"Und ER ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, ein Morgen ohne Wolken: von ihrem Glanze nach dem Regen sproßt das Grün aus der Erde."

(2. Sam. 23:4)

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„Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe.
Laßt uns nun die Werke der Finsternis ablegen
und die Waffen des Lichts anziehen.“ (Röm.13:12)

Aktuelles

Der tolerierte Genderismus unter Gläubigen               (Teil 2)

Die Schändung der Männer

Der heute eher veraltet klingende Begriff »Schande« bezieht sich nicht nur auf das eigene Empfinden (dann wäre es »Scham«), sondern auch auf das geringschätzende oder gar verachtende Ansehen bei anderen. Denn jemand kann sich schändlich benehmen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Da wir heute in einer Zeit leben, in welcher die Menschen zunehmend ihr natürliches Schamgefühl abgestumpft oder gar ganz verloren haben, ist es umso wichtiger, festzuhalten, dass uns das Wort Gottes zeitlich unabhängige Maßstäbe für Scham und Schande gibt. Diese sollten wir uns klugerweise zu Eigen machen, wenn wir Kinder Gottes sind, die ihrem himmlischen Vater gefallen wollen (Röm.12:2). Wir hatten ja im ersten Teil bereits gesehen, dass Dinge, die in Gottes Augen ein »Gräuel« sind, auch in unseren Augen ein Gräuel sein sollten.

Das Wort »Schändung« wird heutzutage hauptsächlich nur bei Vergewaltigungen von Frauen oder Kindern gebraucht (»Kinderschänder«), denn Männer lassen sich ja eher nicht missbrauchen, da sie in der Regel die Stärkeren sind. Anders verhält es sich jedoch, wenn ihre Wahrnehmung getrübt ist, so dass sie durch bestimmte weibliche Einflüsse in ihrem Willen außer Gefecht gesetzt wurden, sei es z.B. durch Alkohol (1.Mo.19:31-36) oder durch Betörung (Richt.16:15-19). Die Geschichte von Simson und Delila steht heute beispielhaft dafür, wie sehr Brüder durch den Einfluss von Frauen ihre Verantwortung vor Gott vergessen und in der Folge ihre geistliche Kraft verlieren, so dass der Feind sie überwältigen kann. Und so wie Simson, müssen viele Männer heute nach der Pfeife des Feindes tanzen, nachdem sie in ihrer geistigen Sehkraft getrübt wurden (Ri.16:21-25).

Die Schändung der Männer geschieht immer durch mangelnde Wachsamkeit, sowohl im Natürlichen wie auch im Geistlichen. Mein Vater erzählte mir mal, dass er als Krankenpfleger während einer Nachtschicht auf der psychiatrischen Station eingenickt war. Heimlich schlich sich eine Patientin ins Dienstzimmer und schnitt ihm aus Spaß die Hälfte seines Bartes ab. Als er es später bemerkte, schnitt er sich schnell den ganzen Bart ab, weil es ihm peinlich war, mit einem halben Bart gesehen zu werden. Einige Kollegen reagierten am nächsten Morgen überrascht, meinen Vater ohne Bart zu sehen und sagten: »Na Georg, öfter mal was Neues

Auch in der Bibel lesen wir ja, wie Hanun, der König der Ammoniter, den Knechten Davids die Hälfte ihrer Bärte und Obergewänder abschnitt, um sie zu demütigen (2.Sam.10:4). Sie schämten sich dafür so sehr, dass sie gerne das Angebot Davids annahmen, so lange in Jericho bleiben zu dürfen, bis ihr Bart wieder lang genug war, um sich unter die Leute zu wagen (V.4). Die Möglichkeit, sich einfach zu rasieren, wurde von ihnen nicht einmal in Erwägung gezogen, wohl deshalb, weil alle sie verspottet hätten, da sie aussähen wie Frauen. Heute hingegen schämt sich kein Gläubiger mehr, wenn er im Gesicht »splitternackt« ist. Vielmehr galt es seit etwa 100 Jahren sogar als »anständig«, wenn man sich den von Gott gewollten Bartwuchs regelmäßig sofort wieder wegnimmt, so als ob man Gottes Geschenk von sich weist. Andere lassen sich zwar einen Bart stehen, aber begradigen diesen entsprechend der Mode, indem sie sich die Haare am Hals wegrasieren trotz des Verbots in 3.Mos.19:27, so als ob man das Werk Gottes korrigieren müsse. Heute könnte man auch keinen Mann mehr damit demütigen, indem man ihm die Hose bis zum Gesäß wegschneiden würde, denn sie laufen sogar freiwillig mit solchen Shorts herum.

Die größte Schändung der Männer, die Satan in den letzten 100 Jahren gelungen ist, ist die der gläubigen Männer durch ihre gläubigen Ehefrauen, indem sie lt. 1.Kor.11:5-6 symbolisch eine unbiblische Gleichstellung von Mann und Frau bekennen durch ihre Weigerung, beim Gebet oder beim prophetischen Reden eine Kopfbedeckung zu tragen. Symbole haben in der Welt der Engel und Geister eine starke spirituelle Wirkung, da es sich um Darstellungen von geistlichen Wahrheiten oder Lügen handelt. Ein umgedrehtes Kreuz bedeutet z.B. im Satanismus eine Verachtung des Erlösungswerks Christi, und kaum ein Christ würde sich deshalb wohl ein umgedrehtes Kreuz an den Hals hängen. Bei unbekannten Symbolen ist die Wirkung jedoch nicht deshalb geringer, nur der Träger man nichts davon wusste.

 

Die Haupt-Schändung

In 1.Kor.11:1—6 lesen wir: »1 Werdet meine Nachahmer, so wie auch ich Christi ⟨Nachahmer bin⟩! 2 Ich lobe euch aber, dass ihr in allem meiner gedenkt und die Überlieferungen/ w.: ⟨über⟩gebenen–An⟨weis⟩ungen  (s. 2.Thess.2:15 u. 3:6), so wie ich sie euch überliefert habe (w.: ⟨als ⟩An⟨weisung⟩ ⟨über⟩geben habe), festhaltet. 3 Ich will aber, dass ihr wisst, dass der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, das Haupt der Frau aber der Mann, des Christus Haupt aber Gott. 4 Jeder Mann, der betet (d.h. zu Gott hin redet) oder prophet⟨isch red⟩et (d.h. von Gott her redet) und dabei etwas auf dem Haupt(Kopf) hat, entehrt [w.: schändet/ ⟨be⟩schämt-⟨in grundlegender ⟩Beziehung] sein Haupt (d.h. seinen eigenen Kopf u. zugleich Christus, sein Haupt). 5 Jede Frau aber, die mit nicht-angemessen-verhülltem Haupt betet oder prophetisch redet, entehrt [w.: schändet/beschämt_⟨in grundlegender Beziehung⟩] ihr Haupt (d.h. ihren eigenen Kopf u. zugleich ihr Haupt, ihren Mann); denn sie ist ein und dasselbe wie die Kahl-Geschorene /Rasierte. 6 Denn wenn eine Frau sich nicht angemessen-verhüllt, so lasse sie sich auch kahlscheren; wenn es aber für eine Frau schändlich/hässlich ist, dass ihr das Haar abgeschnitten oder kahlgeschoren wird, so soll sie sich angemessen-verhüllen« (EÜ, verfeinert).

  • Eine »kulturbedingte« Überlieferung?

    Bei den Überlieferungen (gr. PARA‘ DOSIS = ⟨über⟩­gebene-An⟨weis⟩ung, w.: Bei-gabe) handelt es sich nicht um irgend eine menschliche Tradition, die Paulus den Korinthern aus kultureller Rücksichtnahme aufbürdet,  sondern um eine vom HErrn »übergebene Anweisung«, die er an die Korinther und damit auch an uns weitergegeben hat, um sie zu befolgen. Er lobt sie nun, dass sie diesen Anweisungen gegenüber nicht etwa gleichgültig, skeptisch oder gar feindselig eingestellt waren, sondern sie diese im Gegenteil treu und sicher »festhielten«, sich also nicht nur daran erinnerten, sondern darauf beharrten trotz aller Widerstände. In Mt.21:38 wird dieses Wort KAT‘ ÄChOo auch mit »in Besitz nehmen« übersetzt. Wichtig ist auch der Nachdruck, den Paulus durch das »so-wie« ausdrückt, also ein Gehorsam ohne Abänderung aufgrund einer theologischen, soziologischen oder kulturellen Interpretation, wie sie heute gerne geübt werden, um sie als zeitbedingt wegzuinterpretieren, so als ob es sich um eine zeitbedingte Privatmeinung von Paulus gehandelt habe. Paulus konnte von sich behaupten, dass er ein »Nachahmer« (gr. MIMET´ES) Christi« sei und fordert immer wieder die Gemeinden auf, Gott und Christus in Worten und Taten nachzuahmen (1.Kor.4:16, Eph.5:1, 1.Thes.1:6, 2:14, Hebr.6:12). Wie können wir es dann heute wagen, diese Überlieferungen einfach für ungültig zu erklären und sie loszulassen?! Sicherlich sollen wir nicht menschlichen Überlieferungen blind folgen und sie erst recht nicht an die Stelle der Gebote Gottes setzen (Kol.2:8, Mt.15:2-6, Mark.7:3-13), aber an den apostolischen Überlieferungen (1.Kor.11:2; 2.Thess. 2:15; 3:6) sollen wir unbedingt, auch gegen übertreibende oder widerstehende Kräfte⟩ ⟨fest halten (KAT-ÄChOo) und sie ⟨mit ⟩Macht⟨ durchsetz⟩en (gr.: KRATÄOo, von KRA´TOS, Macht) (2.Thess. 2:15), sogar durch Gemeindezucht (2.Thess. 3:6.14-15). Zu diesen Überlieferungen zählt übrigens auch die Lehre von der Auferstehung (»ich habe euch zuerst überliefert, was ich auch empfangen habe…« 1.Kor.15:3-5) und die Lehre vom Abendmahl (»ich habe von dem HErrn empfangen, was ich euch auch überliefert habe…« 1.Kor.11:23-24). Mit welchem Recht besteht man auf einer zeit- und kulturunabhängigen Auslegung von 1.Kor.11:23ff und 1.Kor.15, während man die Überlieferung in 1.Kor.11:1-16 willkürlich als kulturabhängig behauptet?!

  • Die göttliche Rangordnung

    Keine Regierung, keine Verwaltung oder Militär oder Wirtschaftsunternehmen könnte ohne eine ordnende Hierarchie überhaupt funktionieren. Ob es nun Anträge von unten nach oben oder Anweisungen von oben nach unten sind, immer muss der notwendige Dienstweg eingehalten werden, damit kein Chaos ausbricht. Ein Beispiel: Wenn ich als Chef auf eine Baustelle komme, dann lasse ich mir selbstverständlich von meinem Vorarbeiter Bericht erstatten und bespreche mit ihm die neuesten Vorgaben vom Kunden. Die Lehrlinge brauchen dies nicht wissen, weil sie es schon noch früh genug vom Gesellen erfahren werden. Würde ich aber einem Lehrling direkt eine Anweisung erteilen, würde sich der Vorarbeiter, der dem Lehrling kurz zuvor eine ganz andere Aufgabe erteilt hatte, missachtet fühlen, weil ich ihn in den Augen des Lehrlings und der anderen Mitarbeiter „beschämt/ geschändet“ und damit seine Autorität untergraben hätte. Ebenso darf ich einem Lehrling nicht erlauben, sich über betriebliche Abläufe bei mir zu beschweren, weil ich dadurch den Plan und Ratschluss des übergangenen Gesellen in Frage stellen würde. Stattdessen muss ich den Lehrling dazu auffordern, sich strikt an die Weisungen des Gesellen zu halten, da ich ihn für die kompetentere Person halte. Dadurch lernen die Lehrlinge, dass sie nicht den einen gegen den anderen ausspielen können.

    Dieses Ordnungsprinzip finden wir überall in Gottes Schöpfung, z.B. auch bei Löwen, Gorillas und Elefanten. Und Gott hat diese Rangordnung auch für die Menschen festgelegt. Auch Paulus beruft sich deshalb auf die Natur als Zeugen, um den Korinthern diese selbstverständlichen Sachverhalte zu veranschaulichen. Er wollte, dass sie es »wissen«, d.h. »einsehen« (gr. OI´DA).  Übrigens wird eine andere Form desselben Wortstammes in vielen anderen Stellen mit »sehen« übersetzt (z.B.1.Kor.2:9, Apg.26:13,16). Als der Kommunismus vor 30 Jahren zusammenbrach, konnte die ganze Welt sehen und einsehen, dass das Dogma der Gleichheit aller Menschen nicht funktionieren kann. Damals waren scheinbar alle gleich, aber »einige waren eben gleicher« (G. Orwell). Aufgrund meiner sozialdemokratischen Prägung glaubte auch ich an die Gleichheit aller Menschen und wollte dieses humanistische Dogma auch bei meiner Firmengründung vor 20 Jahren anwenden. Meinen Lehrlingen bot ich deshalb von Anfang an das Du an und erlaubte ihnen sogar, mich zu kritisieren, da ich ja auch dieses Recht für mich beanspruchte, nach dem Motto: Gleiches Recht für alle!

    Dieser unkonventionelle, antiautoritäre Führungsstil führte dazu, dass ich 2004 von der Bundesbildungsministerin als »Bester Ausbildungsbetrieb  Deutschlands« ausgezeichnet wurde. Eine Redakteurin der Handwerkszeitung, die uns damals besuchte, schrieb: »In dieser Firma kann man nicht erkennen, wer hier eigentlich der Chef ist«. Doch schon bald brach das Chaos in meiner Firma aus: Ein Lehrling schnitt z.B. in meiner Werkstatt einen Tresor auf, den er zuvor bei einem Kunden gestohlen hatte. Auch fuhr er später heimlich mit meinem Transporter nach Hause und setzte ihn in Brand. Ein anderer Lehrling wurde auf einer Baustelle von der Polizei verhaftet und wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen angeklagt. Ein weiterer verprügelte während der Arbeit seinen Kollegen krankenhausreif. Auch habe ich mir über Jahre rotzfreche Bemerkungen von diesen Lehrlingen gefallen lassen, und fand es sogar noch witzig und kreativ – bis Gott mir 2014 endlich die Augen öffnete, dass es so nicht weitergehen könne.

    Auch in meiner Ehe war ich jahrelang stolz darauf, ein »moderner Mann« zu sein, der seiner Frau als gleichberechtigten Partner alle Freiheit zugestand. Um Streit zu vermeiden, gab ich ihr einfach in allem Recht und überließ ihr die meisten Entscheidungen. Es dauerte nicht lange, da musste ich in Deckung gehen, wenn meine Frau mich mit einem Teller Essen bewarf oder aus Wut sich einschloss, um zwei Tage lang nicht mehr mit mir zu reden. Im Nachhinein ist mir klar, dass ich selbst schuld daran war, dass meine Frau solch ein starkes Temperament entwickelte, denn ich selbst hatte sie ja dazu erzogen. Wenn man Gottes Ordnungen einfach ignoriert, dann stellt der Teufel alles auf den Kopf mithilfe der »Narrheit der Frauen« (Spr.14:1). Weil sich Mose wahrscheinlich nicht durchsetzen konnte gegen-über seiner Frau Zippora, wäre er wahrscheinlich beinahe gestorben, weil sie sich geweigert hatte, ihren Sohn beschneiden zu lassen. Dies geht zwar nicht direkt aber indirekt aus dem Text in 2.Mo 4:24-25 hervor.

    Dem Teufel ist die göttliche Schöpfungsordnung von Anfang an ein Dorn im Auge gewesen. Aber erst in den letzten 100 Jahren ist es ihm gelungen, die Männer zu entmündigen und flächendeckend unter die heimliche Vormundschaft ihrer Frauen zu bringen. Ich erinnere mich noch an die Parodie »Die Wüstensöhne« (1933), in welcher Stan Laurel und Oliver Hardy sich von ihren herrischen Ehefrauen die Erlaubnis erbetteln müssen, an dem Jahrestreffen ihrer Loge teilzunehmen. In dem Film kommt Stans Frau mit langer Flinte in der Hand gerade von der Entenjagd nach Hause, während Ollies Frau, ein streitsüchtiger Hausdrache, ihm die Teilnahme untersagt und ihn mit Geschirr und Töpfen bewirft. Die Rollen sind also völlig vertauscht, und die Männer zur erbärmlichen Lachnummer verkommen.

  • Beten oder prophetisch Reden

    Gott hat in der Regel nie direkt vom Himmel her zu allen Menschen geredet, sondern Er gebrauchte dafür schon immer Verkünder Seiner Botschaft, nämlich die Propheten (Amos 3:7). Anders herum waren die Propheten zugleich Überbringer der Anliegen des Volkes und taten Fürbitte (1.Mo18:23-33; 1.Sam.7:5, 12:19+23, Jer.7:16,usw.). Die Menschen gingen zu den Propheten, »um Gott zu befragen« (2.Mo.18:15, 1.Sam.9:9, 2.Kön.22:18, Jer. 37:7). Im Neuen Bund hat der HErr Jesus in Seiner Person diese Mittlerrolle noch völliger übernommen. »Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat Er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn… welcher der Abglanz Seiner Herrlichkeit und der Abdruck Seines Wesens ist…« (Hebr.1:1+3a). Der HErr Jesus ist mit dem Vater wesensgleich (Joh.10:30). Er ist der »geliebte Sohn«, an dem Gott Wohlgefallen hat (Mt.3:17, 12:18, 17:5), und durch Ihn dürfen wir heute Gott direkt nahen, »indem Er immerdar lebt, um sich für uns zu verwenden« (Hebr.7:25). »Durch Ihn haben wir beide den Zugang durch einen Geist zu dem Vater« (Eph.2:18). In Seinem Namen dürfen wir uns sogar direkt zum Vater wenden, weil Er uns dazu bevollmächtigt hat (Joh.14:13, 15:16, 16:23+26).

    Laut 1.Mo.1:27 und 1.Mo.5:1-2 hat Gott beide, Mann und Frau, im Bild Gottes erschaffen. Aber weil der Mann das (verantwortliche) Haupt der Frau ist, soll nur er als Bild und Bewährtheitsbestätigung Gottes dies an seinem Kopf sichtbar darstellen. Weil das hier erstmalig in der Bibel steht, gilt das erst für die Teilhaber des Neuen Bundes, also noch nicht für die Juden, die noch nicht an Christus glauben. Diese neutestamentliche Ordnung zeigt, wie überaus groß die Verantwortlichkeit des Mannes vor Gott ist, viel größer als die der Frau. Seine Frau preiszugeben, um das eigene Leben zu schützen, wie es im Alten Bund vorkam (Ri.19:24-25) und im Heidentum nicht selten ist (indem man z.B. die Frauen der Gefahr aussetzt, beim Wasserholen von Krokodilen gefressen zu werden), ist im Neuen Bund nicht verantwortbar. Durch das Fehlen eines Vollmachtszeichens auf seinem Haupt beim Sprechen zu Gott und von Gott her stellt der Mann sichtbar dar, dass Gott die höchste Autorität ist und keine andere Autorität über sich hat. Dies hat sich als allgemeine Sitte in den christlichen Nationen durchgesetzt, und wurde dann auch weltweit gültig (nur orthodoxe Priester bzw. römisch-katholische Kardinäle und heutige Jugendliche halten sich nicht immer daran). Übrigens: Würde es sich bei der Bedeckung um langes Haar handeln, was ja einige glauben, dann müssten die Männer ja jedes Mal vor dem Beten oder prophetischen Reden ihre langen Haare scheren.

    Da der Mann das Haupt der Frau ist, darf die Frau normalerweise nicht ohne Erlaubnis ihres Mannes zu Gott bzw. Christus beten oder prophetisch etwas von Gott übermitteln. Wenn sie es dennoch tut, dann schädigt sie das Ansehen ihres Mannes vor der unsichtbaren Welt, weil sie – gewollt oder ungewollt – seine Hauptschaft nicht würdigt, sondern missachtet. Für eine Frau wäre es jedoch sehr umständlich, wenn sie jedes Mal zum Gebet ihren Mann um Erlaubnis bitten müsste. Deshalb hat Gott die Kopfbedeckung vorgesehen als Zeichen der Anerkennung der Manneshauptschaft, vergleichbar einer Bevollmächtigung durch den Mann, dass er grundsätzlich immer seine Zustimmung erteilt. Man muss ja auch bedenken, dass die Satansengel, die immer auf der Lauer liegen, um einen Grund zur Klage vor Gott zu finden, eine gläubige Frau jedesmal vor Gott verklagen und ihren Mann als geschändet vor Ihm verlästern, wenn sie ihren Kopf beim Beten nicht bedeckt hat. Selbstverständlich werden sie das aber auch dann tun, wenn die Frau zwar ihr Haupt bedeckt, aber man durch ihre Worte oder ihr Verhalten erkennen kann, dass sie ihren Mann nicht als Haupt respektiert.

  • Schutz vor falscher Anklage

    Es gibt auch heute noch viele Schwestern, die alle Ordnungen Gottes gern befolgen wollen, wenn es die anderen Schwestern auch tun. Aber allein das tun, was die meisten anderen für überholt und nicht mehr gültig halten, fällt ihnen zu schwer, weil sie auch selbst nicht sicher sind, ob es heute noch gilt, wenn fast alle anderen das bestreiten. Hier beginnt die Verantwortung der Männer, das Wort Gottes klar zu lehren und verständlich zu machen, allen voran die Verantwortungsträger der Gemeinde. Sie, die Bild und Bewährtheitsdarstellung Gottes im Sichtbaren sein sollen, wird Gott zu allererst dafür verantwortlich machen, so wie Gott Adam als Hauptverantwortlichen für den Sündenfall zur Rechenschaft zog und sein Arbeitsgebiet verfluchte (Evas Arbeitsgebiet, ihre Kinder, hat Gott zwar mit Schwierigkeiten und Nöten belastet, aber nicht verflucht). Hätte Adam nicht schon vorher versagt, wäre es nicht zum Bruch des Gebots durch Eva gekommen und er wäre dann auch nicht zum Mittäter verführt worden.

    Es gilt bei Gott: So wie ein Mensch, der ohne Erlaubnis (oder ohne Notfall) seinen Untergebenen oder Vorgesetzten übergeht, sowohl den Untergebenen oder Vorgesetzten als auch sich selbst in Schande vor der Umwelt bringt, so bringt eine Frau sowohl ihr Haupt, ihren Mann, als auch ihren eigenen Kopf, d.h. sich selbst in Schande vor den Engeln. Die gotttreuen Engel schämen sich darüber und wenden sich schweigend ab, während die Satansengel mit hämischer Freude immer wieder die Schändlichkeit der Frau und ihres Mannes im Himmel vorbringen und betonen. Gott sieht zwar ins Herz der Frau und weiß sehr wohl, dass sie gar keine Schändungsabsicht im Sinn hat, aber die eingeklagte Schändung gilt auch bei Ihm: »den Rat Seiner Engel/ Beauftragten lässt Er vollführen« (Jes.44:26).

    So wie der Satan die reinen Motive im Herzen Hiobs, die Er in Hiob 31 ausspricht, nicht erkannte, sondern ihm egoistischen Eigennutz als Grundmotiv all seines Handelns unterstellte (Hi.1:10-11, 2:4-5), so unterstellen die Satansengel der betenden Frau Missachtung ihres Mannes, wenn es nicht durch das von Gott gebotene Bevollmächtigungszeichen auf ihrem Kopf legitimiert ist.

    Lange Haare sind eine Ehre für die Frau (V.15), deshalb sollten schon Mädchen so erzogen werden, dass sie stolz darauf sind und sich nicht von ihren ungläubigen Mitschülern beeinflussen lassen.  »Siehe, du bist schön, meine Freundin… Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, die an den Abhängen des Gebirges Gilead lagern… und das herabwallende Haar deines Hauptes wie Purpur, ein König ist gefesselt durch deine Locken!« (Hoh.4:1, 7:5). Männer hingegen sollten sich eigentlich schämen, mit langen Haaren herum zu laufen, denn sie sehen dadurch aus wie Frauen. Der »Nasir« in 4.Mose 6 bildet hier eine Ausnahme, da er durch sein Nasir-Gelübde vorübergehendend zum Ausdruck bringen möchte, dass er aus Liebe zu Gott freiwillig auf die Annehmlichkeiten des Lebens verzichten will/kann. Zu diesen Annehmlichkeiten gehört auch, dass man sich als Mann mit kurzen Haaren vor anderen nicht blamieren kann, da sie manntypisch sind. Auch der HErr Jesus hatte keine langen Haare, auch wenn dies in Jesus-Filmen immer wieder so dargestellt wird. Er war zwar Nazarener aber kein Nasir.


    Eine Bevollmächtigung wegen der Engel

    In 1.Kor.11:10 heißt es wörtlich: »10 Darum ist die Frau verpflichtet / schuldet die Frau ⟨ein⟩ Vollmacht⟨szeichen⟩/ Bevollmächtigungszeichenw.: Erlaubtsein auf dem Haupt zu haben wegen der Engel«. Das griech. Wort ÄXOUSI’A ist abgeleitet von Ä´X-ÄIMI (abstammen, w.: »aus–⟨etwas o. jemandem⟩–sein«) und kommt im NT nur in der unpersönlichen Form als Ä´XˑÄSTIN vor, d.h. »es ist erlaubt« (w. es–ist–aus⟨führbar⟩). Demnach kann man ÄXOUSI’A auch mit Autorität, Vollmacht oder Rechtsbefugnis übersetzen. Es ist jedoch zu unterscheiden von KRA’TOS (Macht, ⟨Lenkungs- und Kontroll-⟩Gewalt) und meint nirgends Freiheit und Macht im unbeschränkten Sinn, sondern immer mit beschränktem Sinn verliehene, abhängige, rechenschaftspflichtige oder rechtsgebundene Vollmacht. Selbst Christus hatte keine unbeschränkte Vollmacht verliehen bekommen, sondern eine zweckgebundene (Mt.9:6+8, 21:23-27, 28:18, Joh.5:27, 10:18, 17:2, Offb. 12:10). Ja, sogar dort, wo sich diese Vollmacht auf Gott selbst bezieht (Lk.12:5, Apg.1:7, Jud.25, Of.16:9), meint es nicht eine total willkürliche und unabhängige Verfügungsgewalt, sondern das an die göttliche Gerechtigkeit und das göttliche Recht gebundene Verfügungsrecht Gottes, auf denen nach Ps.89:15 der Thron Gottes gegründet ist.

    Die Kopfbedeckung der Frau ist also ein Zeichen von verliehener Vollmacht und Würde und nicht etwa ein »Mal der Schuld und Schande«, wie es z.T. moderne Theologen deuten. Auch ein Polizist gibt durch seine Uniform und insbesondere durch seine Dienstmütze zu erkennen, dass er kraft der ihm vom Staat verliehenen Vollmacht zur Gewaltausübung befugt ist. Wäre er aber in Zivil und hätte auch seinen Dienstausweis nicht dabei, dann hätte er keinerlei Legitimation, um irgendeinen Rechtsakt auszuüben. Und genauso verhält es sich auch bei den gläubigen Frauen: Erst durch die Kopfbedeckung beweisen sie ihre Legitimation und Bevollmächtigung zum Beten und prophetischen Reden vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt, indem sie dadurch bezeugen, dass sie keineswegs die Stellung ihres Mannes vor Gott und vor Menschen einnehmen oder infrage stellen möchten. Sich nur auf seine Herzenshaltung zu berufen, genügt Gott nicht. Es würde ja z.B. auch nicht ausreichen, wenn ich einer Politesse versichere, dass mein Wagen die Schadstoffklasse 4 einhält, sondern ich muss das in jedem Fall auch durch einen vorgeschrieben Aufkleber an der Windschutzscheibe erweisen.

    Die Engel »sind alle dienstbare Geister, die ausgesandt wurden zum Dienst um derer willen, welche die Rettung ererben sollen« (Hebr.1:14). Dazu gehören auch die Satansengel, denn wie schon zuvor erwähnt, überwachen sie uns und ihnen soll durch den Gehorsam der Gemeinde »die vielfachmannigfaltige Weisheit Gottes (d.h. Christus Spr.8:1-9, 1.Kor.1:24, 30, Kol.2:3) ⟨zuerkennengegeben-werden« (Eph.3:10, 1.Pet.1:12). Die Engel gehören auch zum Kosmos, den zu erretten der HErr gekommen ist (Joh.3:17, 12:47, 1.Tim.1:15), denn in 1.Kor.4:9 sagt Paulus: »Wir sind der Welt (gr. KO´SMOS) ein Schauspiel geworden, sowohl Engeln als Menschen«. Auch die Engel fielen in Sünde (Hes28:15-16; Ps.82:1-7, 2.Petr.2:4), aber der HErr kam, »zu suchen und zu erretten, was verloren ist« (Luk.19:10). Die gottestreuen Engel sind unsere Brüder und Mitknechte (Offb.12:10, 19:10, 22:9), die sich mit uns über jeden Sünder freuen, der Buße tut (Luk.15:7). Die Engel werden auch mehrfach »Söhne Gottes« genannt (1.Mos.6:2+4, Hi.1:6, 2:1, 38:7, Psalm 82, Luk.20:36, Röm.8:14+19). Deshalb ist es völlig unbiblisch, wenn es in einem unserer Lieder heißt: »Die Engel sind erhoben, zu dienen und zu loben, doch Söhne sind sie nicht (!?); kein Sünd‘ hat sie gekettet, kein hoher Preis gerettet (?!), kein Arm geführt aus Nacht zum Licht« (Carl Brockhaus 1822-1899).

    Weil es nun in 1.Kor.11:10 heißt: »…wegen der Engel«, glauben viele, dass vom unbedeckten Haar der Frau ein sexueller Reiz auf die Engel, die die Frau beim Beten oder prophetischen Reden beobachten, ausgeht. Dieser Irrtum wird gestützt durch die Übersetzung von 1.Mo.6:2 »da sahen die Söhne Gottes die Töchter der Menschen, dass sie schön waren«. Es steht hier aber nicht »schön« (hebr. JaPhä´H), sondern »gut« (hebr. ThoBh): »dass sie gut waren«. (Nur »gut von Aussehen« oder »gut von sichtbarer⟨ Gestalt⟩« hat die Bedeutung »schön«). »Gute« Frauen sind für Satan das Gefährlichste, was es auf Erden gibt, weil sie »Samen der Frau« hervorbringen, der dem »Samen der Schlange das Haupt schnappt/ die Haupt⟨schaft⟩ ⟨weg⟩schnappt« (1.Mo.3:15). Nach Aussage des HErrn haben Engel prinzipiell kein geschlechtliches Empfinden (Mt.22:30/ Mk.12:25/ Lk.20:35-36). Wenn Dämonen dämonisch Besessene geschlechtlich bedrängen oder vergewaltigen, dann tun sie das ausschließlich aus eiskalter Bosheit. Sie hüten sich aber davor, dabei ein Kind zu zeugen, weil sie sonst ebenfalls wie die in 1.Mo.6:2 genannten Engel in Dunkelhaft auf ihr Gericht warten müssten (2.Petr.2:4, Judas 6). Es geht hier vielmehr darum, dass die Engel das hörbare oder nur gedachte Sprechen oder Singen der Frauen von Gott her oder zu Ihm hin wahrnehmen und beurteilen (Pred.10:20), wobei das Vorhandensein oder Fehlen des Bevollmächtigungszeichens auf dem Haupt der Frau von größter Bedeutung ist. Jeder Gläubige hat seinen ihm von Gott persönlich zugeordneten Engel (kein Satansengel), der auf ihn achtgibt und dafür sorgt, dass ihm nichts zustößt, was nicht vor Gott genehmigt wurde (Ps.91:11, Mt.18:10, Apg.12:15). Aber darüber hinaus werden wir auch von den Satansengeln ständig beobachtet und z.T. attackiert (2.Kor.12:7, Eph.6:12+16). Diese Geister belauschen uns, was wir im Verborgenen plaudern oder denken und bringen es zur Anklage vor Gott (Offb.12:10). Dabei unterstellen sie uns böse Absichten und nötigen Gott, uns zu testen (Hi.1:9-11, 1.Chr.21:1).


    Der Appell an unser Urteilsvermögen

    »13 Urteilt ⟨aufgrund des zuvor Gesagten⟩ bei euch selbst: Ist es anständig, dass eine Frau nicht–angemessen–verhüllt zu Gott betet?«.

    Die von Paulus dargelegte Begründung für die Kopfbedeckung aufgrund der Rangordnung Gott – Christus – Mann – Frau (V. 3) ist sogar für einen natürlichen Menschen ohne Hl. Geist einsehbar und verständlich. Davon ausgehend kann Paulus an das natürliche Urteilsvermögen und Anstandsempfinden der Korinther und zugleich an das unsere appellieren, wie es der HErr ähnlich in Luk.12:57 getan hatte. Selbstverständlich kann solch ein »Urteilen« nicht willkürlich dem Gutdünken des einzelnen überlassen sein, sondern es kann sich immer nur am Maßstab des Wortes Gottes messen lassen. Prüfen bedeutet ja nicht, eine Aussage mit seiner bisherigen Meinung zu vergleichen, denn diese könnte ja auch irgendwann mal aus oberflächlicher Betrachtung oder falschen Gefühlen entstanden sein. Ebenso wenig sollte das, was heute von der Mehrheit der Christen allgemein noch als »Anstand« behauptet wird, für uns maßgeblich sein, denn wir leben in der Endzeit, wo ein Großteil der Christen bereits unbemerkt von der Glaubenstreue Abstand genommen hat und sich vom Zeitgeist leiten lässt. »in⟨folge ihrer⟩ ⟨Hinter⟩list, ⟨die⟩ zu dem methodischenVorgehen/ Annehm⟩en des Irrtums/ der Irr⟨eführ⟩ung des Teufels ⟨hinführen will⟩, also ein »⟨planmäßigesMitgehen⟩_⟨desWegesdes Irrtums«). Der Irrtumsweg hat also Methode und ist kein Zufall. »Gott hat den Menschen aufrichtig geschaffen, sie aber suchten viele Künste (w. Konstruktionen)« (Pred.7:29). So wie derjenige, der aufrichtig den Willen Gottes tun will, auch Erkenntnis erlangt (Joh.7:17), so wird auch jeder, dem die Lehre der Bibel zuwider ist, fündig werden bei der Suche nach künstlichen Ausflüchten.

    Eine der aus einer Antihaltung geborenen Auslegungen zu dem Thema ist die sog. »Zitat-Theorie«. Sie wurde erstmals von einem gewissen John Lightfoot (übersetzt: Leichtfuß) im Jahre 1675 erfunden und wurde im Jahre 1993 noch einmal neu entdeckt durch den Theologieprofessor Thomas Schirrmacher in seinem Buch »Paulus im Kampf gegen den Schleier«. Durch diese Lehre werden die einfachen und klar verständlichen Belehrungen von Paulus in den Versen 2-10 einfach in ihr Gegenteil verkehrt, indem behauptet wird, dass Paulus angeblich aus einem Brief der Korinther zitiert, um dann deren Aussagen in den Versen 11-16 zu widerlegen. Wenn das stimmen würde, dann müsste man von einer unvorstellbaren Fahrlässigkeit von Paulus und damit des Heiligen Geistes ausgehen, denn immerhin hat die gesamte Gemeinde bis weit ins 19. Jahrhundert die Kopfbedeckungsordnung als gültige biblische Ordnung praktiziert, und auch heute halten die bewusst bibeltreuen Teile der Christenheit weltweit daran fest.

    Man muss dabei bedenken, dass der 1.Korintherbrief  (wie auch die meisten Paulusbriefe) nicht nur von den Korinthern gelesen werden sollte, sondern auch von »allen, die an jedem Ort den Namen unseres HErrn Jesus Christus anrufen« (1.Kor.1:2), denn die anderen Adressaten konnten ja gar nicht wissen, was die Korinther dem Paulus zuvor geschrieben hatten und dies deshalb als Zitat erkennen. Zudem fehlt hier auch jede Kennzeichnung als Zitat, wie es Paulus sonst entsprechend kenntlich machte (1.Kor.7:1, 8:1). Ferner würde der HErr die Urgemeinde wohl kaum gelobt haben in Offb.2:2 für ihre kritisch wachsame Haltung, wenn sie schon so früh einem solch törichten, angeblichen »Missverständnis« aufgesessen wäre, das ihren Status als »Säule und Sitzfeste der Wahrheit« fragwürdig erscheinen ließe (1.Tim.3:15). Ja, sogar die Festlegung der als inspiriert geltenden Schriften des NT im Jahre 382 n.Chr. wäre grober Leichtsinn, wenn man davon ausgehen müsste, dass schon zu einem so frühen Zeitpunkt die Gemeinde derart schlafmützig war.

    Die Zitat-Theorie ist ein weiterer Versuch, statt auf bibelkritischer auf bibeltreuer Grundlage sich von einer als unangenehm empfundenen biblischen Ordnung zu befreien. Dabei wird unbewusst eine Geringschätzung der früheren Gemeinde deutlich, wie sie auch durch die Kritik des HErrn Jesus an Laodizea deutlich wird: »Weil du sagst: „Ich bin reich und bin reich geworden und bedarf nichts“…« (Offb.3:17). Wenn auch solche Brüder wie Thomas Schirrmacher es nicht beabsichtigt haben, so greift die Zitat-Theorie auf ganz unscheinbare Weise die Grundlagen des Glaubens an und ist damit noch viel gefährlicher als die historisch-kritische Methode, die dies sogar noch viel ehrlicher und unverhohlener tut.


    Die Natur als Lehrmeister

    »14 Und lehrt euch nicht selbst die Natur, dass, wenn ein Mann langes-Haar⟨ träg⟩t/ ⟨sich das ⟩Haupthaar⟨ lang wachsen läss⟩t, es Wertlosigkeit für ihn ist, 15 wenn aber eine Frau langes-Haar⟨ träg⟩t/ ⟨sich das ⟩Haupthaar⟨ lang wachsen läss⟩t, es Herrlichkeit/ Bewährtheit⟨sdarstellung und -anerkenn⟩ung EÜ: eine Ehre für sie ist?...« (1.Kor.11:14-15a).

    Zur Zeit Hiobs (um 1680 v.Chr.), als es noch kein geschriebenes Wort Gottes gab, aus dem man hätte zitieren können, um einen Beweis zu führen, bedienten sich die Gläubigen der Natur als Anschauungsunterricht (Hiob 4:10ff, 5:3ff, 8:8ff, 21:29 usw.). Die wichtigste Belehrung, die jeder Mensch aus Gottes Schöpfung ableiten kann, ist, dass es einen Schöpfer geben muss, dem wir zu Dank verpflichtet sind (Röm.1:19-23), weil Er uns liebt und immer für uns sorgt (Mt.5:45b). Desweiteren kann auch jeder Mensch durch sein Gewissen von Natur her lernen und erahnen, was Recht und Unrecht ist, und dass er eines Tages Rechenschaft ablegen muss für sein Tun (Röm.2:14). Aber auch schon durch die rein natürliche Beobachtung der geschlechtlichen Unterschiede von Mann und Frau konnte jeder Mensch schon früh erkennen, dass Mann und Frau von Gott zur sexuellen Vereinigung geschaffen sind, und dass der sexuelle Verkehr von Menschen gleichen Geschlechts gegen die Natur und ihren Schöpfer verstößt (Röm.1:26-27).

    Für Paulus war hier nun die Feststellung wichtig, dass Frauen von Natur längere Haare haben als Männer. Tatsächlich können sich zwar auch Männer die Haare lang wachsen lassen, aber an die Haarlängen der Frauen reichen sie bei ungehindertem Wachstum i.d.R. nicht heran (Meyers Großes Taschenlexikon unter dem Stichwort »Frau«). Auch bewirkt der höhere Testosteronspiegel beim Mann, dass seine Haare zwar schneller wachsen als bei der Frau, aber dafür sich die Haarwurzel schon nach wenigen Jahren erschöpft, so dass es zum Haarausfall kommt. Frauen hingegen haben noch bis ins hohe Alter ihr Haupthaar, das im Griechischen auch eine eigene Bezeichnung hat, nämlich KO´ME, im Gegensatz zu Haaren im Allgemeinen, gr. ThRI´X. Dementsprechend bedeutet das Verb KOMA´Oo = langes Haar tragen bzw. sich das Haar lang wachsen lassen. Die Priester sollen sich gemäß Hes.44:20 »weder das Haupt kahlscheren, noch es frei wachsen lassen«, sondern sie sollen es sich regelmäßig kurz schneiden. Und da auch wir »Priester« Gottes sind, ist dies auch für uns von Bedeutung (Offb.1:6). Deshalb tragen die vom Satanismus inspirierten Heavy-Metal-Anhänger grundsätzlich lange Haare, als Symbol der Rebellion gegen Gottes Ordnungen.

    Für Frauen hingegen ist ihr langes Haar eine Ehre (griech. DO´XA = »Herrlichkeit«), die Gott ihr geschenkt hat, um ihr Ansehen bei anderen und bei sich selbst zu stärken und zu erhalten. Wenn eine Frau mit natürlichem Empfinden diese Herrlichkeit verliert (z.B. in Folge einer Chemotherapie), empfindet sie (und die Umwelt) dies als hässlich (siehe Vers 6), und sie ersetzt die verlorene Herrlichkeit zu Recht durch eine Perücke.

    Der Begriff Natur (gr. PhY´SIS) meint im NT nicht nur die leiblich-biologische Natur des Menschen, sondern, wie aus Röm.2:14 und Gal.2:15 ersichtlich, auch das durch die religiös-gesellschaftliche Erziehung geprägte sittliche Empfinden und hieraus auch die sittliche Bewertung des Haupthaars. Dadurch wird das lebenslang beständige Haupthaar der Frau als wertvoll, das meist unbeständige Haupthaar des Mannes als geringwertig oder wertlos empfunden. Das natürliche Empfinden ist aber durch die Kulturrevolution der 68er korrumpiert und pervertiert worden, weshalb es heute leider nicht mehr uneingeschränkt zu gebrauchen ist.


    Das lange Haar als Schleier

    »15b Denn das Haupthaar (EÜ: Haar) ist ihr anstatt eines Umwurfs (EÜ: Schleiers) gegeben« (1.Kor.11:15b).

    Das griech. Wort PÄRIˑBO´LAION ist ein Um-wurf (wörtl.) als Oberbekleidung für den Kopf, aber nicht das Gleiche wie ein Schleier, der ja häufig nicht nur den Kopf, sondern auch das Gesicht ganz oder teilweise bedeckt. Der Umwurf war ein Kleidungsstück, das damals von den meisten Frauen getragen wurde aus den unterschiedlichsten Kulturen, und zwar permanent, sobald sie das Haus verließen. Auch der Islam hat die Verschleierung der Frauen nicht etwa erfunden, sondern diese Tradition nur übernommen. Paulus spricht hier jedoch von dem langen Haar, das Gott der Frau schon als natürlichen Umwurf geschenkt hat, so dass sie nicht mehr zusätzlich dauerhaft eine Kopfverhüllung tragen braucht, mit Ausnahme beim Gebet und beim prophetischen Reden. Praktischerweise kann sie diese z.B. als Halstuch tragen, das sie sich dann beim Beten überwirft.

    Im Zuge der Unterwanderung der Gemeinde durch den Geist der Emanzipation ist seit vielen Jahren die Idee aufgekommen, dass die Frau noch nicht einmal beim Gebet ein Vollmachtszeichen benötige, da ihr langes Haar angeblich auch dafür schon ausreiche. Wie abwegig eine solche Deutung ist, lässt sich schon allein daran erkennen, dass sie in völligem Widerspruch stünde zu all dem, was Paulus in den Versen 5-10 zuvor angeordnet und erklärt hatte. Man müsste die Aussage in Vers 15b also als plötzliche Meinungsänderung deuten oder aber behaupten, dass lange Haar solle der Mann zum Gebet abnehmen, während die Frau es aufsetzen soll. Wem dies noch nicht absurd erscheint, der möge doch einfach mal das Wort »bedeckt« bzw. »unbedeckt« austauschen durch die Worte »langes Haar« bzw. »kurzes Haar«, um festzustellen, dass dies nicht funktioniert. Warum soll eine Frau mit kurzen Haaren einer Kahlgeschorenen gleichen? Und was ließe sich denn bei einer Frau, die keine langen Haare trägt, noch »abschneiden«, wenn sie doch bereits kurze Haare hat? Und selbst, wenn man sie noch kürzer schneiden würde, wäre es für sie ja auch keine Schande mehr, da sie ja auch zuvor schon freiwillig kurze Haare trug. Und selbst wenn sie es einsieht, nachdem sie im Gottesdienst dazu aufgefordert wurde, wie sollte sie sich denn auf einmal mit langen Haaren bedecken können? Soll sie die Gemeinde solange warten, bis sie wieder lange Haare hat?

    Wir sehen also, dass diese Fehldeutung von ihren Erfindern auch nicht wirklich gut durchdacht ist. Es handelt sich hier vielmehr um einen dreisten Versuch, den ganzen Abschnitt von Paulus im Handstreich für überflüssig zu erklären, so als ob er zunächst die Notwendigkeit einer Kopfverhüllung darlegte und dann auf einmal auf die Idee kam, man könne zur Not auch das lange Haar als Kopfbedeckung verwenden. Passend dazu wäre dann noch die ebenso falsche Auslegung, dass Paulus doch am Ende angeblich behaupten würde, dass die Gewohnheit des Kopftuchtragens ja ohnehin nicht von seinen Leuten und auch nicht von den Gemeinden Gottes gehandhabt werde. Dann aber stellt sich umso mehr die Frage, warum Paulus und seine Begleiter denn zuvor ausführlich die Notwendigkeit eines Vollmachtszeichens den Korinthern aufdrücken wollten, wenn sie selber noch nicht einmal dieses Gebot beachten würden!


    Keine Gewohnheit zur Rechthaberei

    »16 Wenn aber jemand meint, rechthaberisch/ besserwisserisch sein zu müssen, ⟨so soll er wissen:⟩ Wir ⟨Apostel⟩ haben eine solche gemeinsame–Gewohnheit nicht, auch nicht die Gemeinden Gottes« (1.Kor.11:16).

    Das Adjektiv PhILO´NÄIKOS bedeutet wörtlich »sieg-liebend«, d.h. in einer Diskussion unbedingt am Ende als Sieger dastehen wollen. Solch ein Streben ist fleischlich und gehört zur alten Menschen, den wir mit Christus für gestorben erachten sollen (Kol.2:20, 3:3). Ein geistlicher Christ will den anderen nicht demütigen durch Schlagfertigkeit, sondern demütigt sich selbst, indem er wie Gideon seine Brüder für überlegener erachtet als sich selbst (Ri.8:2). Es sollte uns darum gehen, dass aus dem Gespräch die Wahrheit erkannt und anerkannt wird. Paulus, der bis hierher die göttliche Wahrheit gelehrt hat, lehnt es aber prinzipiell ab, hierüber zu diskutieren und schneidet dem, der es besser zu wissen glaubt, das Wort ab und erklärt im Namen aller Apostel: Wir haben eine solche gemeinsame-Gewohnheit nicht.

    SYN-E´ThÄIA (SYN, zusammen, gemeinsam + E´ThOS, Gewohnheit, Sitte) steht im NT in Joh.18:39, 1.Kor.8:7, 11:16 und bedeutet gemeinsame-Gewohnheit/-Sitte. Die Apostel und die Gemeinden Gottes haben nicht die gemeinsame-Gewohnheit, eine ihnen von Gott anvertraute ⟨über⟩gebene-An⟨weis⟩ung (Überlieferung) besserwisserisch in Frage zu stellen und dadurch wegzudiskutieren, sondern sie im schlichten Gehorsam zu befolgen, so wie es die gesamte Gemeinde vor Laodizea getan hat. »Die Gemeinden Gottes« ist hier ein Qualitätsbegriff wie »die Opfer Gottes« (Ps.51:19), »die Engel Gottes« (1.Sam.29:9, Luk.12:8-9, Gal.4:14), »das Israel Gottes« (Gal.6:16), »die Söhne Gottes« (Röm.8:14), »der Mensch Gottes« (1.Tim.6:11, 2.Tim.3:17), »die Werke Gottes« (Joh.6:28-29). »Die Gemeinden Gottes« sind also die Gemeinden, die nicht nur dem äußeren Status nach, sondern ihrem Wesen nach Gemeinden Gottes sind, d.h. die das gesamte Wort Gottes akzeptieren und praktizieren.

    Wie müssen wir nun praktisch vorgehen, wenn wir eine echte »Gemeinde Gottes« sein wollen? In 2.Thess.2:15 wird uns gesagt: »… steht-fest und ⟨setzt-⟨mitMachtdurchdieübergebenen-Anweisungen/ Überlieferungen, die ihr-gelehrt-worden-seid, …«. Im Folgekapitel heißt es dazu: 2.Thess.3:6+14-15: »6 Wir gebieten euch aber, Brüder, im Namen unseres HErrn Jesus Christus, dass ihreureStellung einnehmen sollt EÜ: euch zurückziehtwegvon jedem Bruder, der unordentlich und nicht nach der Überlieferung wandelt, die ihr von uns empfangen habt… 14 Wenn aber jemand unserem Wort durch den Brief nicht gehorcht, den bezeichnet, habt keinen Umgang mit ihm, damit er beschämt werde (w.: ⟨nach–in⟨nen⟩–gedreht–werde = in sich geht); 15 und seht ihn nicht als einen Feind an, sondern ermahnt ihn (w.: setzt– ihm –⟨das⟩–Denken–⟨zurecht⟩; EÜ: weist ihn zurecht) als einen Bruder!« (2.Thes.3:6, 14-15). Was hier für Brüder geschrieben steht, gilt natürlich in zweiter Linie auch für Schwestern.

    Im Unterschied zu dem Umgangsverbot 1.Kor.5:9-11 mit Gläubigen, die in offensichtlich krassen Sünden leben, soll hier die Bruderschaft bestehen bleiben, aber der Umgang nur noch zum Ermahnen/ Denk⟨en Zurecht⟩setzen weitergeführt werden. Umgang haben (gr. SYN-ANA-MI´GNYMI) heißt wörtlich »sich-hinaufabsichtlich-zusammen-mengen«. Ich denke, dass sich das vor allem auf gemeinsame nach außen gerichtete Aktivitäten bezieht, also nicht auf die persönliche Teilnahme an der Versammlung und am HErrenmahl. Gemeinsames Evangelisieren, Wortverkündigung und Lektorendienst sollte ein solcher nicht tun dürfen. Zum Denken Zurechtsetzen gehört an vorderster Stelle die Befolgung des Gebots zum Aufder ganzen Linie⟩-Erkennen 1.Kor.14:37 des HErrngebots 1.Mo.3:16. Das braucht Zeit und Geduld mit einem langen Atem. Versammlungsteilnehmer, die nicht zur eigenen Gemeinde gehören, sollte man nie direkt unter Druck setzen. Sie werden schon durch das biblische Verhalten der Gastgeber-Gemeinde genügend unter Druck gesetzt.


    Öffentliches Beten und prophetisches Reden

    Der Prediger einer Bremer FeG begründete mal das Sprechen von Frauen in seiner Gemeinde damit, dass 1.Kor.14:34 nicht im Widerspruch stehen dürfe zu 1.Kor.11:1-16, wo doch vom Weissagen der Frauen die Rede sei. Da Frauen dies jedoch im Gottesdienst erlaubt sei, so der Prediger, könne das Schweigegebot nicht so absolut gemeint sein. Ich fragte ihn, warum er denn meine, dass die Frauen im Gottesdienst weissagen würden anstatt zu Haus; da erwiderte er, dass es doch außer Frage stünde, dass man nur in einer Gemeinde weissagen könne, da dies sonst keinen Sinn mache. Außerdem sei 1.Kor.11 doch eindeutig nur für den Gottesdienst bestimmt, wie auch aus der Überschrift dieses Abschnitts hervorgehe (»Mann und Frau im Gottesdienst«). Doch weder sind Überschriften Teil des Wortes Gottes, noch gibt der Text irgendeinen Hinweis, dass diese Anordnungen nur für den Gottesdienst gelten würden. Vielmehr spricht Paulus immer allgemein von Mann und Frau, anstatt von »Brüdern«, weil er gerade nicht speziell Ordnungen für die Gemeinde allein festlegen möchte, sondern ganz allgemeine Prinzipien verdeutlichen will. Beten tun wir ja an allen Orten, und ebenso kann auch Gott überall durch uns prophetisch reden. Die meisten Prophetien erhielten die Propheten nicht in der Gegenwart des Volkes, sondern im stillen Kämmerlein, weshalb Gott auch immer wieder sagte: »Gehe hin und rede zu diesem Volk: So spricht der HErr…«. Als Überbringer Seiner Botschaft gebraucht Gott Männer, Frauen und sogar Kinder (1.Sam.3:1-21, Apg.2:17). Doch der Umstand, dass Gott nicht durch die Töchter des Philippus dem Paulus die Gefangenschaft in Rom ankündigen ließ, sondern dafür extra den Propheten Agabus aus Judäa anreisen ließ, lässt mich vermuten, dass Gott bei besonders wichtigen Botschaften vorzugsweise männliche Propheten gebraucht (Apg.21:9-11). Der Umstand, dass hier nicht die Verbform verwendet wurde (»sie redeten prophetisch«), sondern die Partizipform (»sie waren prophetisch Redende«), zeigt wiederum, dass sie es nur gelegentlich taten, aber niemals öffentlich.

    Da die Frauen in der Versammlung schweigen sollen (1.Kor.14:34), ist es auch nicht möglich, dass sie im Gottesdienst eine prophetische Rede vorträgt, selbst wenn sie dabei ihr Haupt bedeckt. Denn prophetische Reden sollen ja von den anderen geprüft, werden, ob es sich auch wirklich um eine Botschaft von Gott handelt (1.Kor.14:29). Wenn aber eine Frau mitten in der Versammlung ungeprüft und ungefiltert prophetisch reden würde, hätte der Feind direkt die Möglichkeit, über solche Frauen den ungehorsamen und schlafmützigen Brüdern falsche Lehren zu übermitteln, die sie als von Gott annehmen, wie es z.B. durch E.G. White geschah. Deshalb lesen wir im Neuen Testament nirgends von einer echten Prophetin, sondern nur von der falschen Prophetin Isebel (Offb. 2:20). Die männliche Form »Prophet« gibt es hingegen auch in der christlichen Gemeinde (Apg.13:1, Eph.2:20, 3:5, 4:11). Ältere Schwestern können gegenüber den jüngeren Frauen »Lehrerinnen des Guten« sein (w. »des Volltrefflichen« Tit.2:3), nicht aber gegenüber Männern (1.Tim.2:12).

    Da es den Frauen im Alten wie im Neuen Bund seit jeher erlaubt war, vorgegebene prophetische Rede (z.B. geistliche Gedichte) auch vor der versammelten Gemeinde vorzutragen, z.B. der prophetische Gesang der Frauen (2.Mos.15:20-21) oder das Singen geistlicher Lieder (Esr.2:65, Neh.7:67), kann man das selbstformulierte Beten von Frauen in der Gemeinde auch vertreten. Dazu besteht aber kein biblisch fixiertes Recht, sondern es steht in der Verantwortung des Leiters der versammelten Gemeinde, ob und wie weit er das Beten von Frauen gestattet. Dies sollte der Gemeinde auch gelehrt werden, und es sollte sich jeder und jede darüber klar sein, dass die Erlaubnis zum selbstformulierten hörbaren Beten von Frauen in der Gemeinde ein Zugeständnis ist, das mit besonderem Verantwortungsbewusstsein und bewusster Zurückhaltung vonseiten der Frauen wahrgenommen werden muss. Eine Schwester kann auch nicht als Sprecherin der Gemeinde vor Gott auftreten und erst recht nicht indirekt die Brüder durch ihr Gebet belehren. Aber auch für die Männer gilt, dass Gebete nicht dazu missbraucht werden sollten, um sich gegenseitig die Meinung zu sagen oder Anschuldigungen auszusprechen, weil Gott ja gegenwärtig ist.

    Ergänzend sei noch erwähnt, dass auch das sog. Zeugnisgeben oder das Berichten von missionarischen Erlebnissen von einer Frau im Gottesdienst als ein Verstoß gegen das Schweigegebot in 1.Kor.14:34 zu werten ist, da auch hier unbemerkt ungefilterte Botschaften durch den Feind mit einfließen können. Etwas anderes wäre es sicherlich, wenn eine Schwester mal einen dringenden Zwischenruf machen muss, der nichts mit der Predigt als solche zu tun hat (s. Apg.12:14-15). Eine alte Schwester musste z.B. mal dringend während der Gebetsstunde auf Toilette, traute sich jedoch nicht, um Hilfe zu bitten (sie war gehbehindert). Als dann die Gebetsstunde vorbei war, musste sie voller Scham bekennen, dass sie sich eingenässt hatte.


    Beten und prophetisches Reden im Privaten

    Ein Bruder aus der Charismatik schreib mir kürzlich: »Ich lehne die Kopfbedeckung keineswegs ab, denn Gott sagte dies ja ganz klar in seinem Wort. Es ist ein Zeichen für die Engel, dass die Frau die göttliche Ordnung respektiert. Es wird jedoch dann gesetzlich wenn die Frau im Alltag ist und jemand dringend Gebet braucht, sie aber dann nicht beten würde, weil sie dies von ihrem Kopftuch abhängig macht ... Einer Schwester von mir hat der Herr mal gezeigt in einer Vision, dass immer wenn sie auf der Arbeit ist oder anderswo betet, wo sie kein Kopftuch trägt, kommt der Herr und bedeckt ihr Haupt im Geistlichen mit einem Tuch. Wie wunderbar und liebevoll unser Herr doch ist!« Ich fragte den Bruder, warum sie bei der Arbeit denn kein Kopftuch mitnehmen könne, und warum ein Gebet so plötzlich geschehen müsse, dass man angeblich noch nicht einmal Zeit habe, sich schnell noch ein Kopftuch aufzulegen. Es sei einfach nur eine Frage der Disziplin und der Konsequenz. Wenn eine Schwester schon so nachlässig und gleichgültig war, dass sie ihr Kopftuch vergessen hat mitzunehmen, dann sollte sie ihre Nachsichtigkeit mit ihren eigenen Schwächen nicht auch noch auf den HErrn projizieren (»Du dachtest, Ich sei ganz wie du« Ps.50:21). Wenn meine Frau mal kein Kopftuch griffbereit hat, dann nimmt sie eben schnell ein Geschirrtuch oder ein Taschentuch. In der Praxis finden sich also immer irgendwelche Möglichkeiten.

    Hier stellt sich ohnehin die Frage, warum eine Schwester nicht einfach die meiste Zeit über einfach ihr Kopftuch auflässt. Denn auch wenn sie dazu nicht verpflichtet ist, sprechen schon eine ganze Menge gute Argumente dafür: Zum einen sollen wir ja ohnehin möglichst unablässig beten (1.Thess.5:17), zum anderen können Schwestern ganz plötzlich in ein geistliches Gespräch verwickelt werden, wo sie Gottes Wort bezeugen müssen, also prophetisch reden, was aber nur geht mit einem Vollmachtszeichen. Ein solches ist zugleich ein beständiges Zeugnis vor den Ungläubigen, dass man bibelgläubig ist, so dass man von ihnen beachtet wird. Zudem ist es auch für ihren gläubigen Mann unangenehm, wenn er beten möchte, es aber nur leise flüsternd tun kann, damit die Frau durch ihre Anwesenheit im Raum nicht gezwungen wird, ohne Kopftuch mitzubeten.

    Zusammenfassung

    Die vorstehend behandelte Kopfbedeckungsordnung gemäß 1.Kor.11:2-16 gehört zu dem übergeordneten Gebot der „schmucken angemessenen( w.: gemäßen)-⟨Dar⟩stellung“ (gr.: KOSMI´Oo  KATA-STOLE)  gemäß 1.Tim.2:9. Letzteres Gebot ist eine verschärfende Weiterführung des Verbots einer unangemessenen Darstellung aus 5.Mo.22:5 hin zu dem Gebot der angemessenen Darstellung in 1.Tim.2:9. Das alles sind wiederum Anwendungsvorschriften zu dem Emanzipationsverbot (Unterordnungsgebot) des HErrn an »die Frau« in 1.Mo.3:16: »… Und zu deinem Mann ⟨hin sei⟩ dein ⟨aktives ⟩Hinstreben, und er soll/wird-herrschen über dich! Mit diesem Gebot will Gott eine Wiederholung der völligen Täuschung der Frau (1.Tim.2:14) durch die Schlange verhindern mit dem positiven Ziel, dass die Frauen »Samen der Frau« (d.h. Gott gehorsame Kinder) hervorbringen, der der Schlange »das Haupt schnappt / die Hauptschaft⟩ ⟨wegschnappt« (1.Mo.3:15).

    Weil »die Frau«, womit auch besonders die Verlobte des Christus (2.Kor.11:2), die Gemeinde, gemeint ist, im Neuen Bund viel mehr als im Alten in Gefahr steht, in emanzipiertes Handeln abzuirren, hat Gott der Gemeinde durch den Apostel Paulus ein ganzes System von Anwendungsvorschriften für das Herrngebot 1.Mo.3:16 gegeben. Damit hat Er die Frau im Neuen Bund weiter hinter die Kampflinie zurückgezogen als im Alten, indem im NT z.B. keine echten Prophetinnen genannt werden, sondern nur noch »prophet⟨isch red⟩ende« Jungfrauen (Apg.21:9), und die Frauen in der versammelten Gemeinde schweigen, d.h. nicht zur Versammlung sprechen sollen (was im Alten Bund ausnahmsweise noch möglich war: Richt.5:1ff.).

    In Erfüllung von 2.Kor.11:3-4 wurde die Kopfbedeckungsordnung als erste angegriffen, und zwar 1675 durch die Zitattheorie von John Lightfoot. Im gleichen Jahr 1675 brachte der Pfarrer Philipp Jakob Spener (1635-1705) die Schrift »Pia desideria« (fromme Wünsche) heraus, die Programmschrift des Pietismus, d.h. der Philadelphia-Gemeinde. Wie dringend aktuell war doch die Mahnung des HErrn an Philadelphia Offb.3:11: »Ich-komme schnell. Halte⟨ fest⟩/ ⟨gebrauch⟩e-⟨mit ⟩Macht, was du hast, damit niemand deine Krone ⟨weg⟩nehme.«

    Philadelphia hielt alle Ordnungen des Herrngebots noch sorgfältiger als die frühere Gemeinde ein, d.h. sie hatte sie praktisch, aber auch sie versäumte es, das Erkenntnisgebot 1.Kor.14:37 zu befolgen und sich dadurch das HErrngebot auch theoretisch anzueignen und so zum unverlierbaren Besitz zu machen. Das zwar ins Herz gesäte, aber nicht verstandene Wort wird vom Teufel geraubt (Matth.13:19). So wurde Philadelphia sehr bald zu Laodizea, und zwar besonders durch den Einfluss der Darby-Gemeinde ab 1830. Diese Gemeinde hält zwar bis heute die Kopfbedeckungsordnung ein, aber unter dieser Tarnung konnte sich die Laodizea-Doktrin »Reich bin ich und reich bin ich geworden« in ganz Ex-Philadelphia = Laodizea auf unsichtbaren Wegen und scheinbar völlig unabhängig von der Darby-Gemeinde ausbreiten. So konnte die von der Gemeinde (besonders durch das Hosentragen der Frauen) mitgemachte Emanzipationsbewegung bis zum heutigen Genderismus, d.h. zur Leugnung des schöpfungsmäßigen Unterschieds zwischen Mann und Frau, vorstoßen. Und als logische Folge davon werden heute schon Kleinstkinder in Kinderkrippen in alle nur denkbaren sexuellen Perversionen eingeübt. »Was ein Mensch sät, dieses wird er auch ernten.« (Gal.6:7).

    Gott hat aber vorgesorgt und wird Seine bluterkaufte Gemeinde nicht verlorengeben: »Elia kommt zwar und wird- alles -wiederherstellen/ w.: -⟨weg ⟩vom⟨ bisherigen⟩-⟨in den ⟩gemäßen-⟨Zu⟩stand⟨ bring⟩en« (Matth. 17:11). Elia ist einer der beiden Zeugen, die uns sehr bald in den ersten 3 ½ Jahren »die Leviten lesen« werden. Dann, inmitten schärfster Verfolgung durch die Hure Babylon, wird jeder der von der Hochzeit ausgesperrten törichten Jungfrauen-Christen den Zornhaufen ausgehändigt bekommen, den er sich jetzt »gemäß deiner Härte und deinem un-umdenk-⟨bereit⟩en Herzen aufgespeichert hat« (Röm. 2:5). Wir können uns ungeheuer viel Drangsal ersparen, wenn wir schon jetzt das wieder praktisch befolgen, was die gesamte vorlaodizeische Gemeinde und ganz besonders vorbildlich die Philadelphia-Gemeinde praktisch befolgt hat, und wenn wir es durch Befolgung des Erkenntnisgebots 1.Kor.14:37 uns auch theoretisch aneignen und so zum unverlierbaren Besitz machen. Man kann solche Gemeinden zwar noch besuchen, aber als eigene Gemeinde, in die man regelmäßig geht, eignen sie sich nicht.


    Schändung durch unzüchtige Kleidung

    Wenn wir über das Thema Kopfbedeckung sprechen, dann sollte zum Schluss noch erwähnt werden, dass Gott auch grundsätzlich möchte, dass wir unseren Körper bedecken, denn das ist der eigentliche Sinn der Bekleidung (1.Tim.6:8). Der Teufel möchte die Menschen immer ausziehen, aber Gott will ihn immer wieder anziehen, schon seit dem Garten Eden (1.Mo.3:21). Wie schon im ersten Teil erwähnt, leben wir heute in einer Zeit, in welcher fast grenzenlose, sexuelle Freizügigkeit herrscht in der Welt. Leider haben sich auch viele gläubige Frauen diesen Modetrends der halbnackten Bekleidung in vielen evangelikalen Gemeinden angepasst. Manchmal hat man den Eindruck, als ob die Zusammenkünfte der Heiligen benutzt werden, um die neuesten modischen Kleidungsstücke vorzuzeigen. Die Prediger und Gemeindeältesten sehen diesem Treiben vielerorts schweigend zu und hüten sich davor, mahnende Worte zu erheben, weil man die Jugend ja nicht abschrecken sondern »gewinnen will«. Tatsächlich aber ist es die Welt, die nach und nach unbemerkt die Gläubigen für die Lust des Fleisches zurückgewinnt.


    Kleidung vermittelt eine Botschaft

    Durch die Kleidung drücken wir mehr oder weniger aus, wer wir in den Augen der anderen sein möchten. Wenn sich z.B. eine Frau wie eine Hure kleidet, dann ist sie in Wirklichkeit auch eine Hure. Huren kann man sofort an der Kleidung erkennen (Spr.7:10). Denn sie liegt bewusst eng an, um die Männer dadurch zur gedanklichen Hurerei und zum Ehebruch zu verführen (Mt.5:28). Niemand sollte so naiv sein, zu glauben, dass christliche Frauen sich nur wegen der Sommerhitze oftmals so freizügig anziehen; vielmehr möchten auch sie das sexuell Begehrenswerte an ihrem Körper hervorheben, um ihre Anziehungskraft auf das männliche Geschlecht zu erhöhen. Besonders schändlich ist es, wenn selbst bereits verheiratete Frauen sich wie Huren anziehen, als ob sie nach wie vor auf der Suche wären. Leider schweigen viele Prediger zu diesem Thema und trauen sich nicht, dieses Problem offen anzusprechen, weil sie glauben, dass es den dadurch drohenden Ärger nicht wert sei. Dabei schänden solche Frauen auf Dauer nicht nur sich selbst, sondern auch die ganze Gemeinde, die dadurch allmählich zum Bordell verkommt.

    Hinzu kommt, dass bei vielen Frauen derselben Gemeinde eine heimliche Rivalität untereinander herrscht, wer die schönste Kleidung - und damit den besten Geschmack - von allen hat. Niemand möchte aussehen wie eine keusche Nonne oder ein biederes »Heimchen am Herd«, sondern die meisten Frauen wollen sich modern anziehen, am besten mit Marken-Kleidung. Diese Wünsche lassen sich Frauen eine Menge kosten, so dass der Kleiderschrank schon nach wenigen Jahren aus allen Nähten platzt. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe eine Frau und eine Tochter, die beide gerne zusammen shoppen gehen.

    Ein Kind Gottes sollte jedoch in allem darauf bedacht sein, in erster Linie dem HErrn gefallen zu wollen. Und der HErr hat uns mitgeteilt in Seinem Wort, dass Er Gefallen hat an keuschen Frauen: »3Euer Schmuck sei nicht der auswendige sei durch Flechten der Haare und Umhängen von Gold oder Anziehen von Kleidern, 4sondern der verborgene Mensch des Herzens im unverweslichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der  vor Gott sehr köstlich ist. 5Denn so schmückten sich auch die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren eigenen Männern unterordneten« (1.Petr.3:3-4).

    Für unsere rußlanddeutschen Geschwister ist diese Stelle der Beweis, dass man als Christ keinen Schmuck tragen darf, noch nicht einmal Eheringe. Aber hat nicht selbst Gott Seine Braut Israel geschmückt (Hes.16:11)? Interessant ist, dass das griech. Wort für »Schmuck« KOS´MOS zugleich »Welt« bedeutet. Die Welt der Frau soll sich nicht mehr um ihr Äußeres drehen, sondern um den HErrn! Also nicht mehr jeden Tag eine halbe Stunde vor dem Spiegel verbringen, sondern im Gebet. Wir sollen ohne Sorge sein (1.Kor.7:32) und uns stattdessen die Lilien auf dem Felde ansehen, wie Gott sie ohne eigene Mühe schön macht (Mt.6:28-33).


 

 

 

 

 

Der tolerierte Genderismus
unter Gläubigen                   (Teil 1)


Das Emanzipationsverbot

Eines der ungewöhnlichsten Argumente, das ich bisher von Gläubigen im Zusammenhang mit der Kritik an Angela Merkel und ihrer Flüchtlingspolitik gehört habe, ist der Vorwurf, dass sie als Frau ja ohnehin gar kein Recht gehabt habe, Kanzlerin zu werden, da sie als Frau gar nicht über den Mann herrschen dürfe, aufgrund von 1.Tim.2:12 »Ich erlaube aber einer Frau nicht zu lehren, auch nicht über den Mann zu herrschen, sondern ich will, dass sie sich in der Stille halte«.

Trifft diese Bibelstelle aber wirklich auf die Kanzlerin zu? Bisher habe ich mich nämlich nicht von ihr beherrscht, sondern eher vertreten gefühlt. Im Grundtext lesen wir: »Aber ⟨zu ⟩lehren gestatte ich ⟨einer⟩ Frau nicht, auch nicht selbstvollbringend1 ⟨zu handel⟩n ⟨gegenüber⟩ dem Mann, sondern ⟨sie soll⟩ in Stille sein. |1 im Sinne von: emanzipiert/ unabhängig/ selbstbestimmerisch/ eigenmächtig. Das griech. Verb AUTh-ÄNTÄ´Oo, das nur an dieser Stelle vorkommt, hat die Bedeutung, dass man durch unerlaubte Eigenmächtigkeit seine Kompetenz überschreitet und dadurch den Herrschaftsanspruch eines anderen – in diesem Fall des Mannes – in Frage stellt. Dass Frau Merkel eigenmächtig handelt, d.h. Entscheidungen trifft ohne sich mit ihren Parteikollegen oder Koalitionspartnern vorher abzustimmen (wie es kürzlich Präsident Trump bei seinem Besuch in Russland tat), kann man eigentlich nicht von ihr behaupten.

Durch die stark übertriebene Wiedergabe mit »herrschen«, wie man sie heute in den meisten Bibeln findet, hat ein Großteil der Christen heute nicht bemerkt, dass sich gerade die Emanzipation der Frau ungehindert auch in die christlichen Ehen und Gemeinden ausgebreitet und festgesetzt hat. Man weiß zwar heute noch (zumindest in der Theorie), dass die Frau dem Manne »untergeordnet« sein soll (Eph.5:22, Kol.3:18), aber was dies dann in der Praxis bedeutet, ist inzwischen schon längst in Vergessenheit geraten, weil es dafür kaum noch Vorbilder gibt. Und damit ist genau das eingetreten, wovor Paulus die Korinther schon gewarnt hatte, dass nämlich »gleich wie die Schlange Eva durch ihre List völlig-getäuscht hatte, auch eure Gedanken verderbt und abgewandt werden von der Einfalt gegen den Christus« (2.Kor.11:3). Adam war unmittelbar vom HErrn im Bild Gottes erschaffen worden, nicht nur mittelbar wie Eva, die nach ihm und um des Mannes willen als seine Hilfe erschaffen wurde (1.Mose 2:20-22; 1.Kor.11:7-9). Deshalb war Adam schon schöpfungsmäßig, also vor dem Sündenfall, das Haupt seiner Frau (1.Kor. 11:3) mit entsprechend viel größerer Verantwortung als sie, weshalb Gott ihn nach dem Sündenfall zuerst ansprach. Gott hatte ihm als Haupt mehr Widerstandsvermögen gegen die Argumente der Schlange anerschaffen, sodass er davon nicht getäuscht wurde (1.Tim. 2:14). Gott hatte Adam in den Garten Eden gesetzt mit dem Auftrag, ihn zu bebauen und zu hüten (1.Mo 2:15; hebr. SchaMa´R, hüten, bewachen, bewahren, beachten). Damit signalisierte Gott ihm die Möglichkeit einer drohenden Gefahr. Das hätte Adam seiner Frau mitteilen und ihr einschärfen müssen, ihm jede Unregelmäßigkeit sofort zu melden und nicht eigenmächtig darauf zu reagieren.

Aber Adam nahm die Warnung Gottes nicht ernst und teilte Eva nur Gottes Verbot mit, nämlich nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen. Somit trug Adam die Hauptschuld am eigenmächtigen Reden seiner Frau mit der Schlange, wozu sie von Gott nicht erschaffen war und so der Täuschung durch die Schlange erliegen musste. Nur weil Adam seine Hauptschaft völlig ungenügend wahrnahm, konnte Eva von der Schlange völlig getäuscht werden, woraufhin diese den Adam anschließend zur Mitübertretung des Verbots verführte (1.Mo.3:17). Aber noch mehr als Adam scheuen sich auch die heutigen Männer, den Willen Gottes durchzusetzen und die Hauptschaft gegenüber ihren Ehefrauen einzufordern, da sie den massiven Widerstand durch ihre emanzipierten Frauen fürchten. Ich selbst bin da übrigens keine Ausnahme in meiner Ehe, da ich dies erst viel zu spät erkannte.

Um des lieben Friedens willen, haben sich viele Brüder im Lauf der Jahre dazu hinreißen lassen, nach biblisch klingenden Argumenten zu suchen, die den durch die Emanzipation entstandenen Dammbruch nachträglich als angeblichen Durchbruch zur Befreiung der Frau durch Christus zu verklären. Viele Bibellehrer haben auf die Stimme ihrer Frauen gehört und von dem verbotenen Kelch der Emanzipation getrunken, so dass sie kein klares Urteilsvermögen mehr besitzen, so wie Ahab, der seiner gesetzlosen Frau die Vollmacht übertrug, in ihrem Sinne zu handeln (1.Kön.21). Inzwischen kann man ganze Bücherregale damit füllen, was sich diese gedungenen Bibellehrer alles ausgedacht haben, um die biblischen Ordnungen zum vermeintlichen Wohle der Frau umzudeuten, wegzuerklären oder zu verwässern. Man nennt das dann »Realismus«, aber es ist in Wahrheit eine Kapitulation vor der Übermacht des Zeitgeistes, dem zu widerstehen man sich nicht gewachsen sieht.

 
Das Gebot des HErrn in 1.Kor.14:33b-38

In einer Zeit wie der heutigen, in welcher die Gleichstellung der Frau sogar schon Bestandteil der Verfassung ist, mutet es geradezu anachronistisch und empörend an, was Paulus den Korinthern schrieb: »33b Wie ⟨es⟩ in allen Gemeinden der Heiligen ⟨ist⟩, 34 sollen die Frauen in den Gemeinden schweigen, denn es wird ihnen nicht erlaubt, ⟨zur Versammlung ⟩zu sprechen EÜ: reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. 35 Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen; denn es ist schändlich für eine Frau, in ⟨der⟩ Gemeinde zu reden37 Wenn irjemand meint/ ⟨in der ⟩Mein⟨ung anderer dafür gil⟩t, ⟨ein⟩ Prophet ⟨zu ⟩sein oder ⟨ein⟩ geistlicherChrist⟩, ˙soll–erauf⟨ der ganzen Linie(= gezielt, begründet und im Zusammenhang)⟩–erkennen,_dass ⟨das, ⟩was ich– euch ⟨irgendwann⟩–schreibe, ⟨des ⟩HErrn・Gebot ist

Zu den zweifellos dümmsten Bemerkungen, zu denen sich evangelikale Prediger schon haben hinreißen lassen, zählt wohl die, dass Paulus ein »Frauenhasser« gewesen sein muss, wenn er den Frauen hier einfach den Mund verbiete. Auch wenn dies meist nicht ganz ernst gemeint ist, offenbart es im Kern doch, was die meisten sich insgeheim erhoffen: dass nämlich dieser Text heute nicht mehr gelten kann/darf, da wir ja schließlich in einer anderen Zeit leben, in welcher das Reden der Frauen nicht mehr als »schändlich« empfunden werde und man deshalb keine Rücksicht mehr auf kulturelle Gepflogenheiten nehmen müsse. Einige sind sogar auf die Idee gekommen, als würde es sich nur um ein lokal und zeitlich begrenztes Problem gehandelt haben, dass die Frauen bei den Korinthern im Gottesdienst immer dazwischengeredet hätten. Aber dass sie deshalb noch nicht einmal eine Frage stellen dürfen, das geht den Auslegern dann doch entschieden zu weit. Was sollten denn Frauen tun, die ihre Männer nicht zuhause befragen können, da sie unverheiratet sind? Und warum sollte eine Frau denn weissagen (eig.: prophet(isch red)en) dürfen, wenn die Gemeinde es nicht durch sie erfahren dürfe (1.Kor.11:5)?

Bei all dieser Ratlosigkeit haben die meisten übersehen, dass es sich hier (und nicht nur hier) um ein »Gebot des HErrn« handelt (Vers.37). Normalerweise sollte dies eigentlich von jedem Christen erkannt werden, der – wie Paulus zuvor erklärt – geistlich ist, d.h. das Stadium der Unmündigkeit und der Fleischlichkeit hinter sich gelassen hat (1.Kor.3:1), bzw. sogar prophetisch begabt ist. Fleischliche Christen nehmen an solchen Geboten eben Anstoß und suchen nach Lösungen, wie sie solchen Anweisungen geschickt ausweichen bzw. sie für ungültig erklären können, da sie sich in ihrem fleischlichen Denken gekränkt und bevormundet fühlen. Von solchen sagt Paulus gleich im nächsten Vers: »Wenn aber irjemand ⟨das⟩ unnicht_⟨er⟩kennt/ unverkennt, wird er ⟨in⟩ Unwissen⟨heit festgehalten⟩ [oder aber auch: »wird er ⟨von Christus⟩ unnicht ⟨aner⟩kannt«].« Nach der zweiten Übersetzung wird einem Gläubigen, der den in 2.Tim.2:19 gebotenen Abstand zur Ungerechtigkeit nicht beibehält, die ihm vom HErrn geschenkte Gerechtigkeit wieder aberkannt (Hes.3:20, 33:13), so dass der HErr ihn ins Angesicht verleugnet, ihn jemals erkannt zu haben, weil er ein Täter der Gesetzlosigkeit geworden ist (Mt.7:23).

Eine andere, von vielen gewichtigen Handschriften bezeugte Lesart lautet: »soll er ⟨es ⟩unnicht erkennen!«/ »soll er ⟨es ⟩verkennen!«. Diese anscheinende Aufforderung zum Bösen ist in Wirklichkeit als letzte Warnung gemeint, dass solch einer der Verstockung und dann dem Gericht verfallen wird (Ähnliche formale Aufforderungen zum Tun des Bösen gibt Gott in Jos.24:15, Jer.44:25, Hes.3:27, 20:39, Am.4:4, Mt.23:32, Offb.22:11). »Ein Mensch, der von dem Weg der Einsicht abirrt, wird ruhen in der Versammlung der Schatten« (Spr.21:16). Um diesem Verstockungsgericht zu entgehen, ist es umso wichtiger, alles, was Paulus zur Stellung der Frau schreibt, auf( der ganzen Linie) als Gebot des HErrn zu erkennen.

Wer sich dies aufrichtig fragt, der wird bemerken, dass Paulus in 1.Kor.14:34 schreibt »…wie auch das Gesetz sagt«. Was zunächst verstörend klingt – wo Paulus doch selbst immer wieder unermüdlich betont, dass der Glaubende nicht mehr unter dem Gesetzesbund steht – ist in Wirklichkeit der Schlüssel zum Verständnis. Gibt es eine Stelle im Gesetz, wo den Frauen die Unterordnung geboten wird? Ja, nämlich im zweiten Teil von 1.Mose 3:16, wo Gott »der Frau«, (also nicht nur Eva, sondern allen Frauen) gebietet: »Nach deinem Mann soll dein Streben sein, er aber soll über dich herrschen!« Man ist ja gewohnt, hier statt »soll« mit »wird« zu übersetzen, also nur als eine Voraussage, aber tatsächlich handelt es sich um eine Anweisung Gottes an die Frau, statt auf ihre Selbstverwirklichung ihr Streben auf ihren Mann zu richten und sich ihm unterzuordnen. Hätte sie nicht eigenmächtig mit der Schlange geredet, sondern sie an ihren Mann verwiesen, wäre es ja gar nicht so weit gekommen. Gott meint es also nur gut mit ihr und will sie vor einer Wiederholung der völligen Täuschung durch die Schlange schützen.

Gott hatte zuvor zur Schlange gesagt: »Und Ich–setze Feindschaft zwischen dir und zwischen der Frau und zwischen deinem Samen und zwischen ihrem Samen; Er (= der Same der Frau) ˙wird/˙soll– dir ⟨das ⟩Haupt/ ⟨die ⟩Haupt⟨schaft⟩ – schnappen und du, du–˙wirst/˙sollst– ihm ⟨die ⟩Ferse/ ⟨das Hinterher⟩folgende = ⟨die nicht unmittelbar, sondern mit Abstand folgende ⟩⟨Ge⟩folgschaft – schnappen (1.Mo.3:15). Der Same der Frau ist einerseits Christus, der durch Seinen Sühnetod am Kreuz die Mächte der Finsternis triumphierend besiegte und der Schlange dadurch die Hauptschaft wegschnappte (Kol.2:15). Das Wort »Ferse« meint in Jos.8:13 den letzten Teil des Heeres. Hier meint es Seine Gefolgschaft oder genauer gesagt diejenigen Seiner Nachfolger, die Ihm nicht unmittelbar, sondern mit Abstand nachfolgen – einerseits solche, die eigenwillige Ziele verfolgen, und andererseits solche, die schlafmützig hinterhertrotten. Diese Nachzügler werden besonders vom Teufel belauert, um ihnen für die Ewigkeit zu schaden. Wir kennen das ja aus der Tierwelt, dass die Krokodile geduldig warten, bis der Großteil der Herde den Fluss durchquert hat, um sich dann die Nachzügler zu schnappen, die in der Regel schwächlicher sind und keinen großen Widerstand leisten. Auch die Amalekiter nutzten diese teuflische Strategie und griffen den Nachtrab Israels von hinten an, »alle Schwachen hinter dir her, als du matt und müde warst« (5.Mo.25:18). Wenn wir dem HErrn wie Petrus »von Ferne folgen« (Luk.22:54), dann befinden auch wir uns in großer Gefahr, Ihn zu verleugnen, denn der Widersacher sucht ja jede Gelegenheit, uns zu verschlingen (1.Petr.5:8). Schon wenn wir mit Ungläubigen scherzen oder sie beschimpfen, ist es gleichsam so, als würden wir ihnen sagen: »Ich kenne diesen Menschen (Jesus) nicht!«

In Offb.12:17 sehen wir, dass dieser Kampf des Teufels gegen die Frau und ihre Nachkommen bis zum Ende der Weltzeit geführt wird: »Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, Krieg zu führen mit den übrigen ihrer Nachkommenschaft (w. ihres Samens), welche die Gebote Gottes halten (eig.: hüten) und die Bezeugung Jesu haben«. In 1.Tim.2:14 sagt Paulus, dass Adam sich von den Lügen der Schlange nicht täuschen ließ, aber die Frau völlig getäuscht wurde und dadurch in Übertretung geriet. Somit sind Frauen generell täuschungsanfälliger und aufgrund der Feindschaft der Schlange gegen sie viel stärker gefährdet als Männer.

Deshalb versucht der Teufel wie bei Adam und Eva die Frau zu täuschen, damit diese wie Eva eigenständig reagiert und sich so von der Hauptschaft des Mannes emanzipiert. Da die Frau ein Bild auf die Gemeinde Christi ist, besteht das eigentliche, strategische Ziel des Teufels darin, auf diese Weise die Emanzipation der Gemeinde von Christus zu erreichen (Eph.5:21-28). Dann nämlich bestimmt auch die Gemeinde selbst, was sie von den Geboten des HErrn noch befolgen will und was nicht, so wie es ja heute schon gang und gäbe ist.

Frauen sind also von jeher in allerhöchster Gefahr. Denn Gott selbst hat ja nach dem Sündenfall ausdrücklich Feindschaft zwischen Schlange und Frau (Gemeinde), und zwischen Schlangensamen und Frauensamen gesetzt. Die Frau und ihr Same, d.h. ihre Kinder, ist das Hauptkampfmittel Gottes gegen die Schlange. Es genügt nicht, die Frauen durch emanzipationsfreie Unterordnung vor der Schlange zu schützen, sondern die Frauen sollen Kinder gebären und/oder sie dazu erziehen, dass sie bewusst den gesamten Willen Gottes tun und dadurch den Sieg Jesu am Kreuz in konkreten Sieg der Gemeinde über die Schlange umsetzen. – Das ist nur möglich, wenn die Frauen nicht selbst der Schlange folgen und dienen, indem sie ihre Männer durch fehlende Kopfbedeckung schänden und mit ihrer Kleidung für den Genderismus demonstrieren. Und nur deshalb hat der HErr der Frau zu ihrem eigenen Schutz dringend geboten, sich völlig der Aufsicht ihres Mannes zu unterstellen.

Im Alten Bund war dies noch selbstverständlich, so dass nur wenige Verstöße bekannt sind, die jedoch von Gott auffallend scharf geahndet wurden (z.B. Mirijams Anspruch auf Gleichstellung mit dem Mann Mose in 4.Mo.12). Da die Frau im Neuen Bund durch Christus jedoch völlig gleichwertig wie der Mann Teil hat am Leib Christi, ist die Gefahr des Abirrens in emanzipiertes Handeln noch viel größer als im Alten Bund, weshalb die Frau hier weiter hinter die Kampflinie zurückgezogen wird, indem es im Neuen Bund keine Prophetinnen gibt wie im Alten, sondern nur prophetisch redende Jungfrauen erwähnt werden (Apg.21:9). Deshalb ermahnt Paulus die Frauen immer wieder zur Unterordnung unter ihre Männer (1.Kor.11:3, 14:34, Eph.5:22, Kol.3:18, 1.Tim. 2:11+13-14, Tit.2:5, 1.Petr.3:1). Da Gott die Frau um des Mannes willen schuf, soll die Frau dem Mann eine Hilfe sein und nicht andersherum. Dafür aber trägt der Mann auch die volle Verantwortung vor Gott. Daher zog Gott auch erst Adam zur Rechenschaft (1.Mo.3:9) und verfluchte den Erdboden, sein Arbeitsfeld. Evas Arbeitsfeld, ihre Kinder, verfluchte Gott nicht. Sie muss zwar nicht im Schweiße ihres Angesichts Männerarbeit tun, aber Gott hat ihr stattdessen viel Beschwerlichkeit und Betrübtheit bei der Geburt und Auferziehung ihrer Kinder auferlegt (1.Mo.3:16a). Sie soll Kinder gebären und auferziehen in der Furcht des HErrn, sowie mit den häuslichen Arbeiten betraut sein, die in Spr.31:10-31 beispielhaft aufgeführt werden. Da Frauen das »schwächere Gefäß« sind, sollen wir Männer durch Verständnis und Geduld auf sie Rücksicht nehmen, damit unsere »Gebete nicht verhindert werden« (1.Petr. 3:7). Ehemänner sollen ihre Frauen lieben mit der göttlichen Liebe (Eph.5:25, Kol.3:19), die zugleich auch Feindesliebe ist, d.h. sogar dann noch liebt, wenn die Liebe nicht erwidert wird (2.Kor.12:15).


Die praktische Darstellung

Wenn wir die Absicht Gottes hinter Seinem Gebot erst einmal verstanden und innerlich bejaht haben, dann sollte es uns auch nicht schwer fallen, unseren Gehorsamswillen vor Gott und den Menschen zu bekunden. Der HErr Jesus lehrt uns: »Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Haus sind« (Mt.5:14-16). Wir haben hier also das äußere Zeugnis vor der Welt (Stadt) und das interne Zeugnis in der Gemeinde und der Ehe (Haus). Unsere Glaubenstreue soll von den Menschen gesehen werden wie ein Licht in dunkler Nacht. Zugleich soll das äußere Zeichen des Bekenntnisses die Frau (aber auch den Mann) immer wieder auch selbst daran erinnern, was sie vor dem HErrn gelobt haben, zu befolgen.

In 1.Tim.2:9 lehrt uns der HErr durch Paulus: »Ebenso ⟨will ich⟩ [auch], ⟨dass die⟩ Frauen in schmucker (= ordentlicher und schöner) ⟨ihrer berufungsmäßigen ⟩Stel­l⟨ung⟩ gemäßerangemessener ⟨Haltung und Kleid⟩ung EÜ: würdiger Haltung mit schamhafter-und-bescheidener-Zurückhaltung/ Verschämtheit/ Unaufdringlichkeit und ⟨Ge⟩samt⟨ausrichtung des ⟩Sinnens⟨Denkens, Fühlens und Wollens⟩–⟨auf ⟩Rett⟨ung und Rettungsbewahr⟩ung/ w.: ⟨Ge⟩samtrettsinnen sich selbst schmücken ⟨sollen⟩, ...«. Das griech. Wort KATA-STOLE´ ist zusammengesetzt aus KATA- = herab, gemäß, und STOLE´ = langes Gewand, w.: Stellung( Anzeigendes), (Dar)stellung (von STÄ´LLOo = stellen) also gemäß–(der berufungsmäßigen )Stellung. Es soll in Haltung und Kleidung der Frau ihre von Gott gegebene berufungsmäßige Stellung als Gebärerin und Erzieherin des »Samens der Frau« äußerlich dargestellt werden. Wie diese Darstellung aber ganz praktisch auszusehen hat, setzt Paulus hier als bekannt voraus, weil er darüber schon an anderer Stelle geschrieben hat, z.B. in 1.Kor.11:2-16. Da das Thema Kopfbedeckung jedoch sehr umfangreich ist, werden wir in einem 2.Teil gesondert darüber sprechen . Hier soll es zunächst erst mal nur um die berufungsgemäße, frauentypische Kleidung und Berufswahl gehen, durch welche eine gottesfürchtige Frau ihre Bereitschaft ausdrückt, auf eine Gleichstellung mit dem Mann zu verzichten.

Eine Schlüsselstelle, auf die Paulus in 1.Tim.2:9 Bezug nimmt, ist sicherlich 5.Mose 22:5, wo es wörtlich heißt:
»Nicht werde Manns|Gerät/ ⟨typisches ⟩Gerät ⟨des ⟩Mannes1 auf/an ⟨einer ⟩Frau, und nicht ⟨be⟩kleide⟨ sich⟩ ⟨ein ⟩Mann2 ⟨mit⟩ Frau⟨en⟩|Oberkleid⟨ung⟩/⟨typisches ⟩Oberkleid ⟨der ⟩Frau. Denn ⟨ein ⟩Gräuel ⟨für den ⟩HErrn, deinen Gott, ⟨ist⟩ jeder Tuende diese⟨ Dinge⟩«. 5M18,12,25,16.
|1 manntypische (= für manntypische Berufs- und Freizeitbetätigung typische) Gerätschaft und Ausrüstung, z.B. Waffen, auch Kleidung; letzteres insbesondere aufgrund der Gegenüberstellung mit Frauenoberkleidung. KoLI´, Gerät/ Gefäß, im Sinne von Kleidung viell. auch 1.Sam.21:6 (EÜ Anm.) und Hes12:4.7 als Inhalt des Gepäcks der Verbannung; außerbibl. in diesem Sinn in Sirach 45,8 und im Neuhebraischen.
|2 hebr.: Gä´BhäR, wortl. Bedeutung: ⟨den Anforderungen des Lebens ⟩ überlegen⟨ Gewachsen⟩er = der Mann im Vollbesitz seiner Kräfte und Fähigkeiten.
Dass hier nicht explizit von »MännerKLEIDUNG« die Rede ist, sondern von MannsGERÄT, soll zeigen, dass sich die geschlechtertypische Unterscheidbarkeit nicht allein auf Kleidung beschränken soll, sondern auch auf den Beruf (Werkzeug) und den Militärdienst (Waffen). Es ist jedoch ein Irrtum, zu glauben, dass Männer und Frauen zur Zeit des AT die gleiche Kleidung trugen, denn sonst hätte Gott wohl hier nicht ausdrücklich von »Frauenkleidung« gesprochen. Auch bei zunächst gleichem Grundmuster der Kleidung (Kleid oder Rock) war die Oberleidung von Mann und Frau z.B. durch ihre Farbigkeit und Verzierungen unterschieden. Zudem gehörte für die Frau auch immer ein Überwurftuch als Kopfbedeckung dazu. Gott gab für die Oberkleidung keine genaue Vorschrift, sondern überließ das der praktisch-geistlichen Gestaltungsfähigkeit der Menschen.

Er gab aber dazu eine generelle Richtlinie: »Setze nicht zurück die äonische Grenze ( = die im Rahmen eines Äons/ Weltzeitalters entstandene und gültige Grenze/ Abgrenzung), die deine Väter gemacht haben« (Spr.22:28). Hier geht es nicht nur um Grundstücksgrenzen, wie in den ähnlichen Stellen 5.Mose 9:14 und Sprüche 23:10, sondern vor allem um Grenzlinien mit geistlicher Bedeutung. Ein Vorwärtssetzen der Grenze im Sinne einer Vervollständigung (durch Verfeinerung und Verschärfung) des Gesetzes ist ein von Gott erwünschtes und laufend und von Ihm selbst angewandtes Prinzip (wie z.B. Verbot der Blutrache, der Vielehe, der Ehescheidung, des Leicht(mach)ens jedes Menschen: 2.Mo.22:27 → Pred. 10:20 → 1.Petr.2:17, …). In diesem Sinn haben unsere christlichen Vorfahren das Kleidungsmuster für Männer und Frauen geschlechtstypisch aufgeteilt: die Hose (die schon den Priestern vorgeschrieben war 2.Mo.28:42) dem Mann, das Kleid der Frau. Diese Zuordnung wurde von vielen Völkern weltweit übernommen.

Tatsächlich ist die Gemeinde aber heute in einem fortschreitenden Rückzugsgefecht durch den immer stärker werdenden Einfluss der Welt durch die Medien. Das Altbewährte und von den Vätern Überlieferte gilt seit Beginn der Laodizäa-Epoche nicht mehr, weil die Gemeinde es durch einen vermeintlich größeren Reichtum an Erkenntnis »überwunden« zu haben glaubt. Spätestens seit den 68er Jahren gab es dann einen lawinenhaften Durchbruch der Gesetzlosigkeit durch eine Infragestellung aller sog. bürgerlichen Werte und Jahrhunderte alter Normen mit dem Ziel ihrer Abschaffung, was dann auch Schritt für Schritt Einzug ins BGB genommen hat: Gleichheitsprinzip von Mann und Frau (seit 1957), Freigabe der Pornographie, der Homosexualität, der Abtreibung, der Euthanasie, der Homo-Ehe und das immer konsequentere Verbot (bei hohen Geldbußen!), diese Dinge gesetzlos zu nennen.


Die »Frauenhose«

Im Zuge all dieser Gleichmacherei-Bestrebungen des Durcheinanderwerfers (d.h. Teufels, gr. DIABOLOS) zur Zerstörung der göttlichen Schöpfungsordnung, gab es schon Mitte des 19. Jh. die ersten Bestrebungen, eine Frauenunterhose einzuführen durch die amerikanische Frauenrechtlerin Bloomer, die jedoch unter dem Rock getragen wurde. Zuvor galt über Jahrhunderte hindurch die Hose als Statussymbol für den Mann und der Rock für die Frau. Die ersten Hosen für Priester werden schon in der Bibel erwähnt (2.Mo.28:42, 3.Mo.16:4). Als die zehn Stämme Israels nach der Assyrischen Gefangenschaft als Skythen in den Kaukasus wanderten und sich später im Zuge der Völkerwanderung über ganz Europa ausbreiteten (Sachsen = Isaakson = Isaaks Söhne), trugen auch bald darauf die Germanen alle Hosen, da sie gut vor der Kälte schützten. Spätestens ab dem 4.Jh.n.Chr. übernahmen dann auch die römischen Soldaten diese Tracht, so dass sich die Hose im Mittelalter allmählich in ganz Europa als Männerbekleidung etablierte.

»Die Frauenhosenbewegung ging Hand in Hand mit der Emanzpationsbewegung. 1910 wurde in Paris der erste Hosenrock eingeführt, der für viel Wirbel in der Presse sorgte. Zwei Jahre später waren die Hosenkleider wieder aus dem Straßenbild verschwunden. Während des 1. Weltkriegs aber mussten dann Frauen als Ersatz für die Männer in den Fabriken arbeiten und bekamen deren Hosen. Im Krieg wurde diese Ausstattung ohne weiteres als notwendig akzeptiert, jedoch hielt man die Frauenhosen für eine vorübergehende Erscheinung. Erst Ende der 1960er Jahre wurden Frauenhosen gesellschaftlich akzeptiert und der Hosenanzug für Damen kam in Mode. Als »anständig« galt diese Kleidung in gehobenen Kreisen deshalb jedoch noch nicht: So durfte die Schauspielerin Senta Berger 1969 in einem edlen Designer-Anzug nicht zum Dinner in ein Londoner Hotel, sondern musste sich umziehen. In internationalen Luxushotels galt das Hosenverbot für Frauen noch in den 1970er Jahren. Bis 1970 waren auch im Londoner Nobelkaufhaus Harrods behoste Kundinnen unerwünscht. Der damalige CSU-Bundestagsvizepräsident Richard Jaeger drohte 1970, er werde jede Abgeordnete, die es wagen sollte, in Hosen zur Plenarsitzung zu erscheinen, aus dem Saal weisen. In der indonesischen Provinz Aceh wurde es Frauen 2010 gesetzlich verboten, Hosen zu tragen, da es sich um »unzüchtige Kleidung« handele. Zuwiderhandlungen können mit bis zu zwei Wochen Gefängnis bestraft werden. Bis zum Jahr 2013 war es Pariserinnen formell per Gesetz verboten, in der Öffentlichkeit Hosen zu tragen. Ausnahmen gab es nur für Radfahrerinnen und Reiterinnen. Am 31. Januar 2013 wurde dieses Gesetz offiziell aufgehoben« (Quelle: Wikipedia).

Doch nicht nur in Europa, sondern auch in den meisten Teilen der Welt trugen Frauen traditionell bedingt immer schon Röcke, zum Teil bis heute noch. Einer Frau aus den Anden z.B. würde es nie einfallen, eine Hose zu tragen. Die von den Inkas stammenden Indio-Frauen tragen schon seit Jahrhunderten Röcke in mehreren Schichten übereinander (polleras genannt). Aber auch in China oder Indien und besonders in Afrika tragen Frauen schon seit Jahrtausenden Röcke, während Männer in vielen ländlichen Regionen noch immer die einzigen sind, die »die Hosen anhaben«. An dieser sprichwörtlichen Rede wird aber deutlich, dass auch im natürlichen Empfinden der Welt die Hose das Symbol der Herrschaft ist. Wer »die Hosen anhat«, bestimmt zugleich auch über den Ehepartner. Auch dieser moderne Begriff »Ehepartner« drückt selbstredend aus, worum es der Emanzipationsbewegung im Grunde geht: es soll keine Führung des Mannes mehr geben, sondern eine gleichberechtigte Partnerschaft; und die satanisch inspirierten Modeschöpfer haben sich hierfür die Hose als Symbol der Gleichstellung gewählt und erfolgreich vermarktet. Dass dieses Symbol jedoch Gott ein Gräuel ist, das verdrängen die allermeisten Gläubigen heute.

Im Satanismus wird nicht nur das Kreuz über Kopf getragen, sondern sämtliche christlichen Symbole werden zur Verhöhnung Gottes ins Gegenteil verkehrt. So tragen z.B. Metal-Sänger und Fans als Männer meist lange Haare, um ihre Verachtung für die Schöpfungsordnung Gottes zum Ausdruck zu bringen. Überhaupt wird im Okkultismus ein reger Gebrauch von verbotenen Symbolen gemacht, weil sie eine magische Anziehungskraft für unreine Geister sind. Ob es die Christen heute wahrhaben wollen oder nicht, aber auch die Frauenhose ist ein solches Emanzipations-Symbol, das den Unterschied zwischen Mann und Frau verwischen soll. Es ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Schaffung eines androgynen Mischwesens. Denn so wie Gott den Menschen in Seinem Bilde schuf, so will auch Satan den Menschen in Sein Bild umgestalten. Viele amerikanische Sänger, die der Jugend ein Vorbild sind, sehen aus wie Mädchen (z.B. Justin Bieber) und manche Schauspielerinnen sehen aus wie Männer (z.B. Tilda Swinton, Grace Jones etc). Und wenn man sich solche furchtbaren Transvestiten wie Marilyn Manson oder David Bowie ansieht, dann hat man eine Ahnung, wie verdreht (lat. perversus) der Mensch in Zukunft sein will.

Satan und seinen Dämonen ist es gelungen, in nur 50 Jahren die Frauenhose genauso gesellschaftsfähig zu machen wie danach die Homosexualität. Besonders freut es ihn, dass er diesen verwüstenden Gräuel auch im Hause Gottes etablieren konnte, indem christliche Frauen heute ohne schlechtes Gewissen diese Männerkleidung tragen. Wenn jedoch ein Mann mit Frauenkleidern in den Gottesdienst käme und am Abendmahl teilnehmen wollte, dann würden immer noch viele empört reagieren, obwohl es nüchtern betrachtet genau der gleiche Verstoß ist gegen das Darstellungsgebot in 5.Mo.22:5.

Es ist wohl eine unbestreitbare Tatsache, dass die Gemeinde bei der Frage nach der biblischen Kleiderordnung zum größten Teil der Welt gefolgt ist, statt dem HErrn. Wir sollen aber weder auf den Rat der Gottlosen/ Gesetzlosen hören (Ps.1:1), noch uns nach dem Schönheitsempfinden der Welt richten, wenn es gegen Gottes Gebot streitet (vgl. Apg.24:16, Röm.12:17, 1.Kor.10:32, 2.Kor. 8:21, 1.Thess.4:12), sondern unser Denken von Gott erneuern und umgestalten lassen, damit wir überhaupt in der Lage sind, zu prüfen an Hand der Heiligen Schrift, ob etwas Gottes Wille ist, d.h. »ob es gut ist, ob es Gott gefallen würde und ob es zum Ziel führt« (Röm.12:2). Durch die Ausbreitung des Atheismus und der damit verbundenen Leugnung der Bibel als göttlicher Maßstab hat ein »Wertloswerden der obersten Werte« (Nietzsche) stattgefunden. Für Friedrich Nietzsche sollten die 3 obersten Tugenden zukünftig lauten: Selbstsucht, Habsucht und Wolllust; alles andere war aus seiner Sicht verkrampfte Scheinheiligkeit. Von nun an sollten Werte und Moralvorstellungen nicht mehr durch eine göttliche Instanz als vorgegeben akzeptiert werden, sondern dem allgemeinen Empfinden der Zeit überlassen bleiben.

Als Kinder Gottes sollte uns aber klar sein, dass Satan der oberste Modeschöpfer ist, der das »Empfinden der Zeit« in seinem Sinne steuert. Nur weil alle Menschen gleichgeschaltet in dieselbe Richtung marschieren, sollten wir uns gerade in der Endzeit nicht feige ihnen anschließen, sondern lernen, als lebendige Fische gegen den Strom zu schwimmen. Eine Schwester, die heute z.B. mit einer Mennonitentracht in den Aldi-Markt geht, braucht keine Traktate mehr verteilen, da sie selber ein wandelndes Traktat ist. So berichtete mir die Schwester Carolyn Minko aus München, dass sie immer wieder angesprochen wurde von interessierten Passanten, was es mit ihrer Kleidung auf sich habe, - also ein guter Anlass für ein evangelistisches Gespräch. Statt Spott zu ernten, wird sie vielerorts sogar mit äußerstem Respekt behandelt, weil man sie für eine Ordensschwester hält.

Als Mann hatte ich selbst schon immer ein natürliches Unbehagen, wenn ich eine Frau mit Hosen sah. Wenn mir jedoch eine Frau mit langem Rock begegnete, hatte ich das unbewusste Gefühl, dass sie auf mich sehr weiblich wirkt. Wir müssen alle wieder dieses natürliche Empfinden in uns wiederentdecken, das tief in unserem kollektiven Bewusstsein erhalten blieb. Viele von uns sind inzwischen schon derart abgestumpft, dass sie die allgegenwärtige Gesetzlosigkeit gar nicht mehr als solche wahrnehmen können. Auch die Kinder Israel gewöhnten sich allmählich an die Götter der Heiden und wurden unfähig, sie noch als Gräuel zu erkennen und zu verabscheuen. Dabei sollten auch sie den Heiden durch ihr Zeugnis vor Augen führen, was für ein »wahrhaft weises und verständiges Volk« sie waren (5.Mo.4:6). Dieses Zeugnis ist auch die Gemeinde der Welt heute schuldig geblieben. Stattdessen bestätigt die Gemeinde das Gegenteil, dass nämlich die Welt bessere Ideen und Angebote zu bieten hatte, weshalb man sich korrigieren ließ und für diese entscheiden musste. Der Weg der Welt zur Emanzipation der Frau wird dadurch dieser als ein von Gott angeblich legitimierter Weg falsch vor Augen geführt. Im Licht des Wortes Gottes gesehen bekennt sich heute jede gläubige Frau, sobald sie in Hosen das Haus verlässt, durch ihre Kleidung öffentlich zu einem widergöttlichen und widernatürlichen, strategischen Ziel Satans, nämlich zur Selbstbestimmung der Frau. Wenn sie dann auch noch an einer Demonstration gegen den Genderismus teilnimmt, dann gerät dieses zur Heuchelei und zu Hohn und Spott in der unsichtbaren Welt, weil sie ja selber durch die Hose die Vermischung der Geschlechter unbewusst befürwortet.


Ist das nicht gesetzlich?

Wie ich schon eingangs schrieb, werden immer wieder neue Gründe konstruiert, um zu begründen, warum man die Gebote in 1.Kor.14:34 und in 5.Mo.22:5 heute nicht mehr befolgen müsse. Und selbst jene Geschwister, die ein Tragen von Röcken für die Frau grundsätzlich befürworten, lehnen eine biblische Begründung mit 5.Mo.22:5 ab, da sie die alttestamentliche Bewertung als »Gräuel« doch für reichlich übertrieben und herzlos empfinden, zumal ja auch geschrieben steht, dass die »mit Gräueln Befleckten« nicht ins himmlische Jerusalem eingehen werden, sondern in den Feuersee geworfen werden (Offb.21:27, 21:8). Wäre die Frauenhose also tatsächlich ein Gräuel in Gottes Augen, dann würden ja all jene hosentragenden Frauen in den Feuersee geworfen, egal wie fromm und gottesfürchtig sie sonst noch gewesen waren. Das könne doch nicht sein

Nun, wir glauben ja alle, dass Gott ein gerechter Gott ist, der auch die guten Taten eines Menschen im Gericht berücksichtigen wird. Aber nur, weil wir selber eine Sünde als nicht so schwerwiegend empfinden, muss dies nicht bedeuten, dass Gott sie nicht ebenso harmlos bewertet wie wir. Wir sollten auch nicht darauf vertrauen, dass Gott sich irgendwann mit einer Realität abfindet, wenn sich diese aus unserer Sicht kaum mehr ändern ließe. Vielmehr sollten wir uns scheuen, unsere Bewertungsmaßstäbe einfach auf Gott zu übertragen, wie es die Gesetzlosen tun, zu denen der HErr eines Tages sagen wird: »Du dachtest (wohl), Ich sei ganz wie du. Ich werde dich überführen und es dir vor Augen stellen« (Ps.50:21). Nicht Gott muss sich nach unserem Empfinden richten, sondern wir nach dem Seinigen!

Am häufigsten wird von Seiten vieler Prediger der Einwand erhoben, dass es doch gesetzlich sei, wenn man sich im Neuen Bund noch mit solchen »Äußerlichkeiten« abgebe. Hat uns nicht Paulus »alles erlaubt«, sofern es denn »nützlich« sei (1.Kor.6:12, 10:23)? Und eine »Frauenhose« sei doch durchaus ganz »nützlich« und anständig, sofern sie weit genug geschnitten ist. Hier sei zunächst einmal betont, dass der Begriff »gesetzlich« unpräzise ist und daher zu klären wäre, wie er gemeint sei. Im wörtlichen Sinn müsste man es definieren als regelrecht, rechtens, erlaubt, zulässig, legitim und gesetzeskonform. Umgangssprachlich aber wird dieses Prädikat oft auch als Synonym gebraucht für streng, dogmatisch, eng, intolerant und rechthaberisch. Das evangelikale Christentum hat heute eine ganz eigenwillige Definition von Gesetzlichkeit entwickelt, nämlich im Sinne von ungültig, außer Kraft gesetzt, veraltet, unzulässig, unbrauchbar und wertlos. Gemeint ist damit das mosaische Gesetz, von dem der HErr Jesus aber sagt: »Meinet nicht, dass Ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist« (Mt.5:17-18).

Viele verstehen diese Worte so, dass zwar, der HErr Jesus das Gesetz erfüllt habe, aber wir als Seine Nachfolger/Nachahmer davon befreit wurden. Wie aber können wir Ihm folgen/nachahmen, wenn wir nicht auch das tun, was Er getan hat (1.Joh.2:6)? Außerdem heißt es im nächsten Vers: »wer sie (die Gebote) aber tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Reich der Himmel«. Auch in uns soll »die Rechtsforderung des Gesetzes erfüllt« werden, und zwar durch den Wandel im Heiligen Geist (Röm.8:4). Das Halten der Gebote war der eigentliche Zweck unserer Errettung, sonst wäre der HErr umsonst gekreuzigt worden (Joh.15:14-16). Unser Gehorsam ist Sein Lohn. Jede Schrift des AT (und des NT) ist für uns »nützlich zur Belehrung (über unser richtiges Verhalten), zur Überführung (von dem, was wir falsch gemacht haben), zur hfWiederaufrichtung_auf⟨ der ganzen Linie⟩ (d.h. eine auf⟨zielgerichtete, begründete, gebietsumfassede⟩ ⟨wiederherstellende, nach oben orientierte, kompromisslose⟩ Richtig⟨mach⟩ung, zur Erziehung ⟨ = mit Unterweisung und Erzüchtigung⟩ ⟨zu ⟩,der in ⟨der ⟩,Gerechtigkeit« (2.Tim. 3:16 GtÜ). Dabei sollen wir vom Schattenhaften des AT durchdringen zum Wesenhaften des Gesetzes (Kol.2:17) bzw. von der Altheit des Buchstabens zur Neuheit des Geistes (Röm.7:6), vom Alten Bund des tötenden Buchstabens zum Neuen Bund des lebendig machenden Geistes (2.Kor.3:6). Hiermit haben die Apostel einschl. des Paulus das Gesetz beständigt (Röm.3:31). Der Streit um das Gesetz, den Paulus zu führen hatte, ging nie um die Sittengebote (diese galten mit größter Selbstverständlichkeit), sondern um die Zeremonialgebote (wobei selbst diese geistlicherweise ebenso durch uns erfüllt werden, s. Kol.2:11, Eph.2:21, 5:2, Phil. 2:17, Hebr.9:26, 10:12, 13:10+15, Offb.3:12, 8:3). Das Wort »Gesetz« hebr. TORª´H bedeutet Ziel(geb)ung, und dieses Ziel ist die Liebe bzw. Christus. Auch schon im Alten Bund ging es nicht primär um den Buchstaben des Gesetzes (wobei dieser auch befolgt werden musste), sondern um die Liebe zu Gott und dem Nächsten. Nur kann diese Liebe nicht subjektiv gemessen werden, sondern sie kann laut dem Zeugnis des NT nur an der Erfüllung der Gebote Gottes gemessen werden (Joh.14:15, 21, 23-24, Joh.15:10, 1.Joh.2:5, 5:3, 2.Joh.6). Wenn man meiner Frau z.B. eine Halskette mit einem Pentakel geschenkt hätte und sie würde dies jeden Tag tragen, obwohl ich ihr erklärt hatte, dass dies ein Satanismus-Symbol sei, - auch dann könnte meine Frau mir 100 Mal bezeugen, dass sie mich liebt, aber ich könnte es ihr nicht glauben, solange sie nicht aus Liebe zu mir dieses Pentakel wegwirft (vergl.Mt.7:22-23). Denn selbst wenn sie mir erklärt, dass das Pentagramm zeitweise mal ein christliches Symbol war, so sollte doch schon der Umstand allein, dass es für mich eine Gewissensnot sei, für sie doch ausreichend Grund sein, auf dieses Schmuckstück zu verzichten und mir aus Liebe diesen Herzenswunsch zu erfüllen. Wenn sie aber schon bereit wäre, aus Liebe zu mir auf ein satanisches Symbol zu verzichten, wie viel größer sollte ihre Bereitschaft dann erst sein, wenn ihr klar wird, dass die Frauenhose sogar Gott – nach Seinem Empfinden - ein Gräuel ist!


Müssen wir dann nicht auch Quasten tragen?

In 5.Mo.22:12 – also im gleichen Kapitel wie V. 5 – gebietet der HErr, dass wir uns Quasten machen sollen an den 4 Zipfeln unseres Obergewands. Ergänzend lesen wir dazu in 4.Mo.15:38-40: »Rede zu den Söhnen Israel und sage zu ihnen, dass sie sich eine Quaste an den Zipfeln ihrer Oberkleider machen sollen für alle ihre künftigen Generationen und dass sie an die Quaste des Zipfels eine Schnur aus violettem Purpur setzen sollen. Und das soll euch zur Merkquaste werden, und ihr sollt sie ansehen und dabei an alle Gebote des HErrn denken und sie tun, und ihr sollt nicht eurem Herzen und euren Augen nachfolgen, deren Gelüsten ihr nachhurt, damit ihr an alle meine Gebote denkt und sie tut und heilig seid eurem Gott«. (Begriffserklärung: Eine Quaste ist lt. Wikipedia "ein hängendes Bündel von Fäden oder Kordeln, am oberen Ende oft begrenzt durch einen Knoten oder eine Zierperle. Die Form ist büschelartig und erinnert an einen Pinsel").

Selbstverständlich ist auch dieses Gebot nicht aufgehoben, sondern unverzichtbar für unser Glaubensleben, sofern wir erst mal den geistlichen und damit wesenhaften Sinn dieses Gebotes erfasst haben. Ziel dieses Gebotes ist das Merken und geistliche Einprägen der Gebote Gottes, um sie zu tun. Wer wie die damaligen Israeliten nicht lesen kann, der kann sich auch heute solcher Hilfsmittel bedienen wie die Quaste, solange er sie nicht wie die Pharisäer aus Eitelkeit oder Geltungssucht trägt (Mt.23:5). Wichtiger als die materiellen sind aber die geistlichen Quasten und Schnüre, auf die wir nicht verzichten können, wenn wir das Gebot fleckenlos und unangreifbar hüten wollen, wie es uns Gott im NT gebietet (1.Tim.6:14).

Denn das Oberkleid ist nach Jes.64:5, Sach.3:3-5, Mal.2:16, Offb.19:8 eine Darstellung unserer Werke, d.h. all unseres Wirkens. Die Zipfel des (damals aus einem viereckigen Tuch bestehenden) Obergewandes geben die Grundrichtungen und Hauptgebiete unseres Wirkens in der Welt an (4 = Zahl der Welt). Die Quasten stehen für die Grundnormen unseres Wirkens, die Schnür für die zugehörige Vereinzelung und Verfeinerung dieser Grundnormen. Den Ratschluss der Gesetzlosen abzulehnen (Psalm 1:1), weil er satanische Ziele vorantreibt, kann z.B. eine solche Quaste sein, durch welche wir erinnert werden, solche Ziele noch nicht einmal annähernd in Betracht zu ziehen, sondern den weitesten Abstand zu halten. Wenn mein Herz noch nicht von selbst den Trieb hat, auf äußerste Distanz von Dingen zu gehen, die Gott als Gräuel empfindet, dann zeigen mir noch andere Worte an der Schnur der Quaste die Richtung, z.B. »Verabscheuet das Böse, haltet fest am Guten« (Röm.12:9). Mein Empfinden sollte mit dem Empfinden Gottes übereinstimmen. Wenn etwas gut in Seinen Augen ist, will ich es mit Freude und Wohlwollen annehmen, wenn es aber böse in Seinen Augen ist, will auch ich Abscheu und Ekel davor empfinden.

Eine andere Quaste ist z.B. 1.Kor.14:37, die mich daran erinnern soll, dass die Unterordnung der Frau inkl. der Darstellungsordnungen ein Gebot des HErrn ist, die ich als solche (an)erkennen soll, wenn ich mich für geistlich halte. Die zu dieser Quaste gehörige Schnur wird durch viele Bibelstellen gebildet (1.Mos.3:15-16, 2.Kor.11:2-4, Eph. 5:22-33 etc.). Es handelt sich hier um Gebote, die einem durch die Lüste der Augen und des Herzens leicht aus den Augen schwinden können. Wir sollen sie auch kaum einem anderen ans Obergewand nähen, sondern das kann nur jeder für sich selbst tun. Aber wir müssen jede Generation neu daran erinnern, dass es sich bei klaren Geboten des HErrn nicht um Meinungsverschiedenheiten wie in Römer 14 geht, sondern um eine vom Satan durch die Frau systematisch vorangetriebene Gräuelsünde.


Darf man dann auch kein Mischgewebe tragen?

In 5.Mos.22:9-11 heißt es: »Du sollst deinen Weinberg nicht mit zweierlei (Samen) besäen, damit nicht das Ganze dem Heiligtum verfällt… Du sollst nicht mit einem Rind und mit einem Esel zusammen pflügen. Du sollst nicht Gewebe von verschiedenartigem Stoff anziehen, Wolle und Leinen zusammen«. Bei buchstäblicher Befolgung dürfte ich für die Arbeit keine Malerhosen mehr tragen, denn diese bestehen zu 65 % aus Polyester und zu 35 % aus Baumwolle. Doch jene, die ohnehin die Gebote Gottes ignorieren, verwenden dann solche Stellen als Beispiele dafür, dass diese Gebote ohnehin gar nicht mehr zu gebrauchen seien in der heutigen Zeit. Aber stimmt das? Leben wir denn etwa nicht mehr von JEDEM Wort, das aus dem Mund Gottes ausgeht? Und sind doch nicht alle Schriften mehr nützlich zur Überführung, Zurechtweisung und Unterweisung in der Gerechtigkeit (2.Tim.3:16).

Wie schon dargelegt, geht es bei einem gesetzgemäßen Gebrauch des Gesetzes (1.Tim.1:8) darum, bei der Anwendung eines Gebotes zuerst das Ziel und den Zweck des Gebotes zu bestimmen, um von da aus die vollständige Erfüllung dieses Gebotes anzustreben. An dem Beispiel von 1.Kor.9:9-14 können wir erkennen, dass die meisten Gebote im Alten Bund eine geistliche Parallele im Neuen Bund haben, nach der wir forschen sollten. Wenn wir den Zusammenhang betrachten, dann fällt uns auf, dass es sich bei all diesen Geboten in 5.Mose 22: 1-12 um Grundsatzbestimmungen handelt, deren Ziel der Schutz der menschlichen Existenz ist:

Verse 1-4 der soziale Schutz, Verse 5-8 der Natur- und Umweltschutz, Verse 9-12 der geistliche Schutz. An der Spitze der Versgruppe 5-8 steht der Schutz der menschlichen Natur (Vers 5), darauf folgt der allgemeine Schutz der Natur und Umwelt (Verse 6-7 Erhaltung der Rege-nerierungsfähigkeit der Natur), darauf der Unfallschutz (V. 8 am Beispiel der Schutzgüte menschlicher Bauwerke). Die Reihenfolge folgt exakt der Wichtigkeit der Schutzbereiche. Die Verse 9-11 gehören zur biblischen Linie der Nicht-Vermengung von Gut und Böse. Gott hat zu unserem geistlichen Schutz grundsätzliche Mischverbote gegeben, deren Missachtung uns unweigerlich in die Irre führt.

1. Zweierlei Saat: Gott verbietet die Gründung des Glaubens auf zweierlei Wortsamen, nämlich Gotteswort gepaart mit Menschenwort bzw. Dämonenwort. Reine Dämonenlehre ist in Gottes Augen nicht so verabscheuenswürdig wie eine Mischung aus Gottes- und Menschenwort. Ebenso soll aus unserem Mund nicht Heiliges mit Unheiligem vermischt hervorgehen (Jak.3:12, Eph.4:29). Die Mischsaat samt ihrem Ertrag verfällt dem Heiligtum, d.h. dem Totalgericht.

2. Ungleiches Joch: Das in 3.Mo.19:19 verwendete Adjektiv hÄTÄRO-SYGOS artverschiedengejocht findet sich in 2.Kor.6:14 als Verb hÄTÄRO-SYGÄOo (in) artverschiedener-Joch(gemeinschaft geh)en. Hier ist nicht die Joch-gemeinschaft in der Arbeitswelt gemeint, sondern die auf geistlichem Gebiet. Rinder stehen nach 1.Kor.9:9 für Gläubige. Durch eine Ehe werden Menschen z.B. zusammengejocht (Mt.19:6), was lebenslanges Leid zur Folge haben kann, wenn der Ehepartner ungläubig ist.

3. Mischgewebe: Wie schon im vorigen Kapitel erwähnt, bedeutet Kleidung symbolisch immer Werke. Ein Kleid aus zweierlei Stoff bedeutet einen gerechten Wandel, der mit gesetzlosen Taten vermischt ist. Rein böse Werke sind dem HErrn längst nicht so ekelhaft, wie die Vermengung der beiden (Mt.7:22-23, Offb.3:15-17, 22:11).

Wir sehen also, dass all diese Schutzgebote – wenn man sie denn richtig versteht – mehr als nützlich und notwendig sind, gerade in der heutigen Zeit.

 

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