„Darum hat Gott sie auch dahingegeben… Deswegen hat Gott sie dahingegeben…“ (Röm.1:24-28)
Einleitung
Hat es eigentlich je ein „Christliches Abendland“ gegeben? Ja! Und der HErr hat es in Matth. 13 auch vorhergesagt. Aber der Reihe nach: Dem Josef wurden in den ersten sieben Jahren des Überflusses in Ägypten zwei Söhne geboren, Manasse und Ephraim, die von seinem Vater Jakob adoptiert wurden (1.Mo.48:5). Dieses Ereignis hat eine allegorische Bedeutung: Joseph steht für Jesus, der ebenso zu Seinen Brüdern kam, die Ihn hassten und in die Hände von Gesetzlosen übergaben (Apg.2:23). Nachdem Joseph aus dem Gefängnis kam, hat der Pharao ihn über alles gesetzt, was er hatte, um in den sieben Jahren des Überflusses Vorräte einzusammeln für die sieben Jahre des Mangels. Und so hat auch der Vater Seinen Sohn Jesus über alles erhoben, was Er hat, um in den sieben Epochen der Kirchengeschichte in Offb.2 und 3 geistige Vorräte an Erkenntnis des Wortes Gottes zu sammeln, um einmal in den künftigen sieben Jahren des geistigen Mangels die ganze Welt vor dem geistigen Hungertod zu retten. Manasse, der Erstgeborene, steht in dieser Allegorie für die ersten vier Gemeindeausprägungen aus Offb. 2, die man als katholisches Zeitalter bezeichnen kann (70 – 1517 n. Chr). Manasse bedeutet „der Vergessenmachende“, denn die Ausbreitung des Christentums in Europa tröstete den HErrn Jesus und ließ Ihn die Ablehnung Seiner jüdischen Brüder wieder vergessen. Ephraim bedeutet „der doppelt Fruchtbare“, denn durch die Reformation erwiesen sich die nordeuropäischen, evangelischen Nationen wie etwa England und Deutschland, aber auch später die USA als doppelt so fruchtbar wie das katholische Südeuropa, sowohl in geistlicher als auch in wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Hinsicht (vergl. Max Weber: „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“). Durch den Kolonialismus und die Mission brachte dieses „Nordreich Israels“ selbst weit entfernten Völkern Zivilisation, Fortschritt und vor allen den christlichen Glauben. Die einst verschollenen zehn Stämme des christlichen Israel wurden zum „Haupt der Nationen“ (Jer.31:7), so dass ein Drittel der Welt zu Christen wurde. Nach dem Sieg über Hitler, erfüllte das Haus Israel seine zuvor gegebene Zusage an die Kolonialvölker und gewährte ihnen die staatliche Unabhängigkeit (s. Dan.7:4).
Die Ursachen für die Abkehr von den Geboten Gottes
Zu Beginn der Neuzeit im 17. und 18. Jh. gab es noch eine große Volksfrömmigkeit in Deutschland. Man betete, dass der HErr das Dorf vor Krieg und Seuchen verschone, dass der Frost noch warten möge und das Vieh gesund bleibe. Der Dreißigjährige Krieg hatte Deutschland verheert und das Volk gelehrt, dass Gott streng ist, die Welt gefährlich und Sicherheit eine Ausnahme sei. Vor allem hatten die Menschen das Beten erlernt, da sie sahen, dass Gott in der Not half. Die Pfarrer waren nicht nur Prediger sondern Sittenwächter. Der Tod war allgegenwärtig (hohe Kindersterblichkeit) und die Angst vor der Hölle wurde als pädagogisches Mittel verwendet. Doch mit dem Aufkommen des Pietismus im 18.Jh. hörte man die Leute immer häufiger sagen: „Ich habe mich bekehrt.“ Das irritierte den Pfarrer und die Obrigkeit, denn auf einmal wurde die Frömmigkeit persönlich und innerlich. Man las auf einmal selber in der Bibel, fragte nach Gewissheit und zweifelte am bloßen Mitlaufen. Das Volk spaltete sich in „Erweckte“ und Gewohnheitschristen. Langsam, aber stetig wurde die Hölle weniger erwähnt und die Moral wurde vernünftiger. Gott wurde in den Augen der Leute weniger zornig, aber berechenbarer.
Damals waren noch über 90 % der Bevölkerung gottgläubig und mehr als 70 % auch sehr fromm. Aber durch die Aufklärung wurde die ohnehin schon ritualisierte und geistig ausgehöhlte Volksfrömmigkeit immer weiter hinterfragt und vom Wort Gottes entkoppelt. Es fand eine Verschiebung der Autorität statt: An die Stelle der Offenbarung trat die Vernunft, an die Stelle des Gebotes das eigene Moralgefühl und an die Stelle der Umkehr die Selbstoptimierung. Die Religion wurde privatisiert, indem der Glaube keine öffentliche Normkraft mehr haben sollte. Man behielt die christlichen Begriffe bei, aber löste sie von ihrem biblischen Inhalt. Es entstand eine „Nächstenliebe“ ohne Gottesgebot, ein Gewissen ohne Richter, eine Würde ohne Schöpfer und eine moralische Kulisse ohne Fundament. Die Gebote Gottes galten nur noch als historisch interessant, aber nicht mehr verbindlich, die Frömmigkeit verkam zur kraftlosen Folklore. Gott wurde nicht abgeschafft, aber entthront, dann überflüssig gemacht und schließlich vergessen. In der Theologie wurden die Gebote kontextualisiert und dadurch relativiert.
Als vorausgehende Ereignisse für die Wiederkunft Christi und unserer Entrückung werden in 2.Thes.2:3 zwei Ereignisse erwähnt, nämlich der „Abfall“ und das Kommen des „Sohns des Verderbens“. Bei diesem „Abfall“ (APO´STASIA wörtl. „Abstehen“) handelt es sich nicht nur um einen Abfall vom Glauben, sondern ein damit verbundenes Abstehen von den Geboten Gottes, sowohl bei den Gläubigen als auch in der Welt. Als 1949 das Grundgesetz geschrieben wurde, hieß es in der Präambel: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen… hat sich das deutsche Volk*[1] …dieses Grundgesetz gegeben.“ Leider haben wir im 20. Jh. einen rasanten Abfall von dieser „Verantwortung vor Gott“ gesehen, indem sich zunächst die Gläubigen und später auch das Parlament durch Gesetzesänderungen kontinuierlich von den Geboten Gottes abgewandt hat und sich dem Zeitgeist anpasste. Dies geschah im Wesentlichen in vier Stufen, die der Heilige Geist durch Apostel Paulus in Röm.1:21-36 beschreibt:
Die Grundsünde im 19.Jh.: Gott wurde nicht mehr geehrt und gedankt (Röm.1:21-23)
Bereits im 18. Jh. verbreiteten sich im Christlichen Abendland die Ideen der sog. „Aufklärung“ durch gottlose Philosophen, die wie z.B. Immanuel Kant (1724-1804) den Menschen Freiheit versprachen (2.Petr.2:19), wenn sie sich von ihrer „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ lossagten. Karl Marx (1818-1883) wurde dann der erste, apokalyptische Reiter auf dem weißen Pferd (Offb.6:2), der die Welt verführte durch die Hoffnung auf eine gerechtere Welt, sobald das Proletariat die alte Ordnung Gottes überwunden hätte und sich gegen jede Herrschaft auflehne: „Lasst uns zerreißen ihre Bande, und von uns werfen ihre Stricke!“ (Ps.2:3). Charles Darwin (1809-1882) lieferte dann eine naturwissenschaftliche Erklärung, die Paulus ja in fast prophetischer Vorschau schon erahnt hatte in Röm.1:22-23, dass nämlich gar nicht mehr Gott erforderlich sei, um die Entstehung des Menschen zu erklären, sondern die sog. Evolutionstheorie, nach welcher sich angeblich durch Zufall allmählich die Menschen und Tiere entwickelt hätten über Millionen von Jahren durch Mutation und Selektion. Als Konsequenz daraus führte der angeblich Überlebenskampf der Arten durch Anpassung zur Entstehung des antichristlichen Nationalsozialismus, der keineswegs eine Rückkehr zum Konservativen war, sondern eine egoistische Weiterentwicklung des Sozialismus, dem es um die Auflösung des Individuums und um Verschmelzung mit dem Kollektiv ging (Spr.1:14). Gott aber schuf den Menschen als „Person“, damit Er durch jeden einzelnen Seinen Willen verkünden kann (von lat. personare = „durchtönen“), und der Mensch nicht zu einer verfügbaren Masse für eigensinnige Machthaber missbraucht wird. Durch das Ausschalten des eigenen Denkens wird der Mensch zu einem beeinflussbaren Herdenvieh, das immer den Weg des geringsten Widerstands geht, anstatt Gott zu gehorchen. Und schließlich nahm Siegmund Freud (1856-1939) durch seine ziemlich willkürlichen, spekulativen und unwissenschaftlichen Einzelfall-Hypothesen, die er als „Psychoanalyse“ bezeichnete, dem Menschen die letzte Würde, indem er ihn als allein triebgesteuert und leicht durchschaubar darstellte, ohne dafür empirische Belege zu haben. Freud deutete den Gottesglauben als kollektive Projektion kindlicher Sehnsüchte nach einem übermächtigen Vater und reduzierte damit Jahrtausende alte Erfahrung auf psychologische Ersatzhandlungen.
Relativierung der Schöpfungsordnung (1900 – 1968) Folge: „Unreinheit“ (Rö.1:24-25)
All diese Ideologien, die wie Heuschrecken über die europäische Geisteswelt vorüberzogen und alles abfraßen, was nicht eine harte, gefestigte Oberfläche hatte, hinterließen deutliche Spuren in allen Bereichen der Gesellschaft, und verschonten nicht einmal die Gesetzgebung und Rechtsprechung. Als „Heuschrecken“ werden in der Wirtschaft rücksichtslose Private-Equity-Investmentgesellschaften bezeichnet, die gesunde, aber schwächelnde Unternehmen kaufen, ausschlachten und die Bestandteile mit maximalem Gewinn weiterverkaufen, so dass Arbeitsplätze unwiederbringlich verloren gehen. Interessant ist, dass Heuschrecken, von denen besonders Joel 1+2 spricht, in erster Linie über Weizen und Gemüse mit weichen Blättern herfallen, besonders junge Triebe und Keimlinge = allegorisch: junge, ungefestigte und unbewährte Christen, die noch „grün“ hinter den Ohren sind, während sie ölhaltige oder bittere Sträucher und Bäume eher meiden, z.B. Olivenbäume, Feigen, Agaven, Salbei und Minze. Allegorisch steht Öl für den Heiligen Geist, für Salbung, Erwählung und Bewahrung. Was vom Geist durchdrungen ist, wird vom Gericht nicht verzehrt. Öl macht geschmeidig, brennbar, aber auch unverdaulich für das Zerstörerische. Die Bitterkeit steht für den heilsamen Ernst. Wahrheit ist nicht immer angenehm, aber sie schützt (bittere Kräuter beim Passah, bittere Buchrolle in Hes.3 und Offb.10). Wenn man hingegen Gottes Gebote nur noch aus traditioneller Gewohnheit ausübt, sich aber nicht mehr für die biblischen Begründungen interessiert, um das Gebot mit Freude zu befolgen und es mit geistlichem Leben zu erfüllen, dann hat es keine „Wurzeln“ und verdorrt, sobald die Hitze der Prüfungen kommt (Mt.13:21). Hier mal ein paar Beispiele, wie die Gesetzlosigkeit Einzug hielt in die Gemeinde:
- Aufhebung der Kopfbedeckung für Frauen – entgegen 1.Kor.11:1-16
Bis ins 19. Jh. war die Kopfbedeckung (Haube, Schleier, Hut) in allen Kirchen verpflichtend, besonders in pietistischen Gemeinden. Doch um 1900-1930 wurde es immer häufiger als kulturelle Sitte gedeutet im Sinne einer zeitbedingten Symbolik von Scham bzw. Ehre, anstatt sie als Bevollmächtigungszeichen zu erkennen, um zu Gott beten zu dürfen, ohne dabei den Mann als Haupt zu übergehen. Auf einmal erklärten gläubige Bibelausleger, dass die Kopfbedeckung kulturell bedingt sei und deshalb heute nicht mehr verbindlich. Aber wer entscheidet, was „kulturell“ ist? Anstatt einer biblischen Begründung nahm man eine außerbiblische Plausibilität (Zeitgeist, Moralempfinden) zur Entscheidungsinstanz. Dadurch wurde Gott unterstellt, dass Er implizit wandelbar sei und neuerdings auf Modewünsche Rücksicht nehme. Was gesellschaftlich unbequem sei, habe auf einmal mehr Autorität als das Gebot Gottes. „Zu dem Gesetzlosen spricht Gott: ‚…Du dachtest, ich sei ganz wie du.‘ “ (Ps.50:16+21).
- Frauenuntypische Bekleidung – entgegen 5.Mose 22:5
Die im christlichen Abendland über Jahrhunderte anerkannte Unterscheidbarkeit von Mann und Frau in der Kleidung als symbolische Anerkennung der göttlichen Schöpfungsordnung wurde bis 1970 wie selbstverständlich beibehalten und nicht infrage gestellt. Frauenhosen galten als sündhaft, unsittlich, widernatürlich. Zwar gab es Ausnahmen im 1. Weltkrieg, als Frauen in der Industrie Arbeitshosen tragen durften, aber selbst für Weltmenschen war die Vorstellung einer Frau in Hosen unweiblich und peinlich, da sie als rebellisch empfunden wurde. Das änderte sich jedoch 1968 mit der feministischen Emanzipationsbewegung und der Forderung der Frauen nach Gleichstellung. Auch die gläubigen Frauen wurden von diesem antichristlichen Zeitstrom mitgerissen, da sie längst keine Festigkeit mehr hatten im Wort (Mt.7:26-27). Die von den christlichen Vätern für ewig festgestellten Grenzen zwischen Mann und Frau (auch in der Bekleidung) wurden immer weiter zurückgesetzt, entgegen dem Gebot in Spr.22:8. Obwohl es in 5.Mo.22:5 geistlich um den existentiellen Schutz der Frau geht vor der Verführbarkeit durch die Schlange (vergl.1.Tim.2:9-15), wurde in den Text willkürlich eine angebliche Kultprostitution hineingedichtet, um sich des klaren Gebots durch Umdeutung zu entledigen. Diese eigenwillige Abänderung und Auflösung des Willens Gottes führte gemäß Röm.1:24-25 zu einer Dahingabe Gottes in Unreinheit, was man besonders durch die sexuell aufreizende Mode heute sieht.
- Frauenordination – entgegen 1.Tim.2:12
1959 wurde in Deutschland mit Elisabeth Haseloff die erste Frau als evangelische Pastorin ordiniert. Die EKD bemühte sich inzwischen gar nicht mehr, diesen Bruch mit einem 2000 Jahre befolgten Gebot Gottes biblisch zu rechtfertigen, da man inzwischen ohnehin nicht mehr an die Autorität und Inspiration der Bibel glaubte. Bis 1920 gab es keine einzige Frau, die je ein leitendes Kirchenamt bekleidete, weil man sich an der biblischen Schöpfungsordnung hielt (1.Mo.3:16, 1.Kor.14:34-38). Zwar waren Diakonissinnen schon oder Ordensschwestern schon immer erlaubt (Paulus erwähnt z.B. in Röm.16:1 Phoebe als DIÁKONOS), nirgends aber war es erlaubt, dass Frauen in leitenden oder lehrenden Positionen waren. Inzwischen hatte der marxistische Geist mit seiner Idee von der Gleichheit aller Menschen auch die evangelische Kirche erreicht und durchweht, und da sie nicht mehr auf dem Felsen gegründet war, fiel sie diesem endgültig zum Opfer. Und da Pastorinnen aus nachvollziehbaren Gründen aus einem eher offenen und liberaleren Milieu kommen, wundert es nicht, dass es unter ihnen relativ viele Lesben und Geschiedene gibt, womit wir zur nächsten Stufe des Dahingegebenseins angelangen:
Umwertung aller Werte (1968 – 1995) Folge: Perversität (Röm.1:26-27)
- Abschaffung des Homosexualitätsverbots – entgegen 3.Mose 18:22
1969 wurde im deutschen Bundestag der Paragraph 175 StGB gegen die „widernatürliche Unzucht“ aufgehoben, um homosexuelle Handlungen zwischen Männern über 21 Jahren nicht länger zu kriminalisieren. Aufgrund von Art.2 und 3 GG über die Gleichheit aller Bürger sollte die Sittlichkeit nicht mehr ausreichen als schützenswertes Gut für eine Strafverfolgung einvernehmlicher, homosexueller Handlungen. So wie Paulus es in Röm.1:26-27 beschreibt, sollte gleichgeschlechtlicher Sex nicht länger kriminalisiert werden, sondern wurde der heterogeschlechtlichen Sexualität gleichgestellt.
- Legalisierung von Kindermord – entgegen 2.Mose 20:13
1974 beschloss der Bundestag, die Abtreibung von Babys bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei zu stellen, wenn zuvor eine Beratung stattgefunden hat. Dem Embyo wurde zunächst noch keine Menschenwürde zugestanden, da man diesen nur für einen Zellklumpen hielt. Diese willkürliche Annahme wurde zwar zunächst durch das Verfassungsgericht kassiert, da ein Embryo nicht nur Teil des mütterlichen Organismus sei, sondern ein selbständiges menschliches Wesen, man konzedierte jedoch eine Abwägung der Lebensrechte von Mutter und Kind gemäß bestimmter Indikationsregelungen, nach welcher Abtreibungen bei Gefahr für die Mutter, schwerwiegenden Behinderungen, drohender Notlage oder bei Vergewaltigung. Der biblische Befund lässt aber all diese Einschränkungen nicht zu, da das Lebensrecht und die Menschenwürde weder zeitlich gestaffelt noch verhandelbar sein können, zumal ein Mensch Gott gehört und nicht der Mutter (Ps.139:13-16, Jer.1:5). Zudem ist schon aus biologischer Sicht ein Mensch vom Beginn der Befruchtung ein Mensch, da es danach keinerlei zusätzlicher Maßnahme mehr bedarf. Es ist reine Willkür, den Beginn des Menschseins an einer bestimmten Entwicklungsstufe festzuschreiben. Wie weit ein Embryo oder Fötus schon ein Bewusstsein hat, spielt dabei gar keine Rolle und kann zudem nicht wissenschaftlich seriös festgestellt werden (Luk.1:41-44).
- Legalisierung der Ehescheidung – entgegen Matth.19:6
1977 wurde in Deutschland die Schuldfrage im Falle einer gescheiterten Ehe aufgehoben und das sog. Zerrüttungsprinzip eingeführt, das von der Überlegung ausgeht, dass bei Scheidungen immer beide oder keiner der Ehepartner „schuldig“ im moralischen Sinne ist. Es gab zwar auch vor 1977 Scheidungen in Deutschland, aber damals hing die Entscheidung, wer das Sorgerecht für die Kinder erhielt oder für den Unterhalt des Partners aufkommen muss, davon ab, wer hauptsächlich die Schuld trägt an der Scheidung (z.B. Ehebruch). Für Christen galt umso mehr ihr Ehegelöbnis „bis dass der Tod euch scheidet“, zumal Gott Ehescheidungen „hasst“ (Mal.2:16).
- Aufhebung des Gotteslästerungsparagrafen §166 StGB – entgegen 2.Mose 20:7
1990 wurde die Bestrafung von Blasphemie endgültig abgeschafft, nachdem man schon 1969 die Gotteslästerung auf eine Verunglimpfung eines religiösen Bekenntnisses reduziert hat. Da Religion ja ohnehin längst zur Privatsache erklärt wurde, ging es den Verfassungsrichtern nur noch um die Erhaltung des öffentlichen Friedens. Allerdings hat die Rechtsprechung in dieser Frage gerade in den letzten Jahren mit zweierlei Maß gemessen, da empfindsame Minderheiten wie etwa der Islam oder die sog. Transmenschen weitaus größeren Schutz und Bevorzugung genießen als wir Christen.
Der Dammbruch in die totale Gesetzlosigkeit (1995 – heute)
Folge: Dahingegebensein in „unsinniges Denken“ (Röm.1:28-32)
Nicht nur biblische Propheten, sondern auch Magier und Satanisten praktizieren von jeher bestimmte Ersatzhandlungen, um zukünftige Ereignisse symbolisch anzukündigen und zu veranschaulichen. In der schwarzen Magie spricht man von Beschwörungen, Flüche und Schadenzauber (Voodoo), wenn man durch ein magisches Ritual bewusst Dämonen anruft, um eine bestimmte, schädliche Verwünschung in der Geisterwelt hervorzurufen. Eine solche magische Symbolhandlung wurde meiner Meinung nach 1995 ausgeführt, als der Deutsche Bundestag als gesetzgebende Gewalt erlaubte, dass man den Reichstag vollständig verhüllen solle. Denn Verhüllung ist in der Bibel immer ein Symbol für geistige Verblendung, so wie z.B. geschrieben steht in Jes. 29:10 „Denn der HErr hat einen Geist tiefen Schlafs über euch ausgegossen, ja, verschlossen hat Er eure Augen; die Propheten und eure Häupter hat Er verhüllt.“ Eine Verhüllung der Verantwortungsträger hat schlimme Auswirkungen auf das Volk: „Wenn keine Vision da ist, verwildert das Volk; aber wenn es das Gesetz hütet, ist es sein Glück“ (Spr.29:18). Wie sehr diese Zaubereisünde sich seitdem ausgewirkt hat auf das Urteilsvermögen unserer Politiker, können wir heute jeden Tag mit Erschrecken feststellen. Alle Parteien, die damals im Bundestag waren, stehen seither unter diesem Fluch geistiger Blindheit und treiben Deutschland in den wirtschaftlichen Abgrund. Die einzige Patei, die es damals noch nicht gab und sich schadlos gehalten hat, ist die AfD.
- Verbot von körperlicher Bestrafung – entgegen Hebr.12:6-11
Seit 2001 ist die biblische Züchtigung von Kindern durch ihre Eltern im Rahmen der Erziehung verboten. Überhaupt wurde das Wort „Eltern“ ersetzt durch den Begriff „Personensorgeberechtigte“, wodurch der Eindruck entsteht, dass Sozialarbeiter auf der gleichen Stufe wie die Eltern stehen. Von der Bibel her tragen aber die Eltern das alleinige Erziehungsrecht (1.Mo.18:25), das sie zwar delegieren können, das man ihnen aber nicht entziehen darf. Und Züchtigung bedeutet in der Bibel nicht in erster Linie Vergeltung, sondern Zurechtbringung aus Liebe (Spr.13:24, Offb.3:19). Wenn Kinder heute so frech und verwahrlost sind, dann liegt das gerade am Mangel an Korrektur. Leider ahnen auch gläubige Eltern zu wenig, welchen Schaden sie ihren Kindern zufügen, wenn sie auf Bestrafung verzichten (Spr.23:13-14)!
- „Ehe für alle“ – entgegen 1.Mose 2:24
2017 wurde im Bundestag die „Ehe für alle“ legalisiert und damit der grundgesetzlich geschützten Ehe zwischen Mann und Frau gleichgestellt. Was auf den ersten Blick noch nach Gerechtigkeit klingt, erweist sich bei genauerem Hinsehen als eine Verkehrung und Verhöhnung der geistlichen Symbolik der Ehe, die ja für Christus und die Gemeinde steht (Eph.5:31-32). Die Heiligkeit der Ehe wird dadurch entleert.
- Die freie Wahl und Anerkennung von nicht-biologischen Geschlechtern – entgegen Ps.139:14
2024 wurde durch das sog. „Selbstbestimmungsgesetz“ der Ampelregierung die göttliche Schöpfung völlig verspottet und auf den Kopf gestellt, indem man Kindern und Erwachsenen nicht nur erlaubte, einmal im Jahr ihr Geschlecht zu wechseln und auf Wunsch auch umoperieren zu lassen, sondern man stellte auch die Nichtanerkennung der Identitätswahl einer anderen Person unter Strafe. Dabei sagt einem ja schon der gesunde Menschenverstand, dass jeder Mensch doch ein Recht haben muss auf seine eigene Wahrnehmung und man niemanden zur Lüge oder Heuchelei zwingen darf (Gal.2:11-14).
- Die Legalisierung von Cannabis – entgegen 1.Petr.5:8
Im gleichen Jahr 2024 brachte die ansonsten völlig untätige Ampelregierung auch noch ein Gesetz zur Freigabe von Cannabis durch den Bundestag, um junge Leute gänzlich zu geistig-seelischen Krüppeln zu machen. Menschen, deren Denkfähigkeit reduziert wird, sind wirklich von Gott dahingegeben in ein unsinniges und unbewährtes Denken. Diese staatlich flankierte Selbst-Sedierung ist keineswegs harmlos, sondern beeinträchtigt die Konzentration und Motivation negativ. Sie macht abhängig und erhöht das Risiko für Psychosen. Probleme werden nicht gelöst, sondern vernebelt. Wir sollen uns nicht berauschen, sondern mit dem Geiste erfüllen lassen (Eph.5:18).
In Röm.1:29-32 lesen wir von einer ganzen Reihe von Charakter- und Verhaltensfehlern, die alle aus unsinnigem Denken entstehen. Sie haben keinerlei Selbstheilungskraft, sondern führen zur Zerstörung der ganzen Menschheit. Da hilft nur die radikale Umkehr von der Grundsünde: „Gott nicht geehrt und nicht gedankt“ (Röm.1:21). Möge der HErr Jesus sich erbarmen über diese verlorenen Menschen!
[1] *Im Griechischen gibt es drei Begriffe für Volk:
- DEMOS = Volk als politische Masse, Bürgerschaft, Öffentlichkeit, öffentliche Versammlung, die durch Abstimmung ihren Willen oder ihre Meinung äußert, jedoch dadurch auch wechselhaft und leicht beeinflussbar ist (vergl. Mat.27:20).
- EThNOS = Volk als ethnisch-kulturelle Einheit, Nation, Heidenvolk, unterschieden anhand von Sprache, Herkunft und Kultur (vergl. Mt.28:19).
- LAOS = Volk im geistlichen Sinn, d.h. Volk Gottes im heilsgeschichtlichen Sinn (1.Petr.2:9, Mt.1:21)








