„Und diese Worte … sollst du deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du unterwegs bist …“. (5.Mo.6:6-7)
Liebe Geschwister im HErrn Jesus Christus,
Die Gnade und der Friede Gottes seien mit Euch!
Vor drei Tagen begann der Angriff auf den Iran, der aus meiner Sicht bereits in Daniel 8 vorhergesagt wurde (siehe https://youtu.be/-o7AJ89HgcA?si=d2Mpe_R0M0DvKYLf). Doch in diesem Rundbrief soll es mal nicht um etwas Politisches gehen, sondern um ein Thema, dass uns alle direkt oder indirekt betrifft, nämlich die Kindererziehung. Anlass hierfür ist nicht zuletzt, dass wir in diesen Tagen gerade wieder unsere Enkeltochter (4) bei uns haben. 😉
Vor ein paar Tagen stolperte ich mal wieder über eine Bibelstelle, die wir bestimmt alle schon einmal gelesen haben, aber die uns irritiert zurücklies, und zwar 2.Mose 4:24-25. Gerade eben noch hatte Gott dem Mose zu einem so großen Auftrag erwählt, da stellt Er sich ihm auf einmal in den Weg und will ihn töten wegen einer unterlassenen Beschneidung. Erst nachdem seine midianitische Frau Zippora diese vollzogen hat, lässt Gott wieder von ihm ab. Diese ungewöhnliche Szene erinnert uns daran, dass für uns nebensächliche Sache vor Gott von entscheidender Bedeutung sein können. In 1.Mo.17:12 hatte Gott ja dem Abraham und seinen Nachfahren geboten, dass jedes Baby am 8.Tag nach der Geburt beschnitten werden soll als Zeichen des Bundes mit Gott. Das Kind wurde dadurch Gott geweiht und geheiligt. Der 8. Tag steht nicht nur symbolisch für die Auferstehung, sondern ist auch aus medizinischen Gesichtspunkten ideal gewählt, da an diesem Tag die Vitamin-K-Gerinnungsfaktoren einen Höhepunkt erreichen und das Blutungsrisiko daher geringer ist. Aufgrund von Hiob 1 und 2 können wir vermuten, dass der Teufel ar als „Verkläger der Brüder“ (Offb.12:10) Moses Nachlässigkeit vor Gott zur Anklage brachte und seinen Tod forderte, weil er die Verantwortung trug für die Einhaltung des Gebots. Mose sollte ja im Namen des Bundes Gottes mit Israel vor den Pharao treten, aber ausgerechnet er hat im eigenen Haus den Bundesbefehl unterlassen. Er sollte einen Bund verkündigen, den er selbst nicht konsequent lebte. Aber je näher ein Mensch an den heiligen Auftrag Gottes tritt, desto weniger duldet Gott bewussten Ungehorsam im Verborgenen. Interessant ist, dass Zippora sofort diesen Zusammenhang erkannte und den Gehorsam stellvertretend wieder herstellte. Ihre durch die Beschimpfung als „Blutbräutigam“ ausgedrückte Widerwilligkeit lässt vermuten, dass sie selbst es war, die zuvor jahrelang die Beschneidung ihrer Söhne ablehnte und Mose sich gegen diese nicht durchsetzen konnte (übrigens verweigerte auch Prinzessin Diana die Beschneidung ihrer beiden Söhne William und Harry, da sie diese für unnötig und übergriffig erachtete).
Ein ähnliches Szenario findet leider auch heute immer wieder in Kinderzimmern von gläubigen Eltern statt: Die Mutter schimpft mit dem Sohn, weil er am Wochenende lieber Online-Spiele wie Fortnite, Minecraft oder Roblox spielt, anstatt mit seinen Freunden und Klassenkameraden draußen etwas Sinnvolles zu unternehmen. Der Junge sagt: „Bitte Mama, nur eine Runde noch!“, und der Vater sagt: „Lass ihn doch, denn seine Freunde sind doch auch alle online.“ Oder die Tochter schaut sich stundenlang Instagram-Kurzvideos oder Streaming-Serien an wie Wednesday oder Stranger Things, anstatt ihre Hausaufgaben zu machen; der Vater schimpft, aber die Mutter sagt: „Lass sie doch, denn wenigstens geht sie nicht heimlich mit Jungs aus…“ Aber eine wirkliche „Beschneidung“ in geistlicher Hinsicht von den Dingen dieser Welt findet kaum noch statt, zumal viele Eltern selbst schon süchtig sind nach Filmen oder Sozialen Medien. Früher war es in meiner Kindheit üblich, dass wir Spieleabende machten mit der ganzen Familie (z.B. Monopoly, Schach oder Reversi) oder uns zusammen einen Film anschauten (z.B. „Jesus von Nazareth“ und „Sandokan – der Tiger von Malaysia“). Es gab kein Smartphone oder Netflix, stattdessen aber gemeinsame Mahlzeiten oder Ausflüge. Heute sind zwar alle zu Hause, aber jeder in seiner eigenen Medienwelt. Die Zeit wird nur noch nebeneinander aber nicht mehr miteinander verbracht.
Schuld an diesem katastrophalen Missstand sind vor Gott in erster Linie die gläubigen Väter und Ehemänner. Aus Angst vor Konflikten oder aus falscher Rücksichtnahme vernachlässigen sie heute ihre geistliche Verantwortung. Sie verzichten auf eine geistliche Erziehung aufgrund ihres Bedürfnisses nach Harmonie. Der Vater verzichtet auf Gebet, aufs Bibellesen oder auf Glaubensgespräche, weil die Ehefrau „keinen Druck“ auf die Kinder ausüben möchte. Dadurch aber wachsen die Kinder ohne geistliche Orientierung auf. Gott aber gebietet den gläubigen Eltern auch heute noch, dass sie ihren Kindern das Gottes Wort im Alltag weitergeben sollen (5. Mo.6:6-7). Gott hat durch Abraham jedem gläubigen Vater befohlen, die geistliche Hauptschaft in seiner Familie wahrzunehmen, „damit er seinen Söhnen und seinem Haus nach ihm befiehlt, dass sie den Weg des HErrn bewahren, Gerechtigkeit und Recht zu üben“ (1.Mo.18:19, vergl. 5.Mo.11:18-19). Wenn Eltern jedoch aus Angst vor Streit den Kindern erlauben, Medieninhalte zu schauen mit sexueller Freizügigkeit oder Werten, die sie selbst als unbiblisch erkennen, dann lernen die Kinder, dass Überzeugungen verhandelbar sind. Wenn Väter ihre Kinder nicht mehr „in der Zucht und Ermahnung des HErrn erziehen“, verlieren sie nicht nur Halt und Orientierung, sondern lernen auch nie, später ihre eigenen Kinder in Gottesfurcht zu erziehen (Eph.6:4). Gerade aber durch das Buch der Sprüche finden wir so viele Hinweise, dass elterliche Zucht nicht gegen sondern für das Kindeswohl ist. Nicht selten verzichten gläubige Eltern lieber auf den gemeinsamen Gottesdienstbesuch oder gemeinsame geistliche Aktivitäten aus Rücksicht auf den Wunsch nach einem „ruhigen Wochenende“. Dadurch verkommt der Glaube aber allmählich zur Nebensache. Viele gläubigen Väter wissen zwar, dass geistliche Anleitung überlebenswichtig ist, verschieben sie aber, weil die Frau Konflikte mit den Kindern vermeiden möchte. Wichtige Prägungsjahre gehen dadurch verloren. Gleiches gilt für politische oder weltanschauliche Fragen: Um den Frieden zu wahren, vermeiden Väter häufig Gespräche zu biblischen, ethischen oder politischen Themen, so dass ihre Kinder sich ausschließlich an Schule, Medien und Gleichaltrigen orientieren. Am Ende stellen sie dann mit erschrecken fest, dass sie in der Uni die hohlen Phrasen des woken, links-grünen Zeitgeistes nachplappern.
Verantwortungsbewusste Väter, die sich Zeit nehmen, ihre Kinder in Weisheit, Liebe und Geduld zu erziehen, verbunden mit der geistlichen Einheit der Eltern, sind der größte Schutz für Kinder vor dem Einfluss der Welt und der antichristlichen Umerziehung in Kindergärten, Schulen und Universitäten. Problematisch wird es nicht durch Rücksichtnahme an sich, sondern durch Konfliktvermeidung aus Angst, wenn dadurch unsere klare göttliche Verantwortung aufgegeben wird. Deshalb ist das gemeinsame Gebet und die geistliche Einigkeit in der Ehe unverzichtbar. Gläubige Eltern müssen in Erziehungsfragen an einem Strang ziehen und dürfen vor den Ohren oder Augen des Kindes nicht einander in den Rücken fallen. Ebenso müssen die Väter wieder Vorbild sein und können den Kindern nur dann ihren Medienkonsum einschränken, wenn sie dies glaubwürdig vorleben. Eli z.B. tadelte zwar seine Söhne Hophni und Pinehas halbherzig, griff aber nicht konsequent ein, obwohl sie das Heiligtum entweihten (1.Sam.2-3). Auch David griff bei den Vergehen seiner Söhne (z. B. Amnon und Absalom) nicht entschieden ein, so dass Familienchaos, Gewalt und Rebellion die Folge waren. Wie sehr die Passivität und Untätigkeit eines Ehemanns einer Ehe schaden, sehen wir auch bei König Salomo in 1.Könige 11, denn er ließ sich durch seine Frauen zum Götzendienst verleiten. Nachgiebigkeit aus Beziehungsharmonie führt also oftmals zum Gegenteil dessen, was man eigentlich bezwecken wollte, nämlich zur Zerstörung der Ehe oder Familie.
Positive Vorbilder finden wir aber ebenso zuhauf in der Bibel. Josua sagte ja den bekannten Satz: „Ich und mein Haus wollen dem HErrn dienen“ (Jos.24:15), also eine klare geistliche Ausrichtung der Familie. Hiob betete regelmäßig für seine Kinder (Hi.1:5), wodurch er geistliche Fürsorge und Verantwortung bewies. Und nicht zuletzt fand auch Timotheus durch den geistlichen Einfluss seiner Mutter und Großmutter zum Glauben an den HErrn Jesus, wie wir in 2.Tim.1:5 erfahren. Gemäß 1.Mo.3:15 ist es ja in erster Linie Aufgabe der Frau, geistlichen Samen hervorzubringen, der durch eine gottesfürchtige Erziehung befähigt wird, dem Widersacher später den Kopf zu zermalmen. Und dies geschieht eben nicht nur durch die Sorge um das leibliche Wohl, sondern auch um das geistliche Wohl des Kindes, wie wir es auch in Ps.78:3-7 lesen: „Was wir gehört und erfahren und unsere Väter uns erzählt haben, wollen wir nicht verhehlen ihren Söhnen und der künftigen Generation erzählen die Ruhmestaten des HErrn und Seine Macht und Seine Wunder, die er getan hat … damit die künftige Generation sie kenne, die Söhne, die geboren werden sollten, und auch sie aufständen und sie ihren Söhnen erzählten … Damit sie auf Gott ihr Vertrauen setzten und die Taten Gottes nicht vergäßen und Seine Gebote befolgten“.
Eine solche Glaubensvermittlung kommt in der Regel nicht ohne Strenge und Zucht aus. In Spr.22:6 lernen wir: „Gewöhne den Knaben an Seinen Weg …“ (gemeint ist wohl vor allem Gottes Weg). Liebe erfordert Konsequenz und Strafe, die nicht zuletzt dem lernen und dem Schutz des Kindes dient (Spr.13:24, 19:18). Die Folge dieser Konsequenz ist Frieden (Spr.29:17); bei Inkonsequenz hingegen werden Kinder „entmutiget“ (Kol.3:21) und Väter „reizen ihre Kinder zum Zorn“ (Eph.6:4). Wenn man Kinder schon früh an die Schrift heranführt und unterweist, dann sehen sie nicht mehr die Autorität des Vaters, sondern die Autorität des Wortes (2.Tim.3:14-15). Vor allem sehen sie im Verhalten der Eltern den Charakter der Liebe veranschaulicht (1.Kor.13:4-7). Gerade in der heutigen, antichristlichen Endzeit möchte der Feind möglichst schon gleich nach der Geburt die Kinder verderben (vergl. 2.Mose 1-2, Mat.2:16-18, Offb.12:3-4). Deshalb sollen gläubige Eltern ihre Kinder so erziehen, dass sie im evangelistischen Dienst später sogar „wie Pfeile im Köcher“ des Vaters verwendet werden können, ohne dass sie im Gespräch mit den Gottesfeinden beschämt werden (Psalm 127:3–5). Dies setzt aber voraus, dass man sich als Vater nicht nur um das leibliche Wohl der Familie kümmert (Ps.127:2), sondern auch Zeit in die Kinder investiert und sie nicht bloß großzieht, als ob sie schon von selbst gläubig werden.
Seid dem HErrn befohlen!
Euer Bruder Simon

