„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“

(Röm.13:12)

Richtige und falsche Aussatz-Diagnosen

„Und als Er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, indem sie hingingen, wurden sie gereinigt.“ (Luk.17:14)

Liebe Geschwister im HErrn Jesus Christus,

Die Gnade und der Friede unseres Gottes und unseres HErrn Jesus Christus seien mit Euch!

Was für ein schweres Los trifft doch einen Aussätzigen! Nicht nur litt er durch seine todbringende Krankheit, sondern auch durch seine Aussonderung von der Gesellschaft: „All die Tage, die das Mal an ihm ist, soll er unrein sein; unrein ist er: Allein soll er wohnen, außerhalb des Lagers soll seine Wohnung sein“ (3.Mo.13:46). In den vormals christlichen Nationen in Europa, wo diese biblischen Hygienevorschriften beachtet wurden, ist die Lepra heute nahezu ausgerottet. Umso mehr finden wir heute jedoch einen geistigen Aussatz hier, indem die Menschen immer mehr ihr sündhaftes Fleisch nach außen tragen und sich noch nicht einmal dessen schämen. Aussatz ist ja im Grunde eine Sichtbarmachung der Sünden wie etwa des Hochmuts oder der Geldgier (z.B. 4.Mo.12:10, 2.Kön.5:27, 2.Chr.26:19). Als Mose seine Hand in den Bausch seines Gewandes stecken sollte und sie aussätzig herauszog, wollte der HErr ihm zeigen, was alles noch an Sünde in ihm steckte (2.Mo.4:6). Und da tolerierte Sünde sich schnell in einer Gemeinde ausbreiten kann, soll der Sünder aus der Gemeinde ausgeschlossen werden (Ps.1:5, 2.Kor.5:12-13).

Während heutzutage viele Hurer und Rauschsüchtige in den Freikirchen toleriert werden, hat man die prophetischen Mahner vielerorts als unbequeme „Irrlehrer“ wie Aussätzige behandelt und aus den Gemeinden ausgeschlossen (Amos 7:12-15). Unser Pastor teilte mir z.B. gestern Abend mit, dass man überall hier in der Bremer evangelikal-pietistischen Szene vor mir warne: „Der Simon ist zwar ein sehr freundlicher und lieber Mensch, aber er hat so eine passive Streitsucht, indem er Unfrieden bringt. Er maßt sich ein prophetisches Amt an, indem er übergriffig auf Brüder zugeht, egal ob er gefragt oder nicht gefragt wird, und ihnen die Welt erklären will“. Ich entgegnete dem Bruder daraufhin, dass sich bisher niemand wirklich die Mühe machte, mir von der Bibel her nachzuweisen, dass ich ein Irrlehrer sei und erinnerte ihn daran, dass doch auch er sich seit kurzem dem plumpen und niveaulosen Vorwurf gefallen lassen müsse, dass er ein homophober Hetzer sei. Paulus schrieb: „Denn für dieses arbeiten wir und werden geschmäht, weil wir auf einen lebendigen Gott hoffen, der ein Erretter aller Menschen IST (nicht: „sein will“), besonders der Gläubigen“ (1.Tim.4:10).

Um festzustellen, ob es wirklich ein Aussatz ist, sollte der Priester die Hautveränderung besehen und nach den Beschreibungen in 3.Mose 13 bewerten. Heute in der Epoche von „Laodizea“, der „Volksgerechten“, maßt sich nahezu jeder Christ an, dem anderen einen Aussatz attestieren zu können, anstatt ihn dem himmlischen Priester Jesus Christus zur Begutachtung zu überlassen. Daher fällt es uns Gläubigen immer schwerer, würdige Seelsorger zu finden, denen wir den verborgenen Aussatz in unserem Leben bekennen können, um gemeinsam Gott um Heilung anzuflehen. In der katholischen Kirche gibt es ja bis heute noch das sog. Sakrament der Beichte vor einem ordinierten Priester. Aber eigentlich sollten alle Gläubigen heute Priester sein, um die Sündhaftigkeit eines Verhaltens feststellen zu können und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Aber leider geschieht das kaum. Dabei könnten wir so viel Heilung und Befreiung erleben, wenn wir unseren Aussatz nicht vor anderen Gläubigen verheimlichen müssten, sondern ihn offen bekennen würden! Die zehn Aussätzigen wurden schon allein in dem Moment geheilt, als sie sich aufmachten, um zum Priester zu gehen. Sie gingen dabei das Risiko ein, dass man sie ausschließen könnte, aber Gott belohnte ihren Gehorsam mit der endgültigen Heilung.

Persönliches Gebetsanliegen vom 01.05.2023

Vor zwei Wochen erfuhren wir durch meinen Zwillingsbruder Marcus, dass seine gläubige Ehefrau Christine wegen eines bösartigen Tumors nicht mehr lange zu leben habe. Leider hat Marcus selbst diese Nachricht schlecht verkraftet und verhielt sich in den Tagen danach äußerst auffällig. Zunächst hatte er nur Kreislaufprobleme und konnte nicht mehr arbeiten. Aber auf einmal wandelte er nur noch lethargisch in der Wohnung umher, so dass meine Schwester Diana und ich ihn vor 12 Tagen das erste Mal in die Psychiatrie brachten. Dort blieb er jedoch nur eine Nacht und wollte am nächsten Tag schon wieder nach Hause. In der darauffolgenden Woche verschlechterte sich seine Psychose immer mehr, so dass er am Ende völlig kataleptisch wurde, d.h. nicht mehr reagierte.

Letzten Mittwoch war Christine schließlich am Ende ihrer Kräfte und bat mich erneut, den Marcus in die Psychiatrie zu fahren.  Es war schlimm für mich, meinen Bruder in solch einem elenden Zustand zu sehen, indem er nur noch apathisch auf den Krankenhausfluren herumlief. Nur mit größter Anstrengung konnte ich ihn während der einstündigen Wartezeit von einer Flucht aus der Klinik abhalten, bis er schließlich per Gerichtsbeschluss entmündigt wurde und jetzt auf einer geschlossenen Station ist. Am Freitag teilte uns der Oberarzt mit, dass sich Marcus bisher geweigert habe, zu trinken und seine Medikamente einzunehmen, weshalb man überlege, ihn zu fixieren und künstlich zu ernähren. Aber durch viel Gebet gelang es nun, dass er seit gestern wieder isst und trinkt, wobei er noch immer kein Wort sagt, wenn man ihn etwas fragt. Die Unfähigkeit zu sprechen ist nach der Schrift ja auch eine Bestrafung, wenn man zuvor ggf. zu leichtfertig geredet hat (Luk.1:20-22, 2.Mo.4:11), und ich weiß, dass Marcus unbewusst mindestens schon zwei MORä´H-Urteile ausgesprochen hat, i.S.v. „Johannes Hartl und Erlo Steegen sind Diener des Teufels“. Sollte dies also eine Züchtigung des HErrn sein, dann ist es zugleich eine Warnung an alle Brüder, die in der Vergangenheit ähnlich leichtfertig über andere Christen geurteilt haben (Mat.5:22).

Trotz ihrer krebsbedingten Schmerzen geht seine Frau Christine sehr tapfer mit dieser Prüfung um und ist voller Vertrauen in Gottes Zusagen. Sie sagt, dass Gott durch diese Heimsuchung bei Marcus am Wirken sei, um ihn nicht nur seelisch, sondern aus geistlich zurechtzubringen. Da er schon einmal vor knapp 30 Jahren unter psychotischen Anfällen litt, von denen er jedes Mal durch viel Gebet wieder frei wurde, besteht die große Hoffnung, dass der HErr ihn auch diesmal wieder ganz gesund machen wird, wenn wir alle gemeinsam für ihn beten.

Seid dem HErrn Jesus Christus anbefohlen, Euer Bruder

Simon

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