„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“

(Röm.13:12)

Wann kommt Jesus wieder?

 

„Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb überrasche.“ (1.Thes.5:1-4)

Es ist immer wieder erstaunlich, dass seit Beginn des Irankriegs am 28.02. viele Prediger und Bibellehrer „Kriege“ zwar allgemein als Endzeiterfüllung sehen (Mt.24:6), sich aber weigern, speziell den Iran-Krieg als Zeichen der nahen Wiederkunft Jesu zu deuten. Dabei steht in Daniel 8:5 doch ganz klar, dass Persien, der „Widder“, von dem „Ziegenbock“ angegriffen wird, der „von Westen über die ganze Erde herkommt“ und dabei „die Erde nicht berührte“ (Luftangriffe der USA). Alexander der Große hatte zwar 331 v.Chr. ebenso die Perser besiegt, aber dabei berührte er die Erde und kämpfte als Feldherr sogar an vorderster Front. Zudem wird angekündigt, dass sich die Vision „auf die Zeit des Endes“ bezieht (V. 17+19). Die Formulierung „Zeit des Endes“ finden wir immer wieder im Buch Daniel (Dan.11:35+40, 12:4+9) und bezieht sich sowohl auf die Zeit vor dem ersten als auch auf die Zeit vor dem zweiten Kommen des HErrn Jesus (Pred.1:9). Außerdem bekam Dareios III. im Jahr 331 v.Chr. militärischen Beistand in seinem Kampf, nämlich von den Indern, Baktriern (heutiges Afghanistan), Armeniern, Babyloniern und sogar von griechischen Söldnern, während beim heutigen Iran bisher weder Russland, noch China, noch Nord-Korea militärisch interveniert haben, so wie geschrieben steht: „niemand rettete den Widder aus seiner Hand“ (V. 7).

Was nun die Wiederkunft des HErrn Jesus betrifft, so wissen wir tatsächlich „weder Tag noch Stunde“ (Mt.25:13), und in Bezug auf die Wiederherstellung des Reiches für Israel  ist es auch nicht unsere Sache, „Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in Seine eigenen Gewalt festgesetzt hat“ (Apg.1:7). Dennoch aber haben wir die Verheißung, dass sich „zur Zeit des Endes… die Erkenntnis mehren wird“ (Dan.12:4). Wir wissen nicht Tag noch Stunde, aber wenn es soweit ist, können wir den Zeitpunkt immer besser eingrenzen. Deshalb hat uns der HErr auch den Hinweis mit den „1260 Tagen“ gegeben (Offb.12:6) bzw. „42 Monate“ (Offb.11:2, 13:5). Wenn es also uns überhaupt nicht zu interessieren hätte, dann würde Gott uns nicht so viele Hinweise geben. Und seit der Staat Israel vor 70 Jahren gegründet wurde, wissen wir, dass „der Sommer nahe ist“ (Mt.24:32).

Vor 40 Jahren habe ich mich zum ersten Mal mit den Bibelstellen beschäftigt, die einen Hinweis geben, wann der HErr Jesus möglicherweise wiederkommt. Aufschlussreich war zunächst einmal die recht einfache Überlegung, dass die Schöpfungstage mit großer Wahrscheinlichkeit eine Parallele zu den 6000 Jahren Menschheitsgeschichte darstellen, denen im Anschluss das 1000jährige Reich wie der 7. Tag als Ruhetag folgen wird. Denn wir wissen, dass ein Tag bei dem HErrn ist wie 1000 Jahre und 1000 Jahre wie ein Tag (2.Petr.3:8). Diesen Hinweis hat uns der Heilige Geist gegeben in unmittelbarem Zusammenhang mit der Frage, wann der HErr Jesus wiederkommt (2.Petr.3:4+9). Tatsächlich ist das Alte Testament etwa 4000 Jahre alt. Die Gelehrten James Ussher und John Lightfoot errechneten 1650 den Zeitpunkt der Schöpfung für den 23.10.4004 v.Chr. um 9:00 Uhr morgens. Der Bibellehrer F.H. Baader nahm hingegen 3973 Jahre an von der Erschaffung Adams bis zur Geburt Jesu. Viele Ausleger vermuten die Geburt Jesu im September des Jahres 1 v.Chr. wegen Luk.1:5-26. Elisabeth bekam ihr Kind ja sechs Monate vor Maria, und zwar im März (Nisan), in welchem Zacharias, einem Priester aus der Tageaufteilung Abijas, gerade Dienst hatte.

Der HErr Jesus begann Seinen Dienst als Er 30 Jahre alt war (Luk.3:23), und zwar vermutlich im Jahr 29 n.Chr. Das 30. Jahr war übrigens das Alter für den Priesterdienst (4.Mo.4:3) und für das Königtum Davids (2.Sam.5:4). Nur wenigen ist bekannt, dass auch der Universalgelehrte Isaak Newton (1643-1727) Berechnungen anstellte zur Geburt und Kreuzigung Jesu, sowie zu Seiner Wiederkunft. Newton berechnete die Kreuzigung Jesu für den 03.04.33, nicht nur weil dies der einzige Freitag vor einem Passahfest war (14.Nisan), sondern weil es an diesem Tag eine Mondfinsternis gab (Joel 2:31). Nun stellt sich die Frage, ob die 2000 Jahre, auf die Petrus hindeutet in 2.Petr.3, vom Beginn Seines Dienstes an zu rechnen sind oder erst nach Seiner Kreuzigung und Auferstehung. Einen Hinweis gibt uns das Gleichnis vom barmherzigen Samariter in Lukas 10: Jeder Sünder befindet sich ja auf dem direkten Weg ins Verderben, im Gleichnis dargestellt durch jenen Mann, der auf dem Weg von Jerusalem (= Stadt des Friedens) nach Jericho (= Stadt des Fluches) hinabging, dann aber unter die „Räuber“ fiel (= Sünden, Gebundenheiten, Süchte, Schicksalsschläge), die ihn – von seiner Verlorenheit überführt (Röm.7:9-11) – „halbtot liegen ließen“. Weder der Priester noch der Levit konnten ihn in diesem Zustand noch retten (Hebr. 7:18-19), sondern einzig und allein jener von den Juden verachtete „Samariter“ (Joh.4:9), der HErr Jesus Christus (Joh.1:10-12), der seine Wunden mit Wein (= Evangelium) und Öl (= Heiliger Geist) heilte und ihn dann auf Seinem Lasttier in die „Herberge“ brachte. Wörtlich übersetzt ist die Herberge eine „Allempfangende“ (gr. PAN´DOKION), nämlich die Gemeinde des HErrn. Hier lesen wir nun, dass der barmherzige Samariter seine Rückkehr ankündigt als Er dem Wirt (= Heiliger Geist) mit den „zwei Denaren“ alles gab, was dieser zur Heilung des Verletzten benötigte bis Er wiederkäme. Zwei Denare sind der Lohn eines Tagelöhners für zwei Tage (Matth.20:1-9), und da „ein Tag“ ja prophetisch bei dem HErrn „wie 1000 Jahre“ ist (2.Petr.3:8), dürfen wir hoffen, dass der HErr Jesus 2000 Jahre nach Seiner Auferstehung und Himmelfahrt wiederkommen wird, also im Frühjahr 2033. Wenn man annimmt, dass die Entrückung etwa in der Mitte der letzten sieben Jahre stattfindet, dann wäre diese im Herbst 2029, vielleicht zur Zeit des Rosch ha-Schana, dem Fest des Posaunenhalls am 09.-11. Sept.29.

Es gibt noch andere Bibelstellen, die diesen Hinweis untermauern: Nachdem der HErr durch den Propheten Hosea schon angekündigt hatte, dass „die Kinder Israel viele Tage ohne König bleiben werden und ohne Fürsten, und ohne Schlachtopfer und ohne Bildsäule, und ohne Ephod und Teraphim“ (Hos.3:4), hat Er ihnen verheißen, dass sie „am Ende der Tage umkehren und den HErrn, ihren Gott, und David, ihren König, suchen; und sie werden sich zitternd wenden zu dem HErrn und zu Seiner Güte am Ende der Tage“ (Hos.3:5). Wann genau dies sein wird, das verrät uns Hosea auch, und zwar in Kap.6: „ER wird uns nach zwei Tagen wieder beleben, am dritten Tage uns aufrichten; und so werden wir vor Seinem Angesicht leben… Sein Hervortreten ist sicher wie die Morgendämmerung; und Er wird für uns kommen wie der Regen, wie der Spätregen die Erde benetzt“ (Hos.6:2-3). Hier wird also ganz deutlich gesagt, dass Er NACH ZWEI Tagen, also nach 2000 Jahren, das Haus Israel wieder beleben und sie am DRITTEN Tag, also dem 1000jährigen Reich, sie aufrichten wird.

Wir wissen alle, dass der HErr Jesus am dritten Tag auferstand und auch wir durch Ihn die Hoffnung haben, dass Er uns „auferwecken wird am letzten Tag“ (Joh.6:39+40). Prophetisch gesprochen ist der „letzte Tag“ das Tausendjährige Reich, nämlich der „Tag des HErrn“, und zwar wird die Auferstehung und Entrückung der Gläubigen das allererste Ereignis sein, das im Tausendjährigen Reich stattfinden wird. Wir sind also genauso wie Christus 2000 Jahre lang mit Ihm gestorben und stehen wie Er am dritten Tag auf.

Es ist erstaunlich, wie oft die Bibel uns den „dritten Tag“ als Hinweis für die Wiederkunft Christi und Seine Herrschaft im 1000jährigen Reich:

  • Am dritten Tage, da erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von ferne“ (1.Mo.22:4)
  • Am dritten Tage, dem Geburtstage des Pharaos, da machte er seinen Knechten ein Mahl; und er erhob das Haupt des Obersten der Schenken und das Haupt des Obersten der Bäcker unter seinen Knechten“ (1.Mo.40:20). Hier haben wir eine Vorschattung des Hochzeitsmahls des HErrn, das ebenso zu Beginn des „Tages des HErrn“ stattfinden wird, etwa zeitgleich mit dem Gericht über die Nationen in Mt.25:31-46. So wie der HErr Jesus am Kreuz eine gute Nachricht für den einen und eine schlechte Nachricht für den anderen Mitgefangenen hatte, so hatte auch Joseph im Gefängnis seinen beiden Mitgefangenen ihr Schicksal angekündigt, das sich ja dann auch erfüllt hat „am dritten Tag“.
  • Am dritten Tag wird der HErr vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai herabsteigen“ (2.Mo.19:11). Hier sehen wir die Ankündigung vorgeschattet, dass auch der HErr Jesus in der Zukunft herabkommen wird, ebenso unter „starkem Posaunenschall“ (2.Mo.19:16) und „Seine Füße werden an jenem Tage auf dem Ölberge stehen“ (Sach.14:4).
  • Am dritten Tag sollte auch König David erfahren, dass sein Feind Saul getötet wurde (2.Sam.1:2), worauf er dann vom Volk zum neuen König gesalbt wurde. Saul ist hier ein Bild auf den Antichristen, den sich das Volk einmal selber zum Weltherrscher erwählt hatte, aber der dann seinen Rivalen Jesus verfolgte (Apg.9:4 „Was verfolgst du Mich?“), und der ebenso in der Schlacht von Armageddon umkommen wird.
  • Am dritten Tag sollte Hiskia wieder in das Haus des HErrn gehen können, nachdem er von seiner Krankheit genesen war (2.Kön.20:5).
  • Am dritten Tag tat die Königin Esther (ein Bild auf die Gemeinde) Fürbitte für das jüdische Volk bei ihrem König und Bräutigam (Esth.5.1), damit der böse Haman es nicht vernichten möge (ein Bild auf den Antichristen).
  • Am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa“ (Joh.2:1). Warum nicht am zweiten Tag oder am fünften Tag? Weil auch hier wieder das Hochzeitsmal des Lammes vorgeschattet ist zu Beginn des Tausendjährigen Reiches.

Eine weitere interessante Bibelstelle zur Frage, wann der HErr wiederkommt, finden wir in Jes.21:11-12. Dort fragt einer: „Wächter, wie weit ist’s in der Nacht? Wächter, wie weit ist’s in der Nacht? Der Wächter spricht: Der Morgen kommt, und auch die Nacht (d.h. ein Morgenschimmer und gleich wieder Umnachtung)“. Was hat das jetzt zu bedeuten? Nacht bedeutet in der Bibel symbolisch die Zeit, in der niemand für den HErrn arbeiten kann und der HErr auch nicht da ist (Joh.9:4). Wenn kein Licht ist, dann irren die Menschen umher, es sei denn, dass der Mond (Gemeinde), die ihr Licht von der Sonne (der HErr Jesus) erhält (Psalm 19:5) und die Sterne (einzelne Gläubige) den Menschen genügend Orientierung geben (Dan.12:3). Der Fragesteller im AT wurde ungeduldig, weil es Nacht war und er sich nach dem Kommen des HErrn sehnte. Der Geist Gottes tröstet ihn mit der Verheißung, dass der HErr bald kommen würde (der frühe Morgen der Auferstehung des HErrn ist schon in 2.Sam.23:4 prophetisch angekündigt: „Er wird sein wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken…“). Aber dieser Morgen des ersten Kommens des HErrn sollte nur von kurzer Dauer sein, und schon kurz darauf brach auch schon wieder die „Nacht“ der Abwesenheit über die Welt herein, weshalb die Emmaus-Jünger zum HErrn sagten: „Bleibe bei uns, denn es ist gegen Abend, und der Tag hat sich schon geneigt“ (Luk.24:29). Jetzt sind wir inzwischen schon mitten in der Nacht, aber diese ist auch schon „weit vorgerückt und der Tag ist nahe“ (Röm.13:12). Die Wiederkunft des HErrn findet also geistlich (und für einige auch buchstäblich) am frühen Morgengrauen statt, weshalb wir ja auch wachen sollen.

Wir wissen auch, dass der Antichrist zuvor kommen wird, um sich in den Tempel Gottes zu setzen und einen „Gräuel der Verwüstung“ aufzustellen (2.Thes.2:3). Der Milliardär Peter Thiel glaubt, dass er und seine Freunde aus dem Silicon Valley jene sind, die gemäß 2.Thes.2:6-7 der „Zurückhaltende“ (KATÄCHON) sind, indem sie als Libertäre all ihr Geld verwenden, um die Welt vor dem Sozialismus und der staatlichen Übergriffigkeit zu schützen. Aber aus dem Zusammenhang geht hervor, dass es nicht darum geht, das Kommen des Antichristen zurückzuhalten, sondern dass das Kommen des Antichristen das Kommen des HErrn Jesus zurückhält, weil dieser eher kommen muss. Hätte der HErr Jesus in Mt.24:15 nicht dieses Zitat aus Dan.9:27 erwähnt, könnte man denken, dass sich diese Prophezeiung schon im Jahre 167 v. Chr. erfüllt hatte, als der Seleukidenkönig Antiochus IV Epiphanes in Jerusalem einmarschierte und den Jahwe-Gottesdienst verbot, indem er ihn durch einen Zeus-Dienst ersetzte (Dan.8:11-12). Dies geschah genau in der Mitte seiner siebenjährigen Regierungszeit (Dan.9:27), was damals zu dem Aufstand der Makkabäer führte (vergleichbar mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto am 19.04.1943. Aus dem 1.Makkabäerbuch 1:54 erfahren wir, dass dieser „Gräuel der Verwüstung“ am 15. des Monats Kislew (1. Dezember) aufgestellt wurde.

 

 

Vorheriger Beitrag
„Such, wer da will, ein ander Ziel“ Teil 25

Inhaltsverzeichnis

Etwas nicht gefunden?

Neuste Beiträge

Gastbeiträge

„Der ist kein Narr, der aufgibt, was er nicht behalten kann, damit er gewinnt, was er nicht verlieren kann.“

(Jim Elliott)