"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

Lebenszeugnisse von Knechten Jesu Christi Teil 10:

Basilius der Große (330 - 378 n.Chr.)

Kappadokien, eine Region in Zentralanatolien, blieb von der griechischen Kultur lange unberührt. Städte gab es wenig, die Sitten waren rau wie das Klima im Winter. Doch Christen gab es viele in diesem Gebiet, seit Gregor der Wundertäter, ein Schüler und Freund von Origenes, dort das Evangelium verkündigt hatte. Durch den Einfluss der Gläubigen wurde der Landstrich rasch zivilisiert. Unter diesen stachen besonders drei heraus: Basilius, sein Bruder Gregor von Nyssa und den Freund des Basilius, Gregor von Nazianz. Basilius kam aus christlichem Elternhaus. Sein Großvater war noch unter Diokletian als Märtyrer gestorben. Während seiner Studienzeit in Cäsarea begann seine unzertrennliche Freundschaft mit Gregor von Nazianz, mit dem er einen Bund fürs Leben schloss. Zunächst berauschte ihn das weltliche Leben und der Erfolg. Doch seine Schwester Makrina führte ihn zur Buße von seiner Eitelkeit. So kam es, dass Basilius eines Tages „wie aus tiefem Schlaf erwachte“, wie er selbst erzählt. „Ich gewahrte das wunderbare Licht, das die Wahrheit des Evangeliums verbreitete.“ Er ließ sich taufen und zog sich in die tiefste Einsamkeit zurück, um von den Mönchen Ägyptens, Syriens und Palästinas zu lernen. Basilius führte ein strenges, asketisches Leben, das seine Leberkrankheit verschlimmerte und seine Gesundheit ruinierte.

Im Jahr 362 stand der junge Mönch in Cäsarea dem Bischof Dianius, der ihn 356 getauft hatte, in seiner letzten Stunde bei. Sein Nachfolger Eusebius, mehr reich an Gütern als theologischem Fachwissen, engagierte Basilius als Berater und weihte ihn 364 zum Priester. Basilius sah sich zu dieser Zeit mit verschiedenen Problemen konfrontiert: die soziale Lage der Bauern hatte sich dramatisch verschlechtert wegen einer Hungersnot im Jahr 368. Basilius beschreibt das Drama eines Vaters, der gezwungen war, eines seiner Kinder in die Sklaverei zu verkaufen, um 

die Not zu mildern. Der Wucher war ein Krebsübel der Gesellschaft. Basilius schrieb: „Die Forderungen übersteigen das Maß der Menschlichkeit. Du beutest die Bedrängten aus. Du machst Geld aus Tränen, du erdrosselst den, der nackt ist, zermalmst den Ausgehungerten.“

Basilius, der zunächst durch die Verteilung seiner Güter ein Beispiel gegeben hatte, erhob sich nun und prangerte die Zustände öffentlich an. In seinen Predigten vertrat er die großen sozialen Ideen von der grundsätzlichen Gleichheit der Menschen, von der menschlichen Würde, von der Rechtmäßigkeit, aber auch den Grenzen des Eigentums. Seine ausgeglichene Lehre verurteilt nicht den Reichtum an sich, sondern die Besitzgier. „Mehr besitzen als notwendig, heißt die Armen betrügen, heißt stehlen.“ Solche Sozialpredigten stießen freilich nicht bei Allen auf Zustimmung. Nach Bischof Eusebius‘ Tod im Jahr 370 stand mit Basilius ein geeigneter Nachfolger bereit. Seine Gegner verwiesen auf seine angegriffene Gesundheit. Der Vierzigjährige war tatsächlich leidend. Sein Freund Gregor schildert ihn als „abgemagert vom Fasten, abgezehrt von den Nachtwachen; er hatte fast kein Fleisch mehr, fast kein Blut mehr.“

Aber Basilius war im vollen Besitz seiner geistigen und seelischen Kräfte. Er verfügte über den Scharfblick, die Weisheit und Festigkeit des Vorgesetzten und war für die Leitung geschaffen. Die neun Jahre im Amt des Bischofs ließen diese Vorzüge aufleuchten. In seinem Kampf für die Nicänische Glaubenslehre widerstand er sogar dem römischen Kaiser Valens, der verdutzt feststellte: „Niemand hat bisher so kühn zu mir gesprochen“. Aufgrund seines hohen Ansehens, wagte der Kaiser nicht, ihn in die Verbannung zu schicken. Er durchschaute die Reichen, die oft zwar fromm und nüchtern waren, aber wenig freigebig waren: „Die Tugend, die den Reichen am leichtesten fallen sollte, die Mildtätigkeit, erscheint ihnen am schwersten.“

Basilius ließ es nicht beim Predigen über die soziale Gerechtigkeit bewenden. Er schuf Einrichtungen, indem er Elendsviertel in Wohnstätten der tätigen Liebe verwandelte. Er packte zu, legte am Hafen von Cäsarea eine neue Siedlung an, die das Volk bald „Basilias“ nannte. Es gab dort ein Hospiz, ein Altenheim und ein Krankenhaus, sowie Wohnungen für Angestellte und Arbeiter. Immer war er bereit, zu helfen. Er schrieb zahlreiche Empfehlungsschreiben: eine Witwe schützte er vor Erpressung, Würdenträgern empfahl er die Sorge für die Armen und Hungernden. Zahlreich sind auch seine Freundschaftsbriefe: er verstand zu trösten, zu ermutigen, zu raten. Er tröstete Freunde, Eltern, die einen geliebten Menschen verloren hatten, ermunterte Verzagte oder von Häretikern angegriffene Gläubige oder Gemeinden, die ihren Seelsorger verloren hatten. Er unterband Skandale und zeigte den Weg der Vollkommenheit vor.

Basilius erlebte Stunden der Entmutigung, als es zum Bruch mit seinem alten Lehrer und Freund Eustathius von Sebaste kam: „Es schnürte mir das Herz zusammen…“ Die Prüfung dauerte drei Jahre, in denen er schweigend litt. Das Leid ergriff ihn zuinnerst. Briefe zu empfangen war ihm eine Lust. Darin fand er Trost. Mag sein, dass er sich einsam und verlassen gefühlt hat. Dann erleichterte es ihn, wenn er anderen das Leiden, das ihn niederdrückte, anvertrauen konnte. Er weinte mit den Weinenden. Einer Mutter, die ihren Sohn im jungen Alter verloren hatte, schrieb er: „Ich gedachte erst zu schweigen und Euch nicht zu schreiben, da ich mir dachte: die lindesten Heilmittel tun einem entzündeten Auge weh; Trostworte belästigen einen, der in einen Abgrund von Trauer versenkt ist, solange die Wunde noch blutet… Ich weiß wohl, was das Herz einer Mutter ist, ich kenne Eure Zartheit und Eure Milde allen gegenüber. Wie sehr muss Euch das Unglück schmerzen, das Euch getroffen hat!“ Basilius starb früh, erschöpft von Entbehrungen und Widrigkeiten, im Alter von nicht einmal 50 Jahren.

 

Lebenszeugnisse von Knechten Jesu Christi Teil 11:

Gregor von Nazianz (329 - 390 n.Chr.)

Der zuletzt erwähnte Freund von Basilius war charakterlich das genaue Gegenteil von ihm, und dennoch ergänzten und bereicherten sie sich wunderbar. Gregor fand bei Basilius jene Festigkeit, die ihm selbst fehlte. Gregor war eher ein Romantiker, der offen von seinen Ängsten und Leiden sprach. Verglichen mit Basilius fehlte es ihm an Diskretion. Er verbarg nicht die Fehler, deren erstes Opfer er selbst war. So entwaffnete er jedes strenge Urteil über ihn.

Auch Gregor stammt aus einer aristokratischen Familie in Kappadozien. Von seiner gläubigen Mutter Nonna erbte er wohl seine Sensibilität. Sein Vater gehörte zunächst einer Sekte an, tat aber dann Buße und wurde sogar Bischof von Nazianz. Das spät geborene Einzelkind Gregor war für seine Mutter eine große Freude, so dass sie ihn ganz dem HErrn weihte. Er genoss sein Studentenleben in Cäsarea, geriet jedoch einmal bei der Überfahrt nach Griechenland in Seenot, aus welcher Gott ihn rettete und aufgrund dessen er das Gelübde seiner Mutter in seinem eigenen Namen erneuerte.

Nach dem Studium war er jedoch unentschlossen, wie es weiter gehen sollte, denn mehr als das Berufsleben sehnte er sich nach der Einsamkeit mit Gott. Er schrieb: „Nichts scheint mir wunderbarer, als die Sinne zum Schweigen zu bringen und enthoben dem Fleisch und der Welt in sich einzukehren, um mit sich selbst und mit Gott zu reden jenseits der sichtbaren Dinge“ (BKV, Häuser, Reden 2,7). Wie alle Geängstigten brauchte er die Gegenwart eines Menschen und freundete sich mit Basilius an. Dann ließ er sich von seinem alten Vater taufen, der ihn schon bald darauf zum Priester weihte. Gregor war eigentlich dagegen und dies sogar einen „Akt der Tyrannei“; aber er wollte seinem Vater gehorchen. Trost fand er immer wieder bei Basilius, der ihn aufbaute und zum Dienst ermutigte. Als er 362 seine erste Predigt hielt, zog er die Hörer geradezu in den Bann durch seine Geredsamkeit. Fortan überwand er seine Unbeständigkeit und konnte sich den schwersten Aufgaben stellen.

Nach dem Tod des Basilius widmete sich Gregor der Verteidigung der Trinitätslehre und dem theologischen Kampf gegen den inzwischen weit verbreiteten Arianismus. Er sprach 381 auf dem Konzil von Konstantinopel vor dem arianischen Kaiser Valens und versuchte erfolglos, die drohende Spaltung der Kirche in Ost und West abzuwenden. Darauf zog er sich bei schlechter Gesundheit zurück in seine Heimatstadt, gab sein Amt auf und verbrachte den Rest seines Lebens mit dem Schreiben von Briefen, von denen 245 bis heute erhalten sind. Dabei legte er sich vier Regeln auf, die für jeden Brief unabdingbar waren: Kürze, Klarheit, Anmut und Einfachheit. In diesen drückt er all seine Liebe zu seinen Freunden aus: „Wachend und schlafend kümmert mich, was dich angeht…“ Er konnte kein Leid und Not mit ansehen, ohne zu helfen; dabei wurde er jedoch immer wieder enttäuscht und litt unter Depression. Er begehrte das unwandelbare Glück in der Vereinigung mit Gott im Gebet und schrieb auch Liebesbriefe an Gott: „Du rufst mich, Du rufst mich, ich eile Dir entgegen!

 

Lebenszeugnisse von Knechten Jesu Christi Teil 12:

Gregor von Nyssa (335 - 394 n.Chr.)

Der jüngere Bruder von Basilius stand zeitlebens immer in dessen Schatten, entwickelte sich später jedoch als Mystiker zum ersten geistlich-philosophischen Theologen der Kirchengeschichte. Seine Eltern brachten erstaunlicherweise gleich drei Bischöfe hervor, konnten jedoch für Gregor nicht mehr die Kosten für ein umfangreiches Studium aufbringen wie für seinen Bruder Basilius. Er empfing seine Bildung von den Schulen Cäsareas und hat Kappadokien auch nie verlassen. Gregor heiratete Theosebia, eine Frau von hoher Begabung und ausgezeichneter Bildung, an der er leidenschaftlich hing. Er blieb auch verheiratet als ihn sein Bruder um 371 zum Bischof des Städtchens Nyssa machte.

Ansonsten ist wenig über Gregors Leben bekannt. Er führte offenbar mit Theosebia ein zurückgezogenes Leben. Mit seiner Schwester Makrina blieb er in ständigem Kontakt und fühlte sich ihr tief verbunden. Sie leitete eine Gemeinschaft von Frauen in derselben Gegend. Sein Amt als Bischof trat er unfreiwillig an, denn sein Bruder hatte es ihm – wie er sagte – ja nur „aufgezwungen“, um seine kirchenpolitische Position zu festigen. Denn aufgrund des neu-arianischen Einflusses brauchte Basilius Leute, auf deren Rechtgläubigkeit er sich verlassen konnte. Und Gregor beeindruckte sofort alle durch sein theologisches und philosophisches Fachwissen, wenngleich er selbst kein begabter Schreiber war. Doch war er ein eifriger Bischof, der sich für seine Gemeinde einsetzte und von ihr hoch geschätzt wurde.

Gregor war von Natur aus zu zurückhaltend, um sich aufzudrängen. Als Basilius 378 n.Chr. starb, trat er mit mehr Selbstsicherheit dessen Erbe an und versuchte sich auch selbst als Schreiber. In seinem ersten Werk „Über die Erschaffung des Menschen“ zeichnet Gregor trotz vieler Abschweifungen darin ein Bild von der Einheit aller Menschen als Geschöpfe Gottes vom ersten bis zum letzten. Erst mit dem letzten Menschen wird die Menschheit vollendet, wenn der zur Fülle gelangte Christus die zur Fülle gelangte Menschheit an sich ziehen wird (Gregor glaubte wie viele Lehrer der von Origenes geprägten Ostkirche an die Allversöhnung).

381 nahm er zusammen mit seinem Freund Gregor von Nazianz am Konzil von Konstantinopel teil und hielt die Eröffnungsrede. Kaiser Theodosius bestimmte ihn daraufhin zum Bürgen der Orthodoxie (Rechtgläubigkeit). Damit war er befugt, den Glauben der anderen Bischöfe zu beurteilen, d.h. die Arianer ab- und die Nizäner einzusetzen. Aus diesen Jahren, in denen Gregor das Vertrauen des Kaisers genoss, stammen die wichtigsten seiner dogmatischen Schriften, z.B. die „Große Katechese“, eine Darstellung der christlichen Grundwahrheiten; es ist ein dogmatisches Handbuch, das sich an die „Prinzipien“ des Origenes anlehnt.

An seinem Lebensende geriet er immer mehr in Vergessenheit und wandte sich zunehmend der inneren Einkehr zu. Von nun an schrieb er nur noch Meditationsbücher wie etwa „Das Leben des Mose“, „Auslegungen zum Hohelied“ oder „Über die christliche Lebensführung“. Darin beschreibt er die Entfaltung des geistlichen Lebens als einen unaufhörlichen Aufstieg durch aufeinander folgende Läuterungen, die ebenso viele Durchbrüche der Gnade sind, bis zur völligen Einswerdung mit Gott. Aber auch hier schweigt er völlig über sich selbst. Er gibt rein gar nichts über sich preis. Wir können nur indirekt erahnen, wie seine eigenen Erfahrungen mit Gott gewesen sein müssen, wenn er von all den Trugbildern spricht, die ein geistlicher Christ nach und nach überwindet. Und nun geht er auch mit der Philosophie scharf ins Gericht, weil ihr das Licht der Offenbarung fehlt: „Sie bringt ihre Frucht zu früh, ehe sie zur Erkenntnis Gottes gelangt.“ („Das Leben des Mose“, S. 329).