„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“

(Röm.13:12)

Lehrt die Bibel die Dreieinigkeit?

 

„In Bezug auf den Sohn (spricht er): Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit…“ (Hebr.1:7-8)

Wenn wir heute vom „Dreieinigen Gott“ sprechen, wirkt diese Vorstellung oft wie eine selbstverständliche Grundüberzeugung aller Christen. Vater, Sohn und Heiliger Geist – ein Gott in drei Personen. Doch geschichtlich gesehen ist diese Formel das Ergebnis eines langen und konfliktreichen theologischen Ringens. Zwischen der Apostelzeit und der endgültigen dogmatischen Formulierung im Jahr 381 liegen mehr als 3 Jahrhunderte intensiver Debatten, Missverständnisse und kirchenpolitischer Machtkämpfe.

Im Neuen Testament findet sich keine systematisch ausgearbeitete Dreieinigkeitslehre. Stattdessen finden wir eine Vielzahl von Aussagen über Gott, Christus und den Heiligen Geist, die später in ein theologisches System gebracht wurden. Einige Stellen betonen die einzigartige Gottheit des Vaters. Jesus sagt z.B.: „Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus“ (Joh.17:3). Auch Paulus schreibt: „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus“ (1.Tim.2:5). Andere Aussagen sprechen jedoch klar von der Gottheit Jesu: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott“ (Joh.1:1). „Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes“ (Kol.1:15). „… Christus, welcher über allem ist, Gott, gepriesen in Ewigkeit. Amen“ (Röm.9:5). Diese Spannung zwischen dem strengen Ein-Gott-Glauben und der Gottheit Jesu bildete den Ausgangspunkt der späteren Diskussionen.


Die Entstehung der Dreieinigkeitslehre

Schon im 2. und 3. Jahrhundert versuchten christliche Theologen, diese biblischen Aussagen miteinander zu verbinden. Der nordafrikanische Kirchenvater Tertullian prägte erstmals den lateinischen Begriff Trinitas. Seine Formel lautete: „eine Substanz – drei Personen“. Andere Gläubige verstanden es anders. Manche betonten die Einheit Gottes so stark, dass sie Vater, Sohn und Heiliger Geist nur als verschiedene Erscheinungsformen desselben Gottes betrachteten. Diese Richtung wurde später als Modalismus bezeichnet. Andere wiederum verstanden Christus stärker als ein von Gott hervorgebrachtes Wesen. Diese Richtung wurde im 4. Jahrhundert durch den alexandrinischen Priester Arius (256–336) vertreten. Arius argumentierte mit großer Konsequenz: Wenn der Sohn vom Vater gezeugt wurde, müsse es einen Zeitpunkt gegeben haben, an dem Er noch nicht existierte. Seine berühmte Formel lautete: „Es gab eine Zeit, da der Sohn nicht war.“ Für Arius war Christus zwar das höchste aller Geschöpfe, aber nicht wesensgleich mit Gott. Sein schärfster Gegner wurde der Bischof Athanasius von Alexandria (300-373). Für ihn stand das Heil selbst auf dem Spiel. Seine zentrale Überlegung lautete: „Wenn Christus nicht wirklich Gott ist, kann er auch nicht wirklich erlösen“.

Der Streit wurde so heftig, dass Kaiser Konstantin im Jahr 325 ein Konzil einberief. Dort wurde beschlossen, dass der Sohn HOMOoSIOS, also „wesensgleich“ mit dem Vater sei. Dieses eine Wort sollte die Geschichte der christlichen Theologie nachhaltig prägen. Doch das Problem war damit nicht gelöst. Viele Bischöfe misstrauten dem Begriff, weil er in der Bibel nicht vorkam und ihnen zu philosophisch erschien. Andere fürchteten, er könne den Unterschied zwischen Vater und Sohn verwischen. Besonders deutlich wird die Spannung in einem kleinen sprachlichen Unterschied. HOMOoSIOS bedeutet: „vom gleichen Wesen“. HOMOoISIOS bedeutet: „vom ähnlichen Wesen“. Der Unterschied besteht nur in einem einzigen griechischen Buchstaben. Trotzdem standen hinter diesen Worten völlig unterschiedliche Gottesbilder. In der Mitte des 4. Jahrhunderts befand sich die Mehrheit der Bischöfe tatsächlich nicht auf der Seite des Nicänums. Viele vertraten eine Art Zwischenposition – den sogenannten Semi-Arianismus. Der Kirchenhistoriker Hieronymus schrieb später rückblickend: „Die ganze Welt stöhnte und wunderte sich, dass sie arianisch geworden war.“

Ein großer Teil der Konflikte beruhte auf Missverständnissen zwischen griechischer und lateinischer Theologie. Im griechischen Osten sprach man von: einer OoSIA („Wesen“) mit drei hYPO´STASÄIS (konkreten „Zuständen/Wirklichkeiten“). Im lateinischen Westen klang das jedoch wie: drei SUBSTANTIA (wörtl. Wiedergabe von hYPO´STASIS), was sofort wie ein Bekenntnis zu drei Göttern wirkte. Erst die sog. kappadokischen Väter – Basilius der Große, Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianz – brachten Klarheit in die Begriffe. Sie unterschieden präzise zwischen: Wesen (OoSIA) und Person (hYPO´STASIS). Ihre Formel lautete: „eine Wesenheit mit drei Personen“. Diese Definition setzte sich schließlich durch. Im Jahr 381 bestätigte das Konzil von Konstantinopel die trinitarische Lehre endgültig und erweiterte das Glaubensbekenntnis um Aussagen über den Heiligen Geist. Damit war die klassische Dreieinigkeitslehre formuliert, wie sie bis heute von den meisten Kirchen vertreten wird.


Gegenseitige Verketzerungen

Historisch gesehen war die trinitarische Position lange Zeit in der Minderheit. Schätzungen unter Kirchenhistorikern gehen davon aus, dass um das Jahr 350 etwa 20–25 % der Bischöfe die nicänische Position vertraten, 50–60 % eine semi-arianische Zwischenposition und etwa 10–15 % radikal arianische Ansichten (der Modalismus wurde zu diesem Zeitpunkt nur noch verschwindend gering vertreten). Die endgültige Durchsetzung der Trinitätslehre war also nicht das Ergebnis eines einzelnen Konzils, sondern eines jahrzehntelangen theologischen Prozesses. Die Auseinandersetzungen blieben nicht auf akademische Debatten beschränkt. Bischöfe wurden abgesetzt, Gemeinden gespalten und Theologen ins Exil geschickt. Athanasius selbst wurde fünfmal aus seinem Amt vertrieben und verbrachte rund siebzehn Jahre seines Lebens im Exil. Aus heutiger Sicht wirkt diese Härte befremdlich. Doch für viele Christen der damaligen Zeit ging es um die zentrale Frage: Wer ist Jesus wirklich?

Interessanterweise erinnert die Dynamik dieser frühen Konflikte in mancher Hinsicht an heutige innerchristliche Debatten. Auch in evangelikalen Kreisen kommt es nicht selten vor, dass Christen einander das „wahre Evangelium“ oder sogar die Wiedergeburt absprechen, wenn sie in bestimmten Lehrfragen voneinander abweichen. Die Geschichte der Trinitätslehre zeigt jedoch, dass viele der damaligen Konflikte auf Begriffsproblemen, kulturellen Unterschieden und Missverständnissen beruhten. Manche der heftigsten Gegner im 4. Jahrhundert hätten sich möglicherweise als Glaubensbrüder erkannt, wenn sie dieselbe Sprache gesprochen hätten. Die Dreieinigkeitslehre ist daher weniger das Ergebnis eines einzelnen Moments als vielmehr das Produkt eines langen theologischen Reifungsprozesses. Bibeltexte, philosophische Begriffe, kirchliche Tradition und politische Entwicklungen wirkten dabei zusammen. Ob man diese Entwicklung als notwendige Klärung oder als spätere Systematisierung biblischer Aussagen betrachtet, bleibt bis heute eine Frage theologischer Perspektive. Fest steht jedoch: Die Geschichte dieser Lehre erinnert daran, dass selbst zentrale Glaubensüberzeugungen oft erst im Laufe von Generationen ihre endgültige Form finden. Und vielleicht erinnert sie Christen zugleich daran, dass theologische Gewissheit und Demut einander nicht ausschließen müssen.


Meine eigene Position

Ich finde, dass es uns allen guttäte, wenn wir uns nicht voreilig für die eine oder andere Seite positionieren, sondern erst einmal „zuhören“, um die Argumente beider Seiten richtig zu verstehen (Spr.18:13). Bevor man mit biblischen oder vermeintlich logischen Argumenten die Dreieinheit Gottes bekämpft, sollte man die sehr umfangreichen und tief gehenden Argumente unserer Gemeindeväter studieren. In der Pergamos-Gemeindezeit (312 – 606 n.Chr.), die der HErr sehr lobt, stritt man, ausgehend vom Arianismus, sehr gründlich im 4. Jh. während mehrerer Jahrzehnte um den ganzen Fragenkomplex. Am Ende wurde das bleibend anerkannt, was er von Anfang an vertreten hatte. Es wurde in den nachfolgenden Gemeindezeitaltern Thyatira, Sardes und Philadelphia nicht mehr in Frage gestellt. Diese alle waren noch viel mehr „Säule und Sitz der Wahrheit“ (1.Tim.3:15) als die Laodizea-Gemeinde (d.h. Evangelikale).

Meine einfache Sicht ist, dass Gott, der Vater, anfangslos existent und absolut vorrangig ist. Der Sohn wurde von Gott zu einem konkreten Zeitpunkt vor jeder Schöpfung aus Gott physisch „geboren“ (Spr. 8:24) und genoss in der langen Zweisamkeit mit dem Vater dessen persönliche Erziehung mit dem Ergebnis, dass Er sich freiwillig bereit erklärte, die Sünde der geplanten Schöpfung am Kreuz zu tragen. Damit war der in Ps.2:7 genannte Zeitpunkt „Heute“ erreicht. Jeder Mensch muss außer seiner natürlich-leiblichen auch noch eine geistliche Geburt aus Gott durchmachen. Dies musste auch der Sohn Gottes, weil Er laut Hebr.2:17-18 Seinen Brüdern in allem gleich werden musste. Später musste Er auch noch die Geburt als Mensch auf die Erde durchmachen, um die Sünde der ganzen Welt ans Kreuz hinaufzutragen (Joh.1:29; 1.Joh.2:2), d.h. der Engel- und Menschenwelt.

Der Sohn ist von Geburt an „Gott“ als Titel bzw. Prädikatsnomen, d.h. göttlicher Art, Teilhaber der göttlichen Natur, was auch wir werden sollen (2.Petr.1:4). Er ist wesensgleich mit dem Vater, aber diesem rangmäßig untergeordnet. Er bleibt auch als Erstgeborener „inmitten vieler Brüder“ (Röm.8:29) in alle Ewigkeit den Engeln und uns Menschen rangmäßig übergeordnet. Vater und Sohn sind eines (sächlich), d.h. sich immer einig (Joh.10:30). Das kommt auch in 5.Mo.6:4 und Mark.12:29 (ein HErr = ein JHWH) zum Ausdruck. JHWH kann sowohl den Vater (z.B. Ps.110:1) als auch den Sohn (z.B. Jes.6:1+5 /Joh.12:41) oder beide zugleich meinen (Jes.45:24). Möglicherweise meint JHWH der Heerscharen immer den Sohn.

In 1.Joh.5:20 heißt es sogar: „… und wir sind in dem Wahrhaftigen, (indem wir) in Seinem Sohn Jesus Christus (sind). Dieser (Jesus Christus) ist der wahrhaftige Gott und äonisches Leben.
Die sprachlich unnatürliche Wiedergabe „Dieser (Wahrhaftige) ist der wahrhaftige Gott und äonisches Leben“ ergibt eine Tautologie und wäre der Versuch, die eigene krampfhafte Theologie zu rechtfertigen. Das Geheimnis der Dreieinigkeit Gottes ist verstandesmäßig nicht zu lösen – Gott sei Dank dafür! Und diese steht auch nicht im Widerspruch zu 1.Kor.8:6, wo es heißt: „so ist doch für uns ein Gott, der Vater, von dem alle Dinge sind und wir auf Ihn hin, und ein HErr, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch Ihn.“ Denn es handelt sich in beiden Versen um verschiedene Aspekte derselben Wirklichkeit: Der Vater ist die Quelle und der HErr Jesus der Fluss; beide aber haben die gleiche Natur (Wasser).


Was bedeutet Binitarismus?

Einige wenige in der Kirchengeschichte vertraten die Auffassung, dass der Heilige Geist keine gesonderte Person neben dem Vater und dem Sohn sei, sondern lediglich als eine Art wirksame Kraft Gottes gelte. Denn gerade jene Stellen in 1.Kor.8:6 und 1.Tim.2:5 erwecken ja den Eindruck, als gäbe es nur eine Zweigliederung zwischen Vater und Sohn (auch 2.Joh.9). Diese Vertreter wurden von ihren Kritikern im 4.Jh. abfällig als „Pneumatomachianer“ („Geist-Bekämpfer“) oder auch als „Makedonianer“ nach dem Bischof Macedonius I. Ihre Lehre wurde jedoch auf dem Konzil von Konstantinopel verworfen, zumal der Hl. Geist in einer Reihe mit dem Vater und dem Sohn genannt wird (Mat.28:19, 2.Kor.13:13, Eph.4:4-6).

Der Heilige Geist ist biblisch identisch mit Gottes Geist (Apg. 5:3-4, 2.Kor.3:17, 1.Kor.3:16). Der Sohn hat einerseits Seinen eigenen Geist und andererseits Gottes Geist, d.h. den Heiligen Geist, mit dem Sein eigener Geist immer einig ist. Im Grundtext des Neuen Testaments und vielen Lesarten wird der Heilige Geist, obwohl grammatisch sächlich, an vielen Stellen als männlich (ÄKÄIN´OS = „jener“) und somit als Person behandelt (Joh.14:26, 15:26, 16:13-14). Einige Aussagen über Ihn haben total personenhaften Charakter: Er besitzt Intellekt/Wissen (1.Kor.2:10-11), hat einen Willen (1.Kor.12:11), hat Gefühle (Eph.4:30), eine eigene Sprache und Lehre (Joh.14:26). Er lehrt und erinnert (Joh.14:26), Er zeugt (Joh.15:26), führt und leitet (Joh.16:13), Er überführt (Joh.16:8), Er tritt für uns ein (Röm.8:26), Er spricht direkt (Apg.8:29) und setzt als Leiter ein (Apg.13:2). Der Heilige Geist kann angelogen werden (Apg.5:3), Ihm kann widerstanden werden (Apg.7:51), und Er kann verlästert werden (Mat.12:31).


Warum ist der Modalismus unbiblisch?

Der Modalismus (auch Sabellianismus genannt) lehrt, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist keine wirklichen Personen sind, sondern nur verschiedene Erscheinungsweisen oder „Modi“ des einen Gottes. Gott sei also einmal Vater, dann Sohn, dann Geist – aber nicht gleichzeitig drei unterscheidbare Personen. Die klassische christliche Theologie hat diese Sicht aus mehreren Gründen zurückgewiesen. Die Argumente lassen sich in biblische, logische und heilsgeschichtliche Argumente gliedern.

  1. Die gegenseitige Beziehung zwischen Vater und Sohn

Viele Bibelstellen zeigen eine echte Beziehung zwischen Vater und Sohn. „Und nun verherrliche Du mich, Vater, bei Dir selbst mit der Herrlichkeit, die Ich bei Dir hatte, ehe die Welt war“ (Joh. 17:5). Hier spricht der HErr Jesus von einer Gemeinschaft mit dem Vater vor der Schöpfung. „Das Wort war bei Gott“ (Joh.1:1). Das Wort „bei“ (PROS TON ThEON) deutet auf eine Beziehung zwischen zwei Personen.

  1. Das Gebet Jesu

Jesus betete regelmäßig zum Vater. Das ganze Kapitel Johannes 17 besteht z.B. aus einem Gebet Jesu zum Vater. Wenn Vater und Sohn nur verschiedene Rollen derselben Person wären, würde das bedeuten, dass Gott zu sich selbst spricht. Das hielten auch viele Kirchenväter für theologisch unplausibel.

  1. Die Taufe Jesu

Bei der Taufe des HErrn Jesus in Mat.3:16–17 erschienen alle drei gleichzeitig: Jesus wurde getauft, der Geist kommt herab und der Vater spricht aus dem Himmel. Diese Szene wurde oft als stärkste Bibelstelle gegen den Modalismus gesehen.

  1. Die Sendung des Sohnes

Das Neue Testament sagt häufig, dass der Vater den Sohn sendet. „Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt“ (Joh.3:17), „Gott sandte Seinen Sohn“ (Gal.4:4). Senden setzt normalerweise zwei unterscheidbare Personen voraus.

  1. Die Liebe zwischen Vater und Sohn

Das Neue Testament spricht von einer gegenseitigen Liebe. „Der Vater liebt den Sohn“ (Joh.3:35), „Du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt“ (Joh.17:24). Liebe setzt eine echte Beziehung voraus.

  1. Die Fürbitte Jesu

Christus tritt für die Gläubigen beim Vater ein. „Christus Jesus … tritt für uns ein“ (Röm.8:34), „Wir haben einen Fürsprecher beim Vater“ (1.Joh.2:1). Auch hier erscheinen zwei Handelnde.

  1. Die trinitarischen Formeln

Mehrere Bibelstellen nennen drei unterschiedliche Größen. „Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mat.28:19), „Die Gnade des HErrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes“ (2.Kor.13:13). Diese parallele Nennung spricht gegen reine Rollenwechsel.

  1. Der Heilige Geist spricht und handelt

Der Geist erscheint im Neuen Testament als handelnde Instanz: „Der Heilige Geist wird euch alles lehren“ (Joh.14:26), „Der Heilige Geist sprach: Sondert mir Barnabas und Saulus aus“ (Apg.13:2). Das passt schlecht zu einer bloßen „Kraft“.

  1. Logisches Problem der Inkarnation

Wenn der Vater selbst der Sohn wäre, würde das bedeuten: Der Vater wurde Mensch und litt am Kreuz.

Diese Vorstellung wurde später als Patripassianismus kritisiert („der Vater leidet“).

  1. Die ewige Beziehung innerhalb Gottes

Viele Theologen argumentierten: Wenn Gott ewig Vater ist, muss Er auch ewig einen Sohn haben. Sonst wäre Gott irgendwann kein Vater gewesen. Dieses Argument wurde z.B. von Athanasius verwendet.

  1. Das Zeugnis der frühen Kirche

Schon sehr früh lehnten christliche Lehrer den Modalismus ab. Zu den Kritikern gehörten u.a.: Tertullian,

Hippolytus von Rom, Athanasius von Alexandria. Sie betonten die Unterscheidung zwischen: einem göttlichen Wesen mit drei Personen.

  1. Der endgültige kirchliche Konsens

Der Modalismus wurde schließlich verworfen, während die trinitarische Lehre formuliert wurde, insbesondere auf dem Ersten Konzil von Konstantinopel (381). Dort wurde die klassische Formel bestätigt: ein Gott – drei Personen.

Interessant ist, dass fast alle Bibelstellen, die dem Modalismus widersprechen, zugleich auch den Arianismus widerlegen, und beide Konzepte auch einer echten Beziehung zu Gott bzw. dem HErrn Jesus im Wege stehen, da man die beiden zusammendenken muss: Wenn wir den Vater anbeten, beten wir zugleich den Sohn an (und andersherum). Irenäus schrieb einmal: „Gott erschuf die Welt durch Seine beiden Hände: den Sohn und den Geist“. Und ergänzend kann man hinzufügen: „Wir sollen einmal werden wie sie“ (vergl. 1.Mo.1:26, 3:22).

 

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