„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“

(Röm.13:12)

– „Prophetische Ereignisse“ Teil 8

 

Das Lied der Überwinder  –  Offb.15:1-4

1Und ich sah ein anderes Zeichen im Himmel, groß und wunderbar: Sieben Engel, die sieben Plagen hatten, die letzten; denn in ihnen wurde der Grimm Gottes vollendet. 2Und ich sah etwas wie ein gläsernes Meer, mit Feuer gemischt, und sah die Überwinder über das Tier und über sein Bild und über die Zahl seines Namens an dem gläsernen Meer stehen, und sie hatten Harfen Gottes. 3Und sie singen das Lied Moses, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes und sagen: ‚Groß und wunderbar sind Deine Werke, Herr, Gott, Allmächtiger! Gerecht und wahrhaftig sind Deine Wege, König der Nationen! 4Wer sollte Dich nicht fürchten, HErr, und verherrlichen Deinen Namen? Denn Du allein bist heilig; denn alle Nationen werden kommen und vor Dir anbeten, weil Deine gerechten Taten offenbar geworden sind‘. 

Nachdem es in den letzten Kapiteln um die Ereignisse vor und während der siebenjährigen Drangsalszeit ging, kommen wir jetzt zu den allerletzten Geschehnissen in der Zorneszeit, die vermutlich nur von relativ kurzer Dauer sein wird am Ende der sieben Jahre (Offb.3:10). Einleitend schaut Johannes in diesem zweiten Zeichen im Himmel ein gläsernes Meer, das sich laut Kap.4:6 vor dem Thron Gottes befindet. Dieses Meer soll uns nicht nur an jenes eherne Meer aus 1.Kön.7:23-25 erinnern, das vor dem Tempel Salomos auf 12 Rindern ruhte und rund 50.000 Liter Wasser fasste, sondern vor allem an das Schilfmeer, durch das die Kinder Israel trockenen Fußes hindurchgehen konnten, während die Ägypter von demselben verschlungen wurden. Deshalb singen die Überwinder der antichristlichen Drangsal nicht nur das „Lied des Lammes“ aus Kap.5:8-14, sondern auch das „Lied des Moses“ in 2.Mo.15:1-21, da es thematisch um das gleiche Überwinden geht. Es ist im Grunde EIN Lied, so wie der HErr auch „aus beiden eins gemacht hat“, indem Er die Zwischenwand abbrach (Eph.2:14).

Leider wollen heute wieder manche Brüder das, was Gott zusammengefügt hat, scheiden (Mt.19:6), indem sie noch immer das alte Lied vom Dispensationalismus singen (die Lehre von den angeblichen „zwei Haushaltungen“), obwohl  Römer 11:17 nur von EINEM Ölbaum spricht, in den unsere Brüder aus dem Stamm Juda bald wieder eingepfropft werden zusammen mit uns. Dabei besteht schon der Inhalt dieses Lobliedes nicht nur aus lauter Anspielungen auf ein zukünftiges Heil für Israel UND die Heiden (Ps.145:9-10+17, Jer.10:6-7), sondern es heißt sogar buchstäblich: „Oh König der Nationen, WER sollte Dich nicht fürchten und Deinen Namen nicht preisen?“ Eine rein rhetorische Frage, denn die einzig vernünftige Folge der Erkenntnis der Taten Gottes ist: „… alle Nationen werden kommen und vor Dir anbeten“. Es steht zu vermuten, dass die zukünftige Missionszeit noch weit erfolgreicher sein wird, als die der letzten 2000 Jahre: Jes.2:2-4, Mich.4:2-4, Jes.25:6-8, 66:23).

Der Grimm Gottes –  Offb.15:5 – 8

5 Und nach diesem sah ich: Und der Tempel des Zeltes des Zeugnisses im Himmel wurde geöffnet. 6Und die sieben Engel, welche die sieben Plagen hatten, kamen aus dem Tempel hervor, bekleidet mit reinem, glänzendem Leinen und um die Brust gegürtet mit goldenen Gürteln. 7 Und eines der vier lebendigen Wesen gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen, voll des Grimmes Gottes, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. 8Und der Tempel wurde mit Rauch gefüllt von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Macht; und niemand konnte in den Tempel eintreten, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren.“

Mose sollte das Zelt des Zeugnisses ja so gestalten nach dem Muster, das er auf dem Berg vom Original im Himmel sah (2.Mo.25:9). Und von dort kommen nun sieben Engel, die jeweils Schalen „voll des Grimmes Gottes“ bekommen, um sie auf die Erde zu werfen. Nachdem nun Gottes gerechtes Handeln allen Menschen klar und einsichtig geworden ist (V.4), wird es nach Tausenden von Jahren der Langmut Gottes endlich Zeit, dass Er Seinen gerechten Zorn offenbart (Röm.1:18-23). All jene, die das Sühneopfer Jesu ablehnten, werden nun selbst den Zorn Gottes erleiden müssen, den der HErr für uns erlitten hat. Im Vergleich zum Leidenskelch ist eine Schale größer und wurde im Tempeldienst für verschiedene Opfer verwendet. „Ihre flache Form beschreibt, wie schnell sich das göttliche Gericht entleeren wird. Es wird nicht langsam ausgegossen, sondern ertränkt diejenigen, die sich geweigert haben, den Becher des Heils zu trinken“ (John McArthur Studienbibel).

So wie damals die Wolke der Herrlichkeit Gottes in die Stiftshütte drang und sie unnahbar machte (2.Mo.40:34 -35, 1.Kön.8:10-13), so füllt sich auch jetzt der Tempel mit der unzugänglichen Gegenwart Gottes (Jes.6:1-4, Hes.10:1-4). Damit sind die Gerichte unabwendbar und niemandes Fürbitte kann sie mehr aufhalten (Jer.15:1).


Die ersten sechs Zornesschalen  – Offb.16:1-16

1Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Tempel zu den sieben Engeln sagen: Geht hin und gießt die sieben Schalen des Grimmes Gottes aus auf die Erde. 2Und der erste ging hin und goss seine Schale aus auf die Erde; und es entstand ein böses und schlimmes Geschwür an den Menschen, die das Malzeichen des Tieres hatten und sein Bild anbeteten. 3Und der zweite goss seine Schale aus auf das Meer; und es wurde zu Blut wie von einem Toten, und jede lebendige Seele starb, alles was im Meer war. 4Und der dritte goss seine Schale aus auf die Ströme und die Wasserquellen, und es wurde zu Blut. 5Und ich hörte den Engel der Wasser sagen: Du bist gerecht, der ist und der war, der Heilige, dass du so gerichtet hast. 6Denn Blut von Heiligen und Propheten haben sie vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; sie sind es wert. 7Und ich hörte den Altar sagen: Ja, HErr, Gott, Allmächtiger, wahrhaftig und gerecht sind deine Gerichte. 8Und der vierte goss seine Schale aus auf die Sonne; und es wurde ihr gegeben, die Menschen mit Feuer zu versengen. 9Und die Menschen wurden von großer Hitze versengt und lästerten den Namen Gottes, der über diese Plagen Macht hat, und sie taten nicht Buße, ihm Ehre zu geben. 10Und der fünfte goss seine Schale aus auf den Thron des Tieres; und sein Reich wurde verfinstert; und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz 11und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre, und sie taten nicht Buße von ihren Werken. 12Und der sechste goss seine Schale aus auf den großen Strom Euphrat; und sein Wasser vertrocknete, damit der Weg der Könige von Sonnenaufgang her bereitet wurde. 13Und ich sah aus dem Mund des Drachen und aus dem Mund des Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, wie Frösche; 14denn es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, die ausziehen zu den Königen des ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen. 15 – Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt umhergeht und man nicht seine Schande sieht! – 16 Und er versammelte sie an den Ort, der auf Hebräisch Harmagedon heißt.“ 

Wir alle haben uns sicher schon mal gefragt, warum Gott eigentlich Seinen Zorn zeigen muss (Röm.1:18), wo Er doch auch einfach gleich die Gottlosen ihrer gerechten Strafe zuführen könnte (vergl. Röm.9:19 „Warum tadelt Gott noch? Denn wer hat Seinem Willen je widerstanden?“). Man stelle sich nur mal einen Richter vor, der aus lauter Wut auf die Verbrechen der Angeklagten sie noch vor dem Prozess foltern lassen würde. Mal abgesehen davon, dass ein solches emotionales Verhalten rechtlich selbst strafbar wäre, würde eine solche Unbeherrschtheit auch unwürdig und peinlich wirken und die Eignung eines solchen Richters infrage stellen. Etwas anderes wäre es jedoch, wenn dieser Ausdruck von Wut pädagogische Ziele beabsichtigen würde: Wenn er nämlich auch ein Ausdruck von Trauer, Enttäuschung und Schmerz ist über die Verhärtung des Menschen. Vor allem aber soll die jahrelange Geduld und Zurückhaltung Gottes den Menschen beschämen und zur Einsicht bringen, dass sie diesen Zorn allenthalben verdient haben.

Die in Offb.16 genannten Zornesschalen haben in der Reihenfolge eine deutliche Analogie zu den Posaunengerichten; während die Posaunen jedoch immer nur ein Drittel schädigen sollten (als Vorwarnung), wird bei den Zornesschalen jeweils dann alles geschädigt: 1. „auf die ERDE geworfen“, 2. „das MEER wird zu Blut“, 3. „FLÜSSE und Quellen“ werden verseucht, 4. „Die SONNE“ wird zur Lebensbedrohung, 5. Eine „VERFINSTERUNG“ verursacht unerträgliche „Qualen“ bei den Menschen, 6. „Der Fluss EUPHRAT“ wird zum Auslöser einer großen Qual, 7. Der Schlussakt der Gerichtsfolge wird mit „Blitzen, Donner, Erbeben und Hagel“ begangen. Auffällig ist zudem, dass immer wieder das Steigerungswort „groß“ verwendet wird, um die Dramatik zu erhöhen. Die Plagen folgen Schlag auf Schlag als geballte Ladungen, die den Menschen keine Erholungspause lassen.

Wieder sehen wir hier die Parallele zu den Plagen über Ägypten, nur dass es diesmal die ganze Welt betrifft. Den Menschen wird ihre völlige Ausweglosigkeit und ihr Ausgeliefertsein vor Augen geführt. Gottes Geduldsfaden ist endgültig zerrissen (das deutsche Wort „Zorn“ ist verwandt mit dem englischen „torn“= zerrissen, aber auch mit „turn“ = wenden). Die Menschen sollen die Folgen ihres Tuns zu spüren bekommen, und zwar mit allen Sinnen: das Blut, das sie vergossen haben, gibt Gott ihnen nun zu trinken, allerdings in solchen Mengen, dass es nur noch eine stinkende, klumpige und ekelerregende Blutlache ist. All die Jahre tranken sie wie selbstverständlich das frische Wasser, das ihnen ihr Schöpfer gab, ohne dass sie Ihm je dafür gedankt haben. Sie verhielten sich wie Mietnomaden, die nie ihre Miete (Dank) bezahlten und nur Schaden am Mietobjekt angerichtet haben. Jetzt aber ist der Tag der Abrechnung, und sie müssen die Zeche ohne Abstriche bezahlen.

Gott hat als Schöpfer voll umfänglich das Recht, alles wieder rückgängig zu machen was Er erschaffen hat. „Siehe, was ich gebaut habe, breche ich ab; und was ich gepflanzt habe, reiße ich aus, und zwar das ganze Land“ (Jer.45:4). Und Er macht es genau analog zur Schöpfung jedoch rückwärts: Alles was Er geschaffen hat, löst Er wieder auf, weil es seinen Zweck erfüllt hat. Entsprechend trifft Gottes Gericht nicht sofort den Menschen, sondern erst mal seine Welt in immer enger werdenden Ringen, die ihm derart die Luft wegnehmen, dass er am Ende völlig zerbricht und wie der Pharao seinen Widerstand aufgibt (2.Mo.12:31-32). Es erinnert mich an jenen Mörder aus Edgar Allen Poes Roman „Das verräterische Herz“, dessen Gewissen ihn zuletzt dermaßen schlug, dass er vor den Polizisten laut schrie: „I admit the deed!“ („Ich bekenne mich schuldig!“).

Interessant sind besonders die vierte und fünfte Zornesschale: Die Sonne, die für uns Licht, Leben und Wärme spendet, wird auf einmal zum grausamen Feuergericht, indem sie die Menschen in ihrer Glut versengt. Heute wissen wir, dass die Sonnenwinde, die uns die schönen Polarlichter bescheren, eigentlich eine tödliche Gefahr darstellen, wenn Gott eines Tages mal der elektromagnetische Schutzschirm wegnimmt. Doch obwohl unser Sonnensystem so empfindlich und fein austariert ist, halten die meisten Menschen es für puren Zufall, so dass Gott ihnen zeigen muss, was passiert, wenn Er Seine fürsorgliche Hand zurückzieht (Hi.34:14-15).

Und auf die Hitzeglut folgt dann die totale Finsternis wie damals in Ägypten. Es ist noch dunkler als bei einem Blackout, denn die Leute werden nicht mal die Hand vor Augen sehen. Obwohl Gotte ihnen täglich die Sonne aufgehen ließ, haben sie „die Finsternis mehr geliebt als das Licht“ (Joh.3:19), sowohl im übertragenen Sinn als auch buchstäblich. Und deshalb bringt Gott selbst sie in die totale Finsternis, dass sie sich nicht mehr von der Stelle bewegen können wie in einem Gefängnis, damit sie zur Besinnung und Buße kommen. Gott schaltet einfach das Licht aus, und schon sind sie völlig hilflos. Doch selbst in dieser Not kommt es nicht in ihren Sinn, endlich Buße zu tun von ihren gottlosen Werken. Lieber zerbeißen sie ihre Zungen, als zu bekennen, dass sie vor Gott schuldig sind. Aber immerhin erkennen sie schon an, dass es kein Zufall mehr sein kann, was ihnen widerfährt, denn es heißt, dass sie „Gott lästerten“. Auf einmal ist Gott für sie doch existent, wo sie Ihn doch immer geleugnet haben. Und so ungewöhnlich es scheinen mag, haben wir hier eine Entwicklung zum Guten. Denn auch die beiden Räuber am Kreuz lästerten den HErrn Jesus zunächst (Mt.27:44), bis endlich einer von beiden seinen Widerstand aufgab und seine Schuld eingestand (Luk.23:39-42). Und hier erfüllt sich das Wort in Jes.26: 8-9: „Wenn Deine Gerichte die Erde treffen, so lernen Gerechtigkeit die Bewohner des Erdkreises“.

Bei der sechsten Schale lesen wir vom Austrocknen des Euphrats als Vorbereitung für das Kommen der Könige vom Sonnenaufgang. Tatsächlich ist der Fluss Euphrat schon an mehreren Stellen fast ausgetrocknet aufgrund von Dürreperioden. Mit den Königen des Ostens kann eigentlich nur China und seine Verbündeten gemeint sein, die ja nach Offb.9:16 ein Reiterheer von 200 Millionen Kriegern mobilisieren werden. Sie werden durch drei dämonische Geister inspiriert, die „wie Frösche“ in Erscheinung treten. Frösche sind nicht nur großmäulig und aufgeblasen, sondern hinterhältig, indem sie sich im trüben Sumpf verstecken, mit ihrem eiskalten Blick eine Beute erspähen und sie dann blitzschnell mit ihrer langen Zunge verschlingen. All dies sind Beschreibungen für einen bösartigen und erbarmungslosen Charakter, wie auch Menschen ihn haben können. Und tatsächlich geschieht dies dämonische Anstacheln wie in 1.Kön.22 ja zum Verderben all dieses götzendienerischen Heeres.

Das große Erdbeben   Offb.16:17-21

17Und der siebte goss seine Schale in die Luft aus; und es kam eine laute Stimme aus dem Tempel hervor, von dem Thron her, die sprach: 18Es ist geschehen. Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner; und ein großes Erdbeben geschah, wie es nicht geschehen ist, seitdem die Menschen auf der Erde waren, solch ein Erdbeben, so groß. 19Und die große Stadt wurde in drei Teile geteilt, und die Städte der Nationen fielen, und Babylon, die große, kam ins Gedächtnis vor Gott, dass ihr der Kelch des Weines des Grimmes seines Zornes gegeben werde. 20Und jede Insel entfloh, und Berge wurden nicht gefunden. 21Und große Hagelsteine, wie ein Talent schwer, fallen aus dem Himmel auf die Menschen herab; und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels, denn seine Plage ist sehr groß“ (16:17–21).

Wie wir sehen, gilt die letzte Schale der „großen Stadt“, welche aus meiner Sicht Rom ist bzw. der Vatikan, aber damit auch zugleich die abtrünnige Christenheit. Rom war schon im Altertum die Stadt der Dekadenz, die aus Furcht vor Repression den Geheimnamen „Babylon“ erhielt (vergl. 1.Petr.5:13). Geistlich gesehen, ist eine „Stadt“ eine politische Organisation (POLIS = „Stadt“), aber zugleich auch eine Kulturraumverdichtung, in der sich nicht nur Menschen konzentrieren, sondern auch Religionen, Interessen und Ideologien. Die siebte Schale wird daher „in die Luft“ ausgegossen, wo nach Eph.2:2 der geistige Herrschaftsbereich der Dämonen ist.

Dass es ein so großes Erdbeben bisher nie gab, „seitdem die Menschen auf der Erde waren“, ist auffällig. Müsste es nicht heißen: „…von Anbeginn der Welt“? Oder handelt es sich hier vielleicht um einen Hinweis, dass es vor der Erschaffung der Menschheit schon einmal solch ein großes Erdbeben gab, bei dem möglicherweise sämtliche Dinosaurier starben? Die Paläontologen berichten von einem 10 km großen Asteroiden, der vor 66 Mill. Jahren auf die Halbinsel Yucatán in Mexico fiel und zum Aussterben der Saurier beitrug. Wenn es einen solchen Einschlag wirklich gegeben haben sollte, macht diese Aussage in Vers 18 Sinn. Und auch die künftige Erschütterung wird so furchtbar sein, dass die erschreckten Erdbewohner nirgends Zuflucht finden können; Inseln und Berge entfliehen, so dass der Mensch schutzlos dem längst fälligen Gericht ausgeliefert ist. Dennoch flehen sie nicht um Gnade, sondern lästern ihrem Schöpfer. Mit der letzten Zornesschale hört Johannes die Stimme Gottes selbst, die feststellt: „Es ist geschehen!“. Damit zieht Er einen Schlussstrich unter die Zornesstunde, durch die der Gerechtigkeit und Heiligkeit Gottes Genüge getan wurde. Gottes Zorn und Gerichte gehören nicht zum ewigen Wesen Gottes; aber Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit erfordern beides, damit die Sünde weggetan werden kann. Es ist ein schöner Gedanke: Gottes Zorn, so heilig Gott ist, währt doch nur kurze Zeit, weil es sein muss, aber Seine Liebe bleibt ewiglich, denn sie ist das Wesen Gottes selbst. So lesen wir in Jes.61:2 vom „Jahr der Annehmung“, aber in Bezug auf Sein Gericht nur vom „Tag des Zornes“.


Das Geheimnis Babylon  – Offb.17:1-6

1 Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm her! Ich will dir das Gericht über die große Hure zeigen, die an vielen Wassern sitzt, 2 mit der die Könige der Erde Unzucht getrieben haben; und die Bewohner der Erde sind trunken geworden von dem Wein ihrer Unzucht. 3 Und er führte mich im Geist hinweg in eine Wüste; und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das voller Lästernamen war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte. 4 Und die Frau war bekleidet mit Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und Edelgestein und Perlen, und sie hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voller Gräuel und Unreinheit ihrer Unzucht; 5 und sie hatte an ihrer Stirn einen Namen geschrieben, ein Geheimnis: Babylon, die Große, die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde. 6 Und ich sah die Frau trunken vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu. Und ich wunderte mich, als ich sie sah, mit großer Verwunderung“ (Offb.17:1-6)

Wie schon erwähnt, handelt es sich bei dieser „Hure“ nicht um eine Prostituierte aus dem irakischen Babylon, sondern es geht um eine geistliche Hurerei. Wenn sich z.B. eine vormals christliche Partei mit Kommunisten und Ökofanatikern eins macht, ist das geistige Hurerei. Geistlich gesehen ist die Hure Babylon jene Frau aus Mat.13:33 die das Feinmehl (der gesunden Lehre) vermischt mit Sauerteig (falsche Lehre, Heuchelei). Das Wort „Babel“ ist nach 1.Mo.11:9 von hebr. בלל BaLaL abgeleitet, was wörtl. „vermischen, vermengen“ heißt. In der Symbolsprache der Bibel bedeutet die „Frau“ immer das Volk Gottes, entweder als Braut oder als Hure. Das Volk Israel war Gottes Braut, aber sie wurde zur Hure (Jes. 1:21, Jer.2:20, 3:2-9, Hes.16:15-41, Hos.2:2). Und da sich die Geschichte wiederholt (Pred.1:9), ist auch die Kirche im Neuen Testament durch ihre Hurerei mit der Welt zur „Hure Babylon“ geworden (Jak.4:4).

Während der Vorherrschaft der Katholischen Kirche im Mittelalter wurden die Menschen durch Dogmen zum Götzendienst verführt, weshalb der HErr Jesus sie in Offb.2:20 als „Jesabel“ bezeichnet in Anspielung auf jene Isebel aus 1.Kön.18 – 21 und 2.Kön.9. Da die RKK sich auf Gott und die Bibel berief, war es für die Leute schier unmöglich, die Verführung zu durchschauen, so dass sie zwar „trunken“, aber meist unschuldig waren. Die „Namen der Lästerung“ sollten nicht als bewusste Schmähungen Gottes missverstanden werden, denn im biblischen Sinne handelt es sich hier lediglich um falsche Zuschreibungen auf Gott („Ungereimtes“ wird es im Buch Hiob genannt, Hi.1:22). Wenn man z.B. den „Vater der Erbarmungen“ zu einem erbarmungslosen und ewig nachtragenden Verdammer fast all Seiner Geschöpfe macht, ist das wohl die maximale Lästerung, auch wenn sie in Unwissenheit geschieht. Dass die Hure auf dem Tier reitet, veranschaulicht, wie die abgefallene Kirchenführung über Jahrhunderte hinweg die antichristliche Obrigkeit dazu missbraucht hat, ihre Interessen durchzusetzen, sei es durch Kirchensteuer oder durch die Verfolgung von Kritikern, wie es ja schon beim HErrn Jesus der Fall war. „Hörner“ bedeuten symbolisch Halt. Und entsprechend konnte sich die Hure immer auf die „Köpfe“ und den Halt ihrer politischen Schirmherren verlassen. Purpur, Scharlach und Gold weisen darauf hin, dass sich die Klerus schon sehr früh wie Könige aufgespielt hat, für die nur das Teuerste gut genug war.

Dass man sich heute nach 1.900 Jahren noch immer darüber streitet, wer oder was die „Hure“ ist, liegt weniger an einer nicht ausreichenden Hinweisgebung im Text als vielmehr an der feigen Unaufrichtigkeit oder geistigen Blindheit der Ausleger. Manche Kommentatoren sehen in der Hure bloß ein antichristliches „Weltsystem“, andere wollen in ihr bloß das „Römische Weltreich“ sehen, das aber von Gott her nie zur ehelichen Treue verpflichtet war und aus dem man auch gemäß Offb.18:4 nie austreten brauchte. Manche halten Jerusalem für die „große Stadt“, da in Offb.11:8 unzweifelhaft von der Hauptstadt Israels die Rede ist. Dieser Einwand ist zwar berechtigt, jedoch trotzdem irreführend, denn auch wenn Gott im Alten Bund Israel als Hure bezeichnete, hat Er in Hosea 3:3 angekündigt, dass Israel während der 2000-jährigen Diaspora nicht mehr „huren“ können wird. Gott hatte Israel ja nicht mehr anerkannt als Seine Frau, deshalb konnte sie Ihm auch nicht mehr untreu werden, sondern konnte machen, was sie wollte.

Wenn man an die sog. „Heilige Inquisition“ denkt, bei der viele Gläubige gefoltert und verbrannt wurden, dann macht auch die Aussage Sinn, dass die Hure „trunken war vom Blut der Heiligen und der Zeugen Jesu“.


Die sieben Köpfe   Offb.17:7-11

7Und der Engel sprach zu mir: Warum wundertest du dich? Ich will dir das Geheimnis der Frau sagen und des Tieres, das sie trägt und die sieben Köpfe und die zehn Hörner hat. 8 Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen und geht ins Verderben; und die Bewohner der Erde, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an, werden sich wundern, wenn sie das Tier sehen, dass es war und nicht ist und da sein wird. 9 Hier ist der Verstand nötig, der Weisheit hat: Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt. Und es sind sieben Könige: 10 Die fünf ersten sind gefallen, der eine ist, der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er eine kurze Zeit bleiben. 11 Und das Tier, das war und nicht ist, es ist selbst sowohl ein achter als auch von den sieben und geht ins Verderben“. 

Um auch den letzten Zweifel zu zerstreuen, wer mit der „Hure“ gemeint ist, werden hier die „sieben Berge“ genannt, auf welchen die „Frau“ ihren Sitz hat. Seit dem Altertum ist Rom die „Stadt auf sieben Hügeln“. Es mag zwar noch andere Städte geben, die zufällig auf sieben Hügeln erbaut sind (Istanbul, Athen, Jerusalem, Lissabon, Amman, Moskau und Rio de Janeiro), aber nur Rom hat schon in der Antike diese Bezeichnung gehabt (Septem montes Romae) gehabt. Der Vatikan hat von Anfang an den babylonischen Mysterienkult aufgenommen und fortgesetzt durch sämtliche Riten und Bräuche, die der Bibel fremd sind. Die Übereinstimmung der babylonischen mit der römisch-katholischen Religion ist eindeutig und die Parallelen zwischen diesen beiden Religionssystemen, wie z.B. die Verehrung von Reliquien, die Fürsprache-Bitte zu einer Muttergöttin und verstorbenen Heiligen, das Papsttum, der Verwandlungszauber (Eucharistie), das Zölibat oder der Rosenkranz sind nicht zufällig, sondern von ihrer geschichtlichen Entwicklung her zu begründen (Alexander Hislop: „The Two Babylons“).

Die sieben „Köpfe“ des Tieres stellen aber auch sieben „Könige“ dar, die quasi mit dem Tier geistesverwandt sind und während der Weltgeschichte schon einmal gelebt haben. Fünf von diesen antichristlichen Königen haben bereits vor Johannes regiert. Wer diese waren, darüber lässt sich nur spekulieren. Ich vermute, dass es folgende, böse Herrscher waren: 1. Nimrod, der „Jäger“ (1. Mose 10:9), 2. Der Pharao, der dem Mose widerstand, 3. Nebukadnezar, der wollte, dass man sein Standbild anbete, 4. Sanherib, der assyrische König, der sich für unbesiegbar hielt, und 5. Antiochos IV. Epiphanes (215 – 164 v.Chr.), der sich 167 in den Tempel Gottes setzte.

Wenn der Engel von dem 6. König sagt: „der eine ist“, könnte er Kaiser Nero (54-68 n.Chr.) meinen, der zur Zeit von Johannes lebte (der Zahlenwert seines Namens ist übrigens 666: SeJSôR = 400 + NeJRO´= 266  Ʃ = 666). Der „andere“, der „noch nicht gekommen“ ist, aber „eine kurze Zeit bleiben“ muss, könnte Adolf Hitler sein als 7. König. Und das „Tier, das war und nicht ist“, könnte möglicherweise erneut Antiochus IV. sein, der sich als „achter“ Antichrist „von den sieben“ in den zukünftigen Tempel in Jerusalem setzten wird (Mt.24:15).

Die zehn Hörner   Offb.17:12-18

12 Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die noch kein Königreich empfangen haben, aber mit dem Tier eine Stunde Macht wie Könige empfangen. 13 Diese haben einen Sinn und geben ihre Kraft und Macht dem Tier. 14 Diese werden mit dem Lamm Krieg führen, und das Lamm wird sie überwinden; denn es ist HErr der Herren und König der Könige, und die mit Ihm sind, sind Berufene und Auserwählte und Treue. 15 Und er spricht zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, wo die Hure sitzt, sind Völker und Völkerscharen und Nationen und Sprachen; 16 und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, diese werden die Hure hassen und werden sie verwüsten und nackt machen und werden ihr Fleisch fressen und sie mit Feuer verbrennen. 17 Denn Gott hat in ihre Herzen gegeben, Seinen Sinn zu tun und in einem Sinn zu handeln und ihr Königreich dem Tier zu geben, bis die Worte Gottes vollendet sein werden. 18 Und die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, welche die Königsherrschaft über die Könige der Erde hat.“ (17:12-18).

Wenn sich der Antichrist „selbst erhöht hat über alles, was Gott heißt oder ein Gegenstand der Verehrung ist“ (2.Thes.2:4), wird sich seine Wut natürlich auch und vor allem gegen den Vatikan richten bzw. die nach der Entrückung noch verbliebene, treulose Christenheit. „Und sie werden die Hure hassen“ – z.T. geschieht das heute schon, wenn wir an all die Missbrauchs-Skandale denken, die seit 2010 in der RKK aufgedeckt wurden.

Er macht aber auch kurzen Prozess mit allen bisherigen Regierungen und Landesgrenzen der Welt, indem er eine Neue Weltordnung einführt, die nur noch aus zehn Herrschaftsbereichen bestehen wird, über die jeweils nur noch seine ihm treu ergebenen Günstlinge gesetzt werden. Diese haben genau den gleichen Hass auf alles Göttliche und werden dreieinhalb Jahre lang die willigen Vollstrecker der antichristlichen Terrorherrschaft sein. Es geht ihnen längst nicht mehr um kluge Staatsführung oder Wohlstand für alle Bürger, sondern nur noch um maximale Zerstörung der bestehenden Ordnung, indem sie einen offenen Krieg gegen das Lamm Gottes führen, den HErrn Jesus Christus, den gesalbten König Gottes.

Welche Verblendung und welche Vermessenheit, gegen Gott, den Allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, ankämpfen zu wollen! Aber der unbegrenzte Hass macht blind und unverständig. Der ihm Verfallene tut nur noch, was zum Verderben führt und ihm und anderen zum Schaden gereicht. Noch hält Gott auch Seinen Zorn gegen die Hure zurück, bis alle Gräuel und Sünden das Vollmaß erreicht haben. Dann aber wird Er die Wut der Welt so lenken, dass diese Könige Sein längst fälliges Gericht an der falschen Kirche vollziehen müssen.

 

Babylon wird angeklagt   Offb.18:1-8

1 Nach diesem sah ich einen anderen Engel aus dem Himmel herabkommen, der große Macht hatte; und die Erde wurde von seiner Herrlichkeit erleuchtet. 2 Und er rief mit starker Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung von Dämonen geworden und ein Gefängnis jedes unreinen Geistes und ein Gefängnis jedes unreinen und gehassten Vogels. 3 Denn von dem Wein der Wut ihrer Unzucht haben alle Nationen getrunken, und die Könige der Erde haben Unzucht mit ihr getrieben, und die Kaufleute der Erde sind durch die Kraft ihrer Üppigkeit reich geworden. 4 Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: Geht aus ihr hinaus, Mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! 5 Denn ihre Sünden sind aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht. 6 Vergeltet ihr, wie auch sie vergolten hat, und verdoppelt es ihr doppelt nach ihren Werken; mischt ihr den Kelch, den sie gemischt hat, doppelt! 7 Wie viel sie sich verherrlicht hat und üppig gewesen ist, so viel Qual und Trauer gebt ihr! Denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich sitze als Königin, und Witwe bin ich nicht, und Traurigkeit werde ich nicht sehen. 8 Darum werden ihre Plagen an einem Tag kommen: Tod und Trauer und Hunger, und mit Feuer wird sie verbrannt werden; denn stark ist der HErr, Gott, der sie gerichtet hat“. 

Mit der siebten Zornesschale erfüllt sich die bereits in Offb.14:8 angekündigte Zerstörung Babylons (16:9), die seit dem Turmbau in 1.Mo.11 Ursprung und Ausgangspunkt für jede Form des Götzendienstes war, sei es der materielle oder der religiöse (Jes.21:9, Jer.50:2f). Der Fall Babylons kommt so sicher, dass von ihm schon in der Vergangenheitsform gesprochen wird. Die „unreinen Vögel“ stehen bildlich für Dämonen, die sich nicht nur im alten Baum Babels niederließen (Dan.4:9), sondern auch im Christentum Neste bauten (Mt.13:19+32). Der HErr Jesus trieb die Händler aus dem Tempel Gottes mit den Worten, man solle das Bethaus Seines Vaters nicht zu einer Räuberhöhle machen (Mk.11:17). Doch in der Endzeit wird der Handel mit „Menschenseelen“ (V. 13) ein solches Ausmaß erreicht haben, dass Gott sich das nicht länger mitansehen wird. Doch wie bei Lot will er kurz vor der endgültigen Vernichtung noch einmal die Seinen aus dieser Hurenkirche zum Austritt bewegen, damit sie sich nicht mitschuldig machen (1.Tim.5:22).

»Wir haben Babel heilen wollen, aber es war nicht zu heilen. Verlasst es … denn sein Gericht reicht bis an den Himmel und erhebt sich bis zu den Wolken« (Jer.51:9). Wie viele Reformversuche hat es schon gegeben! Aber wie beim alten Israel hat sich die Geschichte auch im Christentum widerholt, indem das Volk Gottes durch den Isebelgeist und durch Üppigkeit allmählich zur Hure wurde (Jes.1:21). Und wie zur Verdeutlichung zitiert der Text die Worte in Jes.47:8 über Babel: „Du Üppige, die sorglos thront, die in ihrem Herzen sagt: Ich bin‘s, und gar keine sonst! Ich werde nicht als Witwe sitzen noch Kinderlosigkeit kennen!“ Die sog. „alleinseligmachende“ Römische Kirche hat auf alle anderen verächtlich herabgeschaut und hielt sich für unüberwindbar.

Die Klage der Kaufleute   Offb.18:9-24

9 Und es werden um sie weinen und wehklagen die Könige der Erde, die mit ihr Unzucht getrieben haben und üppig gewesen sind, wenn sie den Rauch ihres Brandes sehen; 10 und sie werden aus Furcht vor ihrer Qual weitab stehen und sagen: Wehe, wehe! Die große Stadt, Babylon, die starke Stadt! Denn in einer Stunde ist dein Gericht gekommen. 11 Und die Kaufleute der Erde weinen und trauern um sie, weil niemand mehr ihre Ware kauft: 12 Ware von Gold und Silber und Edelgestein und Perlen und feiner Leinwand und Purpur und Seide und Scharlachstoff und alles Thujaholz und jedes Gerät von Elfenbein und jedes Gerät von kostbarstem Holz und von Erz und Eisen und Marmor 13 und Zimt und Haarbalsam und Räucherwerk und Salböl und Weihrauch und Wein und Öl und Feinmehl und Weizen und Rinder und Schafe und von Pferden und von Wagen und von Leibeigenen und Menschenseelen. 14 Und die Früchte, nach denen deine Seele begehrte, sind von dir gewichen, und alle Pracht und Glanz sind dir verloren, und man wird sie nie mehr finden. 15 Die Kaufleute dieser Dinge, die an ihr reich geworden sind, werden aus Furcht vor ihrer Qual weitab stehen, weinend und trauernd, 16 und werden sagen: Wehe, wehe! Die große Stadt, die bekleidet war mit feiner Leinwand und Purpur und Scharlachstoff und übergoldet mit Gold und Edelgestein und Perlen! 17 Denn in einer Stunde ist der so große Reichtum verwüstet worden. Und jeder Steuermann und jeder Küstenfahrer und Schiffsleute und alle, die auf dem Meere beschäftigt sind, standen weitab 18 und riefen, als sie den Rauch ihres Brandes sahen, und sprachen: Wer war der großen Stadt gleich? 19 Und sie warfen Staub auf ihre Häupter und riefen weinend und trauernd und sprachen: Wehe, wehe! Die große Stadt, in der alle, die Schiffe auf dem Meere hatten, reich wurden von ihrer Kostbarkeit! Denn in einer Stunde ist sie verwüstet worden. 20 Sei fröhlich über sie, du Himmel, und ihr Heiligen und Apostel und Propheten! Denn Gott hat für euch das Urteil an ihr vollzogen. 21 Und ein starker Engel hob einen Stein auf wie einen großen Mühlstein und warf ihn ins Meer und sprach: So wird Babylon, die große Stadt, mit Gewalt niedergeworfen und nie mehr gefunden werden. 22 Und die Stimme der Harfensänger und Musiker und Flötenspieler und Trompeter wird nie mehr in dir gehört und nie mehr ein Künstler irgendeiner Kunst in dir gefunden und das Geräusch des Mühlsteins nie mehr in dir gehört werden, 23 und das Licht einer Lampe wird nie mehr in dir scheinen und die Stimme von Bräutigam und Braut nie mehr in dir gehört werden; denn deine Kaufleute waren die Großen der Erde; denn durch deine Zauberei sind alle Nationen verführt worden. 24 Und in ihr wurde das Blut von Propheten und Heiligen gefunden und von allen denen, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind.“ (18:9-24).

Viele Ausleger unterscheiden zwischen einem religiösen Babylon in Offb. 17 und einem weltlichen Babylon, das in Kap. 18 wegen seines Handels verurteilt wird. Aber Handel ist nichts Böses. Der HErr fordert uns sogar dazu auf: „Handelt, bis ich komme!“ (Luk.19:1). Er vergleicht sich sogar selbst mit einem „Kaufmann“ in Mt.13:45. Der Handel wird erst dann zur Sünde, wenn er nur noch den Reichtum und Luxus zum Ziel hat, anstatt Erbarmen und Verantwortung für die Armen der Welt(1.Tim.6:17). „Feine Leinwand“ tragen aber die Priester, „Purpur“ die Bischöfe und „Scharlach“ die Kardinäle. Auch gab es wohl kaum eine Institution auf der Welt, die so viele „Harfensänger, Musiker, Flötenspieler und Trompeter“ beschäftigte, sowie „Künstler irgendeiner Kunst“ als die Katholische Kirche. Auch „Bräutigam und Braut“ gaben sich über Jahrhunderte in ihr das „Ja“-Wort, und bei der Eucharistie geschieht durch die angebliche Verwandlung der Symbole eine Art „Zauberei, die alle Nationen verführte“. Und nicht zuletzt wurde durch die unheilige Inquisition „das Blut von Propheten und Heiligen“ vergossen, das bis heute nach Vergeltung schreit.

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