich in friedlicher Harmonie beieinander wohnen, wie wir es teilweise schon heute zwischen ihnen beobachten können (Jes.11:6-8, 65:25). Schon heute gibt es vereinzelt Löwen, die sich vor Fleisch ekeln und nur noch Gemüse oder Spaghetti essen (https://www.youtube.com/watch?v=eI1kcyKx1yQ). Bei der Offenbarung der Söhne Gottes wird die ganze Schöpfung erlöst werden von ihrer Knechtschaft und wieder in den Zustand zurückversetzt, den sie vor dem Sündenfall hatte. Die Tiere, mit denen wir heute Kontakt haben, sollten an unserem Verhalten erahnen können, dass wir Söhne Gottes sind, auch wenn wir ein Tier töten müssen. Das Tier, das wir töten, wird uns eines Tages wiedersehen, und wir werden es hin zum ewigen Leben betreuen (Röm.8:20-21).

Mir ist bewusst, dass Dir diese Überlegungen fremd und schwer verdaulich sind, aber ich habe mich bemüht, sie mit zahlreichen Stellen im Worte Gottes zu belegen. Sie entsprechen zwar nicht dem, was landläufig heute gelehrt und geglaubt wird, aber heute wird ohnehin vieles gelehrt und geglaubt, was die Bibel gar nicht lehrt. Die meisten Christen haben z.B. absolut keine Vorstellung davon, wie sie 1.Kor.15:28 auslegen könnten, dass Gott einmal „alles in allen sein wird“. Stattdessen wiederholen sie lieber die unbewiesene Phrase, dass die „Allversöhnung eine Irrlehre“ sei, obwohl sie nichts anderes ist (und sein will) als das, was in Kol.1:16-23 bezeugt wird.

Ich danke Dir, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Klarstellung und Rechtfertigung bis hierher zu lesen. Ich hoffe, dass Du es gemäß 1.Thess.5:21 prüfen und das Gute behalten mögest. Und ich erwarte nicht, dass Du jetzt Deinerseits dazu noch ausführlich Stellung beziehen willst, was Du ja auch nicht musst.

Sei der Gnade unseres HErrn Jesus Christus anbefohlen!

Simon