Bremen, den 02.08.2025
Liebe Geschwister im HErrn Jesus,
die Gnade und der Friede unseres Gottes und HErrn Jesus Christus seien mit Euch!
Ist Euch auch schon aufgefallen, dass es in diesem Sommer ungewöhnlich viele Fliegen gibt? Als ich mich mal vor Jahren mit einer alten Schwester über Fliegen unterhielt, erklärte sie mir, dass die Fliegen nicht von Gott geschaffen wurden, sondern vom Teufel. Selbst als ich ihr erklärte, dass alles, was es gibt, vom HErrn Jesus erschaffen wurde (Joh.1:3), beharrte sie auf ihren Standpunkt, weil sie sich nicht vorstellen konnte, dass der HErr so etwas Nutzloses und Widerliches wie die Fliegen geschaffen haben könnte. Würde man jedoch Spinnen, Vögel, Frösche oder Fledermäuse fragen, so würden diese die Fliegen als so ziemlich das Nützlichste ansehen, was der HErr für sie geschaffen hat, da sie ohne die Fliegen nicht genügend Nahrung fänden. Diese Verdrängung der Realität begegnet mir aber häufig im Umgang mit Gläubigen: So beharren die meisten z.B. auf der Behauptung, dass die Ungläubigen für immer verloren gehen, weil sie angeblich „den HErrn Jesus ablehnen“ bzw. „nicht errettet werden wollen“, obwohl sich das weder mit der Bibel noch mit der Wirklichkeit belegen lässt. Tatsache ist vielmehr, dass sie nur deshalb ungläubig sind, weil sie das Evangelium entweder nicht kennen (ca. 70 % der Menschheit sind keine Christen, aber größtenteils gottgläubig) oder aber sie kennen es, halten es aber für unglaubwürdig (ca. 15 % aller Christen weltweit glauben zwar an Gott, aber nicht an die Bibel). Gerade einmal nur 0,006 % aller Menschen (ca. 500.000) sind Satanisten und lehnen deshalb den HErrn Jesus ab.
- Ist Homosexualität eine angeborene Neigung oder eine Perversion?
Wir kennen alle den bekannten Spruch „was nicht sein darf, kann auch nicht sein“, wenn man eine unbequeme Tatsache nicht akzeptieren will, weil sie nicht ins eigene Weltbild passt. Zu diesem Wunschdenken zähle ich auch die unter Bibeltreuen weit verbreitete Leugnung, dass Homosexualität eine angeborene Neigung ist. Stattdessen wird behauptet, dass es sich nur um eine dämonische Perversion handeln würde, so als ob diese Menschen so verdorben sind, dass ihnen die Sexualität mit einer Frau nicht ausreiche. Tatsache ist aber, dass Homosexuelle zwar eine Frau lieben und auch mit ihr Kinder zeugen können, sich aber dennoch nicht zu ihnen hingezogen fühlen können, da sie von Kindheit an auf das eigene Geschlecht fixiert sind. Man kann es vergleichen mit Linkshändern, denen es schwerfällt, mit der rechten Hand zu schreiben, da ihre Gehirnhälften anders gepolt sind. Dennoch wurden linkshändige Kinder bis ins frühe 20.Jh. von ihren Lehrern unter Androhung körperlicher Strafe dazu gezwungen, gegen ihre Natur mit der rechten Hand zu schreiben. Übrigens gibt es ja auch Männer, die zwar eigentlich nur auf Frauen stehen, aber aufgrund mangelnder Verfügbarkeit (z.B. als Häftling) mit dem eigenen Geschlecht vorliebnahmen. In eher seltenen Fällen kann es aufgrund amoralischer Verrohung dazu kommen, dass heterosexuelle Männer einen anderen Mann missbrauchen, um ihn dadurch zu demütigen.
Dies war vermutlich in Sodom und Gomorra der Fall, denn es scheint kaum wahrscheinlich, dass zufällig alle Stadtbewohner homosexuell waren, sondern eher die allerwenigsten. Sie waren einfach „böse und große Sünder vor dem HErrn“ (1.Mo.13:13), indem sie keinerlei moralische Regeln für sich gelten ließen. Dabei war ihre sexuelle Verdorbenheit scheinbar noch nicht mal die Schlimmste ihrer Sünden, denn es heißt in Hes.16:49 „Siehe, das ist die Missetat Sodoms: Hoffart, Fülle von Brot und sorglose Ruhe hatte sie mit ihren Töchtern, aber die Hand des Elenden und des Armen stärkte sie nicht“. Der HErr Jesus bewertet sogar die Gleichgültigkeit und mangelnde Bußbereitschaft von Städten wie Kapernaum als sündhafter angesichts praktizierter Wunder als die Boshaftigkeit der Sodomiter, da Er sicher war, dass jene unter gleich vorteilhaften Bedingungen zur Buße gekommen wären (Mt.11:23). Gleichgültigkeit trotz besseren Wissens ist vor dem HErrn also noch schlimmer als Vergewaltigung, Hochmut und Geiz, wenn sie mit Unwissenheit verbunden sind.
Die gleichgeschlechtliche Liebe, die es übrigens auch in der Tierwelt gibt, ist also keine geistige Fehlentwicklung, auch keine psychische Erkrankung oder ein Programmierfehler (denn Gott macht keine Fehler), sondern eine sündhafte Variation in der Schöpfung. Zahlreiche Studien haben bisher nachgewiesen, dass Homosexualität (HS) weder durch die Erziehung verursacht, noch durch traumatische Erlebnisse in der Kindheit erworben wurde, sondern völlig unabhängig davon in Erscheinung tritt. Eine sexuelle Orientierung ist auch keine bewusste Entscheidung und kann deshalb weder anerzogen noch abtrainiert, sondern bestenfalls überwunden werden. Man kann die HS auch nicht nur auf das Sexuelle reduzieren, da sie auch andere Facetten umfasst wie etwa das Verliebtsein, romantische Gefühle, Geborgenheit, Vertrautheit, Schönheitsempfinden, typische Interessen usw. Die Sexualität selbst spielt bei den Betroffenen keine größere Rolle als etwa bei Heterosexuellen.
- Wie beurteilt das Wort Gottes die Homosexualität?
Ohne Frage verbietet Gott den gleichgeschlechtlichen Verkehr zwischen Männern und nennt ihn sogar einen „Gräuel“ (3.Mo.18:22, 20:13). Hierbei ist es irrelevant, dass dieses Verbot zum mosaischen Gesetz gehörte, an das Volk Israel erging und schon 3.500 Jahre alt ist. Denn die Gebote gelten „solange Himmel und Erde bestehen“ und richten sich an „alle Menschen“ (Mt.5:18, Pred.12:13). Paulus nennt die HS eine „Verirrung“ (Röm.1:26-27) und stellt klar, dass sowohl die aktiven „Bei-Männern-Liegende“ (gr. ARSÄNOKOITAI) als auch die passiven „Weichlinge“ (gr. MALAKOI) nicht das Reich Gottes ererben werden (1.Kor. 6:9-10). Diese eindeutige Rechtslage kann auch nicht durch das Liebesgebot ausgehebelt werden, denn die Liebe ist nach biblischer Definition das Halten der Gebote Gottes (Joh.14:15, 1.Joh.5:2-3). Ebenso ist der Verweis, dass das Essen von Krabben nach 3.Mo.11:10 genauso ein Gräuel sei wie der Sex unter Männern, ungeeignet, um das Verbot zu relativieren, denn die Speiseverbote des AT sind im neuen Bund nicht mehr buchstäblich zu sehen (1.Tim.4:1-4). Und die in 3.Mo.20:13 geforderte Todesstrafe wurde selbst von den Israeliten im AT nicht mehr praktiziert, sondern stattdessen wurden Homosexuelle nur noch des Landes verwiesen (1.Kön.15:12, 22:46). Wer also im Neuen Bund homosexuell empfindet, der ist von Gott gefordert, sein Leben als Christ entweder in Ehelosigkeit und sexueller Abstinenz zu verbringen oder aber eine Frau zu heiraten, die von der Neigung ihres Mannes weiß und sie um des HErrn willen bereit ist, zu ertragen.
Grund für dieses strenge und z.T. als ungerecht empfundene Schicksal ist das Zeugnis, dass wir Gläubigen durch die biblisch richtig praktizierte Ehe von Mann und Frau die Gemeinschaft von Christus und der Versammlung darstellen sollen (Eph.5:2-29). Dem Feind ist dies ein Dorn im Auge, weshalb er alles daransetzt, um diese Darstellung zu zerstören, u.a. durch Verhöhnung. Aber so, wie auch ein Gläubiger mit pädophiler Neigung gezwungen ist, sich zu enthalten, so sollte auch ein homosexueller Christ wissen, dass er mit Christus gekreuzigt wurde und nicht mehr für sich selbst lebt (2.Kor.5:15), sondern mit Leib und Leben dem HErrn angehört und somit nicht mehr tun und lassen kann, was er will (1.Kor.6:19-20). Und es liegt insofern auch keine absolute Benachteiligung vor, da ja alle Gläubigen verpflichtet sind, sich selbst zu verleugnen und das Kreuz Christi zu tragen, der ja auch selbst ehelos und kinderlos starb (Mat.16:24, 1.Joh.2:6). Die Tatsache, dass ein Homosexueller keine Schuld trägt an seiner Neigung, berechtigt ihn nicht dazu, seine Neigung deshalb ausleben zu dürfen. Wer dem HErrn folgen will und nicht allem entsagt, was er hat, der hat noch nicht die Kosten der Nachfolge überschlagen und muss sich entscheiden, wie viel ihm das Reich Gottes wirklich wert ist (Luk.14:28+33). Letztlich stehen wir vor der Wahl, ob uns der HErr Jesus lieber ist als alles (1.Sam.1:8).
Der HErr Jesus hat die HS nicht direkt geschaffen, sondern sie ist eine Folge der gefallenen Schöpfung. Der Mensch trägt Gottes Ebenbildlichkeit in sich und ist deshalb verpflichtet, nach Gottes Zweckbestimmungen zu fragen. Schon allein die physische Kompatibilität (das Zusammenpassen) von Mann und Frau zeigt schon den einfachen Naturvölkern, dass die Geschlechtsorgane in erster Linie der Fortpflanzung dienen. Darüber hinaus spüren selbst primitive Urmenschen, dass HS genauso wie Inzest oder Kannibalismus nicht im Sinne des Erfinders ist. Genau darüber schreibt Paulus in Römer 1:18ff: Gott hat die törichten Menschen zwar nicht „dahingegeben“, aber sehr wohl „danebengegeben“ (gr. PARADIDOoMI), d.h. sie erst mal beiseite getan und damit sich selbst überlassen, ohne ihnen zunächst größere Aufmerksamkeit zu geben, etwa so wie wenn man zulässt, dass eine Pilzkultur sich immer weiter ausbreitet. Denn für die Erziehungsziele Gottes ist es unerlässlich, dass die Sünde immer erst ein solches Vollmaß erreicht, bis der Sünder über sie selbst erschrickt und unter der Last der Schuld zusammenbricht (1.Mo.18:21, 42:21, Richt.21:3, Jes.26:9).
- Das Problem der Ächtung
Niemand entscheidet sich freiwillig, homosexuell zu sein, schon allein wegen der allgemeinen Ächtung dieser Neigung. Selbst wenn homosexuelle Christen enthaltsam leben, sind sie mit dem Stigma der Unmoral behaftet. Ein Bruder aus unserer Gemeinde, der Nachhilfeunterricht bei Schülern gab, verlor sofort seinen Job, als die gläubigen Eltern von seiner Orientierung erfuhren. Immer wieder wird ihnen unterstellt, dass sie noch nicht wirklich mit Christus gestorben sind bzw. keinen Glauben haben an Befreiung. Aber selbst jene Gläubige, die eine gewisse Empathie haben für dieses ohnmächtige Gefühl des Ausgegrenzt- und Unverstanden-seins, haben aufgrund des biblischen Befundes dennoch eine Haltung wie: „Ich möchte nicht in deiner Haut stecken…“ Es gibt diesen typischen Reflex, dass man gerne alles Unheimliche und Fremde vorsichtshalber gleich dämonisiert, um sich nicht näher damit auseinanderzusetzen. Dabei gibt es für einen homosexuell empfindenden Bruder wohl nichts Schlimmeres, als dass man seine Veranlagung als dämonisch abstempelt und er deshalb von vornherein keine Chance hat, ins Reich Gottes zu kommen, da er ja nicht vom Heiligen Geist, sondern von einer fremden Macht kontrolliert wird. Nicht wenige Christen haben sich aufgrund dieser Anschuldigung das Leben genommen.
Ein junger Russlanddeutscher berichtete mir, dass die Ablehnung und Verachtung seiner Homosexualität der eigentliche Grund sei, warum er zum Alkoholiker wurde und den Kampf gegen die Sünde immer wieder aufgibt. Er leidet besonders darunter, dass er mit niemanden darüber sprechen kann aus Angst und Scham. Als Kinder Gottes haben wir die Verpflichtung, uns für die Verirrten und Benachteiligten einzusetzen, sie zu trösten und aufzurichten, damit sie nicht ihren Glauben verlieren (Hebr.12:13). „Das Gericht wird ohne Barmherzigkeit sein gegen den, der nicht Barmherzigkeit geübt hat. Die Barmherzigkeit rühmt sich wider das Gericht“ (Jak.2:13).
Viele Gläubige haben sich in ihren Augen bereits einen sicheren Platz auf der „Arche“ gesichert und schauen durch die Luke von oben herab auf die Welt, die bald untergehen wird. Sie sind froh, dass sie nicht nur den richtigen Glauben, sondern auch die richtige Sexualität haben, so dass sie selbstzufrieden sagen dürfen: „Ach HErr, ich danke Dir, dass ich nicht so bin wie die übrigen der Menschen, und auch nicht wie jener Homo-Christ dort. Ich lebe in einer normalen Ehe und habe zweimal in der Woche Sex mit meiner Frau. Nach mir die Sintflut!“ Und selbst wenn sich in ihnen Mitleid regt mit all den vielen Andersgläubigen oder sexuell Andersveranlagten, so geht es ihnen wahrscheinlich eher wie jenen Spaziergängern aus Weimar in den Jahren 1937 bis 1945, die sonntags nach dem Gottesdienst durch den Wald auf den Ettersberg gingen und durch den Zaun das Konzentrationslager Buchenwald anschauten. Ein schauriger Schauer überkam sie jedes Mal bei der Vorstellung, dass viele der Lagerinsassen dort nicht mehr lebend hinauskommen würden, sondern zuvor durch Zwangsarbeit, Hunger, Krankheiten, medizinische Experimente und Hinrichtungen sterben würden. Trotzdem vertrauten sie auf den Führer, dass all dieser Terror schon seine Richtigkeit haben müsse. Sie unterdrückten ihr Mitleid und ihre Skrupel, zumal ja auch die Möglichkeit bestand, dass all die Gefangenen dort zurecht bestraft würden.
Das Andersartige wird immer als suspekt und bedrohlich empfunden, sei es in der Lehre oder im Leben. Immer wieder betonen Gläubige, dass Gott den Menschen ja nur als Mann und Frau geschaffen hat mit der Verpflichtung, sich fortzupflanzen, was ja auch richtig ist (1.Mo.1:27). Aber was ist mit den Zwittern? Und was ist mit den Unfruchtbaren, von denen es ja einige in der Bibel gibt? Wie konnten sie das Vermehrungsgebot erfüllen? Und wenn es Zwitter gab, warum sollte es dann nicht auch andere „Normabweichungen“ in der Schöpfung geben, wie etwa Transmenschen oder Homosexuelle? Die Bibel berichtet an vielen Stellen z.B. immer wieder von „Erde und Meer“ (1.Mo.1:22, 2.Mo.20:11, Neh.9:6, Hi.12:8, Ps.65:5, 69:34, 135:6). Aber bedeutet das, dass nicht auch die Flüsse und Seen darin eingeschlossen sind? Und genauso kann man aus der Tatsache, dass die Bibel von Mann und Frau spricht, nicht schließen, dass die Schöpfung auch Übergangsformen hervorgebracht hat, die nicht explizit erwähnt werden. Wenn sie aber so geboren wurden, ist es dann ihre Schuld, dass sie so sind wie sie sind (sofern sie ihre Neigung nicht ausleben)? Nein, das wäre absurd und geradezu lästerlich. Genauso gut hätte Gott z.B. auch alle Lahmen und Blinden vom Zugang ins Reich Gottes ausschließen können (übrigens hat König David ja tatsächlich mal allen Blinden und Lahmen Hausverbot erteilt in 2.Sam.5:8). Oder stellen wir uns vor, wenn in der Bibel stehen würde, dass alle Hellhäutigen von vornherein keine Chance haben, errettet zu werden (tatsächlich gibt es eine Bewegung, die sich Black Hebrew Israelites nennt und lehrt, dass nur Schwarze zum Volk Gottes gehören können). Das ist Rassismus in Reinkultur.
- Versuch eines neuen Umgangs mit Andersgeschlechtlichen
Niemand möchte ausgegrenzt oder verspottet werden. Daher leiden homosexuelle Christen nicht nur an der Verdammungswürdigkeit ihrer Neigung durch die Bibel, sondern auch unter der Verachtung und Stigmatisierung durch andere Gläubige. Ich kenne einen Bruder, der zwar heterosexuell war, jedoch von Kindheit an das Gefühl hatte, ein Mädchen im Körper eines Jungen zu sein. Er hasste sich dafür und tat alles, um diese Neigung zu überwinden. Er wurde Bauer, ließ sich einen Vollbart wachsen und suchte sich besonders männliche Freunde, um nicht aufzufallen. Als er gläubig wurde, heiratete er und ging mit seiner Frau in eine besonders streng-konservative Mennoniten-Gemeinde. Später wechselte er zu den Orthodoxen, diskutierte im Internet über Pferdezucht und Waffen und trug sich am Ende sogar mit dem Gedanken, als Söldner im Ukrainekrieg zu kämpfen. All das tat er in der Hoffnung, mit Gottes Hilfe endlich ein Mann zu werden. Doch vor zwei Jahren gab er diesen Kampf auf und entschied sich, das Mädchen zu sein, als das er sich schon immer fühlte. Seine Frau verließ ihn mit ihren drei Kindern, und er verließ seinen christlichen Glauben aus Angst vor dem Unverständnis und der Verachtung der Gläubigen. Einem Gott, der sich nicht mehr zu Seinem eigenen Geschöpf bekennen wollte, obwohl Er ihn mit dieser Neigung geschaffen hat, dem wollte er nicht mehr gehören. Er ist heute Heide.
Ich glaube, dass unsere andersgeschlechtlichen Geschwister besonders viel Liebe, Verständnis und Zuwendung brauchen, um ihnen das Los der Ehelosigkeit zu erleichtern. Wir sollten so viel Anteilnahme an ihrem Los haben, dass sie sich nicht mehr einsam fühlen, sondern offen über ihre Not sprechen können (vergl. 1.Kor.12:18-26). Die Sünde ist wie eine Krankheit (Luk.5:31) und die Gemeinde ist ein Krankenhaus, in dem wir alle Pfleger und Patienten zugleich sind. Die Heilung geschieht in erster Linie durch das Gebet für einander (Jak.5:16). Gott kann ein Wunder tun, aber Er muss es nicht. Es ist nicht immer hilfreich, sie zu einer Ehe mit einer Schwester zu drängen, da sie sich damit überfordert fühlen könnten. Man würde sie evtl. zwingen, in einer Lüge zu leben. Denn wenn keine Offenheit ist, müssen sie ihren Frauen vortäuschen, diese zu begehren, obwohl sie in Wirklichkeit kein sexuelles Verlangen für sie empfinden können. Ist es denkbar, dass Gott sie zur Heuchelei zwingen will? Oder dass Gott den Frauen zumutet, mit Männern verheiratet zu sein, die kaum in der Lage sind, sie sexuell zu befriedigen, da sie aufgrund ihrer anderen Präferenz unter Impotenz leiden?
Man kann Andersveranlagte in einer Gemeinde im Grunde vergleichen mit dem Fremdling (hebr. GeR), der als Zugezogener und Schutzbedürftiger innerhalb des Volkes Israel lebte; von ihnen sagt der HErr: „Einen Fremdling sollst du nicht bedrücken und nicht bedrängen; denn auch ihr seid Fremdlinge gewesen im Land Ägypten“ (2.Mo.22:20), „Du sollst den Fremdling lieben wie dich selbst“ (3.Mo.19:4). Gott erwartet also Verständnis, Offenheit, Mitgefühl und Gleichbehandlung, gerade gegenüber denen, die anders sind, die außen stehen und sich nicht selbst schützen können. Die Bibel stellt sie unter Gottes besonderen Schutz, denn sie können sich als selbst Betroffene nicht zur Wehr setzen gegen Vorwürfe und Ablehnung und haben meist keine Fürsprecher. Der HErr Jesus aber hat sich des Zöllners und der Ehebrecherin angenommen und sie nicht von sich gestoßen. Er litt mit den Leidenden und befreite sie von ihren Ketten. Das sollten auch wir tun: „Ist nicht vielmehr das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Ungerechte Fesseln zu lösen, die Knoten des Joches zu öffnen, gewalttätig Behandelte als Freie zu entlassen und dass ihr jedes Joch zerbrecht? Besteht es nicht darin, dein Brot dem Hungrigen zu brechen und dass du heimatlose Elende ins Haus führst? Wenn du einen Nackten siehst, dass du ihn bedeckst und dass du dich deinem Nächsten nicht entziehst? Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell sprossen. Deine Gerechtigkeit wird vor dir herziehen, die Herrlichkeit des HERRN wird deine Nachhut sein. Dann wirst du rufen, und der HERR wird antworten. Du wirst um Hilfe schreien, und er wird sagen: Hier bin ich! Wenn du aus deiner Mitte fortschaffst das Joch, das Fingerausstrecken und böses Reden und wenn du dem Hungrigen dein Brot darreichst und die gebeugte Seele sättigst, dann wird dein Licht aufgehen in der Finsternis, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. Und beständig wird der HErr dich leiten, und er wird deine Seele sättigen an Orten der Dürre und deine Gebeine stärken. Dann wirst du sein wie ein bewässerter Garten und wie ein Wasserquell, dessen Wasser nicht versiegt. Und die von dir kommen, werden die uralten Trümmerstätten aufbauen; die Grundmauern vergangener Generationen wirst du aufrichten. Und du wirst genannt werden: Vermaurer von Breschen, Wiederhersteller von Straßen zum Wohnen“ (Jes.58:6-12).
Seid dem HErrn befohlen!
Simon